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Full text of "Allgemeines Künstler-Lexicon"

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ALLGEMEINES 
KÜ NSTLER^ LEXIK ON 

LEBEN UND WERKE 

DER BERÜHMTESTEN BILDENDEN 
KÜNSTLER 

Vorbereitet von 

HERMANN ALEXANDER MÜLLER 

Herausgegeben von 

HANS WOLFGANG SINGER 

Fünfte unveränderte Auflage 



ZWEITER BAND 

Gaab — Lezla 



19 2 1 



LITERARISCHE ANSTALT RÜTTEN ö LOENING 
FRANKFURT am MAIN 



PUBLIC 







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G. 

Gaal), Ludwig Friedrich von, Architekt, geb. 1800 in Tübingen, f 23. Aug. 
1869 in Stuttgart, Schüler des Oberbauraths Gross, bereiste Italien undp-ankreich, 
begann 1825 seine praktische Laufbahn und machte sich durch zahlreiche Ntitzlichkeits- 
und Eisenbahnbauten sehr verdient. In und bei Stuttgart baute er die Infanterie- 
kaserne, das Kronprinzenpalais, restaurirte das Hoftheater, baute 1853 — 55 die gothische 
Kirche in Berg und die ebenfalls gothische Kirche in Loffenau i^Schwarzwaldkreis). 
1846 wurde er Oberbaurath und 1852 wurde ihm das Commenthurlu-euz des Württemberg. 
Krouordens verliehen. 

Oaal, Barent, s. Oael. 

Oaal, Pieter, hoUänd. Maler, geb. 1769 in Middelburg, f 1819, Schüler seines 
Vaters Thomas G. (f 1817) und später des Malers Wilh. Seh weickhart, 
machte Studienreisen nach London, Paris und einem Thedl von Deutschland und liess 
sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er lobenswerthe Genrebilder. Bildnisse, LanJ- 
schaften und Stillleben malte. 

Gabbiani, Antonio Domenico, ital. Maler und Eadierer, geb. 1652 in Florenz, 
t 1722 das., Schüler des Dandini in Florenz und des Giro Ferri in Rom, malte 
in beiden Städten vorzugsweise religiöse Darstellungen, aber auch Genrebilder und 
Landschaften. Eint s seiner wenigen bekannten Bilder ist Das Gastmahl beim Pharisäer 
Simon (Museum in Dresden), andere in florentinischen Sammlungen. Man hat auch 
4 radierte Blätter von ihm. 

Oaber, August, Holzschneider der Gegenwart, geb. 14. Nov. 1823 zu Köpperning 
bei Neisse in Schlesien, f Septbr. J 894 in Berlin, war Autodidakt, den die Liebe zur Kunst 
zum Holzschnitt führte; er arbeitete in Berlin, wo er 1848 seine ersten Holzschnitte 
nach Zeichnungen von Ludwig Richter verfertigte, um später in dieser Kunst grosses 
Verdienst zu erringen. Er schnitt viel für illustrirte Werke, die 7 Sacramente nach 
Overbeek, andere Blätter nach Schnorr von Carolsfeld, Ludw. Richter und nach 
M. v. Schwind die Wandgemälde des Landgrafensaales auf der Wartburg. 

Gäbet, Franz, Radierer, geb. 20. Jan. 1765 in Wien, t 1847 das., war nur 
Dilettant, radierte aber sehr hübsche Landschaften nach Martin Molitor, 4 Blätter 
der Jahreszeiten nach Jan v. Goyen, 6 Blätter nach Weirotter und 6 nach Rechberger. 

Gabiou, s. Chaudet, Jeanne Elisabeth, unter Ghandet, Antoine Denis. 

Gabi, Alois, Genremaler, geb. 24. Sept. 1845 zu Wiesen im Pitzthal (Tirol), 
t 27. Febr. 1893 in München durch Selbstmord, wurde 1862 Schüler der Akademie 
ili München, wo er unter Schraudolph, Ramberg und später unter Karl v 
Piloty in die Fussstapfen Defreggers trat. Auf sein erstes bedeutendes Bild 
Haspinger den Aufruhr predigend (1872) folgte bald nachher die ebenso gelungene 
Rekrutenaushebung in Tirol; weniger Glück machten 1875 Die Einsegnung des Braut- 
bettes und Die verbotene Tanzmusik. Eines seiner Meisterwerke war 1877 Hoch- 
würden als Schiedsrichter, ebenso Die heil. 3 Könige mit ihrem Stern (,188-2, als 
Genrebild), Die ImpfstuLe, Die Nähmaschinenprobe, Der Spinnunterricht und Die 
Bräuschenke. 

Gabriel, Jacques Ange, franz. Architekt, geb. 1699 in Paris, f um 1782, Sohn 
und Schüler eines Architekten, baute die doppelte Kolonnade des Platzes Ludwigs XV. 
und die später von Napoleon I. nach St. Cyr verlegte Militärsehule (jetzt Kriegs- 
akademie) mit ihrer korinthischen Säulenstellung und schweren Kuppel. 

Gabriel, Paulus Joseph, holländ. Maler und Bildhauer, geb. 1785 in Amsterdam 
t 1833 das., widmete sich anfangs der Miniaturmalerei, worin er sich seit 1805 in 
Al]g:emeiue8 Kfinstler-Lexioon 5. Aufl. 2. Band. 1 



2 Gabriel — Gadio." 

Paris vervollkommnete. Nach seiner Rückkehr führte sein Talent ihn zur Plastik; 
er ging 1809 abermals nach Paris, trat in das Atelier Cartelliers und später in 
Italien in das Atelier Canovas. Seit 1813 lebte er wieder in seiner Vaterstadt, 
wo er 1820 Mitglied des Instituts und später Direktor der Akademie wurde. Unter 
seinen Werken nennt man einen Jüngling der sich einen Dorn aus dem Fasse 
zieht, einen Mercur, eine Reiterstatue des Königs Wilhelm I., das Grabmal des Schrift- 
stellers Joh. Meermann in der Peterskirche zu Leiden, das Denkmal des Admirals 
van Kinsbergen am Eingang der Neuen Kirche in Amsterdam und des Dichters Feith 
in Zwolle (1825). 

Gabriel, Paul Joseph Constantin, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 5. Juli 1828 
in Amsterdam, lebt in Scheveningen. Er malte gute Landschaften aus Holland: An 
einem schönen Nachmittage, Morgenthau, Bei Tagesanbruch in der Umgebung 
Amsterdams, Windmühle, Torfgräber im Torfstich, Regenwetter in Holland u. dgl. 

Gabrielis, Gabriel de, Baumeister, geb. 1671 in Roveredo. Von ihm das 
ehemalige Residenzs'^hloss der Markgrafen von Ansbach-Baireuth in Ansbach, ein 
grosses Viereck im Stil der italienischen Renaissance, begonnen 1713. 

Gabriello, Onofrio, ital. Maler aus Messina, geb. 1617, f 1706, Schüler von 
Barbalunga, N. Poussin und Pietro da Cor ton a, malte in seiner Vater- 
stadt in der Kirche S. Francesco di Paola und in einigen Kirchen Paduas Bilder von 
ziemlich schwachem Colorit. 

Gabroii, Willem, Stilllebenmaler, geb. 28. Oct. 1619 in Antwerpen, f 1679, 
besuchte Italien, lebte einige Jahre in Rom und trat 1640 in die Lucasgilde seiner 
Vaterstadt. Vol ihm in der Pinakothek zu München ein gedeckter Tisch mit Trink- 
gefässen und sonstigem Geschirr, im Museum zu Braunschweig ein Tisch mit einem 
türkischen Teppich belegt (1652). 

Gaddi, Aguolo, ital. Maler (florentinische Schule), geb. wahrscheinlich um 1333 
in Florenz, f das. 16. Oct. 1396, Sohn und Schüler des Taddeo G., malte im Stil 
Giottos, gab ihm aber eine Richtung auf das Anmuthige und Liebliche. Eines seiner 
Hauptwerke sind im Chor von Sta. Croce xu Florenz die Fresken von der Legende 
der Auffindung des heil. Kreuzes auf blanem, goldgestirntem Grunde, worin besonders 
die Auffindung des Kreuzes durcl" die Kaiserin Helena, von lebensvoller Anmuth, 
das Historische mit vielem Fleiss ausgeführt ist. Noch bedeutender ist sein 
Cyklus von 13 Fresken in der Kapelle della Cintola des Doms zu Prato, wo der 
ganze mit 2 Kretizgewölben überdeckte Raum die Geschichte der Madonna und des 
heil. Gürtels enthält. Ein reich gegliederte'^ Altarwerk von ihm ist die thronende 
Madonna in der Akademie zu Florenz ; aus dem Jahre 1383 auch die Entwürfe zr 
den Medaillons au den Aussenseiten der Loggia dei Lauzi, enthaltend die 6 thcDlogischen 
Tugenden Gerechtigkeit, Klugheit, Mässigung, Stärke, Glaube und Liebe. Ein Tempera- 
bUd der Maria mit dem Kinde im Museum zu Berlin. In seinen späteren Lebens- 
jahren wurde ©r Kaufmann und gub die Malerei auf. 

Gaddi, 0addo, ital. Maler, geb. 1260 in Florenz, f 1332, der Stammvater einer 
Malerfamilie, war vorzugsweise Mosaicist, wurde 1308 von Clemens V. nach Rom 
berufen, wo er in der Art des ihm befreundetea Cimabue grosse Mosaikbilder aus- 
führte, von denen sich noch Bruchstücke in Sta, Mafia Maggiore erhalten haben; 
andere ihm zugeschriebene Werke dieser Art sind nicht beglaubigt. 

Gaddi, Taddeo, ital. Maler, der bedeutendste der Familie, geb. um 1300 in 
Florenz, f 1366 das., Sohn und in der Malerei Schüler des Vorigen, und 24 Jahre 
lang Schüler Giottos, nach dessen Plänen er 1336 den Bau des Glockentharms in 
Florenz fortsetzte. Als Maler diesem seinem Lehrer nachstehend, hat er zwar seine 
Hauptwerke, (soweit wir sie kennen), die Fresken (1352—56) in der Kapelle Baroncelli 
von Sta. Croce aus dem Leben der Maria, kräftig und breit gemalt, aber ohne tieferes 
religiöses Gefühl, mit genrehaftigen Nebenfiguren und architektonischem Beiwerk; 
wahrscheinlich auch ein grossax'tiges Abendmahl im ehemaligen B«fektoriura derselben 
Kirche und Fresken in der Chorkapelle von S. Francesco in Pisa. Zweifelhaften 
Urhebers sind die ihm zugeschriebenen, grossen Fresken in der Kapelle degli Spagnuoli 
von Sta. Maria Novella. Ebenso unsicher fast alle ihm beigelegte Tafelbilder, z. B. 
die im Berliner Museum vorhandenen : Ausgiessung des heil. Geistes und ein Wunder 
aus der Legende des heil. Franciscus. Mit Sicherheit gehört ihm nur an das dortige 
Mittelbild eines Flügelaltars (Maria mit dem Kinde). 

Gadio, Bartol-ommeo, ital. Architekt und Ingenieur, geb. 1415 in Creraoua, 
t um 1482, scliützte als Ingenieur Francesco Sforza» 1450 seine Vaterstadt gegen 
die Angriffe der Venezianer, stellte die Befestigungen von Cassano wieder her, 



Gael — Gärtner. 3 

machte sich um die Oberleituug- rieler Civil- und Militärbauten in Oberitalien ver- 
dient und baute in seiner Vaterstadt die 1468 begonnene Kirche S. Sigismeudo in 
schönem Frührenaissancestil. 

Crael (Gaal), Barent, holländ. Maler, geb. um die Mitte des 17. Jahrb., 
Schüler von Ph. Wouworman, malte, wie dieser, Jagdscenen, Landschaften mit 
Pferden, Dorfkirchweihen und dgl. Von ihm im Museum zu Rotterdam eine von 
ihren Kindern umgebene Bauersfrau die Kuchen bäckt und ein abgestiegener Reiter 
vor einem Bauernhause, in Augsburg Schweineinarkt, im Museum zu Braunschweig 
Reiterstück mit Kartenspielern, in der Eremitage zu St. Petersburg, Fischer 
am Strande der See. 

Oaelen, Alexander van, holländ. Schlachtenmaler, geb. 1670, Schülßr und 
Gehilfe von Huchtenburgh, bereiste Deutschland, lebte lange in Düsseldorf, 
malte am Hofe des Kurfürsten von Köln Schlachtenbilder und Thierstücke, und ging 
dann nach London, wo er ähnliche Bilder malte. 

(xärtner, Eduard, Architekturmaler, geb. 2. Juni 1801 in Be lin, f 22. Febr. 
1877 das., kam schon 1806 nach Kassel, wo er von dem späteren Direktor der 
Zeichenakademie in Darmstadt, Friedrich Müller (genannt Maler Müller;, Unterricht 
erhielt. 1813 kehrte er nach Berlin zurück, arbeitete 6 Jahre in einer Porzellau- 
fabrik, machte Studienreisen, trat 1821 in Verbindung mit dem Decorationsmaler 
Gropius und malte perspektivische Bi4der in Berliner Schlössern : dann studirte er 
3 Jahre in Paris unter B e r t i n und widmete sich in Berlin und für den Kaiser von 
Russland in St. Petersburg und Moskau mit grossem Erfolg der Prospektiaalerei. Unter 
seinen wenigen Oelbildern sind zu nennen Der Marktplatz in Prag und in der 
Nationalgalerie zu Berlin Die Parochialstrasse in Berlin. Er war Mitglieii der Berliner 
Akademie seit 1833. 

Gärtner, Friedrich, Architekturmaler, geb. 11. Jan. 1824 in München, Sohn 
und Schüler des Friedrich von G., den er 1840 und 1841 auf seinen Reisen in 
Italien und Griechenland begleitete, später auch Schüler der Akademie in München, 
des Marinemalers S i m o n s e n und in Paris des Genremelers Claudius J ;i c q u a nd. 
1848 bereiste er mit Ed. Gerhardt Spanien und das nördliche Afrika, besuchte London 
und Paris und nahm zuletzt seinen Wohnsitz in der Vaterstadt. 1870 ging er noch 
einmal nach Nordafrika. Seine trefflich beleuchteten Architekturbilder sind grossen 
theils aus Spanien und Nordafrika entnommen, z. B. iu der Neuen Pinakothek ein 
Klosterhof im Mondlicht (1846), und das Innere eines maurischen Hauses .- ferner Au< 
der AlhaiÄbra, das Innere eines Hauses in Tetuau, Strasse in Algier. Brunnenhot 
aus der Moschee El-Kebir in Algier. 

Gärtner, Friedrich von, berühmter Architekt, geb. 1792 in Koblenz, f 21. Apri' 
1847 in München, war von 1809 an Schüler der dortigen Akademie, machte Studien- 
reisen nach Paris, Italien and Sizilien, als deren Ergebnisse er 1819 „Ansichten der 
am meisten erhaltenen griechischen Monumente Siziliens'' herausgab. 1820 begann 
er in München seine erfolgreiche theoretische und praktische Thätigkeit, worin er 
mit Ausnahme des Siegesthores in München und des Pompejanischen Hauses in 
Aschaifenburg (1842) meistens den romanischen Stil annahm, und hierin einen ent- 
schiedenen Sinn für massenhafte Wirkungen zeigte. Die namhaften Münchener 
Gebäude sind die Ludwigskirche (1829 — 43), die durch ihr imposantes Treppenhaus 
schöne Bibliothek (1832—34), die Universität (1840), die Feldherrenhalle, das Blinden- 
institut und gothischen Stils der an Monotonie leidende Witteisbacher Palast U84:3). 
Die bedeutendsten seiner Bauten ausserhalb Münchens sind : die Kursäle in Kissingen 
und in Brückenau, das kasernenähnliche Schloss in Athen (1834 — 38), die 1842 be- 
gonnene, später durch K lenze veränderte Befreiungshalle bei Kelheim, und die 
protestantische Kirche in Kissingen, ausserdem die Restauration der Dome von 
Bamberg-, Regensburg und Speier. Nachdem Cornelius die Direktion der Akademie 
der bildenden Künste niedergelegt, vtTirde sie ihm übertragen. 

Gärtner, Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 22. Febr. 1828 in Neustrelitz, Schüler 
des 1832 aus Rom zurückgekehrten Rusc he weyTi, seit 1845 in Berlin Schüler von 
F. W. Schirmer und seit 1847 von Ludw. Richter in Dresden. Seine weitereu 
Studien machte er i» Rom, wo ihn die alten Meister und Cornelius beeinflussten. Nach 
seiner Rückkehr aus Italien malte er in Deutschland zunächst mehrere Wandbilder iu 
Privatvillen, z. B. beim Stadtrath Dürr in Connewitz bei Leipzig Scenen aus dem Leben 
der Psyche, betheilig'te sich bei den Wan(|lgemälden im Hoftheater zu Dresden und führte 
dann als .sein Hauptwerk die 1849 vollendeten Wandmalereien im Museum zu 
Leipzig' aus, die in einem Cyklus landschaftlicher Darstellungen die wichtigsten 



4 Gaesbeeck — Gaillard. 

Schauplätze -der geschichtlichen Entwickelang der Plastik zum Inhalt haben und ihm den 
2. Preis eintrr^en. Dann folgten noch 1882 Wandgemälde im Treppenhause der lan(i- 
wirthschaftlichen Hochschule zu Berlin und einige Oelbilder. 

C^aesbeeck, Adriaen van, holländ. Maler geb. in Leiden, f im Jan. 1650 das., 
waJirscheinlich Schüler von Qt. Dou, malte kleine Genrebilder. Im Museum zu Berlin 
von ihm eine Näherin und im Eeichsmuseum zu Amsterdam ein nur nüchtern gemalter 
junger Gelehi'ter in seinem Studirzimmer. 

GaSta, Enrico, ital. Landschaftsmaler, geb. im Nov. 1840 in Castellamare, 
besudite die Akademie in Neapel, wo er sich der Landschaft widmete. Bekannt 
wurden von ihm Die Kuinen eines Feudalhauses, Triumphbogen in Rom, Die öffent- 
lichen Bäder in Pompeji, Das CasteU Angioino bei Castellamare, Ein tiefer Abgrund, 
Auf dem Wege nach Sorrent, Ansicht von Reggio u. A. 

Gaggiotti'Kichards, Frau Emma, Bildniss- and Historienmalerin der Mitte 
des 19. Jahrb., lebte in Italien. Sie malte vorzügliche Bildnisse, darunter das im 
Besitz des Kaisers Wilhelm II. befindliche von Alex. v. Humboldt, auch ihr Selbst- 
bildniss vor der Staffelei. Unter ihren historischen Bildern nennt man Die Kreuz- 
fahrer und eine Madonna. 

GaginJ; Antonio, ital. Bildhauer, geb. 1480, von Geburt ein Lombarde, Haupt- 
meister piiner Künstlerfamilie dieses Namens, soll, was aber nicht nachzuweisen ist, 
in Rom unter Michelangelo gearbeitet haben. 

Oagliardi, Cav allere Bernardino, ital. Maler, geb. 1609 in Cittä di Castello, 
•i- 1660, Schüler von Nuzzi, bildete sich nach den Carracci und nach Guido Reni, 
malte Kirchenbilder in seiner Vaterstadt und in Rom. Von ihm wird genannt der 
Heil. Pellegrinus in der Kirche S. Marcello zu Rom. 

^agliardi, Lnigi, Graveur, Ciseleur und Bildner, geb. 12. Jan. 1843 in Mailand, 
Schüler von Giovanni Bellezza, lebte viele Jahre in Rom und kehrte dann in 
seine Vaterstadt zurück. Man rühmt von ihm einen silbernen Pokal mit der Dar- 
stellung der Geburt der Venus und einen noch schöneren Pokal mit der Darstellung 
der Amazonenschlacht. 

Gagliardi, Paolo, Historienmaler der Gegenwart in Rom, schmückte 1852 die 
dortige Kirche S. Girolarao de' Schiavoni mit decorativen Fresken, ebenso die Kirche 
S. Agostino mit mehreren Wajdfresken und die Basilika S. Paolo. Unter seinen Oel- 
bildern nennt man Vincenz von Paula, wie er verlassene Waisenkinder aufnimmt 
(1842). 

Gagneraux, franz. Maler aus Burgund, thätig In Rom um 1784, f 1795 das., 
machte sich durch das jetzt im Rudolfinum zu Prag befindliche Bild von kräftigem 
Colorit Besuch des Königs Gustav HI. von Schweden bei Papst Pius VI. in Rom bekannt. 
Er malte auch Bacchus und Ariadne, Die Erziehung des Achilles und Schlachtenbilder. 

Oaiani, Eglsto, ital. Bildhauer und Holzschnitzer, geb. 16. Aug. 1832 in 
Florenz, bildete sich in den Werkstätten von Barbetti und M o r i n i und schuf zahl- 
reiche, auch in deutschen und englischen Sammlungen bekannt gewordene und in 
Privatbesitz gekommene kunstvolle Schnitzarbeiten. Sehr bewundert wurden 1880 
in Turin 2 Holzreliefs Triumph der Venus und Venus und Amor. Er ist Honorar- 
professor der Akademien von Florenz, Genua und Urbino. 

Gail, Wilhelm, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 7. März 1804 in 
Müncheü, f 26. Febr. 1890 das., Schüler der dortigen Akademie und seit 1822 Schüler 
von Peter Hess. 1825 reiste er mit dem Baron von Malzen nach Turin und gab zu 
dessen „Monuments romains dans les etats de Sardaigne'^ 13 Blätter und infolge seiner 
Reise nach Rom und dem südlichen Italien 12 Blätter Volksscenen und 30 selbst- 
lithographirte Blätter „Erinnerung an Florenz, Rom und Neapel" (1827) heraus. 1830 
ging er nach Paris und der Normandie, 1831 nach Venedig, wo sein Bild vom Corridor 
des Dogenpalastes entstand, und 1832 auf eine Forschungsreise nach Spanien. Dann 
Hess er sich in München nieder, gab die Ergebnisse seiner Reise nach Spanien (1837) 
heraus und malte zahlreiche Bilder der iüteren spanischen Bauwerke. Dahin gehören : 
Der Löwenhof in der Alhambra (Rudolfinum in Prag), Sanctuarium der Moschee in 
Cordova, Ruinen des Klosters San Juan de los Reyes in Toledo, ferner aus Venedig 
der Dogenpalast, Kirche S. Lazzaro (beide in der Neuen Pinakothek) und das Innere 
eines Klosterhofs (Kunsthalle in Karlsruhe) Mit ebenso viel Geschick und Geschmack 
wie seine Oelbilder sind seine Radierungen ausgeführt. 

Gaillard, Claude Ferdinand, franz. Kupferstecher und Maler, geb. 5. Jan. 
1834 in Paris, f 20. Jan. 1887 das., besuchte die Ecole des beaux-arts, war Schüler 
von Cognie*^ und erhielt 1856 als Kupferstecher den Preis für Rom, wo er sich 



üaillard — Graisser. 5 

bis 1866 aufhielt. In seinen Stichen arbeitete er mit Aetzwasser, Grabstichel und 
kalter Nadel und zeigte hierin eine feine, in den Geist des Origlnala eingehende 
Techirik. Auf den Reformen Hem-iquel-Duponts fussend hat er die Gräbst) chelkunst 
verjüngt und gewissermaassen einen neuen Stil geschaffen. Anstalt der gleissnerischen 
Paradeführung des Stichels arbeitet er mit fast microscopischen kleinen Strichen, 
wobei ihm die Hand so frei wie beim Radieren bleibt, jedoch der stofflche Character, 
den nur die Grabstichelarbeit zu eigen hat, gewahrt ist. Auf den ersten Blick er- 
scheinen manche seiner Blätter wie Heliogravüren, so zart sind sie gearbeitet. Zu 
seinen Hauptblättern gehören: die Madonna aus dem Hause Orleans nach Raffael, 
die Vierge au donateur und eine andere Madonna nach Giov. Bellini, Oedipus nach 
Ingres, der Condottiere nach Antonello da Messina (im Louvre), der Mann mit der 
Nelke nach Jan van Eyck (Mus. in Berlin), die Reiter statue des Gattamelata von 
Donatello in Padua, auch viele Blätter für die „Gazette des beaux-arts". In seinen 
Gemälden in Gouache und in Oel, namentlich in seinen Bildnissen, lehnt er sich häufig 
an ältere, bedeutende Meister an. 

Gaillard, Robert, franz. Kupferstecher, geb. 1722, f 1785, stach Genrebilder 
nach Grenze, viele mythologische und Genrebilder nach Rousseau, Le Prince, Chevalier. 
Roslin u. A. 

Gainsborougli, Tliomas, berühmter englischer Landschafts- und BUdnissmaler, 
geb. im Frühjahr 1727 in Sudbury (Suffolk), f 2, Aug. 1788 in London. Schon als Kind 
zeigte er grosses Zeichnungstalent und er sass den ganzen Tag lang in 
Wald und Feld, um alle Bäume und Partien der Umgegend zu skizziren, fälschte 
einmal sogar seines Vaters Unterschrift, um aus der Schule zu kommen, damit er 
dieser Liebhaberei nachgehen konnte. Er wurde demnach zuerst zum Kupferstecher 
Gravelot, dann auf die Londoner Akademie geschickt, wo er unter Hayman 
lernte. Nach vierjährigem Aufenthalt in der Hauptstadt zurückgekehrt, vermählte 
er sich zwei Jahre darauf mit Margaret Burr, und zog nach Ipswich, wo er einen 
Gönner fand. Hier hatte er eine Anzahl Bildnissaufträge und lebte ziemlich sorglos 
aber auch träge dahin. Da meldete sich sein Ehrgeiz und er zog nach Bath, wo sich 
zur Zeit das elegante England gerne aufhielt. Er begründete seinen Ruf sehr 
bald und konnte seinen Preis von 5 auf 40 Guineen für ein Brustbild, von 8 auf 100 für 
ein Bildniss ganze Figur erhöhen. 1774 zog er nach London, wo er sich mit West 
in die Gunst des Hofes, mit Reynolds in die Gunst des Volkes theilte. Unter Anderen 
sassen ihm Sterne, Reynolds, die Schauspieler Quin, Henderson, Garrick, Mrs. Siddons, 
Sheridan, Burke, Clive etc. Im Ganzen fühlte er sich zu den literarischen Grössen 
weniger hingezogen als zu Musikern Er war leidenschaftlicher Musikliebhaber und betrieb 
das Geigenspiel mit einem so grossen Eifer, dass manchmal die Malerei nur eine Erholung 
zu sein schien Bei Lebzeiten wurden seine Landschaften, die uns heute vielleicht als 
seine grösste Leistung erscheinen, wohl anerkannt aber nicht gekauft. Durch Constables 
Vermittelung ist G. eigentlich der Vater der heutigen Stimmungslandschaft. Sein 
Colorit ist glühend warm, sein Malvortrag meist virtuos flott; nur ist zu bedauern, 
dass seine Bilder, wohl in Folge der schlechten Farben und Bindemittel, die ihm zur 
Verfügung standen, (möglicherweise auch ein wenig infolge seiner Maltechnik) so 
schnell verderben und gleich einer grossen Anzahl Reynolds'scher Bilder, heute fast 
nur noch Ruinen sind. G.'s bekanntestes Meisterwerk in Farbenstimmung ist Master 
Buttall (Blue Boy), die Londoner Nationalgalerie besitzt über ein Dutzend seiner 
Werke, weitere in South Kensington, und in der Dulwich Galerie (2. B. das pracht- 
volle Doppelbildniss der Mrs. Sheridan und Ticknell), das Meiste belindet sich jedoch in 
Privatbesitz. Auf das Festland ist wenig gelangt : Köppings ausgezeichnete Radierungen 
haben dazu beigetragen, zwei seiner besten Bilder „The market cart"und „The cottage 
door" in Deutschland wenigstens bekannt zu machen. Seine Lebensbeschreibung von 
P. Thicknesse 1788, von G. W, Fulcher 1856, Brock Arnold und Constable 1881. 

Gainza, Martin de, span. Architekt und Bildhauer des 16. Jahrb., baute und 
schmückte mit Bildwerken um 1543 und 1561 in der Kathedrale zu Sevilla die Sacristia 
mayor, die Sacristia de los Calieos (im SpitzbogenstU), die Sala capitular und andere 
Bauten im Renaissancestil, namentlich die Capilla real daselbst (1651 — 55). 

Gaisser, Jakob Emannel, Genremaler, geb. 21. Nov. 1825 in Augsburg, dort 
anfangs Schüler von J h. Geyer, später auf der Akademie in München Schüler von 
Gärtner, Zimmermann und Schnorr. Seine oft humoristischen Genrebilder 
sind gewöhnlich sehr naturwahr und von kräftigem Colorit, z. B. Das Concert, Die 
Einquartirung, Heimliche Liebesbotschaft, Das unterbrochene Schachspiel, Abgefasst, 
Lupus in fabula, Coeur ä tout, Fatales Kartenspiel, Das Spiel um die Zeche u A. 



6 Orajani — Galimard, 

Oajani, Antonio, ital. Kupferstecher, f 1820, Schüler von Longhi, war 
Professor an der Akademie in Bologna. Die von ihm bekannten Stiche sind: Nach 
Ann. Carracci Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes und ein Cupido^ nach 
Perugino Maria Magdalena und nach seinem Lehrer Longhi das Bildniss des Staats- 
manns Baldassare Castiglione. 

Gajani, Egisto, s. Gaiani. 

Galanino, Baldassare, s. Alois!, Baldassare. 

Galantini, Ippolito, Pastell- und Miniaturmaler, geb. 1627 in Florenz, f 1706 
in einem Kloster bei Florenz, Schüler des Giovanni Battista, der ihn 1649 ver- 
anlasste, in den geistlichen Stand zu treten. Er malte Bildnisse und religiöse Bilder, 
die zu ihrer Zeit sshr gerühmt wurden. 

Galassi, Galasso d. Ae., ital. Maler aus Ferrara, geb. 1370, f 1438, Von 
ihm in der dortigen Pinakothek des Ateneo civico ein Bild Gottvater und der 
Gekreuzigte (um 1400). 

Galateri, Filiberto, ital, Landschaftsmaler, geb. 1846 in Cherasco (Sardinien), 
Schüler von Perotti, einem Schüler Calames. Als seine besten Landschaften 
vperden genannt : Schneesturm, Ansicht vom Lago Maggiore, Frühling, Sonnenstrahl, 
Das Thal Androsca, Herbstliche Trift (1886), Fallende Blätter (1887) u. A. 

Gale, William, engl. Maler in verschiedenen Fächern, geb. 1828 iii London, 
wurde 1841 Schüler der dortigen Akademie, wo er sehr bald mehrere Medaillen 
erhielt. 1862 und 67 machte er nach Italien, Syrien und Palästina, nach der Schweiz 
und 1876 und 77 nach Algerien Studienreisen, die seine künstlerische Entwickelung 
sehr förderten. Seit 1845 malte er Genrebilder, religiöse Historienbilder, Scenen aus 
dem Orient Landschaften und Bildnisse. In Eom entstanden z. B. ein Bild vom 
Karneval, der Gang zur Sixtinischen Kapelle u. A., dann infolge seines Aufenthalts 
im Orient Die Trauerstätte der Juden (1862), Der Einzug in Jerusalem (1867), Die 
Eückkehr des verlorenen Sohnes (1869), Abraham und Isaak auf dem Wege zum 
Opfer (1872), Verstossung der Hagar (1873). Dazu kommen die fein empfundenen 
Genrebilder Die Augen des Blinden (1873), Frühlingszeit im Orient (1874), Der Gang 
zur Prüfung (1875), Liebesgeschichte, Kriegsbeute, Interieur in Algier u. s. w. 

Galeotti, Sebastiano, ital. Maler, geb. 1676 in Florenz, f 1746, war dort 
Schüler von Alessand ro Gherardini und in Bologna von Giuseppe dal 
Sole. Er malte in Piacenza, Parma, Genua und Turin Oel- und Freskobilder von 
lobenswerther Zeichnung und kühnem Colorit. 

Galestruzzi, Giovanni Battista, ital. Maler und Kadierer, geb. 1618 in Florenz, 
t nadi 1661, bildete sich nach Francesco Furini und zeigte sich besonders ge- 
schickt in der Führung der Radiernadel. Unter seinen überaus zahlreichen Blättern 
nennt man als die besten : Das Pfingstfest, Die Apotheose des Homer nach der Antike 
im Britischen Museum, nach Polidoro da Caravaggio 5 Blätter mit der Geschichte 
der iMiobiden und 6 Blätter antike Waffen-Trophäen, nach A. Carracci Mercur bringt 
dem Paris den goldenen Apfel, 18 Blätter Tritonen und Seeungeheuer, 5 Blätter zu 
der Oper II Trionfo della pietä, und -die Abbildungen zu Agostinis Werk „Le gemme 
antiche" (1657). 

Galilei, Alessandro, ital. Architekt, geb. 1691 in Florenz, t 1737 in Eom, 
lebte in seinen jungen Jahren in England, und wurde vom Papst Clemens XII. nach 
Rom berufen, wo er als seine 3 Hauptwerke 1734 die grandiose Parade der Kirche 
S. Giovanni dei Fiorentini, zu der die Zeichnungen Michelangelos verloren gegangen 
waren, die 1735 begonnene Fagade von S. Giovanni in Laterano und als sein Meister- 
werk an Eleganz, Harmonie und Pracht die Kapelle Corsini in dieser Kirche baute. 

Galimard, Nicolas Auguste, franz. Maler, geb. 25. März 1813 in Paris, 
t 17 Jan. 1880 in Montigny les Cormeilles (Seine et Oise), bedeutender Schüler von 
Ingres und von F o y a 1 1 e r. Auf seine ersten 1835 beifällig aufgenommenen Arbeiten 
Ein Schlossfräulein des 16. Jahrb. und Die heil. Frauen am Grabe Christi, folgten 
1836 das allegorische BUd Die Freiheit stützt sich auf den Heiland und zahlreiche 
Andere für Kirchen, Kapellen und Privatgalerien, 1841 Nausikaa mit ihren 
Gefährtinnen, Die Ode, Die 1855 wegen ihrer zu grossen Nacktheit zurückgewiesene 
Leda, Der Sperling Lesbias, Die eifersüchtige Juno, ^nd unter den religiösen Bildern : 
Die heil. Jungfrau im Gebet un^ L'Ange aux parfums (Kirche in Pithiviers, Dep, 
Loiret), Der Segen spendende Christus (Kirche in Perigueux) Der Gang nach Emmaus 
(in St. Germain l'Auxerrois), Die Dreifaltigkeit (Hospital in Metz), Leben des 
heil. Landry (^in Tours) und zahlreiche Cartons zu GlasgemäldsD für die Kirchen 
St. Laurent und Saint© Clotilde und für eine Kapelle von St. Philippe du Eoule. Als 



(Jalindez — Gallegos. 7 

Kunst scbrittsteiler gfab er heraus Jas 1859 begonnene Werk „Les artistes contem- 
porains", eine Anzahl von Broschüren und Beiträgen zu mehreren Kunstjournalen. 
Er erhielt verschiedene Medaillen . 

Oalindez. Martin, spau. Maler, geb. 1547 in Haro, f 1584 als Karthäusermönch 
in Pauiar 'Prov Loj^'^rono), wo er eine Madonna del Rosario und naturwahre Bilder 
von Einsiedlern malte. 

Galioth, s. Nardoi». 

Öallait, Louis, Hauptbegrüuder der modernen belgischen Historienmalerei, 
geb. 10. März 1810 [ü. A. 9. Mai 1812) m Tournai, f 20. Nov. 1887 in Brüssel 
wurde trotz seines künstlerischen Talents für die juristische Laufbahn bestimmt 
und war bereits Advokat, als er diesen Beruf aufgab und in die Zeichenakaderaie 
seiner Vaterstadt trat, wo der damalige Direktor Henne quin sein hervorragendes 
Talent zu entwickeln verstand. Nach seinem ersten, noch im akademischen Stil 
gemalten Bilde Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist (1831), ging er nach 
Antwerpen, studirte nach Rubens und van Dyck und brachte 1833 als Gegenstück 
zum ebengenannten Bild Christus heilt einen Blinden (Kathedrale in Tournai i, das 
ihm die Mittel zu einem Aufenthalt in Paris verschaffte. Hier malte er unter Anderen 
die Bilder: Herzog Alba in den Niederlanden, Hieb und seine Freunde, und 1840 
das geistvolle Nachtstück der Eroberung von Antiochia durch Gottfried von Bouillon. 
Sein eigentlicher Ruhm datirt erst von dem Bilde der Abdankung Karls V. (1841, 
Museum in Brüssel), das ihn an' die .Spitze der ganzen belgischen Historienmalerei 
stellte und einen Triumphzug durch halb Europa hielt (vgl. Biefve). Nach der langen 
Periode farbloser und langweilig unbeholfener Walerei, erschien das Bild allerorts 
als eine wahre Offenbarung von leuchtendem Coiorit und glänzender Technik. Auf eine 
mehi'jährige Pause, in der er, nach Brüssel übergesiedelt, nur einige Bildnisse und 
kleinere Genrebilder schuf, folgte 1848 als sein zweites Hau])tbild Egmonts letzte 
Stunde 3. Juni 1568 (Nattoualgalerie in Berlin) Nachdem er 1850 für ein Künstler- 
fest in Brüssel, einen figurenreichen Triumph des Genius gemalt hatte, brachte er 
1851 das dritte Häuptbild Die Brüsseler Schützengilde erweist Egmont und Hoorc 
die letzten Ehren (Museum in Tournai). Damit war aber sein erfolgreiches Schaffen 
so gut wie zu Ende; es folgten zwar noch das tief empfundene Genrebild der 
slawischen Musikanten (Galerie Ravene in Berlin), eine ruhende Zigeunerin mit ihrem 
Kinde, der Gesang der Gefangenen, das i;)aturalistische Bild Johanna die Wahnsinnige 
(1856, Museum in Brüssel), Franz 1. bei dem sterbenden Lionardo da Vinci (1857). 
Simson und Delila, Bildniss des Papstes Pius IX., die Pest in Tournai (1862, Museum 
in Brüssel), Der Geiger (ebendaselbst), und Ander? jedoch kommt keines dieser 
lÄider seinen früheren Hauptwerken gleich. Er war Mitglied der Akademien von 
Brüssel und Parisj München und Berlin, Ritter der Ehrenlegion, Officier des Belg. 
Leopold-Ordens und des Ordens pour le merite ; zu seiner Ehre wurde ferner eine 
eigene Medaille geprägt. 

Galle, Cornelis d. Ae., Kupferstecher, geb. 1576 in Antwerpen, f 1656 
Sohn und Schüler des Philipp G., bildete und vervollkommnete sich in Rom, wo 
er seine besten Blätter stach. Es sind nach Rubens : Judith enthauptet Holofernes, 
Maria mit dem Kinde, die Anbetung der Könige, Ecce homo, der todte Heiland auf 
dem Schoss seiner Mutter, die vier Kirchenväter, Prokue zeigt ihrem Gatten Tereus 
das Haupt ihres Sohnes Itys, Tod des Seneca, Venus die Liebesgötter säugend ; nach 
van Dyck die Kreuztragung, und andere Blätter nach Vanni, Paggi und van Hoeok. 

Galle, Cornelis rt. J,, Kupferstecher, geb. 1600 in Antwerpen, Sohn und 
Schüler des Vorigen, aber diesem in der Zeichnung untergeordnet. Von ihm sind 
fast nur Bildnisse nach van Dyck vorhanden. 

Galle, Philipp, Kunferstecher, geb. 1537 in Haarlem, t 29. März 1612 in 
Antwerpen, wo er Schüler von Cornhaert war, 1570 in die Malergilde trat und 
später Kupferstichhandel trieb. Unter seinen Stichen, die denen seines Sohnes 
Cornelis d. Ae. nachstehen, sind viele nach A. von Moutfoort (Geschichte des Lot), 
auch nach Stradanus, Heemskerk, Fr. Floris u. A. 

Galle, Theodor, Kupferstecher, geb. um 1570 in Antwerpen, f 1633 das., 
Sohn und Schüler des Vorigen, arbeitete längere Z»t in Italien, von wo er 1600 in 
seine Vaterstadt zurückkehrte. Seine zahlreichen Stiche, melu-ere nach Stradanus, 
sind nicht von besonderem Werth. Er war mehr Kunsthändler als Künstler. 

Gallegos, Fernando, span. Maler, geb. in Salamanca, blühte in der 2. Hälfte 
des 15. Jahrb., Schüler von Pedro Berruguete, Vertreter der Richtung des 
Jan van Eyck in Spanien. Von ihm ein Triptychon in der Kathedrale seiner Vaterstadt, 



8 Gallegos — Gallori. 

als ?ein Hauptwerk in einer Kapelle der Kathedrale von Zainora ein aus 
6 Tafeln bestehendes Altarwerk (um 1470) und eins in der Sammlung der Akademie 
zu Valladolid. Zahlreiche religiöse Bilder im Museo de la Trinidad zu Madrid werden 
ihm zugeschrieben, sind aber zweifelhaft. 

Gallegos, Jos6, span. Maler, geb. 3. Mai 1859 in Xeres de la Frontera, bezog 
1876 die Akademie San Fernando in Madrid, wo er Schüler von M adr azo wurde un'^ 
Murillo und Velazquez studirte. 1880 nahm ex seinen Wohnsitz in Rom, malte ein 
grosses Bild Kriegsbeute, dann aber nur kleinere seelenvolle Genrebilder, z. B. 
Morgenandacht, Unterzeichnung eines Ehecontrakts und Chorknabe. 

Gralletti, Francesco, ital. Bildhauer, geb. 14. Juni 1833 in Cento, Schüler von 
Baruzzi in Bologna, nachher thätig in Rom. Von ihm die Bildwerke: Tobias und 
der Engel, eine Statue des Guercino in dessen Vaterstadt Cento, das Denkmal 
Savonarolas in Ferrara, die Statue der Hoffnung, die der Erminia Fusinato auf dem 
römischen Iriedhof und viele Bildnissbüsten und Reliefs. 

Qtallif Künstlerfamilie, die sich im 18. Jahrh. in Italien und Deutschland im 
Theaterbau und in der Theaterdecorationsmalerei auszeichnete und den Namen da 
B i b i e n a erhielt. Die namhaften Mitglieder dieser Familie sind : 

1) Galli, Alessandro, Maler und Architekt, f 1760, Sohn des Ferdinando G., 
malte am kurpfälzischen Hofe Oel- und "Wandbilder und baute 1733—56 die Jesuiten- 
kirch« in Mannheim in dem diesem Orden eigenthümlichen Stil. 

2) Galli, Carlo, Maler und Architekt, f nach 1769, Sohn des GiuseppeG., 
baute an verschiedenen deutschen Höfen, auch in Frankreich, England und Italien. 
Sein bekanntestes Werk ist in Baireuth das Opernhaus (1748), im Aeusseren in 
klassischen Formen, im Innern in phantasievollem Rococo. 

3) Galli, Ferdinande, Maler und Architekt, geb. 1656 in Bologna, f 1729 das., 
Sohn des Malers und Architekten Giovanni Maria G., Schüler von Cignani, 
vorzugsweise Theaterbaumeister und Decorationsmaler, wurde bei der Krönung 
Karls VI. zur Errichtung eines Theaters nach Prag berufen, kam an den Hof des 
Herzogs Ranaccio Farnese nach Parma und Kaiser Karls VI. nach Wien, wo er 
seine Kunst ebenfalls ausübte. Er schrieb: „Architettura civile" erschienen 1811, und 
„Varie opere di prospettiva" 1740. 

4) Galli, Francesco, Theaterarchitekt, geb. 1659 in Bologna, f 1739, Bruder 
des Vorigen, Schüler von Pasinelli und Cignani, war unter den Kaisern 
Leopold I. und Joseph I. stark beschäftigt und baute als sein schönstes Werk in 
Verona das Teatro Filarmonico. 

Galli, Antonio, Bildhauer des 19. Jahrh. in Mailand, bildete sich unter 
Torwaldsen in Rom und wurde in der Folge Rath der Akademie von Mailand. Von 
ihm : die Statuen von Jupiter und Apollo, Apollo unter den Hirten, Basreliefs (sämmtlich 
in der Villa Torloni? in Rom), die Statue der Liebesnärrin (1854), Statue des Graf 
Castiglioni (1855), Statuette des Christ. Columbus, Johannes der Tänfer auf dem 
Lamm schlafend (1858). 

Galli, Rizzardo, ital. Bildhauer, geb. 1839 in Nizza, lebt in Mailand. Unter 
seinen naturalistisch behandelten Bildwerken werden genannt: Die Bettlerin mit 
dem Knaben (1865), die Büsten einer Nonne und der Bescheidenheit, die Seifenblase 
(1881), Judith, Das Waisenkind, eine Büste der Eitelkeit, die Koketterie (1886). 

Gallimard, Claude, franz. Kupferstecher, geb. 1729 in Troyes, thätig um 1750 
in Rom, stach viele Blätter für Kupferwerke, nach de Troy Der keusche Joseph und 
die Königin von Saba, und ein Blatt nach Charles Nicolas Cochin. 

Gallimberti, Francesco, ital. Radierer, geb. 1755 in Venedig, f 1803, stach 
nach P. Veronese die Aufnahme der Hebe in den Olymp und nach Carpaccio auf 

9 Blättern die Geschichte der heil. Ursula und ihrer Jungfrauen (Akademie in 
Venedig). 

Galloche, Louis, franz. Historienmaler, geb. 24. Aug. 1670 in Paris, f 21. Juli 
1761 das., Schüler von Louis de Boulogne, erhielt 1695 für das Bild Die 
Söhüe Jacobs bringen ihrem Vater den Rock Josephs den ersten Preis, ging dann 
nach Rom und eröffnete nach 2 Jahreü in Paris eine Schule, deren erster Zögling 
Francois Lemoine war. Unter seinen dann folgenden Bildern ist besonders hervor- 
zuheben Hercules der dem Admet die Alceste zurückgibt, das ihm 1711 die Aufnahme 
in die Akademie verschaffte, an der er 1754 Kanzler wurde. Bis in sein hohes Alter 
malte er kirchliche und mythologische Bilder und Landschaften. 

Gallori, Emilio, ital. Bildhauer der Gegenwart, geb. in Florenz, besuchte die 
dortige Akademie und die in Neapel, und zeigte sich in seinen Bildwerken als krasser 



Galofre — Gandolli. 9 

Realist, der sich selbst vor den liässlichsten Motiven nicht scheut. So brachte er 
auf die Ausstelimig seiner Vaterstadt einen einäugigen Trunkenbold und den als 
Schauspielerin verkleideten Kaiser Nero in einem Ausbruch seiner Tollheit. In 
dergleichen Darstellungen zeigte er ein*^ meisterhafte Technik. Bei einer Concurrenz 
für die Reiterstatue Garibaldis in Rom trug er 1885 den ersten Preis davon. 

Gcalofre, Baldomero, span. Maler der Gegenwart, geb. in Barcelona, bildete 
sich auf der dortigen Kunstschule und seit 1873 in Rom. Er malte originelle Land- 
schaften von düsterem Charakter und dunklem Farbenton, aber auch heitere land- 
schaftliche Genrebilder, z. B. Der Schwur. Der Tag nach der Aushebung, Ave 
Maria u. A. 

Galofre y Coma, Jose, span. Historienmaler, f 10. Jan. 1877 in Barcelona, 
bildete sich in Rom, wo er in engem Verkehr mit Overbeck stand. Für die Königin 
von Spanien malte er als sein hedeutendstes historisches Bild eine Episode aus der 
Eroberung von Granada 1492. Gegen das Ende seines Lebens scheint er die Malerei 
aufgegeben zu haben. 

Galter, Leonhard, s. Gaultier, Leonhard. 

Gamba, Enrico^ ital. Historienmaler, geb. 3. Jan. 1831 in Turin, f im Oct. 
1883 das., mächte seine Studien in Turin, am Städelschen Institut in Frankfurt a. M. 
unter Steinle und in Rom und wurde Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. 
Sc'ne historischen Tafelbilder finden sich meistens in Piemont, seine Fresken im 
Dom zu Alessandria, in Chiari und in der Kirche S. Gioachino in Turin. 

Gamba, Francesco, ital. Marinemaler der Gegenwart, geb. in Turin, bereiste 
die Küsten des Mittelmeeres und der Nordsee und brachte von diesen Reisen treffliche 
Bilder in seine Heimath. Zu nennen sind darunter: Die Insel Helgoland (1880), Der 
Hafen von Genua (1881), Fluth bei Scheveningen, Die Dämmerung ; auch das Blumen- 
stück Der Blumenstrauss der Pfarrkinder. 

Gambara, Lattanzio, ital. Maler, geb. 1541 in Brescia, f 1573, Schüler des 
Antonio Campi und seines Schwiegervaters Girolamo Romanino. Von ihm 
in der dortigen Kirche S. Faustino eine Geburt Christi mit der Anbetung der Hirten 
und mythologische Fresken am Corso del Teatro in Brescia, ebenso 12 jetzt entstellte 
kirchliche Fresken im Dom zu Parma. 

Gambello, Vittore, genannt Cainelio, ital. BUdhauer, wahrscheinlich aus 
ViCenza, thätig in Venedig von 1484 — 1523. Von ihm in der dortigen Akademie 
2 Bronzereliefs mit Kampfscenen, im Chor von Santo Stefano die 12 Apostel und in 
den Nischen darunter je 2 Heilige. Er soll der erste gewesen sein, der Medaillen 
in Eisen oder Stahl geschnitten hat. 

Gamberelli, Antonio und Bernardo, s. Rossellino. 

Gambor^, Kand Frederik, Zeichner, geb. 30. Juni 1828 in Tikjöb (Dänemark), 
anfangs Weinhändler, besuchte 1848 die Akademie, wurde wieder Weinhändler, 
widmete, sich aber seit 1857 von Neuem an der Akademie seiner künstlerischen Aus- 
bildung. Er erwarb sich eine ungewöhnliche Fertigkeit als Zeichner und arbeitet 
seither für die illustrirten Blätter Dänemarks. 

Gamelin, Jacques, franz. Maler, Radierer und Arbeiter in Crayonmanier, geb. 
3. Oct. 1738 in Carcassonne, f 12. Oct. 1803. Von ihm die Blätter: Der Kinder- 
mord in Bethlehem, Christus heilt den Lahmen, Die -Auguren (1769), Alpenhirten, 
8 Blätter Schlachtenbilder (1791) und mehrere Bildnisse. 

Gampenrieder, Karl, Genremaler, geb. 1. Febr. 1860 in München, Schüler der 
dortigen Akpdemie unter Benezur, Alex. Wagner und W. Lindenschmit, 
bildete sich in Paris unter Bouguereau und TonyRobert-Fleury weiter aus. 
Bekannt wurden von ihm die Bilder Der Handkuss zur Zeit der französischen 
Revolution, Verhaftung der Gräfin Cosel an der Grenze, Bildniss der Prinzessin 
Elvira v. Bayern. 

Gandi, Giacomo, ital. Maler, geb. 1850 in Savigliano, bildete sich in Turin 
unter Castaldi und in Rom, wo er viele Jahre lebte und sehr gerühmte Aquarelle 
malte, unter denen wir nur nennen Eine blinde Fliege, Die kleinen Spieler, Scene 
im Park, Die Fastenzeit, Die abwesende Mama, Die Tabaksdose des Grossvaters, 
Ein Feind des Hauses, Ave Maria u. s. w. 

Gandini, Giorgio, ital. Maler, geb. 1489 in Parma, f 153S, Schüler von 
Correggio. Von ihm einige Bildnisse in der Pinakothek zu Parma. 

Gandolfl, Democrito, ital. Bildhauer, geb. 1797 in Bologna, Sohn des M au r o G., 
ein Bildhauer, dessen Büsten am meisten gerühmt werden. Im Hofmuseum zu Wien 
von ihm eine Gruppe Jakob imd Rahel am Brunnen. 



10 Gandolfi — Garbieri. 

C^aRidolflf Gaetaao, ital. Maler und Radierer, geb. 30. Aug. 1734 in S. Matteo 
della Decima im Boiognesischen, f 30. Juni 1802 als Professor an der Olementin. 
Akademie in Bologna, Schüler seines Bruders üb aide G. studirte in Vetiedig die 
Meisterwerke der dortigen Malei'schule und ging nacli Bologna, wo er mehrere Bilder 
der Carracci copirte. Von ihm in Sta. Maria della Vita daselbst eine Himmelfahrt 
der Maria, in S. Salvatore die Hochzeit zu Cana und in der Kirche der Girolomini 
zu Neapel das Martyrium des heil. Pantaleon. Unter seinen zahlreichen Kadierungeu 
sind die besten nach Nico, dell' Abbate die Anbetung der Hirten, nach Guido Eeni 
das auf dem Kreuz schlafende Jesuskind, Petrus und Paulus (1785) und die 
Erythräische Sibylle. 

Galtidolfl, Manro, ital. Kupferstecher, geb. 28. Sept. 1764 in Bologna," f (5. Jan. 
1834 das., Soün und Schüler des Vorigen, machte Reisen nach Frankreich und wurde 
dann in seiner Kunst Schüler von B e r v i c und später in England Schüler von Sharp 
und Bartolozzi. Dann kehrte er in seine Vaterstadt und 1816 nach Florenz 
zurück, malte auch wohl Bildnisse, zeichnete sich aber viel mehr durch zahlreiche 
treffliche Stiche aus. Zu nennen sind darunter: Nach Christofano Allori Judith mit 
dem Haupt des Holofernes (Palast Pitti) und das Jesuskind auf dem Kreuz schlafend 
(1819); Die heil. Magdalena nach Ann. Carracci, der sog. Tag nach Correggio (Gemälde- 
sammlung io Parma), Die heil. Cäcilia nach Raffael (Pinakothek in Bologna), dieselbe 
nach Gandolfi, Die Zauberin Circe nach Guercino, Die Erziehung des Amor nach 
Palagi, Susanna im Bade nach Santerre u. A. 

Öandolfl, Ubaldo, ital, Maler und Bildhauer, geb. 1728 in Bologna, .1.1781 das., 
Bruder des Gaetano G. , Schüler von Torelli und Ercole Graziani, hinter- 
liess ganz im Geist des Manierismus- befangene Malereien und Skulpturen. Als eines 
seiner Hauptwerk« gelten die. Propheten in S. Giuliano zu Bologna. 

11 Gandon, James, engl. Architekt, geb. 29. Febr. 1742 in London, f 24. Dee. 
1823 in Lucan bei Dublin, Schüler der St. Martins Laue Akademie und desWilliaiu 
Chambers in London, gab einen grossen Theil voä Campbeils ^ Vitruvius Britanniens" 
heraus, stellte zahlreiche Entwürfe in der Akademie aus, z. B. für die Börse in Dublin 
und für das Irrenhaus in London, errichtete als eihes seiner Hauptgebäude 1.791 das mit 
Statuen geschmückte Zollhaus in Dublin, kam 1797 nach London, fand hier aber 
mancherlei Schwierigkeiten und Hindernisse und zog sich 1808 auf seine Besitzung 
1)ei Dublin zurück. — Seine Biogr. herausgegeben von seinem Sohne erschien 1846. 

Oandy, James, engl. Bildnissraaler, geb. 1619 in Exeter, f 1689 in Irland, 
Schüler und Nachahmer des van D y c k , lebte längere Zeit im Dienste des Herzogs 
von Ormonde in Irland, wo er viele hervorragende Persönlichkeiten portraitirte. Seine 
Bilder standen denen seines Lehrers vaa Dyck nur wenig nach." Auch sein Sohn 
William G., f nach 1715 in Exeter, waf Bildnissmal elr. 

Gangeri, Lionardo, ital. Bildhauer, geb. in Messina, lebt in Rom, stellte seit 
1880 hier und in Turin seine Statuetten und Büsten aus, z. B. eine eherne Reiter- 
statuette des Xönigs Umberto, einen heil. Hieronymus (1881), Statue des Königs 
Victor Emanuel im Jagdcostüm (1883), eine gleiche der Königin Margareie, auch eine 
Idealfigur des Ackerbaues. 

Gangloff, Karl Wilhelm, Zeichner, geb. 1790 in Leutkirch (Württemberg;, 
t 16, Mai 1814 in Merklingen, machte schon in frülier Jugend phantasievolle Zeich- 
nungen, die grossen Beifall fanden, wurde 1813 Schüler von Dannecker in Stuttgai;t, 
starb aber schon bald nachher mit Hinterlassung vieler origineller, tiefgefühlter 
Zeichnungen aus den Nibelungen und aus der Bibel, 

Gantrel, Etienne, franz. Kupferstecher, geb. 1626 in Paris, t ua-ch 1704, stach 
viele Blätter nach N. Poussin, den Carracci, Lesueur und Guido Reni. 

Garavaglia, Giovita, ital. Kupferstecher, geb. 18. März 1790 in Pavia, f 27. April 
1-835 in Florenz, Schüler von Faustino Anderloni und .seit 1808 von Longhi 
auf der Akademie in Mailand. Unter seinen vielen trefflichen Stichen in Linienmanier 
Bind die bedeutendsten: Jakobs Zusammenkunft mit Rahel nach Appiani, David mit 
dem Haupt Goliaths nach Guercino, Hagar und Ismael in der Vtfüste nach Baroccio 
(Museum in Dresden), Herodias mit dem Haupt des Johannes nach Luini, die Madonna 
della Sedia nach Raffael (1828, Hauptblatt), das Jesuskind nach Maratta, Brustbild 
der Maria und Magdalena mit der Salbbüchse nach C. Dolci und einige Bildnisse. 
Unvollendet blieben seine Himmelfahrt Maria nach Guido Reni and eine Kreuzabnahme 
nach Gaud. Ferrari. 

Garbieri, Lorenzo, ital. Maler, geb. ^580 in Bologna, f 1654, Schüler und 
Nacheiferer des Lod. Carracci, malte vorzugsweis'e Schreckensscenen in der Art 



Garbo — Gareiü. 11 

des Caravaggio, wie sie noch in Mantua und Modena vorhanden sind, ebenso mit 
anderen Schülern von Lod. Carracci in S. Michele in Bosco zu Bologna Fresken aus 
dem Leben des heil. Benedict und der heil. Cäcilia. 

Garbo, Raffaellino del, eigentlich Raffaellino di Giovanni di Niccolh 
Capponi, ital. Maler der florentinischen Schule, geb. um 1466 in Florenz, f 1524 
das., Schüler des Filippino Lippi und nachher in Rom durch den Einfluss des 
Perugino weiter gebildet. Zu den besten Bildern seine ersten Zeit, die sich durch 
gemüthvoUe Auffassung und grosse Anmuth auszeichnen, gehören eine sehr graziöse 
Krönung der Maria mit zahlreichen Heiligen im Louvre, im Berliner Museum die 
3 Temperabilder: Thronende Maria mit dem Kinde und Heiligen, sein anmuthiges 
Bild einer Maria mit dem Kinde und 2 Engeln, und eine thi'onende Maria mit dem 
Kinde und Heiligen, ferner eine Auferstehung Christi in der Akademie zu Florenz, 
eine thronende Maaonna mit dem Kinde nebst Franziscus und Zenobius im Hospital 
Sta. Maria Nuova, St. Ignatiusf und St. Rochus in Sta. Maria Maddalena dei Pazzi und 
eine Madonna mit 2 Engeln und 4 üeiligen in S. Spirito (1505). Er soll gegen das 
Ende seines Lebens Handwerker geworden, verarmt und im Elend gestorben sein. 

Garcia Hidalgo, Jos6, genannt Castellano, span. Historienmaler und Radierer, 
geb. 1656 in Murcia, f um 1712 in Madrid, war anfangs Schüler von V i 1 1 a c i s und 
G i 1 a r t e, bildete sich später in Rom. nach den besten italienischen Meistern. 1674 kam er 
nach Madrid, wurde dort Hofmaler, war gegen das Ende seines Lebens für das 
Kloster S. Felipe Real stark beschäftigt und gab 1691 ein Werk „Principios para 
estudiar el arte de la Pintura" mit Radierungen von seiner Hand heaaus. 

Garcia Hispaleto, Don Manuel, span. IJ4storienmaler. der Gegenwart, geb. 
in Sevilla, bildete sich hier auf der Kunstschule und später in Rom. Ausser einigen 
Genrebildern malte er historische Darstellungen religiösen und mythologischen Inhalts. 
Von ihm eine Beerdigung des heil Chrysostomus (1864) und das Genrebild Auszug 
zum Stiergefecht (1871). 

Garcia Martinez, Don Juan, span. Historienmaler der Gegenwart, geb. in 
Calatayud (Aragonien), Schüler der Akademie Saft Fernando in Madrid, malte haupt- 
sächlich Bilder aus der spanischen Geschichte von tüchtiger Pinselführung, aber 
nicht immer geschmackvoll ' Wahl des Inhalts, z. B. Die Liebenden von Teruel 
(1859), Tod des Königs Don Sancho II. vor Zamora im J. 1072, Tod des Troubadours 
Macias, Karl II. als Zauberer (1876). 

Garcia de Miranda, Don-^uan, span. Maler, geb. 12. Sept. 1677 in Madrid 
t 8. Juni 1749 als Hofmaler des Königs, musste mit der linken Hand malen, war 
aber besonders als Bilderreataurator geschickt. Bilder von ihm in den. Kirchen von 
Madrid und Valladolid, im Museum de la Trinidad zu Madrid ein BUd der Geburt 
der Maria. 

Gardelle, Robert, Bildnissmaler und Radierer, geb. 1682 in Genf, t 1766, 
bildete sich in seiner Kun8t\ unter Largflliöre in Paris, malte BiWnisse am Hof 
in Kassel und in seinem Vaterlande und radierte 10 Blätter Ansichten von Genf. 

Gardin, GnlUanme dn, niederl. Bildhauer, der in der Mitte des 14. Jahrh. in 
Tournai in hohem Rufe stand. Von ihm sind noch vorhanden an den Wänden des 
Portals der dortigen Kathedrale die Geschichten der Schöpfung, des Sündenfalles und 
der Vertreibung aus dem Paradiese, der Propheten, und eine schöne, grosse Madonnen- 
statüe, ebenso in der Magdalenenkirche eine grosse Darstellung des englischen 
Grusses, In der besonders die Madonna von wunderbarer Schönheit ist. 

Gardiner, William Nelson, engl. Kupferstecher, geb. 11. Juni 1776 in DubHn, 
t 21. Juni 1814 in Lgndon durch Selbstmord. Er besuchte die Akademie seiner Vater- 
stadt, arbeitete als Nachahmer Bartolozzis für Illustrationen von Drydens Fabeln, 
für Hardings Ausgabe Shakespeares und de Grammonts Memoiren, war einige Zeit 
Geistlicher, wandte sich dann wieder zur Malerei von Bildnissen, verfiel aber in 
Krankheit und Noth. 

Gardner, Elisabeth Jane, amerikaai. Malerin der Gegenwart, geb. zu Exeter 
(New Hampshire), machte ihre Kunststudien in Paris unter Hugues Merle, 
Lefebvre und Bouguereau. unter ihren fein angelegten, mit tiefem Gefühl 
gemalten historischen und idealen Gestalten nennt man : Cornelia und ihre Kleinodien, 
Aschenbrödel (1872), Corinna (1874), Die Märchenerzählerin, Die Aussetzung- des 
Moses (1878), Ruth und Naemi. 

Gareis, Anton, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1837 in Prag, anfangs Schüler 
seines Vaters, eines Bildnissmalers, besuchte seit 1854 die dortige Akademie, bildete 
sich unter Engerth, machte dann Studienreisen nach Dresden, Wien und Ungarn 



12 Gaginoli — Garnier. 

und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Zu den besten seiner lebensvollen Genre- 
bilder gehören : Der Dreikönigsabend (1862), Auf der Kirmes, Wirthshausscenen, 
Sonntagsmusik im Banat (1868), Am Christabend (1871) und einige Cartons zu 
Shakespeares Lustspiel „Wie es euch gefällt". 

Garginoli, Domenico, genannt Micco Spadaro, ital. Historien- und Landschafts- 
maler, geb. 1612 in Neapel, f 1679, bildete sich unter Aniello Falcone und seinem 
Mitschüler SalvatorRosa, malte religiöse Bilder für Kircheb Neapels, Land- 
schaften und Genrebilder aus dem Leben seiner Zeit. Mehrere derselben im Museum 
seiner Vaterstadt, z. B. als eines seiner Hauptbilder Masaniellos Aufsiand in Neapel 
im Jahre 1647, eine Pestscene in Neapel (1656), ein Bursche mit einer Pfeife im 
Munde; Andere in der Galerie zu Schieissheim. 

Craribaldo, Marc Anton, niederländischer Maler, geb. im Juni 1620 in Antwerpen, 
t nach 1690, wurde 1651 Freimeister der dortigen Malergilde. Von ihm im Museum 
zu Antwerpen eine Flucht nach Aegypten und in der Kirche St. Gilles zu Brügge 
ein Bild des heil. Bernhard der dem Herzog Wilhelm von Aquitanien seine Christen- 
verfolgungen vorwirft (1690). 

Garnaud, Anteine Martin, franz. Architekt,, geb. 80. Nov. 1796, f 19. Dec. 
1861 in Paris, Schüler von Vaudoj^er und der Ecole des beaux-arts, erhielt 1817 
für sein Projekt eines Conservatoriums der Musik den grossen Preis, lebte 5 Jahre 
in Rom und errichtete dann in Toulon ein Denkmal für den Dauphin und die Armee 
in Spanien, in Gemeinschaft mit P r a d i e r ein Denkmal des Herzogs von Orleans in 
Versailles. 1856 gab er heraus einen „Essai sur le caractere ä doauer aux eglises 
du XIX5| siecle". 

Garner, Thomas, engl. Kupferstecher, geb. 1789 in Birmingham, f 14. Juli 
1868 das., Schüler von Lines, war einer der Gründer der Akademie von Birmingham, 
stach Manches für das „Art- Journal", auch nach Stothard, Horsley und Lawrence und 
als eines seiner besten Blätter das Allegro nach William Edw. Frost. 

Garneray, Ambroise Louis, franz. Marinemaler und Kupferstecher, geb. 19. Febr. 
1783 in Ronen, f 11. Sept 1857 in Paris, Schüler seines Vaters, des Bildniss- und 
Genremalers Jean Fr an CO is G., ging 1796 zur See nach Indien, nahm an mehreren 
Seegefechten Theil und gerieth 1806 in Gefangenschaft zu Portsmouth. worin er bis 
1814 verblieb. Während dieser Jahre wandte er sich wieder zur Malerei, stellte 1816 
sein erstes Marinebild aus, wurde 1833 Direktor des Museums seiner Vaterstadt und 
arbeitete später auch für die Porzellanfabrik in Sevres. Bilder von ihm in vielen 
Galerien Frankreichs, z, B. in Marseille die Seeschlacht von Navarin und die Schlacht 
bei Agosta. Er stach auch in Aquatinta viele Hafenbilder und gab eine solche 
Sammlung „Vues des ports et des cotes de la France" (1815—32) heraus. 1819 erhielt 
er eine goldene Medaille, der 1852 das Kreuz der Ehrenlegion folgte. 

Garnier, Antoine, franz. Kupferstecher der 1. Hälfte des 17. Jahrb., thätig in 
Fontainebleau um 1637—46, stach viele Blätter nach Primaticcio, Blanchard und Nie. 
Poussin. Zu den besten gehören; nach Blanchard Die Anbetung dör Hirten, Die 
Ruhe auf der Flucht nach Aegypten und Die heil. Familie, nach Poussin Acis und 
Galatea, nach Claude Vignon Die 4 Kirchenväter. 

Garnier, Etienne Barthelemy, franz. Historien- und Bildnissmaler, geb. 1759 
in Paris, f 1849, bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt und in Rom und 
malte in dem theatralischen Pathos seiner Zeit Scenen aus der griechischen und 
römischen Mythologie und Geschichte. 

Garnier, Francois, franz. Kupferstecher, geb. in der 2. Hälfte des 18. Jahrh. 
in Gouesnou (Finistere), war Schüler von Guerin und Bervic und stach als 
solcher viele treffliche Blätter, z. B. die sogenannte Vierge aux rochers nach L. da Vinci 
(im Louvre), Die Blinden von Jericho nach N. Poussin, Orpheus und Burydice nach 
Drolling, Raffael und Fornarina nach Picot, Das Grab zu St. Helena nach Gerard 
und einige Bildnisse. 

Garnier, Gustave Alexandre, franz. Bildhauer, geb. 15. Aug. 1835inLaSuze 
(Sarthe), war in der Plastik Schüler von D u r e t und in der Malerei von Y v o n. 
Seit 1859 stellte er gerühmte Bildnissbüsten und -Statuen aus, aber auch ideale 
Bildwerke, z. B. Schlafender Fischer, Knabe Oymbeln spielend. Die erste Erziehung 
(1865), David als Besieger Goliaths (1866), Der heil. Georg, Der Frühling u. A., ebenso 
unter den Büsten die des Physikers L6on Fourault (1874) und für das Hotel de Ville 
die eines türkischen Sultans, wofür ihm der türkische Medscliidieh-Orden verliehen wurde. 

Garnier, H., franz. Historienmaler der Gegenwart, brachte 1878 auf die Pariser 
Ausstellung als ein bedeutendes historisches Bild eine Apotheose Thiers', veranlasst 



Garnier — Garzi. 13 

durch den Staatsstreich vom 16. Mai 1877 und die damit verbundene Ovation des 
Staatsmanns. 

Grarnier) Hippolyte Jean Baptiste, franz. Kupferstecher in Aquatinta und 
Mezzotinto, geb. 1787 in Paris, stach nach Schopin 4 Blätter aus der Geschichte der 
Rebekka, nach Murillo eine Heil. Jungfrau, nach Rubens die Abnahme vom Kreuz, 
nach Isabey Virginia von den Wellen ans Land gespült, nach Beilange Napoleon 
nach der Schlacht bei Wagram, nach Gerard Das Grab Napoleons auf St. Helena, 
und andere Blätter nach Beaume, Court, Eugene Deveria u. s. w. 

öarnier, Jean Louis Charles, franz. Architekt, geb. 6. Nov. 1825 in Paris 
Mvidmete sich anfangs dem Modelliren und der Bildhauerkunst, trat 1842 in die 
Ecole des beaux-arts, wurde Schüler der Architekten Lebas und Leveil und 
erhielt 1848 für seinen Entwurf zu einem CoDservatorium der Künste und Gewerbe 
den grossen Preis für Rom. Hier bildete er sich weiter aus und studirte die Bau- 
werke Italiens, Griechenlands und eines Theils der Türkei. 1854 wurde er Hilfs- 
inspektor der Ai'beiten am Thurm St. Jacques la Boucherie und 1860 Architekt von 
2 Ari'ondissements der Stadt. 1861 erhielt er den ersten Preis für sein Projekt 
zum Bau der Neuen Oper in Paris, das in manchen Theilen verändert 1863 bis 1874 
zur Ausführung kam und das Hauptwerk seines Leben wurde, das im Innern mit 
grösster Pracht ausgestattet, aber im Ganzen ohne den Totaleindruck vornehmer 
Schönheit, von gedrückten Verhältnissen der Facade und überreichem plastischem 
Schmuck derselben. Später baute er noch ein mit grossem Luxus ausgestattetes Theater 
in Monaco und beschränkte sich im Uebrigen fast ganz auf architektonische Zeichnunger 
und Entwürfe, z.B. das Forum des Trajan (1849), der Tempel des Jupiter Serapis ii 
Pozzuoli (1851), die polychrome Restauration des Tempels der Minerva auf Aegina (1863) 
und auf schriftstellerische Arbeiten, z. B. „Memoires sur le temple d'Egine" (1856), 
„A travers les arts" (1869), „6tudes sur le theätre" (1871), „Histoire du Nouvel Opera 
de Paris" (1876 — 79, 10 Hefte) und zahlreiche kunstwissenschaftliche Aufsätze. 
1864 wurde er Ritter, 1875 Ofiicier der Ehrenlegion, 1874 Mitglied des Instituts. 

Oarnier, Jnles Arsene, franz. Genremaler, geb. 22. Jan. 1847 in Paris, 
t 25. Dec. 1889 das., begann^ 1865 seine künstlerische Ausbildung in Toulouse und 
trat 1867 zu Paris in die Ecole des beaux-arts als Schüler Ger 6m es, machte 
nachher verschiedene Studienreisen nach Holland, Spanien und Marokko und malte 
mit besonderer Vorliebe Stoffe aus dem Mittelalter, die sehr charakteristisch und 
ausdrucksvoll, aber auch oft unästhetisch und unzüchtig sind. Es sind seit 1869: 
Die Badende, Der Traum idams, Das Recht des Gutsherrn (jus primae noctis). Die 
Strafe des Ehebruchs, Le roi s'amuse. Eine Hinrichtung im 15. Jahrhundert, Die Ver- 
suchung (1879), Der Pfarrer von Meudon (1880) und mehrere Bildnisse. 

Garnier, Noel, einer der ältesten franz. Kupferstecher, thätig zwischen 1520 
und 1540. Seine Blätter von ungeübter Hand haben nur kunstgeschichtlichen Werth 
und zeigen, dass die Kupferstecherkunst in Deutschland damals viel höher stand als 
in Frankreich. Zu seinen seltenen Stichen gehören: 23 Blätter des grossen und 
23 Blätter des kleinen gothischen Alphabets, Der heil. Antonius (Copie nach Dürer), 
Triumph des Bacchus (Copie nach Pencz), Kampf dreier Männer (Copie nach 
H. S. Beham), Apollo mit den Musen (ebenfalls Copie). 

Garofalo, s. Tisi, Benvenuto. 

6arrard, George, engl. Thiermaler und Modelleur, geb. 31. Mai 1760, f 8. Oct. 
1826 in Brompton (London), Schüler von Gilpin und der Akademie in London, 
stellte seit 1781 Bildnisse von Pferden und Hunden aus, 1784 eine Ansicht des 
Hofes einer Brauerei, 1793 Die Schafschur, 1800 Modelle von kämpfenden Sti-^ren, 
Elennthier von Wölfen verfolgt, 1802 einen von Wölfen angegriffenen Bauen», 
Bildnissbüsten und andere plastische Werke. 

Garrard, Marc, s. Geerarts. 

Garrand, Gabriel Joseph, franz. Bildhauer, geb. 23. März 1807 in Dijon, 
Schüler der dortigen Kunstschule und seit 1827 der ifecole des beaux-arts in Paris, 
auch Schüler von Rüde. Infolge der Februarrevolutior wurde er Direktor der schönen 
Künste, verlor aber dieses Amt durch den Staatsstreich vom 2. Dec. 1851. Seine 
besten Werke sind: Junges Mädchen mit einer Ziege (1839), Die heil. Jungfrau 
mit, dem Kinde (1840), Bacchantin die einen Satyr erzieht (1841), Adam und seiue 
Familie (1845, im Garten des Luxembourg), Statue der Republik (1849), Das 
Geheimniss der Liebe (1863) und mehrere Bildnissbüsten. 

Garzi, Luif?i, ital Maler, geb. 1638 in Pistoja, t 1721, war anfangs 15 Jahre lang 
Landschaftsmaler und ging erst später unter Andrea Sacchi zur Historienmalerei 



14 Gascar — Gasser. 

über, worin er, auch den Pietro da Cortona und Lanfranco nachahmend, es zu 
grosser Vollkommenheit brachte. Bilder von ihm in Neapel, Rom, Fano und in 
seiner Vaterstadt. 

(xascar, Henri, franz. Bildnissmaler und Mezzotintostecher, g-eb. 1635 in Paris, 
t 1701 in Rom, lebte lange in England, wo er von der Herzogin von Portsmouth 
unter der Regierung Karls IL sehr begünstigt wurde, als Nebenbuhler Lelys erscheint 
und viele Bildnisse malte. Um 1680 verliess er England, wurde Mitglieid der Akademie 
und zog später nach Rom. 

Gfask, Anna Rosina, s. Lisiewska. 

Caspars, Jan Baptiste, Bildnissmaler, geb. in Antwerpen, f 1691 in London, 
kam während des grossen Bürgerkrieges nach England, wo er Gehilfe von Lely und 
Kneller wurde. Er malte einige Bildnisse des Königs Karl IL und eines des 
Philosophen Thomas Hobbes. 

Gasperini, Ei-cole, ital, Architekt, geb. 1771, f 1829 in Bolog-na, wurde hier 
Professor der Architektur und baute den dortigen Doppelbogen Meloncello und eine 
Kapelle auf dem Friedhofe. 

Gasse, Stefano und Lulgi, ital. Architekten, Zwillinge, geb. 8. Aug. 1778 in 
Neapel; Stefano, der bedeutendere von beiden, f 21. Febr. 1840, Luigi f 11. Nov. 
1833, gingen 178.5 nach Paris, wurden Schüler von Chalgrin und Labarre und 
erhielten den Preis für Rom, wo sie sich 5 Jahre weiter bildeten. Dann Hessen sie 
sich in Neapel nieder, wo sie 1819 dem astronomischen Observatorium seine jetzige 
Gestalt verliehen, die Villa Nazionale vergrösserten, 1819 — 25 den Palazzo del 
Municipio für sämmtliche Ministerien, die Banca Nazionale, die Börse, die neue 
Dogana und andere Bauten errichteten. St. war Mitglied der dortigen Akademie, 
des Instituts von Frankreich und der Akademie der englischen Architekten. 

Gassei, Lukas, niederländ. Landschaftsmaler, geb. um 1500 in Heimond 
(Nord-Brabant), daher auch von Helmond genannt, f um 1570, thätig in Brüssel, 
wo er ein Freund des Dichters und Malers Lampsonius war und reizende Land- 
schaften oft mit biblischer Staffage malte. Im Hofmuseum zu Wien von ihm eine 
phantastische Gebirgslandschaft mit der Staffage von Thamar und Juda (1548); 
andere Bilder von ihm in Privatbesitz. 

Gassen, Gottlieb, Historienmaler, geb. 2. Aug. 1805 zu Ehrenbreitsteiu, f 8. Juni 
1878 zu Koblenz, war Schüler von Cornelius in München, wo er 1827 seinen 
Wohnsitz nahm und einer der ersten Künstler war, die für König Ludwig die Fresko- 
malerei ausübten. So malte er unter den Bildern der Arkaden des Hofgartens nach 
Stilkes Entwurf Die Erstürmung der kölnischen Burg Godesberg dui'ch die Bayern 
1583, im Königsbaii im ersten Vorzimmer der Königin Fresken aus den Gedichten 
des Walther von der Vogelweide, ebenso einige Fresken nach C o r n e i i u s' Entwürfen 
in den Loggien der Alten Pinakothek und in einer gewissen einseitigen religiösen 
Richtung Malereien in der Dreifaltigkeitskirche zu Weissenthurm am Rhein ; Staffelei- 
bilder von ihm in dem städtischen Museum zu Koblenz. 

Gasser, Hans, Bildhauer, geb. 2. Oct. 1817 in Eisentratten (Kärnthen), f 24. April 
1868 in Budapest, schnitzte in seiner Jugend allerlei Heiligenbilder, die es ihm möglich 
machten, nach Wien zu gehen, wo er in die Akademie eintrat und Schüler von 
K 1 i e b e r und K ä h s s m a n n wurde. 1842 ging er nach München, setzte seine Studien 
unter S eh wanthaler fort und schuf eine Anzahl von Bildnissstatuetten. Seit 1847 
war er wieder in Wien tUätig, besonders in Grabdenkmälern, Bildnissstatuen, trefflichen 
Büsten und Idealgestalteu, unter den letzteren die 7 Figuren an der Fa?ade des 
Karltheaters, die Statue der Austria und andere allegorische Figuren am Commandanten- 
gebäude des Arsenals, am Bankgobäude und die Skulpturen der beiden Brunnen neben 
dem neuen Opernhause. Unter seinen Bildnissstatuen sind zu nennen die des Generals 
Weiden am Schlossberg in Graz, der Maria Theresia in Wiener-Neustadt, der Kaiserin 
Elisabeth im Elisabethbahnhof, des Schriftstellers Joseph von Sonnenfels auf der 
Elisabethbrücke, des Generals Hentzi in Budapest, das freilich nicht sehr gelungene 
Denkmal Wielands in Weimar, besonders gelungen die allegorische Figur des Donau- 
weibchens im Stadtpark zu Wien. 

Gasser, Joseph, Bildhauer, geb. 1818 zu Wallhorn in Tirol, Bruder des Vorigen, 
schnitzte schon mit 13 Jahren als Schüler seines Vaters, eines Holzschnitzers, Statuen, 
folgte 1839 seinem Bruder Hans nach Wien und wurde hier Schüler von Schaller, 
K 1 i e b e r und K ä h s s m a n n. Sein erstes Werk, eine Statuette Leopolds des 
Glorreichen, brachte ihm 1844 eine Pension für Rom, wo er 1845 — 49 eifrig nach 
der Antike studirte. Nach seiner Rückkehr waren sein erstes Werk 5 colossale Statuen 



Gassies — Gatti. 15 

für das Portal des Domes in Sj>eier und mehrere treffliche Medaillons. Bald nachher 
die Büsten eies Kaisers und der Kaiserin von Mexiko, 3 Statuen für das Arsenal in 
Wien, je 6 Statuen für die Paläste der Erzherzöge Wilhelm und Ludwig Victor, die 
Marmorstatuen 8er 7 freien Künste im Treppenhaus der Neuen Oper, die Statue 
Rudolfs IV. auf der Elisahethhrücke, Skulpturen für den Stephansdom, für den Dom 
in Linz und namentlich für die Votivkirche in Wien die Krönung der Maria, die 
Gruppe der Dreieinigkeit, eine Statue des Erlösers und Reliefs an den Portalen der 
West-Fagade. Neben allen diesen Arbeiten eatstanden noch Grabdenkmäler und 
kleinere Skulpturen. Er besitzt das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens und ist 
seit 1865 Rath der Wiener Akademie. 

Gassies, Jea^ Baptiste, franz. Maler, geb. 1786 in Bordeaux, f 1832 in Paris, 
wo er sich unter Vincent und La.cour bildete und Scenen aus der Bibel und 
aus der Geschichte Frankreichs malte. 

Grassner, Simon, Historien- und Landschaftsmaler, auch Radierer und Aquatinta- 
stecher, geb. 1755 zu Stetuberg in Tirol, bildete sich in Salzburg und in München 
und malte später in letzterer Stadt Landschäften in Wasserfarben und 'Zimmer- 
d^eorationen. 

Gastaldi, Andrea, ital. Historienmaler, geb. 1819 in Turin, t 1889 das., bildete 
sich in Paris und malte nachher grossartige historische Compositionen von charakter- 
vollen Gestalten und kräftigem Colorit, z, B. Tod Atalas, Savonarola, Vertheidigung 
Tortonas gegen Friedrich Barbarossa, eine Episode aus den Kriegen Ludwigs XIV. 
mit Italien, ein Büdniss des Papstes Bonifacius VIII. u. A. 

Gasteiger, Mattliias, münchener Bildhauer, geb. um 1870, Schüler von Eberle, 
liät sich bekannt gemacht durch eine Artemis, Figuren am Landtagsgebäude, und 
eine Brunnengruppe: Satyrsherme mit nacktem Knaben, die er 1894 der Stadt 
München schenkte. 

Gastineau, Henry, engl. Aquarellmaler, geb. 1791, t 17. Jan. 1876 in x^ondon, 
anfangs Kupferstecher, später Aquarellmaler, stellte seit 1818 seine geschmackvollen 
landschaftlichen Aquarelle aus, die ihn sehr populär machten, obgleich er kein Maler 
ersten Ranges war. 

Gaston-Guitton, s. Guitton. 

Gatley, Alfred, engl. Bildhauer, geb. 1823 in Cheshire, f 28. Juni 1863 in 
Rom, Schüler von Baily, sandte seit 1841 seine Werke, namentlich Bildnissbüsten, 
auf die Ausstellungen der Akademie. 1862 brachte er das Basrelief Pharao und 
seine Schaar, die Statuen der Nacht und des Echos und einige Löwen. Er starb 
aus Gram über den Mangel au Anerkennung .'deines Talentes. 

Gatta, Bartolomeo deHa, ital. Maler, geb. um 1408 in Arezzo, f 1491 das., 
wurde in einem Kloster zu Florenz gebildet, malte anfangs Miniatnrbilder und 
wandte sich, als er Abt von S. demente daselbst wurde, der grösseren Malerei und 
dem Fresko zu. Von ihm in der Pinakothek zu Arezzo ein Bild des heil. Rochus, im 
dortigen Dom ein von der Kirchenwand abgenoiumenes Fresko des heil Hieronymus 
in der Wüste. Später ging er nach Rom, wo er in der Sixtinischen Kapelle und 
1486 nach Öastiglione, w( er in einigen Kirchen malte. 

Gatteaux, Jacques Edouard, franz. Bildhauer und Medailleur, geb. 4. Nov. 
1788 in Paris, f 2. Febr. 1881 das., Schüler seines Vaters Nicolas Marie G., 
eines Medailleurs und des Bildhauers M j i 1 1 e, erhielt den grossen Preis für Rom 
und 1861 das Offizierkreuz der Ehrenlegion. Von ihm eine Bronzestatue der Minerva 
nach dem Urtheil des Paris (im Luxembourg), eine Brönzebüste Michelangelos (im 
Garten des Luxembourg) und eine Marmorstatue der Anna von Beaujeu. Er htnter- 
liess seine Kunstsammlungen, soweit sie nicht beim Brande des Institutsgebäudes 
187^1 zu Grunde gegangen waren, und seine Handzeichnungen dem Louvre. Er hatte 
v«r.<?chiedene Medaillen und war seit 1845 Mitglied de& Instituts. 

Gatti, Annibale, ital. Freskomaler, geb. im Sept. 1828 in Forli, lebt in Florenz 
wo er im Palast Favard Rinaldo und Armida mit 2 arabischen Heerführern malte 
ferner Moliere der seine Komödien vorliest (Oelbild), Lafayette und Washington. 
Lionardo da Vinci am Hofe des Lodovico Maria Sforza, Goldoni der eine seiner 
Komödien vorliest, Galilei und Milton, der Opernkomponist Paesiello und andere 
historische Personen. 

Gatti, Bernardino, genannt il Sojaro, ital. Maler, geb. 1495 in Pavia, f 1575 
in Parma, Schüler des Correggio, den er in der Zartheit und Abrundung der 
Figuren und im eigenthümlich süsslichen Colorit nachahmte. Viele BUder von ihm 
in Parma, Piaceuza und Cremona, z. B. in S. Pietro al Pö zu Cremona die Geburt 



Iß Gatti — Gauermann. 

Christi mit St. Petrus als Papst (1567), im Refektorium derselben Kirebe die figu*en- 
reiche wunderbare Speisung (1552), in S. Sigismndo die Himmelfahrt und die Auf- 
erstehung- (1553), Fresken in dei Madonna di Campagnp zu Piacenza, in der Haupt- 
kuppel der Madonna della Steccata zu Parma ; auch ein Altarbild der KreuzigTing im 
Dom zu Parma. 

Gatti, GerTPsio, genannt il Sojaro, ital. Maler, Neffe und Schüler des Vorigen, 
arbeitete in der Kunstweise seines Lehrers und des Corregg^o, z. B. in dem Bilde 
des heil. Sebastian (1578) und des Ma;-tyriums der heil. Agata (1608) in deren Eir'-he 
zu Cremona. 

Gatti, Oliviero, ital. Maler und Kupferstecher, geb. in Piacenza, Schüler des 
Ag. Carracci und des Valesio, thätig in Bologna während der 1. Hälfte des 
17. Jahrb., malte gut componirte, aber nicht immer richtig gezeichnete Bilder. Unter 
seinen Stichen in Linienmanier sind bedeutend: St. Hieronymus nach Ann. Carracci 
(1602), Maria das Kind umarmend nach Garbieri (1625), Der Engel tröstet Hagar in 
der Wüste, die Heil. Familie mit 2 Engeln und St. Rochus auf den Knieen vor 
seiner Hütte. 

Gaü, Franz Christian, Architekt, geb. 15. Juni 1790 in Köln, f 31. Dec. 1853 
in Paris, trieb zunächst gelehrte Studien und ging dann 1812 nach Paris, wo er 
sich unter D ehr et und Lebas der Architektur widmete. 1814 ging er nach Italien 
and durchforschte die Ruinen von Pompeji, so dass er später zu Mazois Werk „Les 
ruines de Pompeji" (1838) den Schlussband liefern konnte. 1818 und 1820 bereiste er 
Palästina, Aegypten und Nubien und liess das Prachtwerk „Antiqnit6s de la Nubie" 
(1824, deutsch 1821- -28, 13 Hefte mit Text von Niebuhr) erscheinen, das ihm einen 
bedeutenden Namen machte und wofür ihm 1825 das Kreuz der Ehrenlegion ver- 
liehen wurde. Von 1824—48 war er Direktor der Architekturschule in Paris. Seine 
Bauwerke sind in Paris die Restauration der kleinen Kirche St. Julien le Pauvre und 
des Presbyterlums der benachbarten Kirche St. Severin, der Bau der Barriere de 
1' Enfer und als sein hervorragendstes Hauptwerk die nach seinem Entwürfe erbaute, 
nach seinem Tode mit wesentlichen Veränderungen vollendete Kirche Ste. Clotilde 
modern-gotliischen Stils (1846—57) 

Gaub^rt, s. Gobert. 

Gaucher, Charles Etienne, franz. Kupferstecher, geb. 1740 in Paris, f 1804, 
Schüler von B a s a n und Lebas, stach in Ueinem Format nach eigenen Zeichnungen 
Bildnisse bekannter Personen und ein grösseres Blatt mit 2 tanzenden Nymphen 
nach V. d. Werff. Mehr leistete er als Kunstschriftsteller, z. B. im „Essai sur l'origine 
et les avantages de la gravure" (1798) und „Essai sur l'observation du costume 
national relativement aux arts" (1798). 

Gancherel, L^on, franz. Radierer und Maler, geo. 20. Mai 1816 in Paris, 
t 7. Jan. 1886, war anfangs Schüler von Vi olle t-le-Duc, mit dem er Italien und 
Sizilien bereiste. Zunächst zeichnete und stach er kirchliche Skulpturen, z. B. den 
prachtvollen Reliquienschrein des heil. Eleutherius in Tournai, seit 1844 auch zahl- 
reiche landschaftliche und architektonische Blätter für Kunstzeitschriften und nach 
Künstlern der ver.«f>biedensten Richtung, z. B. nach Meissonier, Dupre, Diaz, Hobbema 
und Turner.' Unter seineu Atiuarellen von grosser Naturwahrheit werden genannt: 
Wohnhaus des Tintoretto in Venedig, Ansicht der Stadt Saintes, Abend in Arromanches 
(Dep. Calvados), Ufer des Adour bei Sonnenuntergang (1875) u. A. Er erhielt ver- 
schiedene Medaillen und wurde 18G4 Ritter der Ehrenlegion. 

. Gaudin, el P. Luis Pascual, ital. Maler, geb. 1566 in Villafranca bei Nizza, 
t 1821, lebte bis 1594 als Geistlicher in Sardinien. Als Maler biblischer Scenen und 
Personen von trefilicher Zeichnung und Färbung war er in Grenoble und in mehreren 
Städten Spaniens thätig. 

Gauermann, Friedrich, Landschafts- und Thiermaler, geb. 20. Sept. 1807 in 
Miesenbach (Niederösterreich), t 7. Juli 1862 in Wien, Sohn und Schüler des 
Jakob G., studirte mehr nach de- Natur auf seinen vielen Reisen in den Gebirgen 
von Steiermark, Salzburg und Tirol Seine mit Menschen- und Thierfiguren staffirten, 
zahlreichen Landschaften bilden stets ein malerisches Ganzes von grosser Natur- 
wahrheit und vollendeter Durcnftihrung. Zu den schönsten gehören die 4 im Hof- 
museum zu Wien : Ein Bauern')ursche und ein Mädchen rasten auf dem Felde (1829), 
Pflügender Ackersmaou (1834), Einschiffung bei der Heimkehr von der Alpe (1834), 
und Schmiede (1841), in der Nationalgalerie zu Berlin Brunnen in Tirol (1852) und 
Dorfschmiede im Salzburgischeu (18 j3), Andere in den Museen zu Leipzig und Hannover, 
im Besitz des österreichischen Kaisers, 'n den Galerien Arthaba nnd Liechtenstein. 



GauermaTin — Gause. 17 

beim Baron Rothschild und in sonstigem Privatbesitz. Viele derselben wurden durch 
Chromolithographie vervielfältigt. Er lieferte auch 23 trefilich radierte Thierhilder 
eigener Composition,, sowie 3 Steindrucke. 1836 wurde er Mitglied der "Wiener 
Akademie; 1847 erhielt er den luxemburgischen Orden der Eichenkrone. 

Ganermann, Jakob, Landschafts- und (Jienremaler, geb. 1773 in Oeffingen bei 
Cannstatt, f 27. März 1843 in Miesenbach, Vater des Vorigen, war anfangs Stein- 
hauer, besuchte dann die Karlsschnle in Stuttgart und trat 1798 in die Akademie 
zu Wien. 1802 bereiste er Tirol, 1811 Steiermark und wurde 1818 Kammermaler 
des Erzherzogs Johann, für den er zahlreiche Ansichten aus Steiermark malte. Unter 
seinen Bildern nennen wir eine obersteirische Köhlerfimilie, eine Landschaft mit 
Hermann und Dorothea und einen schwäbischen Baujerntanz (Aquarell). Man hat von 
ihm auch eine grosse Zahl landschaftlicher Radierungen. 

G^auffler, Louis, franz. Historienmaler, geb. 1761 in La Rochelle, t 20. Oct. 
1801 in Florenz, Schüler von Hugues Taraval, trug 1784 für sein Bild Das 
Cananäische Weib den grossen Preis davon. Seine beiden Hauptbilder sind im Louvre 
Cornelia die Mutter der Gracchen. (1792) und 3 junge Männer erscheinen dem 
Abraham und verheissen ihm dass Sarah einen Sohn gebären werde (1793). Andere 
Bilder von ihm sind: Jakob und die Töchter Labans (1786), Kleopatra (1788) und 
Hephästion (1789). 

Qaugain, Thomas, franz. Kupfterstecher in Punktirmanier, geb. 1748 in Abbeville, 
t um 1805 in London, wohin er schon in jungen Jahren kam und Schüler von 
Houston wurde. Zu seinen besten Blättern gehören: die Bildnisse der im Schiif- 
bruch des Centaur geretteten Mannschaft und Tod des Prinzen Leopold von 
Braunschweig, beide nach Northcote, Maria Stuart empfängst ihr Todesurtheil nach 
Stothard, Letzte Zusammenkunft Karls I. mit seinen Kindern nach Benazech, und 
andere Stiche nach Barnay, Milbourne, Reynolds und Nollekens. 

Gaui, Franz, Medailleur, geb. 27. Juni 1802, t 1874 in Wien, machte sich 1842 
bekannt durch eine Medaille auf Fanny Eisler, und eine solche mit Hagar in der Wüste 

Ganl, Oastav, Bildnissmaler, geb. 6. Febr. 1836 in Wien, f 7. Sept. 1888 in 
Hinterbriihx bei Mödling, war 4 Jahre lang Schüler der Akademie in Wien unter 
R a h 1, bereiste Deutschland, Holland, Frankreich und Italien, studirte die Bilder von 
Rubens, Rembrandt und der Venezianer und bildete sieb danach zu einem tüchtigen 
Coloristen in seinem Fache. Viele seiner Bildnisse sind aus den Kreisen der Schau- 
spieler und Musiker. Auch als Monumentalmaler that er sich hervor und malte die 
Deckenbilder im Tanzsaal des Palais Todesco in Wien, sowie die Temperabilder in 
der Villa Wanda bei Gmunden (1871). Im Museum zu Köln von ihm das Bild 
Francesca da Rimini neben Paolo sitzend während Lanzelot mit gezücktem Schwert 
hereinstürzt (1860). 

Oaulli, Giovanni Battista, genannt il Baciccio, ital. Maler, geb. 1639 in 
Genua, f 1709, war dort Schtiler von Borzone, kam aber schon früh nach Rom, wo 
er sich mit reicher Erfindungsgabe und fast zu grosser Handfertigkeit ganz nach 
der Weise Berninis richtete. Eines seiner Hauptwerke sind die meisterhaften 
Barockmalereien an der Decke der Kirche U Gesü in Rom, darstellend den Triumph 
des Namens Jesu. 

Gaultier (Galter), Leonhard, Kupferstecher, geb. um 1661 in Mainz, f um 
1630 in Paris, wahrscheinlich Schüler von Delaune. Seine besten bekannten Blätter 
sind : Die heil. Familie nach Andrea del Sarto, Das jüngste Gericht nacL Michelangelo, 
Die Schmiede der Cyclopen nach Jean Cousin (1581), Die Krönung der Königir 
Maria von Medicis (1610), Die Ermordung Heinrichs IV., König Heinrich III. zu 
Pferde, Heinrich IV. eine Hydra zu Boden streckend, 6 Mitglieder der Familie Harcourt 
und viele andere Bildnisse. 

Gaultier« Pierre, Kupferstecher des 18. Jahrb., t nach 17G2, liess sich in 
Neapel nieder wo er viel nach Solimena stach, z. B. die Geschichte der Bathseba, 
einen Ecce homo, Kampf der Centauren, Sieg Alexanders d. Gr. über Darius. 

Ganpp, Gustav, Historien- u. Bildnissmaler, geb. 19. Sept. 1844 iu Markgröningen 
(Württemberg), anfangs Lithograph, kam 1870 auf die Akademie in München und 
1873 in das Atelier Pilotys, dessen Colorit er nachahmte. Mit Glück debütirte 
er 1876 mit der Brandschatzung eines Klosters durch Landsknechte. Er malte auch 
treffliche Bildnisse, z, B. das des. Hofmalers Riedmüller. Später ging er zum Studium 
der alten Meister auch nach Italien. 

Gause, Wilhelm, Genremaler, geb. 27. März 1854 iu Krefeld, Schüler der 
Akademie in Düsseldorf, liess sich in Währing bei Wien nieder. Bekannt wurden 
Allgemeinea KünstleoLexioon . 5. Aufl. 2. Band. 2 



18 Gautherin — Gavarni. 

von ihm die Gouachebildei- : Ein bulgarischer Abg'eordneter vor seinen Wählern, und 
Wettrennen in der Freudenau. 

Gautherin, Jeaii) franz. Bildhauer, geb. 1847, f 21. Juli 1890, wurde 1878 
3,uf der Auistellung bekannt durch seine meisterhafte Gruppe der Vertreibung von 
Adam und Eva aus dem Paradiese. 

Gantlterot, Claude, franz. Historienmaler, geb. 1765 in Paris, f 1825, Schüler 
von David, malte mit Vorliebe und in einem hohen Grade von Vollkommenheit 
pathetische Scenen, z. B. Atala die von ihrem Geliebten zur Ruhestätte getragen 
wird, Pyramus und Thisbe, Napoleon hält auf der Lechbrücke bei Augsburg eine 
Anrede an seine Truppen (Histor. Museum in Versailles). 

Gautli er, Charles, franz. Bildhauer, geb. 7. Dec. 1831 in Chauvirey le Chätel 
(Haute Saön ), f 8. Jan. 1891 zu Paris, Schüler von Jouffroy in Paris, arbeitete 
vorzugsweise in idealen Bildwerken, unter denen wir nur hervorheben : Hagar in der 
Wüste, St. M tthäus (1866), eine Statue der Andromeda (1875), der Triumph Prankreichs 
(1876, als lllarmorstatue), eine Statue für das Foyer der Neuen Oper in Paris und 
4 Knabenfiguren füi' die Fontaine auf dem Platz des Theatre francais. Er errang 
sich verschiedene Medaillen und wurde 1872 Ritter der Ehrenlegion. 

Gautier, Jean, franz. Mezzotintostecher der Gegenwart, lebt in Paris, stach 
Die Trennung der Apostel nach Gleyre, Die wunderbare Speisung nach Dubufe, 
Bonaparte den St. Bernhard überschreitend nach P. Delaroche, nach Robert Die 
Schnitter in den Pontinischen Sümpfen und Die Rückkehr vom Fest der Madonna 
dell' Arco (beide im Louvre , 

Gantier d'Agoty, Edouard, franz. Kupferstecher, geb. 1745 in Paris, f 1788 
in Florenz (?), zweiter Sohn und Schüler des Jacques Fabien G., war, wie dieser, 
besonders Kupferstecher in Farbendruck. Jedoch gelangen auch ihm seine Arbeiten 
nicht besonders, so dass er enttäuscht, besonders aber von der Theilnahmslosigkeit 
seines Vaterlandes entmuthigt, sich nach Italien zurückzog. Hier scheint er mindestens 
einen Schüler gehabt üu haben, denn eine Reihe seltener mit „Lasinio" bezeichneter 
Blätter sind ganz in seiner Manier gehalten. Er stach Bathseba im Bade nach Le 
Moine, die Madonna della Sedia nach Raffael, Die Ruhe in Aegypten nach Correggio, 
Der sterbende Franciscus von Assisi nach van Dyck, Venus im Meere stehend nach 
Tizian, M24- du Barry und ein lebensgrosses Bildniss der Marie Antoinette. 

Gautier d'Agoty, Jacques Fabien, Maler, Kupferstecher in Farben, Anatom 
und Schriftsteller, geb. gegen 1717 in Marseille, f 1785 in Paris, wohin er 1737 kam. 
Er hatte ein selbständiges System des Farbendrucks erfunden; da aber Leblond das 
Privileg hatte, verband er sich zuerst mit ibjn blieb aber nur sechs Wochen im 
Jahre 1738 mit Leblond zusammen. Nach dessen Tod (1741) veröffentlichte er sein 
eigenes Verfahren (das auf einem Vierfarbendruck beruhte, indem er zu den Leblondschen 
noch die schwarze Platte zuzog) in „Lettre sur le nouvel art . . ." 1749. Zu dieser 
Zeit hatte er schon mehrere Gemälde vervielfältigt und war eben mit den 46 Platten 
eines anatomischen Werks beschäftigt. 1770 fing er die „Galerie Frangalse'^ mit 
seinem Sohne au, eine Bildnissfolge, von der nur zwei Lieferungen erschienen. Er 
starb 1785, wie man sagt, aus Gram darüber, dass die Akademie zu Dijon, in Folge 
von Streitigkeiten, ihn aus der Mitgliederliste strich. 

Gavagnin, Leonardo, ital. Historienmaler, geb. 1809 in Venedig, war dort 
Schüler von P o 1 i t i , bildete sich nach den grossen Meistern der dortigen Schule, 
und malte trefilich gruppirte, glänzend colorirte historische Bilder. Solche sind z. B. 
Die Erscheinung des Herrn vor Abraham (im Mechitaristenkloster zu Venedig), Der 
heil. Antonius von Padua (in S. Giacomö di Rialto das.), andere in der Akademie von 
Venedig und in Privatbesitz. 

Gavagnin, Napoleone, ital. Historienmaler, geb. 1840 in Venedig, Schüler der 
dortigen Akademie. Bekannt wurden von ihm die Bilder: Scene aus dem Leben 
des Marco Visconti, Niccolö de' Lapi weiht während der Beerdigung seines ersten 
Sohnes den zweiten Sohn dem Vaterlande, Ariost liest dem Tizian seinen Orlando 
furioso vor, ferner auch einige Genrebilder. 

Gavagnin, Natale, ital. Maler, geb. 1851 in Venedig, besuchte die dortige 
Akademie und widmete sich vorzugsweise der Landschaft aus Venedig und deren 
Umgegend, malte aber auch 1878 ein grosses Bild von dem Einzüge des Kaisers 
Franz Joseph und Victor Emanuels in Venedig. 

Gavarni, Paul, eigentlich Guillaume Sulpice Chevalier, franz. Zeichner und 
Illustrator, geb. 13. Jan. 1801 in Paris, | 23. Nov. 1866 in Auteuil, war anfangs 
Mechaniker, begann seine öffentliche Thätigkeit 1828 in Paris für einen Bilderhändler 



Gavarni — Gazin. 19 

unter dem Namen G. von einem Dorf in den Pj'renaen, aus dem er seine ersten 
Zeichnungen datirte. Als Leiter des Modejournals „Les gens du monde" brachte er 
eine Eeihe von Lithographien, die das leichtfertige, tolle Leben der Pariser Jugend 
behandelten. Noch glänzenderen Erfolg hatte er seit 1837 mit seinen Zeichnungen 
für den „Charivari" und mit der „Illustration", worin er neben novellistischen und 
komödienartigen Scenen auch düstere Züge aus dem Leben der Menschen, Katastrophen 
und tragische Conflicte darstellte, die er mit den pikantesten Legenden und Er- 
klärungen versah. Dieselbe Thätigkeit setzte er seit 1847 einige Jahre in London 
für die „lUustrated London News'- und für das Journal „Gavarni in London" fort, 
wo er infolge der Schilderungen des Elendes in den unteren Schichten der Bevölkerung 
seine gute Laune verlor, die er später auch in Frankreich nicht wieder fand. Aber er 
blieb ein scharf beobachtender Sittenmaler, der stets die Grenzlinie zwischen Carricatw 
und ernster Sittenschilderung einzuhalten wusste. Seine sämratlichen Zeichnungen 
würde» über 30 Folianten füllen. Eine Auswahl derselben mit Text von Jules Janin, 
Gautier, Balzac u A. erschien unter dem Titel „Oeuvres choisies de G." (1845—48, 
4 Bde.), eine andere Sammlung als „Perles et parures par G." (1850, 2 Bde.;. — Seine 
Biogr. von Goncourt (1873). 

Gavarni, Pierre, franz. Aquarellmaler der Gegenwart, geb. in Auteuil, Sohn 
und Schüler des Vorigen, schilderte in ähnlicher Weise Avie sein Vater das moderne 
Leben der Franzosen, ist aber als Maler in seineu Aquarellen etwas schwerfällig 
und eintönig. 

Gavasetti, Caraillo. ital. Maler, geb. in Modena, f jung 1628, Schüler seines 
Vaters Stefano G., eines Miniaturmalers, bildete sich nach den Carracci. Von ihm 
in Piacenza Fresken aus der Apokalypse an der Decke des Chors von S. Antonio, 
und Fresken in der Madonna di Campagna. 

Gavin, Robert, engl. Maler, geb. 1827, f 5. Oct. 1883 in London, seit 1854 
Genosse der schottischen Akademie, wo er viele Jalire lang seine Landschaften aus- 
stellte, die viel Beifall fanden. 

Gawen, Joseph, engl. Bildhauer der Gegenwart, Schüler von B ebnes und 
Schüler und Gehilfe von F o 1 e y, machte sich bekannt durch eine Statue des Guten 
Hirten an der Aussenseite der, für die Taubstummen erbauten St. Saviourskirche in 
der Oxford-Street in London. Er ist taubstumm. 

Gay, Edward, engl. Landschaftsmaler, geb. 1837 in Irland, bildete sich zunächst 
in Albany unter dem Einfluss von James Hart und von Boughton, debutirte 1860 
mit einer Landschaft, lebte dann von 1862—67 in Karlsrahe als Schüler von 
Schirm er und Lessing. Dann Hess er sich in New- York nieder. Unter seinen 
Landschaften, grossentheils Aquarellen, worden genannt: Ein später Nachmittag 
(1870), Die Schnitter (1875), Eine ruhige Stunde (1876), .Nebeliger Morgen am See, 
FrühHngsmorgen (1877) u. A. 

Gay, Walter, amerikan. Maler der Gegenwart, Neffe des William Allan G., 
begann seine Thätigkeit in Boston als Blumenmaler, bildete sich seit 1876 in Paris 
unter Bonnat weiter und stellte seitdem seine Landschaften und Genrebilder in 
Philadelphia aus. 

Gay, William Allan, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 19. Aug. 1821 in 
Massachusetts, Schüler von T r o y o n in Paris, lebte eine Zeitlang in Frankreich und 
Italien und liess sich in Boston nieder, wo er seit 1877 zahlreiche einfache, natur- 
wahre Landschaften aus Amerika, Frankreich, Holland, Italien und Aegypten aus- 
stellte. 

Gayrard, Raymond, franz. Bildhauer und Medailleur, geb. 1771 in Rodez 
(Dep. Aveyron), f 5. Mai 1858 in Paris, Schüler von Boizot und T a u n a y, machte 
sich bekannt durch seine Statue des Marschalls Soult für den Schlosshof in Versailles 
(1841), schuf auch mehrere Reliefs für den Gerichtshof seiner Vaterstadt und sonstige 
allegorische Bildwerke. 1853 wurde er Ritter der Ehrenlegion. 

Gaywood, Robert, engl. Kupferstecher, geb. um 1632. f um 1711, Schüler 
von W. Hollar, stach viele Bildnisse und einige Thierbilder. Zu den besten seiner 
seltenen Blätter gehören eine liegende Venus nach Tizian, nach van Dyck die 
Bildnisse der Margaretha Lemon, der Elisabeth Harvey und der Gattin van Dycks, 
6 Blätter Vögel nach Barlow, Löwen und Leoparden nach Rubens und mehrere 
Bildnisse. 

Gazin, Pace, ital. Bildhauer aus Genua, schuf in reichem Renaissancestil das 
Grabmal der Catarina de Ribera für die Karthause von Sevilla, jetzt in der dortigen 
Universitätskirche . 



20 öebauev — Gebier. 

Gebauer, Christian David, Thiermaler und Radierer, geb. 14. Oct. .1777 in 

Neusalz (Reg -Bez. Liegnitz), f 15. Sept. 1831 iu Aarhus, bildete sich auf der 
Akademie' in Kopenhagen, war seit 1800 Schüler von Lore ntzen, malte Land- 
schaften und Thiere und ging 1813 nach Dresden, wo er auch militärische Bilder 
und Scenen aus dem Kosackenleben malte und 1815 Mitglied der Akademie wnrde. 
Mehrere seiner Bilder von Pferden und Hunden in der Galerie zu Kopenhagen 
Auch seine Radierungen nach eigenen Compositionen sind Landschaften und Thierstücke. 

Oebhard, Wolf Magnus, Landschaftsmaler und Radierer, thätig von 1720—50 
in Nürnberg Man kennt von ihm das Blatt Die Opferung der Iphigenia, eine Folge 
von 7 Blättern grosser und von 8 Blättern kleiner Landschaften, 

Gebhardt, Friedr. Wilhelm, Landschaftsmaler, geb. 30. Nov. 1827 in Meissen, 
Schüler der Akademie in Dresden und Atelierschüler Ludwig Richters, seit 
1874 Zeichenlehrer am Gymnasium zu Neustadt-Dresden. Von ihm wurden bekannt 
die Bilder Das Marienfest bei Karlsbad und Ein Schlossherr empfängt in seinem 
Saal drei Abgesandte die eine Botschaft bringen. 

Gebhardt, Karl, Historienmaler, geb. 1860 in München, zeigte ein frühreifes 
KuDsttalent, wurde 1876 Schüler der dortigen Akademie unter Löff t z undnaihher 
unter Lindenschmit. Er malte grossartige Scenen der antiken Poesie : Hero und 
Leander (1879, Kunsthalle in Hamburg), Loki und Sigyn (1880), Die Werbung des 
Sängers (1882), dann nach einer Reise in Italien das grosse Bild Virginia (1883), 
und Eva vor der Leiche Abels (1883). 

Gebhardt, Karl Franz Eduard von, Historienmaler, geb. l.|13. Juni 1838 zu 
St. Johann (Esthland), widmete sich 1855—57 der Malerei auf der Akademie in 
St. Petersburg, besuchte ein Jahr die Kunstschule in Karlsruhe und liess sich 1860 in 
Düsseldorf nieder, wo er sich unter Wilh. Sohn noch weiter bildete, machte auch 
Studienreisen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien. 1873 wurde 
er Professor an der Akademie in Düsseldorf. In seinem Fach der religiösen Historie 
schildert er die biblischen Begebenheiten nicht nach dem alten Typus der idealen 
Heiligenmalerei, sondern vom Standpunkt des positiven Glaubens in ihrer historischer 
Wirklichkeit, so wie sie sich etwa zu Luthers Zeit zugetragen haben könnten. Das 
Künstlerische seiner Malerei besteht in der reizvollen Gegenüberstellung seiner 
Technik, Composition und seines Colorit, die sich an das Jahrhundert eines Dürer anlehnen, 
zu der Auffassung und Psychologie seiner Gesichter, die Eigenthum des 19. Jahrhunderts 
sind. Nach seinen ersten Bildern von 1863, dem Einzug in Jerusalem und Christus 
und der reiche Jüngling (Galerie in Düsseldorf) folgten 1864 Die Aufer weckung dei- 
Tochter des Jairus, 186G der sehr naturwahre Christus am Kreuz (Dom in Reval;. 
Die Verurtheilung Christi und Ein Gespräch aus der Reformationszeit (1868). Noch 
grösseres Aufsehen machte 1870 durch die Schlichtheit, mit der die äusseren Mitte 
angewandt sind um dtJn inneren Gehalt hervorzuheben Das Abendmahl (Nat.-Gal. 
in Berlin). Dann folgten noch als bedeutende Werke : Die Kreuzigung (Kunsthalle 
in Hamburg!, Christus unter den Jüngern zu Emraaus (1876), Der Reformator bei 
der Arbeit (1877, Jluseum in Leipzig), Eine altdeutsche Hausfrau (1878), Die H umel- 
fahrt Christi (1881, Nat.-Gal. in Berlin), Christus und Petrus auf dem Meere wandelnd 
(Kirche in Ziegenhals), Die Pflege des heil. Leichnams (1883, Museum in Dresden), 
Jakob ringt mit dem Engel (ebeudas.), Ars longa, .vita brevis (1882); ausserdem die 
Cartona zu Wandgemälden im Kloster Loccum. Den Akademien von München und 
Berlin gehört er als Mitglied au. 

Gebhardt, Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 20. Juli 1830 in München, besuchte 
nur kurze Zeit die dortige Akademie und machte auf seinen Reisen am Bodensee, 
im südlichen Bayern und in Oberitalien gründliche Studien. Seine Bilder sind daher 
gi'ö.ssentheils diesen Gegenden entnommen : Ammerland am Starnberger See, 
St. Bartholomäi am Königssee, Am Bodensee, Leutstetten mit dem Starnberger See, 
Das obere Isarthal mit dem Kurwändel, Partie aus dem Zillerthal bei Gunzling u. A. 

Gebhardt, Max, Maler landschaftlicher Aquarelle, geb. 13. Sept. 1861 in 
Dresden, Sohn des Friedr. Wilh. G., Schüler der dortigen Akademie unter Mohn 
Er brachte auf die Aquarellausstellungen in Dresden die Bilder Waldeinsamk«it, . 
Gasse in Meissen u. A. 

Gebier, Friedrich Otto, Thiermaler, geb. 18. Sept. 1838 in Dresden, Schüler 
der dortigen Akademie und später in München unter Piloty. Seine Thier-, ins- 
besondere seine Schafbilder zeigen gründliches Studium und viel Humor für die Be- 
ziehungen, sowohl der Thiere unter sich als zu den Menschen, z E. Widerspen8tige 
Schafe, Bescheidene Aufrage, Gestörter Hausfriede (1863\ Kunstkritiker im Stalle 



Gechter — Geefs. 21 

(1873, Nat.-Gal. in Berlinj, Zwei Wilderer (1879) und Siebenschläfer il884, im 
Museum zu Dresden), Reinekes Ende (1883, Neue Pinakothek in München), Heim- 
kehrende Schafe vor dem Gewitter, Schlüpferiger Weg, Der erschreckte Wächter und 
Andere. 1875 ward er durch die kl. goldene Medaille in Berlin ausgezeichnet. 

Gechter, Jean FranQois Theodore, franz. Bildhauer und Erzgiesser, geb. 
1795, t 10. Dec. 1845 in Paris, Schüler von Bosio, schuf besonders zierliche Bronze- 
gruppen z. B. den Tod Tancreds, Karl Martell im Kampf gegen Abderrahman, Jeanne 
d'Arc im Kampf gegen einen Ritter, eine sterbende Amazone, auch das Relief der 
Schlacht bei AusterUtz an der Südseite des Triumphbogens de l'Etoile in Paris. Er 
war Ritter der Ehrenlegion. 

Geddes, Andrew, engl. Maler und Radierer,, geb. um 1789 in Edinburg, 
t 5. Mai 1844 in London, studirte auf der Universität seiner Vaterstadt, arbeitete 
bei seinem Vater, einem Advokaten, widmete sich nach dessen Tode der Kunst und 
bezog 1807 die Akademie in London, kehrte aber nach einigen Jahren nach Edinburg 
zurück und stellte 1810 sein erstes Bild Die Bretspieler aus, dem dann einige Bildnisse 
folgten. 1814 ging er wieder nach London, besuchte 1815 Paris, und malte 1821 
sein Bild der Entdeckung der schottischen Regalia mit zahlreichen Bildnissen, das 
ihn besonders bekannt machte. 1828 ging er nach Rom, malte auch dort Bildnisse, 
kehrte 1831 nach London zurück, wurde Genosse der Akademie und malte für die 
Kirche St. James Garlick-Hill Christus und die Samariterin. 1839 bereiste er Holland. 
Seine besten Bilder waren seine kleinen Bildnisse. Zu einer Zeit da fast Niemand für 
die Radierung ein Verständnis« besass, zeigt sich in G. neben Wilkie ein hervorragender 
Meister dieser Kunst. Unter seinen 40 Platten befinden sich einige, wie das Bildniss 
seiner Mutter, eine Landschaft, die nicht nur relativ, sondern auch absolut zu schätzen 
sind und neben dem Besten was die Radierkunst hervorgebracht hat, sich zeigen können. 
Ein Theil seiner Arbeiten sind treffliche Wiedergaben von Rubens, van Dyck, Jordaens 
u. s. w. Seine Blätter sind selten, in Folge dessen ist er zu den unbekannten und 
unterschätzten Meistern zu rechnen. 

Gedon, Lorenz, Baumeister und Bildhauer, geb. 24. Nov. 1844 in München, 
t 27. Dec. 1883 das., bildete sich in der dortigen M a y r sehen Kunstanstalt. Seine 
baulichen Hauptwerke sind das dortige Palais des Grafen von Schack (1872 — 74) 
mit einer nach malerischen und plastischen Prinzipien entworfenen Fa(,ade in aus- 
geprägtem Barockstil, der Umbau des Hotel Bellevue und namentlich das im Barock- 
stil erbaute Heyische Haus in Worms. Sehr verdient machte er sich 1876 um die 
Decoration der Räume für die Kunstgewerbeausstellung in München, 1878 um das 
Arrangement der deutschen Kunstwerke auf der Pariser Weltausstellung, das ihm 
die Ritterwürde der Ehrenlegion eintrug und in gleicher Weise um die internationale 
Kunstausstellung von 1879. Er war besonders Meister in jeder Art von Decoration. 

Geedts, J. G., belgischer Historienmaler der ersten Hälfte des 19. Jahrb., war 
Direktor und Professor an der Akademie in Löwen. Von ihm in der dortigen St. 
Jacobskirche das Bild Der Bischof von Köln übergibt einem Augustinermönch einen 
Theil der wunderthätigeu Hostie. Ausserdem sind bekannt seine BUder Telemacli 
(1811), Christus zwischen den beiden Schachern (1822), Die 5 Sinne (1830). 

Geefs, Alexander, belg. Medailleur der Gegenwart, lebt in Brüssel, schuf als 
seine besten Arbeiten die Medaille zur Erinnerung au die Befreiung der Scheide 
1863, eine gleiche auf die Abschaffung des Octroi mit dem Bildniss des Staatsmannes 
Frere-Orban und andere Medaillen. 

Geefs, Aloys, belg. Bildhauer und Maler, geb. 1817 in Antwerpen, t 31 Aug. 
1841 in Paris, wohin er sich zu seiner weiteren Ausbildung begeben hatte ; er gewann 
bereits in seinem 13. Jahre den Preis für Skulptur an der Akademie in Antwerpen 
und in seinem 17. den in Brüssel, Avie er überhaupt in den wenigen Arbeiten seines 
kurzen Lebens ein grosses Talent zeigte. Eines seiner hervorragendsten Werke ist 
eine Statue des sterbenden Epaminondas, audi mehrere Reliefs und Büsten. Unter 
seinen Gemälden wird besonders genannt eine Geisselung Christi. 

Geefs, Charles, belg. Bildhauer der Gegenwart in Brüssel. Von ihm in Löwen ■ 
die treffliche Statue des Sylvaan van de Weyer (f 1874), eines Hauptanstifters des 
belgischen Aufstandes von 1830. 

Geefs, Fanny Isabelle Marie, geb. Corr, Malerin, geb. 1814 in Brüssel, 
t 23. Jan. 1883, seit 1836 Gattin des BUdhauers Willem G., Schülerin vonNavez. 
Zu ihren besten Historien- und Genrebildern, die sich durch eine Verbindung von 
Milde und Lieblichkeit mit lebensvoller Kraft auszeichnen, gehören : Die Tochter des 
Seemanns (1835), Maria mit dem Kinde, Die Frau dos Buvgvogts von Crövecoeur 



22 Geefs — Geeraerts. 

risse), Die heil. Cäcilia, Hagar in der Wüste, Ophelia und einige kirchliche Bilder 
Sie wurde durch verschiedene Medaillen ausgezeichnet. 

Geefs, Georges, belgischer Bildhauer, geb. 1850. Von ihm im Museum zu 
Antwerpen die Marmorstatue des am Ufer des Hellespont sterbenden Leander. 

Geefs, Joseph, belgischer Bildhauer, geb. 23. Dec. 1808 in Antwerpen, f 10, Ort. 
1885 in Brüssel, Bruder und Schüler von Willem G., besuchte die Ecole des beaux- 
arts in Paris, wo er 1836 für das Relief einer Darstellung des Hiob den grossen 
Preis für Rom erhielt. Dann bereiste er Frankreich, Deutschland und Italien und 
wurde 1841 Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. Er schuf sehr ansprechende, 
ideale und allegorische Bildwerke, z, B. Der Tod Abels, Der gefallene Engel (Museum 
in Brüssel), Passionsreliets in der St. Jacobskirche zu Antwerpen und unter seinen 
Bildnissstatuen die des Anatomen Vesalius (1847, in Brüssel), die des ersten belgischen 
Buchdruckers Thierry Maertens (1856, in Alost) und die Reiterstatue des Königs 
Leopold I. (1868, in Antwerpen). 

Geefs, Willem, belgischer Bildhauer, der bedeutendste dieses Namens, geb. 
10. Sept. 1806 in Antwerpen, f 24. Jan. 1883 in Brüssel, war anfangs Bäckergesell 
bei seinem Vater, bis er in die Akademie seiner Vaterstadt eintrat, wo er 1828 für 
eine Statue des Achilles den ersten Preis erhielt. Noch mehr gelobt wurde 1830 sein in 
Paris (wo er sich untgr R a m e y weiter ausbildete) entstandener junger Hirte der 
Blumen auf ein Grab streut. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Italien kehrte 
er nach Antwerpen zurück, wurde Professor an der Akademie, zog aber schon bald 
nach Brüssel und fand hier ein reiches Arbeitsfeld an allegorischen und idealen 
Bildwerken, wie an Bildnissstatuen. Dahin gehört das freilich nicht sehr gerühmte 
Märtyrer-Denkmal fl838) in Brüssel zum Andenken an die im Jahre 1830 Gefallenen, 
die Statuen des Grafen B.elliard (in Brüssel), des Grafen von Merode in der Kirche 
Ste. Gudule, des Componisten Gretry in Lüttich (1842), die Bronzestatue des Rubens 
in Antwerpen (1840), die 4 Statuen an der Eingangshalle des Hospitals zu St. Peter 
in Brüssel, die des Staatsmannes Verhaegen im Vorhof der dortigen polytechnischen 
Schule, die eherne Colossalstatue Leopolds I. Königs der Belgier auf der Congress- 
säule daselbst, und das Denkmal desselben Königs im Park von Laeken bei Brüssel, 
Anderer Art sind seine Statue der heil. Genoveva, die holzgeschnitzte Kanzel der 
Kathedrale in Lüttich mit 5 Marmorbildern, die Statue Karls d. Gr. in der Servatius- 
kirche zu Maestricht und unter seinen rein idealen Bildwerken die reizende Marmor- 
gruppe des verliebten Löwen (Museum in Brüssel). In diesen idealen Werken zeigt 
er feinen Formensinn und tiefes Gefühl für Schönheit, dagegen fehlt es den Bildniss- 
statuen bisweilen an der Verwirklichung realistischer Motive, Er war Mitglied der 
Akademien von Brüssel, Gent. Brügge, Mons und Paris, Offizier des Leopold-Ordens, 
Ritter der Ehrenlegion und des portugiesischen Ordens Notre Dame de la conception 
de Villa Viciosa. 

Geel, Johannes Franziskus van, niederl. Bildhauer, geb. 18. Sept. 1756 in 
Mecheln, f 20. Jan. 1830 in Antwerpen, wurde 1817 Professor an der dortigen 
Akademie und 1818 Bildhauer des Erzbischofs von Mecheln. Zu seinen besten 
Arbeiten zählt man Boreas und Orithyia (Museum in Antwerpen), die Statuen der 
Heil. Ambrosius und Hieronymus, Die Berufung des Petrus und Andreas zum Apostel- 
amt (Holzgeschnitz an der Kanzel der Andreaskirche in Antwerpen), 3 Statuen 
von Aposteln in der Liebfrauenkirche zu Mecheln und einige mythologische 
Bildwerke. 

Geel, Johannes Ludovicus van, niederl. Bildhauer, geb. 1787 in Mecheln, 
t 28. Mai 1852 in Brüssel, Sohn und Schüler des Vorigen, bildete sich seit 1809 in 
Paris "und seit 1816 in Rom weiter aus und kehrte 1821 in sein Vaterland zurück. 
Werke von ihm sind der colossale eherne Löwe auf dem Schlachtfelde von Waterloo, 
die Statue des Claudius Civilis, die des Prinzen Karl von Lothringen und im Musenm 
zu Brüssel ein blasender Hirt. 

Geel, Joost van, holländ. Genre- und Bildnissmaler, geb. 20. Oct. 1631 in 
Rotterdam, f 31. Dec. 1698 das., Nachahmer von Metsu, vielleicht Schüler von 
Ochtervelt, bereiste England, Frankreio*> und Deutschland. Sein HauptbUd ist 
in der Eremitage zu St. Petersburg Ein Mann und eine Frau welche die Laute spielt. 
Sein Selbstbildniss im Reichsmuseum zu Amsterdam. 

Geeraerts, Martin Joseph, niederl. Maler, geb. im April 1707 in Antwerpen, 
t 16. Febr. 1791 das., wurde Schüler des Abraham Godyn und zeigte sich be- 
sonders geschickt in der die Skulptur nachahmenden Malerei in Grisaille. 1741 wurde 
er Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm im dortigen Museum 



Geerarts — Gegeobaur. 23 

Die schönen Künste als Basreliefjiachahmung (1760), eine ähnliclie Malerei im Hof- 
museum und in der Galerie Liechtenstein zu Wien und im Museum" im Haag. 

Geerarts, Marc d. Ae., Maler, geh. 1530 in Brügge, f 1600, Schüler von 
Martin de V o s, malte Historienbilder, Bildnisse, Landschaften und Architekturen, 
Hartons für Glasmalereien, Miniaturen für Manascripte und wurde in England Hof- 
maler der Königin Elisabeth. Von ihm im Hofrauseum zu Wien 2 Bildnisse, in 
Hamptoncourt ein Bilduiss der Königin Elisabeth. 

Geerarts, Marc d. J., Maler, geb. 1561, f 1635, Sohn des Vorigen. Von ihm in 
der National Portrait Gallery zu London das Bild einer Conferenz von 11 Staatsmännern. 

Geertgen v. St. Jans, holländ. Maler aus dem Ende des 15. Jahrb., f schon 
im 29. Jahre, Schüler von Ouwater. Er ist der Meister des Flügelaltars im 
Rudolfinura zu Prag mit dem Mittelbilde der Anbetung der Könige, auf dem linken 
Flügel der Stifter mit dem heil. Julian, auf dem rechten Flügel die Stifterin mit dem 
heil. Adrian. Ausserdem von ihm 2 beglaubigte Bilder im Hofmuseum zu Wien : 
eine Kreuzabnahme und die Geschichte des Leichnams und der Gebeine Johanni.s d. T. 
Andere ihm zugesclu'iebene Bilder sind unsicheren Ursprungs. 

Geerts, Karel Hendrik, niederl. Bildhauer in Marmor und in Holz, geb. 
10. Aug. 1807 in Antwerpen, f 16. Juni 1855 in Löwen, Schüler der dortigen 
Akademie unter van H o o 1 und van der Ven, machte sich zuerst bekannt durch 
eine Statue des Queutin Massys (Museum in Antwerpen) und einige Jahre später 
durch eine sehr gerühmte Colossalgruppe aus der Sündfluth ; seine Hauptwerke aber 
sind in der dortigen Kathedrale die holzgeschnitzten Chorstühle und Bischofsstühle 
mit zahlreichen Statuetten und Gruppen aus dem Leben Christi und der heil. Jungfrau, 
Arbeiten von meisterhafter Technik. Von seineu übrigen Werken sind zu nennen: 
Eine Büste Raffaels, eine Madonna (Museum in Brüssel), Christus die Kinder 
segnend und die Brustbilder in der Rotunde des Theaters in Antwerpen. 1835 erhielt 
er die Professorswürde an der Akademie zu Löwen, deren Mitglied er gewesen ; auch 
besass er den Leopolds-Orden und den des niederland. Löwen. 

Geertz, Julius, Genremaler, geb. 21. April 1837 in Hamburg, anfangs Schüler der 
dortigen Brüder Günther und MartinGensler, dann Schüler von Descoudres 
in Karlsruhe und seit 1860 von Jordan in Düsseldorf. Er studirte seit 1864 
auch die Meister in Paris und in Holland, bereiste die Bretagne und liess sich in 
Düsseldorf nieder. Seine Bilder von kräftigem Colorit schildern oft mit liebens- 
würdigem Humor das Leben der Jugend aus den niederen Ständen, z. B. Mutter- 
freuden, Störende Heimkehr, Die Wacht am Rhein (1870), Der Verbrecher nach der 
Verurtheilung (1872), Cernirt (1870), Kriegsgefangene (1873), Folgen des Schularrestes, 
Der letzte Schmuck, Fliegenfänger, Der Bettelpfennig (1877), Ringkampf eines 
Wilderers mit dem Förster, Der Dorfheld (1884). Die meisten dieser Bilder kamen 
in Privatbesitz. 

Geest, Wybraud d. Ae., holl. Maler, geb. 1590 in Leeuwarden, f nach 1659 
daselbst, Schwager von Rembrandt. Von 1611 — 59 arbeitete er in Paris, wo er 
den Beinamen „Der friesische Adler" bekam. Neun zum Theil recht gute BUdnisse 
von ihm im Reichsmusenm sb Amsterdam. 

Geets, Gnillaume, belg. Historienmaler, geb. 20. Jan. 1838 in Mecheln, Schüler 
der dortigen Akademie und der Akademie in Antwerpen unter de Keyser, wurde 
Direktor der Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm im Museum zu Antwerpen Die 
Teufelsaustreibung der Jeanne la folle. 

Geffels, Franz, Architekt, Maler und Radierer, von Geburt Flamländer, thätig 
von 1666 — 71 am Hof von Mantua. Man kennt von ihm die seltenen 7 Blätter mit 
Architekturen, ein Blatt mit dem Katafalk Karls IL, Herzogs von Mantua und nach 
Buraacino eine theatralische Aufführung am Hot zu Mantua. 

Gegenbanr, Joseph Anton von, Historienmaler, geb. 1800 in Wangen i^im 
Allgäu), t 31. Jan. 1876 in Jlom, besuchte von 1815—23 die Akademie in Mtinchen, 
war Schüler von Robert v. Langer und setzte bis 1826 seine Studien in Rom 
fort, wo er neben seinen Oelbildern eine besondere Vorliebe für das Fresko zeigte, 
zu dessen Ausübung er nach seiner Rückkehr in Stuttgart erwünschte Gelegenheit fand, 
zonächstr' in der Villa Rosenstein, wo er im Auftrage des Königs von Württemberg die 
Geschichte der Psyche und Aurora und die 4 Jahreszeiten malte, die durch die Schönheit 
der Gestalten und das blühende Colorit so grossen Beifall fanden, dass er na«h einem 
abermaligen Aufenthalt in Rom (1829—35) den Auftrag erhielt, eine* Reihe von Sälen 
des Neuen Residenzschlosses mit jFresken aus der Württembergischen Geschichte zu 
schmücken, die in der charaktervollen Behandlung ihrer Gestalten, dem dramatischen 



24 Gegerfelt ~ Geiger. 

Leben und der Schönheit der Zeichnung das glänzende Hauptwerk seines Lebens wurden. 
Sein letztes Werk war das Deckengemälde im weissen Saal desselben Schlosses 
Apollo auf dem Sonnenwagen von Musen und Grazien umgeben. Unter seinen Oel- 
bÜdern, meistens älteren Datums, sind zu nennen eine schlafende Venus mit 2 Satyrn, 
eine Leda und ein Altarbild der Madonna mit dem Kinde in der Kirche zu Wangen. 

Gegerfelt^ fVilhelm Ton, schwedischer Maler, geb. 9. Nov. 1844 in Gothenburg, 
lebt in Venedig, malte WinterUndschaften von poetischer Stimmung und klarem 
Colorit, z. B. Holländische Marine, Sonnenuntergang in Woxholm, Winterlandsdiaft 
in Schweden, Sommernacht in Vepedig, Winterabend in Schweden u. A. 

Gehrts, Franz, Landschaftsmaler, geh 1860 zu Hamburg, t 5- Oct. 1894 
zu Halle. Seine Landschaften erweisen ihn als einen tüchtigen Techniker und 
denkenden Künstler. Seit einer Eeihe von Jahren hat er den illustrirten Zeitschriften 
mit seinen Zeichnungen gute Dienste geleistet. Seine Studienjahre verbrachte er, 
me seine Brüder, in Düsseldorf, München und Weimar. Er hat auch mehrere Jahre 
in Amerika verlebt. 

Gehrts, Johannes, Genrs- und Historienmaler, geb. 1854 in Hamburg, Bruder 
des Karl G., bildete sich in Weimar und in Düsseldorf, besuchte Italien und nahm 
seinen Wohnsitz in Düsseldorf. Bekannt wurden von ihm die Bilder : Ein g^ermauischer 
Häuptling vor einem Hünengrabe, Glückliches Menschenleben (Federzeichnung von 
6 Bildern Beowulf (.5 Federzeichnungen), Nordgermaniäche Küstenwächter, Ludwig 
der Fromme auf der Hirschjagd, Ein Wikinger mit seinem Drachenschiff, Ein Amoretten- 
paar, Was sich liebt, das neckt sich (Aquarell. 

Gehrts, K^rl, Genre- und Historienmaler, geb. 11. Mai 1853 in Hamburg, 
Bruder des Vorigen, besuchte seit 1871 die Kunstschule in Weimar unter Gussow 
und Albert Baur, dem er 1876 nach Düsseldorf folgte, wo er seinen Wohnsitz 
nahm. Unter seinen zahlreichen Arbeiten, zum Theil Cartonzeichnungen und Aquarelle, 
sind zu nennen Die Auferweckung des Lazarus (Carton), Darstellungen aus dem 
Leben der Gnomen und Elfen (1873), Ein orientalischer Händler auf der Wartburg 
(Aquarell), Das Jagdleben der Gnomen (Zeichnungen), Aquarelle zum „Aschenbrödel'', 
iMim „Dornröschen", Das Gastmahl des Markgrafen Gero (1881), Tuschzeichnungen 
zu Julius Wolffs .,Tannhäuser", Einbringung des Seeräubers Claus Stortebeck in 
Hamburg: (Aquarell), Petruccios Hochzeit aus „Der Widerspenstigen Zähmung", Der 
Weg ins Jenseits, Ein Hochzeitsmärchen, Amor bei Jung und Alt (1894) und viele 
Wandmalereien in Privathäusern. 

Geibcl, Casimir, Maler, geb. 12. Jan. 1839 in Kreuznach, Schüler von 
V. Raraberg und P a u w e 1 s in Weimar, machte sich bekannt durch zahlreiche 
Genre-, Landschafts- und Architekturbilder der verschiedensten Art : eine Lagerscene 
vor Strassburg, eine Scene nach der Schlacht bei Leipzig, eine Scene aus dem 
Bauernkriege, die Belagerung Strassburgs im J. 1870, Heimkehr von der Weide, der 
Markt in Weimar und viele Andere. Er lebt in Weimar 

Geiger, Andreas, Kupferstecher in Mezzotinto, geb. '19. Juli 1773 in Wien, 
t 29. Oct. 1856 das., Schüler der dortigen Akademie. Zu seinen besten Stichen 
gehören : Die Grablegung Christi nach v. d. Werff, Dido auf dem Scheiterhaufen und 
Antiochus und sein Arzt Erasistratus beide nach Füger, Venus Amor und ein Satyr 
nach Ann. Carracci, Helena und Paris nach David, die Nymphe nach N. Pou.ssin, 
Narcissus nach Franceschini. 

Geiger, Caspar Augustin, Maler, geb. 28. Aug. 1847 in Lauingen (Schwaben) 
kam 1867 auf die Akademie in München unter Strähuber, später unter Raab 
und Diez. Sein Fach sind historische und mythologische Bilder und Genrestücke. 
1886 stellte er aus den Judaskuss, dem es freilich an Tiefe der Empfindung fehlte, 
später eine Venus und Amor in einem Marmorbade. Dazu die Genrebilder : Lazzaroni 
in einer Schenke, Der Violinspieler, Der Falkner, Verehrung des Dionysos, mit denen 
er besonderes Lob erntete. Er lebt in München. 

Geiger, Karl Joseph, Historienmaler, geb. 1824 in Wien, Schüler der Akademife 
unter Führ ich, dessen Gehilfe er bei den Fresken in der Kirche St. Johann 
V. Nepomuk war. Später malte er Bilder für den Stephansdom. allegorische Büder 
in dön Palästen des Herzogs von Coburg, des Herzogs Philipp von Württemberg 
(jetzt Hotel Imperial) und des Fürsten v. Kinsky, den Vorhang des Carltheaters und 
betheiligte sich bei den Cartons für die Glasmalereien der Votivkirche. 

Geiger, Nicolans, Bildhauer, geb. 6. Dec. 1849 in Lauingen (Schwaben;, kam 
1866 nach München, wo er mehrere Privatateliers besuchte, auf der Akademie unter 
Knabl lernte und kirchliche Arbeiten ausführte, die ihm zweimal Preise einbrachten. 



Geiger — Geist. 25 

1873 Hess er sich in Beiiin nieder, widmete sich der decorativen Plastik und machte 
desshalb längere Studienreisen in Italien. Seine besten Arbeiten sind ein Kinderfries 
im Speisesaal des Tiele-Wincklerschen Hauses in Berlin, die Colossalgruppe Heimdal 
und die Einherier und eine Ostara in demselben Hause und für die Reichsbank eine 
decorative Figur. 

Geiger, Peter Johann Nepomnk, Historienmaler, geb. 11. Jan. 1805 in Wien, 
t 29. Oct. 1880, Schüler der dortigen Akademie und der unter Davids Einfiuss 
stehenden Richtung. Nach einer mit dem Erzherzog Ferdinand Max in den Orient 
gemachten Reise wurde er 1853 Professor an der Akademie. Unter seinen grösseren 
monumentalen Werken sind bedeutend die- nicht zur Ausführung gekommenen 
Entwürfe zu den Deckengemälden in der königlichen Burg zu Ofen; später beschränkte er 
sich mehr auf historische Aquarellbilder und auf Kohle- und Kreidezeichnungen, z. B. 
Cartons aus dem Leben Luthers und zu mehreren Dramen von Grillparzer. Er besass 
das Commandeurkreuz des Gregor-Ordens. — Seine Biogr. v. Wiesboeck (1867). 

Geiges, Fritz, Maler auf dem Gebiet der mittelalterlichen Kunst, geb. 1853 
in Freiburg i. B., widmete sich 1872 — 74 der Malerei unter Beruh, v. N eher in 
Stuttgart und 1874 — 78 in München, und kehrte dann in seine Vaterstadt zurück, 
wo er in einem Zimmer des Weinhauses „zum Kopf" das grosse Oelbild Eintritt des 
Kaisers Maximilian in den Reichstag in Freiburg 1498 malte. Dann restaurirte er mit 
grossem Glück die romanischen Deckenbilder der Quintinskirche in Mainz, schmückte 
mit Fresken den Dom in Eichstätt, malte 1884 im Rathhaus zu Rottweil und begann 

1886 als sein bestes Werk den Bilderschmuck im Chor von St. Maxtin in Freiburg, 
worin er besonders die Wunderthaten des Kirchenbeiligen schilderte. 

Geiruaert, Josef, belg. Historien- und Genremaler, geb. 27. Aug. 1790 in Eecloo 
(Ostflandern), f 20. März 1859 in Gent, in Antwerpen Schüler von H e r r e y n s und in 
Gent Schüler von P a e 1 i n c k, unter dem er mehrere Preise davontrug. Seine besten 
Genrebilder, grossentheils im Museum zu Gent, sind Die Pfändung, Der Heiraths- 
antrag, Die Kartenspieler u. A. Unter seinen Historienbildern sind zu erwähnen: 
Gefangennehmung des Grafen Egmont, Albr. Dürer am Grabe Huberts van Eyck 
und eine Scene aus dem Leben der Maria Theresia (1837). Er malte auch trefl3iche 
Bildnisse. 

Geiss, Moritz, Begründer der Berliner Zinkguss-Industrie, geb. 7. Sept. 1805 
in Berlin, f 10. Sept. 1875 das. Seine ersten Werke Avaren die Modellirung und 
der Abguss zahlreicher antiker Statuen, des dortigen Museums, der Abguss der 
Amazone von Kiss, das Portal der Werderschen Kirche, die Reliefs an der Neuen 
Wache, das Denkmal zur 400jährigen Jubelfeier der Universität Greifswald (1856), 
die Victoria von Rauch, die Ringer von Molin u. A. 

Geisseibrunn, Jeremias, Bildhauer der 1. Hälfte des 17. Jahrh. in Köln, der 
Schöpfer der Statuen der Apostel, des Hochaltars und der Kanzel der dortigen 
Jesuitenkirche. Andere Arbeiten von ihm sind verschollen oder verloren gagangen. 

Geissler, Joli. Martin Friedrich, Kupferstecher, geb. 1778 in Nürnberg, 
t 9. Jan. 1853 das, Schüler von Guttenberg, bildete sich aber mehr in Paris, 
wo er 1803 — 14 lebte, und sich besonders nach eigenen Zeichnungen landschaft- 
lichen und architektonischen Stichen widmete. Ausser diesen sind seine Hauptblätter 
das Innere der Lorenzkirche in Nürnberg nach Ainmiller, die Seitenthür des Kölner 
Doms nach Angelo Quaglio, Ansicht von Nürnberg auf der sog. Freiung nach 
Wilder, das Sebaldusdenkmal nach Reindel, Jagdversammlung am Morgen nach 
Jan Both und Weenix, die Heimkehr der Heerde nach Berchera und andere land- 
schaftliche Blätter. 

Geissler, Badolf, Zeichner und Radierer, geb. 15. Jan. 1834 in Nürnberg, 
Schüler der dortigen Kunstschule unter Reindel und später unter v. Kreling, 
besuchte auch die Akademie in Dresden und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. 
Sein Hauptfach sind Radierungen aus der Kinderwelt in leichten, gefälligen Com- 
positionen z. B. Kleine Welt (15 Radierungen) ebenso Glückliche Zeiten, Das Märchen 
vom Brüderlein und Schwesterlein (Aquarelle), Die Alpenfee erscheint einem Gems- 
j&ger (Oelgrisaille, 1880). Er errang sich die preussische und bayerische Medaille. 

Geissler, Wilhelm, Genremaler und Lithograph, geb. 1848 in Berlin, lebt 
daselbst. Von ihm die Bilder Walpurgisnacht (1886), Unter den Linden am 22. März 

1887 (Geburtstagsgruss an Kaiser Wilhelm I.), Der Strohwittwer, Herrschaft auf 
Reisen, und die Lithographie des Cartons Griechische Jugenderziehung nach Otto Knille. 

Geist, August Christian, Landschaftsmaler, geb. 15. Oct, 1835 in Würzburg. 
t 15. Dec. 1868 in München, seit 1853 einer der besten Schüler Bambergers, 



26 Gelati — Gelee. 

behaudelte in zarter, poetischer Weise namentlicli Motive aus dem nördlichen Bayern, 
der fränkischen Schweiz und vom Starnberger See. 1865 besuchte er Italien, blieb 
bis zum Frühjahr 1867 in Rom und malte auch dort poetisch fein gestimmte italienische 
Landschaften. Zu nennen sind unter seinen Oelbildern: Winterlandschaft aus 
Schäftlaru in Oberbayern, Partie von Karlstadt, Schloss Aschach in Franken, Motiv 
aus der Gegend von Fölling, Ansicht von Würzburg, Hügelige Landschaft mit 
Baumgruppe (1856), Landschaft im Charakter des Rhöngebirges, Deutsche Landschaft 
mit Klosterruine, Idylle aus der fränkischen Schw^eiz (Museum in Wiesbaden), Fest- 
tagsmorgen am Kochelsee (1863), Gewitter in der Campagna, Brunnen bei Ariccia 
(1868) und viele Zeichnungen ähnlichen Inhalts. Er hat auch 12 Blätter mit Burg- 
ruinen aus ünterfranken radiert. 

Gelati, Lorenzo, ital. Landschaftsmaler, geb. 1824 in Florenz, Schüler von 
Karl Marko. Seine ihn am besten charakterisirenden Bilder sind : Ansicht von 
Massacinccoli, von San Miniato bei Florenz, von Mugnone, vom Ponte Vecchio in 
Florenz u. A. 

Gelder, Aert de, hoUänd. Historien- und Bildnissmaler, geb. 26. Oct. 1645 in 
Dordrecht, begr. 28. A;;g. 1727 das., anfangs Schüler von van Hoogs traten, seit 
1665 in Amsterdam Schüler und Nachahmer Rembrandts. Eines seiner frühesten 
Bilder von 1667 ist ein junger Mann im Pelzkragen in der Galerie Liechtenstein zu 
Wien. Sein historisches Hauptbild ist die grosse flgurenreiche Ausstellung Christi 
von 1671 im Museum zu Dresden, sehr ähnlich der der berühmten Radierung 
Rembrandts von 1655. Sichere Bilder von ihm sind in Kopenhagen Ein orientalischer 
Fürst von 1685, im Städelschen Institut zu Frankfurt a.- M. Der Künstler selber bei 
der Arbeit nach dem Modell einer alten Dame, in der Pinakothek zu München die 
sog. Judenbraut, im Rüdolfinum zu Prag Vertumnus und Pomona. Zweifelhaft ist 
im Museum zu Berlin die Landschaft mit Boas und Ruth. 

Gelder, Nicolans van, holländ. Stilllebenmaler, thätig nach der Mitte des 
17. Jahrb. Von ihm im Rüdolfinum zu Prag Stillleben von Früchten, im Hof- 
museum zu Wien Todter Hahn und anderes Geflügel. 

Geldorp, Georg, Bildnissmaler des 17. Jahrb., geb. in Antwerpen, f nach 1653 
in London, Sohn des Gortzius G., liess sich frühzeitig in London nieder, wo er 
Gehilfe von Lely wurde und Bildnisse malte, z. B. die des Earl of Lindsay und des 
Herzogs von Richmond. 

Geldorp, Gortzics, flämischer Bildniss- und Historienmaler, geb. 1553 in Löwen, 
t 1616 (n. A. 1618) in Köln, Schüler von Frans Francken in Antwerpen, bildete 
sich mehr nach Frans Pourbus, wurde Hofmaler des Herzogs von Terranova, 
mit dem er 1579 nach Köln zog, wo er bis an sein Lebensende Bildnisse, die grosse 
Anerkennung fanden, aber auch Historienbilder malte, unter letzteren werden 
genannt Christus am Kreuz sterbend und Die büssende Magdalena, beide im Museum 
zu Köln, wo er auch durch 12 Bildnisse vertreten ist. Andere in der Galerie zu 
Augsburg und im Hofmuseum zu Wien. 

Gelee, Claude« genannt Lorrain, berühmter Landschaftsmaler und Radierer, 
geb. 1600 im Schloss Chamagne an der Mosel (Dep. Vosges), t 23. Nov. 1682 in 
Rom, kam in jungen Jahren als Pastetenbäcker nach Rom, wo er Diener im Hause 
des Malers Agostino Tassi wurde, der ihn 1617 zu seinem Schüler machte. Um 1625 
ging er nach Beendigung seiner Lehrzeit in die Heimath, kehrte aber schon 1627 
nach Rom zurück, wo er seinen bleibenden Wohnsitz nahm und 1630—35 mit 
Sandrart zusammenlebte, mit ihm auch die Umgegend von Rom und die römischen 
Gebirge studirte. Auch mit Nie. Poussin trat er in Verkehr, gelangte bald zu hohen 
Ehren und lebte im Umgang mit den dortigen berühmtesten Zeitgenossen. — Die 
pathetischen Acceute im heroischen Landschaftsstil Poussins hat G. gemildert und 
einen weichen idealistisch-klassischen Stil geschaffen, der nach harmonischer Ruhe 
der Composition und äusserst zatt vertriebenem Farbenauftrag strebt. Wo er die 
Natur unmittelbar wiedergibt, malt er sie nicht in ihrem Alltagskleid sondern im 
Sonntagsputz, meistens im Gewand eines ungewöhnlichen Sonnen-Auf- oder -Untergangs. 
Meistens jedoch lehnt er sich nur an die Natur an, und vereinigt verschiedene 
Motive, denen er ein besonderes Gepräge durch antikisirende Gebäude aufdrückt. 
Unter diesen sehr zahlreichen Bildern haben die älteren einen kräftigeren Vortrag 
und ein wärmeres Colorit. Fast alle grossen Galerien haben Bilder von ihm, einige 
sehr zahlreich ; sehr vorzügliche im Palast Doria in Rom (die Mühle als eines seiner 
frühsten Bilder und die Landschaft mit e-'nem Opfer im Apollotempel), 16 treffliche 
Bilder im Louvre, in der Eremitage in St. Petersburg, 10 im Museum del Prado 



Gelee ~ Gemito. 27 

zu Madrid, 11 in der Nationalgalerie zu London, auch in dortigen Privatgalerien, 
2 im Museum zu Dresden aus den Jahren 1647 und 1657, 4 in der l-Inakothek zu 
München, 4 in der Nationalgalerie zu Budapest, auch im Museum zu Neapel. Da schon 
bei seinen Lebzeiten seine Darstellungsweise von Anderen nachgeahmt wurde, so 
stellte er die Skizzen seiner sämmtlicheu Bilder in. einem Buche „Liber veritatis" 
(jetzt im Besitz des Herzogs von Devonshire) zusammen, aus dem 1777 Eichard 
Earlom 200 in Stichen herausgab, später noch 100 im Jahre 1819. Ein Band seiner 
Zeichnungen, 222 Blätter, befindet sich im Britischen Museum, Andere auch in der 
Bibliothek zu Epinal und in der Albeitina zu Wien. Die künstlerischste Leistung 
G.'s besteht in seinen 42 Radierungen, in denen er ein seltenes Verständniss für die 
Feinheiten der Nadel bekundet. Hier gelingt ihm das Lichtproblem vorzüglich, z. B. 
Dämmerlicht oder das alle feste Formen in ein Glanzmeer anflösende Licht der 
untergehenden Sonne, Diese seltenen Werke sind nur in den ersten Abdrücken zu 
gemessen, wurden aber leider immer wieder bis 100 Jahre nach dem Tode des 
Meisters abgedruckt. — Seine Biogr. von Madame Mark Pattison (1884), 

Gel^e, FranQois Antoine, franz. Kupferstecher, geb. 13. Mai 1796 in Paris, 
t 27. Febr. 1860 das., Schüler von Giraudet und von Pauquet. Blätter von 
ihm sind : Die Kreuzabnahme nach Ribera, Venus Amor und Bacchus na.ch Carpentier, 
Venus mit der Taube nach Lambert, Daphnis und Chloe nach Hersent, Le berger de 
Virgile nach Boisselier, Die göttliche Gerechtigkeit verfolgt das Verbrechen nach 
Prud'hon (im Louvre). 

Gelibert, Jules Bertrand, franz. Thiermaler, geb. 27. Nov. 1834 in Bagneres 
de Bigorre (Hautes-Pyrenecs), t 1882, Schüler der Akademie in Toulouse brachte 
auf die Ausstellungen schätzbare Thier- und Jagdbilder, z. B. Ausgang aus dem 
Hundestall, Das Halali im Walde von Fontainebleau, Rudel Hirsche auf dem Ruhe- 
platz (1874, Kohlezeichnung), Jagdepisode in Schottland, Süsse Ruhe (1878) u. A. 

Öelissen, Maximilien Lambert, belgischer Landschaftsmaler, geb. 27. Febr. 
1786 in Brüssel, f 19. März 1867, Schüler von Henri van Assche. Eines seiner 
Hauptbilder war 1820 eine Landschaft von Ruysbroeck (Museum in Gent), das ihm 
die Preismedaille eintrug. 

Gelle, Johann, Kupferstecher der I.Hälfte des 17. Jahrb., thätig in Köln und 
später in den Niederlanden. Er stach nach Augustin Braun 3 Blätter mit dar 
Geschichte des verlorenen Sohnes und ausserdem einzelne Titelkupfer-Vignetten und 
andere unbedeutende Blätter. 

Gellee, Claude, s. Gel6e, Claude. 

Gellerstedt, Albert Theodor, schwedischer Architekt, Maler und Dichter, geb. 
6. Oct. 1836 in Westmanland, widmete sich auf der Akademie in Stockholm der Bau- 
kunst, erhielt 1861 eine Medaille, bereiste 1862 und 63 Dänemark, Deutschland, 
Frankreich und 1864- Italien und Sizilien. Neben seiner praktischen Thätigkeit als 
Ingenieur war er auch Aquarell- und Oelmaler, gab 1871 eine Sammlung seiner 
Gedichte heraus und war als Architekt achriftstellerisch thätig. Er wurde 1864 
Genosse der Stockholmer Akademie. 

Gelli, Odoardo, ital. Maler, geb. ä. Sept. 1852 in Savona, machte seine Studien 
auf der Akademie in Lucca und später unter C i s e r i in Florenz. Eins seiner ersten 
Werke war daa treffliche Bild des bethlehemitischen Kinderraordes (1873), das in die 
Sammlung des Palazzo pu-^blico zu Lucca kam. Bald nachher war er genöthigt, sich 
der Lithographie und em Genre zu widmen. Dahin gehören die Bilder: Die üebung 
im Chorgesang, Das Orgelspiel, Die Kirchenmusik und aus anderen Stoffgebieten: 
Hochzeitsgeschenke, Gelegenheit macht Diebe, Die Eitelkeit, Versuchungen, Der 
günstige Augenblick, Unwiderstehliche Kraft, Scene aus dem 30jährigen Kriege, 
Karl I. im Atelier van Dycks. 1886 wurde er nach Wien berufen, um die Bildnisse 
des Kaisers von Oesterreich und des Herzogs von Coburg-Gotha zu malen, was ihn 
bewog, auch nach seiner Rückkehr die Bildnissmalerei fortzusetzen. 

Gelton, Tonssaint, Maler der 2. Hälfte dös 17. Jahrb., wahrscheinlich Holländer 
von Geburt, war 1655 — 61 Meister der Amsterdamer Gilde, wurde dänischer Hof- 
maler Christians V., arbeitete nachher in Dresden und starb zwischen 1680 und 85 
in Kopenhagen. Er malte kleine Bildnisse in der Art des Mieris und Netscher. 
4 solcher Bilder in der Galerie zu Stockholm, eins in Kopenhagen und im Museum 
zu Schwerin ein Mädchen mit einem Blumentopf. 

Gemito, Vincenzo, ital. Bildhauer, geb. 1852, Schüler des Bildhauers und Malers 
Stanislao Lista. Unter seinen Bildwerken werden genannt: Der Spieler, eine 
Statue des Brutus, Der kleine Fischer der in den Besitz des Malers Meissonier kam, 



28 Gemmel — Genelli. 

viel zu seinem ßuhme beitrug und zahlreiche Aufträge, darunter auch die Büsten 
von Meissonier, von Morelli, vom Herzog von Aosta u. A. zur Folge hatte. 

Gemmel, Hermann, Architekturuialer, geh. 1813 zu Barten (Eeg.-Bez. Königs- 
berg), t 22. März 1868 in Königsberg, war in Berlin Schüler von Ed. Bi ermann 
und Wilh. Schirmer, machte Studienreisen in Italien und wurde 1855 Professor 
an der Akademie in Königsberg. Unter seinen Bildern, die eine genaue Kenntniss 
aller Baustile und namentlich des gothischen verrathen, sind zu nennen : Das Innere 
des ehemaligen Klosters St. Michael in Hildesheim, der Dom in Magdeburg, Projekt 
zu einem neuen Dom in Berlin, Kapelle des Kardinals Zeno in S. Marco und Tauf- 
kapelle von S. Marco in Venedig. 

Grempt, Bernard te, hoUänd. Maler, geb. 25. Aug. 1826 in Wychen (Prov. 
Gelderland), f 2. Jan. 1879 in Amsterdam, Schüler von Nie. Pienemann. Von 
ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam ein Bild des Pariser Kongresses (1857) und das 
Bild eines Hundes von St. Bernhard in der Schweiz. 

Genari, s. Genuari. 

Gendroa, Auguste, franz. Historienmaler, geb. 1818 in Paris, f 15. Juli 1881 
daselbst, Schüler Del aro che s, hielt sich mehrmals in Italien auf, von wo er seine 
ersten Bilder einsandte, namentlich den von Boccaccio commentirten Dante, Willis 
und Sylphiden, Hören und Nereiden und Scenen aus der Zeit der Renaissance, z. B. 
Ein Sonntag in Florenz im 15. Jahrh. (im Luxembourg). Später folgten Die 
Bestattung einer jungen Venezianerin (1859), Nymphen am Grabe des Adonis (1864), 
Tiberius auf Capri, Die 5 thörichten Jungfrauen, Dankopfer an Aesculap, Tribut der 
Athener an den Minotaur, decorative Bilder in der Kirche St. Gervais, im Louvre 
und Die 4 Jahreszeiten im Palast des Staatsra-ths. Er erhielt mehrere Medaillen 
und 1855 das Kreuz der Ehrenlegion. 

Genelli, Bonaventura, berühmter Zeichner und Historienmaler, geb. 27. Sept. 
1798 in Berlin, f 13. Nov. 1868 in Weimar, war zunächst Schüler seines Vaters 
J a n u s G., dann in Berlin des Malers und Kupferstechers Joh. ErdmannHummel, 
der ihn in der Perspektive und in der Anatomie unterrichtete. In Italien, wo er seit 
1822 seine Ausbildung vollendftte, und in engen Verkehr mit Cornelius, Koch, Reinhart 
und Friedr. Müller (Teufelsmüller) trat, entfaltete er seine lebendige Schöpferkraft, 
die sich vorzugsweise in grossartigen Bleistift- und Tuschzeichnungen kundgab und 
seinen Ruhm über halb Europa verbreitete. 1832 kehrte er nach Deutschland zurück, 
malte Fresken im Härteischen Hause zu Leipzig und nahm 1836 seinen Wohnsitz in 
München, wo er, in bedrängten Verhältnissen lebend, eine Reihe von Compositionen 
grossentheils nur iu Umrissen oder SMzzen schuf, oft mit der Feder oder mit Wasser- 
farben ausgeführt. Immer ist ihm die Linie Hauptsache, in deren Führung er einen 
Stil entwickelt, welcher in den Bewegungen der Gestalten oft übertrieben erscheint. 
Solche sind: Simson und Delila, Hercules und Omphale, Bacchus unter den See- 
räubern (1868, letzte Arbeit), Triumphzug des Bacchus und der Ariadne, Elieser der 
Rebekka die Armspangen anlegend, Hercules die Leier spielend, Die Vision des 
Ezechiel, Der Raub des goldenen Vliesses, Umrisse zu Homer und zu Dante, Aesop 
dem Volke seine Fabeln erzählend und als seine Meisterwerke in dieser Technik 
Das Leben eines Wüstlings (18 Blätter in dreimaliger Bearbeitung), Das Leben einer 
Hexe (10 Blätter) und Das Leben eines Künstlers (24 Compositionen). Von grosser 
Bedeutung für unseren Meister war es, dass ihn in München der Graf von Schack 
kennen lernte, der ihn bewog, sich von jetzt an (1856) auch der Oelmalerei zu widmen. 
G. malte für die Galerie des Grafen mehrere Bilder, die Aufsehen in Deutschland er- 
regten. Es sind Der Raub der Europa (vollendet 1859, Carton in der Nat.-Gal. zu 
Berlin), Hercules Musagetes bei der Omphale (1860—62), Abraham mit den 3 Engeln 
die ihm die bevorstehende Geburt des Isaak verkünden (1862), Die Schlacht des 
Lykurgus mit Bacchus und den Bacchantinnen, und als Kleinod aller seiner Bilder in 
dieser Galerie der Entwurf eines Theatervorhanges (1866), endlich noch aus seinem 
letzten Lebensjahre Bacchus unter den Musen. Fast alle diese Bilder entstanden 
nach seiner Uebersiedelung nach Weimar (1859), wo er an der Kunstschule eine An- 
stellung und eine Besserung seiner äusseren Verhältnisse gefunden hatte. — Seine 
Biogr. von Max Jordan (1869). 

Genelli, Camlllo, Historienmaler und Zeichner, geb. 80. März 1840 in München, 
t 19. Jan. 1867 in Weimar, Sohn und Schüler des- Vorigen und Schüler der Akademie 
in München bis 1859, ging mit seinem Vater nach Weimar und kam im Nov. 1864 
nach Wien, wo er unter Rahl zeichnete und malte. Nach dessen Tode kehrte er 
nach Weimar zurück. Er zeichnete Federumrisse nach Bojardos „Verliebtem Roland" 



Genelli — Geniiari. 29 

Faust auf der Anatomie mit seinem Famulus nach der Dichtunjj- Lenaus, Narcissus 
sich in der Quelle spiegelnd (1865) und einige Bildnisse. 

Geaelli) Janus, Landschaftsmaler, geb. 1761 in Kopenhagen, f 1813 in Berlin, 
Vater des Bonaventura G., ging mit seinem Bruder Joh. Christian (s. d.) 
nach Rom und malte nachher in Berlin namentlich Landschaften aus dem Harz. 

Genelli, Johann Christian, Architekt, Oheim des Bonaventura G., lebte in 
Berlin, wo er architektonische Entwürfe besonders griechischen Stiles schuf, von 
denen aber nur wenige zur Ausführung kamen. 

Oenga, Bartolomineo, ital. Maler, Bildhauer und Baumeister, geb. 1516 in 
Cesena, f 1558 auf Malta, Sohn uud Schüler des Girolamo G., kam 1538 nach 
Florenz, wo er in freundschaftlichen Verkehr mit Vasari und Ammanati trat. Später 
ging er nach Rom und wurde vom Herzog von Urbino zum Aufseher über alle 
Staatsbauteu ernannt. In Pesaro setzte er 1543 den von seinem Vater begonnenen 
Bau der Kirche S. Giovanni Battista fort, baute den dortigen herzoglicheu Palast 
und machte einen Entwurf für den Seehafen der Stadt, der den Beifall der Sach- 
verständigen erhielt, aber nicht ausgeführt wurde Auch für die Festungswerke in 
der Nähe Roms und für die der Insel Malta war er thätig, 

Genga, Girolamo, ital. Maler, Bildhauer und Architekt, geb. 1476 in ürbino, 
t 11. Juli 1551 das., Schüler von Signorelli und Per ugino, malte mit Timoteo 
(1 e 1 1 a V i t e im bischöflichen Palast zu Urbino und ging dann nach Rom, wo er für 
die Kirche Sta. Caterina da Siena eine Auferstehung Christi malte und sich mit 
Messen und Zeichnen antiker Bauwerke beschäftigte. Vom Herzog Francesco Maria 
nach Urbino zurückberufen, ging er mit diesem in die Verbannung nach Cesena, wo 
er ein Bild von Gott Vater mit Maria und den 4 Kirchenvätern (Brera in Mailand) 
malte. In Pesaro begann er den Bau der Kirche S. Giovanni Battista, entwarf den 
Bau des herzoglichen Palastes, baute in der Nähe der Stadt die Villa Imperiale, den 
lieblichen Landsitz des Herzogs von Urbino, und 1516 in Sinigaglia den bischöflichen 
Palast. 

Geniani, Girolamo, ital. Kupferstecher, geb. in Mailand, thätig in der 1. Hälfte 
des 19. Jahrb., Schüler von Anderion i. Er stach nach Luini den kleinen Johannes 
mit dem Lamm, nach Longhi Anakreon und ein Bildniss des Benvenuto Cellini, 
nach Locatelli ein Bildniss Shakespeares und nach Zucchero ein Bild der Maria Stuart. 

G^nillion, Jean Bapt. Franpois, franz. Ingenieur und Marinemaler, geb. 
1750, t 27. Jan. 1829, Schüler von Joseph Vernet, stellte von 1791—1819 seine 
Marinebilder aus und machte sich bekannt durch Zeichnungen zuNees „Voyage enFrance". 

Genisson, Victor Jules, Architekturmaler, geb. 1805 in St. Omer, f 1860, 
Schüler der Akademie von Antwerpen und van Brees, bereiste für seine Studien 
Deutschland, Frankreich und Italien und liess sich in Löwen nieder. Von ihm die 
Bilder: Lorenzkirche in Nürnberg (Museum in Stettin), Inneres einer Kirche (1845. 
KunsthaUe in Hamburg), Inneres der Hospitalkirche in Brügge, Inneres der Kathedrale 
von Amiens, Chor der Kollegiatkirche St. Gommaire in Lier bei Antwerpen (1851). 

Gennari, Bartolommeo, ital. Maler, geb. 1594 in Cento (Oberitalien), f 1661, 
Sohn desBenedetto G. d. Ae., Schüler und Nachahmer des Guercino da Cento. 
Von ihm in der dortigen Gemäldesammlung ein Bild des heil. Thomas, der die Finger 
in die Wundmale Christi legt. 

Gennari, Beuedetto d. Ae., ital. Maler, geb. 1570 in Cento, f 1610 das. Von 
ihm in der dortigen Gemäldesammlung ein früher dem Guercino zugeschriebenes Bild 
der Jünger in Emmaus. Er malte auch viele Bildnisse. 

Gennari, Benedetto d. J., ital. Maler, geb. 19. Oct. 1683 in Cento, f 19. Dec. 
1715 in Bologna, Sohn des Ercole G., Neffe und Schüler Guercino s, dem er in 
seinen Bildern so ähnlich war, dass dieselben häufig unter Guercinos Namen gehen. 
Von ihm mehrere Bilder in der Gemäldesammlung seiner Vaterstadt. 

Gennari, Cesare, ital. Maler, geb. 12. Dec. 1637 in Cento, f 12. Febr. 1688, 
Sohn des Ercole G., Schüler und Nachahmer des Guercino. Von im in S. Martino 
zu Bologna eine treuliche Maria Magdalena, im Louvre eine Maria, die dem Kinde 
die Brust reicht. 

Gennari, Ercole, ital. Maler, geb. 10. März 1597, t 27. Juni 1668 in Bologna, 
Sohn des Benedetto G. d. Ae., ging von der Wundarzneikunst zur Malerei über, 
heirathete die Schwester Guercinos und ahmte diesen in seinen BiMern nach. 

Gennari, Giovanni Battista, ital. Maler, thätig in Bologna von 1598—1607, 
Vetter des Benedetto G. d. Ae. Von ihm eine heil. Jungfrau mit dem Kinde 
und 4 Heiligen in S. Triniti zu Bologna. 



30 Gennerich — Gent. 

Gennerich, Otto, Historienmaler, geb. 1823 in Berlin, Schüler rter dortiger 
Akademie, ging 1841 mit dem Historienmaler Lengerich nach Italien und bildete 
sich unter ihm noch weiter aus. Nach Berlin zurückgekehrt, malte er Historienbilder, 
unter denen die besten sind : Götz von Berlichingen vor dem Rath in Heübronn 
(1848), Das Testament des Grossen Kurfürsten (1852) und Besuch der branden- 
burgischen Kurfürstenfamilie bei der Leiche Gustav Adolfs in Wolgast (1869). Er 
schrieb auch ein „Lehrbuch der Perspektive für bildende Künstler" mit lithographirten 
Tafeln (1865). 

Genod, Michel Philibert, franz. Maler, geb. 1795 in Lyon, f 1862, Schüler von 
Pierre Revoil daselbst, malte fleissig durchgeführte, sehr gelobte historische und 
Genrebilder, z. B. Das Familienfest (1855). 

Genoels, Abraham, genannt Archiraedes, Landschaftsmaler und Radierer, geb. 
im Mai 1640 in Antwerpen, f "10. Mai 1723 das., Schüler von Ja>n Backereel, 
ein kalter akademischer Meister, der eine Zeitlang Gehilfe von L 6 b r u n in Paris 
war, > von 1675—82 in Rom lebte und dann in seine Vaterstadt zurückkehrte. Von 
ihm im dortigen Museum eine grosse heroische Landschaft mit mjthologischer Staifage, 
im Museum zn Braunschweig eine Ruinenlandschaft. Man hat auch mehrere 
Radierungen von ihm. Er wurde 1665 Mitglied der französischen Akademie und 1672 
Meister der Lucasgilde in Antwerjjen. 

Genovese, il prete, s. Strozzi, Bernardo. 

Genschow, A., Bildhauer der Gegenwart in Berlin, schuf eine Reibe trefflicher 
Bildnissbüsten, die ^elir ansprechenden Bronzefiguren der 4 Elemente, die 2 colossaleu 
Obotriten in bronzirtem Zink für die Schlossbrücke in Schwerin und einen gelungenen 
Ooncurrenzentwurf für ein Denkmal Friedrich AVilhelms III. in Berlin. 

Geuschow, Georg, Laud.-:chaftsmaler, geb. 4. Oct. 1828 in Rostock, war Schüler 
von A. Achenbach in Düsseldorf, wo er seinen Wohnsitz nahm, machte Studien- 
reisen im bayrischen Hochland, in der Schweiz und in den Karpathen und malte 
Landschaften aus diesen Gebirgstheilen, später aber auch Stimmungslandschaften 
aus deutschen Gegenden. Bedeutend sind darunter: Wasserfall in den Karpatheu 
(1862), Waldbach (1864), der tiefpoetische Kohlbachfall im Tatragebirge (1866, Kunst- 
halle in Kiel), eine ausgezeichnete Abendlandschaft (1867), Der Engstleusee im Berner 
Oberland, Fischer auf dem Bodensee u. A. 

Gensler, Günther, Bildnissmaler, geb. 28. Febr. 1803 in Hamburg, f 28. Mai 
1884 das., Bruder des Jakob und Martin G,, Schüler von Gerdt Hardorf in 
Hamburg, studiite seit 1829 die Meisterwerke des Museums in Dresden, besuchte 
1837 Holland, ging 1844 nach Rom, besuchte 1856 und 1858 Paris, war 1850—68 
Zeichenlehrer am Johanneum seiner Vaterstadt. Er malte Eine Malerversammlung 
(1840), Eine künstlerische Unterhaltung (1849), Malerbesuch (1860), Ein alter Kun«)t- 
freund am Arbeitstisch (1867, die letzteren 3 in der Kunsthalle zu Hamburg), ein 
Gruppenbildniss von 4 Künstlern (1854, Museum in Leipzig) und eine Versammlung 
von 5 Hamburgischen Künstlern (1859, Museum in Köln). 

Gensler, Jakob, Genre- und Landschaftsmaler, geb. 21.. Jan. 1808 in Hamburg, 
t 26. Jan. 1845 das., Bruder des Vorigen und des Martin G. , war 1824--26 
Schüler von W. Tischbein in Eutin, besuchte 1828 die Münchener und 1830 die 
Wiener Akademie, entwickelte seit 1831 in seiner Vaterstadt eine reiche Thätigkeit 
und bereiste 1841 auch Holland und Belgien. Viele seiner ansprecüenden sehr natur- 
wahren Genrebilder aus dem Volksleben kamen in Hamburgischen Privatbesitz ; iu 
der dortigen Kunsthalle von ihm ein Bild: Der Kirchhof (1837 j. Unter seinen 
Radierungen werden genannt dieser Kirchhof (1840), Holsteinsche Dorfpartie (1835) 
und Matrosen vor der Schenke (J842). 

Gensler, Martin, Genre- und Architekturmaler, geb. 9. Mai 1811 in Hamburg, 
t 15. Dec. 1881 das., Bruder und Schüler der beiden Vorigen, machte 1885 und 1836 
seine Studien in München und unternahm wiederliolte Reisen nach Holland, wo ihn be- 
sonders das Leben der Fischer anzog. In Hamburg machte er sich um die Förderung 
des Kunstgewerbes in vielfacher Weise verdient. Unter seinen Oelbildern sind zu 
nennen: Die Sakristei (1835) und Wanderers Frage um Obdach (1851, beide iü der 
der dortigen Kunsthalle), Der Gelehrte des Mittelalters (1841), Der gastliche Heerd 
(1847), Die Hospitanten am Brunnen (1858), Pischerwohnung an der Niederelbe (186G) 
und Andere, die in Privatbesitz kamen. Er malte auch Aquarelle und radierte mehi'ere 
Blätter. 

Gent, Justus (Josse) von, niedei'ländi&chor Maler, geb. um 1410 iü Gent, 
Schüler und Nachfolger der Brüder van Eyclc, zog nach Italien, wo er in der ZuU 



Gentile - Gentz. 3l 

cles Herzogs Federigo von Moiitefeltre zu Urhlno malte. Dort ist das einzige üim 
zuzuschreibende bedeutende Bild in der Akademie das für Sta. Agata bestimmte Abend- 
mahl oder vielmehr die Spendung des Sakraments aus dem Jahre 1474. 

Gentile, Antonio, ital. Bildhauer, Goldschmied und Radierer, geb. 1519 in 
Faenza, t 1609, thätig in Rom, wo sich in der Peterskirche von ihm zwei Leuchter und 
ein Crucifix von 1581 nach einer Zeichnung Michelangelos befinden, die eine reiche 
Phantasie, aber auch einen ausschweifenden, überladenen Geschmack verrathen. Von 
ihm auch eine Radierung dieses Crucifixes. 

Gentile, Lnigi, s. Priiuo, Luis. 

Oentile da Fabriano, s. Fabriano. 

Gentileschi, Artemlsia, ital. Malerin, geb. 1590, f 1642, Tochter des O r a z i o G., 
Schülerin des Guido Reni und des Domenichino, kam mit ihrem Vater nach England, 
wo sie sich durch ihre Bildnisse, aber auch dui'ch ihre Liebeshändel einen Namen 
machte. Sie malte mehrere Mitglieder der königlichen Familie und andere hohe Personen, 
war aber später in Neapel ansässig. In Hamptoncourt befindet sich ihr SelbstbUdniss, 
im Palast Pitti 2 Darstellungen der Judith mit dem Haupt des Holofernes und ein 
weibliches Bildniss, im Museum del Prado zu Madrid ein Bildniss und die Geburt 
Johannis d. T., in der Galerie zu Pommersfelden eine Sui^anna im Bade mit den 
beiden Alten (1610). 

Gentileschi, Orazio, genannt Orazio Lomi, ital. Maler, geb. 9. Juli 1562 in 
Pisa, t 1647 in London, Schüler seines Stiefvaters Aurelio Lomi und seines Oheims 
B a c c i 0, arbeitete anfangs in Rom, bereiste Oberitalien und Frankreich, wo er durch 
seine Wandmalereien io bekannt wurde, dass van Dyck ihn veranlasste, nach England zu 
kommen, wo er im Hospital zu Greenwhich decorative Malereien ausführte und 12 Jahre 
blieb. Von ihm in Hamptoncourt Joseph und Potiphars Weib, im Museum del Prado 
zu Madrid Die Himmelfahrt der Maria und Die Rettung des Moses, im Hofmuseum 
zu Wien Die büssende Magdalena und Die Ruhe auf der Flucht nach Aegypten, letztere 
auch im Louvre, sowie ein Bildniss. Sein berühmtestes Bild in Italien ist Die Ver- 
kündigung im Museum von Turin. 

Gentz, Heinrich, Architekt der 2. Hälfte des 18. Jahrb., f 1811 in Berlin 
als Professor der Baukunst an der Akademie, nur bekannt durch das von ihm im 
dorischen Stil auch den von Schadow veränderten Plänen Gillys 1794 errichtete 
Alte Mtinzgebäude. 

Gentz, Wilhelm Karl, Maler der Historie und des ethnographischen Genres, 
geb. 9. Dec. 1822 in Neuruppin, f 23. Aug. 1890 in Berlin, ging von der Universität 
in Berlin zur Malerei über, wurde Schüler von K l o e b e r, bildete sich in Antwerpen 
und seit 1846 in Paris, wo er mit Unterbrechungen bis 1852 unter Gleyre und 
Couture studirte. Schon 1847 begann er Studienreisen nach Spanien, Marokko und 
Aegypten, das er später noch fünfmal besuchte, und fasste eine besondere Vorliebe 
für das orientalische Sittenbild und das Wüstenleben, das er mit stets steigendem 
Verständniss und glänzendem Erfolg schilderte. In der Farbengluth des Südens ist 
sein Colorit von grosser Leuchtkraft, so dass er hierin den gepriesensten französischen 
Coloristeu nicht nachsteht. Weniger gefielen einige Bilder der religiösen Geschichte, 
wie Das Gastmahl bei Simon dem Pharisäer (Klosterkirche in Neuruppin), 
und Ghristus unter den Pharisäern und Zöllnern (Museum in Chemnitz). Auch seine 
orientalischen Bilder hatten erst allmählich grossen Erfolg, so namentlich in den 
60er Jahren Der Sklaventransport durch die Wüste (1860, Museum in Stettin), 
Almosenspenden in Kairo (1802), Das Gebet der Mekka-Karawane. Die Begegnung 
zweier Karawanen In der Wüste. In den Jahren 1870 — 72 folgten dann die ebenso 
interessanten, wie in der Charakteristik, ausgezeichneten Bilder : Abend am Nil, Märchen- 
erzähler bei Kairo, Todtenfest bei Kairo (1871), Dorfschule in Oberägypten und ein 
Schlangenbeschwörer. 1873 reiste er nach Palästina und machte Localstudien für 
das grosse Bild: Einzug des deutschen Kronprinzen in Jerusalem 1869, das als die 
Krone seiner Schöpfungen 1876 erschien und in die Nationalgalerie überging. Nachher 
brachte er noch mehrere derartige Genrebilder, unter denen vnr nur erwähnen : Der 
Koranspruch als Heilmittel ein figurenreicher Bazar in Algier (1879), Sphinxallee 
in der Thebaide (Museum in Stettin), Koranvorlesung in der Grotte des Jeremias, 
Palmsonntag in altchristlicher Zeit, Gedächtnissfeier des Rabbi Isaak Barchischat 
(t 1408) auf dem jüdischen Begräbnissplatz in Algier (1881, Museum in Leipzig). 
An dem Prachtwerk „Aegypten" von Ebers betheiligte er sich mit vielen Zeichnungen. 
Noch im November 1889 machte er nach Tunis und Tripolis eine Reise, deren An- 
strengungen aber sein Körper nicht mehr gewachsen war. 1863 errang er sich die 



32 Geoffvoy — Gerard. 

kleine, 1896 die grosse Medaille in Berlin, ferner 1873 die von Wien, 187G die von 
München; der Berliner Akademie gehörte er als Mitglied an. 

Geoffroy, Adolphe Louis Yictor, franz. Bildhauer der Gegenwart, geb. in 
Pai'is, Schüler seines Vaters Alfred Victor G., machte sich 1873 bekannt durch 
eine mit vielem Humor componirte Gipsgmppe Der Faun und sein Kleiner. 

George, Ernst, engl. Aquarellmaler und Radierer, geb. 1839 in London, 
Schüler der dortigen Akademie, war anfangs ausübender Architekt, machte dann 
mehrere Studienreisen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, auf denen er 
viele Gebäude und Landschaften, namentlich von den Ufern der Loire und aus Süd- 
frankreich zeichnete, die, nachher in Eadierungen von ihm herausgegeben, weder als 
poetisch noch als malerisch bezeichnet werden. Er erhielt die goldene Medaille der 
Akademie zuerkannt. 

George-Mayer, August, Bildnissmaler, geb. 28. März 1834, f 9. Febr. 1889 
in Wien, war auf der dortigen Akademie der Lieblingsschüler Rahls und erregte 
grosse Erwartungen, die nur zum Theil in Erfüllung gingen. Nur in den ersten 
Jahren seiner Thätigkeit brachte er Bilder anderen Inhalts, seit 1857 nur Biidnisse 
von scharfer Charakteristik und meisterhafter Technik, vorzugsweise von Künstlern 
und Schauspielern, z. B. von Ludwig Löwe, dem Komiker Beckmann, dem Maler vo» 
Angeli, den Schauspielern Findeisen, Ludwig Damböck, auch von dem Grafen Rudolf 
Hoyos und dem Pathologen Eokitansky. 1873 wurde er prämiirt. Er schrieb auch 
eine Biographie Karl Rahls (1882). 

Georges, Edouard Francois, hoUänd. Bildhauer, geb. 1817 in Amsterdam, 
war dort Schüler von R o y e r und schuf einige schätzbare BUdnissstatuen und -Büsten. 
1841 erhielt er die silberne Medaille. Von ihm z. B. die wenigstens technisch 
gelungene Erzstatue des Königs der Niederlande Wilhelms IL im Haag mit anmuthigen 
Figuren am Postament. 

Georgi, Friedrich Otto, Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1819 in Leipzig, 
t 7. Dec. 1874 in Dresden, wurde bekannt durch die für die preussisehe Regierung 
gemachte Studienreise im Orient, deren Früchte Landschaften aus dortigen Gegenden 
waren. Als solche werden genannt : Der Jordan in Palästina, Der See Möris in 
Aegypten, Eingang in die Grabkirche zu Jerusalem, Die Statuen des Alemnon in Aegypten, 
Jerusalem und Moriah (1869, Museum in Dresden), Die Pyramiden des Cheops und 
die grosse Sphinx, Der östliche Theil des Ramesseums bei Theben u. A. 

Georgi, Friedricli Traugott, Genremaler, geb. 1780 in Schwarzenberg (Sachsen), 
t 1838 in Leipzig, Schüler von Sehen au. Unter seinen gelungenen Genrebildern 
sind zu nennen: Ein Holzhauer mit seinen beiden Kindern, Schneeball werfende 
Knaben, Die verirrten Kinder, Kirchhof im Winter, Kartoffelernte, Der Heirathsantrag. 

G6rard, Frau^ois Pascal, Baron, berühmter französischer Maler, genannt 
„ie roi des peintres", geb. 11. März 1770 in Rom, f H- Jan. 1837 in Paris, widmete 
sich anfangs in seiner Vaterstadt unter P a j o u der Bildhauerkunst, zeigte aber mehr 
Talent und Neigung zur Malerei, wurde der bedeutendste Schüler Davids und 
erwarb sich unter dem Kaiserreich als Hofmaler Napoleons I. einen glänzenden Namen. 
Obgleich sein 1795 ausgestellter Belisar (Leuchtenbergsche Galerie in St. Petersburg^ 
und eine Psyche, die von Amor den ersten Kuss empfängt (1798, im Louvre) 
grossen Beifall fanden, sah er sich doch genöthigt, sich auf Zeichnungen für buch- 
händlerische Unternehmungen zu beschränken. Erst ums Jahr 1800 gründete er 
seinen Ruf als Bildnissmaler, als er die Kaiserin Josephine in lebensgrosser Figur 
darstellte (ebenfalls Galerie Leuchtenberg) und Napoleon selber als erster Consul 
der Republik sich 1802 von ihm malen Hess (Privatbesitz). 1806 wurde ihm ein 
Bild der Schlacht bei Austerlitz (Historisches Museum in Versailles) übertragen, dem 
bald nachher das im ernsten Stil Poussins behandelte Bild der 4 Lebensalter (Museum 
iu Neapel) folgte, das aber dem Talent des Malers ebenso wenig entsprach, wie das 
viel später entstandene Bild Daphnis und Chloe (1824, im Louvre). Seine Hauptstärke 
war das Bildniss im weiteren, geschichtlichen Sinn, das die Person zugleich in der 
Art ihres Lebens und im Charakter ihrer Zeit darstellt; namentlich wusste er die 
Frauen in der ihre Zeit vollständig charakterisirenden Erscheinung wiederzugeben. 
In dieser Weise portraitirte er alle die berühmtesten Persönlichkeiten, die in der 
Zeit von 1789 bis 1837 bekannt wurden. Das bezeichnendste Beispiel dieser Art 
ist das schon 1802 gemalte Bildniss der Frau Recamier, das auch in der Ausftlhrung 
zu seinen Meisterwerken gehört; ebenso im Louvre das des Malers Isabey mit seiner 
Tochter, das des Bildhauers Canova, und im Museum zu Dresden Napoleon I. vina 
Kröaangsornat. Unter seinen übrigen Werken sind hervorzuheben : das Bildniss 



Gerard — Gerhardt. 33 

Ludwigs XVIII., der Einzug Heinrichs IV. in Paris (Historisches Museum in Versailles), 
das ihm den Baronstitel eintrug, die in den Zwickeln der Kuppel des Pantheon nach 
den Skizzen von Carvallo ausgeführten allegorischen Bilder und als eines seiner 
letzten Werke Die Pest in Marseille. Seine Bildnisse begann er 1826 gestochen von 
Pierre Adam herauszugeben. Er war Professor und Mitglied des Instituts von 
Frankreich, sowie Mitglied des holländischen Instituts. — Seine Biogr. von Henri 
Gerard (1867). 

Gerard, s. Grandville. 

G6rard, Louis Alphonse, franz. Holzschneider, geb. im Jan. 1820 in Paris, 
ging von der Malerei zur Formschneidekunst über, wurde Schüler von P o r r e t und 
machte sich seit 1838 durch Holzschnitte bekannt, z. B. für die „Scene« populaires" 
nach Zeichnungen von Pierre Monnier, für das „Musee des famüles", die „Histoire 
des peintres" und für die Zeitschriften „L'Artiste", „L'IUustration" und „Magasin 
pittoresqUe" . 

G6rard, Theodore, belgischer Maler, geb. 1829 in Gent, besuchte die dortige 
Akademie, war bis 1858 Decorationsmaler und begann dann in Brüssel die Genre- 
malerei, worin er viel Glück machte. Eines seiner hübschsten, heitersten Bilder 
war die triumphirende Prozession von Bauernkindern. 

Gerardini (oder Giraldini), Melchiore, ital. Historienmaler und Radierer, geb. 
in Mailand, f 1675, Schüler von Crespi, vollendete nach dessen Tode die von ihm 
unbeendigt hinterlassenen Werke. Seine Radierungen sind 40 Blätter „Capricci di 
varie figure" im Geschmack Callots und ein Bildniss des genannten Crespi. 

Geraut, Pierre Nicolas, franz. Kupferstecher, geb. 1786 in Paris, Schüler von 
Villani, stach die Madonna di Loreto nach Raffael (im Louvre), die heil. Genoveva 
nach Guerin, Gabriele von Vergy nach Monvoisin und die holländische Köchin nach 
G Dou. 

Gerbier, S i r Balthasar, Baron von Ouvilly, Maler und Architekt, geb. um 
1591 in Antwerpen, f 1667 in London, bildete sich in Italien, kam im Gefolge des 
Herzogs von Buckingham nach England, und begleitete diesen 1623 nach Spanien, 
wo er die Infantin Maria Anna malte und für deren Verheirathung thätig war. 
Beim Regierungsantritt Karls I. wurde er nach Flandern geschickt, um den Friedens- 
vertrag mit Spanien zu erwirken. Nachher soll er in Ungnade gefallen und nach 
Surinam gegangen sein, wurde aber von dort nach Holland weggeschickt. Während 
der Herrschaft Cromwells ging er wieder nach England und gründete 1648 eine 
Kunstakademie, die aber nur von kurzer Dauer war. Bei Karls II. Rückkehr aus 
den Niederlanden wurde er als Nachfolger von Inigo Jones Aufseher über die 
königlichen Bauten und begann für Loi-d Craven den Bau von Hampstead Marshai, 
den er unvollendet hinterliess. Er malte schöne Miniaturen, schrieb eine „Encyklopädie 
der Kunst", „Die 3 Hauptgrundsätze der Baukunst" (1662) und einen „Rath für 
alle Baumeister" (1668). 

Gerhard, Hubert, niederländ. Bildhauer der 2. Hälfte des 16. Jahrb., der 
1580—1609 im Dienst des Herzogs Wilhelm V. und des Kurfürsten Maximilian I. 
von Bayern zu München stand. Von ihm mehrere Skulpturen an der Fa(^ade der 
Michaelskirche in München nach Zeichnungen von Fr. Lustris und zwischen den 
beiden Eingängen der Kirche die von ihm gegossene Erzstatue des heil. Michael 
nach einer Zeichnung von Candid, in der Frauenkirche das Erzdenkmal des 
Dr. Meermann und in der dortigen Erzgiesserei die geschmacklose, aber technisch 
vollendete Colossalgruppe Mars und Venus. Von ihm auch der 1593 gegossene 
Augustusbrunnen in Augsburg mit seinen Figuren von gediegener Körperbildung. 

Gerhard von Rile oder Biehl, (Ansiedelung nahe dem jetzigen Kölner 
zoologischen Garten), Architekt, f 1295, findet sich 1257 als langjähriger, wohlver- 
dienter Baumeister am Dom zu Köln, den er mit dem Chor begann. Er baute ferner 
den Chor der Benediktinerkirche zu Gladbach, soll auch 1255 den Bau der früh- 
gothischen Cisterzienserkirche in Altenberg (Reg.-Bez. Düsseldorf), eine einfachere, 
kleinere Wiederholung des Kölner Domes, begonnen haben. 

Gerhardt, Eduard, Maler, geb. 29. April 1813 in Erfurt, f 6. März 1888 in 
München, war anfangs Lithograph, bis er 1837 in München zur Malerei überging. 
Infolge wiederholter Reisen in Italien, Spanien und Portugal, wo er die Bauwerke 
studirte, machte er die Architekturmalerei zu seinem Hauptfache und stellte die 
Bauten jener Länder in meisterhaften Oel- und Aquarellbildern dar, am schönsten 
die Werke der maurischen Architektur in Spanien in ihrer Naturwahrheit und in 
poetischem Glänze. Dahin gehören seine Aquarelle aus der Alhambra und San 
Allgemeines Künstler-Lexicon. K. Aufl, 2. Band. 3 



34 Gerhardt — Gerino. 

Ildefonso, der Inquisitionspalast in Cordova (1863), die CarmokircTie in Lissabon, das 
herrlich gelegene Cintra, San Marco und Sta. Maria della Salute in Venedig, sowie 
die Oelbilder Nördliche Ansicht der Alhambra, Mondnacht in einer spanischen Stadt, 
Der Löwenhof der Alhambra bei Mondschein (Galerie Schack in München). 12 seiner 
Bilder im Besitz des königl. Hauses von Württemberg, und andere in der Galerie 
Schack. Er radierte auch ein Blatt mit der Abteikirche zu Altenberg bei Köln. 1852 
erhielt er den Rothen Adler-Orden 4. Klasse. 

Gerhardt, Heinrich, Bildhauer, geb. 24. Aug. 1823 in Kassel, trat in die 
dortige Akademie und wurde Schüler von Henschel, dem er 1844 nach Eom folgte, 
wo er sein treuer Gehilfe und Freund blieb. Nach seiner ersten selbständigen Arbeit, 
einem Brunnenrelief, folgten die Statuen Amor und Bacchus, eine Schauklerin (1873, 
oft wiederholt), die Gruppe einer Nymphe mit Amor, eine Madonna mit dem Christus- 
knaben (1876), ein Grabdenkmal mit der steheuiden Figur der Religio, mehrere Reliefs 
nach Gedichten von Goethe, das Relief Rebekka und Elieser, und 1881 der Erzengel 
Michael im Kampf mit dem Drachen. Mehrere dieser Bildwerke in der Villa 
Brunnenhof bei Zürich. 

Gericault, Jean Louis Andr^ Theodore, franz. Historien- und Thiermaler, 
geb. 26. Sept. 1791 in Ronen, f 18. Jan. 1824 in Paris, wurde als Schüler Carle 
Vernets und Guerins in de akademischen Richtung ausgebildet, schlug aber 
gleich in seinen Bildern eines Reitergrenadiers zu Pferd 1812 und eines verwundeten 
Kürassiers die realistische Richtung ein. 1817 — 19 machte er weitere Studien in 
Italien und trat nach seiner Rückkehi" mit dem diese Richtung charakterisirenden 
bedeutenden Bilde Schiifbruch der Fregatte Medusa auf (1819, im Louvre), ein Bild, das 
anfangs manchen Widerspruch fand, aber bald durch die völlige Neuheit des Stoffes, 
durch die ergreifende Wahrheit und kräftige Malerei grosses Aufsehen erregte und als 
offene Kriegserklärung gegen die Davidsche Richtung betrachtet wurde. Unstreitig 
würde er sich noch manche Lorbeeren errungen haben, wenn er nicht bald nach seiner 
Rückkehr aus England, wo er sich besonders dem Studium der Pferde widmete, durch 
einen Sturz vom Pferde das Leben verloren hätte. Die in den letzten Jahren vor 
seinem Tode entstandenen Skizzen nach der Natur, seine Lithographien und zahl- 
reichen Genre- und Pferdebilder (7 dergleichen im Louvre) sind von ungemeiner 
Energie und Lebenswahrheit. Er hatte die Absicht, in einem grossen Bilde die 
Schrecken des Rückzuges der Franzosen aus Russland darzustellen, wurde aber durch 
den Tod daran verhindert. Auch als Lithograph entwickelte er eine reiche Thätigkeit. — 
Seine Biogr. von Clement (3. Aufl. 1879), A. Rosenberg (1885). 

Geriete, Samuel Theodor, Historienmaler und Radlerer, geb. 1665 in Spandau, 
t 1730 in Berlin, Schüler von Romandon, bildete sich später auch in Rom und 
wurde in Berlin Hofmaler und Akaderaiedirektor. Man hat von ihm 3 radierte 
Blätter: Johannes d. T. in der Wüste (1696), Maria am Grabe des Heilandes und 
eine Allegorie auf die Nachahmung in der Malerei. 

Gerini, Lorenzo, ital. Maler der 1. Hälfte des 15. Jahrb., Sohn und Schüler des 
N i c c 1 ö d i P i e t r G., ein grotesker Maler zweiten Ranges, dessen bestes Werk 
die Gemälde des Hochaltars in S. Domenico zu Cortona sind, darstellend die Krönung 
der Maria mit der Anbetung der Könige und 4 Scenen aus dem Leben des Dominicus 
(1440). Von ihm ferner im Palazzo pubblico zu S. Gimignano ein Triptychon mit 
der Marter des heil. Bartholomäus (1401), eine Verkündigung in der Akademie zu 
Florenz und eine Krönung der Maria in der Kapelle de' Medici in Sta. Croce 
daselbst. 

Gerini, (oder Cierino), Niccolö di Pietro, ital. Maler der 2. Hälfte des 
14. Jahrb., bildete sich in der Schule des Taddeo Gaddi, malte 1382 die Fresken aus 
der Leidens- und Auferstehungsgeschichte Christi in S. Francesco zu Pisa und Wand- 
bilder aus der Matthäuslegende und die Kreuzigung Christi in S. Francesco zu Prato, 
Bilder von schwacher Durchbildung der Formen, aber sehr löblich in den landschaft- 
lichen und architektonischen Hintergründen. 

Gerino da Pistoja, ital. Maler der 1. Hälfte des 16. Jahrb., thätig von 1500 
bis 1529, guter Schüler und Nachfolger des P e r u g i n o, der auch an Raffael erinnert, 
aber in den letzten Jahren seines Lebens conventioneil und manierirt. Zu seinen 
früheren, besseren Bildern gehören: in S. Ag>ostino zu Borge San Sepolcro eine 
Fahne mit einer Madonna del Soccorso (1502), in der Sakristei des Domes daselbst 
eine heil. Barbara ; zu seinen späteren Bildern die Fresken der wunderbaren Speisung 
im ehemaligen Refektorium der Kirche S. Lucchese bei Poggibonsi, ein Altarbild 
(in Tempera) des Auferstandenen vor Magdalena und 1529 das schwache Bild einer 



Gerlach - Gerson. 35 

Madonna mit 6 Heiligen iu den Uffizien. Wahrscheinlich von ihm auch das Fresko 
des Abendmahls im Museo. Egiziaco zu Florenz. 

6^erlach, Philipp, Architekt des BaTockstila, geb. 1679 in Spandau, f 1748 
in Berlin, Schüler von B r o e b e s, setzte in Berlin den Bau des Thurmes der Jerusalem- 
kirche (1716—18) und den von Nering begonnenen Thurm der Parochialkirche 
(1732 — 36) fort und errichtete als sein Hauptwerk die nüchterne Garniaonskirche in 
Potsdam (1730—35). 

Germain, Pierre, Goldschmied und Medailleur, geb. 1647 in Paris, f 1684, 
machte sich durch goldene Platten für die Einbände der Bücher über die Kriegs- 
thaten Xiudwigs XIV. und durch mehrere Medaillen einen geachteten Namen. 

Germain, Thomas, Goldschmied und Architekt, geb. 1673 in Paris, f 14. Aug. 
1748, Sohn des Vorigen, bildete sich in Rom und führte nachher in Paris Pracht- 
geräthe von Gold und Silber für Paläste und Kirchen aus, auch ein silbernes Service 
für die Prinzessin Rohan, soll auch eine Kirche in Livorno und die Kirche St. Louis 
du Louvre in Paris gebaut haben. 

Germes, Jacques de, niederländ. Bildhauer um die Mitte des 15. Jahrb., vol- 
lendete 1455 das Grabmal des Louis Ib Male, Grafen von Flandern in der Kollegiat- 
kirche St. Peter zu Lille. 

Gerome, Jean L^ou, berühmter franz. Maler, geb. 11. Mai 1824 in Vesoul 
(Dep. Saone super.), lernte hier die Anfangsgründe der Kunst und kam 1841 nach Paris, 
wo er in die Ecole des beaux-arts und ins Atelier von Delaroche trat, mit dem 
er 1844 auf ein Jahr nach Rom ging. Nach seiner Rückkehr war er eine Zeitlang 
Schüler von G 1 e y r e, dann weder von Delaroche. Sein erstes Bild, womit er das 
Gebiet der antiken Sittenschilderung betrat, war 1847 ein griechischer Hahnenkampf, 
dem dann 1848 ein Anakreon mit Bacchus und Amor und 1851 ein lascives griechisches 
Lirpanar folgten. Ein dem letzteren an Frivolität ähnliches Bild trug den unschuldigen 
Titel „Idylle" (1853). Nach dem ziemlich verunglückten Bilde Schilderung aus dem 
Zeitalter des Augustus (1855, lebensgrosse Figuren) erschien 1857 das wirkungsvolle, 
oft wiederholte Ende des Maskenballs, auf dem sich ein Pierrot und ein Harlekin 
eben duellirt haben, und wiederum aus dem Orient entlehnt die ägyptischen Rekruten 
von albanesischen Soldaten durch die Wüste escortirt. Grosse Lorbeeren erntete er 
wieder 1859 durch die dem klassischen Alterthum entlehnten Bilder : Ermordung des 
Caesar, die lüsterne Scene Gemahlin des Kandaules, und das ergreifende Bild des 
Vitellius der im Cirkus von den Gladiatoren begrüsst wird („Ave, Caesar, morituri 
te salutant"), ferner 1861 durch die wiederum sehr lascive Phryne vor den Richtern, 
durch die Begegnung der beiden lachenden Auguren und Kleopatras Besuch bei 
Caesar. Dann wandte er sich wieder eine Zeitlang zum modernen Orient in den 
Bildern: Der Gefangene auf einem Nilschiflf (1863), Ein türkischer Metzger in 
Jerusalem, Die Thür der Moschee el Hassanen in Kairo mit den Köpfen von hin- 
gerichteten Beis (1866), Brettspielende Amanten und liess auch andere Bilder aus 
der Geschichte Frankreichs folgen, z. B. das kleine meisterhafte Frühstück Molieres 
bei Ludwig XIV (1862), Tod des Marschalls Ney, Empfang der siamesischen 
Gesandten vor Napoleon in Fontainebleau und Bonaparte als Feldherr des Zuges nach 
Aegypten (1868). Geringer zeigte sich seine Schöpferkraft seit der Mitte der 70er 
Ja^e. In allen orientalischen Scenen zeigt er eine auf seinen Reisen erlangte ge- 
naue Kenntniss aller Oertlichkeiten und Persönlichkeiten; in den Scenen aus dem 
klassischen Alterthum bringt er moderne Menschen in antikem Kostüm, oder moderne, 
ins Alterthum übertragene Lüsternheit. Seine Pormengebung ist stets höchst morg- 
fältig und correkt, sein Colorit nicht brillant, aber haiononisch und meisterhaft in der 
Beleuchtung. Seit 1881 trat er auch öfter als Bildhauer auf und stellte namentlich 
Werke der polychromen Plastik aus, die durch ihr harmonisches Colorit viel An- 
erkennung fanden. Solche sind die lebensgrosse Figur Tanagra, eine Furie des 
Krieges 4nit einer giftigen Schlange und eine Tänzerin. Er erhielt mannigfache 
Medaillen; seit 1865 Mitglied des Instituts ward ihm 1867 das Offizier-, 1878 das 
Coramandeur-Kreuz der Ehrenlegion zu Theil. 

Geron, Matthias, s. Gernng, Matthias. 

Gerry, Samael; amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1813 in Boston, studirte in Paris 
die Werke anderer Landschaftsmaler, bildete sich aber für sein Fach ohne eigentlichen 
Lehrer aus, brachte 3 Jahre auf Studienreisen in Europa zu und liess sich dann in s;einer 
Vaterstadt nieder. Ausser Landschaften malte er auch Bildnisse und Figurenbilder. 

Gerson, Wojciecli Albert, polnischer Historienmaler, geb. 1. Juli 1831 in 
Warschau. Schüler der dortigen Kunstschule, der Akademie in St Petersburg mid des 



36 Gers^t — Geselschap. 

Malers Cogniet in Paris, malte tendenziöse Scenen aus der Geschichte Polens, 
z, B. Die Propaganda der Deutschen im 10. und 11. Jahrh. zwischen Elbe und Oder, 
Deutsche Ordensritter des 14. Jahrh. in Polen, Ermordung Przemyslaws Königs von 
Polen durch die Markgrafen Johann und Otto den Langen von Brandenburg am 
6. Febr. 1296. 

öerst, Joh. Karl Jakob, Landschafts- und Theaterdecoratipnsmaler, geb. 1792 
in Berlin, f 1854 das., Schüler des Decoration.smalers Verona, thätig in seinem 
Fache seit 1818. Durch ihn und unter seiner Leitung wurden nach Schinkels Ent- 
würfen die Decorationen zur ZauberÜöte, Armida, Cortez und anderen Opern aus- 
geführt, 80 das» durch ihn und Gropius die Theater-Decorationsmalerei zu einem 
Kunstfach erhoben wurde. Er hatte den rothen Adlerorden IV. Kl. Seine Schüler 
waren Karl Graeb und die Landschaftsmaler Biennann, Pape und Fiedler. 

Gerstmeyer, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 6. März 1801 in Wien, f 14. Sept. 
1870, Schüler der dortigen Akademie, malte seine Bilder in Oel und Aquarell. 
Genannt werden darunter : St. Gilgen und der See von St. Wolfgang, Kalkofen bei 
Nachtbeieachtung, das Stift Klosterneuburg (Hofmuseura in Wien), Ansicht von 
Neuberg in Steiermark, Ansicht von Brescia, Partie bei Karlsbad, Ansicht von 
Sondrio u. A. 

Oertener, Madern, Baumeister der 1. Hälfte des 15. Jahrb., begann 1415 den 
Thurin des Doms zu Frankfurt a. M., der eines der bedeutendsten Denkmäler des 

15. Jahrh. am Mittelrhein war, aber bis 1877 (s. Denzinger) unvollendet blieb. Der 
Meister starb wahrscheinlich schon vor 1432. 

Gertner, Johann Wilhelm, dänischer Bildnissmaler, geb. 10. Mai 1818 in 
Nyboder, f 30. März 1871 in Kopenhagen als Professor, Schüler der dortigen Akademie. 
bildete sich auf Reisen zu einem tüchtigen Bildnissmaler und wurde 1850 Mitglied der 
Akademie seiner Vaterstadt. Seine Hauptbilder sind die Bildnisse von Thorwaldsen 
in Lebensgrösse (1842), Oehlenschläger (1842), König Friedrich VIT. (1861), König 
Karl XV. von Schweden (Nationalmuseum in Stockholm), Bildniss seiner Mutter (1856) 
und das Bild Inneres der Schlosskirche von Frederiksborg bei der Krönung 
Christiana VIII. im J. 1840. 

Gernng (oder GeronJ, Matthias, Formschneider und Maler in der Mitte des 

16. Jahrb., geb. in Nördlingen. Von ihm eine Folge von 54 Holzschnitten zur 
Apokalypse (Bibliothek zu Wolfenbüttel) von trockener Umrisszeichnung (1544—58) 
und ein Blatt vom Jahre 1546 mit einer Satire auf die Geistlichkeit. Das einzige 
beglaubigte Bild von ihm ist die Belagerung der Stadt Lauingen durch Kaiser 
Karl V. im Jahre 1546, als Kostümbild interessant. 

Gerrex, Henri, franz. Maler, geb. 1848 in Paris, Schüler von Cabarel, 
Brisaet und Fromentin, malte theils mythologische Bilder auf recht poetische 
Weise, z. B. Satyr mit einer Bacchantin spielend (1874, im Luxembourg), theils 
moderne Genrebilder von wenig anziehendem Inhalt, aber mit geschickten Licht- 
effekten, z. B. Eine bürgerliche Trauung, Die Kohleuauslader im Bassin von La Villette, 
Das Preisgericht der Malerei (1885). Er erhielt 1874 die Medaille 2. Klasse. 

Geselschap, Eduard, Genremaler, geb. 22. März 1814 in Amsterdam, wohin 
seine Eltern aus dem belagerten Wesel geflohen waren, f 5. Jan. 1878 in Düsseldorf, 
wo er von 1834 — 41 Schüler der Akademie war und sich besonders unter S ch ad ow 
zu einem trefflichen Künstler ausbildete. Anfangs malte er romantische Genrebilder, 
historische und biblische Darstellungen, kam aber später auf das seinem Talent mehi' 
entsprechende Feld der Darstellung des bürgerlichen Lebens, worin er oft Lampen- 
und Kerzenbeleuchtung anbrachte. Unter diesen zahlreichen Bildern sind hervorzu- 
heben : Götz V. Berlichingen vor dem Rathe in Heilbronn, Valentins Tod nach Goethes 
„Faust", Romeo und Julie in der Gruft (1845), Auffindung der Leiche Gustav 
Adolfs auf dem Schlachtfeld von Lützen (1848), Die Christbescheerung, Der St. 
Nikolausabend, Der Grossmutter Bilderbibel, Der Weihnachtsmorgen, in der Kunst- 
halle zu Bremen Der kleine Musikant (1859) und Der Leiermann (1861), in der 
Kunsthalle zu Hamburg Der St. Martinsabend in Köln (1862), Die Ueberraschung 
(1864), im Museum zu Köln Soiree musicale (1867), im Museum zu Christiania 
Familienscene am Christmorgen, Der Lebensabend (1871). Der Akademie von 
Amsterdam gehörte er als Mitglied an. 

Geselschap, Friedrich, Historienmaler, geb. 5. Mai 1885 in Wesel, Sohn des 
Vorigen, bildete sich auf der Akademie in Dresden und unter Mintrop und 
Bendemaun in Düsseldorf vorzugsweise in der decoratlven Malerei. 1866 ging 
er nach Italien, widmete sich in Rom dem Studium der monumentalen Malerei und 



Gessi — Geyer. 37 

Hess sich in Berlin nieder, wo er 1882 Mitglied der Akademie wurde. Zunächst 
führte er solche Malereien in Privathäuaem aus, wurde 1877 durch die Concurrenz 
um die Wandmalereien im Kaiserhause zu Gotha bekannt und erhob sich zu einer 
grossartigen Malerei in den Bildern (Caseinfarben) der Kuppel und der 4 Bogeu- 
felder des Berliner Zeughauses, wo er in der idealen Anschauungsweise des Cornelius 
einen Triumphzug, den Krieg, den Frühling des neuen deutschen Beiches, die 
Apotheose der Helden von Karl d. Gr. bis zu Friedrich Wilhelm III. und als Abschluss 
das Reich des Friedens auf Erden darstellte. Dazu kamen noch seine Cartons zu 
drei Glasfenstern der Dankeskirche in Berlin, enthaltend den auferstandenen Christus 
mit den Evangelisten Marcus und Lucas. 

Gessi, Francesco, ital. Maler, geb. 1588 in Bologna, f 1649, war anfangs 
Schüler von Calvaert und Cremonini und wurde dann einer der besten Schüler 
und Gehilfen von Guido Reni, thätig in Mantua, Ravenna, Neapel und am meisten 
in Bologna. Unter seinen Bildern, die er voll Geist in der Erfindung, aber allmählich 
mit zu grosser Leichtigkeit und Schnelligkeit malte, sind hervorzuheben : Die Wunder- 
geschichte des Cardinais Buonaventura, der heil. Franziscus in der Pinakothek zu 
Bologna, im Museum zu Dresden Magdalena mit dem Crucifix in der Hand, im 
Hofmuseura zu Wien Morpheus erscheint der Halcyone in der Gestalt ihres Gatten 
im Traume. 

Gessner, Eonrad, Pferde- und Schlachtenmaler, geb. 1764 in Zürich, f 8. Mai 
1826 das., Sohn desSalomon G., Schiller von Landolt und J oh. Heinr. Wüst 
nnd seit 1784 der Akademie in Dresden unter Graff und Zingg, wo sich sein 
Talent besonders für Schlachtenmalerei entwickelte, in der er geschickte Erfindung 
und Anordnung zeigte. 1787 ging er nach Italien, wo er sich fast nur der Landschaft 
widmete und viele Studien im Geschmack des. Salvator Rosa ausführte. 1789 bereiste 
er auch England und Schottland, lieferte hier viele Zeichnungen und Gemälde, ver- 
suchte sich auch im Radieren. 1804 kehrte er in sein Vaterland zurück und setzte 
hier das Radieren von Pferde- und Reiterbüdern fort. 

Gessner, Salomon, Idyllendichter, Maler und Radierer, geb. 1. April 1730 in 
Zürich, t 2. März 1788 das., kam 1749 als Lehrling in eine Buchhandlung in Berlin, 
wo er sich aber mehr der Landschaftsmalerei und der Radierkunst widmete, und 
hierin zu grosser Vollkommenheit gelangte. Dann kehrte er über Hamburg in seine 
Vaterstadt zurück, wo er sich anfangs mehr der Poesie widmete, seit 1765 aber viel 
mehr der Landschaftsmalerei in Aquarell und der Radierkunst und allmählich ganz 
als Künstler lebte. Seine radierten Blätter, 337 an der Zahl, meistens Landschaften, 
auch Vignetten mit spielenden Putten, Eroten u. dgl., erschienen 1802 in 2 Bänden. 
Zu den schönsten gehören 10 Blätter aus dem Jahre 1764 dem Watelet gewidmet. 
10 Blätter Landschaften mit mythologischen Figuren (1769 — 71), eine Folge von 12 
anderen Landschaften und 9 Blätter komische Darstellungen zu Butlers „Hudibras" . — 
Seine Biogr. von Wölfflin (1889). 

Geuslain, Charles Etienne, franz. Bildnissmaler, geb. 9. Juni 1685 in Paris, 
f 10. Febr. 1765 das., Mitglied der dortigen Akademie seit 1723, stellte seine Bilder 
von 1737—1745 aus. 

Gey, Leonhard, Historienmaler, geb. 27. Juni 1838 zu Hannover als der Sohn eines 
bekannten Baritons, t 21. Sept. 1894 zu Dresden, wo er Professor an der Akademie war. 
Studirte erst am Polytechnikum in Hannover, dann aber an der Akademie zu Düsseldorf, 
Berlin und Dresden, wo er Schüler Sclinorrs wurde, in dessen Kunstweise er zeit- 
lebens befangen blieb. Er malte Fresken im Welfenschloss Marienburg bei Hannover, 
in den Aulen verschiedener Gymnasien, in der Albrechtsburg zu Meissen u. s. v. 
Sein „Luther die Bibel übersetzend" gelangte als Geschenk in den Besitz der National- 
galerie zu Berlin; die Darstellung wurde im Auftrage Kaiser WUhelms 1883 in 
25,000 farbigen Vervielfältigungen in den preussischen Volksschulen vertheilt. Seit 
1876 lebte G. in Dresden und war seit 1882 an der Akademie thätig. Seine Lehr- 
thätigkeit wird besonders gerühmt. 

Geyer, Alexlns, Landschaftsmaler, geb. 1826 in Berlin, f 16. Juli 1883 das., 
besuchte die Akademien in Berlin, München und Dresden, bildete sich aber nach keinem 
bestimmten Lehrer. Auf Veranlassung des Königs Otto von Griechenland bereiste er 
10 Jahre lang Italien, Sizilien und den ganzen Orient, besuchte auch einen grossen Theil 
von Deutschland, die Schweiz und die Niederlande und brachte von allen diesen Reisen 
zahlreiche Studien zurück. Mit einer englischen Expedition ging er nach Sizilien, 
lieferte für Fossatis „Aya Sophia in Constantinople" (I8t?2) die Detailstudien, malte 
Bilder für König Friedrich Wilhelm IV für das archäologische Museum in Rom und 



38 Geyer — Geyling. 

Cykloramen vom Bosporus und dem Nil. Seine einzelnen Bilder sind von guter Be- 
leuchtung und trefflicher Behandlung der Vegetation und des Laubwerks. 

Geyer, Georg, Landschaftsmaler, geb. 12. Sept. 1823 in "Wien, Schüler der 
dortigen Akademie unter Mössmer, Steinfeld und Th. Ender, malte vorzugs- 
weise Bilder aus den österreichischen Alpengegenden. Im Hofmuseum zu Wien von 
ihm eine Ansicht des Reichenauer Thaies (1849). 

Geyer, Johann, Genremaler, geb. im Febr. 1807 in Augsburg, f 26. Nov. 1875 
daselbst, besuchte die dortige Kunstschule und seit 1826 die Akademie in München 
anter Clem. Zimmermann, bereiste Belgien und Frankreich und war 1833 — 66 
Professor an der polytechnischen Schule seiner Vaterstadt. Seine zahlreichen, be- 
sonders in der Malerei der Eüieiderstoffe meisterhaften Genrebilder sind entweder 
historischen Inhalts, oder humoristisch. Hervorzuheben sind darunter: Das Innere 
einer Menagerie (1885, Museum in Leipzig), Der Prophet Elias in der Wüste (Museum 
in Bern), Der Arzt bei einer kranken Dame, Das Ende des Maskenballs, Das Con- 
silium medicum (sein bestes Werk von 1843, alle 3 in der Neuen Pinakothek in 
München), Der Kunstkritiker im Atelier, Kaiser Ludwig der Bayer begibt sich 
in den Schutz Augsburgs (1844, Rathhaus in Augsburg), Der Magistrat eines 
Städtchens empfängt den Fürsten (Museum in Hannover), Verhaftung eines 
Patriziers im 30jährigen Kriege (Kunsthalle in Hamburg), und viele andere in 
Privatbesitz. 

Geyer, Karl Ludwig Otto, Bildhauer, geb. 8. Jan. 1843 in Charlottenburg, 
besuchte die Berliner Akademie und das Atelier Schievelbeins und studirte 1869 
in Kopenhagen das Thorwaldsen-Museum. Seine Werke sind Reliefbildnisse von 
Künstlern in der Eingangshalle der Nationalgalerie, der Fries an der Hauptfront des 
Berliner Rathhauses, allegorische Figuren auf der Belle-Alliancebrücke und das eherne 
Siegesdenkmal in Iserlohn mit der Statue Kaiser Wilhelms. 

Geyer, Konrad, Kupferstecher, geb. 15. Aug. 1816 in Nürnberg, Schüler des 
Illustrators Peter Karl Geissler, in Leipzig von Neher und Jäger und im 
Kupferstich Schüler von Preisel in München. 1851 Hess er sich in München nieder 
und stach dort die Kunstvereinsblätter : Nach Arthur von Ramberg Der Spaziergang 
mit dem Hofmeister, nach Ph. Foltz Mutterfreude, Der Kindertanz nach de Loose 
(Mus. in Leipzig), ferner die Blätter: Die Begegnung auf dem See nach Ramberg, 
nach Rob. Beyschlag Schwerer Entschluss und Huldigung, Der Hypochonder nach 
Spitzweg, Der Börsenspeculant nach G. Flüggen, nach Pixis 3 Blätter Herbstfreude, 
Sommerfrische und Wintervergnügen und nach Toby Rosenthal Seb. Bach mit seiner 
Familie bei der Morgenandacht (Mus. in Leipzig). 

Geyger, Ernst Moritz, Maler, Bildhauer und Radierer, geb. 9. Nov. i861 in 
RLrdorf, ist der vornehmste Vertreter der neuen Stichradierung in Deutschland, 
Schüler der Berliner Akademie, arbeitete in Berlin, Rom, Florenz und auch in Dresden, 
wo er einige Monate lang Professor an der Akademie war. Unter seinen Bildern, 
die weniger bekannt sind, sind zu nennen : Kaiser Wilhelm am Todestag der Königin- 
Luise auf dem Wege zum Mausoleum in Charlottenburg, Am Waldesrand, Viehfütterung. 
Nach einigen für den Kunsthandel Lm Geschmack Landseers radierten Blättern trat 
er mit Originalthierradierungen hervor, die eine unglaubliche Kenntniss der Thierwelt 
verrathen, z. B. Löwenstüfck, Der Marabu (als vortreffliche Satire auf den selbst- 
gefälligen Professor gedacht), einige Affenversammlungen, deren Mittelpunkt ein 
kleines Menschenkind bildet und die den Titel „Darwinistische Disputation" tragen. 
Sein grösstes Werk, die Frucht vierjähriger Arbeit, ist die grosse Wiedergabe (reiner 
Stich) nach Botticelli's „Frühling", im Auftrag von Sedelmayr in Paris geschaffen. Die 
unglaubliche Gewissenhaftigkeit, mit der das Blatt gearbeitet ist, lässt es denn doch 
ein wenig ängstlich und hart erscheinen. Ebenso könnte man bei G.'s im Uebrigen 
hervorragenden plastischen Arbeiten aussetzen, dass er sich zu sehr ins Detail verliert 
und gar nichts der Phantasie des Beschauers überlässt. Unter seinen Skulpturen sind 
hervorzuheben : ein kleiner in Wachs modellirter Affe, Löwen und Kampf eines Löwen 
mit einem Nilpferd, Bronzeguss. In der Berliner Ausstellung von 1894 waren fast 
alle die Arbeiten dieses, hervorragenden Thierkenners vereinigt. 

Geyling, Franz, Historienmaler, geb. 16. Juni 1803 in Wien, f 10. Mai 1865 
in Steyr, als Professor an der dortigen Realschule. Er malte Rudolf von Habsburg, 
Oedipus im Hain der Eumeniden, Noahs Dankopfer, Herzog Ernst der Eiserne von 
Oesterreich rettet auf der Jagd die Herzogstochter Cimburga. 

Geyling, Joseph, Historienmaler, geb. 1825 in Wien, Sohn des gleichnamigen 
Hofmalers (f 1885), Schüler der dortigen Akademie. Von ihm werden genannt die 



Geyling — Gherardo. 39 

Bilder: Albrecht IV. Graf von Habsburg nimmt bei seiner Abreise nach Palästina 
Abschied von seiner Familie, Prinz Eugen bei Peterwardein (Federzeichnung). 

Geyling, Karl, Glasmaler, geb. 28. Febr. 1814 in Wien, + 2. Jan. 1880 das., 
Schüler der dortigen Akademie, brachte es seit 1840 in seiner Kunst zu grosser 
Meisterscliaft. 1846 schmückte er die flauskapelle im Ständehause mit Glasmalereien 
nach Cartons von Schnorr, erhielt infolge dessen zahlreiche Aufträge und führte Glas- 
malereien aus im Stephansdom, in der Johanniter-, Lerchenfelder-, Lazaristen- und 
deutschen Ordenskirche im Krönung-sdom zu Pressburg, in der neuen Kirche in Nancy, 
in den Kapellen zu Teplitz, Weilburg, Hörnstein und namentlich in der Votivkircbe 
zu Wien. 

Geyling, Rudolf, Genremaler, geb. 2. Febr. 1839 in Wien, bildete sich auf der 
dortigen Akademie unter Ruhen und W u r z i n g e r, später während eines längeren 
Aufenthaltes in Italien und Hess sich m seiner Vaterstadt nieder, wo er Vorsteher 
der Glasmalerei-Anstalt von Karl Geylings Erben ist. 1868 debütirte er mit der 
Heimfahrt der Leiche Siegfrieds ; dann folgten die Genrebilder Die Kirchenschänder 
(Akademie in Wien), das lüstige Bild Vergebliche Mühe und mehrere andere in Eom 
gemalte Genrebilder und Veduten. 

Geyser, Christian Gottlieb, Kupferstecher und Radierer, geb. 20. Aug. 1742 
in Görlitz, f 24. März 1803 in Leipzig, Schüler von Oeser. Zu seinen besten 
Blättern zählt man : Die Verstossung der Hagar nach C. W. E. Dietrich, Die Nacht- 
feier Jesu nach Oeser, Das Johannisfest nach Knupfer, Caspar Netschers Kinder nach 
Netscher, Mondschein und Sonnenaufgang nach Pynacker, Verkauf des Amor nach 
t3eser und 10 landschaftliche Blätter. Auch sein gleichnamiger Sohn, geb. 1772 in 
Leipzig, war Kupferstecher. 

Ghedina, Giuseppe, Maler der Gegenwart in Venedig, Schüler der dortigen 
Akademie, malte aus der Geschichte und der Romantik Bilder von tüchtiger Technik, 
aber ohne grosse Innerlichkeit. Eines seiner bekannten ist Andrea Contarinis Nöthigung 
zur Annahme der Dogenwahl 1267 (Akademie in Venedig). 1852 errang er sich die 
goldene Medaille. 

Ghendt, Emanuel de, niederländ. Kupferstecher, geb. 1738 in St. Nicolas, 
t 17. Dec. 1815 in Paris. Zu seinen besten Blättern zählt man: Die Promenade des 
Prinzen von Oranien nach A. van de Velde, Die Ernte nach Moucheron, Die Schnitter 
auf den Feldern nach Karel Eisen, 2 landschaftliche Blätter nach Berchem und 
8 Blätter zu Fenelons „Telemach" 

Gherardi, Antonio, ital. Maler, geb. 1644 in Rieti, f 1702 in Rom, Schüler 
von Mola und später von Pietro da Cortona, malte viel für römische Kirchen. 
Die einzigen bekannten Radierungen von ihm sind 6 Blätter mit der Marter der heil. 
Martina. 

Gherardi, Cristofano, genannt Doceno, ital. Maler, geb. 1500 zu Borge San 
Sepolcro, f 1566 das, Schüler des Raffaello dal Colle und später in Florenz, 
Freund und Gehilfe des Vasari, nach dessen Entwürfen er theils allein, theils mit 
BattistaCungi viele Malereien in Bologna, Venedig, Perugia, Cortona und anderen 
Städten ausführte. Besonders geschickt war er in der Freskotechnik. 

Gherardi, Fillppo, ital, Maler, geb. 1643 in Lucca, f 1704 das., Schüler von 
Pietro da Cortona, malte viel in Gemeinschaft mit dem ihm sehr ähnlichen 
Giovanni Coli, Bilder von ihnen in Rom und von Gherardi allein im Karmeliter- 
kloster seiner Vaterstadt. 

Gherardiui, Alessandro, geb. 1655 in Florenz, f 1723, Schüler von A 1 e s s a n d r 
Rossi und Nebenbuhler Gabbianis. Er besass grosse Fertigkeit in der Nach- 
ahmung der Kunstweise anderer Maler, schuf aber auch manche sinnreich erfundene 
Bilder, Im Kloster S. Marco zu Florenz malte er mit Hilfe anderer Künstler Scenen 
aus dem Leben des heil, Antonius, 

Gherardini, Tommaso, ital, Maler, geb, 1715 in Florenz, i 1797 das,, Schüler 
von Vinoenzo Meucci, war besonders geschickt in der Nachahmung von Stein- 
reliefs, womit er einen ganzen Saal in den ITffizien schmückte, malte aber auch 
Historienbilder in Oel und in Fresko. Seine 3 besten Bilder befinden sich im Hof- 
museum zu Wien, nämlich Ein Pan-Opfer, Victoria und Fama auf einem Siag^swagen 
und Der Triumphzug der Ariadne, alle drei 1777 nach antiken Basreliefs, grau in 
grau in Wasserfarben. 

Gherardo del Fora, Miniaturmaler, Mosaikarbeiter und Kupferstecher, geb. 
um 1445, t um 1497, beeinflusst von Dom. Ghirlandajo. Sein bedeutendes 
Hauptwerk, ein Denkmal ersten Ranges, ist in der Biblioteca Laurenziana zu Florenz 



40 Gherardo — Ghiberti. 

eiB Ordo missale mit einer Darstellung der Verkündigung-, zahlreichen Vignetten, 
einem grossen Bilde des Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes, und Christi 
Beweinung, umrahmt von einem altarartigen Aufbau mit einem Tritonenrelief und 
Rosenkränzen. 

Gherardo dalle Notti, s. Honthorst. 

Ghering' Anton, Maler, Deutscher von Geburt, wahrscheinlich Schüler von 
Peter Neefs d.. Ae. in Antwerpen, wo er 1662 Meister der Güde wurde und 
1668 in grosser Armuth starb. Er machte sich einen Namen durch Darstellungen 
des Inneren von Kirchen im Renaissancestil. Ein derartiges Bild von ihm im Museum 
zu Dresden aus dem Jahre 1664, ebenso im Hofmuseum zu Wien aus dem Jahre 
1665 das Innere der 1718 verbrannten Jesuitenkirche in Antwerpen mit 2 Bildern 
von Rubens, dem letzteren ähnliche Bilder in der Pinakothek zu München, in der 
Akademie in Wien und im Museum del Prado zu Madrid. 

Gheyn, Jakob de, d. Ae., Historienmaler und Kupferstecher, geb. 1565 in 
Antwerpen, f um 1616, Schüler von Heinr. Goltzius. malte anfangs Blumen 
und Miniaturen, aber auch Bilder, z. B. für eine Kirche in Brügge die heil. Helena 
die von Christus das Kreuz empfängt. G., einer der besten damaligen Stecher, 
übertrifft an Farbigkeit die Blätter seines Meisters Goltzius. Zu den besten seiner 
zahlreichen Stiche gehören : das treffliche friedsame Ehepaar, nach Goltzius die 
4 Evangelisten und 12 Blätter mit der Leibwache des Kaisers Rudolf IL, nach 
van Mander die Flucht nach Aegypten, der verlorene Sohn, Perseus und Andromeda, 
die Entführung der Europa und das Urtheil des Midas, nach Bloemaert die Verkündigung, 
nach van de Broeck Christus am Kreuz zwischen den beiden Schachern und das 
Göttermahl, nach Th. Bernard Diana und Actäon, andere historische Bilder und 
Bildnisse nach eigener Zeichnung. 

Gheyn, Jakob de, d. J., Maler und Radierer, geb. um 1594 in Antwerpen, 
Sohn imd Schüler des Vorigen, bildete sich in Italien, radierte geistreiche Blätter 
mit Masken und phantastischen Köpfen, auf 7 Blättern die Weisen Griechenlands 
(1616) und nach Tempesta in Gemeinschaft mit C. Boel auf 8 Blättern die Thaten 
Karls V. 

Ghezzi, Pietro Leone, ital. Historienmaler, Caricaturenzeichner und Radierer, 
geb. 1674 in Rom, f 5. März 1755 das., Sohn und Schüler des Malers GiuseppeG., 
war auch Oel- und Freskomaler, erwarb sich aber grösseren Ruf durch seine 
Caricaturen. Er stach eine Anbetung der Hirten, Petrus erhält von Christas das 
Schlüsselamt, nach seinem Vater St. Joseph mit dem Kinde in den Armen, und 
ausserdem einige Bildnisse. Papst Benedikt XIV. ernannte ihn zum Diriektor seiner 
Mosaicistenschule. 

Ghiberti, Lorenzo, berühmter ital. Goldschmied, Bildhauer und Erzgiesser, 
geb. 1378 in Florenz, f 28. Nov. 1455 das., Sohn eines Goldschmieds, soll in der 
Zeichenkunst Schüler des Gherardo Starnina gewesen sein. Er trat zuerst 
1401 in einer Concurrenz für die noch fehlenden Thüren des Bapt?steriums auf, an 
der sich auch Brunellesco und Quercia betheiligten. Es war darin die Aufgabe 
gestellt, die Opferung Isaaks darzustellen. Er trug mit einem Relief (jetzt im 
Bargello zu Florenz) den Sieg davon, infolge dessen ihm die nördliche Thür über- 
tragen wurde. 1403 begonnen, aber erst 1424 vollendet, stellt sie nach dem Muster 
der älteren südlichen Thür des Andrea Pisano auf 20 Feldern Scenen aus der 
Geschichte Christi, sowie die Evangelisten und die 4 grossen Kirchenväter dar, und 
zwar in dem noch einfachen, strengen Stil seines Vorgängers, aber mit grosser 
Feinheit der Ausführung. Daneben entstand schon 1414 an der Ostfacade ^on 
Orsanmichele die noch an jenen Stil erinnernde Erzstatue Johannis d. T., der 1419 
an der Westseite die Erzstatue des St. Matthäus und 1428 die des St. Stcyhanus 
folgten, in dem sich schon die Schönheit des neuen StUs klar ausspricht. Nach allen 
diesen Arbeiten wurde ihm jetzt auch die noch fehlende östliche Thür übertragen, 
die 1427 — 47 gearbeitet, das berühmteste Meisterwerk seines Lebens ist. Sie enthält 
auf 10 Feldern eine auf eine vielleicht zu malerische Weise in perspektivisch ab- 
gestuftem Plan mit landschaftlichem oder architektonischem Hintergrund gearbeitete 
Fülle lebensvoller Schönheitscenen aus dem A. T. von der Erschaffung des Menschen 
an, von denen sich stets mehrere Momente auf demselben Felde befinden. Es sind Bild- 
werke, aus denen alle folgenden Maler und Bildhauer ihr», besten Inspirationen schöpften. 
Aus der Zahl seiner übrigen plastischen Werke sind zu nennen : die treffliche Grab- 
platte des Leonardo Dati in Sta. Maria Novella (1424), 2 dramatisch-lebendig behandelte 
Reliefs am Taufbecken in S. Giovanni zu Siena (1427) mit der Taufe Christi und 



Ghirlandajo — fxhisi. 41 

der Gefangeunahme des Täufers, der Reliquieukasten des heil. Hyadnthus im Bargello 
zu Florenz (1428) und der Reliquienschrein des heil. Zenobius im Chor des dortigen 
Domes (1440) mit Sceneu aus dem Leben dieses Heiligfen, ebenfalls voll draraatischeu 
Ijebens und grosser Schönheit der Gestalten. Neben mehreren anderen kleineren 
Arbeiten der Plastik fertigte er auch Zeichnungen zu den Glasmalereien in der 
Kuppel des Doms zu Florenz, war eine Zeit lang Gehilfe Brunellescos beim Bau 
dieser Kuppel und schrieb ein in der dortigen Nationalbibliothek abschriftlich noch 
erhaltenes kunsttheoretisches und kunsthistorisches Werk. — Seine Biogr. von 
Perkins (1886). 

Ghirlandajo, Benedetto, ital. Maler, geb. 1458 in Florenz, f 17. Juli 1497 das., 
Bruder des D om enico G., anfangs Miniaturmaler, war bei Lebzeiten seines Bruders 
nur in dessen Werkstatt thätig, oliendete mit seinem Bruder Davide die unvollendet 
hinterlasseneu Werke des Domenico, arbeitete dann in Frankreich und in Florenz. Von 
ihm im Louvrc ein ziemlich ungeschicktes Bild Christi auf dem Wege zur Richtstatt 
und in der Pinakothek zu München Die heil. Katharina vonSiena; von ihm und seinem 
Bruder Davide im Berliner Museum eine Auferstehung Christi. 

Ghiiiandajo, Davide, ital. Maler, geb. 14. März 1452 in Florenz, y 10. April 
1525 das., war bei Lebzeiten seines Bruders D o m e n i c o hauptsächlich dessen Gehilfe, 
später als Mosaicist an den Domen von Orvieto, Siena und Florenz thätig. 

Grhirlaiidajo, Domenico, eigentlich D. di Tommaso Bigordl, der bedeutendste 
florentlner Maler des 15 Jahrb., geb. 1449, f 11. Jan. 1494 in Florenz, Schüler des 
Alesso Baldovinetti, den er aber, in die Fussstapfen Masaccios tretend, sehr 
bald übertraf. Er wusste den idealen Gestalten seiner Heiligen und den sie um- 
gebenden Personen eine recht historische Würde und feierliche Erhabenheit und durch 
kräftiges Colorit eine grosse Lebensfrische zu verleihen, brachte auch in seinen 
kirchlich-historischen Darstellungen, meistens Wandgemälden, häufig Bildnisse seiner 
Zeit an, die nicht als Heilige, sondern nur als Zuschauer und Zeugen der heil. 
Handlung erscheinen. Eines seiner frühesten Werke ist die Berufung des Petrus 
und Andreas zum Apostelamt, eines der ausgezeichnetsten Wandgemälde der Sixtinischen 
Kapelle zu Rom, in der Anordnung einfach und klar mit dem hohen Adel eines 
strengen Stils; noch bedeutender und umfassender 6 Fresken aus dem Leben des 
heil. Franciscus v. Assisi in der Sassetti-Kapelle der Kirche Santa Trinitä daselbst 
(1485) mit einer Fülle von Nebenpersonen mit Bildnisszügen, annähernd auf gleicher 
Stufe die Wandbilder der heil. Fina in der Pfarrkirche zu S. Giraignano, und die 
höchst bedeutsamen Fresken in der Chorkapelle von Sta. Maria Novella (1485 — 90), die 
in vielen meisterhaften Scenen das Leben der Maria und Johannis des Täufers be- 
handeln und ebenfalls reich an zeitgenössischen Zuschauern sind. Hier lernt man 
den Maler als den Lehrer Michelangelos und als Vorbild Raffaels am besten kennen. Von 
seinen weiteren bedeutenden Werken sind zu nennen: in Ognissanti in Florenz der 
heil. Hieronymus (1480, Fresko) und im Refektorium das Frühbild des Abendmahls, 
im Wesentlichen wiederholt im kleinen Refektorium von S. Marco und unter seinen 
im Allgemeinen weniger interessanten Tafelbildern eine Anbetung der Hirten (1485) 
in der Akademie zu Florenz, eine Anbetung der Könige mit grossem Gefolge in 
Sta. 3Iaria degli Innocenti (1488), ein Altarbild der thronenden Madonna von gefühl- 
voller Grazie im Dom zu Lucca, eine Heimsuchung Maria (1491) im Louvre und um 
1490 das prächtige Altarwerk, dessen Haupttafeln sich theils in der Pinakothek zu 
München, theils im Museum zu Berlin befinden, die schwächere Rückseite dieses 
letzteren Bildes grossentheils von seinen Brüdern Davide und Benedetto G. 

Gliirlandajo, Ridolfo, ital. Maler, geb. 4. Jan. 1482 in Florenz, f 6. Juni 1561. 
Sohn des Vorigen, aber ihm bedeutend nachstehend, Schüler seines Oheims Davide G.. 
und beeinflusst von Lionardo da Vinci und Fra Bartolorameo, eiferte in der ersten 
Zeit seinem Freunde Raffael nach und war in Zeichnung und lebensvollem Ausdruck 
noch sehr lobenswerth, z. B. in 2 Scenen aus dem Leben des heil. Zenobius (in den 
Offizien), in der Geburt Christi (Eremitage in St. Petersburg), in der Gürtelspende 
im Dom zu Prato, Verehrung des Christkindes (Museum in Berlin) und Anbetung 
der Hirten (1510, Landesgalerie in Budapest), später verfiel er in geistlose, handwerks- 
mässige Manier. 

Qhisi, Adanio, s. Scultor. 

Ghisi, Diana, s. Scultor. 

Grhisi, Giovanni Battista, s. Seultor. 

Gliisi, Giorgi, genannt Mantovano, ital. Kupferstecher, geb. 1520 in Mantua, 
t 15. Dec. 1582 das., kam 1540 nach Rom, wo er die Werke Michelangelos studirte 



42 Ghislaudi — Gianelli. 

und dessen Bilder der Propheten und Sibyllen in der Sixtinischen Kapelle stach, eben- 
so dessen Jüngstes Gericht auf 11 Platten. Trefflich sind auch seine Stiche nach 
Raifaels Madonna di Loreto, l)i8puta del Sacramento und Schule von Athen, Venus 
und Adonis, Die Vision Ezechiels, Urtheil des Paris und Andere nach J. B. Bertano, 
auch Blätter nach L. Penni, Perin del Vaga und Giulio Romano. 

Ghislandi, Fra Tittore, ital. Maler, geb. 1655 in Bergamo, f 1743, Schüler 
von Sebastiano Bombelli, bildete sich in Venedig, wo er sich 1701 niederliess, 
besonders nach Tizian zu einem trefflichem Bildnissmaler von charakteristischem Aus- 
druck und vorzüglicher Behandlung des Fleisches. 

trhisolfl, Enrico, ital. Landschaftsmaler der Gegenv/art, geb. im Dorf Barolo 
(Sardinien), lebt in Turin, wo er besonders Landschaften aus der Lombardei und 
Piemont malte. Solche sind z. B. Der Winter (1877), Der Sonnenuntergang (1880), 
Porto Maurizio, Der Gardasee (1884), und andere Ansichten, aus Ligurien. 

Ghisolfl, Giovanni, ital. Maler, geb. um 1623 in Mailand, f 1680 das., Schüler 
von Salvator Rosa in Rom, maltt hauptsächlich in dieser Stadt staffirte 
Architekturbilder und perspektivische Ansichten. Im Museum zu Dresden von ihm 
Die Ruinen^ von Karthago, Ein Seehafen und Ruinen am Meere. 

Ghitti, Pompeo, ital. Maler und Radierer, geb. 1631 in Marone am Iseo-See, 
1 1 703, Schüler von OttavioAmigoniin Brescia und später Gehilfe von D i s c e p o 1 i. 
Man hat von ihm einige Historienbilder und radierte Blätter nach Discepoli 
eine heil. Familie und die Ruhe auf der Flucht nach Aegypten, eine Dornenkrönung 
Christi nach Tizian, und der heil. Maurus Kranke heilend. 

Giachetto, eigentlich Jaquet, genannt Francioso, franz. Bildnissmaler zur 
Zeit des Jan van Eyck und Regier v. d. Weyden. Er malte in Rom das zu seiner 
Zeit viel bewunderte Bildniss des Papstes Eugen IV. (1431—47). 

Giacomelli, Hector, franz. Zeichner und Radierer, geb. 1. April 1822 in Paris, 
war anfangs Ciseleur und Graveur und lieferte dann für zahlreiche Prachtwerke 
Ornamente und eigene Compositionen. Von ihm Initialen und Randzeichnungen zu 
Dores Bilderbibel, Zeichnungen für Delapalmes „Le livre de mes petits enfants" 
(1866), für Michelets „L'oiseau" und „L'insecte" (1876), schrieb auch einen Katalog 
der Werke Raffets (1872). Ritter der Ehrenlegion seit 1878. 

Giacometti, Ignazio, s. Jacometti. 

Giacomptti, Felix Henri, franz. Maler, geb. 18. Nov. 1828 in Quingey (Dep. Doubs), 
Schüler der Ecole des beaux-arts und von Pico t, erhielt 1854 den grossen römischen 
Preis für sein Bild Besuch der Engel bei Abraham und malte später vorzügliche 
mythologische Bilder von tiefem, warmem Colorit, aber auch religiöse, denen er oft 
einen allzu weltlichen Charakter verlieh. Seine Hauptwerke sind : Nymphe und Satyr 
(1861), der Raub der Amymone (1865, im Luxembourg), Christus segnet die Kinder 
(1867) und Christus lehrt im Tempel (beide in der Kirche- St. Etienne du Mont in 
Paris), Entwürfe zu einem Deckengemälde im Museum des Luxembourg (1878) und 
zahlreiche charaktervolle Bildnisse. Er wurde durch 3 Medaillen ausgezeichnet und 
erhielt 1867 das Kreuz der Ehrenlegion. 

Giambellini, s. Belltni, Giovanni. 

GiambonO, Michele, eigentlich M. di Giovanni Bono, Maler und Mosaikarbeiter 
der 1. Hälfte des 15. Jahrh. in Venedig, wo er 1430 in der Kapelle de' Mascoli von 
S. Marco Mosaiken aus dem Leben der Maria schuf. Weniger lobenswerth ist sein 
Altarbild Christi mit 4 Heiligen in der dortigen Akademie. Im Berliner Museum 
von ihm eine Magdalen von Engeln emporgetragen. 

Giampaolo, Francesco- ital. Maler, geb. 28. Dec. 1857 in Messina, stellte 
1884 in Turin sein beifällig aufgenommenes Bild Eine günstige Gelegenheit aus, im 
folgenden Jahre eine Odaliske und ein landschaftliches Bild. Dann folgten die Genre- 
bilder : Lasst uns Frieden machen, Wasserverkäuferin in Neapel, Weisse Sclavin, Der 
erste Kuss, Heiteres Leben u. A. 

Giampietrino, oder Gianpedrino, ital. Maler des 15. und 16. Jahrb., Schüler 
und schwacher Nachahmer des Lionardo da Vinci und Copist desselben, zeichnet 
sich durch den sanft lächelnden Zug aus, den er seinen weiblichen Köpfen zu ver- 
leihen weiss. Von ihm in der Brera zu Mailand eine heil. Magdalena, in der 
Eremitage zu St. Petersburg der Heiland, eine lionardeske, das Kind anbetende Madonna 
in S. Sepolcro zu Mailand und 'n der Pinakothek zu Turin eine auch dem Marco 
d'Oggionno zugeschriebene Kreuzwagung. 

Gianelli, Giovanni Domenico, Bildhauer, geb. 1765 in Kopenhagen, Bruder 
des Pietro Leonardo G., erhielt 1799 die goldene Medaille für sein Relief 



Gianelli — Gibbon. 43 

Jakob segnet die Söhne Josephs, fertigte mehrere Büsten und ging um 1812 nach 
London, wo er noch 1819 thätig war. 

Grianelli, Pietro Leonardo, Medailleur, geb. 27. Oct. 1767 in Kopenhagen, 
t 23. Dec. 1807 das., bildete sich auf der dortigen Akademie, widmete sich der 
Medailleurkunst, bereiste 1791 — 96 das Ausland und wurde 1798 Mitglied der 
Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm eine Medaille auf die Abschaifung des Neger- 
handels, auf die Schlacht vom 2. April 1801 u. A. Sein Sohn Harald G., geb. 18. Febr. 
1803 in Kopenhagen, f schon 4. Febr. 1832 war Bildhauer und Medailleur. 

Giani, Giuseppe, ital. Genremaler, geb. 1829 in Cerano, (Provinz Como), be- 
handelt vorzugsweise Stoffe der Romantik und des Familienlebens, z. B. Der von 
seiner Familie besuchte politische Gefangene, Linda von Chamounix, Pia von Tolomei 
von dem Geliebten Abschied nehmend, malte auch viele Bildnisse. 

Giani, Tincenzo, ital. Bildhauer, geb. im Oct. 1831 in Como, bildete sich in 
Turin und namentlich unter dem Bildhauer Vela. Von ihm eine Statue des Ballila 
in Genua, eine Statue der Gerechtigkeit am Palast Carignano zu Turin, eine Statue 
Garibaldis, die Büsten von Cavour, Massimo d'Azeglio und GalUeo Galilei. 

Giannetti, Rafaele, ital. Maler der Gegenwart, geb. in Genua, lebt in Venedig, 
wo er sich nach P. Veronese bildete. Seine Hauptbilder sind: Der Kirchenbann 
des Bernabo Visconti, Tizian am Hofe von Ferrara, Erste Begegnung Dantes und 
Beatrices, Begegnung der Dichterin Gaspara Stampa mit Collatino, Giovanni Barbarigo 
befreit die Königin Maria von Ungarn, auch ein Bild des Inneren der Kirche 
S. Giovanni e Paolo in Venedig. 

Giannicola di Paolo, auch genannnt Mann!, ital. Maler, geb. in der 2. Hälfte 
des 15. Jahrh. zu Cittä della Pieve, f 27. Oct 1544 in Perugia, Schüler und Gehilfe 
von Perugin 0. Seine meisten und besten Bilder befinden sich in der Pinalfothek 
Vannucci zu Perugia, nämlich eine Madonna mit S. Jacobus und S. Franciscas, ein 
Martyrium der 4 Gekrönten, der segnende Christus in den Wolken zwischen Maria 
und dem Täufer, eine Madonna mit den Kindern Jesus und Johannes, und das 
Temperabild Christus und die 14 Heiligen ans dem J. 1507, in S. Martine zu Perugia 
das Freskobild S. Martin und der Arme, im dortigen Dom ein wunderthätiges Bild 
der Madonna delle Grazie und in der Kapelle di San Giovanni des Cambio zu 
Perugia Gewölbemalereien aus den Jahren 1515 — 19, darstellend das Himmelreich 
mit dem thronenden Gott Vater, umgeben von Aposteln, Evangelisten, Kirchenvätern 
und anderen Heiligen, an den Wandflächen die Geschichte des Täufers in einer Reihe 
von Fresken. 

Giannone, Niccolö, ital. Maler, geb. im Febr. 1848 in Palermo, bildete sich 
unter dem Maler Salvatore lo Forte und vervollkommnete sich in Rom und 
Florenz. Man nennt unter seinen BUdern das Innere der Cappella Palatina in 
Palermo, das Genrebild Die Freude einer Mutter, und im Musikcollegium zu Palenno 
ein Bild der Musik ^Tempera). 

Gianpedrino, s. Giampietrino. 

Giaqninto, Corrado, ital. Maler, geb. um 1700 zu Molfetta in Unteritalien, 
Schüler von Solimena in Neapel und seit 1723 von Conca in Rom, malte im 
Geschmack des Letzteren manierirte Bilder, wurde 1753 an den Hof von Madrid 
berufen, wo er Hofmaler und Direktor der Akademie von S. Fernando wurde und 
durch seine kirchlichen und historischen Bilder viel Beifall fand. 1761 kehrte er 
nach Neapel zurück. 

Giarola, Antonio, genannt 11 Cavaliere Coppa, ital. Maier, geb. 1595 in 
Verona, f 1665, Schüler von Guido Reni und von Alb an i und in seinen oft mit 
Figuren überladenen Historienbildern ein glücklicher Nachahmer derselben. Er trat 
als Hofmaler in den Dienst des Herzogs von Mantua. Von ihm in S. Fermo zu 
Verona ein Bild aus dem Leben des heü. Antonius von Padua 

Giarrizzo, Salvatore, ital. Bildhauer, geb. 1853 in Piazza Armerina auf 
Sizilien, widmete sich bis 1879 der Holz- und Alabasterschnitzerei unter Valenti 
in Palermo, fertigte viele kunstreiche Mobilien, ein Denkmal Garibaldis in seiner 
Vaterstadt, einen Springbrunnen in Viilarosa und mehrere Grabdenkmäler. 

Gibbon, Benjamin Phelps, engl. Kupferstecher in Linienmanier und Stahl- 
stecher, geb. 1802 in Penally (Pembrokeshire), f 26. Juli 1851 in London, SchtUer 
von S c r i V e n und von Robinson, stach besonders nach Landseer viele Blätter, 
darunter : Die beiden Hunde, Jack in Office, Hunde vor einem Kamin u. A., nach Mulready 
der Wolf und das Lamm, ein landschaftliches Thierbild nach Gauermann und einige 
Bildnisse. 



44 Gibbons — Qibson. 

Gibbons, Griuliug, engl. Bildner in Holz und in Stein, geb. 4. April 1648 in 
Rotterdam, f 3. Aug. 1721 in London. 1671 an den Hof Karls IL nach England 
berufen, widmete er diesem König und dessen Nachfolgern seine Thätigkeit. Unter 
seinen Holzschnitzereien werden besonders gerühmt die Chorstühle in der St. Pauls- 
kathedrale, die Schnitzwerke in den Staatsgemächern zu Windsor, in der Kapelle 
des Trinity College in Oxford und Andere in Chatsworth, Petworth und Burleigh, 
alle ausgezeichnet durch Wahrheit und geschickte Technik. Später widmete er sich 
mehr den Arbeiten in Marmor und in Bronze und schuf hierin für seine Zeit bedeutende 
Werke, z. B. das Redestai der Statue Karls II. auf Cbaring Gross in London, das 
Denkmal des Viscount Camden in der Kirche zu Extoh, mehrere Statuen im Hof der 
Londoner Börse und dag Denkmal Newton? in der Westminsterabtei. Ziemlich miss- 
lungen ist seine Bronzestatue Jakobs II. an der Rückseite von Whitehall ChapeL 

Gflbbs, James, engl. Architekt, geb. J674 bei Aberdeen, f 5. Aug. 1754 in 
London, studirte anfangs Mathematik, ging dann 1694 nach Holland, wo er die 
Baukunst ergriff und vom Grafen von Mar in den Stand gesetzt wurde, nach Italien 
zu gehen, wo er 10 Jahre die Plastik und die Baukunst betrieb. 1710 kehrte er nach 
England zurück und baute 1721—26 die mit Unrecht für sein Meisterwerk gehaltene 
Kirche St. Martin in the Fields und bald nachher die Kirche Sf Mary le Strand. 
Eines seiner grössten Werke ist die Radcliffe-Bibliothek in Oxford (1737—49); dann 
folgte das gothische Viereck von All Souls in Oxford, in Cambridge in klassischem 
Stil der grosse Hof von Kings College und das Haus des Senats, ferner das St. 
Bartholomew-Hospital und Dytchley House in Oxfordshire. Von ihm auch die 
Zeichnung zum Denkmal des Herzogs von NeVcastle in der Westminsterabtei. Durch 
alle diese Arbeiten gelangte er zu bedeutendem Ruf. Er schrieb auch ein „Hand- 
buch der Architektur" (1728), „Regeln für Bauzeichnungen" (1732) und eine Be- 
schreibung der genannten Radcliffe-Bibliothek (1747). 

Gibelin, Esprit Antoire, franz. Historienmaler und Radierer, geb. 17. Aug. 
1739 in Aix, f 23. Dec. 1814, malte nach seiner Rückkehr aus Italien in seiner 
Heimath viele Fresken in Kirchen und Palästen und radierte meistens eigene 
Compositionen historischen und allegorischen Inhalts. 

Gibert, Jean Baptiste Adolphe, franz. Landschaftsmaler, geb. 1802 zu 
Pointe k Rtre auf Guadeloupe, in Paris Schüler von Gullion-Lethiere und der 
Ecole des beaux-arts, erhielt 1829 den grossen Preis für Rom, wo er sich niederliess. 
Unter seinen Landschaften sind zu nennen : Wald von Nettuno, Schlacht bei Eckmühl 
(Museum in Versailles), Die kalydonische Eberjagd, Ufer des Teverone (1850), Die 
Akropolis von Athen (1853), Ansicht von Ardea, Ansicht von Abu Mandur in Unter- 
ägypten (1863) und mehrere dergleichen aus Sizilien. 

Giberti, Antonio, ital. Kupferstecher, geb. in Mailand, f vor 1830, Schüler 
von L n g h i. Eines seiner besten Blätter ist die Darstellung Jesu im Tempel nach 
einem der Fresken Luinis in der Madonnenkirche zu Saronno (1815), auch Napoleons 
Uebergang über den St. Bernhard nach David (in Gemeinschaft mit L o n g h i, 1809). 

Gibson, David Cooke, engl. Genremaler, geb. 4. März 1827 in Edinburg, 
t schon 6. Oct. 1856, Schüler seines Vaters, eines Bildnissmalers, malte anfangs 
ebenfalls Bildnisse, besuchte die schottische Akademie, liess sich in London nieder 
und besuchte Belgien und die Museen in Paris. Unter seinen Bildern sind zu nennen : 
Der kleine Fremdling, Ländliche Erziehung, Zigeuner in Sevilla. 

Gibson, Jolin, engl. Bildhauer, geb. 1790 in Gyifin bei Conway (Wales), 
t 27. Jan. 1866 in Rom. Mit grossem künstlerischem Talent begabt, wurde er 1806 
in Liverpool Schüler von Samuel Francis und machte so glänzende Fortschritte, 
dasa er auf den Rath seiner Gönner 1817 nach Rom ging und sich unter Canova 
weiter bildete. Seine ersten Werke waren: Der schlafende Hirte, Mars und Amor 
(1819), eine von Zephyren getragene Psyche, Die Begegnung Heros und Leanders, 
die Marmorgruppe Hylas und die Nymphen (Nationalgalerie in London), der oft von 
ihm wiederholte Amor als Hirt verkleidet und die von Amor gequälte Psyche, die 
er selbst für sein Meisterwerk hielt. Erst 1844 kehrte er zur Aufstellung seiner 
Statue Huskinssons (Börse in London) nach England zurück und wiederholte diesen 
Besuch fast jährlich. 1847 entstand auch das Modell seiner Statue der Königin 
Viktoria, bei der er nach Art der antiken Polychromie Farben anwandte, was er trotz 
allen Tadels bei einei Statue Stephensons (1851) und einer Büste des Prinzen von 
Wales (1864) wiederholte. 1850 begann er in Rom das Modell einer thronenden 
Königin Viktoria, nebwi ihr die Figuren der Weisheit und der Gerechtigkeit (im 
Parlamentsgebäude) und seine berühmt gewordene Statue der Venus, die vöUig 



Gibson — Giessmann. 45 

polychTOmisch ausg-efülirt,, von Manchen als geschmacklos getadelt, sein dreimal 
wiederholtes Lieblingswerk war. Sein schönstes Werk sind wohl die Idealfiguren am 
Grabmal der Herzogin von Leicester in der Kirche zu Longford (Derby). Jeaenfalls 
sind seine idealen Bildwerke künstlerisch bedeutender als seine Bildnissstatuen. Er war 
Mitglied der Akademie von S. Luca, München etc., Rittor der Ehrenlegion und des 
Ordens pour le merite. — SeineBiogr. von Lady EasÜake (1870). 

^ibson, Patrick, engl, Landschaftsmaler, geb. im Dec. 1782 in Edinburg. 
Schüler von Alexander Nasmyth und der Trustees'Academy. Seit 1805 malte 
er in London Landschaften und landschaftliche Avchitekturstücke, war auch Schrift- 
.steller in Kunstangelegenheiten, schrieb viele Artikel für Zeitschriften und gab 1818 
in Radierungen auserwählte Ansichten von Edinburg heraus. 

Gibsoii, Richard, bekannt unter dem Namen der Zwerg, engl. Bildnissmaler, 
geb. 1615 Avahrscheinlich in Cumberland, f 23. Juli 1690 in London, war anfangs 
Page einyr Dame in Mortlake, lernte das Zeichnen bei einem Tapetenraaler, ahmte 
die Werke Lelys nach, und malte besonders in Wasserfarben. Später heirathete er 
die Zwergin der Königin, wurde Zeichenlehrer der Königin Anna und in Holland 
der ihrer Schwester, der Prinzessin Marie von Oranien. Mehrmals portraitirte er 
Cromwell. — Seine Tochter Susaima Penelope ö., geb 1642, f 1700, war ebenfalls 
Bildnissmalerin. Ihr bestes Bild war das des Bischofs Burnet als Kanzler des 
Hosenbandordens, 

Gibsoii, Thomas, engl, Bildnissmaler, geb. um 1680, f 28. April 1751 in 
London, malte gut gezeichnete, ausdrucksvolle Bildnisse, z. B. des Kupferstechers 
Vertue (172:$) und des Astronomen Flamstead. Viele seiner Bildnisse wurden 
gestochen. 

Gibsou, William, Miniaturmaler, geb, 1644 in London, f 1702, Neffe von 
Richard G., widmete sich nur der Miniaturmalerei und copirte in dieser Kunst 
viele Gemälde von Lely. 

Gide, Theophile, franz. Maler, geb. 15, März 1822 in Paris, t 29. Nov. 1890 
das , Schüler von D e 1 a r o c h e und C o g n i e t, versuchte sich in verschiedenen Zweigen 
des Genres, auch in der Historienmalerei und am erfolgreichsten in sehr realistischen 
Scenen des italienischen Klosterlebens. Dahin gehören: Messe in einer Kirche der 
Pyrenäen, Auferweckung des Jünglings zu Nain, Ludwig XL und Quentin Durward, 
Messe in der Umgegend von Neapel, Probe einer musikalischen Messe, Besuch des 
Papstes Pius IX. in einem Nonnenkloster, das Refektorium der Grande Chartreuse, 
Le Sueur bei den Karthäu.sermönchen, Karls IX. Besuch bei dem verwundeten Coligny, 
Karl IX. unterzeichnet den Befehl zum Blutbad der Bartholomäusnacht, Die junge 
Kranke u. A, 1866 wurde er Ritter der Ehrenlegion. 

Gierymski, Alexander, polnischer Maler der Gegenwart, Bruder des Max G.. 
malte, in München ansässig, Genrebilder von lebenswahrer Auflassung, aber wenig 
befriedigendem Colorit, z. B, Die Lektüre, Römische Osteria. Gerichtsscene aus 
dem „Kaufmann von Venedig", Die Morraspieler, In der Laube, Der Witteisbacher 
Platz in München. 

Gierymski, Max, Genremaler, geb. 16, Oct. 1846 in Warschau, f 16. Sept. 
1874 in Reichenhall, kämpfte 1863 im polnischen Aufstande gegen Russland, studirte 
in Warschau, ging dann nach München und malte als Schüler von Alex. Wagner 
sein erstes Bild Attacke kubanscher Kosaken. Dann kam er ins Atelier von Fr. Adam 
und wurde durch Schleichs Einfluss zur Landschaft geführt, die er mit reicher 
Staffage gewöhnlich melancholischen Charakters malte, 1872 besuchte er seine Heimath, 
kehrte aber krank zurück, ging desshalb nach Meran, Rom und Reichenhall, wo er 
seinem Leiden erlag. Unter seinen in jeder Beziehung meisterhaften Bildern sind 
die bedeutendsten : Auszug zur Jagd, Betende Juden an der Weichsel, Nächtliche 
Hausdurchsuchung, Spazierritt im Walde (Museum in Königsberg), Landstrasse in Polen 
am Winterabend, Alarm im Insurgeutenlager (1863) und als letztes Bild Parforce- 
jagd im vorigen Jahrhundert (1874, Nationalgalerie in Berlin). Er erhielt 1872 die 
kl. gold. Medaille und war Ehrenmitglied der Berliner Akademie. 

Giese, Krnst, Architekt der Gegenwart in Dresden, trug bei mehreren Con- 
correnzen den Sieg davon, arbeitete häufig mit Weidner zusammen, baute in 
Düsseldorf das schöne neue Stadttheater und die Kunsthalle ; von Beiden zusammen 
die Martin Luther-Kirche in Dresden. 

Giessmann, Fi-iedrich, Historienmaler, geb. 1810 in Leipzig, f 1847 in München, 
Sohn eines Bildhauers und Holzschneiders, wurde Schüler der Akademie in Leipzig 
unter Hans Veit Schnorr v, Carolsfeld. setzte seine Stadien in Dresden 



46 Gietl — Gi^oux. 

und seit 1832 in München fort, wo er sich ausschliesslich der Historienmalerei widmete 
und sich bei den enkaustischen Bildern von Schwind und Rüben auf Hohenschwangau, 
sowie bei Schnorrs Bildern im Saalbau der Residenz in München betheiligte, wo er 
Scenen aus dem Leben Karls d. Gr., Friedrich Barbarossas und Rudolfs von Habsburg 
malte. An sonstigen Bildern von ihm sind zu nennen : Rückkehr des verlorenen 
Sohnes und Moses vertheidigt die Töchter Jethros gegen die Hirten. 

Gietl, Josua von, Landschaftsmaler, geb. 1847 in München, ging von der Rechts- 
wissenschaft zur Malerei über, wurde Schüler von Lindenschmit und widmete 
sich namentlich unter L i e r und W e n g 1 e i n der Stimmungslandschaft. Solche Bilder 
sind: Waldpartie mit einem Holzwagen, Die Ernte, Der Herbstmorgeq. 

Gifford, Robert Swain, nordamerikan. Landschaftsmaler, geb. 23 Dec. 1840, 
zog schon früh mit seinen Eltern nach New-Bedford, erhielt seine Ausbildung durch 
den holländischen Marinemaler A. van Beest, liess sich 1864 in Boston und 1886 
in New-York nieder, wo er 1878 Mitglied der Nationalakademie wurde. 1869 bereiste 
er Oregon und Californien, 1870 — 75 Europa und das nördliche Afrika. Seit 1865 
malte er meist Aquarelle. Unter seineu naturwahren, in den Details sehr charakte- 
ristischen Oelbildern sind zu nennen : Cape Ann (1867), Der Berg Hood in Oregon (1870), 
Castell Sant Elmo bei Neapel (1871), Passagierlaoot auf dem NU (1874). — Seine Gattin 
Fanny Elliot G., geb. 1844 in New-Bedford, ist ebenfalls Landschaftsmalerin. 

Gifford, Saudford Robinson, nordamerikan. Landschafts- und Marinemaler, 
geb. 10. Juli 1823 in Greenfield im Staat New-York, f 26. Aug. 1880 in New-York, 
ging von der Gelehrtenlaufbahn zur Kunst über, bereiste für seine landschaftlichen 
Studien ganz Nordamerika, zweimal Europa und dehnte diese Reisen nach Asien und 
Afrika aus. Seine Marinebilder und Küstenlandschaften, meist stimmungsvoll, sind 
in eigenthümlich gelbem Dunst oder Nebel gehalten. Es sind z. B. Fischerboote auf 
dem adriatischen Meere, Ansicht von S. Marco in Venedig, Dämmerung auf dem 
Berge Hunter. 

Giganti, Glacinto, ital. Aquarellmaler, Lithograph und Radierer, geb. 10. Juli 
180C in Neapel, f 29. Nov. 1876 das., malte anfangs landschaftliche Aquarelle, machte 
dann mit Achille Vianelli Radierungen vom Golf von Neapel und lithographirte 
landschaftliche Veduten. 1846 ging er mit dem Kaiser und der Kaiserin von Russland 
nach Sizilien und machte ein Album der Insel. Sein Hanptbild unter den Aquarellen 
ist das Innere des Schatzes des heil. Januarius in der Galerie von Capodimonte. 

Giglio, Messer Plsano, Goldschmied aus Pisa, der 1353 in Pisa die stilistisch 
treffliche Statue des heil. Jacobus in der Kathedrale von Pistoja verfertigte. 

Gignous, Engenlo. ital. Maler der Gegenwart, geb. in Mailand, machte sich 
seit 1877 auf den Ausstellungen durch mehrere gelobte poetische Landschaften be- 
kannt, z. B. Das Thal am Fusio, Ein ländlicher Hof, Die Flösse, Die letzten Blätter, 
Herbst am Lago Maggiore u. A. 

Gignoux, Regis, franz.-amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1806 in Lyon, bildete 
sich zuerst in Freiburg i. Br., besuchte dann die Akademie seiner Vaterstadt und 
die Ecole des beaux-arts in Paris und wurde Schüler von Delaroche. 1844 ging 
er nach Amerika, war in New-York als Mitglied der Zeichenakademie thätig und 
kehrte 1870 nach Frankreich zurück. Zu seinen besten Landschaften gehören: Der 
Niagara im Winter, Die vier Jahreszeiten in Amerika, Der Niagara im Mondschein, 
Der Berg Washington u. A. Besonders gelingt ihm der Farbenton je nach der Ver- 
schiedenheit der Jahreszeiten. 

Gigola, Giov. Battista, ital. Maler, geb. 1796, f 7. Aug. 1841 in Mailand, 
machte seine Studien in Rom und in Paris, widmete sich anfangs der Miniatur-, 
später der Emailmalerei. Mehrere Miniaturen von ihm in der Ambrosianischen 
Bibliothek zu Mailand. 

Gigoux, Jean Franpois, franz. Historienmaler und Lithograph, geb. 8. ,Jan. 
1806 in Besancon, f 12. Dec. 1894 in Paris, war 1828 kurze Zeit Schüler der Ecole 
des beaux-arts, bildete sich dann in Italien aus und malte kirchliche und profane 
Oelbilder im romantischen Stil eines Delacroix, z. B. Der Tod des Lionardo, Cleopatra 
stellt an ihren Sklaven Versuche mit Gift an (1838 Abelard und Heloise, Tod der 
Manon Lescault, Napoleon am Abend vor der Schlacht bei Austerlitz (Museum zu 
Besangon), sowie Andere in den Kirchen St Gervais, St. Germain l'Auxerrois, 
Ste. Marguerite zu Paris, die sich wohl etwas überlebt haben. Er trat zuerst im 
Salon von 183.3 mit 5 orientalischen Bildern hervor, Am vortheilhaftesten zeigt er 
sich durch seine Bildnisse, deren er noch im Salon 1892 ausstellte, die vermöge ihrer 
Frische und voniehraen Grazie, sowie auch trefflich malerischer Behandlung, uns 



Oil — ailbert. 47 

heute noch ansprechen. Eins der Besten, Halbfigur einer jungen Dame, schmückt 
das Luxembourg-Museum. Für illustrirte Zeitschriften machte er viele Lithographien. 
G. wurde Ritter der Ehrenlegion im Jahre 1842; 1880 Offizier. 1885 veröffentlichte 
er die sehr interessanten „Plaudereien über die Künstler meiner Zeit". 

Gilj Jnan, spanischer Baumeister des 16. Jahrb. machte 1513 die Pläne zu 
der fünfschiifigen neuen Kathedrale zu Salamanca, die in ihren Formen zwischen Gothik 
und Renaissauce schwankt, und baute femer in Gemeinschaft mit seinem Sohne 
Rodrigo als spätestes Werk der Gothik in Spanien die 1522 begonnene Kathedrale 
von Segovia, ein Bau von bedeutender Länge mit hoher Kuppel und nach französischer 
Weise mit siebenseitig geschlossenem Chor mit Umgang. 
Gil de Silöe, s. Silöe. 

Öilardi, Pier Celestino, ital. Maler der Gegenwart, lebt in Turin, wo er sehr 
geschätzte Genrebilder und Bildnisse malt, unter denen genannt werden : Hodie tibi, 
cras mihi (1884), auf welchem einige Invaliden im Hospiz dem Leichenbegängniss 
ihrer Kameraden zuschauen, ferner : Amtliche Vorstellung, Das Morraspiel, Die letzten 
Freuden u. A., sowie mehrere Bildnisse. 

6ilardi, Pietro, ital; Maler, geb. 1679 in Mailand, wurde in Bologna Schüler 
von Franceschini und von Giov. Giuseppe da Sole, malte meistens in 
mehreren Städten Oberitaliens Fresken, die zu ihrer Zeit geschätzt wurden. 

Gilarte, Mateo, span. Maler, geb. um 1620 in Valencia, f zu Murcia, bildete 
sich nach Ribalta, arbeitete viel mit dem Schlachtenmaler Juan de Toledo 
zusammen in Murcia und anderen Städten. Im Museum del Prado zu Madrid von 
ihm ein Bild mit der Geburt der Maria ans dem Jahre 1651. — Auch seine Tochter 
und Schülerin Dona Magdalena Cr. war eine talentvolle Malerin im Geschmack 
ihres Vaters. 

Gilbert, Achille Isidore, franz. Lithograph und Radierer der Gegenwart, geb. 
in Paris, Schüler von B e 1 1 o t. Unter seinen Lithographien von grosser Klarheit 
und Feinheit sind zu nennen : Pasqua Maria nach Bonnat, Selene nach Machard und 
unter den Radierungen Bildnisse nach van Dyck, Henner und Yan Loo. 1864 und 
1865 erhielt er die Medaille. 

Gilbert, Alfred, engl. Bildhauer, geb. 1854 in London, Schüler von Boehm, 
bildete sich in der Ecole des beaux-arts in Paris und stellte seit 1886 sehr gerühmte 
allegorische Bildwerke aus, Infolge deren er 1887 Genosse der Akademie in London 
wurde. 

Gilbert, Emile Jacques, franz. Architekt, geb. 3. Sept. 1792, f 31. Oct. 1874 
in Paris, baute daselbst das Gefängniss von Mazas, die neue Morgue auf der Cit6- 
Insel und die Polizei-Präfektur, sowie in Charenton das in griechischem Geist ge- 
plante Irrenhaus. Kr leitete auch längere Zeit das von Abel Blouet gegründete 
Architekturatelier. Er war Offizier der Ehrenlegion, Mitglied des französischen Instituts, 
correspondirendes Mitglied der Akademien von London, St. Petersburg und Rio 
de Janeiro. 

Gilbert, Fran^ois Ambroise Germain, franz. Bildhauer, geb. 1816 in Choisy 
le Roi (Seine), Schüler von Cor tot, machte bis 1837 zahlreiche Modelle für Gold- 
schmiede und Bronzearbeiter, und beschickte bis 1847 die Ausstellungen mit Büsten 
und Medaillonsj lieferte für den Prinzen von Preussen einen grossen Tafelaufsatz 
und einen noch bedeutenderen für den Präsidenten der Republik. Seine umfassendsten 
Arbeiten sind wohl die Restauration der Bildwerke an der Kathedrale von Rheims 
und 1858 die Ausschmückung des Hauptsaales der Börse von Marseille mit Skulpturen 
aus der Geschichte der Stadt. 1856 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion. 

Gilbert, Sir John, engl. Maler und Illustrator, geb. 1817 in Blackheath bei 
London, debutirte 1836 als Autodidakt mit dem Aquarellbilde der Verhaftung: des 
Lord Hastings durch Richard Herzog von Gloucester und beschickte seitdem, die 
Ausstellungen der Londoner Akademie mit Oelbildern von leichter, energischer 
Behandlung des Inhalts, unter denen die bekanntesten sind: Don Quichotte der dem 
Sancho Pansa einen Rath ertheilt, Die Erziehung des Gil Blas, Ermordung des 
Thomas Becket, Reiterangriff in der Schlacht bei Naseby 1645, Rubens und Teniers, 
Wolsey und der Herzog von Buckingham, Der Einzug der Jeanne d'Arc in Orleans, 
Die Königin Margarete als Gefangene nach der Schlacht- bei Tewkesbury 1471, Die 
Kreuzfahrer, Richard II. verzichtet auf die Krone zu Gunsten Bolingbrokes (1861, 
Aquarell), Der Kardinal Wolsey in der Abtei Leicester, Othello Desdemona und 
Brabantio vor dem Dogen und dem Senat (Aquarell), Mord Humphreys Herzogs von 
Gloucester (nach Shakespeares „Heinrich VI."), und zahlreiche Bildnisse namentlich von 



48 Gilbert — Gillig 

Kinderu. Noch bekannter wurda. er durch seine Illustrationen zur ^Illustrated London 
News", zu Don Quichotte, Gil Blas, Tristram Shandy und zu einer Ausgabe 
Shakespeares. 1872 wurde er in den Ritterstand erhoben und 1876 ward er Mitglied 
der Londoner Akademie. 

Gilbert, John Graham, s. Graham. 

Gilbert, Josiah, engl. Maler und Kunstschriftsteller, geb. 7. Oct. 1814 in 
Rotherham (Yorkshire), besuchte die Akademie in London, wo er als Bildnissmaler 
thätig war, zog aber 1843 nach Marden Ash bei Ongar (Essex), wo er seitdem als 
Verfasser kunstgeschichtlicher Werke lebt, auch mit Churchill „Excursions among 
the dolomite mountains" (1864) schrieb. 

Gildemeister, Karl, Architekt, geb. 11. Oct. 1820 in Bremen, f 7. Febr. 1869, 
machte sich 1852 einen Namen durch die Erbauung des Industriepalastes in New- York 
und gab 1848 eine von ihm gezeichnete und lithographirte Ansicht des Rathhauses 
seiner Vaterstadt heraus, die von trefflicher malerischer Wirkung ist. 

Giles, Henry, engl. Glasmaler, geb. in York, tliätig in der 2. Hälfte des 
17. Jahrh, führte die Glasmalerei in England wieder ein, und fertigte 1687 das grosse 
Fenster im Schilf der Kapelle des University College in Oxford mit der Geburt Christi 
nach Ralfael,' soll auch noch andere Fenster in den dortigen Colleges gemalt haben. 

Glles, James, engl. Landschaftsmaler, geb. in Aberdeen, f 6. Oct. 1870, 
wurde 1848 Mitglied der schottischen Akademie, wo er mehrere Jahrzehnte hindnrch 
Landschaften ausstellte. 

Gill, Edmund, engl. Landschaftsjnaler, geb. 29. Nov. 1829 in London, Hess sich 
mit seinem Vater, einem Landschaftsmaler, in Ludlow (Shropshire) nieder, dessen 
malerische Umgebung ihn zur Landschaftsmalerei veranlasste. 1841 kam er in seine 
Vaterstadt und wurde 1843 Schüler der Akademie. Seine zahlreichen Landschaften 
sind meistens den gebirgigen Gegenden und den Küsten von Wales und Schottland 
entnommen ; ein originelles Bild von ihm war die Scheidung des Wassers vom trocknen 
Lande, nach der Genesis. 

Gill, Louis Alexandre Gösset de Guinnes, genannt Andre G., franz. 
Caricaturist, geb. 17. Oct. 1840 in Paris, f 2. Mai 1885 zu Charenton im Irrenhause, 
Schüler von L e 1 o i r und der Ecole des beaux-arts, zeichnete Caricaturen für Journale 
und machte sich durch sein humoristisches und satirisches Talent in dem Journal 
„La Lune" (1866, später „L'Eclipse") noch bekannter, fuhr darin auch nach dem 
Kriege von 1870 in einigen Journalen fort, und malte in den 70er Jahren ähnliche 
Oelbilder. 1878 stellte er ein höchst ähnliclies, doch caricirtes Bildniss des Komikers- 
Daubray aus. 

Gille, Christian Friedrich, Landschafts-, Genre- und Thiermaler, geb. 20. März 
1805 in Ballenstedt am Harz, lebte in Plauen, Moritzburg und Boxdorf bei Dresden. 
Von ihm wurden bekannt die Bilder : Partie an der Priessnitz, Eibthal bei der Bastei, 
Die heimkehrende Heerde (von ihm selbst lithographirt), Mondscheinlandschaft, Wald- 
landschaft mit ruhendem Wild, und im Museum zu Dresden eine heimkehrende Vieh- 
heerde (1874). 

Gillemans, Jan Paul d. Ae., Stilllebenmaler, geb. um 1618 in Antwerpen, 
t hach 1675, wurde 1647 Meister der Lucasgilde in Antwerpen, malte hübsche Blumen- 
und Fruchtstücke, wie sie sich in den Museen von Rotterdam und Lille, in der 
Galerie Liechtenstein in Wien, in Bamberg (aus dem J. 1655) und im Museum zu 
Schwerin befinden. 

Giller, William, engl. Kupferstecher und Arbeiter in Mezzotinto, geb. um 
1805 in London. Man kennt von ihm zahlreiche sehr gelungene Stiche: nach Cooper 
der Kampf um die Standarte, Richard III. und der Graf von Richmond in der Schlacht 
bei Bosworth, Richard Löwenherz und Saladin in der Schlacht bei Askalon, nach 
Harlow : Wolsey empfängt den Kardinalshut in der Westminster-Abtei, nach W. Allan 
der Sklavenmarkt in Constantinopel u. A. nach Grauet, Lewis, Hering, Lawrence u s. w. 

Gilli, Alexander, Bildhauer, f 29. Mai 1880 in Berlin, schuf mehrere ideale 
Bildwerke und das Denkma^ des Asmus Jakob Carstens zu St. Jürgen bei Schleswig. 

Gilllg, Jakob, hoUänd. Stilllebenmaler, geb. 1636 in Utrecht, f 24. Juli 1701 
das., malte mit Vorliebe alle Arten von Fischen sehr naturwahr, soll in .späterer 
Zeit auch BÜdnissinaler gewesen sein. Im Museum zu Berlin von ihm ein solches 
Stillleben von Flussfischen (1668). 

Gillig, Michiel, Bildnissmaler und Mezzotinto-Stecher in der 2. Hälfte des 
17. Jahrh. in Holland. Unter seinen Blättern nennt man das Bildniss des Gerardus 
de Vries (1685^1 und andere Bildnisse. 



GUlisgeD — Göpin. 49 

Gillissen, Karl, Maler des mtlitärischen Qenres, geb. 23. April 1842 in Aachen 
ging 1860 auf die Akademie in Antwerpen, wo er durch deKeyser zum Kriegsbilde 
geführt wurde. 1864 trat er als Freiwilliger in das nach Mexiko bestimmte belgische 
Corps, kehrte 1866 zurück, voilenaete seine künstlerische Ausbildung in Düsseldorf. 
Nach Vollendung seines ersten Bildet Die Guerillas kommen! nahm er am Kriege 
von 1870 Theil, liess sich in Düsseldorf nieder und brachte seitdem militärische 
Genrebilder yon grosser Lebendigkeit der Darstellung, z. B. Am Morgen nach der 
Schlacht, Scene der freiwilligen Krankenpflege, Auf Vorposten vor Paria, SieppenjSger 
vor einem Savannenbrand fliehend u. s. w. 

Oilluieister, Ernst, Glasmaler, geb. 26. April 1817 in Ludwigslust, t 25. März 
1887 in Schwerin, machte in Göttingen die für sein Fach nöthigen chemischen Studien, 
erlernte seine Kunst praktisch in München und besuchte die Porzellaomanufaktur in 
Sevres. Seine Hauptwerke sind die farbenglühenden 5 grossen Fenster im Dom zu 
Schwerin nach Cartons von Cornelius, 6 Fenster im Waffensaal des dortigen Schlosaes 
nach Cartons von Schuhmacher und Gustav Lenthe, 3 Fenster in der Elirche zu 
Röbel (Mecklenburg) ebenfalls nach Cartons von Lenthe und die Vervollständigung 
der Glasmalereien in der Cistercienserkirche zu Doberan. 

Oillot, Claude, franz. Maler und Radierer, get. 1673 in Langres, f 4. Mai 
1722 in Paris, Schüler von Jean Baptiste Corneille in Paris, malte als einer 
der ersten französischen Künstler Gesellschaftsbilder von Schauspielern, Maskeraden 
und Bälle, die ungemein gefielen. Als er aber von seinem Schüler Watteau über- 
troffen wurde, warf er sich auf die Radierkunst und lieferte auch hierin Blätter 
ähnlichen Inhalts, die freilich nicht immer correkt gbzeichnet sind. Genannt werden 
darunter: Der Lebenslauf eines Satyrs auf 4 Blättern, Die Feste des Faun, Pan, 
Bacrhus und der Diana auf 4 Blättern, Die Hexen, Das von Satyrn unterbrochene 
Fest der Diana u. A. 

Oillray, James, engl. Caricaturenzeichner und Radierer, geb. um 1757 in 
Lancashire, f 1. Juni 1815 in London, zog anfangs mit einer Schauspielertruppe 
umher, atudirte dann auf der Akademie in London und begann 1779 die Zeichnung 
politischer und moralischer Caricaturen, die durch seine grosse GeschicklicL'.eit in 
der Wiedergabe der Gesichtszüge und seine unerschöpfliche Phantasit allgemeinen 
Beifall fanden und ihn berühmt machten, z. B, auf viele Thorheiten seiner Zeit, auf 
Pitt und dessen Amtsführung (1784). Nach einem zügellosen Leben verfiel er. in 
Wahnsinn und endete durch einen Sturz aus dem Fenster. Seine Blätter^ 600 an der 
Zahl, mit Biogr. herausgegeben von Th. Wright (1874). 

dilly, Friedrich, Architekt, geb. 16. Febr. 1771 in Altdamm bei Stettin, 
t 3. Aug. 1800 in Carlsbad, Sohn des späteren Oberbauraths David G. (1748—1808), 
des ersten Lehrers von Schinkel. Fr war in Berlin Schüler von Langhans, studirte 
im Gegensatz zu der bisherigen verdorbenen Geschmacksrichtung die Antike und 
wurde der Bahnbrecher der antiken Richtung, wie sie sich später unter seinem 
Schüler Schinkel so glänzend entfaltete, war auch ein Meister in der Plastik. 
Selbständige monumentale Werke auszuführen, war ihm in seinem kurzen Leben nicht 
vergönnt ; nur Entwürfe hat er hinterlassen, die nachher von Gottfr. Schadowu. A. 
ausgeführt wurden, z. B. die Pläne zum alten Münzgebäude in Berlin 1794. 

i&llpin, Sawrey, engl. Thiermaler, geb. 11. Nov. 1733 in Carlisle, f 8. Mär^ 
1807 in Brompton (London), wurde 1 749 in London Schüler des Marinemalers Samuel 
Scott, widmete sich seit 1758 auf eigene Hand der Pferdemalerei, worin er vom 
Herzog von Cumberland begünstigt wurde. Seit 1763 stellte er seine Bildnisse von 
Pferden aus, 1770 die Oelskizze Darius wird König von Persien darch das Wiehern seines 
Pferdes, 1771 eine Scene aus „Gullivers Reisen" von Swift. 1797 wurde er Mitglied 
der Akademie. Ausser trefflich- gezeichneten Pferden malte er auch wilde Thiere, 
Ochsen und dgl, radierte ajjch mehrere solcher Thierstücke. 

Oilpin, TVilliaiDL, engl. Zeichner, geb. 1724 bei Carlisle. f 5. April 1804 in 
Boldre, Bruder des Vorigen, wurde 1746 ordinirter Geistlicher, goachte sich mehr 
durch Schriften über Landschaften, als durch eigene Bilder bekannt, die sirh meistens 
auf landschaftliche Skizzen und Radierungen beschränkten, mit denen er seine zahl- 
reichen literarischen Werke schmückt«. 

Oilpin, William ^wrey, engl. Aquarellmater, lebte in der 2. Hälfte des 
18. Jahrh., Sohn des Sawrey G., stellte seit 1797 Landschaften aus, wurde erster 
Präsident der Gesellschaft der Aquarellmaler, legte aber 1806 dieses Amt nieder, als 
er Zeicheulehrec an der Kriegsschule in Great Mark>w wurde. Bw, 1814 stellte er 
seine ziemlich schwachen Bilder aus. 

Ai)jfom«tnes KQmtler^Lexicon ö. Aufl. 2. Uaod. 4 



50 Giltlinger — Giocoüdo. 

Glltlinger, s. Gültliuger. 

Öimignani, Giacinto, ital. Historieamaler und Radierer, geb. 1611 in Pistoja, 
t 1681, Schüler von N. Poussin in Rom, dem er in der Zeichnung und Composition, 
und von Pietro daCortona, dem er im Colorit nachstrebte, aber nicht gleichkam. 
Er hinterliess Fresken im Baptisterium der Laterankirche, zeigte sich aber talent- 
voller in seinen Radierungen von malerischer Wirkung. Zu den besten gehören: 
Maria und Joseph verehren (^as neugeborene Kind, Die Madonna gibt dem heil. 
Dominicus den Rosenkranz, Die büssende Magdalena, Cleopatra und Antonius (1647), 
Der Tod der Virginia (1648), Der Raub der Sabinerinnen (1649), Das Glück verstösst 
das "Verdienst und beschützt die Dummheit (1672). 

(irimignani, Lodovico, ital. Historienmaler, geb. 1644 in Rom, f 16^7 das., 
Sohn und Schüler des Vorigen, den er wenigstens im Colorit übertraf. Beide malten 
gemeinschaftlich in Kirchen jid Palästen. 

Gimignano, Viiicenzo da San, s. Tamagni, Vincenzo. 

Ginain, Louis Eugene, franz. Pferde- und Schlachtenmaler, geb. 28. Juli 1818 
in Paris, war 1835—38 Schüler vonCharlet und Abel de Pujol, debütirte 1839, 
reiste 1840 nach Afrika und 1864 nach Spanien. Unter seineu zahlreichen Bildern 
sind zu nennen : Der Herzog von Aumale auf dem Feldzug nach Teniah (1841), Tod 
des Generals Desaix in der Schlacht bei Marengo (Museum in Versailles), Gefecht 
bei Affroun, Das Lager von Chälons, Einzug der italienischen Armee in Paris 2. Aug. 
1859 (in Versailles), Reise des Kaisers nach Algier, Die Revue vom 29. Juni 1871 
(1873) und einige Genrebilder dieser Art. Er erhielt verschiedene Medaillen und 
1878 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Glnain, Paul Ren6 L6on, franz. Architekt, geb. 5. Oct. 1825 in Paris, Bruder 
des Vorigen, erhielt 1852 den grossen römischen Preis für sein Projelftteines 
Gymnasiums und 1861 einen zweiten grossen Preis, wurde Architekt von Paris^Hbaute 
Schulhäuser, die Kirche Notre Dame des Champs und restaurirte mehrere Monumental- 
bauten. 1877 wurde er Ritter der Ehrenlegion. 

Giügelen, Jacques van, belg. Landscl^aftsmaler, geb. 24. Juli 1810 in Borgerhout 
bei Antwerpen, widmete sich 1827—31 unter Moerenhoutder Thier- und Landschafts- 
malerei und unter Le Poittevin in Paris dem See- und Strandbüde. Derartige 
Bilder von sehr geschickter Ausführung entnahm er von den Küsten Hollands, Prankreichs, 
Englands und Deutschlands, versuchte sich auch in Radierungen und LithogTaphien 
seiner Bilder. 

Oinnasi, Caterina, ital. Malerin, geb. 1590 in Rom, t 1660 als Aebtissin in 
einem Kloster, Schülerin von Lanfranco, nach dessen Zeichnungen sie Bilder in 
Sta. Lucia in Rom malte. 

Gino Lorenzi, Antonio di, ital. Bildhauer des 16. Jahrb., geb. in SettignaHO, 
Schüler von T r i b o 1 o in Florenz, unter dessen Leitung er eiüe Statue des Aeskulap 
und Kinderstatuen für einen grossen Brunnen in Castello fertigte, öoll auch in Pisa 
das Grabmal des Philosophen del Corte gemacht haben. Doch ist von seinen Werken 
wenig mehr vorhanden. 

Gino Lorenzi, Stoldo di, ital. Bildhauer, geb. um 1538 in Settignano, 
Bruder des Vorigen, soll zu seiner Zeit ein vorzüglicher Künstler gewesen seiii, 
der namentlich in Pisa thätig war, doch ist von seinen Werken nur noch wenig 
vorhanden, 

Ginotti, Giacomo, ital. Bildhauer, geb. 1837 in Sardinien, Schüler von Vela 
in Turin, ging später nach Rom, fertigte ideale Genrebildwerke: Eine sehr natura- 
listisch behandelte nackte Negersklavin, die vom König Victor Emanuel erworben, 
in die Villa reale in Capodimonte kam, ferner 1881 Die Petroleuse, Lucretia im Be- 
griff sich zu durchbohren, und eine Statue des Glaubens. 

Giocondo, Fra Giovanni, ital. ArchäA>k)g und Baumeister, geb. um 1432 in 
Verona, f 1. Juli 1515 in Rom, widmete sich in der 1. Hälfte seines Lebens den 
klassischen Studien und der klassischen Architektur, unterrichtete auch den berühmten 
Jul. Caesar Scaliger in den alten Sprachen, sammelte in Rom und anderen Städten 
Italiens mehr als 2000 Inschriften, die sich in Abschrift in der Biblioteca Magliabecchlana 
zu Florenz befinden, schrieb Anmerkungen zu Cäsar, Vitruv und anderen römischen 
Schriftstellern. Als Architekt begründete er seinen Ruf, als er, durch König Ludwig XII. 
veranlasst, die Brücke Notre Dame in Paris baute, wo er auch ein Manuscript des 
jüngeren Plinius auffand. In Verona baute er den Palazzo del Consiglio und 1512 
einen der Hauptpfeiler der Brücke della Pietra und war seit 1514 nur noch kurze 
Zeit als Architekt der Peterskirche in Rom thätig. 



Giolfino — Giorgio. 51 

Giolfiuo, Niccolö, ital. Maler, geb. in Verona, malte in den letzten Decennien 
des 15. nnd in den ersten Decennien des 16. Jahrhunderts in sei er Vaterstadt viele 
Fresken iind Oelbilder von ziemlich ungeschickter Behandlung. Dahin gehören die 
Fresken hinter der Kanzel in Sta. Maria della Scala (1486), die in Sta Maria in Organo, 
darstellend die Himmelfahrt, Erzengel und Abendmahl, Pharaos Untergang, in 
Sta. Anastasia eine Altartafel der Ausgiessung des heil. Geistes, in der Rnakothek 
daselbst eine Madonna, und einige Fresken. 

Giolflno, Puolo, ital. Maler der 1. Hälfte des 16. Jahrb., Bruder und Schüler 
des Vorigen, dem er im Colorit ähnlich war, aber im Uebrigen ihm untergeordnet. 
Auch von ihm einige Bilder in der Pinakothek zu Verona. 

Gioli, Francesco, ital. Landschaftsmaler, geb. 29. Juli 1846 in Settimo (Provinz 
Pisa), Schüler der Akademie in Florenz unter Pollastrini, debütirte 1869 mit 
dem Bilde Karl Emanuel, der den spanischen Gesandten verjagt, dann folgten die 
historischen Genrebilder Der Besuch Alfieris bei Goldoni, und Der Besuch Göldonis 
bei J. J. Rousseau, ferner Angelus Domini, Die Procession mit dem Allerheiligsten. 
Begegnung, Eine schmerzvolle Mutter und andere Genrebilder. 

Gioli, Lnigi, ital. Maler, geb. im Nov. 1854 in Cascina (Prov. Pisa), Bruder 
des Vorigen, malte sehr geschätzte Landschaften mit Pferden und anderen Thieren, 
die er in den Maremmen von Toscana und in der Umgegend von Florenz studierte. 

Gionimo, Antonio, ital. Maler, geb. 1697 in Padua, t 1732 in Bologna, Sohn 
und Schüler des Malers Simone G., auch Schüler von Milani und Giuseppe 
Maria Crespi. Er malte geistvolle Bilder in Bologna, wo sich von ihm im Palast 
Eanuzzi ein Bild aus dem Leben des Haman befindet. 

G-iordano, Lnca, ital. Maler, wegen seiner Schnellmalerei Fa presto genannt, 
geb. 1632 in «Neapel, f 12. Jan. 1705 das., Sohn und Schüler des mittelmässigen 
Malers Antonio G und 9 Jahre Schüler des Ribera in Neapel, den er nachzu- 
ahmen strebte. Dann ging er nach Rom, wo er sich an Pietro da Cortona anschloss, 
und Raffaels Bilder im Vatikan, Michelangelo und Caravaggio copirte. Später, arbeitete 
er in Bologna, Parma u»d^^Florenz, wurde 1692 vom König Karl II. nach Spanien 
berufen, lebte dort 13 Jahre und malte im Escorial, in Toledo und in Madrid, wo 
sich im Museum del Prado von ihm mehr als 60 Bilder verschiedenen Inhalts befinden. 
Bald nach 1705 kehrte er nach Neapel zurück. Mit seinem grossen künstlerischen 
Talent, seinem Schönheitssinne und- seiner fabelhaft schnellen Gestaltungskraft trieb 
er unverzeihlichen Missbrauch, da es ihm auf Antrieb seines habgierigen Vaters nur 
auf leichtes und schnelles Fertigmachen ankam. Aus der gewaltigen Zahl seiner 
geistvollen, aber oft auch mit schmählicher Flüchtigkeit gemalten Bilder, die sich in 
fest allen grösseren Museen Europas finden, heben wir nur als bedeutend und lobens- 
werth hervor: im Berliner Museum das Urtheil des Paris (Wiederholung in der 
Eremitage zu St. Petersburg), im Museum zu Dresden (wo mehr als 20 Bilder von ihm) 
als eins seiner berühmten Werke Hercules und Oraphale (1670), Ariadne von Bacchus 
überrascht, Perseus und Phineus, Susanna mit den beiden Alten, Die büssende Magdalena, 
Der Raub der Sabinerinnen, Loth mit seinen Töchtern, Jaköb und Rahel am Brunnen, 
in der Pinakothek zu München Der bethlehemitische Kindexmord, Selbstbildniss und 
Bildniss seines Vaters, im Hofmuseum zu Wien (wo 13 Bilder von ihm) Der Erzengel 
Michael die gefallenen Engel stürzend (1666) und mehrere Bilder aus dem Leben 
der Maria, in S. Filippa Neri zu Neapel als sein berühmtestes Fresko die Reinigung 
des Tempels, im Louvre die Darstellung Christi im Tempel, und Mars und Venus 
mit Liebesgöttern, in den üflizien der ^uib der Dejanira durch den Kentauren Nessus. 
In seinen wenigen Radierungen erscheint er ganz als Nachfolger Riberas. 

CHordan.o, Stefano, ital. Maler des 16. Jahrb., geb. in Messina, Schüler von 
Polidoro da Caravaggio, in dessen Stil er malte. Von ihm ein Abendmahl in 
S. Gregorio zu Messina. 

,, Giorgetti, Giacomo, ital. Maler des 17. Jahrb., geb. zu Assisi, bildete sein 
Colgiit nach Lanfranco, und zeichnete sich durch Wandmalereien aus, baute anch 
1663 die.^osse Sakramentskapelle im Dom seiner Vaterstadt. 

Giorgio, Miniaturmaler des 15. Jahrb., Deutscl^r von Geburt, malte mit Hilfe 
anderer Miniaturmaler in Ferrara 2 Breviere, ein Missale und 1459 an der Bibel 
des Herzogs Borso von Este. 

Giorgio, Eusebio di San, s. Euseblo di San Gioif io. 

Giorgio, Francesco Manrizio di, ital. Architekt, Bildhauer und Maler, geb. 
23. Sept. 1439 in Siena, f 1502 da.s., war in der Malerei Schüler von Vercbietta, 
trat 1477 in den Dienst des Herzogs Federigo von Urbino, ,war am dortigen Palast 



52 Giorgio — Giotto 

als Ingenieur^ auch, als Festungsbauineister tliätig, kehrte aber in demselben Jahre 
in seine. Vaterstadt zurück, wo er mit Militär- und Festungsbauioa beschäftigt war. 
Später war er in Gubbio und 1484 in Cortona, wo er das Modoü der Kirche del 
Caicinajo verfertigte uüd ebenfalls an militärischen Bauten thätig war, und kehrte 
19. Dec. 1485 nach Siena zurück. 1490 ging er nach Mailand, wo er ein Modell der 
Vierungskuppel des Doms einreichte, kehrte dann in seine Heimath zurück und 
sandte von da aus ein Projekt für die Fa^ade des Doms in Florenz ein. 1498 wurde 
er Baumeister des Doms von Siena. Seine Hauptarbeit, durch die er seiner Zeit 
grosse Dienste leistete, ist sein Traktat über die „Architettura civile e militare". 
Später beschäftigte er sich mehr mit der Bildhauerkunst und arbeitete mancherlei 
für den Dom in Siena. Als Maler war er nur unbedeutend ; einige kleine Bilder 
von ihm im Saal des Stadthauses in Siena. 

Oiorgio von Sebenico, ein Dalmatiner Baumeister und Bildhauer des 15. Jahrb., 
der 1443 in lombardischem Stil den Dom von Sebenico begann und die Merkmale 
der venezianischen Decoration und Plastik in der Uebergaugszeit aus der Gothik in 
die Renaissance an dem prächtigen Portal von S. Francesco in Ancona vom Jahre 
1455 und an der 1459 vollendeten Facade der dortigen Börse zeigt, während er schon 
einen stärkeren Anklang an die Renaissance an dem 1456 von ihm begonnenen, bei 
seinem Tode unvollendet hinterlassenen Portal von S. Agostino hervortreten lässt. 

Giorgioney eigentlich Giorgio Barbarellij bedeutender italienischer Maler der 
venezianischen Schule, geb. um 1475 oder 1478 wahrscheinlich zu Vedelago bei 
Castelfranco, f 1511 in Venedig an der Pest, Schüler des Giov. Belli ai, dessen tiefe, 
leuchtende Gluth der Farbe er sich zu eigett machte. Er war der erste italienische 
Maler, der seine Seeuen in eine poetisch componirte Landschaft zu verlegen pflegte. 
Der Hauptschauplatz seiner Thätigkeit war Venedig, wo er nicht nur Altarbilder 
und Bildnisse malte, sondern nach damaliger Sitte auch Schränke, Kisten und ganze 
Häuserfa^aden mit Malereien schmückte. Er hatte einige Arbeiten des Leonardo da 
Vinci gesehen, die durch die kühnen Gegensätze des Eellea und Dunklen wirkten, 
so dass er dieser Auffassung während seines ganzen Lebens nachstrebte und die 
Wahrheit und Frische des lebendigen Fleisches wahrer wiederzugeben verstand als 
die übrigen venezianischen Meister. Aus der grossen Anzahl von Bildern, die früher 
mit unrecht seinen Namen trugen, sind nur folgende ihm mit Sicherheit zuzuschreiben : 
ein Altarbild der zwischen den Heiligen Franciscus und Liberale thronenden Madonna 
im Hintergrunde mit einer Landschaft im Dom zu Castelfranco, die herrliche Land- 
schaft mit der sog. Fanül?G Giorgiones im Palast Giovanelli in Venedig, um 1500, 
ein Urtbeil Salomofl (unvollendet) in Kingston I.acy bei Wimborne in England, die 
sog. Feldmesser oder dTe 3 Astrologen im Kofmuseum zu Wien in sehr poetischer 
Landschaft^^ das sog. Concerfc im Palast Pitti zu Florenz (Wiederholung im Palast 
Doria in Rem), im Museum del Prado zu Madrid eine Madonna mit den Heiligen 
Antonius und Rochus, in den üffiziea das IJrtheii Salomos und die Feuerprobe des 
kleinen Moses, im Museum zu Di"esden eine schlummernde Venus. Nicht von ihm, 
sondern vielleicht von Pordenone, im Leihhause'von Treviso der von Engeln^ehobene 
todte Christus am Rande des Grabes, von Paris Bordone in der Akademie von Venedig 
der durch die Heiligen Marcus, Nicolaus und Georg gestillte Seestürm. 

Giosafatti, Laz/aro, ital. Architekt und Bildhauer, geb. 1694 in Ascoli Piceno, 
t 1781 das., Schüler von Rusconi in Rom, half seinem Vater beim Bau der Rosario- 
kapelle von S. Pietro Martire in Ascoli, baute auch die dortigen Kirchen S. Domenico 
1776 und Sta. Maria del Buon Consiglio. Seine Bildhauerarbeiten waren fleissig aus- 
geführt, aber geschmacklos. 

Giottino di Maestro Stefano, ital. Maler der 2. Hälfte des 14. Jahrb., wurde 
„Scimia della natur a" , Affe der Natur genannt, weil er eine stärkere realistische 
Neigung als seine Zeitgenossen zeigte. Von ihm als sein einziges Werk wahrschein- 
lich die Fresken in de / Kapelle S. Silvestro von Sta. Croce in Florenz, mit der 
Geschichte des heil. Sil/ester. 

Giotto di Bondoiie, berühmter ital.- Maler, auch Baumeister und Bildhauer, 
geb. wahrscheinlich 1266 in Celle bei Vespignano, f 8. Jan. 1337 (1332) in Florenz, 
soll als Sohn eines Bauern bei seinen ersten Versuchen im Zeichnen von C i m a b u e 
entdeckt worden sein. Gewiss ist, dass er mit diesem 1286 nach Florenz ging und die 
Ausübung der Malerei begann, die er. später über ganz Italien in der Weise aus- 
dehnte, dass sein mächtiger Einfluss der ganzen italienischen Kunst auf lange Zeit 
hin den Stempel aufdrückte-. Am klarsten kommt seine künstlerische Bedeutung in 
grösseren Compoaitionen zur Geltung, in denen er eine wunderbare Klarheit in der 



Giovaüui, 53 

Schilderung, eine scharfe Charakteristik entwickelt und mit einem unmittelbaren 
Erzählerton vorträgt, wenn ihm auch der Ausdruck leidenschaftlicher Regungen des 
Gomüths noch nicht gelingt, i^n die ersten Jahre seiner Thätigkeit fallen mehrere 
Hauptwerke, in denen sich seine ganze Bedeutung zeigt. Es sind die um 1301 
entstandenen, jetzt sehr beschädigten Fresken im 4. Saal des Bargello in Florenz 
(das Paradies mit dem Bildniss seines Freundes Dante, die Hölle u. s. w.), der 
2 Jahre später begonnene grosse Freskencyklus in der Cappella dell' Arena zu Padua, 
deren Wände und Gewölbe das Leben Christi und der Maria mit einer grossen 
Darstellung des Jüngsten Gerichts enthalten, Bilder, in denen er in seiner vollen 
Schöpferkraft mit einer bis dahin unbekannten Gestaltungsweise die individuelle 
Erscheinung in ihrer sinnlichen, wie auch in ihrer inneren, geistigen Wahrheit zeigt. 
Da wo er schlicht zu erzählen hat, z. B. ia der Geburt Maria, zeigt er seine ganze 
Grösse. Weniger glückt ihm das Jüngste Gericht, das Phantasie und Leidenschaft 
erfordert. Ein dritter grosser Cyklus sind (um 1314 — 22) die Malereien an der Decke 
des Kreuzgewölbes über dem Hochaltar der ünterkirche S. Francesco zu Assisi, 
enthaltend die Haupttugenden des Franciscus und seine Verklärung, entstanden unter 
dem geistigen Einfluss des Dante, nämlich die 3 Ordensgelübde der Franciscaner : 
Armuth Keuschheit und Gehorsam und die genannte Verklärung des Franciscus. 
Unter seinen übrigen Malereien sind die wichtigsten : in der Kapelle Bardi von 
Sta. Croce die Legende des heil. Franciscus (bedeutender als früher in Assisi), in der 
Kapelle Peruzzi als seine schönsten Fresken die Geschichte der beiden Johannes, 
besonders schön das Gastmahl des Herodes, bei dem dem Fürsten das Haupt des 
Täufers von einem Krieger gebracht wird, in der Kapelle de' Medici die Krönung 
Maria, während dagegen das ihm früher zirgwschriebene Fresko des Abendmahls im 
ehemaligen Refektorium derselben Kirche wahrscheinlich ron TaddeoGaddi her'-ührt. 
Dazu kamen noch seine Fresken der vier lat. Kirchenlehrer und der Evangelisten in 
S. Giovanni Evaugelista .'^u Ravenna. Sodann in der Vorhalle der Peterskirche zu 
Rom das nach seinem Entwurf 1298 ausgeführte Mosaik der sogen. Navicella, d. h. 
das die christliche Kirche bedeutende Schiff Petri auf stürmischem Meere. Endlich 
unter seinen Tafelbildern in der Akademie zu Florenz eine mitten unter Engeln 
thronende Madonna und 12 kleine Tafeln mit Scenen aus dem Leben Jesu. Weit 
weniger ausgedehnt, aber ebenso geistvoll waren seine Arbeiten als Architekt und 
als plastischer Künstler, worin wir nur die Marmorbekleidung der Portale an der 
Nord- und Südseite des Doms zu Florenz und den dortigen Glockenthurm zu nennen 
haben, der in seiner edlen Gliederung von fünf Geschossen und seinem Peliefschmuck 
von ihm und AndreaP' ano von wunderbarer künstlerischer Harmonie ist. — Seine 
Biogr. voü Dobbert in Dohmes „Kunst und Künstler" (1878) und von Harry 
Quitter (1880). 

Gioranni, Berto di, s. Berto di (Giovanni. 

GioTanni da Bologna, s. Bologna, Giovanni da. 

Giovanni da Faenza, ital. Maler der 2. Hälfte des 15. Jahrb., der die Anmuth 
der umbrischen Schule mit der Tiefe und Reinheit der florentinischen verband. Von 
ihm im Gymnasium seiner Vaterstadt eine Madonna mit dem segnenden Kinde nebst 
Engeln und Heiligen. 

Giovanni da Milano, eigentlich Joliannes Jacobi, ital Maler, geb. nach 1300 
in Caverzajo bei Como, Schüler von Taddeo Gaddi, verband die florentinische 
und sienesische Schule, zeigte fleissige Modellirung und Streben nach Wärme und Feinheit 
iin Ausdi'uck, war aber eigentlich kein selbständiger, erfinderischer Geist. Von ihm 
eine Beweinung Christi aus dem Jahre 1365 in der Akademie zu Florenz, bedeutender 
durch warmes und leuchtendes Colorit sein Altarbild der Madonna mit den Heiligen 
Katharina, Bernhard, Bartholomäus und Barnaba in der Gemäldegalerie zu Prato, seine 
trefflichen Fresken aus dem Leben tler Maria und des Heilandes in der Kapelle 
Rinuccitti von Sta. Croce zu Florenz, und einige Bilder den Uffizien. 

Giovanni da Mnrano, s. Johannes Alamannus. 

Giovanni da San Giovanni, genannt Manozzi, geb. 1590 in S. Giovanni, t 1636, 
Schüler von Matteo Rosseili und von C i g o 1 i , ein produktiver Freskomaler, der 
in Rom und in Florenz ausgedehnte Malereien christlichen und mythologischen Inhalts 
ausfährte und eine lebhafte Phantasie und sichere Technik zeigte. Von ihm in der 
Hauptkirche seiner Vaterstadt ein Bild der Enthauptung Johannis d. T. und eine Ver- 
kündigung, im Palast Pitti ein Jägerbild, worin er als Nachfolger Caravaggios erscheint 

Giovanni di Paolo, genannt del Poggio, Maler der Schule von Siena, urkund 
lieh schon 1423 in Sxena thätig, f wahrscheinlich 1482, vielleicht Schüler des (jentile 



54 Giovanni — Girar 

da Fabriano, wenigstens gebildet unter dessen Eiofluss. Im Berliner Museum von 
ihm ein Temperabild Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. 

G^iovanni di Pietro, s. Lo Spagna, Giovanni. 

Giovanni di Stefano, ital. Bildhauer und Architekt des 15. Jahrh., thätig in 
Siena, wo er mehrere Arbeitet von edler Auiifassung und sauberer Ausführung schuf. 
Sein frühestes Werk ist wohl das Tabernakel und die Altarwand in der Katharinen- 
kapelle von S. Domenico in Siena von 1466. Einen etwas abweichenden Charakter 
zeigt sein letztes Werk Die Leuchter haltenden Bronzeengel neben dem Tabernakel 
Vecchiettas im dortigen Dom (seit 1489). Als Architekt von ihm die 1482—85 er- 
baute Kapelle Johannis des Täufers im Dom zu Siena. 

Giovanni, Fra, Intarsiaarbeiter, geb. 1456 in Verona, f 10. Febr. 1525, Schüler 
von FraBastiano, schuf die schönen Intarsien des Chorgestühls der Kirche zu Monte 
Oliveto (1503), nach 1511 die Intarsien der Thüren des Barili im Vatikan, führte den 
Chor von S. Paolo da Toledo in Monte Oliveto aus, baute den Chor von San Benedetto 
bei Siena, schuf in Sta. Maria in Organo zu Veföna die Kanzel und die trefflichen 
Intarsien des Chors, sowie die der Sakristei. 

Giovanni, Maestro, eigentlich G. Boccardi, Miniaturmaler der ersten Decennien 
des 16. Jahrh., malte mit seinem Sohne Francesco eine Reihe von Chorbüchern in 
Monte Cassino unter dem Einfluss der Raffaelschen Stanzen und Loggien. 

Giovanni, Matteö di, s. Matteo di Giovanni. 

Giovannini, Jacopo Maria, ital. Historienmaler und Radierer, geb. 1667 in 
Bologna, f 1717 in Parma, war in der Malerei Schüler von Giuseppe Maria 
Rolli, malte für Kirchen und Paläste, widmete sich aber später nur dem Kupfer- 
stich und der Radierung, worin er seine Nadel allzu ängstlich und zierlich führte. 
Seine besten Blätter sind: Die Flucht nach Aegypten nach Taruffi, Die Be- 
schneidung Christi nach Guido Reni, Jesus gibt den Aposteln die heil. Communion 
nach Franceschini, Der sog. Tag nach Correggio (in Parma), Der heil. Sebastian 
nach Lod. Carracci, 12 Blätter nach Öorreggios Kuppelfresken (der Heiland in 
der Himmelsglorie) in S. Giovanni Evangelista in Parma, und 12 Blätter aus dem 
Leben des heil. Benedict nach Lod. Carraccis Fresken in S. Michele in Bosco zu Bologna. 

Giovannini, Vincenzo, ital. Landschaftsmaler, geb. 1816 in Todi, begann seine 
Ausbildung in Rom und malte mehrere Veduten aus dortigen Gegenden. 1868 brachte 
er eine Ansicht von Castelporziano, dann in Mosaik eine Ansicht vom römischei» Forum 
und eine Partie vom Janiculus, aber seine Bilder blieben ziemlich unbeachtet und 
liessen ihn nicht emporkommen. 

Giovenone, Girolamo, ital. Maler aus Vercelli, thätig am Ende des 15. und 
Anfang des 16. Jahrh., wurde früher der erste Lehrer des Gaudenzio Ferrari 
genannt, doch ist er um etwa 10 Jahre jünger als dieser. Von ihm in der Akademie 
zu Turin als sein bestes Werk eine Anbetung des Kindes durch Maria und Joseph 
in hoher Kuppelhalle mit 6 anderen Heiligengestalten; in der dortigen Pinakothek 
eine Madonna mit den Heiligen Abbondio und Antonio und den Stiftern (Tempera 
von 1514), eine Madonna mit 4 Heiligen und der Auferstandene mit Maria und Petrus. 
Andere Bilder von ihm in Vercelli und Bergamo. 

Giovenone, Ginseppe di Amadeo, ital. Maler aus Vercelli, Schüler von 
Gaudenzio Ferrari, Von ihm in der Pinakothek zu Turin aus dem Ende des 
15. Jahrh. ein Bild der Auferstehung Christi, das in der erstrebten Verbindung des 
Symbolischen und Dramatischen seltsame Contraste zeigt. 

Giraldi, Guglielmo, ital. Miniaturmaler des 15. Jahrh., geb. in Ferrara, malte 
zwischen 1450 und 1475 ein Missale, ein Brevier, ein Gesangbuch, einen TibuU und 
Appian, die Canzonen Petrarcas und die Psalmen. 

Giraldini, s. Gerardini. 

Girandole, Bernardo delle, s. Buontalenti. 

Girard, Alexis Franc ois, franz. Kupferstecher in Linien-Manier, punktirter 
Manier, Mezzotinto und Aquatinta, geb. 1789 zu Vincennes, f 17. Jan. 1870 in Paris, 
widmete sich dem Kupferstich, nachdem er in der Malerei Schüler von Regnault 
gewesen war. Hauptblätter von ihm sind: Nach Raffael Die Jungfrau mit dem Fisch 
und Die Jungfrau mit der Perle, nach Delaroche Mazarin auf dem Sterbebett und 
Richelieu der mit de Thou und Cinq-Mars den Rhönefluss nacn Lyon hinauffährt, um 
sie enthaupten zu lassen, nach Ary Scheffer Die heiligen Frauen vom Grabe Christi 
kommend, nacn Winterhalter das Dolce far niente, der Decameron und die Weinlese, 
nach Cogniet die Entführung der Rebekka. Er erhielt eine ganze Reihe von Medaillen 
und gehörte seit 1866 der Ehrenlegion an. 



Girard — Girardet. 55 

Qirard, Etieane Martin, franz. Landschaftsmaler, geb. 1742 in Paris, f 23. Oct. 
1782, Mitglied der Akademie von San Luca, stellte in den 70er Jahren zahlreiche 
Landschaften aus, z. B. Ansicht von Neapel, Marseille und Rouen, von den Tuilerien 
und ein Floss der Römer zum Transportiren der Obelisken. 

Girard, Firmin, franz. Genremaler, geb. 31. Mai 1838 in Poncin (Ain), trat 
1853 in eine Zeichenschule zu Paris und 1854 in das Atelier von Gleyre, debütirte 
1859 mit einem Bilde des heil. Sebastian, hatte aber erst Erfolg, als er mit 
Genrebildern auftrat, die durch Frische und Wahrheit sowie glänzendes Colorit sehr 
gefielen. Die besten derselben sind: Nach dem Ball (1863), Verlobte aus der Zeit 
Ludwigs XIII. (1874), Die ersten Liebkosungen, Der Quai aux Fleure in Paris, die 
allgemein bewunderte Erste Kommunion (1876), Der Bärenführer, Eine Hochzeit 
im 18. Jahrhundert u. s. w. Er erhielt 1863 die Medaille 3. Kl., 1874 die 
Medaille 2. Kl. 

.Girard, No61 Jnles, franz. Bildhauer, geb. 22. Aug. 1816 in Paris, besuchte 
die Ecole des beaux-arts, war Schüler von David d'Angers und P e t i t o t, trug 
1846 den grossen römischen Preis davon, und brachte 1849 ein Terracotta-EeUef, 
dann folgten 1852 ein Trauben pressender Winzer aus Bronze, die geopferte Iphigenia 
(1855), die Statuen Larochefoucaulds und der Astrononue für den Neuen Lotivre, 
eine Statue der Wahrheit für den Hof des Louvre (1864), die sehr wohl gelungenen 
Statuen der Komödie und des Dramas für das Giebelfeld der Neuen Oper und einen 
Christus am Kreuz für den Friedhof in St Denis. 1852 Medaille 2. Kl. 

Girard, Ren^, franz. Kupferstecher in punktirter Manier, geb. 1751 in Paris. 
Seine Hauptblätter sind : nach Cipriani Das Opfer Amors, Amor caressirt die Schönheit, 
nach Grenze Der zerbrochene Krug, nach Bartolozzi Der Tod der Dido und einige 
Bildnisse nach Lawrence. 

Girardet, Abraham, schweizerischer Zeichner und Kupferstecher, geb. *764 
in Locle (Neufchatel), t 1823 in Paris, wurde Uer Schüler von Nico 11 et, bildete 
sich 1794 in Rom weiter aus und stach viele treffliche Blätter: Die Transfigaration 
nach Raffael (1806), Das Abendmahl nach Ph. de Champagne, Fest der Ceres, Fest 
des Bacchus und Der Raub der Sabinerinnen nach N. Poussin (im Louvre), Der 
Triumph des Vespasian und des Titus nach Giulio Romano (im Louvre), Die letzten 
Augenblicke des Herzogs von Berry nach Fragonard, Tod des Arnold v. Winkelried 
nach eigener Zeichnung. 

Girardet, Cliarles, Genre- und Landschaftsmaler, geb. 13. Mai 1810 in Locle, 
t 24. April 1871 in Paris, Sohn des Charles Sam. G., Schüler vonLeon Cogniet, 
machte Reisen in der Schweiz, Deutschland, Italien, Spanien, Algerien, Aegypten und 
der Türkei, brachte aus diesen Ländern seit 1836 Landschaften und Genrebilder und 
machte mit dem historischen Bude Protestanten während ihrer Andacht von 
katholischen Soldaten und Mönchen überfallen (1842) grosses Aufsehen, unter seinen 
übrigen Bildern sind zu nennen : eine Landschaft (Museum in Königsberg), Episode 
aus der Schlacht bei Murten 1476 (Museum in Bern), Heuernte im Berner Oberlande 
(Museum in Berji), Partie aus der Gegend von Neufchatel. Er illustrirte auch eine 
Ausgabe des Ariost und Thiers' „Histoire du Consulat et de l'Empire" . 

Girardet, Charles Samuel, Kupferstecher und Lithograph, geb. 1780 in Locle 
t 1863 in Paris, Schüler seiner Brüder Abraham uiwi Alexander G., stach anfangs 
Schweizer Ansichten, ging dann nach Paris, stach hier die Auferstehung Christi nach 
Lebrun, und widmete sich nachher der Lithographie, illustrirte auch 1833 — 40 das 
„Magasin universel" und stach 1844 den oben genannten üeberfall der Protestanten 
(S. Charles Girardet). 

Girardet, Edouard Henri, Maler und Kupferstecher, geb. 21. Juli 1819 in 
Neufchatel, f 5. Jan. 1880 in Versailles, Sohn des Charles Samuel G., Schüler 
seines Bruders Charles G., malte mit Vorliebe fromme und patriarchalische Scenen 
aus dem Familienleben der Landleute des Berner Oberlandes, aber auch humoristische 
und tragische Scenen, z. B. Die Mutter an der Wiege ihres sterbenden Kindes, Das 
Tischgebet, Der Besuch beim Arzt, Die Auction auf dem Lande, Jahrmarkt im Berner 
Oberlande u. A. Unter seinen nicht zahlreichen Kupferstichen sind Blätter nach 
Charles Delaroche und Gerome. 

Girardet, Eugene, franz. Genremaler, geb. 1852 in Paris, Schüler von G e r ö m e, 
lebt in Paria. Von ihm die Bilder: Halt in der Wüste (Ktinstlergütli in Zürich), 
Arabisches Kaffe in Biskra, Der Atlas bei El-Kantara in Algier. 

Girardet, Jean, franz. Historienmaler, geb. 1709 in Luneville, t 28. Sept. 1778 
in Nancy> bildete sich hier und in Italien zu einem tüchtigen Künstler, der für Kirchen 



56 Girardet — Giraud. 

und Paläste Bilder in Oel uqd in Fresko malte. Von ihm der Plafond im Stadthaus^ 
zu Nancy und einige Pilder in der dortigen Gemäldesammlung. 

Girardet Paal, Kupferstecher^ geb. 8. März 1821 in Neufchätßl, t 27. Febr. ' 
1893 in Paris, Sohn von Charles Samuel G., war in Paris dessen Schüler widmete; 
sich aber nur der Kupferstecherkunst. Seine wirkungsvollen Stiche meist nach neueren' 
Meistern, auch in Mezzotinto, sind : Die Schlacht bei Isly und Dlö erste Messe in Kabylie^ 
nach Horace Vernet, Charfreitag nach Delaroche, Gefecht bei Rivoli Bf ch Philipp|>- 
teaux, Das Colloquium von Poissy nach Sob. Fleury, Schlacht bei Fridericia aaCh 
Simonsen, Uebergang Washingtons über den Delaware nach 1 putze, Der Taschdn- 
spieler und Die goldene Hochzeit nach Knaus, Eine Hochzeit im Elsass nach Brion, 
Der verlorene Sohn nach Dubufe, Verlesung der letzten Opfer der SchreckensherrscÄaft 
in der französischen Revolution, nach Charles Louis MüUer und andere Blätter nach 
Auguste Bonheur. Von 1849—61 erhielt er 4 Medaillen 2. Kl. und 1869 ^äie 
MeaaUle 1. Kl. 

Oirardon, Frait^ois, franz. Bildhauer, geb, 4630 in Troyes, f 1. Sept, 1716 
in Paris, war hier Schüler des Biidhaueis FrancoisAnguier und bildete sich nwshher 
in Rom weiter aus. 1652 kehrte er nach Paris zurück, wurde erster Inspektor der 
Bildhauerarbeiten und 1695 Kanzler der Akademie. Er war für seine Zeit eia bedeutender 
Künstler, der zwar keine grosse Erfindungsgabe besass und sich etwas theatralisch in 
der Darstellungsweise, aber ausdrucksvoll in der Darstellung der Köpfe zeigte. Unter 
seinen zahlreichen Werken sind die vorzüglichsten: das Modell zu der in der 
Revolution 1789 zerstörten Reiterstatue Ludwigs XIV. (im Louvre), das 1694 von 
ihm nach Lebrun ausgeführte Grabmal des Kardinals Richelieu in der Kirche der 
Sorbonne, die Statuen rn den Apollobädern zu Versailles und der Raub der Proserpina 
im Garten von Versailles. — Seine Biogr. von de Breban (1850). 

Glrardon, Pierre Gustave, franz. Landschaftsmaler, geb. in Lyon, f 1887, 
malte besonders aus dem südlichen Frankreich gut gezeichnete, aber im Farbenton 
etwas kühle Landschaften in Oel und namentlich sehr gelungene landschaftliche 
Aquarelle. 

Giraud, Jean Raptiste, franz. Bildhauer der 2. Hälfte des 18. Jahrh,, geb. 
zu Aix, übte seine Kunst in Paris, wo er Mitglied der Akademie wurde. Von ihm 
werden nur ideale und mythologische Bildwerke genannt: ein sterbender Achilles, 
ein Mercur, ein Satyr und ein Hercules. 

Girand, Pierre Francois £agene, franz. Historien-, Genre- und Bildnissmaler, 
geb. 9. Aug. 1806 in Paris, t 29. Döc. 1881 das., Schüler von Her s ent und der jfecole 
des beaux-arts, erhielt 1826 in. der Kupferstecherkunst, worin er Schüler von 
Richomme war, den grossen römischen Preis, 'bildete sich aber nachher fast nur 
im historischen Genre und im BUdniss aus, und machte nach einem mehrjährigen 
Aufenthalt in Italien mit Alex. Dumas 1844 eine Reise nach Spanien und 1847 nach 
dem Orient. Zahlreicher als seine Kupferstiche sind seine originellen, energisch 
ausgeführten historischen Genrebilder und Bildnisse. Dahin gehören: Die Rettung 
des Dauphins Karl durch Stephan Marcel 1356 C1836), Uebergang der Armee Condea 
und Colignya über die Loire (1837), Fieberkranke in der Campagna (1846), Tanz in 
einer Posada zu Granada (1853), Heinrich IV. im Thurm von St. Germain des Pr6s, 
Ueberschwemmung des Nils, im Luiembourg Eine Tänzerin in Kairo (1866) und 
Scene aus einem Stiergefecht (1869), Abreise zur Armee Cond6s und zahlreiche 
Bildnisse bekannter Persönlichkeiten, 1851 wurde er Ritter, 1866 Offizier der 
Ehrenlegion. 

Giraud, Pierre Francois Gregoire, franz. Bildhauer, geb. 1783 in Paris, 
Schüler seines Oheims Jean Baptiste G. und Rameys. Von ihm die Reliefs 
Tod der Pallas und der verwundete Philoktet, für die er 1805 und 1806 Preise erhielt. 

Giraud, Sebastien Charles, franz. Genre- und Interieurmaler, geb. 18. Jan. 181 9 in 
Paris, 1 1892 das.,Bruder und Schüler von P. F. E u g e n e G. (s. d.) und der ^fecole des beaux- 
arts, bereiste 1843 — 47 die Westindischen Inseln und begleitete den Prinzen Napoleon 
n^h dem Norden. Er malte neben dem Genre auch viele Interieurbilder von guter 
Perspektive und sauberer Ausführung. Die bekanntesten seiner Bilder sind: Er- 
innerungen an Hayti (1853), Speisesaal der Prinzessin Mathilde (1855), Der Seehunds- 
fang (1857), StudiEzimmer des Grafen von Nieuwerkerke, Partie aus Island, Ein 
Zimmer im 15. Jabih. (1862), Das Musee Napoleon im Louvre, Waffengalerie im Mus6e 
de Ciuny, Sonntag in der Bretagne (1878) u. A. 1847 wurde er Ritter der Ehrenlegion. 

Giraud, Victor, franz. Genremaler, geb. 1841, t 21. Febr. 1871 in Folge einer 
im Kriege erhaltenen Wunde, Schüler von P i c o t und seines Vaters P. F. E u g 6 n e 



Girl — Giroux. 57 

Giraud (s. d.), malte antike Stoffe in moderner Auffassung, mit charaktervollen 
Figuren von glänzendem Colorit, z. B. Der Sklavenhändler (im Luxembourg), Ein 
ägyptischer Vogelzähmer u. A. 

Girl, Helisena, verehelichte Koch, Genremalerin, geb. 1832 in Lindau, vpar 
in München thätig. Von ihr wurden bekannt die Bilder: Mutter mit ihren Kindern 
am Brunnen, Mädchen am Stickrahmen, Kinder mit einem Schaf, Tauben fütternde 
Mädchen (Neue Pinakothek in München). 

Girodet, Anne Loois de Eoucy, genannt Girodet-Trloson, franz. Historien- 
maler, geb. 5. Jan. 1767 in Möntargis (Loriet), t 9- Dec. 1824 in Paris, war Schüler 
von David, neigte sich aber gleich anfangs mehr zur griechischen Mythologie und 
wurde »innerhalb der klassischen Richtung der Vorbote der bald nachher herein- 
brechenden romantischen Strömung. Von Rom aus, wo er sich infolge des grossen 
Preises 5 Jahre aufhielt, sandte er seinen beifällig aufgenommenen Schlaf des 
Endymion (1792, im Louvre) ein. Noch charakteristischer für seine Richtung war 
1792 Hippokrates der die Geschenke des persischen Königs verweigert. Nachdem er 1795 
nach Paris zurückgekehrt, erschienen als seine Hauptbilder eine zur modernen Phryne 
gewordene üppige Danae, Die Schatten französischer Generale werden in den 
Elysäischen Feldern von Ossian empfangen (1801), die mit Unrecht viel bewunderte 
Scene aus der Sündfluth (1806, Louvre), das tief ergreifende Begräbniss Atalas nach 
Chateaubriand (1808, ebendas.) und Napoleon empfängt die Schlüssel von Wien. 
Seitdem lieferte er fast nur noch Zeichnungen zu Anakreon. Virgil, Racine und 
anderen Dichtern und als sein letztes namhaftes Oelbild (1818 Der erstaunte Pygmalion 
dem sich seine geliebte elfenbeinerne Statue belebt. 1815 wurde er Mitglied der 
Akademie, später Ritter der Ehrenlegion. 

Oirolamo da Cremona, ital. Miniator, der zwischen 1467 und 1475 gleichzeitig 
mit Liberale da Verona über 70 Miniaturen in 11 Antiphonarien im Dom von SiePi«, 
malte, einförmig in den Köpfen, aber von geschickter Zeichnung und lebhaften 
Farben. Von ihm auch eine Miniatur der Krönung Marias von 1472 in Oliveto 
gemalt, jetzt in Chiusi, 

Girolamo dai Libri, s. Libri, Girolamo dai. 

Oirolamo da Santa Groce, s. Santa Croce, Girolamo da. 

Girolamo da Treviso, s. Treviao. 

Girolamo Romanino, s. Bomanino. 

Girometti, Giuseppe, ital. Gemmenschneider und Medailleur, geb. 1780 in 
Rom, t 17. Nov. 185i daselbst, ging von der Bildhauerkunst, die er unter Pacetti 
in Rom begann, zur "Steinschneidekunst über und zeigte sich besonders geschickt in 
der Benutzung der Farbenschichten des Onyx, Smaragds und anderer Edelsteine. 
Die bedeutendsten seiner vielen Arbeiten sind : 2 grosse Cameen mit dem Kopf des 
Genius in Canovas Grabdenkmal des Papstes Clemens Xin. und mit dem Kopfe von 
Canovas Perseus, Cameen mit Canovas Terpsichore und Magdalena, mit Teneranis 
Psyche u. A., ebenso zahlreiche Bildnisse, Stempelschnitte und Gedächtnissmedaillen 
der Päpste von Pius VII. bis Gregor XVI. 

Girometti, Pietro, ital. Stempelschneider, geb. in Rom, Sohn des Vorigen, 
lieferte schöne Denkmünzen auf die Vervollkommnung der Wöhlthätigkeitsanstaiten 
unter Papst Gregor XVI. und auf die Dichterin Vittoria Colonna, gab auch mit seinem 
Vater und mit N. Cerbara eine Sammlung von Denkmtlnzen auf berühmte Italiener 
heraus. 

Giron, Charles, schweizerischer Genremaler, geb. 1858 in Genf, Schüler von 
Oabanel in Paris, wo er seinen Wohnsitz nahm. Von ihm wurden bekannt die 
Bilder : Das Modell (im Museum zu Bern) und das Aufsehen erregende Pariser Strassen- 
bild der beiden Schwestern (Lebensgrösse), wo eine Frau aus dem Volke in der 
Dame einer eleganten Equipage ihre Schwester erkennt. 

Gironde, Bernard de, franz. Maler der Gegenwart, geb. in Montauban, malte 
Genre- und Historienbilder van guter Zeichnung und trefflicher Ausführung, z. B. 
Die Schlafende, Der Fischer (nach Goethe) und eine originelle, grossartige Judith. 

Giroux, Andr6, franz. Landschaftsmaler, geb. 30. April 1801 in Paris, f 1879, 
Schüler seines Vaters, erhielt, nachdem er sich schon 1822 die 2. Medaille errungen, 
1825 den Preis für Rom und bildete sich in Italien weiter aus. Unter seinen poetischen 
Bildern von saftigem Colorit werden genannt: Ansicht von Civitella, Aus den 
französischen Alpen, Ansicht der Ebene von Gresivaadan bei Grenoble (im Luxembourg), 
Ansicht vom Ufer der Seine (1839 und eine Landschaft in der Galerie Ravene 
zu Berlin. 



58 Girseher — Giulio. 

Girscher, Bernhard, Landschaftsmaler, geb. 1822 in Rothenburg bei Görlitz, 
t 1870, ging vom Studium der Medizin 1848 zur Malerei über, wurde Schüler von 
Ernst Resch in Breslau und bildete sich seit 1849 in München und durch Studien 
im bayrischen Hochlande und in Tirol weiter aus, lebte dann in Liegnitz und in 
Berlin. Unter seinen Bildern sind zu nennen: Landschaft aus Bayern, Parkscene im 
Mondschein, Hcchgebirgslandschaft aus den Tauern, Mondnacht bei Kitzbühel in Tirol. 

Girtin, Thomas engl. Aquarellmaler, geb. 18. Febr. 1773 in London, f 9. Nov. 
1802 das., war kurze Zeit Schüler von D a y e s, studirte die Umgegend von London, 
bereiste Schottland und einen grossen Theil von England und malte in transparenten 
Farben mit Vorliebe Ruinen von Abteien und grösseren Kirchengebäuden, stellte seit 
1794 solche Bilder in grosser Menge aus, später auch ein Panorama von London. Er 
zeigte eine kräftige Malweise, die mit Unterdrückung der Details dem Ganzen feine 
düstere Grösse zu verleihen wusste. Hauptbilder von ihm sind: RivauxAbbey (1798, 
im South Kensington Museum), Ansicht von Paris, Ansicht von l)urham, und ein 
Oelbild von Bolton Bridge. Mehrere Bilder von ihm im Besitz des Herzogs von 
Devonshire. 

Oisbert, Antonio, span. Maler der Gegenwart, geb. in Alcoy (Valencia), Schüler 
der Akademie in Madrid, malte einfach componirte, aber nicht sehr ausdrucksvolle 
Historienbilder, fein gestimmte Genrebilder und Bildnisse. Unter jenen z. B. Die 
Landung der Puritaner an der Nordküste Amerikas, Die Hinrichtung des Don Juan 
de Padilla, Tod des Don Carlos. Er vnirde Direktor des Museums von San Fernando 
in Madrid und ist seit 1870 Offizier der Ehrenlegion. 

Gisbert von Eranenburg, Architekt, wird genannt als einer der Baumeister 
der fünfschiffigen St. Victorskirche in Xanten von 1408—37. 

Gisela, Joseph, Genremaler, gpeb 17. Nov. 1851 in Wien, Schüler der dor^gen 
Akademie unter A. Feuerbacb brachte seit 1886 auf die Ausstellungen von Berlin, 
München und Wien die Bilder : Die Kartenlegerin, Bei der Wahrsagerin, Die Katzen- 
mutter. Der Taufschmaus, Die Schachpartie u. A. 

efisors, Henri Alplionse de, franz. Architekt» geb. 3. Sept. 1796 in Paris, 
t 17. Aug. 1866, war eine Zeitlang, einer der Leiter des vonChalgrin begonnenen 
Baues des Are de Triomphe de l'Etoile in Paris, entwarf auch den Plan zum neuen 
Salon der Pairskammer. 

Gitiades, griech. Baumeister und Erzgiesser aifs Sparta, lebte in der 1. Hälfte 
des 5. Jahrh. vor Chr., f nach 455, machte sich bekannt durch den von ihm erbauten 
Tempel der Athene Chakioekos in Sparta mit dem von ihm verfertigten Erzbilde der 
Göttin; auf ihrem Gewand oder vielleicht an den Wänden des Tempels zahlreiche 
Figuren in Reliefs aus den Thaten des Hercules, aus der Sage der Dioskuren, ans 
dem Mythus von Perseus und aus Athenes Geburt. 

Gindice, Lnigi, ital. Bildhauer, geb. 1. Sept. 1826 in Genua, Schüler der dortigen 
Akademie und des Santo Varni, ging 1854 nach Brasilien, wo er Professor an 
dei;, Akademie in Rio de Janeiro wurde und Grabdenkmäler und Büsten schuf, da 
runter die des Doctor Siyaud, Direktors des dortigen Blindeninstituts, und anderer 
dortiger Berühmtheiten, beispielsweise die Büsten der kaiserlichen Familie. Seine 
bedeutendste Arbeit war dort der plastische Schmuck im Giebelfeld des Hospitals von 
Rio de Janeiro. Er machte sich auch einen Namen durch die Erfindung der Plastilina, 
die nicht trocknet und nicht schwindet und statt des feuchten Thons von den Bild- 
l;iauern verwendet wird. 

Giudlci, Carlo Maria, ital. Bildhauer und Maler, geb. 1723 in Viggiü (Mailand), 
t 1804 in Mailand, bildete sicn in Rom durch das Stulium der grossen Meister und 
liess öich in Mailand nieder, wo er für Kirchen und Paläste Statuen und Reliefs aus- 
führte. Er malte auch Fresken in der barocken Kirche S. Francesco di Paolo und 
Staffeleibilder aus der heiligen und Profangeschichte, die sehr gelobt wurden. 

Giuliano, Bartolommeo, ital. Maler, geb. 1825 inSusa, besuchte die Akademie 
in Turin und die in Florenz und liesB sich in Mailand nieder, wo er bis 1885 Lehrer 
an der Akademie der Brera war. Unter seinen Bildern sind zu nennen : Der Traum der 
Parisina, Der mühsame Uebergang Friedrich Barbarossas von Susa, Die Rückkehr von der 
Arbeit, Van Dyck der die Kinder Karls I. von England malt, Ein Sonnenstrahl, 
Klatschende Weiber an der Quelle und andere Genrebilder, sovne besonders schätzbare 
Landschaften. 1859 vmrde er Professor an der Mailänder Akademie. 

Giuliano da Sangallo, s. Sangallo. 

Giulio und Alessandro, ital. Groteskenmaler, t 1530 in Spanien, die von Karl V. 
dorthin berufen vmrden, wo sie in verschiedenen Palästen zu Madrid Grotesken in 



Giulio — ölaize. 59 

der Art der Eaffaelschen Loggien ausführten und den Geschmack an der gleichen 
Malerei in Spanien, einführten. 

Öialio Romano, s. Pippl. 

Oianta, Luc Antonio da, ital. Kupferstecher und Formscbneider, auch Kunst- 
und Buchdrucker in Florenz, arbeitete in den ersten Decennien des 18. Jahrh. in 
Venedig. Er stach nach eigenen Compositionen Die Tochter der Herodias mit dem 
Haupt des Täufers, Kampf zwischen einem Drachen und einem Löwenpaar und einige 
Einzelfiguren. Holzschnitte von ihm sind der Kindermord und die 3 Könige nach 
Campagnola, die Gladiatoren nach Pollajuolo, der Triumph Christi nach einer Zeichnung 
von Tizian und einige Blätter eigener Composition. 

Oinnta Plsano, ital. Maler der l. Hälfte des 13. Jahrh. in Pia», urkundlich 
genannt von 1202—1258, der erste ital. Maler, Yon dem Werke auf uns gekommen, 
die freilich als Malereien noch todt und unfrei sind. Unter diesen wenigen vorhandenen 
Werken ist eine Kreuzigung in S. Ranieri zu Pisa und wahrscheinlich einige zerstörte, 
rohe Fresken in der Oberkirche von S. Francesco in Assisi. 

Giontalodi, Domenico, ital. Maler und Architekt, geb. 25. Febr. 1505 inPrato, 
t 28. Oct. 1560 in Guastalla, Schüler von Nlceo-lö Soggi in Arezzo, ging dann 
nach Rom, wo er Bildnisse malte, trat als Architekt in den Dienst eines Ingenieurs 
Karls V., ging mit diesem nach Sizilien, Wo er Festungsbauten ausführte und später 
nach Guastalla, wo er in derselben Weise arbeitete. 

Ginsti, Giulio, ital. Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. in Venedig, lebt in 
Verona. Er stellte in Turin 1884 ein Bild von den Lagunen in Venedig aus, in 
Mailand 1886 ein ähnliches Bild mit venezianisdien Flössen und 1887 ein solches 
von der dortigen Seeküste. 

Giasti, Pietro, ital. Holzbildhauer des 19. Jahrh., geb. in Siena, Schüler des 
Holzbildhauers Angiolo Barbett i, arbeitete mit grosser Handfertigkeit und 
brachte die Holzskulptur in Italien wieder zur Blüthe. Als Professor am technischen 
Institut zu Turin bildete er viele treffliche Schüler. 

Ginsto dl Alemanno, s. Alemanno. 

Giusto, Giovanni, genannt Jngtas v. Padua, oder Menabnoni, ital. Maler, 
geb. um 1330 in Florenz, f 29. Sept. 1400 in Padua, wo er ansässig war. Ein Haupt- 
werk von ihm ist ein grosses Altarbild der Krönung der Maria beim Grafen Czemin 
in Wien, auch ein Triptychon desselben Gegenstandes atis dem J. 1367 in der National- 
galerie; zu London. Selir thätig war er in Padua, wo er in der Kapelle Belludi von 
S. Antonio um 1382 Fresken aus dem Leben der Apostel Philippus und Jacobus 
ganz nach giottesken Grundsätzen malte, ebenso einen grossen Freskencyklus aus 
dem J. 1387 im dortigen Baptisterium, Bilder, die in Zeichnung, Ausdruck und Motiven 
noch ziemlich befangen, aber von kräftiger Farbe und in den Frauenköpfen von 
grosser Schönheit sind. 

Gjelstrup, Adam Gottlob, Landschaftsmaler, geb. 11. Oct. 1753 auf Mön in 
Dänemark, f 10. Febr. 1830 in Kopenhagen. Während der Zeit von 1777 bis 1803 
war er Charakterspieler am Theater. Bilder von ihm in der Galerie Moltke. 

Gjorrwell, C. Chr., schwedischer Architekt, geb. 1766, baute 1817 in Stockholm 
das colossale, ziemlich geschmacklose Gärnisonlazareth, das Schloss Säfstaholm des 
Grafen Trolle-Bonde und die unter Gustav III. entstandene Villa Hager. 

Glaeser, Georg, Bildniss- und Historienmaler, geb. 1719 in Altdorf bei Nürnberg, 
t 1748 in Baireuth, wurde Hofmaler des Markgrafen Friedrich von Baireuth, ging 
dann nach Wien und nach Italien, von wo er nach 7 Jahren zurückkehrte. Unter 
seinen correkt gezeichneten, lebhaft colorirten Bildern befinden sich im Germanischen 
Museum zu Nürnberg eine Cleopatra mit der Natter an der Brust und als ihr Gegen- 
stück eine Lucretia, die sich mit dem Dolch ersticht. Er malte auch Alexander den 
Grossen bei seinem Einzug in Indien und eine Taufe Christi. 

Glalze, Auguste Bart^lemj, franz. Historienmaler, geb. 15. Dec. 1813 in 
Montpellier, f 8. Aug. 1893 in Paris, wo er Schüler der Brüder Achille und 
Eugene Deveria wurde. In seinen Bildern sehr verschiedenen Inhalts ist er 
Realist, der mit fesselndem Inhalt eine malerische Wirkung verbindet. Datin gehören 
folgende, die ihn am besten charakterisiren : Die heil. Elisabeth von Ungarn die von 
den Thüren der Reichen abgewiesen wird 1844), Dante, seine „Göttliche Komödie" 
schreibend (J847), Die gallischen Weiber die sich verzweiflungsvoll gegen die Römer 
wehren (1852), der (von ihm lithographirte) Pranger, oder vielmehr eine Reihe von 
Prangern, an denen die Märtyrer der Idee aus allen Zeiten, auch Christus und 
Sokrates, stehen, vor ihnen die Gestalten einerseits des Elends und der Unwissenheit, 



60 Glaize — Glauber. 

andererseits der Heuchelei und der Gewalt. Viel malerischer gedacht ist das allegorische 
Bild Ce qu'on voit ä vingt ans, fast widerwärtig Das zum Laster verftlhrende Elend, 
sonderbar im Inhalt das für seine pessimistische Auffassung der Geschichte sehr be- 
zeichnende Schauspiel der menschlichen Thorheit (1872), sehr poetisch und meisterhaft 
componirt (als Fries) Die geweihte Asche. Ausserdem Wandmalereien in den Kirchep 
St. Sulpice, St. Jacques du Haut Pas und St. Merry. Nachdem er sich von 1842 — 48 
verschiedene Medaillen errungen, wurde er 1855 Kitter der Ehrenlegion. 

Glaize, Pierre Paul L4on, franz. Historienmaler, geb. 3. Febr. 1842 in Paris, 
Sohn und Schüler des Vorigen, und Schüler Geromes, malte Bilder aus dem christ- 
lichen und heidnischen Alterthum von ziemlich derbem Naturalismus. Noch unter 
der Leitung seines Vaters debütirte er mit dem Verrathder Delila, bald nachher kam 
Faun und Nymphe (Museum in Montauban). Dann folgtea unter Gerömes Eiofluas 
Aesop im Hause des Xanthos (Museum in Dijon) und Simson der seine Bande zerreisst 
(1864, Museum in Mülhausen), Christus und die 10 Aussätzigen, Hercules zwischen 
Tugend und Laster (1867), das meisterhafte Bildniss seiner Mutter, Das erste Duell 
(1870, Museum in Arles), Tod des heil. Ludwig (Kirche iSt. Louis d'Antin), eine 
Copie von Rembrandts Staalmeesters, der derb naturalistische Schvmr der römischen 
Jünglinge zur Wiedereinsetzung des TarquLnius Superbos (nach Plutarch im 
Luxembourg), Die Flucht der Athener, ein Bildniss seines Vaters (1878) und 1878 
zwei Fresken aus dem Leben Ses Kirchenheiligen in St. Merry zu Paris. 1877 erhielt 
er das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Glantschni^g, Ulrich, Historienmaler, geb. 1661 zu Hall im Innthal, f 1722 
in Bozen, bildete sich in Venedig und liess sich in Bozen nieder, wo er Altarbilder 
für mehrere Kirchen in Tirol und Genrescenen malte. 

Glasfer, Adam Goswln- Kupferstecher, geb. 17. Aug. 1815 in Dorsten (Reg.- 
Bez. Münster), war voti 1835 — 41 auf der Akademie in Düsseldorf Schüler von Jos. 
V. Keller, brachte in Stahlstich die Verkündigung nach Deger, als seinen besten 
Stich die Anbetung der Könige nach Fr. Francia (Mus. in Dresden) und Tizians 
Zinsgroschen (1860) und später noch die Regina pacis nach Ittenbach, Christus als 
guter Hirt nach Kehren, die Kreuztragung nach P. Veronese (in Dresden) und der 
Liebesdienst nach Siegert (Kunsthalle in Hamburg). 

Glaser, Hans, Formschneider und Briefmaler, arbeitete um die Mitte des 
16. Jahrb. in Nürnberg. Seine seltenen Blätter haben mehr historischen als künst- 
lerischen Werth. 

Glaser, Hans Heinrich, Maler und Radierer, thätig in Basel während der 
1. Hälfte des 17. Jahrh. Von seinen wenigen Radierungen kennt man nur auf 
2 Blättern Die Vertreibung der ersten Eltern aus dem Paradiese (1638) und ein 
Schweizerisches Heldenbuch mit vielen Radierungen von 1625. 

Glass, Joh. Eilian, Maler, geb. 1701 in' Domsied oder Dornsied in der Graf- 
schaft Hanau-Lichtenberg, Todesjahr unbekannt, malte in Fresko Häuserfacaden und 
in Miniatur Dosen, Armbänder und sonstige Geräthe. Ln Sommer 1742 war er in 
Lausanne für den Markgrafen von Baden beschäftigt und malte viele Bildnisse. Später 
ging er nach Paris. 

Glauber, Jan Gottlieb, genannt Myrtill, Lands'chaftsmaler und Radierer, geb. . 
1656 üj Utrecht, f 1703 in Breslau, Bruder und Schüler des Jan G. , den er nach 
Italien begleitete, wo er wegen seiner idyllischen Landschaften jenc'n Beinamen be- 
kam. Später lebte er in Wien, Prag und Breslau. Seine Bilder im Geschmack des 
Gaspar Poussin in den Galerien zu Augsburg, Pommersfelden und in der Akademie 
zu Wien sind von guter Compositioh und warmem C61orit. Unter seinen Radierungen 
nennt man einen im Sturm gebrochenen Baum nach G. Poussiti und nach eigener 
Composition eine Gebirgs- und eine Ruinenlandschaft. 

Glauber, Jan. genannt Polydor, hoUänd. Landschaftsmaler und Radierer, geb. 
1646 von deutschen Eltern in Utrecht, f 1726 in Schonhoven, Schüler von Berchem 
in Haarlem, ging mit seinem oben genannten Bruder Jan Gottlieb und seiner 
Schwester Diana, die ebenfalls Malerin war, nach Italien, blieb aber zunächst in 
Paris und in Lyon, wo er sich unter A. van de Kabel noch weiter bildete, und 
zog erst dann nach Rom, wo G. Poussin einen grossen Einfluss auf ihn ausübte. 
Auch in anderen Städten Italiens war er thätig und arbeitete nach seiner Rückkehr 
bis 1685 in Hamburg, 1687 in Amsterdam und später im Haag. S«;ne meistens seit 
1685 entstandenen Landschaften, oft mit Staffage von Lairesse, sind im Geschmack 
des Gaspar Poussin, lobenewerth in Composition Colorit und Ausführung. Mehrere 
derselben im Reichsmuseum zu Amsterdam, in Rotterdam, in der Pinakothek zu 



GHaukias — Gleyre. 61 

München, in Dresden, im Museum zu Köln, im Haag, im Louvre, in den Museen zv. 
Braunschweig, Schwerin und Pommersfelden. Er radierte theils nach Gasp. Poussin, 
theils nach eigenen Zeichnungen. 

Glankias, griech. Erzgiesser aus Aegina, arbeitete in der I.Hälfte des 5. Jahrh. 
V. Chr. Er schuf mehrere Statuen Olympischer Sieger, z. B. des Syrakusaners Gelon 
nebst seinem Viergespann, der um 488 gesiegt hatte, die des Theagenes aus Thasos, 
des Philon, der im Faustkampf in Olympia den Sieg errang und des Glaukon von Karystos. 

glaukos, griech. Bildhauer von der Insel Chios, lebte ums Jahr 600 v, Chr., 
n. A. schon im Anfang des 7. Jahrb., war der Erfinder der Löthung des Erzes. Von 
seinen Werken nennt man nur den hochgepriesenen ehernen, mit Reliefs versehenen 
Untersatz zu einem silbernen Mischgefäss, welches Alyattes von Lydien nach DelpM 
weihte. 

Gledltscli, Paul, Kupferstecher und Radierer, geb. 27. Nov. 1793 in Wi.d 
t 2. Nov. 1872 das., Schüler von J oh. Fr iedr. L eybold. Zu seinen besten Blättern 
zählt man ; Maria mit dem Kinde und dem heil. Hieronymus nach Raffael, die Madonna 
velata nach Sassoferrato, Maria Verkündigung nach C. Dolci, Maria mit dem Kinde 
und den Heiligen Magdalena und Katharina nach Perugino, Maria verehrt das 
schlafende Kind und die Taufe Christi nach G. Reni, das Abendmahl nach N. Poussin, 
Christus sein Kreuz tragend nach S. del Piombo, Christus am Kreuz nach van Dyek, 
Johannes als ^nd mit dem Lamm nach Murillo, die lesende heil. Katharina nach 
C. Dolci, (deren Widmung an den König von Preassen ihm 1848 die goid. Medaille 
für Kunst und Wissenschaft eintrug), die trauernde Sigismonda nach Furini, Sta. Agnes 
mit dem Lamm nach Guercino. AmOr als Bogenschnitzer nach Parmigianino Helena 
Fourment nach Eubens. 

Oleichaitf/ Rudolf, Historienmaler, geb. 29. Juli 1826 zu Hüiingen (Baden), 
Schüler von Schnorr an der Akademie in München und in Dresden, arbeitete an 
der Ausmalung des Theaters in Karlsruhe, malte im Schloss Heiligenberg am Boden- 
see, in der Trinkhalle zu Baden-Baden und an den Fresken im Treppenhause der vör- 
einigten Sammlungen in Karlsruhe, wo er seinen Wohnsitz hat. 

Gleichen, Graf voa (Prinz Victor t. Hohenlohe-Langenbnrg), Bildhauer, 
geb. 11. Nov. 1833 in Langenburg, f im Jan. 1892 in London, Neife der KödI^tb 
von England, war Kapitain in der englischen Marine, machte den Feldzug gegen 
Sebastopol 1855 und den Krieg in China 1857 mit. Unter seinen plastischen Arbeiten 
von ziemlich starkem Realismus sind zu nennen : eine Gruppe der Sündfluth, ein 
Grabdenkmal seiner Mutter der Fürstin von Hohenlohe in Baden, eine liegende Statue 
des Sir George Seymour, eine Colossalstatue Alfreds d. Gr. und mehrere Büsten 
von Mitgliedern der königlichen Familie. 

Gleichen-Russwurm, Heinr. Ludwig, Freijierr von, Landschaftsmaler, gel^. 
25.- Oct. 1836 zu Greifenstein ob ßonnland in Bayern, Enkel Schillers, trat 1869 in 
die Kunstschule in Weimar unter Max Schmidt und Theod. Hagen, malte 
zahlreiche stimmungsvolle, oft derb natürliche Landschaften mit charakteristischer 
Staffage, auch hin und wieder Genrebilder. In der Nationalgalerie zu Berlin von 
ihm eine Idylle. Von seinen mehr als 50 Radierungen besteht die Mehrzahl aus 
intimen Landschaftspartien mit unbedeutender Staffage. Besonders gut gelungen 
sind ihm einige Strassenbildev bei Regen. 

Gleim, Eduard, Landschaftsmaler, geb. 31. März 1812 in Schwalbach, Schüler 
der Akademie in München, machte sich seit den 40er Jahren auf den Ausstellungen 
in München, Wien und Berlin durch Landschaften aus Oberbayern und Tirol von 
edler Auffassung der Natur und wohlgelungenem Colorit bekannt, z. B. Partie bei 
Ambach «tm Starnberger See, Motiv aus Brannenburg, Abend nach einem Gewitter, 
Finstersee im tiroler Hochgebirge u. A. 

Gleismttller, Hans und Heinrich, Glasmaler des 15. Jahrb., malten für Kirchen 
in München und Landsbut. Von ihnen noch in der kleinen gothischen Kirche zu 
Jenkofen bei Landshut schöne Glasmalereien. ' " 

Glen, Jan de. Formschneider, geb. um die Mitte des 16. Jahrb., f nach 1631, 
schnitt die Bildnisse der Päpste zu der von seinem Bruder geschriebenen, um 1600 
gedruckten „Histoire pontificale", fertigte nach eigenen Zeichnungen die Holzschnitte 
zu dem Werk „Des habits, moeurs, ceremouies et fa^ons de faire auriennes et modernes" 
(1601), ebenso zu den Werken „Les merveilles de la ville de R me" [IG'il) und zu 
„Europa, sive primariarum Europae provinciarum ritibu> c;.jveiuonis et vestibus" 

Gleyre, Charles Gabriel, franz. Historienmaler, geb. 2 Mai 1806 in Chevilly 
(Canton Waadt), f 5. Mai 1874 in Paris, war dort S.^hüler von Hevsent, ging 



^2 Glieuiann — Glockendon. 

1830 nach Italien, wo er die alten Meister studirte, Giotto und Raffael copirte und 
im Kampf mit grossen Mühseligkeiten einige historische Bilder malte. Von dort 
ging er als Begleiter eines Amerikaners 1834 nach dem Orientj besuchte Aegypten, 
Abessinien, Syrien, Griechenland und die Türkei, von wo er mit einer Fülle von 
Zeichnungen aus der Natur und dem Volksleben zurückkehrte. Auf dieser Reise trafen 
ihn mehrere Unglücksfälle, infolge deren er halbtodt in Beirut in Syrien ankam, wo 
er seine Genesung fand. Seit 1838 war er wieder in Paris, trat zuerst 1840 mit 
dem Bilde Johannes auf Patmos auf und errang einen durchschlagenden Erfolg 1843 
mit dem Bilde Der Abend (im Louvre), das einen Dichter vorstellt, der am Ufer des 
Nils die Träume seiner Jugend an sich vorüberziehen sieht. Seitdem malte er religiöse, 
historische und besonders gelungene mythologpische Bilder. Seine Hauptwerke sind: 
Der Auszug der Apostel zur Verkündigung des Evangeliums (1845, Kirche in 
Montargis), Die Nymphe Echo (1846), Der Tanz der Bacchantinnen (1849), Der Tod 
des religiösen Märtyrers Major Davel (1860) und Triumph des Helvetiers Divico über 
die Römer (1858, Museum in Lausanne), Hercules zu den Füssen der Omphale (1853, 
Museum in Neufchätel), und vielieiclit sein bestes Bild Der von den Mänaden ver- 
folgte Pentheus (1864, Museum in Ba^el). Er besass keine grosse Kraft der Phantasie 
md Originalität der Erfindung, aber eine charaktervolle Durchführung der einzelnen 
Gestalten und tiefes Gefühl in der Durchbildung der Form. Sein nach jeder Richtung 
unabhängiger Charakter brachte es mit sich, dass er das ihm verliehene Kreuz der 
Ehrenlegion zurückgewiesen. — Seine Biogr. v. Clemeat (2. Aufl. 1886). 

Oliemann, Philipp Albert, Bildniss- und Genremaler, geb. «26. Dec. 1822 in 
Wolfenbüttel', f 25. April 1872 in Dresden, wo er Schüler der Akademie und ins- 
besondere Julius Hübners war und seinen Wohnsitz nahm. Von ihm im dortigen 
Museum das Bildniss eines alten Juden; andere Bilder von ihm sind Die 4 Jahres- 
zeiten, Scene am Brunnen, Der Zufriedene und der Unzufriedene, Bildnisse der Könige 
von Sachsen Johann und Friedrich August 11. 

Glink, Franz Xaver, Historienmaler, geb. 1795 in Burgay (Schwaben), 
t 22. Febr. 1873 in München, wohin er 1809 kam, das Handwerk eines Schreiners 
erlernte und soviel Kunstsinn zeigte, dass er in die Akademie treten und 1824 mit 
einem Reisestipendium nach Italien gehen tonnte. Nach seiner Rückkehr malte er 
Bilder für Münchener Kirchen, namentlich für die Frauenkirche eine Auferstehung 
Christi. Unter seinen übrigen sind bedeutend: eine Anbetung der Hirten, die heil. 
Margaretha auf dem Scheiterhaufen und 41e heil. Agnes (beide in der Sammlung 
Speck-Sternburg bei Leipzig) Maria und Johannes unter dem Kreuz, Johannes in 
der Wüste und nach Schwinds Entwürfen mehrere Bilder im Schloss Hohenschwangaa. 

Olinsky, Julias, Glasmaler des 19. Jahrb., geb. in Danzig, Schüler des 
Architekturmalers Job. Karl Schultz, in der Akademie in St. Petersburg unter 
Brülow. Später kam er nach Berlin, trat 1843 in die königl. Glasmaler ei- Anstalt 
und malte für die Marienkirche in Stralsund 2 Fenster mit der Verkündigung nach 
Jan van Eyck und der Anbetung der Könige nach Johann v. Köln, bei denen er die 
Malerei des Mittelalters treu wiederzugeben verstand. 

Glinzer, Karl, Historien- und Landschaftsmaler, geb. 1802 in Breitenau bei 
Kassel, f 1878 in Kassel, besuchte die Akademien in München und Düsseldorf und 
ging nach Paris, wo er sich unter Gros ein glänzendes Colorit aneignete. Nach 
einem Besuche in Rom und Neapel liess er sich in Kassel nieder. Seine Hauptbilder 
sind: ein Bildniss Job. Chr. Reinharts, Susanna mit den beiden Aeltesten (1837, 
Kunsthalle in Hamburg), Jakob empfängt den blutigen Rock Josephs, Der barm- 
herzige Samariter, Sklavenhaus in Alexandrien, Landschaft mit Pan und Syrinx (1852). 
Nachher brachte er Kreidezeichnungen zu Th. Kays „Rembrandts-Album" und widmete 
sich mehr theoretischen Kunststudien. 

Glisenti, Acliille, ital. Genremaler der Gegenwart, geb. in Brescia, lebt in 
Florenz, brachte auf Ausstellungen in Europa und Amerika seine Bilder, unter denen 
zu nennen sind : Eine Jagdgeschichte, Taufe in Tirol, Die Nachstellung, Der Zeit- 
vertreib des Grossvaters, Wirthshausscene, Die Verlesung des Testaments, Ave 
Maria, In den Flitterwochen, u. s. w. 

Olockendon, Nürnberger Künstlerfamilie des 15. und 16. Jahrb., zu welcher 
gehören : Albert d. Ae., so nennt man einen Miniaturmaler und Kupferstecher, der 
um 1432 geboren, sich in der Schule Rog-iers v. d. Weyden gebildet haben soll 
und 1481 — 85 in Würzburg arbeitete Auf diesen Namen wird, allerdings nicht mit 
tiberzeugender Begründung, das Monogramm A. G. des bekannten frühen Kupferstechers 
gedeutet, von dem wir zahlreiche Copien nach Schongauer, z. B. Die Kreuztragung, 



Gloetzle — Gmelia. 63 

Der Tod der heil. Jungfrau, Die Anbetung der Könige, 12 Blätter des Leidens Christi 
und 10 Blätter der klug-en und thörichteu Jungfrauen besitzen. — Albert d. J», 
Glasmaler, Miniaturmaler, „lUuminist" und Holzschneider, thätig von 1531—43. Ein 
im Stil Behams gehaltener Holzschnitt : zwei betende Frauen mit Rosenkranz in den 
Händen, trägt die Bezeichnung „Albrecht Glockendon Illuminist 1531", andere 
Exemplare nur das Monogramm A D mit einem Glöckchen dazwischen. — Georg d. Ae^ 
Formschneider und Briefmaler, arbeitete zwischen 1480 und 1514. Von ihm eine 
heil. Jungfrau mit dem Kinde, von 4 heil. Frauen umgeben. — Georg d. J., Brief- 
maler und Formschneider, geb. 1492, f 1. Jan. 1553. Von ihm auf 3 Blättern das 
Gleichniss vom ungerechten Haushalter und auf 10 Blättern das Leben des heil. 
Dominicus. — Nikolaus, der bedeutendste der Familie, f 1560, Bruder von Albert d.J. 
und Schüler seines Vaters G e o r g d. J., nur Maler von Miniaturen, die er in vollendeter' 
Technik für Mess- und Gebetbücher fertigte wie sie in der Hofbibliothek und in der 
Stiftskirche zu Aschaffenburg sich befinden. Von ihm auch in der Bibliothek zu 
Wolfenbüttel eine Bibel mit Miniaturen nach Dürers Holzschnitten. 

Gloetzl«, Ludwig, Historienmaler, geb. 1847 zu Immenstadt im Algäu, Schüler 
der Akademie in München unter Schraudolph, malte 2 Seenen aus dem Leben 
des heil. Julius, eine Himmelfahrt Christi (Kirche in Immenstadt), ein schönes Altar- 
bild vom Kampf des heil. Georg mit dem Drachen (1881), einen Fi-eskencyklus von 
14 Kreuzwegbildern für den Dom in Salzburg (1884) und das Pontifikat Leos XIII. 

OloSB, Ludwig, Bildhäuer, geb. 30. Jan. 1851 in Wiener-Neustadt, Schüler der 
Akademie in Wien unter Zumbusch und in München unter W i d n m a n n, von wo er 
187Ö nach Wien zurückkehrte und sich als Gehilfe von Zumbusch bei dessen 
Denkmal Maria Theresias betheiligte. Später schuf er auch die 5 Statuen für das 
Wiener Rathhaus, bereiste Florenz, Rom und Neapel und widmete sich auch der 
Malerei. 

GloTer, John, engL Landschaftsmaler in Aquarell, geb. 18. Febr. 1767 in 
Houghton-on-the-Hill (Leioester-shire-), f 9. Dec. 1849 in Launpeston (Australien), 
wurde 1786 Schulmeister in Appleby, zog 1794 nach Lichfield, wo er Zeichenlehrei- 
war und in Aquarell wie in Oel malt«. Später Hess er sich in London nieder, wo 
er 1815 Präsident der Gesellschaft der Aquarellmaler wurde, besuchte auch Paris, 
die Schweiz und Italien. Hauptbilder von ihm sind die Kathedrale in Durham und 
Loch Katrine. 1824 gründete er die Gesellschaft britischer Künstler. 1831 zog er 
nach Australien und widmete sich mit Eifer dem Studium und der Malerei dortiger 
Gegenden, worin ihm die Aquarellbilder besser gelangen, als die Oelbilder. 

Olowacki, Joh. Nepom., Maler, geb. 1802 in Krakau, f 28. Juli 1847 das., 
bildete sich an der Akademie von Krakau und Wien, sowie unter Steinfeld, wurde 
später Lehrer der Zeichenschule am Lyceum Sta. Anna, sowie Professor der Malerei 
an der Universität. Er besuchte München und war 2 Jahre lang in Rom. Er malte 
Historien, Bildnisse, besonders aber Landschaften, wildromantische gelangen ihm am 
besten. Bilder von ihm in Privat-Sammlungen von Krakau. 24 Ansichten von Kralvan 
wu)'(len von Jacottet und David lithographirt (Paris 1836). 

Olume, Joh. Gottlieb, Historien- und Bildnissmaler und Radierer, geb. 1711 
in Berlin, f 1778 das., Schüler von A. Pesne und von Har p er. Er malte Historien - 
hilder und Landschaften und radierte in Kupfer. Zu seinen besten Blättern zählt 
man sein Selbstbildniss (1749), ein junges Paar mit der Flöte und Laute, die BiW 
nisse der Eltern des Künstlers (1748) und viele andere Bildnisse 

Glykon, griech. Bildhauer aus Athen, der wahrscheinlich im 1. Jahrh. n. Chr. 
lebte, der Schöpfer des dem Lysippos nachgebildeten farnesischen Hercules im Museum 
zu Neapel, der, weit entfernt von der naiven klassischenjZeit, eine bewundernswerthe 
Schöpfung in der Ueberlegenheit der physischen Kraft, in der gewaltigen Muskulatur 
und im Verhältniss des Kopfes zum übrigen Körper ist. Eine Copie im Museo Nazionale 
zu Volter ra. 

Gmelin, Landschaftsmaler des 19. Jahrb., der in Rom lebte und seit 1839 be- 
sonders viele Landschaften aus der Umgegend von Rom, ans Palermo und dem übrigen 
Sizilien malte, z. B. die Ruinen des Theaters von Taormina (in der Villa Eosenstein 
bei Stuttgart). 

Gmelin, Wilhelm Friedrich, Kupferstecher und Radierer, geb. 1745 in Baden- 
weiler, t 22. Sept. 1820 in Rom, wohin er 1788 gegangen war. Er war Schüler von 
Chr, V. Mechel in Basel, bildete sich aber mehr durch eigenes Studium im land- 
schaftlichen Stiche. Seine besonders gerühmten Blätter sind: nach Cl. Lorrain die 
Mühle (im Palast Doria) und die Landschaft mit einem Opfer im Apollotempel, nach 



g4 Gnanth — Godebski. 

demselben im Museum zu Dresden die Landschaft mit der Flucht nach Aegypten 
und die mit Acis und Galate-^, mehrere nach G. Pousoin im Palast Colonna und 
Corsini zu Rom, nach Ph. Hackert ynd zahlreiche Landschaften nach eigener Composition. 

Gnanth, Gnstar Adolf, Ai-chitckt, geh. i. Juli 1840 in Stuttgart, f 19. Nov. 
1884 in Nürnberg, bildete sich im Polytechnikum seiner Vaterstadt unter Leins, 
war anfangs beim Eisenbahnhochbau beschäftigt, bereiste Italien, lebte in Wien, 
wurde 1866 Professor an der Baugewerkschule, 1870 am Polytechnikum seiner Vater- 
stadt, und 1877 Direktor der Kunstgewerbeschule in Nürnberg. In Stuttgart erstreckte 
sich seine Bauthätigkeit auf die Villa Siegle, einen musterhaften iienaissancebau, 
auf die Villa Conradi, die württembergische Vereinsbank im Barockstil, rud auf 
mehrere Privathäuser mit Anwendung des Sgraifito, Grosses Verdienst erwarb er 
sich auch um die Hebung 1er Kunstgewerbe durch sein Werk „Das Kunsthandwerk" 
(1874, mit Buch er) und durch das „Malerjournal". 18'J5 und 1876 bereiste er mit 
den Malern Lenbach und Makart Griechenland und Aegypten. 

Gnecchi, Francesco, ital. Landschaftsmaler der Gegenwart, der seit 1881 die 
Ausstellungen durch zahlreiche sehr gerühmte Bilder beschickt, unter denen wir nur 
nennen : Ein Octobertag, Frische Morgenluft, Ansicht von Pallanza, vom Lago Magfgiore, 
St. Moritz im Engadin, Die Riviera di Levante, Samaden und viele Andere, auch 
StilllebenbUder. 

Grobbo dei Carracci, s. Bonzi« Pietro Paolo. 

Oobbo, Romolo del, ital. Bildhauer, geb. 6. Febr. 1858 in Ascoli Picfeno, be- 
suchte die Akademie in Rom und brachte als erste grössere Arbeiten eine Statue 
unter dem Titel. Pax triumphabit und eine Statue des heil. Sebastian ; dann folgten 
auf einer Ausstellung in Venedig eine Ophelia, Francesca da Rimini, Der Falkonier, 
später zahlreiche Grabdenkmäler und Bildnissbüsten, darunter auch die des Eöniga 
Victor Emanuel und der Margarethe von Savoyen. 

Gobert, Alfred Thompsen, französischer Decorationskünstler, geb. 22. Siept. 
1822 iu Paris, f. 18. Nov. 1894 in Garenne-Byzons. Nachdem er sich zuerst der 
Malerei gewidmet hatte, trat er auf Empfehlung von Ingres und Detaroche in die 
Sevres'sche Nationalfabrik ein, wo er zeitlebens verblieb, um Vorsteher über alle 
Arbeiten zu werden. Er erwies sich ebenso glücklich im Kupferemailliren als im 
Entwurf für Porzellanverzierung, wie die geschmackvollen Arbeiten seiner Hand iin 
Museum zu Sevres zur Genüge beweisen. 

Gobert, (oder Gaubert), Pierre, franz. Maler, geb. 1659 in Fontainebleau, 
t 13. Febr 17il in Paris, Mitglied der dortigen Akademie. Von ihm im Museum 
zu Dresden ein weibliches Bildniss. 

Godby, James, engl. Kupferstecher in punktirter Manier, blühte um 1800 in 
London, stach den wunderbaren Fischzug nach Raffael, Adam der den Leichnam Abels 
trägt und die Flucht Kains nach Singleton (1799 und 1800), nach Smirke Christus 
vor Pilatus und Stephanus zum Tode verurtheilt. 

Godde, Etienne Hyppolite, franz. Architekt, geb. 26. Dec. 1781 in Breteail 
(D^p. Oise), t 7. Dec. 1869 in Paris, b^te um 1822 die Kirche St. Pierre du Gros 
Caillou im antiken Stil, und vergrösserte mit Lesueur 1837 das im Kriege von 
1870 wieder zerstörte Hotel de Ville in Paris. 

Godden, John, engl. Radierer, geb. 1801 in London, f 20. März 1862 das., 
wurde 1817 Schüler des Landechaftsstechers W. R. Smith. Er stach eine grosse 
Anzahl landschaftlicher Blätter namentlich für das „Art- Journal". 

Godebski, Cyprian, polnischer Bildhauer in Paris, geb. 30. Oct. 1835 in M6ry 
sur eher (D6p. Cher), besuchte in Paris die polnische Schule im Stadttheil BatignoUes, 
trat ins Atelier Jouffroysund erhielt infolg« seines Debüts (1557) zahlreiche Auf^ 
träge für ideale und allegorische Bildwerke, Bildnissbüsten und Denkmäler. Zu nenseB 
sind darunter: Die Marmorstatuc des Erwachens, die Statuen der Generale Laudon 
und Lassy für das Arsenal in Wien, für Hai in Belgien die des Violoncellisten 
Francois Servals, für die Kathedrale in Warschau das Denkmal des Componisten 
Moniuszko, für Sebastopol das Denkmal des KrimkTieges, für den Pariser Friedhof 
du Nord das B'ldnissmedailon Theophile Gautiers. Seine neuesten, zum Theil nur 
modellirten, zum Theil poh- chromisch ausgestatteten Werke- sind : das Denkmal des 
Tenoristen Tamberlik auf dem Pere Lachaise, eine Statue des Friedens, die Gruppe 
„la persuasion", die Marmjrgruppe der brutalen Gewalt gegen die Unschuld (im 
Museum zu Toulon). Polychromisch ist auch dio nur in einer Skizze - vorhandene 
Gruppe für den Majolikafries der Facade des Theaters in Monte Carlo und die höchst 
geniale Gruppe des Ruhme jtraumes. Er ist Mitglied der Akademie von St. PeterstiJre: " 
und besitzt den belgischen Leopolds-Oden. 



Godecharle — Goebel. 65 

Grodecharle, Cr. L., Bildhauer, geb. 1750 in Brüssel, f 1835, Schüler von 
Delvaux, ging 1770 nach Paris, wo er 1773 den grossen Preis in seiner Kunst 
erlangte. Dann besuchte er Italien, Deutschland und England und kam 1780 in 
seine Vaterstadt zurück, wo er Bildhauer des Prinzen Karl von Lothringen, des 
Herzogs von Sachsen-Teschen und Napoleons wurde. Er fertigte Copien nach Antiken, 
eine grosse Zahl von Büsten und Reliefs für das Schloss Laeken, für das Landgut 
und den Park von Wespelaer (zwischen Löwen und Mecheln) und 1782 im Giebel- 
feld des Palais de Nation zu Brüssel die Reliefs mit den auf die Rechtspflege be- 
züglichen Darstellungen. Er war Mitglied des niederländischen Listituts und vieler 
anderer Gesellschaften. 

€rodefroid, ])(arie Eleonore, franz. Bildnissmalerin, geb. 1778 in Paris, Schülerin 
ihres Vaters Ferdinand Joseph G., auch Schülerin von Gerard und Isabej. 
Sie malte 1810 die Kinder des Marschalls Ney, 1812 die des Herzogs von Rovigo, 
der Königin Hortensia, später die des Herzogs von Orleans und ein Bildniss des 
Violinvirtuosen Pierre Rode. 

Godefroy, franz. Miniaturmaler, von dem sich Bilder in dem Manuscript einer 
französischen Uebersetzung der „Trionfi" des Petrarca in der Bibliothek des Arsenals 
zu Paris befinden und in einem anderen Manuscript aus dem J. 1519, die grosse 
Aehnlichkeit mit den Bildern der sogenannten Schule von Fontainebleau zeigen. 

Godefroy, Francois, franz. Kupferstecher, geb. 1748 in Ronen, f 1819 in 
Paris, Vater des J e a n G., Schüler von L e B a s, unter dessen Leitung er Landschaften 
nach Claude Lorrain, De la Hyre, Pillement u. A. stach. Zu seinen besten Blättern 
zählt man Les nappes d'eau nach.Le Prince, Die Rückkehr zum Weiler nach 
Pillement. 

Godefroy, Jean, franz. Kupferstecher in Linien-, Kreide- und namentlich v in 
punktirter Manier, geb. 21. Juli 1771 in London, f 5. Sept. 1839 in Paris, wurde 
durch das Studium der Werke von Reynolds und von West zur Malerei geführt, 
Schüler von J. P. Simon, einem in London ansässigen Schüler von Picot, und 
arbeitete in dessen Atelier bis 1788. Zu seinen besten Blättern gehören : nach 
Gerard Der Traum Ossians (1806), Amor und Psyche, Die Schlacht bei Austerlitz 
(1813), nach Ann. Carracei Ghristiis im Grabe, Christus auf den Knieen seiner Mutter, 
nach Isabey Bonaparte in Malmaison, Marie Louise im Park von St. Cloud und der 
Wiener Kongress (1839, unvollendet), nach C. Vernet Der Tod des Hippolyt und 
Die Rückkehr vom Wettrennen. Er machte auch gründliche kunsthistorische Studien 
und schrieb Abhandlungen über seine Kunst. Gegen das Ende seines Lebens malte 
er ein grosses Bild der Schlacht vonMarengo, das er zu stechen beabsichtigte, woran 
ihn aber sein Tod verhinderte. 

Gfodescalc, Miniaturmaler der 2. Hälfte des 8.- Jahrb., von dem das Prachtwerk 
eines Evangeliariums in Paris herrührt, gemalt im Jahre 781 für Karl d. Gr. und seine 
Gemahlin Hildegard, mit karolingischer Architektur und Teppich-Hintergründen. 

Godig, Heinrich, s. Goeding. 

Godinan, JacoJtas liUdoYicns, belgischer Maler, geb. 1811 in Eecloo, Schüler 
von Geinaert in Gent und von 1835 — 37 Schüler von Delaroche in Paris. Er 
malte Historienbilder und Bildnisse, bisweilen auch das Innere von Gebäuden. 

Godl, Melchior und Stephan, zwei Erzgiesser, von denen, sowie von Georg 
Löffler, die 28 ehernen Colossalstatuen in der Umgebung des Maximilian-Denkmals 
in der Hofkirche zu Innsbruck gegossen wurden. 

Godwin, George^engl. Architekt, geb. 28. Jan. 1815 in Brompton (Middlissex), 
wurde 1839 einer der Gründer des Londoner Kunstvereins^ ferner Vicepräsident der 
Gesellschaft der englischen Architekten, baute die Kirche St. Mary in West-Brompton, 
2 Kirchen in^^ South Kensington, restaurirte die Kirche St. Mary Redcliffe in Bristol, 
schrieb die arqhitektonischen Werke : „Die Kirchen Londons" (1838), die „History in 
rums" (1853), „London Shadows" 1854), war langjähriger Mitarbeiter mehrerer 
Journale und ist seit 1844 Hauptredakteur des „Builder". 

Godwin, James, engl. Maler, f 18. Jan. 1876 in West Brompton, jüngerer 
Bruder des Vorigen, Schüler der Akademie in London, zeichnete viel für iliustrirte 
Zeitschriften, malte aber auch selbständige Bilder, z. E. Hamlet und Ophelia. 

Goebel, Angilhert Wunibald, Bildnissmaler und Kupferstecher, geb. 1821 in 
Frankfurt a. M., f 1882 das., Schüler des Städelschen Instituts unter Ph. Veit, 
malte fast nur Bildnisse dortiger Persönlichkeiten und stach nach Nehers Carton die 
Braut von Messina, Germania und Italiä nach Veits Fresko im Städelschen Institut 
(mit Eug. Seh äffe r), Der Falkensteiner Ritt nach M. v. Schwind, Der Aepfeldieb 
AUgemeines Rünstler-Lexioon. 5. Aufl. 2. Band. 6 



gß Göbel — Groes. 

nach Steinle, Der Wüstling beim Gewitter nach Genelli und das Bildniss KaiSHt 
Karls V nach A Retliel im Römer zu Frankfurt a. M. 

Göbel, Karl, Aquarellist, geh. 1824 in Wien, Sohn des Karl Peter G., Schüler 
der dortigen Akademie unter K 1 i e b e r und Gsellhofer, widmete sich nur der 
Aquarellmalerei worin er zuerst das Bildniss, später das Genre, Thiere, Jagdscenen, 
Architekturen und Landschaften cultivirte. Grössere Reisen machte er in Spanien, 
Frankreich, Italien, Ungarn und Russland. Nennenswerthe Bilder von ihm sind : 
Heimkehrende Fischerfamilie am Gmundener See, FuhrAvesenbivouak, Gibraltar, Maler 
im Zigeunerlager, Mariazeller Wallfahrer, Römische Pifferari (1860, Museum in 
Leipzig) u. A. 

Goebel, Karl Peter, Bildniss- und Historienmaler, geb. 1791 in Würzburg, 
t 1823 in WiöTi, Vater des Vorigen, Schüler der, Akademie in Wien. Er malte das 
Bildniss seiner Gattin (1819), eine Madonna mit dem Kinde, Jakob segnet die Söhne 
Josephs (1820), Didos Tod. 

Goebouw, Antoni, Landschaftsmaler, geb. 1616, f 1698. Von ihm im Museum 
zu Braunschweig eine Landschaft mit römischen Ruinen. 

Groedaard, Johannes, Maler und Naturforscher, geb. zu Anfang des 17. Jahrh. 
in Middelburg, f 1668 das., malte mit grosser Genauigkeit und Sachkenntniss Insekten, 
Raupen und Würmer, gab auch eine Naturgeschichte der Insekten mit Kupfern nach 
seinen Zeichnungen heraus. 

Goeding, (Goedig, Godig), Heinrich, Maler und Radierer, geb. 1531 in 
Braimschweig, t 28. April 1606 in Dresden, zog gegen das Ende der 50er Jahre 
des 16. Jahrh. nach Sachsen und entwickelte hier eine reiche Thätigkeit. 1566 malte 
er ein Altarbild für die Schlosskirche in Stolpen (im Museum des sächsischen Alterthums- 
vereins), wurde stark beschäftigt für den Schmuck der kurfürstlichen Bauten in 
Dresden, führte 1570 die ^[alereien in Augustenburg aus, malte ein Altarbild für 
Schloss Preudenstein (Freiberg). Sein Hauptwerk war die malerische Ausschmückung 
des Stallhofes in Dresden. In der königl. Bibliothek zu Dresden befinden sich 2 Bände 
seiner Aquarellen auf Pergament gemalt. Von seineu Radierungen sind hervor- 
zuheben: Die Sachsenchronik (über 100 Blatt), ein Buch mit den Abbildungen der 
Wunder der Welt; 6 Landschaften mit Staffage aus dem Leben Abrahams; eine 
Landschaft mit Brenn- und Schmelzhütten, und eine zahlreiche Folge von kleinen 
rundea Landschaften, die vielleicht zum Bekleben von Brettspielsteinen bestimmt 
waren. 

Goelen, Alexander van, s. Gaeleu. 

Goeneutte, Norbert, frana. Maler und Radierer, geb. 24. Juli 1854 in Paris. 
t 9. Oct 1894 in Auvers sur Oise, Schüler von Pils, stellte zuerst im Salon von 
1876 zwei Bilder aus, darunter „Boulevard de Clichy par la neige". Treiben und Sitten 
des heutigen Paris büden den Gegenstand seiner mit guter Beobachtung dargestellten 
Bilder, z. B. Versteigferung auf der Markthalle, Musterung der Strassenkehrer (1877), 
Die Kellnerinnen bei Duval, Vertheilung der Suppe an die Soldaten bei Brebant, 
Pariser Abenddämmerung u. s. w. Bedeutend ist er besonders als Radierer und 
Kaltnadelstecher, dessen an die zweihundert Platten graziöse Zeichnungen in warmer 
malerischer Behandlung vorführen. 

Goering, C. Anton, Landschafts- und Thiermaler, geb. 1832 in Schönhaide 
(Sachsen- AiienDurg), Schüler der Akademie in Leipzig, wurde Assistent am zoologischen 
Museum in Halle, ging 1856 nach Brasilien und auaeren Theilen Südamerikas, wo 
er viele Aufnahmen von Thieren und Landschaften machte, die er seit 1800 in Leipzig 
zu Bildern verarbeitete. 1864 begab er sich nach Westindien und Venezuela, wo er 
sich denselben Studien widmete,, setzte auch nachher die Malerei von Landschaften 
und Thieren fort. 

Goes, Hugo van der, altniederländische Maler aus Gent, f 1482 geisteskrank 
als Laienbruder in Rooden Clooster bei Soignies. Wessen Schüler er war, ist un- 
bekannt. Er arbeitete meistens in Gent, decorirte Häuser, malte aber auch Altar- 
bilder und wurde 1465 Meister der Lucasgilde seiner Vaterstadt. Einige seiner be- 
rühmten Bilder sind verschwunden, vorhanden ist noch und als sein Hauptwerk zu 
betrachten das im Hospital Sta. Maria Nuova zu Florenz befindliche Altarwerk mit der 
Anbetung des Kindes durch Maria, Engel und Hirten, auf den Seitenbilderu i. i 
Bildnisse der Familie des Bestellers Tommaso Portinari. Ein zweites, viel weniger 
bedeutendes Werk von ihm ist eine Verkündigung in der Pinakothek zu München; 
mehrere andere wurden ihm früher mit Unrecht zugeschrieben. — Seine Biogr. von 
Wauters (1872). 



Goetgebner — Götzloff. 67 

Goetgebner, Petrus Jacobus, Baumeister und Radierer, geb. 26. Febr. 1788 
in Gent, Sohn des Baumeisters J a c q u e .s G. (1760—1825), Schüler des dortigen Stadt- 
baumeisters P. J. d e B r e und der Akademie seiner Vaterstadt, wo er manche 
Bauten, z. B. das Hotel de la Poste ausführte und sich namentlich als Radierer 
architektonischer Blätter bekannt machte. Dahin gehören die 1817—28 von ihm 
herausgegebene „Choix des monumens, edifices et maisons les plus remarquables du 
royautoe des, Pays-Bas" mit Text von ihm und 72 radierten Blättern, ebenso 1832 
das Werk „Eglises principales de l'Europe" . Er war Professor der Baukunst an der 
Genter Akademie. 

Goethals, Charles, belg. Maler, geb. 1854, f 1886 in Brüssel, wurde 1885 nach 
Frankreich und Italien zum Studium der decorativen Kunst gesandt. Eines seiner 
bekannt gewordenen Bilder war 1885 Das Ende eines Tagewerks. 

Goethe, E. G., schwedischer Bildhauer, geb. 1779 in Stockholm, f 183b das. 
als Professor an der Akademie, Schüler von S er gel, bildete sich 1806 — 10 in Rom 
weiter aus. Von ihm im Schloss zu Stockholm eine Bacchantin, im Königsgarten 
die Statue König Karls XIII., im Nationalmuseum ebenfalls eine Bacchantin, auch 
andere Statuen, Grabdenkmäler und Rüsten. 

Goethe, Eosander von, s. Eosander, Joh. Friedr. 

Goetting, Joh. Peter, Historienmaler und Bildhauer, geK 1795 in Aachen, 
war 1825—40 Schüler der Akademie in Düsseldorf, lebte hier und in seiner Vater- 
stadt. Er malte zahlreiche religiöse Bilder, unter denen wir nur nennen: Die heil. 
Veronika mit dem Schweisstuch, Christus und Petrus auf dem Meere (Dom in Halberstadt), 
eine Grablegung Christi, Der heil. Martinus als Bischof, Hagar und Ismael u. A. 
Als Bildhauer lieferte er 12 Statuen für die Sakristei des Münsters in Aachen. 

Goetz, Sebastian, Bildhauer, lebte am Ende des 16. und im Anfang des 
17. Jahrb., geb. in Chur, fertigte die prachtvollen Fürstenstatuen an der Facade des 
Otto-Heinrichsbaues in Heidelberg und die Statuen der Kurfürsten Ludwig und 
Rupert von der Pfalz am Friedrichsbau. 

Götz, Theodor von, Sphlachtenmater, geb. 14. Dec. 1826 in Lieschen bei 
Hoyerswerda in der Provinz Sachsen, anfangs Schüler des Genremalers H a n t z^ c h 
in Dresden, bildete sich später nach Schuster, machte als Commandeur eines 
Jägerbataillons den Feldzug von 1870|71 mit, nahm 1873 als Oberstlieutenant seinen 
Abschied und widmete sich in Dresden nur der Malerei. Von ihm im Museum zu 
Dresden: Kronprinz Albert beglückwünscht vom Prinzen Greorg nach der Schlacht 
bei Beaumont (1887). Andere bedeutende Bilder von ihm sind: Scene aus dem 
Gefecht bei Düppel, Aus der Schlacht bei Sedan, Prinz Georg in der Schlacht von 
St. Privat (1876), Scene aus der Schlacht bei Wolkowysk zwischen den Franzosen 
unter Regnier und den Russen unter Sacken 1812 (1880), Nach der Königsparade u. A. 

Götzenberger, Jacob, Historienmaler, geb. 1800 in Heidelberg, + 6. Oct. 1866 
in Darmstadt, Schtiler von Cornelius in Düsseldorf und in München, ging infolge 
eines Auftrages mit K.Hermann und Ernst Förster die Aula der Universität in 
Bonn mit Fresken zu schmücken 1828 nach Rom und Neapel, wo tr die Cartons der 
Jurisprudenz, der Medicin und der Philosophie zeichnete, die er nachher als Fresken 
ausführte. Dann folgte sein Freskencyklus in der Kapelle zu Nierstein am Rhein 
mit dem Hauptbild der Anbetung des Christkindes. Nach einer mit Cornelius nach 
Paris und London gemachten Reise malte er in der von Hübsch erbauten neuen 
Trinkhalle in Baden-Baden Fresken aus den Sagen und Märchen des Schwarz waldes. 
Jene Reise nach England gab ihm Gelegenheit, Decorationen eines Prachtsaales in 
Bridgewaterhouse, der Residenz des Lords Ellesmere, zu malen, die wegen des Todes 
des Lords unvollendet blieben, und ausserdem einen Saal im Northumberland-Palast 
mit 4 grpsse-i; CompositiOLi-ivaus einer altenglischen Ballade zu schmücken* (1863—65). 
Unter seinuti übrigen Bildern sind noch zu erwähnen : eine heU. Jungfrau mit dem 
Christkinde auf dem Schoosse (Kunsthalle in Karlsruhe), Die Novize der barmherzigen 
Schwestern und einige Titelbilder. 

Götzloff, Karl TVilhelui, Landschaftsmaler, geb. 1803 in Dresden, f 16. Jan. 
1866 in Neapel, Mitglied der Dresdener Akademie seit 1835, ging schon 1823 nach 
Italien, das ihm zur zweiten Heimath wurde und ihm in den südlichen Gegenden 
viele Motive zu seinen Bildern bot. In Neapel wurde er Hofmaler des Königs beider 
Sizilien. Unter diesen Bildern aus dem südlichen Italien nenne, wir nur : Sorrent und 
Capo di Monte (1866, beide in der Kunsthalle zu Hamburg), Der Golf von Bajä, Ein- 
schiffung von Landleuten an der Hafenraauth von Neapel, Die blaue Grotte von Capri 
und mehrere Ansichten von Neapel. 



5g Göz — Goldstein. 

Oöz, Jos. Franz Friedrich, Maler and Radierer, geb. 28. Febr. 1754 in 
Hennannstadt, f 16. Sept. 1815 in Eegensburg, ging vom Studium der Rechtswissen- 
schaft zur Malerei über, lebte mehrere Jahre in München, in Augsburg und seit 
1791 in Regensburg. Am bekanntesten machte er sich durch eine Serie von Charakter- 
bildern, die er 1784 auf 160 Blättern für Kunst- und Theaterfreunde in Zeichnungen 
und Radierungen brachte . Ausserdem von ihm Gouachemalereien aus dem bayrischen 
Volksleben und BUdnisse fürstlicher Personen. 

Goijen, Jan van^ s. Goyen. 

Gois, Edme Etienne Franpois, franz. Bildhauer^ g^eb. 1765, f 1836, Sohn und 
Schüler des Etienne Pierre Adrien G. Als Hauptwerke von ihm werden 
genannt: die Gruppe der 3 Horatier (1800), eine Reiterstatue Napoleons I. (1801), 
eine Bronzestatue der Jungfrau von Orleans (in Versailles), eine Marmorgruppe der 
Leda, Latona mit ApoUo und Venus in einer Muschel (1824), die heil. Genoveva (1827) 
und einige der Reliefs der Vendomesäule. 

Gois, Etienne Pierre Adrien, franz. Bildhauer, Maler und Radierer, geb. 
1, Jan. 1731, f 1823, Schüler von Jeaurat und von Rene Michel Slodtz, 
radierte die 4 Blätter Findung des Moses, die Tochter Jephthas, Rückkehr des 
jungen Tobias, Tobias gibt seinem Vater das Gesicht wieder, ferner die Einnahme 
Jerusalems durch Nebukadnezar, Cambyses straft die ungerechten Richter und 
L'avare pensif. 

Goldberg, Georg, Kupferstecher, geb. 12. Mai 1830 in Nürnberg, f 25. Juli 
1894 in München, bildete sich in Nürnberg daselbst unter Raab und auf der Kunst- 
schJile und zog 1856 nach München, wo er treffliche Blätter stach, z. B. Bacchus und 
Ariadne nach Tintoretto, Die Grablegung nach Giorgione (?), einige Blätter für 
Liezen-Mayers „Faust", Das Erwachen des Frühlings nach Ernst Kaiser, Bildniss 
König Oskars II. von Schweden. 

Goldberg, Gustav, Historien- und ßUdnissmaler der Gegenwart, bildete sich in 
München, vollendete 1885 das ihm aufgetragene Bild des sächsischen Prinzenraubes 
vom Jahre 1455, das sich durch beredten Ausdruck der Köpfe und stilgemasse 
Details auszeichnet. 

Goldfriedricli, Ernst, Kupfi techer, geb. 25. Juni 1832 in Dresden, f 23. Sept. 
1868 das., Schüler von Steinle, stach auf -6 Blättern Die Gesetzgeber und Könige 
im Thronsaale des Schlosses in Dresden nach Bendemaun (1858) und Die 3 Marien 
am Grabe Christi nach Peschel (1863). 

Golding, Kienard, engl. Kupferstecher, geb. 11. Aug. 1785 in London, f 28. Dec. 
i«65 das., Schüler des Illustrators James Parker und des Anker Smith. Er 
stach als eines seiner ersten Blätter den Tod Nelsons nach B. West, einige Illu- 
strationen für Robert Smirkes Gil Blas und Don Quixote. Eines seiner besten Blätter 
war das Bildniss der Prinzessin Charlotte von Wales nach Lawrence, bald nachher 
das von Sir William Grant. Unter seinen übrigen Blättern nennt man: St. Ambrosius 
der dem Theodosius d. Gr. den Eintritt in den Tempel verweigert nach^. Veronese, 
und nach Maclise Ein Blick in die Zukunft. 

Goldmaun, Otto, Genremaler, geb. S.April 1844 in Berlin, besuchte nur kurze 
Zeit die dortige Akademie und wandte sich seit 1878 von der Landschaftsmalerei 
ganz zu der realistischen Behandlung des Genres ; dieser Art sind seine Bilder : Doch 
nicht allein. In gespannter Erwartung, Gestörte Ruhe, Im Laboratorium, Quod erat 
demonstrandum. Unter uns gesagt. Mit Kennerblick, Der Geburtstagsmorgen u: A. 

Goldschmidt, B., Genremaler der Gegenwart, bildete sich in Paris. Er malte 
im Geschmack Winterhalters die Bilder : Toilette einer algerischen Frau (1836), Ein 
junger Florentiner bietet einem Mädchen einen Ring an, und eine Scene aus „Don 
Quixote" (1850). 

Goldsehmidt, Hermann, Historienmaler, geb. 17. Juni 1802 in Frankfurt a. M., 
t 20. Aug. 1866 in Fontainebleau. Zuerst als Kaufmann thätig widmete er sich in 
Folge eines holländischen Aufenthaltes der Malerei, die er in der Weise eines Cornelius 
auszuüben bestrebt war, und zwar seit 1836 in Paris mit soviel Erfolg, dass er 
mehrere Auszeichnungen erhielt, und sein Gemälde Romeo und Julie in Staatsbesitz 
überging. 1847 sattelte G. nochmals um, wurde Astronom, und hat mit dieser 
Thätigkeit seinen Hauptruhm erworben. 

Goldstein, Johann Theodor, Landschaftsmaler^ geb. 1798 in Warschau, bildete 
sich in Italien und lebte nachher in Dresden, wo er Landschaften und Architektur- 
bilder von grosser Naturwahrheit malte, z. B. Ansicht voix Esslingen, Das Innere des 
Domes zu Meissen, Strasse über den Simplon, Isola Bella, Der Golf von Castellamare, 



Gole - Golz. 69 

Der Hafen von Messina, Der Montblanc, Das Anzascathal auf dem Wege zum Monte 
Kosa und viele Andere. 

Oole, Jacobus, Kupfersteche} in Mezzotinto, geb. 1660 in Amsterdam, f 1737 
daselbst, stach eine grosse Zahl von Blättern, unter denen genannt werden : Noah 
und seine Töchter nach Goltzius, Venus und Adonis nach N. Poussin, Lyncus von 
Ceres in einen Lachs verwandelt nach Lairesse, Der Triktrakspieler nach Ostade, 
Die fröhliche Wirthin nach Brakenburgh, Die Quäkerversammlung nach Heemskerk, 
Eine junge Dame nach Schalcken Andere nach Dusart und mehrere Bildnisse. Eine 
grosse Anzahl sind nur kostümlicü interessant und mit den Dutzendblättern des 
P. Schenk in eine Reihe zu stellen. 

Groltzius, Hendrik, Maler, Kupferstecher und Formschneider, geb. 1558 zu 
Mühlbrecht im Herzogthum Jülich, f 29. Dec. 1616 in Haarlem, machte sich im 
Kupferstich, worin er nur unbedeutende Lehrer hatte, unter denen Coornhaert 
in Duisburg genannt wird, weltberühmt, während er als Maler nur wenig thätig und 
ein mittelmässiger, in missverstandener Nachahmung Michelangelos befangener Manierist 
war. Unter seinen Bildern nennen wir : Im Museum zu Oldenburg eine manierirte 
Skizze der Sündfluth (1592) und im Museum zu Rotterdam das Büd: Mercur bringt 
der Juno die Augen des Argus. Infolge von Krankheit zog Goltzius 1591 nach Rom. 
Hier hatte schon Cornelis Gort der Kupferstich vortrefflich ausgebildet, als Erster 
grosse Platten bearbeitet, und schon einigermassen die Farbigkeit erreicht, die Goltzius 
nun völlig erzielte. Er bezeichnet den Höhepunkt der technischen Ausbildung und 
wurde in Bezug auf Technik das Vorbild aller Kupferstecher. So hat er zuerst das 
allmähliche Anschwellen der Linien planmässig angewendet. Unter seinen 295 
sicheren Blättern aus dem Gesammtgebiet des Darstellbaren sind die bedeutendsten 
seine sogenannten 6 Meisterstücke, die Scenen aus der Kindheit Jesu im Geschmack 
grosser Meister darstellen, nämlich die Verkündigung in Raffaels Geschmack, die 
Heimsuchung Maria in der Art des Parmigianino, die Anbetung der Hirten im 
Geschmack des Bassano, die Beschneidung in dem des Albr. Dürer, die Anbetung der 
Könige in dem des Lucas v. Leyden, und die heil. Familie am Fuss eines Baumes 
in dem des Baroccio; ferner 12 Blätter des Leidens Christi in der Manier des Lucas 
V. Leyden, der todte Heiland auf dem Schooss der Maria (in Dürers Geschmack), die 
büssende Sta. Magdalena, der Triumph des Krieges, der Fähnrich, Pygmalion, Mars 
und Venus im Ehebruch, der leierspielende Apollo, Hercules mit der Keule, die 
3 antiken Statuen des farnesischen Hercules, des Torso am Belvedere und des Apollo 
von Belvedere, die Stiche der Triumph der Galatea nach Raffael, die 4 Blätter mit 
dem Sturz des Tantalus, Icarus, Phaethon und Ixion nach C. Cornelis, St. Hieronymus 
in der Wüste nach Palma Vecchio, nach B. Spranger Judith mit dem Haupt des 
Holofernes, Die Liebschaft des Mars und der Venus und Die Hochzeit der Psyche, 
und viele Bildnisse, darunter auch das seines Lehrers Coornhaert. Goltzius hat ausser- 
dem noch mehrere hervorragende Helldunkelholzschnitte, darunter eine Folge antiker 
Götter und mehrere schöne Landschaften geschaffen. 

Goltzins, Hubert, Maler, Formschneider und Alterthumsforscher, geb. 1526 in 
Würzburg, f 1583 in Brügge als Historicus und Maler Philipps II., Sohn und Schüler 
des Malers Rüdiger G., der sich um 1530 in Venloo niederliess, später auch Schüler 
von Lambert Lombard in Lüttich. Er widmete sich später auch dem Studium 
der Künste des Alterthums und gab hierin 1557 als sein Hauptwerk die Bildnisse 
der römischen Kaiser heraus, wobei er den Holzschnitt in Clairobscur und den Kupfer- 
stich anwandte. Nach einigen Reisen in Deutschland, Italien und Frankreich gab er 
ein Werk über die Münzen des Alterthums heraus und später mit seinen gesammten 
Werken: „Romanae et Graecae antiquitatis monumenta" (5 Bde.). Gemälde soll er 
nur in seiner früheren Jahren verfertigt haben, doch ist wohl kein sicheres Büd von 
ihm nachzuweisen. 

Ooltzins, Julius, Kupferstecher, Zeitgenosse und wahrscheinlich Verwandter 
des Hendrik Goltzius, stach theils nach diesem, theils nach anderen Meistern, z. B. 
Christus und die Samariterin (1586), nach Baroccio eine Ruhe auf der Flucht nach 
Aegypten, nach Hans Holbein Maria mit dem Kinde und eine Landschaft (1593). 

Golz, Alexander, Genre-, Bildniss- und Historienmaler, geb. 25. Jan. 1857 in 
Ungarn, war Schüler von S z e k e 1 y in Budapest, dann Schüler der Akademie in Wien 
unter Feuerbach, bereiste Italien und den Orient, Hess sich 1884 in München 
und 1890 in Wien nieder. Seine Hauptbilder sind: Christus und die heiligen Frauen, 
Im Hof der Taubenmoschee in Constantinopel, Bazar von Ragusa, Blumenmarkt in 
Stambul, Der Christmorgen und Ruhe auf der Flucht nach Aegypten. 



•JO Goniez — Gonzales. 

öome/, SebastifiH, span. Maier des 17. Jahrb., Schüler und Sklave Murillos, 
genannt der Mulatte 3Iurillos, Geburts- und Todesjahr unbekannt. Im Museum zu 
Sevilla von ihm ein Bild Concepcion, in der Eremitage zu St. Petersburg ein Heil. 
Franciscus von schwacher Zeichnung. 

Gondolach, Matthäus, Historienmaler, geb. in Kassel, f 1653 in Augsburg, 
war anfangs am Hofe Kaiser Rudolfs II. in Prag thätig, und ging dann nach 
Augsburg, Avo er Histoi i.^ ilder malte, auch das auf dem dortigen Rathhause befindliche 
BUd der Belehnung Moritz' von Sachsen mit der Kurwürde. Im Hofmuseum zv 
Wien von ihm Die Vermählung der heil. Catharina aus dem Jahre 1614. 

(Tondonin, franz. Architekt, geb. 1737, f 1818, suchte in Frankreich die Grund- 
sätze des guten Geschmacks und . den Stil der Bauwerke des Alterthums wieder 
einzuführen, bildete sich als Pensionär der franz. Akademie in Rom, baute nach 
seiner Rückkehr 17G9 die zu ihrer Zeit sehr gerühmte Ecol&. de medecine auf dem 
Boulevard St. Germain und entwarf im Stil des Palladio eine grössere Zahl von Plänen 
zu Palästen, Häusern und Villen. 

(Fonelli, (xiovanni Francesco, ital. Bildhauer, genannt der Blinde von 
Gämbasso, seinem Geburtsort bei Volterra, geb. 1612, Schüler von Pietro Tacfia, 
wurde schon 1632 blind, erlangte aber durch geschicktes Tasten die Möglichkeit, Statuen 
und Büst nach dem Leben zu fertigen. Er arbeitete in Florenz, Genua und Rom. 
Gerühmt wurden seine Statuen des Herzogs Cosimo I. von Medici und des Papstes 
ürban VIII 

Gouin, Francesco, ital. Historien- und Genremaler des 19. Jahrb., geb. in 
Turin, Schüler von V a c c a, malte die se"hr gerühmten Bilder : Besuch Lodovicos und 
seiner Gemahlin Beatrice von Este^ bei Lionardo da Vinci (1846), Tod Karl 
Emanuels II. und Bacchuszug (1865). 

Gönne, Christian Friedrich, Genre- und Historienmaler, geb. 30. Mai 1813 
in Dresden, konnte sich erst 1834 der Kunst widmen, besuchte die Akademien in 
Dresden und Antwerpen, lebte in Berlin, München und Rom, und bereiste Frankreich, 
England und Schweden. Seine ersten gelungenen Arbeiten waren Genrebilder, z. B. 
Kartenspieler, Der Alterthümler, Der Bänkelsänger u, A., dann folgten auf dem 
historischen Gebiet der in Rom gemalte Judaskuss und einige nicht immer gelungene 
Kirchenbilder. Wohlgelung;ene Bilder von ihm sind: Lady Macbeth (1872), Ein Fest- 
mahl aus dem 16. Jahrb. (1874), Brennende Erinnerungen (1869, Kunsthalle in 
Hamburg), Scene in einer Räuberhöhle (1883), Bildniss des Königs Johann von Sachsen 
und das des Sängers Schnorr v. Carolsfeld. Er schrieb eine kleine Schrift „Flüchtige 
Blicke in Natur und Kunst" (1869). Seit 1857 ist er Professor an der Akademie 
seiner Vaterstadt, nachdem er 1854 Ehrenmitglied derselben geworden, und 1859 wurde 
er zum Ehrenmitglied der Amsterdamer Akademie ernannt. 

Gorion, Eugene, franz. Erzgiesser und Bildhauer, geb. 17. Oct. 1814 in Paris, 
t 1892 das., Sohn und Schüler des Bronzegiessers Honore G., später Schüler von 
P r a d i e r, B 1 n d e 1 und der Ecole des beaux-arts. Er arbeitete theils in Gemeinschaft 
mit seinem Vater, theils allein eine Menge von kleineren •plastischen Genrewerken 
uv/ Thierstücken. 

Gontard, Karl von, Architekt, geb. 1731 in Mannheim, f 23. Sept. 1791 in 
Berlin, bildete sich in Bayreuth und unter Blondel in Paris, machte Studsenreisen 
in Italien, Sizilien und Griechenland, trat 1765 in den Dienst des preussischen Hofes, 
be;iaf sichtigte die Bauten Friedrichs d. Gr. in Potsdam und Sanssouci und baute in 
Berlin die Königsbrücke mit den anstossenden Kolonnaden und die beiden Kirch- 
thürme auf dem Gendarmenmarkt. 

Gonzalez, Alessandro und Antonio, s. Yelas(luez. 

Gonzalez, Bartolome, span. Maler, geb. 1564 ia Valladolid, f 1627 in Madrid, 
Schüler von Patrizio Caxes (f 1612), war zu seiner Zeit wegen seiner correcten 
Zeichnung und seines leuchtenden Colorits halber namentlich im Bildnissfach sehr 
geschätzt, malte seit 1608 viel für Philipp III., z. B. dessen Gemahlin Margareta von 
Oesterreich und die Infantin Donna Isabella Clara Eugeuia (beide im Museum del 
Prado in Madrid), auch eine Ruhe der Madonna (Recoletos in Madrid), und einen heil. 
Johannes (1621) in der Galerie Esterhazy in Budapest. 

Gonzalez Buiz, Don Antonio, span. Maler des 18. Jahrb., f 1785, bildete sich 
unter Hovasse in Madrid, später in Paris, Rom und anderen Städten Italiens und 
wurde 1752 Direktor der Akademie San Fernando. Mehrere ziemlich manierirte Bilder 
von ihni in Madrid und Salamanca. Er war Mitglied der Akademien von Valencia 
und St. Petersburg. 



Gonzales — Goodall. 71 

Gonzalez y Tare, Federigo, span. Maler, geb. 1823 Iq Cadiz; f im März 1867 
das., war Schüler der dortigen Kunstschule und bildete sich in Madrid und Paris 
weiter aus. Er malte treffliche Bildnisse, copirte viel nach van Dyck., Alonso Cano, 
Velasquez und Murillo und machte sich vortheilhaft bekannt durch sein BUd : Pedro I. 
von Castilien befragt sein Hotoskop. 

Oonzalvo y Perez, Pablo, span. Architektur- und Interieurmaler, der in 
Saragossa geb., jetzt in Madrid lebend, seit der Ausstellung in Philadelphia (1876) 
bekannt geworden ist durch die 3ilder : Die Kaihtdrale de lo Seo in Saragossa, 
Die Kapelle und Das Mausoleum Ferdinands und isabellas in der Kathedrale von 
Granada, Die Kapelle in der Kathedrale von Avila und Die Sakristei dieser 
Kathedrale. Dazu später eine Ansicht des Canal grande und das Innere der Marius- 
kirche in Venedig, Saal des Kapitels der Domkirche in Toledo und Pusswaschung 
am Grünen Donnerstag in dieser Kirche. 

Oonzenbach, Karl Arnold von, Kupferstecher, geb. 21. Juli 1806 in St, Gallen, 
t 13. Juni 1885 das., war anfangs Schüler von J oh. Jakob L i p s in Zürich, später 
von Fei sing, von Amsler und in Paris von Fr. Forster. 1838 Hess er sich in 
München nieder, wo er eine grosse Thätigkeit meistens im Cartonstich entwickelte. 
Seine trefflichen Hauptblätter sind : Johannes auf Patmos nach Gustav König, Günther 
und Brunhild, Siegfried und Kriemhild nach Julius Schnorr, Die Hohenstaufenzeit in 
Hermanns Blättern aus der „Geschichte des deutschen Volkes", Der Tellschuss, Der 
Schwur auf dem Eütli und Winkelrieds Tod nach Ludw. Vogel, Der Verbrecher aus 
verlorener Ehre nach Kaulbach, 5 Blätter aus dem Leben einer Hexe und 4 der 
Blätter aus dem Leben eines Künstlers nach Genelli, zahlreiche Bildnisse u. s. w. 

G-ood, Thomas Sword, engl. Genremaler, geb. 4. Dec. 1789 in Berwick-upon- 
Tweed (au der Grenze Englands und Schottlands), t 15. April 1872 das., kam 1822 
nach London, wo er 14 Jahre seine Bilder, meistens häusliche Scenen, in der Akademie 
ausstellte, bis er 1858 die Malerei aufgab. Zu nennen sind darunter : Ein schottischer 
Schafhirt (1820), Die Mtissiggänger (1829), Der Tagedieb (1830), Die Medicin (1831), 
Die fleissige Mutter u. A. 4 seiner Bilder in der Nationalgalerie in London. 

Goodall, Edward, engl. Kupfer- und Stahlstecher, geb. 17. Sept. 1795 inLeeds, 
t 11. April 1870 in London, Vater des Frederik G., malte zuerst Landschaften und 
wurde dann von Turner bewogen, sich dem Kupferstich zu widmen. Nach ihm stach 
er auch seine Hauptblätter : Köln am Rhein, Tivoli mit dem Tempel der Sibylle, Die 
alte Londoner Brücke ; ferner nach seinem Sohne : Der blinde Dudelsackspieler, Die 
glücklichen Tage Karls I., Die Schaukel, Das Aufziehen des Maibaumes, Ein Festtag 
im Dorfe, und Andere nach Stanfield, Gl. Lorrain (Die Mühle), Gainsborough, 
Roberts u. s. w. 

Goodall, Frederik, engl. Genremaier, geb. 17. Sept. 1822 in London, Sohn 
und Schüler des Vorigen, sollte dessen Kunst erlernen, blieb aber auch unter dessen 
Leitung, als er sich zur Malerei entschlossen hatte. 1838 reiste er in die Normandie, 
wo er viele Skizzen entwarf. 1839 brachte er als sein erstes Bild Französische 
Soldaten beim Kartenspiel und liess dann nach abermaligen Reisen in der Bretagne, 
der Normandie und Irland viele Genrebilder folgen, z. B. Die Rückkehr von der 
Kindtaufe, Der müde Soldat (1842) und Der Festtag im Dorfe (1847) (diese beiden 
in der Nationalgalerie zu London), und Die frugale Mahlzeit (1852). Nach einigen 
historischen Genrebildern aus ,dem Leben Karls I. und des Erzbischofs Cranmer 
besuchte er Venedig und Aegypten, wo seine Anschauungen sich bedeutend erweiterten. 
Früchte dieser Reisen waren Der frühe Morgen in der Wüste (1860), Reise nach 
Meklca, Rückkehr eines Pilgers vpn Mekka (1862), Gesang eines nubischen Sklaven, 
Der Bote vom Sinai am Mosesbrunnen (1864), Ueberschwemmung des NUs, Hagar 
und Ismael, Mater purissima und Mater dolorosa (beide 1868), Die Aussetzung 
des Moses und viele Andere, unter denen die orientalischen von kräftiger Zeichnung 
und lichtvollem Golorit sind, die Genrebilder aus dem englischen Volksleben von 
grosser Lieblichkeit, die kirchlichen Bilder von tiefem Gefühl. Später folgten noch: 
Schaf Wäsche bei den Pyramiden von Gizeh, Wasserträger in Aegypten (1877), Die 
Töchter Labans, Der Palmsonntag, Inneres einer Moschee in Kairo (1880), Flucht 
nach Aegypten und Das Schwert des Gläubigen (beide 1884). Die künstlerisch besten 
aller seiner Bilder sind Aquarelle. 1864 wurde er Mitglied der Akademie in London. — 
Auch seine beiden jüngeren Brüder Walter und Edward G. sind Aquarellmaler, ersterer 
(t im Mai 1889) in Genrebildern, letzterer in Genrebildern aus Venedig und dem 
Orient. — Sein ältester Sohn Frederick Trevelyan G., geb. 1848, f 11. April 1871 
in Gapri, war ein angehender Historienmaler. 



72 Goodman — Gossaert. , . 

Goodman^ Walter, engl. Zeichner, Bildniss- und Genremaler, geb. 11. Mai 
1838 in London, war anfangs Schüler von Leigh, trat 1857 in die Akademie, reiste 
1860—63 in Frankreich, Belgien, Deutschland, der Schweiz, Italien und Spanien, und 
lebte von 186tt— 69 auf Cuba, das er infolge der dortigen Revolution i869 verliess, 
um andere westindische Tnseln und Nordamerika zu besuchen. Nach Europa zurück- 
gekehrt, widmete er sich der Bildniss- und Figurenmalerei, lieferte Holzzeichnungen 
und Artikel über das westindische Leben, erschienen unter dem Titel „The pearl of 
the Antilles, or an artist in Cuba", copirte Sassoferratos betende Madoma in der 
Nationalgalerie in London und portraitirte den chinesischen Gesandten und dessen 
Gemahlin. 

Goodwin, Albert, engl. Aquarellmaler der Gegenwart, malte in London zahlreiche 
Landschaften von trefflicher Luftpergpektive und schöner Lichtwirkung, entlehnt ans 
Gegenden Englands, aus Oberitalien und Venedig. 

Goodwin, Francis, engl. Architekt, geb. 23. Mai 1784, f 30. Aug. 1835 in 
London, baute in England zahlreiche Kirchen, nämlich in Bordesley bei Birmingham, 
in Hulme, Derby, Kidderminster, Burton-on-Trent u. A., restaurirte viele Kirchen, 
baute Eathhäuser und Börsengebäude, auch die später abgebrochene Hungerford 
Bridge und verfasste einige architektonische Sehriiten. 

Goodvear, Joseph, engl. Kupferstecher, geb. 1798 in Birmingham, f 1. Oct. 1839 
in London, vmrde hier Schüler von Charles Heath, stach viel für Kunst- und 
Buchhändler, z. B. für Findens Gallery of British j' rt". Sein letztes Blatt 
Griechische Flüchtlinge nacli Eastlake wird für sein bestes gehalten. 

Gool, Jan van, hoUänd. Thier- und Landschaftsmaler, geb. um 1685 im Haag, 
t 1763 das., Schüler von Matth. Terwesten und van der Does, war mehr 
KunstschriftsteUer als Maler Unter seinen Landschaften nennt man eine üppige 
Waldlandschaft von 1719 im Museum zu Schwerin, eiise an Potter erinnernde Thier- 
landschaft im Museum zu Rotterdam, eine Landschaft roil. Vieh Im Reichsmuseum zu 
Amsterdam, und eine mit Satyrn und Nymphen im Museum zu Lille. 

Goos, Bereud, Landschaftsmaler, geb. 26. Nov. 1815 in Hamburg, f 27. Nov. 
1885 das., widmete sich erst seit 1855 der Landschaftsmalerei unter Herrn. 
Kauffmann in Hamburg und unter J. W. S c h i r m e r in Karlsruhe. Nach Studien- 
reisen in vielen Gegenden Deutschlands malte er als erstes Bild Die Holzschleppe, 
dann eine schleswig-holstemsche Landschaft, Landschaft mit Pferden und Wölfen und 
Ein rauher Herbsttag. 

Goovaerts, Henri, niederländ. Maler, geb. 1669 in Mecheln, f 10. Febr. 1720, 
bereiste 1689 Deutschland, lebte eine Zeitlang in Frankfurt, Prag und Wien, kehrte 
10 Jahre später zurück und trat 1699 in die Lucasgilde zu Antwerpen. Von ihm 
im dortigen Museum ein Bild von 1713 aus der Geschichte der Armbrustschützen. 

Gordon, Sir Jolin Watson, engl. Bildnissmaler, geb. 1790 in Edinburg, f 1. Juni 
1864 das., war auf der dortigen Trustees-Academy Schüler von John Graham, 
genoss als Bildnissmaler eines grossen Rufes, wurde 1826 Mitglied der schottischen 
Akademie, 1850 Präsident derselben, sowie Mitglied der Londoner Akademie und Hof- 
maler der Königin und malte eine grosse Zahl bedeutender englischer Persönlichkeiten. 

Gorgasos, altgriech. Thonbildner, s. DamopMlos. 

Gori, Lamberto, geb. um 1731 in Florenz, t 1801, Schüler von Don Enrico 
Hugford, von dem er die Kunst der Scagliola erlernte, d. h. die Anwendung 
eines Gemisches von feinem Gips und gepulvertem Frauenglas zu ornamentalen 
Zwecken, worin er auch historische Bilder nachgeahmt haben soll. 

Gori, Lorenzo, ital, Bildhauer, geb. 1842 in Livorno, war in Florenz Schüler 
von B a r b e 1 1 i , von Pollastrini und C o s t o l i , fertigte sehr beifällig auf- 
genommene Genreskulpturen und Bildnissbüsten. 

Gori, Luigi, ital. Medailleur, geb. 1838 in Florenz, wo er sich auf der Akademie 
ausbildete, seinen Wohnsitz nahm und sich durch zahlreiche Medaillen einen be- 
deutenden Namen machte, z. B. auf Dante, Galilei, auf den Anthropologen Virchow, 
auf Michelangelo, anf Giovanni Dupre, den Staatsmann Farifli, den Afrikareisenden 
Antonio Cecchi, den Operncomponisten Rossini und viele Andere. 

Gorra, Giulio, ital. Maler der Gegenwart, geb. in Cremona, war in Bergamo 
Schüler von Enrico Scuri, malte vorzugsweise das lombardische Bauernleben in 
sehr charakteristischer Weise, z. B. Die Dämmerung, Die Rückkehr der Bauern vom 
Felde, Der Abend im Stall u. s. w. 

Gossaert, Jan, genannt Mabuse, flämischer Historien- und Bildnissmaler, geb. 
um 1470 in Mabuse (Maubeuge), f 1541 in Antwerpen. Bildete sich anfänglich, nach 



Gösse — Gottlandt. 73 

Quentin, Massys und Gerard David, wurde 1503 Meister der Antwerpener 
Malergilde, reiste 1508 im Gefolge Philipps von Burgund nach Italien und verfiel hier 
dem Einfluss Lionardos und Michelangelos. Er war einer der frühesten Meister, der 
südliches mit nordischem Kunstempfinden zu verbinden suchte. Mit Philipp reiste 
er wahrscheinlich auch nach Dänemark, und kam am 19. Mai 1517 mit ihm nach 
Utrecht, wo er wahrscheinlich birf zum Tod Philipps (1524) verweilte. Hier war er 
Lehrer Jan v. S cor eis. G. trat dann in den Dienst des Anton v. Burgund, Mark- 
grafen von Veere zu Middelburg, wo ihn 1527 — 28 Lucas v. Leyden besuchte. 
G.'s Bilder haben einigen farbigen Reiz, so dass Dürer, der ein jetzt verbranntes 
Altarbild von ihm sah, schrieb, es sei besser gemalt, als gezeichnet ; jedoch sind seine 
Werke meist überladen und gehören namentlich seine Darstellungen des Nackten zu 
den geschmacklosen Arbeiten der niederländischen Manierismen. Zu bewundern ist 
aber die sorgfältige Ausführung der architektonischen Details, so besonders auf dem 
Triptychon im Rudolfinum zu Prag. Von ihm ferner im Louvre Der Kanzler 
Carondolet (1517), Madonna mit dem Kinde (1517); in der Pinakothek zu München 
Jupiter und Danae (1527); im Museum zu Berlin Adam und Eva, Neptun und 
Amphitrite und Andere ; das Antwerpener Museum besitzt von ihm 6 Bilder ; Andere 
in Hampton Court, Madrid, Florenz, London, Brügge u. s. w. 

Gosse, Louis Francois Nicolas, franz. Historien- und BUdnissmaler, geb. 
4. Oct. 1787 in Paris, f 9. Febr. 1878 in Soncourt (Haute Marne), trat 1805 in die 
Ecole des beaux-arts als Schüler von Vincent, bildete sich zu einem tüchtigen 
Historienmaler aus, der seit 1808 zahlreiche Werke ausstellte, darunter als die 
bedeutendsten : Der heil. Vincenz v. Paula der seinen Lehrer bekehrt. Die Anbetung 
der Könige, Die Rückkehr Louis Philippes zum Palais royal 1814, Der Bischof von 
Lisieux der in der Bartholomäusnacht die Protestanten seiner Diöcese beschützt (1835), 
Der Herzog von Gloucester (1840), Mildthätigkeit und Tod des Vincenz v. Paula 
(1842—45), Die Gerechtigkeit Karls V., Die Geburt Christi und viele Bildnisse. 
Ausserdem malte er in Gel- und in Wasserfarben decorative BUder in den Kirchen 
von Paris und anderen Städten. 1824 erhielt er die Medaille 2. KL, 1828 wurde er 
Ritter, 1870 Offizier der Ehi-enlegion. 

Grosselin, Charles, franz. Landschaftsmaler, geb. 26. Jan. 1834 in Paris, f 1892 
in Versailles, Schüler von Gleyre und Bussen, malte Landschaften von breiter, 
massiver Behandlung und treffender Wirkung, z. B. Eichen und Pinien im Herbst, 
Die Landstrasse, Aus der Umgegend von Beuzeval (Calvados), Waldinneres, Holzhacker 
(1874), Viehweiden in den Dünen u. A. Er erhielt verschiedene Medaillen. 

Gott, Joseph, engl. Bildhauer, geb. 1785, 'f 1860 in Rom, Schüler der Akademie 
in London, erhielt 1819 für seine Gruppe Jakob ringt mit dem Engel die goldene 
Medaille, brachte dann einige Genreskulpturen und ging, veranlasst durch Thomas 
Lawrence, nach Rom, von wo er seine Arbeiten nach London einsandte, z. B. Frömmig- 
keit (1830), Kinder im Walde (1831) und sich mit Vorliebe der Bildnerei der Thiere, 
namentlich der Hunde, widmete. Zu seinen dortigen Werken gehören : der General 
Wellington in der Schlacht bei Waterloo dem das Pferd unter dem Leibe todtge- 
schossen wird, ein angeschossener Hirsch von einem Jagdhund gepackt, 3 Grazien 
den Amor emporhaltend, Bacchantinnen die mit dem kleinen Bacchus spielen, Schlafende 
Kinder, ein Hund der ein Kind vor dem Ertrinken rettet, ein Rattenfängerhund, 
Fuchs mit Jungen und andere Werke dieses Inhalts. Mehrere seiner Hauptwerke 
befinden sich in Armley House (Yorkshire). 

Gottgetreu, Rudolf Wilhelm, Architekt, geb. 23. April 1821 in Swinemünde, 
machte seine Studien in Berlin, und besuchte die Akademie in München als Schüler 
von Voit, widmete sich aber daneben auch dem Stahl ich, war hierin für mehrere 
Architekten thätig und gab viele Radierungen der Hauptdenkmäler des alten Friedhofs 
in München heraus. 1852 schuf er im Auftrag Maximilians 11. mehrere Entwürfe 
für die Maximiliansstrasse, infolge deren er Professor an der technischen Hochschule 
wurde. Von ihm sind die Entwürfe für die 1878 vollendete zweite evangelische 
Kirche in München. 

Gotthard, Joseph, Bildniss- und Genremaler, geb. 1801 in Trier, v/urde 1821 
in Berlin Schüler von Wach, lebte nachher in Coblenz. Er war ein trefflicher 
Perspektivenzeichner, malte die Werkstatt Wachs mit dessen Schülern, einen Apostel 
Petrus für die Garnisonkirche in Potsdam, Goldschmied Töchterlein nach Uhland, 
und eme Scene aus Kleists „Käthchen von Heilbronn". 

Gottlandt, Peter, eigentlich Peter Roddelstedt, Maler und Kupferstecher, 
geb. in Gothland, Schüler von L.Cr an ach, Hofmaler und Kupferstecher in Weimai-, 



74 Ghottlieb — Goitld. 

wo er n 1548 — 72 thätig war. Ei stach eine Allegorie auf das Alte und Neue 
Testameüi nach L. Cranacb, der Prophet Jonas (1552), mehrere Bildnisse von Anhängern 
der Reformation und als sein bestes Blatt Der Christusknabe der als Ritter heran- 
sprengt um den dreiköpfigen Drachen (mit dem Papstkopf) zu durchbohren. 

Gottlieb, Moritz, Historienmaler, geb. 1856 zu Drohobycz in Galizien, 
t 17. Juli 1879 in Krakau, Schüler der Akademie in Wien unter H. v. Angeli. 
Bekannt wurden während seines kurzen Lebens seine Bilder : Shylock und Jessica 
Uriel Acosta und Judica van der Straaten, Betende Juden in der Synagoge. 

Gonaz, Yves Maria le, franz. Kupferstecher und Radierer, geb. 1742 in Brest, 
t in Paris, Schüler von A 1 i a m e t und z a n n e, stach einige recht lobenswerthe 
Blätter, namentlich Landschaften, z. B. nach Ozaune Sefekampf am 1. Juni 1794 
und 3 Blätter mit Ansichten von Toulou, einige Blätter nach üackert und Jos. Vernet. 

Groubau, Antoon, niederl. Genremaler, geb. im Mai 1616 in Antwerpen, f 11. März 
1698 das., war 1629 Schüler von Jean de Farius, wurde 1636 Meister der dortigen 
Gilde, machte Reisen nach Italien, Frankreich und Holland, malte dann Historien- 
bilder, Stadtansichten, Märkte und Tapisserien. 2 seiner Hauptbüder sind im Museum 
zu Antwerpen eine Allegorie auf das Studium der Künste in Rom (1662) und eine 
Ansicht der- Piazza Navona in Rom (1G80). Andere Bilder von ihm im Rudolfinum zu 
Prag Der Zeitvertreib im Lager, im Museum zu Schwerin eine Anbetung der Könige 
(Wiederholung im Amalienstift zu Dessau) und Landsknechte beim Mahl und Spiel. 

Goubau, Francois, niederl. Maler, geb. im Sept. 1622 in Antwerpen, f 16. Nov. 
1678 (n. A. 18. Oct. 1679), wahrscheinlich Schüler von GBrard Zegers, trat 1649 
in die Lucasgilde, malte Bildnisse, Historienbilder und besonders Tapeten. Eines 
seiner Hauptwerke ist die Anbetung des heil. Sacraments im Museum zu Antwerpen 
(1650), im Chorumgang der dortigen Jacobskirche der todte Heiland am Eingang 
seines Grabes (1655). 

Goubie, Jean Richard, franz. Maler der Gegenwart, geb. in Paris, Schüler 
von Gerome, malt vorzugsweise Thiere, z.B. Rückkehr von der Jagd der Seevögel, 
Ein Flug über dem Flusse, Pferd und Esel. 

Goudt, Hendrik, Kupferstecher, Pfalzgraf und Ritter, geb. 1585 in Utrecht, 
t 1630, trieb seine Kunst nur als' Dilettant, schloss sich* in Rom an den von ihm 
verehrten Elsheimer an, dessen Bilder er a.uf kaufte und den er für sich arbeiten Hess. 
Um diese Gemälde weiteren Kreisen bekannt zu machen, lernte er d.as Stechen und 
gab 7 (bezw. 9) Blätter nach Elsheimers Bildern heraus, die mit grosser Kraft und 
Feinheit das Original wiedergeben. Es sind das Der kleine Tobias, Der grosse 
Tobias, Landschaft mit der Flucht nach Aegypten, Enthauptung Johannis des Täufers, 
Ceres bei der alten Metanira, Jupiter und Mercur bei Philemon und Baucis, und 
vielleicht als Schönstes Die Morgenröthe. 

Goüjon, Jean, der bedeutendste franz. Bildhauer des ib. Jahrb., genannt der 
französische Phidias, auch Architekt, geb. um 1515, f 1564 oder 1565 wahrscheinlich 
in Bologna, bildete sich in Italien, nach der Antike und zeigte in seinen Werken 
eine reiche Erfindungsgabe, weiche, elegante Behandlung der Form und genaue 
Kenntniss des Reliefstils, schuf auch seine Skulpturen meistens in Verbindung mit 
der Architektur, eignete sich aber durch das Studium der Werke Cellinis und 
Primaticcios oft allzu schlanke Verhältnisse der Figuren an. Seine Hauptwerke sind : 
eines seiner frühesten die nur zum Theil aoch im Louvre vorhandenen Reliefs vom 
Lettner in der Kirche St. Germain l'Auxerrois fl541— 44) darstellend die Kreuz- 
abnahme und die 4 Evangelisten, die Reliefs der Fontaine des Innocants (3 davon 
im Louvre), die leicht und anmuthig hingegossene überschlanke Marraorstatue der 
neben einem Hirsch ruhenden Diana (im Louvre), die ui'sprünglich zu einem Brunnen 
im Schlosse von Anet gehörte, das Heinrich IL seiner Geliebten Diana v. Poitiers 
erbauen liess, 4 in den Gewändern überreiche Karyatiden im Schweizersaal des Louvre, 
ferner das ihm wohl mit Recht zugeschriebene prächtige Gj-abmal des Herzogs Louis 
de Breze, Gemahls der Diana von Poitiers, in der Kapelle der heil. Jungfrau der 
Kathedrale von Ronen. Als Architekt war er 1555— b2 in Gemeinschaft mit Pierre 
Lescot am Bau des Louvre thätig. — Seine Biogr. und Werke von Reveii '1868) 
nnd Meynier (1869). 

Gonld, Thomas, Bildhauer, geb. 1818 in Massachusetts N. A., Schüler von 
Cheney, hat in Boston, mit Unterbrechung eines zehnjährigen Aufenthalts in Italieri, 
gearbeitet. Wurde vortheilhaft. bekannt durch zahlreiche Bildnissbüsten, dann aber 
auch durch Idealfiguren, Der Geist in Hamlet, Der Westwind, Kleopatra, Timon von 
Athen, und durch die Reliefs Dampf und. Elektrizität. 



Goupil — Goya. 75 

Goupil, Jules, franz. Genremaler, geb. 1843 zu Paris, f im April 1883 in 
Neuilly, Sohn des bekannten Kunsthändlers G., Schüler von Ary Scheffer, malte 
recht Verdienstliche, wenn auch geistig nicht hervorragende Sittenbilder von glänzendem 
Colorit, z. B. Das Almosen, Die Neuigkeit in der Provinz, Eine vornehme Dame aus 
der Revolutionszeit, Eine Scene aus dem -l 1795 u. A. 1873 und 1874 erhielt er die 
Medaille 3. Kl. 

<xOupy, Joseph, franz. Maier und Radierer, geb. 1729 in Nevers, f 1763 
(n. A. 1780) in Londca, kam in früher Jugend nach England, malte Scenen für die 
italienische Oper und >vurde in seinen Landschaften ein Nachahmer des Salvator 
Eosa, von dem er auch mehrere Bilder stach, z. B. Der junge Tobias mit dem Engel, 
Die Taufe des Kämmerers, Johr.rtnes in der Wüste predigend, Glaucus und Scylla, 
nach Rubens Diana auf der Hirschjagd, auch Landschaften nach Cl. Lorrain and 
nach Grimaldi. 

Gourdelle, Pierre, franz. Kupferstecher, der gegen das Ende des 16. Jahrh. 
in der Manier des Leonard Gaultier stach. Eines seiner weniger bekannten Blätter 
ist Der Tod Abels. 

GfOurmont, Jean de, franz. Maler und Kupferstecher im 2. Drittel des 16. Jahrh., 
^eb. in Lyon, Hess sich um 1570 in Paris nieder, wo er mit seinem Bruder einen 
Verlag von Büchern gründete. Die ihm zugeschriebenen, mit dem Monogramm J G 
bezeichneten Stiche führen uns einen Meister vor, der den besten Kleinmeistern 
Deutschlands im XVI. Jahrh. eoenbürtig zur Seite steht, und seinen Ijandsgenossen, 
selbst Etienne Delaune künstlerisch überlegen ist. Die Beleuchtungsfeinheiten 
Göurmonts fehlen setlbst in den Arbeiten eines Beham oder Pencz. Auch in der 
Wahl seiner Stoffe interessirt er und zeigt uns neben den üblichen heiligen Darstellungen, 
Werkstftttscenen, Lehrlingsraufereieu und. dergleichen mehr. 

Grout, Johann Franz, Landschafts- und Architekturmaler und Radierer, geb. 
gegen die Mitte des 18. Jahrh. in Berlin, f nach 1812, war Theatermaler in Darmstadt, 
Frankfurt a. M. und Wiesbaden, lebte langt in der Schweiz und führte ein unstetes 
Leben. Er malte Schweizer Landschaften von guter Perspektive, aber mattem Colorit, 
auch Kirchen im gothischeu und Renaissancestil. 

Gouti^re, Tony, franz. Kupferstecher, geb. 5. März 1808 in Toui, wurde 1828 
in Paris Schüler von Thouvenin, stach anfangs nur BUdnisse für historische Werke, 
später auch grössere Blätter nach franz. Meistern, z. B. Die Auferstehung nach 
Hallez (1861), Marie Louise bei der Nachricht vom Tode des Herzogs von Reichstadt 
nach Lemud (1863), Der Traum Mariens nach Corbould (1870) und zahlreiche Bildnisse. 

Govaerts, (oder Groyaerts), Abraham, Landschaftsmaler, geb. 1589 in Antwerpen, 
t zwischen 17. Sept. 1626 und 17. Sept. 1627, malte nls Schüler des älteren Jan 
BTueghel in dessen Weise, und trat 1607 in die Lucasgilde seiner Vaterstadt. Bilder 
von ihm in der Galerie zu Augsburg, eine Waldlandschaft mit Jägern und Zigeunern 
von 1612 im Museum im Haag, Eine Hirschjagd im Walde im Museum von Schwerin 
und als sein bedeutendstes Bild eine Waldlandschaft mit den 4 Elementen (1624) im 
Museum zu Braunschweig. 

Gow, Andrew C, engl. Genremaler, geb. in London, wurde Mitglied der 
dortigen Akademie, lebt in itensington. Er malte Bilder von trefflicher Zeichnung 
und Färbung, oft mit gesundem Humor, z. B. Das Ende des Tages und andere Genre- 
bilder, auch die Historienbilder Der Tod Eduards VI. 1553 (1880), Prinz Moritz 
nach der Schlacht bei Nieuport im J. 1600, Napoleon auf der Flucht nach der Schlacht 
bei Waterloo. 

Grower, Lord Ronald, englischer Bildhauer, lebt gegenwärtig in London. Seit 
der Philadelphiaer Weltausstellung vortheilhaft bekannt, wo er mit Marie Antoinette 
in Fontainebleau jagend und Marie Antoinette auf dem Gang zur Hinrichtung auftrat. 
Er erhielt im Salon von 1886 ehrenvolle Erwähnung. 

Goya y Lucientes, Francisco Jose de, berühmter span. Maler und Radierer, 
geb. 30. März 1746 in Fuente de Todos (Aragonien), f 15. April 1828 in Bordeaux, 
war in Saragossa Schüler von Lucian Martinez und in Madrid von Bayeu y 
Subias, studirte, weil er aus Madrid wegen seiner abenteuerlichen Streiche flüchten 
musste, eine Zeitlang in Rom. Nach seiner Rückkehr malte er in Madrid, wo er 
seit 1788 auch unter der Leitung von Raphael Mengs kirchliche Werke schuf. 
1795 wurde er Direktor der Akademie von San Fernando und 1799 erster spanischer 
Hofmaler, und brachte in Saragossa eine unglaubliche Menge von Cartons, Genre- 
Historienbüdern und Bildnissen hervor, die durch ihre Originalität, ihre Satire und 
wunderbate Phantasie fesselten, von denen die Oelbilder sich auch durch ihr Helldunkel 



76 Goyaerts — Gozzoli. 

auszeichnetea. Vermöge seiner raschen Beobachtung und Auffassung war er 
am meisten zum Bildniss befähigt, wie das Museum del Prado in Madrid mit 10 
Beispielen, darunter die ReiterbUdnisse des Königs Karl IV. und seiner Gemahlin 
Marie Luise von Parma nebst dem Bildniss von deren Familie zeigt. Er besass auch 
gn*osse Geschicklichkeit in der Freskomalerei, ist aber hierin, wenigstens in seinen 
religiösen Darstellungen, ohne Glauben und Begeisterung. Ausserhalb Spaniens wurde 
ei* am bekanntesten durch seine in alten guten Abdrücken sehr seltenen Hadierungeu, 
in denen der eigentliche Schwerpunkt seiner Thätigkeit lag. Dahin gehören vor 
allen die „Caprichos" (80 Blatt, darunter sein Selbstbildniss), die äusserlich wie eine 
Reihe phantastischer, grottesker Caricaturen erscheinen, von denen aber ein jedes 
Blatt eine ebenso kühne wie bittere Satii'e auf die damaligen spanischen Verhältnisse, 
besonders am Hof und im Klerus, in sich birgt. Gewissermassen eine Fortsetzung 
hiervon bilden „Los Proverbios", die unverständlichsten seiner Werke, da uns hier 
nicht wie bei den Caprichos ein handschriftlicher Schlüssel erhalten ist. In das 
politisch-revolutionäre Gebiet fallen die „Desastros", eine Folge, in der das Elend 
des Kriegs und der politischen Verkommenheit in noch viel ergreifenderer Weise als 
bei Callot zum Ausdruck gelaugt. Auch diese Blätter bergen derartige, versteckte 
Anspielungen, dass sie ihrem Urheber die Verbannung eintrugen. Leicht verständlich 
sind die 33 Blätter der „Tauromaquia", in denen Goya, selbst ein leidenschaftlicher 
Stierkämpfer, die Geschichte dieses Sports seit Cid bis zum Jahre 1801 erzählt. In 
allen diesen Blättern verbindet Goya die Radierung mit der Aquatinta. Bios radiert 
sind eine Anzahl Bildnisse und Figuren nach Velasquez, und das bekannte Blatt, das 
einen der Inquisition Verfallenen darstellt, der mit Haiseisen an einem Pfahl gefesselt, 
beim Scheine einer Kerze langsam stirbt. Goyas künstleriche Haupteigenschaften 
bestehen wohl neben seiner Phantasie, in dem fabelhaften Sinn für Caricatür und 
der einzigen Beherrschung der Aquatintatechnik, deren grösster Meister er bis 
heute ist. — Seine Biogr. von Yriarte (1867) und Lefort (1877). 

Goyaerts, Abraham, s. Goraerts. 

öoyen (Groijen), Jan van, holl. Landschaftsmaler und Radierer, geb. 13. Jan. 
1596 in Leiden, f 30. April 1656 im Haag, Schüler von Schilde rpoort, von 
Willem Gerritz in Leiden und vonEsaias v. d. Velde in Haarlem. Bis 1631 
war er in Leiden thätig, später im Haag. Seine zahlreichen in fast allen Galerien 
vorhandenen Bilder sind meistens den flachen Gegenden seiner Heimath entnommen, 
F]nssufer, Dörfer, Weiler, öde Sandflächen u. dgl., anfangs im bräunlichen Ton des 
V. d. Velde, später in wärmerem Ton, gewöhnlich mit reicher Figurenstaffage. Mehrere 
treffliche Bilder von ihm aus der Galerie Suermondt im Berliner Museum (Sommer und 
Winter), auch in den Museen zu Amsterdam, Dresden, München, Kassel, Darmstadt, 
im Hofmuseum zu Wien, 4 im Louvre, in den Museen zu Rouen und Marseille, auch in 
England und in der Kunsthalle zu Bremen. Er hat auch eine Folge von 5 Dorfansichten 
radiert. 

Goyers, Willem, belg. Holzschnitzer, f 1847 in Löwen, war in seiner Kunst 
Autodidakt, erlangte aber eine grosse Fertigkeit in der Holzschnitzerei, und machte 
sich 1842 sehr verdient durch die Wiederherstellung der Skulpturen am Rathhause 
in Löwen. 

Goyet, Eugene, franz. Historien- und Genremaler, geb. 1807 in Chälon sur 
Saone, f 17. Mai 1857, Schüler von Gros in Paris, wo er sich zu einem tüchtigen 
realistischen Maler ausbildete. Zu seinen besten Bildern gehören: Der Tod des heil. 
Paulus des Eremiten, eine beil. Francisca und ein Chri=.us (im Assisenhof zu Paris). 

Goyrand, Claude, franz. Kupferstecher, geb. um 1620 in Sens (Yonne), f um 
1662. Unter seinen gerühmten Blättern nennt man: 2 Blätter mit der Flucht nach 
Aegypten und der Rückkehr nach Jacques Stella, 4 Landschaften mit Ruinen nach 
eigener Composition, 8 Blätter „Vues et perspectives nouvelles" nach Stefano della 
Bella und 20 Landschaften nach Callot. 

Gozzoli, auch Benozzo di Lese genannt, ital. Maler, geb. 1420 in Florenz, f 1498 
in Pisa, Lieblingsschüler von Fiesole, mit dem er nach Rom ging, wo er ihm 1445 bei 
den Malereien in der Kapelle San Lorenzo des Vatikans half ; mit ihm ging er auch 
nach Orvieto, wo er ihn bei den Malereien im Dom unterstützte. Dann trennte er sich 
von ihm und ging nach Montefalco, wo er noch ganz im Geiste Fiesoles die jetzt in der 
Galerie des Laterans in Rom befindliche Himmelfahrt der Maria malte, die dem heil. 
Thomas ihren Gürtel überreicht. Später zeigte er sich darin sehr versahieden von 
Piesole, dass er als der erste unter den Italienern die Schönheit und Lieblichkeit der 
Erde in ihren mannichfaltigen Erscheinungen darzustellen versuchte und seinen Bildern 



Graat — Graeb. 77 

landschaftlichen Hinter^i'und verlieh, den er auch durch Thiere mancherlei Art belebte. 
Ebenso zeigt er in der Auifassuug des wirklichen Lebens eine Fülle von lebendigen 
Motiven, theils Scherz und Laune, theils würdevollen Ernst. Um 1456 wandte er 
sich nach Florenz, wo er 1459 in der Kapelle Medici des Palastes Riccardi als eine 
seiner Hauptfresken den Zug der 3 Könige voll aniuuthenden Geistes und frischen 
Lebens darstellte. 1463 und 64 verweilte er in S. Gimignano, wo er in der Kirche 
S. Agostino eine dreifache Reihe von 17 Legenden aus dem Leben des heil. Augustinus 
mit einem besonders schönen Tode der Monica malte. Seit etwa 1468 lebte er in 
Pisa und malte hier bis 1484 sein grosses Hauptwerk an der Nordwand des Campo 
Santo in 23 Temperabildern, welche die Geschichte des Alten Testaments von Noah 
bis zur Königin von Saba vor Salonio mit köstlicher Naivetät schildern, besonders 
ergötzlich durch die sog. „Vergognosa di Pisa". Unter seinen wenigen Tafelbildern 
sind zu nennen: eine Madonna mit 4 Heiligen (1456) in der Pinakothek zu Perugia, 
eine noch an Fiesole erinnernde thronende Madonna in der Nationalgalerie zu London, 
ebendaselbst Der Raub der Heletfa, (beide in Tempera) und im Louvre eine grosse 
dreitheilige Verherrlichung des Thoraas v. Aquino. 

Graat (Graet), Barend, holländ. Landschafts-, Thier- und Bambocciadenmaler, 
geb. 28. Sept. 1628 in Amsterdam, f t). Nov. 1709, Schüler seines Oheims JanBoth, 
unter dem er sich zu einem tüchtigen Künstler ausbildete. Von ihm im Reichsmuseum 
zu Amsterdam eine Darstellung des verlorenen Sohnes (1661) und ein allegorisches 
Bild Saturn und 3 Frauen (1685) in akademischem Stil und im Museum von Stockholm 
ein gtttes männliches Bildniss von 1678. Er soll auch eiae Radierung (2 Schafe und 
ein Bock) verfertigt haben. 

Grab, Bertha von, Landschaftsmalerin, geb. 21. Juni 1846 in Prag, war hier 
Schülerin von Haushof er und nach dessen Tode (1866) von Jung he im in 
Düsseldorf, machte nachher grössere Studienreisen im südlichen Deutschland und 
Oesterreich, woher sie ihre besten Landschaften entlehnte. Sie lebt in Düsseldorf. 

Grabau, Christian, Laudschafts- und Thiermaler, geb. 1810 in Bremen, f 4. Jan. 
1874 das., Schüler der Akademie in Düsseldorf unter Simmler, malte mit Vorliebe 
Landschaften mit Wasserfällen und noch mehr Thierbilder aus Süddeutschland und 
der Schweiz, radierte aucli solche Thierstücke nach eigener Composition. 

Grabowski, Andreas, polnischer Bildnissmaler, geb. 1833 in Krakau, Schüler 
der Akademie in Wien, Hess sich in Lemberg nieder. Er malte z. B. das Bildniss 
eines Edelmanns aus der Ukraine, des Geh. Ratli Franz Smolka (1875), des Dr. Dietl 
Präsidenten der Stadt Krakau, des Fürsten Adam Sapieha u. A. 

Gradi, Luigi Napoleone, ital. Genremaler der Gegenwart, lebt in Mailand, 
wo er besonders in den weiblichen Figuren anmuthige Genrebilder malt, z. B. Ein 
schöner Morgen, Ein Liebes-Rendez-vous, Im Park, Ein verlassenes Plätzchen u. A. 

Graeb, Karl Georg Anton, Architekturmaler, geb. 18. März 1816 in Berlin, 
t 8. April 1884 das., war anfangs Decorationsmaler unter dem Hoftheatermaler 
Ger st, und betrieb auf dw Akademie die Architektur- und die Landschaftsmalerei. 
1839 machte er Studienreisen nach der Schweiz, Südfrankreich und Paris und ver- 
werthete in Berlin die mitgebrachten Skizzen zu Oelbildern und Aquarellen. 1843 
bereiste er Italien und Sizilien, . arbeitete als Schwiegersohn von G e r s t in dessen 
Atelier und wandte sich dann zur Staft'eleimalerei, worin er durch seine Bilder des 
Inneren gothischer Kirchen glänzende Erfolge erzielte. Sie zeigen eine echt künstlerische 
Behandlung, ein feines Spiel von Licht und Schatten und eine meisterhafte Ausführung 
der Details. Die vollendetsten derselben sind : die Grabkapelle der Grafen von 
Mansfeld in der Kirche zu Eisleben (1860), und der Lettner im Dom zu Halberstadt 
(1860, beide in der Nat. Gal. zu Berlin), Chor der Stiftskirche St. Georg in Tübingen 
(1869), das Innere der Synagoge in Prag, Kreuzgang der Kathedrale von Arles, 
Theater von Taorniiua, Fontana Medina in Neapel (Gal. Ravene in Berlin), und viele 
Andere. Auch als. Landschaftsmaler leistete er Bedeutendes in den Wandgemälden 
vom alten Athen und von Olympia im Neuen Museum zu Berlin. Mehrere seiner 
Oelbilder und Aquarelle kamen in den Besitz des deutschen Kaisers und in Berliner 
Privatsammlungen. 1851 wurde er Hofmaler, 1854 erhielt er die grosse gold. Medaille 
und neben seiner Mitgliedschaft vieler anderer Akademien wurde er 1855 Professor an 
der Berliner. 

Graeb, Baul, Architekturmaler, geb. 4. Febr. 1842 in Berlin, f 6. Januar 
1892 das., Sohn und Schüler des Vorigen, machte Studienreisen in Deutschland, der 
Schweiz und Oberitalien, lieferte viele Zeichnungen und Aquarelle für Baumeister 
und namentlich für Stülers Werk über das Schloss in Schwerin und für das Berliner 



78 f^i-aef — Graf. 

„Architektonische Skizzenbuch". In seinen Architekturbildern in Oei und in Aquarell 
eiferte er seinem Vater nach, ohne dessen Feinheit in den Details zu erreichen, 
z. B. Das neue Eathhaus in Berlin fAquareU), Vorhalle der Stiftskirche St. Georg 
in Tübingen (1869, Sammlung Raczynski in Berlin), die Kirche Santa Fosca auf 
Torcello bei Venedig. 

Graef, Gustav, Historien- und Bildnissmaler, geb. 14. Dec. 1821 in Königsberg, 
t 6. Jan. 1895 in Berlin, als Professor und Mitgied der Akademie, war 1843 — 46 
Schüler von T h. H i 1 d e b r a n d t und W. S c h a d o w in Düsseldorf, wo er mit 
einem Bilde Der Nibelungen Noth debütirte. Dann ging er über Antwerpen, Paris 
und München nach Italien, wo er sich einen einfachen grossen Stil aneignete, 
z. B. in den BUdern Jephtha und seine Tochter und in der Zeichnung aus der 
deutschen Urgeschichte Wie der Heerschild geschlagen wird. 1852 liess er sich in 
Berlin nieder, matte im Kuppelsaal des Neuen Museums nach Kaulbachs Entwurf 
Die Versöhnung Wittekinds mit Karl d. Gr. und im Porticus des Alten Museums 
4 Stereochromische Bildei' aus dem Mythus des Hercules und Theseus. Seit dem 
Anfang der 60er Jahre wandte er sich mehr den genreartigen Darstellungen zu und 
brachte die beliebt gewordenen Bilder : Auszug ostpreussischer Landwehr, Vaterlands- 
liebe im J. 1813 (Ferdinande v. Schmettau, Nationalgalerie in Berlin), Abschied des 
litauischen Landwehrmanns von seiner Geliebten, die grosse Wärme und Innigkeit 
zeigen. In den 60er und 70er Jahren widmete er sich mehr dem Bildniss, 
besonders dem weiblichen, das zum Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens 
wurde, und ihn fast zu sehr beschäftigte. Auch in den 50er und den 70er Jahren 
machte er grosse Efeisen nach München und Paris, Wien, Oberitalien, England und 
Schottland, nahm 1874 einen längeren Aufenthalt in Rom, führte 1868 — 70 drei 
historische Bilder aus dem Leben des Solon, Phidias und Demosthenes in der Aula 
der Universität zu Königsberg und andere reizvolle Darstellungen im Tiele-Wincklerschen 
Hause aus. 1879 hatte er auf der Berliner Ausstellung die viel verschrieene Felicie, 
eine unbekleidet auf einem Ruhebett liegende weibliche Gestalt, und 1882 das in 
die Nat.-Gal. gekommene vielgerühmte BUdniss des Feldmarschalls v. Roon. Zu seinen 
bekanntesten Bildern gehören ferner noch das „Märchen" und „Die verfolgte Phantasie" , 
welche in verschiedenen Städten Deutschlands zur Ausstellung gelangten. G. besass 
die kleine goldene Medaille. 

Gräfle, Albert, Historien- und Bildnissmaler, geb. 2. Mai 1809 in Freiburg 
i. Br., t 28. Dec. 1889 in München, ging von gelehrten Studien zur Malerei über, 
besuchte die Akademie in München unter Cornelius und Schnorr und arbeitete 
1840 in Paris unter Winterhalter, von dem er im Bildniss stark beeinflusst 
wurde. Dann kehrte er nach München zurück, widmete sich auch der Historien- und 
Genremalerei und malte z. B. den in kalter Idealität gehaltenen Triumphzug des 
■Arminius (Kunsthalle in Karlsruhe). Im Elsass, in England und in Paris malte 
er Bildnisse und kehrte 1852 nach München zurück. Unter seinen übrigen 'Bildern 
von geschickter Composition nennen wir: die Altarbilder in Lahr und Dundenheim 
(Baden), Die 4 Jahreszeiten im Schloss zu Karlsruhe, Der Zug der Jungfrauen bei 
der Fronleichnamsprozession in Dachau, Die Intimen bei Beethoven (Hauptbild), 
Elfenreigen, und unter den Bildnissen die der Königin Victoria und ihrer Familie, 
des damaligen deutschen Kronprinzen und der Kronprinzessin, der Grossherzogin und 
des Erbgrossherzogs von Baden, des Kaisers Maximilian von Mexiko und seiner 
unglücklichen Gemahlin. 1829 errang er sich die Medaille in Karlsruhe, 1846 die 
Medaille 3. Kl. in Paris. 

Grael, Johann Friedrich, Architekt, geb. 1708 in Quielitz (Reg, Bez. Liegnitz), 
t 1740 in Bayreuth, begann 1730 seine Thätigkeit in Berlin, wo er viele Aufträge 
für Kirchenbauten erhielt. Von ihm der Thurm der dortigen Petrikirche (1732—34), 
die aber nachher einstürzte, weshalb er nach Schwedt ging, wo er ein Rathhaus 
Laute. Von ihm auch der Thurm der unbedeutenden Heiligengeistkirche in Potsdam 
; 1732— 35) und der der Sophienkirche in Berlin (1734). 

Graet, Barend, s. Graat. 

Graf, Ludwig, Bildniss- und Gem-emaler, geb. 30. März 1838 in Wien, f in 
Veldes (Krain) 28. Juni 1894, erlangte erst spät seine Aufnahme in die Akademie, 
wo er sich unter Ruhen im Genrefach glänzend entwickelte, später aber auch 
Bildnisse malte. Zu seinen besten Bildern gehören: Kleopatra am Sterbebett des 
Antonius, Der Waffensammler, Angenehme Nachricht, Ländliche Ooquetterie, Gross- 
vaters Pflichten, Bildniss des Kaisers Ferdinand und Andere 1873 wurde er durch 
eine Medaille ausgezeichnet, 



Graf — Graham. 79 

Graf, Urs, Goldsclmüed, Kupferstecher und Formschneider, geh. zwischen 1485 
und 90 in Solothurn, f 1529 in Basel nach einem ahenteuerlichen, zügellosen Leben. 
Er war 1507 Lehrling eines Goldschmieds in Zürich, kämpfte 1515 bei Marignano, 
wurde nachher mehrere Male verhaftet. Seine Kupferstiche und Holzschnitte siad 
meistens Sittenbilder, Landsknechte und Genrefiguren von derber, sinnlicher Auffassung, 
die oft an Hans Holbein erinnern, z. B. die auf dem Alten reitende Frau, und unter 
den sehr zahlreichen Holzschnitten, (Avovon mehrere auch als vorzügliche Helldunkel 
zu verzeichnen sind), 83 Blätter aus dem Leben Christi (1511), Pyramus und Thishe, 
die Familie des Satyrs und 13 Blätter Schweizer Bannerträger. In der Kunstsammlung 
zu Basel befinden sich viele höchst originelle Handzeichnungen von ihm. — Seine Biogr. 
von Amiet (1873). 

Graff, Antoii, bedeutender Bildnissmaler, geb. 18. Nov. 1736 in Winterthur, 
t 22. Juni 1813 in Dresden, Schüler* von Ulrich Schellenberg in Winterthur, 
lebte als Bildnissmaler in Augsburg und wurde 1766 Hofmaler in Dresden, wo er 
eine überreiche Thätigkeit entwickelte und fast alle bedeutende Männer seiner Zeit, 
namentlich die klassischen Dichter malte. Seine Bildnisse, besonders die männlichen, 
blenden zwar nicht durch grosse künstlerische Keizo äoch sind sie tüchtig gemalt 
und aller Wahrscheinlichkeit nach von grosser AehnlichkO'.. unter seinen 17 Bildnissen 
im Museum zu Dresden sind die bekanntesten Personen : König Friedrich August der 
Gerechte (1795), der Dichter Geliert, der Geschichtschreiber Joh. Gottlob Böhme 
(zweimal) und 3 Selbstbildnisse, im Museum zu Leipzig 2 Bildnisse und in der 
Pinakothek zu München ein Selbstbildniss. Er radierte auch einige Bildnisse. 

Graff (Grav), Johann Andreas, Maler und Piadierer, geb. 1. Mai 1637 in 
Nürnberg, f 6. Dec. 1701 das., Schüler von L. H e b e r 1 i n und in Frankfurt a. M. von dem 
Blumenmaler Jakob Marrel, war 2 Jahre in Venedig und 4 Jahre in Eom thätig, 
kehrte nach Nürnberg zurück, heirathete 1665 die Künstlerin Maria Sibylla Merlan 
und stach besonders viele Architekturbilder, z. B. die Jacobskirche und die Sebaldus- 
kirche in Nürnberg, nach Marrel den Römerberg in Frankfurt a. M. und die 7 Kur- 
fürsten und ausserdem mehrere Bildnisse. 

Graff, Karl Anton, Landsobaftsraaler, geb. 1774 in Dresden, f 9. März 1832, 
Sohn von Anton G., war Schüler von Zingg in Dresden, lebte 6 Jahre in Rom 
und machte dann von Dresden aus Reisen in die Schweiz und viele Gegenden 
Deutschlands, woher er seine Landschaften entlehnte. 

Graham, John, genannt Graham Gilbert, engl. Bildnissmaler, geb. 1794 in 
Glasgow, t 5. Juni 1866 das., ging vom kaufmännischen Beruf 1818 in London zur 
Kunst über, trat in die Akademie und erhielt für sein Bild des verlorenen Sohnes 
eine goldene Medaille. Dann studirte er in Italien die Meister der venezianischen 
Schule, malte nach seiner Rückkehr in London und Edinburg viele Bildnisse, liess 
sich in Glasgow nieder und beschickte die Ausstellungen in London mit Bildnissen, 
Genrebildern und einem Christus am Oelberg (1846). 1864 wurde er Präsident der 
schottischen Akademie und Hofmaler. 

Graham, John, engl. Historienmaler, geb. 1754 in Edinburg, f im Nov. 1817 
das., kam als Kutschenmaler nach London, wurde aber in die Akademie aufgenommen, 
und besuchte später Italien. Seit 17S0 stellte er seine beifällig aufgenommenen Bilder 
aus, darunter Daniel in der Löwengrube, Una nach Spensers Dichtung (1783), Ceres 
sucht Proserpina (1786), Die Flucht Maria Stuarts aus Lochleven Castle (1788), 
Maria Stuart am Morgen vor ihrer Hinrichtung, David unterrichtet Salomo (1797). 
1788 wurde er Lehrer an der Trustees-Academy in Edinburg, wo mehrere bedeutende 
Künstler seine Schüler wurden. 

Graham, John, engl. Maler, der um die Mitte des 18. Jahrh. lange in Holland 
lebte, Paris, London und Italien besuchte und sich im Haag niederliess, wo er 
Historienbilder malte. 

Graham, Peter, engl. Landschaftsmaler, geb. 13. März 1836 in Edinburg, zog 
1866 nach London, wo er, von der Königin vielfach beschäftigt, 1877 Mitglied der 
Akademie wurde. Zu seinen oft auf Effekt ausgehenden Bildern gehören: Ueber- 
schwemmung in den Hochlanden (1866), Auf dem Wege zum Viehmarkt, Herbstschauer, 
Nebel und Sonnenschein u. s. w. 

Graham, Thomas, schottischer Genremaler, erhielt seine künstlerische Ausbildung 

in Edinburg und in London, und beschickte die Ausstellungen mit naturwahren, etwas 

skizzenhaften Genrebildern, z. B. Kegelschiebende Mönche (18G7), Des Gut-^herrn 

Kirchenstuhl, Das Billetdoux (1869), Die Wanderer (1870), Das Frühstück des Philosophen 

1878), Imogen in der Höhle (nach Shakespeares Cymbeline), 



gQ Grahl — Grandi. 

Grahl, August, Historien- und Bildnissmaler, geh. 26. Mai 1791, f 13. Juni 
1868 in Dresden, lebte eine Zeitlang in Italien und malte in England seine Bildnisse 
häufig als Miniaturen. Von ihm die Historienbilder Christus mit den Jüngern in 
Emmaus (Tempera), und Ruth begleitet Noemi, einige Genrebilder und die Bildnisse 
der Kronprinzessin von Preussen, des Bildhauers Thorwaldsen und seines Schwieger- 
sohnes Alfred Rethel (1851X 

Graimberg, Karl von, Landschaftsmaler, der 1865 starb, und eine Folge von 
Ansichten des Schlosses, der 3tadt und des Thaies von Heidelberg zeichnete, die von 
Haldenvpang (s. d.) gestochen wurden. 

Grambs, Johann Valentin, Bildnissmaler, geb. um 1630 in Frankfurt a. M., 
erhielt 1658 das dortige Bürgerrecht, nahm sich bei seinen sehr gerühmten Bildnissen 
van Dyck zum Vorbild, malte z. B. die Kaiserin Eleonore Magdalena, dritte Gemahlin 
des Kaisers Leopold I. und eine grosse Zahl angesehener Personen seiner Vaterstadt, 
war aber auc][i bei der malerischen Ausschmückung der neuen St. Katharinenkirche 
mit biblischen Darstellungen thätig. 

Gramzow, Karl, Bildhauer, Schüler der Akademie in Berlin und Ludw. 
Wichmanns, auch Gehilfe von Dankberg, reiste 1840 nach Italien und 1848 
nach Amerika, hatte aber nirgends den erwünschten Erfolg und gab später die 
Kunst auf. Von ihm in der Nationalgalerie zu Berlin eine Statue: Der Genius des 
Fi-iedens (1848). 

Gran, Daniel, Monumentalmaler, geb. 1694 in Wien, f 14. April 1757 in 
St. Polten, bildete sich in seiner Vaterstadt unter Pancraz Ferg, in Neapel unter 
Solimena und malte nach seiner Rückkehr in vielen österreichischen Schlössern, 
Kirchen und Klöstern grosse Deckenfresken meistens allegorischen Inhalts, ganz im 
Barockstil, aber von geschickter Technik; die vorzüglichsten darunter sind die Kuppel- 
malereien in der Hofbibliothek zu Wien, im Lustschloss zu Hetzendorf, im Palais 
Schwarzenberg, im Landhaus zu Brunn u. A. Unter seinen nicht zahlreichen Oelbildern 
sind hervorzuheben : eine heil. Elisabeth in der Karlskirche zu Wien, im Hofmuseura 
eine heil. Familie und Altarbilder im Dom zu St. Polten. 

Granacci, Francesco, ital. Maler, geb. 23. Juli 1477 ia Florenz, f 30. Nov. 
1543 das., Schüler und Gehilfe des Dom. Ghirlandajo, nach dessen Tode er 
mehrere von dessen unfertig hinterlassenen Bildern nicht mehr in Tempera, sondern 
in Oel vollendete; nachher bildete er sich unter dem Einfluss von Michelangelo und 
Eaffael aus. Seine Bildei^ meistens in Florenz, auch in Rom entstanden, sind anmuthig 
im Colorit, aber ohne die Würde und Lebensfrische seines Lehrers Ghirlandajo. 
Hauptwerke von ihm sind : Die Dreieinigkeit und mehrere andere Bilder im Museum 
zu Berlin, die 4 Bilder der Heiligen Magdalena, ApoUonia, Hieronymus und 
Johannes d. T., sowie eine heil. Jungfrau mit dem von ihr angebeteten Kinde in der 
Pinakothek zu München, die Madonna die dem heil. Thomas den Gürtel reicht in 
den Uffizien und eine Himmelfahrt der Maria in der Akademie zu Florenz. 

Granara, Raffaele, ital. Kupferstecher, lebte in Turin während des ersten 
Drittels des 19. Jahrb., bildete sich nach RaffaelloMorghen. Er stach die Madonna 
della Sedia nach Raffael, Madonna^ mit dem Kinde vor Bäumen sitzend nach Cambiasi, 
Joseph das Kind liebkosend nach Procaccini, Brustbild eines Gelehrten nach G. Dou, 
Der Selbstmord der Cleopatra nach Sementi. 

Grandfils, Laurent S6verin, franz. Bildhauer, geb. 24. Nov. 1810, f 9. Juli 
1865, Schüler von Ramey d. J. und von D a n t a n, machte sich auf den französischen 
Ausstellungen dui'ch mehrere Bildwerke bekannt, zuletzt^ noch 1863 durch eine 
Abnahme Christi vom Kreuz. 

Grandi, Ercole de' Roberti d. Ae., ital. Maler, geb. um die Mitte des 15. Jahrb. 
in Ferrara, f 1513 das., bildete sich unter dem Einfluss desMantegna, dessen Stil 
er nach Ferrara verpflanzte. Von ihm im Museum zu Dresden der Zug nach Golgatha 
und die Gefangennehraung Christi, 2 Seitenbilder, deren Mittelbild eine Pietä in der 
Royal Institution in Liverpool ist. Es sind Bilder von lebensvoller Charakteristik, 
sauberer Zeichnung und kräftiger Farbe, aber von hageren, trockenen Formen. Wahr- 
scheinlich von ihm auch ,der Mannaregen in der Sammlung des Lord Dudley in 
London und der Evangelist Johannes im Besitz des Giov. Morelli in Mailand. 

Grandi, Ercole di Giulio d. J., f 1531 in Ferrara, wo er im Dienst des 
Herzogs stand, war offenbar Schüler des Lorenzo Costa. Von ihm das Martyrium 
des heil. Sebastian in S. Paolo zu Ferrara, ein heil. Georg in der Galerie Corsini in 
Rom, in der Nationalgalerie zu London die Bekehrung des Paulus (Hauptbild) und 
eine Madonna mit dem Kinde und Heiligen. 



Grandi — örant 81 

Orandl, Francesco, ital. Historienmaler, geb. 21. April 1831 in Rom, Schaler 
der Akademie von San Luca unter dem Maler V e n u t i, malte verzugsweise religiöse 
Bilder, z. B. Paulus predigt vor dem Volk, das Martyrium des heil. Laurentius, seine 
Beisetzung in den Katakomben, Der heil. Laurentius führt die Ungarn gegen die 
'J'itrken, auch der Triumph Cäsars in Fano. 

Grandi, Giuseppe, ital. Bildhauer, geb. 1843 in Valgauna, f 30. Nov. 1894 
nalie Varese, lernte als armer Knabe in einer Terracotta-Fabrik. Schon sein erstes 
Werk ein bogenspanneuder Odysseus (Brera in Mailand) erregte Aufsehen. In Mailand, 
Como, etc. befinden sich zahlreiche Büsten und Denkmäler berühmter Männer (Beethoven. 
Volta, Ney) von ihm. Er hat das von der Stadt Mailand bei ihm bestellte figuren 
reiche Denkmal zur Erinnerung an die fünftägige Mailänder Revohition. 1848 
vollendet hinterlassen, starb jedoch kurz nach der Enthüllung, welche am 1'.' März 
1895 erfolgen soll. 

Grandjeau, Jean, Landschaftsmaler und Radierer, geb. 1752 in Amsterdam, 
t 1781 in Rom, Schüler von J. Verstegen, -Turiaan Andri essen und der 
Akademie seiner Vaterstadt, bildete sich nachher in Italien weiter aus und malte 
Landschaften uml Bildnisse. Man kennt von ihm 2 radierte Blätter : Ein Bacchanal 
(1773) und Mercur und Argus. 

Grandsire, Eug^^ne, franz. Landschafi-=i-maler der Gegenwart, geb. iu Orleans, 
Schüler von Jules Noel und Jules Dupve iu Paris, malte Landschaften und 
Städtebilder von correcter Zeichnung, z. B. Der Quai d'Orsay in Paris. Aus dem 
Dep. Finistere der Hafeo von Poot Aven, Mühle von Simoneau und Weg zur Quelle 
von St. Guiüole, auch eine Ansicht von Gratain in den Vogesen. Seit 1874 ist er 
Ritter der Ehrenlegion. 

Grandville, Jean Iguace Isidore, eigentlich Gerard, Zeichner und Caricaturist, 
geb. 15. Sept. 1803 in Nancy, f 17. März' 1847 in Paris, machte sich zuerst bekannt 
durch die noch unbedelitenden „Quatre saisons de la vie humaine" (1827), bald nach- 
her olgten die höchst originellen „Metamorphoses du jour", die grosses Aufsehen 
machten, sodann die satirischen „Scenes de la vie privee et publique des aniraaux", 
die „Animaux parlauts" (1840 — 43, neue Ausgabe, 1852), in denen Menschen mit 
Thierköpfen die socialen und politischen Zustände der Zeit darstellen. Nach der 
Julirevolhtion brachte er mit Decamps und Daumier Bilder für das Journal, „la 
Caricature", worin er ein feines Verständniss für die Thiermalerei im Vergleich mit 
menschlichen Sitten und Charakteren bewies. Später wandte er sich zur Satire des täg- 
lichen Lebens und beschränkte sich auf einfache Illustrationen der Gedichte Berangers, 
der Reisen Gullivers, der Fabeln Lafontaines, Victor Hugos Leben Napoleons u. A. 

Grauet, Francois Marias, franz. Architekturmaler, geb. 17. Dec. 1775 zu 
Aix in der Provence, f 21. Nov. 1849 das., Schüler des Landschaftsmalers Constantin 
und des Historienmalers Jacques Louis David, ergriff sein eigentliches Fach 
erst, als er 1802 nach Rom ging, wo die Ruinen und die altchristlichen Kirchen ihn 
so fesselten, dass er erst 1819 zurückkehrte und später abwechselnd in Rom und in 
Paris lebte. 1819 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion, später den Michaels-Ordeu. 
Unter Louis Philippe war er Conservator der historischen Galerien in Versailles und legte 
dieses Amt nach der Revolution von 1848 nieder. Er war Mitglied des Institut de France 
und seit 1827 Mitglied der Akademie in Berlin. 1833 wurde er Offizier der Ehren- 
legion. Seine Bilder von meisterhaftem Helldunkel verbinden mit dem Inneren von 
Monumentalbauten zugleich die Darstellung einer geschichtlichen oder novellistischen 
Begebenheit. Hervorzuheben sind : Der Maler Jacques Stella zeichnet an der Wand seines 
Gefängnisses in Rom eine Madonna die seine Mitgefangenen andächtig verehreji 
(1810, Gal. Leuchteuberg in St. Petersburg), im Louvre 5 Bilder, darunter D*r Maler 
Sodoma ins Hospital gebracht. Das Innere der Unterkirche von Assisi und Loskauf 
der Christen in einem Gefängniss zu Algier; ferner Messe im Chor der Kapuziner- 
kirche auf dem Platz Barberini in Rom (1819, oft wiederholtes Hauptbild\ Savonarola 
in seiner Zelle (1830, Neue Pinakothek in München), Marktplatz iu Konstantinopel, 
Der sterbende Poussin in seinem Atelier (1834). In den letzten Jahren seines Lebens 
versuchte er sich auch in der Landschaft. 

Granger, JeanPerin, franz. Historienmaler, geb. 1779 in Paris, f 1841, Schüler 
von David, malte Scenen aus der Mythologie, aus der griechischen und römischen 
Geschichte und kirchliche Bilder. Von ihm eine Anbetung der Könige in N. Dame 
de Lorette in Paris, Apollo und Cyparissus im Museum zu Leipzig. 

Grant, Sir Francis, engl. Bildnissmaler, geb. 1803 in Kilgaston \Pertshire"), 
t 5. Oct. 1878 in London, der Bildnissraaler der eleganten Welt, der In der Weise 
AUgeuteines Künstler-Lexioon S. Aufl. 2. Band. t> 



g2 Grant — Qraaset 

Winterhalters seine Personen in idealisirter Haltung ^lad Kleidung mit viel Gt^ehmack 
aber ohne grosse Tiefe der Charakteristik darstellte. Häufig gab er in diesen Bild- 
nissen eine Umgebung von Pferden und Jagdhunden, so dass Jagdbüder daraus ent- 
standen, die seine Hauptstärke ausmachten. Solche Bilder sind : Bildniss der Königin 
Victoria zu Pferde mit Lord Melbourne, Eendezvous zur Hirschjagd bei Ascot, Bildnisse 
der Miss Grant, des Lord Herbert, von Lord Olyde, Graf Derby, Palmerston, Russell, 
Macaulay, Viscount Hardinge und viele Andere. Seit 1866 war er Präsident der 
Akademie in London. 

Grant, William James, engl. Zeichner und Maler, geb. 1829 in Hackney (London), 
t 2. Juni 1866 das., wurde 1844 Schüler der Akademie, stellte 1847 sein erstes Bild 
Knaben mit Kaninchen aus, dann folgten 1848 Der schwarze Prinz nach der Schlacht 
bei Poitiers, Die Anklage des Haman (1851), Simson und Delila (1852), Eugene 
Beauharnais mit dem Degen seines Vaters, Der Morgen vor dem Duell, Die ersten 
Schritte im Leben u. A. 

Oranthomme, Jacques, franz. Kupferstecher des 16. und 17. Jahrb., geb. wahr- 
scheinlich in Lyon, Schüler von Th. de Ery, wurde als Hugenott aus Frankreich 
vertrieben und arbeitete in Frankfurt a. M. und in Heidelberg als Nachahmer Sadelers. 
Unter seinen zahlreichen Stichen werden genannt: 4 Blätter mit der Parabel vom 
verlorenen Sohn nach M. de Vos, 4 Blätter mit der Geschichte der Venus und des 
Adonis, Die Vermählung des Königs Heinrich IV. mit Maria v. Medicis, die Bildnisse 
der Königin Anna von England, des Reformators Beza,des Calvin, von Martin Luther, 
Melanchthon, der Königin Elisabeth von Frankreich und viele Andere. 

Gras, Abraham, Bildhauer aus Schlesien, t 1630 in Nürnberg, besonders 
geschickt in figürlichen und ornamentalen Reliefs, nur bekannt durch die 12 mytho- 
logischen Stückdarstellungen an der Decke des unteren Ganges im Rathhause zu 
Nürnberg aus dem Jahre 1619. 

Grasdorp, Willem, holländ. Blumen- und Früchtemaler, lebte um 1700 in 
Amsterdam. Von ihm im Museum zu Braunschweig ein wohlgelungenes Fruchtstück. 

Grashof, Otto, Maler, geb. 1812 inPrenzlau, f 23. April 1876 in Köln, besuchte 
1826—38 die Akademie in Düsseldorf unter S c h a d o w, lebte einige Jahre in Mexico 
und in den La Plata-Staaten und liess sich 1845 in Köln nieder, wo er 1861 erblindete. 
Er malte Historien-, Genre-, Thierbilder und Bildnisse. Die bedeutendsten derselben 
sind: Rechas Rettung durch den Tempelherrn (nach Lessings „Nathan"), Die Ueber- 
gabe des Schwertes (1836, nach dem Gedicht des Grafen von Stolberg), Russische 
Bärenhetze im Walde bei Wladimir, Der heil. Wassily vor der Ikonostasis in Nowgorod, 
Die Schlacht bei Schumla (1841), Christus und die Samariterin am Brunnen (1846), 
Odaliske, Till Eulenspiegel, ein Bildniss Franz Liszts. 

Grass (Gras), Kaspar, Bildhauer, geb. 1590 in Mergentheim (Württemberg), 
dem damaligen Sitz des Deutschmeisters, mit dem er als Hofbossirer nach Innsbruck 
ging und mehrere mythologische und allegorische Bildwerke verfertigte, auch das 
mehr pracht- als geschmackvolle Grabdenkmal des Deutschordensmeisters Erzherzog 
Maximilian in der Pfarrkirche zu Innsbruck und andere plastische Werke in der 
Ambraser Sammlung in Wien. 

Grass, Peter, Glasmaler, geb. 1813 in Köln, f 18. Dec. 1882 in Bonn, der 
erste praktische Meister der decorativen Glasmalerei. Aus seiner Werkstatt gingen 
hervor Glasgemälde in der St. Cunibertskirche zu Köln, in der Apollinariskirehe zu 
Remagen, in der Burg Stolzenfels am Rhein und in der Kirche zu Worringen (R©g.- 
Bez. Köln). ^ ., 

Grass, Philipp, Bildhauer, geb. 1801 in Wolxheim bei Strassburg, f 12. Apnl 
1876 in Strassburg, Schüler von Ohm acht und von Bosio, machte sich bekannt 
durch einige mythologische Bildwerke, eine aus dem Bade steigende reizende Susanna, 
eine Statue des Generals Kleber in Strassburg und namentlich seit 1837 durch seine 
plastischen Arbeiten am südlichen- Seitenportal (Erwin v. Steinbach und dessen apo- 
kryphische TochterSabine), au der Westfront (Das Jüngste Gericht) und unter der 
Kuppel des Gehäuses der Uhr des Strassburger Münsters. Für die Kirche St. Severin 
in Paris schuf er 1842 eine Statue der heil. Jungfrau. 

Grasset, Eugene, einer der hervorragendsten Meister des heutigen Frankreichs, 
ist Decorationskünstler, geb. 1850 in Lausanne, naturalisirter Franzose, zeichnete 
schon als Kind den ganzen Tag lang; der Vater liess aus praktischen Rücksichten, 
ihn lieber Architektur als Malerei studiren. Reiste später mit einem Bildhauer nach 
Egypten, gerieth da in Noth, die durch den Ankauf mehrerer Zeichnungen seitens des 
Marquis de Bassano gehoben wurde, so dass er nach Frankreich zurückkebvcii konnte. 



Grasset ~ Grassmayr. 83 

Im Laufe der Zeit wurde es ihm klar, dass sein Talent ihn auf das Gebiet der 
decorativen Kunst hinwies, und hat er sicli hier mit gröastem Erfolg bethätigt. 
Zunächst schuf er Vorlagen für Textilarbeiten und Tapeten, denen man in Europa 
nur die ähnlichen Arbeiten der Engländer gegenüberstellen kann. Dem Buchdruck 
diente er durch Entwerfen von künstlerischen Tj'pen und Initialen. Für Möbel und 
Schmiedeeisen führte er neue Formen und Motive ein, und versuchte in einem Worte 
jedem Stück des uns täglich umgebenden Hausraths neue künstlerische Reize zu 
verleihen. 1881 trat er zuerst als Illustrator auf und stand mit einem Sprung durch 
seine in Farbenlithc^raphie erschienene Ausgabe der „Quatre fils Aj^mon" in der 
ersten Reihe. Es folgten Illustrationen zu „Le petit Nah" „Jean des Figues" (von 
P. Arene) etc. Am bekanntesten ist G. durch seine Glasmalereien und Plakate 
geworden. Zu erster en gehört das Glasfenster mit der Jeanne d'Arc ; im Wettbewerb 
um das Fenster für den Dom zu Orleans entstanden eine Folge von 6 Glasgemälden 
mit Heiligen für die Kirche zu St. Lö (Normandie), Fenster in der Kirche St. Pierre 
de Chaillot, Paris etc. Unter den Plakaten, alle in Farbensteindruck ausgeführt und zum 
Theil recht umfangi*eich sind die für das Jacobsensche Bier, die Tinte der Firma Marquet, 
Le Chocolat Mexicain, Jeanne d'Arc (Schauspiel im Port St. Martin Theatre), DieWalküre, 
La librairie romantique, u.s.w. Hierher gehören noch viele Entwürfe für gepresste, 
Büchereinbände, Brochürenumschläge, Vorsatzpapiere und dergleichen. Endlich hat 
sich G. an einigen exclusiven Ausstellungen mit Landschaftsbildern, in Oel und 
Aquarell, betheiligt, Pariser Ansichten, Blicke in den Pyrenäen, Sonnenuntergang, 
phantastische Schlösser aus Tausend und eine Nacht. Seine Phantasie von dem fein- 
fühligsten decorativen Sinn geregelt, wirft sich mit Vorliebe auf mittelalterliche 
Darstellungen und in den „Quatre fils Aymön" besonders bewies er auch überraschende 
archaeologische Kenntniss dieser Periode. 

Orassety Edmond, franz. Bildhauer, geb. 20. Juni 1852 in Preuüly (Indre et 
Loire), f schon im Mai 1880 in Rom als Pensionär der dortigen französischen 
Akademie, war Schüler von D u m o n t, trug den grossen römischen Preis davon und 
berechtigte zu grossen Hoffnungen. 

Grassi, Anton, Bildhauer, geb. 1756 in Wien, f 31. Dec. 1807 das., Schüler 
der dortigen Akademie unter Messe rschmidt und Bai er, schuf einige der 
Statuen im Hofgarten zu Schönbruim, die Büsten des Kaiser Franz, Canovas,Haydn3. 
Sodann brachte er als deren Voi'steher die kaiserliche Porzellanmanufaktur zu hoher 
BlOthe, schuf in Italien 1792 eine Glruppe der Niobe und mehrere Bildnissbüsten und 
wurde 1794 Professor an der Akademie in Wien. 

Oraföi, Giovanni de, ital. Bildhauer und Architekt des 14. Jahrb., f 5. Juli 

1398 in Mailand, schuf 1395 über der Sakristeithüi- des dortigen Doms die prächtige 

- Skulpturbekleidnng- des Spitzbogenfeldes nach dem Entwurf des Hans v. Fernbach 

aus Freiburg; von ihm oder seinem Bruder Perrino G. auch in der Sakristei das 

Lavabo mit dem Relief der Samariterin am Brunnen. 

Grassi, Giovanni Battista, ital. Maler des 16. Jahrb., geb. in Udine, f nach 
1578, malte, anfangs von Pordenone, später von Michelangelo beeinflusst, 
1550 für die Kirche S. Cristoforo in üdine ein Altarbild, im Mittelsaal des dortigen 
Kastells (übermalte) Fresken der Erstürmung von Aquileja (1569) u. A., mehrere 
Bilder an der Orgel des doiügen Doms, ebenso an der Orgel des Doms zu 
Gemona 4 köstliche Bilder aus dem Leb^ der Maria (1577) in der Weise des 
Michelangelo. 

Grassi, Jo&eph, Historien- UBd Kldnissmaler, geb. 22. April 1757 in Wien, 
t 7. Jan. 1838 in Dresden, Bruder des Anton G., Schüler der Akademie seiner Vater- 
stadt, war 1799 — 1816 Professor an der Akademie in Dresden, 1816 — 21 Studiendirektor 
der sächsischen Pensionäre in Rom und lebte dann wieder in Dresden. Er malte das 
Bildniss des König'S Friedrich Wilhelm IIL, der Königin Luise (beide im Schloss zu 
Berlin), des Herzogs August von Ck)burg-Gotha in Altenburg, des Barons Thümmel, 
des' Ministers v. Lindenau (Museum in Gotha, dem er mehrere seiner Bilder vermachte), 
ein Selbstbildniss, ein Bildniss seines Bruders Anton, ein Bild des heil. Petrus der 
dem Papst Pins VII. die "Schlüssel der Kirche überreicht, im Museum zu Dresden 
Johannes d. T. und der Apostel Petrus. 

Grassmayr, Joh. Geo. Daniel, Maler, geb. zu Brixeu 1690, t zu Wiltau 
(Tirol) 1751, lernte bei A 1 b e r t i in Cavalese,C a r 1 o L o 1 1 iin Venedig und T r e v i s a n i 
in Rom, arbeitete dann in Lothringen, Mannheim und Donaueschingen, und von 1724 
an in Wiltau. Er malte zahlreiche Altarblätter von richtiger Zeichnung, aber 
röthlichem Colorit für Tiroler Kirchen; auch Landschaften von guter Perspektive. 



g4 Grateloup — Grebber. 

Gratelonp, Jean Baptiste de, franz. Kupferstecher, geb. 25. Febr. 1735 in 
Dax (Dep. Landes), f 18. Febr. 1817 das., war in seiner Knnst eigentlich Dilettant, 
der im Geschmack von Ficquet und Savart besonders kleine Bildnisse mit grosser 
Feinheit stach. Solche Blätter sind nach Rigaud die Bildnisse des Kanzelredners 
Bossuet und des Grafen Melchior de Polignac, nach Fr. Hals das des Descartes, nach 
Coypel die Schauspielerin Adrienne Lecouvreur, nach Dassier der Philosoph Montesquieu, 
nach Aved der Schriftsteller J. J. Eousseau. 

Gratz, Mari©, Bildnissmalerin, geb. 1839 in Karlsruhe, Schülerin von Bergmann 
daselbst und später von Karl Friedr. Schick und von Canon. Unter ihren 
wohlgelungenen Bildnissen sind zu nennen die des Fürsten und der Fürstin von 
Lippe-Detmold, der Fürstin von Hoheniohe-Langenburg, des Fürsten Wittgenstein, 
der Erbprinzessin Reuss, der Prinzessin Biron von Kurland. 

Gratz, Rudolf, Bildnissmaler, geb. 1. Nov. 1820 zu Königsberg i. Pr., war 
1848 — 50 Schüler von Rosenfelder auf der dortigen Akademie, begab sich später 
nach Dresden, und folgte 1869 einem Ruf nach Breslau, wo er 1881 das Unglück 
hatte zu erblinden ; nach einer glücklichen Operation konnte er seit 1889 in Leipzig 
seine Thätigkeit als Bildnissmaler wiederum fortsetzen. 

Grau, Albert, Architekt, geb. 24. April 1837 in Kassel, war Schüler von St atz 
in Köln, von 1856—58 von Unge witt er in Kassel, war Ornamentist an der Votiv- 
kirche in Wien, arbeitete 1861 — 64 unter Ferstel in Wien, später unter Boeswillwald 
in Paris und unter Oppler in Hannover, war Bauführer der Synagoge in Breslau 
und baute das Fränkelsche Stiftungshaus daselbst. 

Grauss, Gerardus Hendrik, hoUänd. Architekt der 1. Hälfte des 19. Jahrb., 
geb. iß Middelburg, wo er 1828 Lehrer an der Akademie und 1839 Stadtbaumeister 
wurde und dort das Badehaus (1837) und den Conzertsaal baute. 

Grave, Jan Evert, holländ. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1759 in Amsterdam, 
t 1805 das., Schüler von Jakob Cats und Jan Punt, stach nach eigenen Compo- 
sitionen einige holländische Landschaften, auch in Aquatinta. 

Grave, Josua de, holländ. Maler, geb. im Haag, wo er 1672 — 99 ansässig war. 
Von ihm im Museum zu Kassel 2 holländische Landschaften aus dem Jahre 1683. 

Gravelot, Hubert Fran^ois Boar§:aignon, franz. Zeichner, geb. 26. März 1699 
in Paris, f 20. April 1773 das., Schüler von Restout und Boucher, machte sich 
durch Zeichnungen für Bijouterien und Sachen der Goldschmiede bekannt, sowie durch 
Illustrationen für die Werke von Racine, Marmontel, Voltaire und Boccaccios Decameron. 

Graves, Robert, engl. Kupfersteeher, geb. 7. Nov. 1798 in London, f 28. Febr. 
1873 das., wurde 1812 Schüler von E, omuey und bildete sich zu einem Stecher in 
Linienmanier aus. Anfangs stach er nur Illustrationen für Walter Scotts Waverley- 
novellen, dann aber auch bedeutende Blätter, zu denen gehören : Die Familie Walter 
Scotts nach D. Wilkie (1837), ein schottischer Jäger auf einem Hirsch umgeben von 
Landleuten nach Landseer, drei Bilder nach Murillo, Shakespeare im Verhör wegen 
Wilddieberei nach Harvey, Die Eisbahn nach Webster, Die Kinder Georgs III. nach 
- Copley, Die Schwestern nach Eastlake, 2 humoristische Blätter nach Lane, Der blaue 
Knabe und andere Bildnisse nach Gaüisborough u. s.w. 1836 wurde er Genosse der 
Londoner Akademie. 

Gray, Paul, engl. Holzsehneider, geb. 17. Mai 1842 in Dublin, f schon 14. Nov. 
1866 an der Schwindsucht, kam 1864 nach London, wo er sich durch Zeichnungen 
und Illustrationen zu Charles Kingsleys Roman „Hereward" und zu der Zeitschrift 
„Fun" bekannt machte. 

Graziani, Ercole, ital. Maler, geb. 1688 in Bologna, f 1765, Schüler und 
glücklicher Nachahmer von Donato Creti. Unter seinen lobenswerthen Bildern 
werden genannt: St. Petrus weiht St. ApoUinaris (1728, in S. Pietro zu Bologna) 
und Der Abschied der Apostelfürsten in S. Pietro zu Piacenza. 

Grebber, Franz Pleterszoon de, holländ. Bildniss- und Historienmaler, geb. 1570 
in Haarlem, f 1649 das., Schüler des Com. de Haarlem. Von ihm im Museum 
seiner Vaterstadt 4 Schützenmahlzeiten. 

Grebber, Pieter de, Bildnissmaler und Radierer, geb. zwischen 1590 und 1600 
in Haarlem, t nach 1655, Sohn und Schüler des Vorigen und Schüler vonGoltzius. 
Von ihm im Museum seiner Vaterstadt mehrere Bilder, unter denen das bedeutendste 
ist: Der Kaiser Barbarossa und der Patriarch von Jenisalem verleihen der Stadt 
Haarlem ihre Wappen (1630), ganz an Rubens Weise erinnernd, auch Hippocrates 
weist die Geschenke des Artaxerxes zurück. Die Söhne Jakobs bringen ihrem Vater 
den bluttriefenden Rock Josephs (^1641) u. A. Im Museum zu Dresden Die Findung 



Grobe — Greenou^h. g5 

des Moees <1634)» ein weibliches und 2 männliche Bildnisse; andere Bilder in der 
Pinakothek zu Turin, in Schieissheim und Wand- und Deckenbilder von 1648 und 50 
im. Haus Im Busch beim Haag. Er radierte einige jetzt selten gewordene Blätter, 
z. B. Susanne im Bade, Christus und die Samariterto, Johannes d. T., Die heil. 
Magdalena (zweimal), Der heil. Hieronymus, Der reuige Petrus, Cornelius Arnoldi 
nach Rubens. 

Grebe, Fritz^ Landschaftsmaler, geb. 11. Oct. 1850 in Heisebeck bei Carlshafen, 
war 1872.^-77 Schüler der Akademie in Kassel unter B r o m e i s, liess sich in Düsseldorf 
nieder und zog 1889 nach Berlin. Unter seinen Landschaften sind zu nennen : Am 
Bache, Am Teiche, Abendlandschaft, Im Sognefjord, Im Raftsund (Rudolfinum in 
Prag) und andere ans der Ktistengegeud von Norwegen. 

Orecchi, Marc Antonio, ital. Maler und Kupferstecher, geb. in Siena, thätig 
von 1690 — 1634. Vbn ihm die 2 radierten Blätter : eine Blreuzabnahme und ein .heil, 
Ansano, sowie das Gemälde einer heil. Familie in einer Kirche zu Poligno. 

Oreco, il, s, Theotocopnli, Domenico. 

CJreef, Jan de, holländischer Baumeister, geb. 1743 in Dordrecht, f 1835 in 
Amsterdam, Schüler von MartinUs Schouman und von Jacobus van Dalen, 
bildete sich in Paris und in Italien weiter aus, wurde Inspektor der Adnüralitäts- 
gebäude in Rotterdam, vollendete den Bau des Lus'tschlosses in Soestdyck und des 
Schlosses im Haag und leitete den Bau der Residenz des Erbprinzen. Später wurde 
er Professor an der Genie- und Artillerieschule in Delft. 

Green, Benjamin, engl. Kupferstecher in Schwarzkunst, geb. um 1736 in 
Haies Owen (Shropshire), 1 1800 in London, wahrscheinlich älterer Bruder des Valentine G., 
wurde Zeichenlehrer am Christa Hospital. Seine Hauptblätter sinu : nach Stubbs Phaethon 
in seinem Sonnenwagen, Der Löwe und der Hirsch, Das Pferd und die Löwin (1774), 
Die Zuchtstuten, Der Jagdhund des Lord Clermont;' nach eigener Erfindung 24 Blätter 
von.Thieren und Landschaften. 1766 wurde er Mitglied der Künstlergeselkchaft. 

Green, Benjamin R,» engl. Aquarellmaler, geb. 1808, f 6. Oct. 1876, malte 
meistens Architekturbilder, ifmr viele Jahre Mitglied der Gesellschaft der Aquarell- 
maler, deren Ausstellungen & zu beschicken pflegte. 

Green, Cliarles, engl. Genremaler der Gegenwai't, lebt in London, wo er Mit- 
glied des Instituts der Aquarellisten ist und trefiliche Bilder von geschmackvoller 
Ausführung, feinem Colorit voll Charakter und Humor malt. Solche sind z. B. Der 
Cirkus auf dem Lande, Das Derbyrennen, Träumerei, Der unterthänige Diener, Das 
letzte Glas und viele Andere. 

Green, Towneley, engl. Genremaler der Gegenwart in London, malte vorzugs- 
weise in Aquarell Genrebilder von vielem Geist und Humor, z. B. Die Gouvernante 
Ein Vogelnest, Die kleinen Fischer, Der Schwan u. A. 

Green, Valentine, einer der besten englischen Stecher in Mezzotinto, geb. 
3. Oct. 1739 in Haies Owen (Shropshire),. nach anderen und vielleicht zu- 
verlässigeren Angaben in Salford, nahe Evesham, f 6. Juli 1813 in London, wandte 
sich von der Rechtswissenschaft zur Kupferstecherkunst in Mezzotinto, die er 1765, 
nachdem er bei R. Hancock gelernt hatte, in London betrieb. Zu grossem 
Ruf gelangte er zunächst durch seine Blätter nach Benjamin "West Rückkehr 
des Regulus nach Carthago, und Hannibal schwört den Römern Feindschaft, denen 
nachher ebenfalls nach West folgten: Die Geschichte von Belsazars Mahl, Elisa 
und der Sohn der Sunamitin, Christus segnet die Kinder, Die Auferweckung des 
Lazarus, Die Steinigung des Stephanus, Der Tod des Epaminondas, Der Tod des 
Bayard, Alexander und sein Ai'zt Philippus, Agrippina bei der Asche des Germanicus 
und mehrere BUdnisse nach West, ferner nach Rubens Simson von DelUa verrathen 
und auf 3 Blättern Die Kreuzabnahme nach Rubens in der Kathedrale von Antwerpen ; 
viele Andere nach Baroccio, A. v. d. Werff, Luca Giordano, WUson, Lod. Carracci, 
Jan Steen, Bildhisse nach van Dyck und Reynolds. 1767 wurde er Mitglied der 
Ktinstlergesellschaft, 1775 Genosse derselben und Hofkupferstecher Georgs in., 1805 
Conservator des Brit. Instituts. 

Greenliill, John, engl. Bildnissmaler, geb. 1649 in Salisbury, f schon 19. Mai 
1676 in Folge seines zügellosen Lebens, einer der besten Schüler und Nachahmer Peter 
Lelys. Sein Selbstbildnlss befindet sich in der Dul wich- Galerie, ein Bildniss des 
Bischofs Seth Ward im Rathhaus zu Salisburj- Er radierte das Bildniss seines Bruders. 

Greenough, Horatio, amerikan. Bildhauer, geb. 6. Sept. 1805 in Boston, 
'\ 18. Dec. 1852 in Somerville (Massachusetts), war. Schüler des damals in Boston 
lebenden französischen Bildhauers B i s s o n und in Italien Schüler von Thorwaldsen 



86 Greenough — Greguas. 

4ind TQnerani. Eines seiner üauptwerke ist die in Rom von ihm für das Kapitol 
der Vereinigten Staaten verfertigte colossale Eeiterstatue Washingtons zu deren 
Aufstellung er 1851 nach Amerika zurückkehrte. Daselbst mehrere andere Colossal- 
gruppen und an idealen Bildwerken Medora, der Engel Abdiel, Venus im Kampf um 
den Preis der Schönheit und mehrere Arbeiten von grosser Reinheit und Zartheit 
der Formen, sowie trefflicher Originalität. — Seine Biogr. von Tuckennann (1853). 

Greenough, Richard, ital.-amerikan. Bildhauer, geb. 27. AprU 1819 in Boston, 
Bruder des Vorigen, der 1840 sein Lehrer wurde. Nach seiner Rückkehr schuf er 
für seine Vaterstadt die Statue Benjamin Franklins, eine meisterhafte Victoria, einen 
Hirten im Kampf mit einem Adler, eine sehr beifällig aufgenommene Circo, eine 
Statue des Schmerzes und andere allegorische und ideale Bildwerke. 

Greenwood, John, amerikan. Maler und Kupferstecher, geb. 1729 in Boston, 
t 16. Sept. 1792 in London, bildete sieh als Autodidakt, lebte einige Jahre in 
Surinam, wo er malte und naturwissenschaftliche Sammlungen anlegte. Dann ging 
er nach Holland und nach England, wo er den Mezzotintostich betrieb, seine Arbeiten 
von 1763 — 73 ausstellte, dann aber die Kunst aufgab und Kunsthändler wurde. 
Unter seinen Stichen sind zu nennen ; Christus und Nicodemus nach Rembrandt, Die 
glückliche Familie nach J. van Herp, und mehrere Blätter nach Teniers, Metsu 
und Verkolje. 

Grefe, Eonrad, Landschaftsmaler, geb. 7. Sept. 1823 in Wien, trat 1837 in 
die dortige Akademie, wurde zwar von Mössmer und Gsellhöfer unterrichtet, 
bildete sich aber mehr durch das Studium der Natur und eignete sich eine gewandte 
Technik an. 1844 — 46 malte er deutsQbe Waldlandschaften, widmete sich dann aber 
mehr der Radierung, und brachte in Radierungen Landschaften und Naturstudien. 
Seit 1855 malte er auch in Aquarell mittelalterliche Kirchen des österreichischen 
Kaiserstaates. 

Gregori, Carlo, ital. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1719 in Florenz, f 1759 
daselbst, Schüler von JakobFrey in Rom, arbeitete viel für grössere Kupferwerke, 
namentlich für das „Museo Fiorentino". Seine übrigen Hauptblätter sind: Johannes 
Und die heiligen Frauen am Grabe Christi nach Raffael, und nach Campiglia das 
Bildniss des Grossherzogs von Toscana und seiner Gemahlin. 

Gregori, Ferdinando, ital. Kupferstecher, geb. 1743 in Florenz, f 1804, Sohn 
und Schüler des Vorigen, später auch Schüler von Wille in Paris. Unter seinen 
Ai'beiten, künstlerisch werthvoUer als die seines Vaters, sind die besten : Die Madonna 
della Sedia nach Raffael, Die heil. Familie unter einem Palmbaum nach C. Maratta, 
Maria mit derä Kinde das in einem Buche blättert nach Ann. Carracci, Der heil. 
Sebastian nach Guido Reni, Die Steinigung des Stephanus nach Cardi, Die Parzen 
nach Michelangelo und Ghibertis Thüren am Baptisterium zu Florenz. 

Gregorio, Marco di, ital. Maler, geb. 19. März 1829 in Resina, f 16. Febr. 
1876 das. in grosser Armuth, besuchte die Akademie in Neapel, lebte von 1868—71 
in Aegypten, wo er viele Studien machte und Genrebilder malte, auch einen Vorhang 
für das Theater in Kairo. Seine Hauptbüder von ausgeprägtem Realismus sind : Der 
Park von Portici, Die Moraspieler, Singende Geistliche u. A. 

Gregorio, Salvatore , de, ital. Aquarellmaler, geb. 1859 in Neapel, Schüler von 
Stan-islao Lista, malte Bilder für festliche Gelegenheiten, Genrebilder, die in 
Italien starken Absatz fanden und ausserdem ein grosses Historienbild Apotheose 
des heil. Franciscus. 

Gregorius, Alhert Jacobns Franciscus, Bildnissmaler, geb. 1775 in Brügge, 
bildete sich auf der dortigen Akademie und seit 1802 in Paris unter David, wurde 
Direktor der Malerakademie seiner Vaterstadt und portraitirte die berühmtesten 
Männer seiner Zeit, z. B. Napoleon, Ludwig XVIII., Karl X., Ludwig Philipp u. A. 

Gregory, Edward, engl. Maler, geb. 19. April 1850 in Southampton, Schüler 
von Cruikshank und der Kunstschule seiner Vaterstadt, kam 1869 nach London, 
wo er bei der Gründung der Zeitschrift „Graphic" Zeichner derselben, 1873 Mitglied 
des Instituts der Aquarellisten und 1883 Mitglied der Akademie wurde. Unter den 
von ihm ausgestellten Bildern nennt man : Die norwegischen Piraten, Das Jüngste 
der Heerde, Last Touches, St. Georg und als sein bedeutendstes Oelbild Tages- 
anbruch in einem Ballsaal. Später malte er fast nur Bildnisse. 

Greguss, Emerich, ungarischer Maler der Gegenwart, geb. in Zay-Ugroscz, 
bildete sich in München, Paris und Budapest, wo er seinen Wohnsitz nahm. Man 
nennt von ihm die Bilder : Ins Feld ziehende ungarische Freiwillige 1848, Die leichte 
Kavallerie. — Sein Brudei Georg Gr., geb. 1860 in Zay-Ugroscz, ist Marinemaler. 



Oreil — Grethe. 87 

Greil, Alois, Grenremaler, geb. 27. März 1841 in Linz a. d. Donau, Schüler 
der Akademie in Wien unter Qhf. Rüben, lebte zuerst in seiner Vaterstadt und 
zog dann nach Wien, wo er meistens in Aquarell Scenen aus dem österreichischen 
Volksleben, aber auch Historienbilder malte. Es sind z. B. Erzherzog Karl in der 
Schlacht bei Aldenhofen am 1. März 1793, in Aq^narell Der Bauernanführer Stephan 
Padinger"1625, Ein Wunderdoctor auf einem Esel, Landsknechte in einer Halle, Der 
bayrische Stadthalter Graf Herborstorf lässt die aufrührerischen Bauern im 30jährigen 
Kriege um ihr Leben würfeln, Mönche auf der Kegelbahn, Bedenkliche Gesellschaft, 
und eine Menge von Illustrationen zu Roseggers „Ausgewählten Schriften". 

Grein, Kaspar Arnold, Maler, geb. 1764 in Brühl bei Köln, f 11. Aug. 1835 
in Köln, Schüler von J. M. Metz das., ging 1802 nach Paris und malte nachher, 
in Köln Bilder aus verschiedenen Zweigen der Malerei, am besten Blumenstticke. 
Ein solches voa ihm.im Museum zu Köln, 

Greiner, Otto, Zeichner und Lithograph, geb. 16. Dec. 1869 zu Leipzig, Schüler 
von Liezenmayer in München, schloss sich aber später während seines Aufenthalts 
in Rom und Leipzig mehr dem Max Klinger an. G. gehört zu den jüngeren 
Künstlern, .die neuerdings in allen Welttheilen einen plötzlichen Aufschwung des 
Steindrucks hervorgerufen haben. Er bringt hauptsächlich Federzeichnungen auf Stein 
and dies mit einer selbst Menzel übertreffenden Feinheit, so dass manche Blätter 
den Eindruck einer Radierung machen. Neben dieser technischen Seite interessirt 
er vornehmlich durch seine eigenartige Auffassung des nackten Körpers. Zu seinen 
früheren Arbeiten gehören eine Reme Bildnisse von Münchener KoUegen. Grosse 
hervorragende Blätter smd : Bacchanal, Hercules und Atlas, Hercules am Scheiderwegv 
Programm zur Leipziger Buchhändler-Cantatemesse, Bücherzeichen des Herrn. Weigand, 
Hexenküche, Laube, Schiessdiplom .für ein Münchener Regiment a. s. w. G. hat auch 
einige Satyrnscenen radiert, und für eine Münchener Künstlerkneipe ein derartiges 
Oelbild gemalt. Sonst sind noch seine ausgezeichneten PasteU- und Kreidezeichnungen 
und Studien hervorzuheben, von denen sich einige in den Kabineten zu Leipzig, Dre8de3a, 
in Privatbesitz zu Triest, Freiburg u. s. w. befinden. 

Greinwald, Thomas, Bildhauer, f 23. Oct. 1875 in Wien. Sein Hauptwerk ist 
die portraitwahre, trefflich ausgeführte Statue des Marschalls Radetzky im Arsenal 
zu Wien, auch mehrere Gipsreliefs aus dem Leben der heil. Elisabeth und aus der 
Geschichte der Kreuzzüge. 

Greising, Josef, Baumeister, f 1720, arbeitete in Würzburg, wo er beim 
Wiederaufbau des Ruckermain-Gebäudes um 1715 thätig war und sich darin als 
Anhänger des deutschen Barockstils in seiner reicheren Form bewies, ebenso in dem 
Portalbau des Clerical-Seminars und 1717—1720 in der Fa?ade der dortigen ursprünglich 
romanischen Peterskirche. 

Greive, Johan Conrad, holländ. Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 
2. April 1837 in Amsterdam, Schüler seines Oheims Petrus Franciscus Gr. 
(geb. 1811) und des Com. Springer, lebt in seiner Vaterstadt als Vicepräsident 
des Künstlervereins „Arti et amicitiae" . Er malte namentlich Ansichten von Gegenden 
und Gebäuden aus Amsterdam und dessen Umgegend. Zwei derselben im dortigen 
Reichsmuseum. 

Grekow, Alexander, russischer Kupferstecher, geb. 1726, einer der besten 
Schüler von G. F. Schmidt. Sein Hauptblatt ist nach Antropow das Rüdniss 
von Teimuras II., Czar von Grusien, das er in Gemeinschaft mit Tschmesesow 
(1737—65) stach. 

Grellet, Athanase Alexandre, franz. Historienmaler, geb. 1835 in Vienne 
(Dep. Isere), Schüler von Horace Vernet und*F e 1 i x B a r r i a s, malte mit grossem 
Verständniss und voll Naturwahrheit kirchliche Bilder: Paulus predigt in Athen (1864), 
Die Bestattung der heil. Jungfrau (1867), Die letzten Augenblicke des Heilandes 
(1869), Der heil. Bernhard (1875) und Wandmalereien in Passy, Beauvais und Conflans. 
Grenier de Saint-Martin, Frauqois, franz. Genremaler, geb. 1793 in Paris, 
t 21. Dec. 1867 das., Schüler von David, in dessen Richtung er anfangs historische 
BUder malte. Dann wandte er sich zu dem seinem Talente angemesseneren Fach des 
Genre und malte Bilder voll Geist und Humor, z. B. Heirathsprojecte. Matrose und 
Knabe (1829, Museum in Königsberg), Jäger auf dem Anstände, Heimkehrende 
Landleute finden ein ausgesetztes Kind (1839), Der alte Vagabund u. A. Für die 
Galerie in Versailles malte er eine Scene aus der Schlacht bei Austerlitz (,1840). 

Grethe, Carlos, Genremaler, geb. 25. Sept. 1864 in Montevideo, Schüler von 
Bouguereau und von sRobert-Fleuryin Paris sowie von F. K el 1 e r in Karlsruhe, 



88 Greuter — Grevin. 

zog später nach Hamburg und lebt seit 1890 in Karlsruhe. Von ihm die Genrebilder : 
Der Gänsejuuge, Ein junger Satyr, Lustige Matrosen auf einem Walfischfänger, 
Anbordbringen Schiffbrüchiger u A. 

Greutei-, Joh. Friedrich, Kupferstecher, geb. um 1600 in Rom, f u»i 1660 
dajs., Sohn und Schüler des Matthäus G., den er in seinen Stichen übertraf. Zu 
seinen besten Blättern gehören: Der Tod der heil. Cäcilia nach Doraenichmo, Die 
Schmiede des Vulcan und Die Ankunft der Hesperiden im Hafen von Neapel nach 
Lanfranco, Apollo und die Musen auf dem Parnass nach Camassei, Triumph des 
M. Antonius Colonna nach P. da Cortona und ein BildnisB nach Vouet, 

Grreuter, Matthäus, Kupferstecher, geb. A564 in Strassburg, f 1638 in Rom, 
arbeitete in Lyon, Avignon und Rom. Man kenat von ihm die Blätter : Die Himmel- 
fahrt des Elias und der Sturz Phaethons nach Dietterlin, Maria Magdalena (1584), 
die Kathedrale von Strassburg nach Speckle, 4 Blätter der Jahreszeiten als männliche 
Figuren nach Qoltzins 

Oreux, Gustave Marie, franz. Radierer, gob. 1838 in Paris, war hier Schüler 
von G 1 e y r e, betrieb anfangs nur die Decorationsmalerei, worin er grosse Leichtigkeit 
in der Erfindung der Ornamente zeigte, dann ging er zur Landschafts- und Thier- 
raalerei über, erhielt 1859 für ein Stillleben die Medaille, und wandte sich 1860 zur 
Radierkunst, worin er mit seinen Originalblättern grosses Glück machte : das Innere 
von Notre-Dame in Paris, der Lettner der Kirche St. Etienne du Mont, mehrere 
Blätter für Lievres „Works of art in the collections of England", Die ungarischen 
Freiwilligen nach Pettenkofen, namentlich ein meisterhaftes Blatt nach Snyders und 
1873—76 noch zahlreiche Blätter nach Cuyp, Delacroix, v. d. Velde, Ruisdael u. A. 

Grenze, Jean Baptiste, berühmter frauz. Maler des 18. Jahrb., geb. 21. Aug. 
1725 in Tournus (Dep. Saone et Loire), f 21. März 1805 in Paris, Schüler von 
Gromdon in Lyon, besuchte auch in Paris die Akademie und erregte zuerst 1755 
durch seine Bilder Der getäuschte Blinde und Der Familienvater der aus der Bibel 
vorliest grosses Aufsehen. Er malte sodann für seine Aufnahme in die Akademie 
das Bild Severus und Caracalla (im Louvre), das aber seiner Eigenthümlichkeit nicht 
sehr entspricht. Grosse Triumphe feierte er dagegen als Maler der bürgerlichen 
Rührstücke, bei denen es ihm namentlich auf die sittliche Tendenz ankam. Hingegen 
bewährte er sich auch trefflich in ausdrucksvollen, manchmal nur zu süsslichen 
Kinder- und Mädchenköpfen, in denen der „moralischste" Maler es auf eine höchst 
unlautere prickelnde Mischung von kindlicher Unschuld und reifendem, sehnsüchtigem 
Verlangen anlegte. 15 Bilder von ihm im Louvre, darunter als seine bekanntesten 
Die Dorfbraut, Der väterliche Fluch und Der zerbrochene Krug, sehr zahlreich auch 
im Museum zu Montpellier, darunter Das Morgengebet und Le gäteau des rois, 
4 in der Eremitage zu St. Petersburg, z. B. Der Gelähmte den die Seinigen pflegen, 
auch iti der Nationalgalerie zu London, in der Galerie zu Budapest, in der Akademie zu 
Wien, im Museum zu Berlin (1787), in der Pinakothek zu München, viele in Pariser 
Privatbesitz und noch zahlreicher in England. 

Greve, Hedwig, Bildniss- und Genremalerin, lebte in Düsseldorf, München und 
seit einigen Jahren in Hannover. Unter ihren Bildnissen das des Malers Gustav 
Süs (1875), des Prinzen Heinrich XIII. von Reuss (1879), des Generals von Loen, der 
Gräfin von Schlippenbach, des Justizministers Heinr. Friedberg und des deutschen 
Kaisers. Unbedeutender sind die meisten ihrer Genrebilder. 

Grevedon, Pierre Louis, genannt Henri, franz. Lithograph, geb. 1782 in Paris, 
t 1. Juni 1860 das., malte als Schüler von Regnault anfangs historische Bilder 
und Scenen aus dem Volksleben, widmete sich aber nachher mit Vorliebe der Lithographie 
und zeichnete in geistvoller Weise besonders Bildnisse und Phantasieköpfe, die sehr 
beliebt waren. 

Greven, Anton, Genremaler, geb. 1810 in Köln, f schon 1838 das., machte 
seine ersten Studien in Düsseldorf und ging von da nach München, wo er durch 
seine Bilder von gewandter Technik und gesundem Humor grosse Hoffnungen erweckte, 
z. B. Trinkende Mönche, Die Kaffeeschwestern, Der Ritter und sein Liebchen und 
die Bilder nach ühland: Graf Eberhard der Rauschebart, Der Schenk von Limburg; 
und Der Zecher. 

Grövin, Alfred, franz. Zeichner, geb. im Jan. 1827 in Epineuil (Yonne), f im 
Mai 1892 in St. Mande. war zunächst beim Eisenbahnbau angestellt, beschäftigte 
sich dabei mit Zeichnungen und Skizzen in der Art der Charakterbilder Gavarnis 
mit einer tieferen moralischen Grundlage. Mit wenigen Strichen schildert er die 
Lächerlichkeiten und Laster der gesellschaftlichen Klassen mit Bei- oder Unterschriften 



Gribelin — Griffier. 89 

vou schlagendem Witz, ist auch meisterhaft in Kosttimzeichnungen für die Parißer 
Theater. Seine Caricaturen und Sittenbilder erschienen zum Theil im bekannten 
„Journal amüsant". 

Gribelin, Simon, franz. Kupferstecher, geb. 1661 in Blois, t 1733 in London, 
wo er seinen Wohnsitz hatte. Er stach : Esther vor Ahasverus und Der Parnass nach 
Tintoretto, Die Anbetung der Hirten nach Palma Vecchio, Die Anbetung der Könige 
nach Paolo Veroaese und 8 Blätter nach Eaffaels Cartons im Kensington-Museum. 

Grieben, £daard, Landschaftsmaler und Kadierer, geb. 8. Jan. 1813 in Berlin, 
Schüler von Buchhorn, Mitglied der dortigen Akademie. Er malte mit Vorliebe 
öde, verlassene Gegenden und Landschaften mit schroffen Gebirgen : Motiv von 
Gerolstein in der Eifel, Klosterruinen bei Gorzyn, Motiv aus dem Hunsrtick, Aus der 
Mark, Waldlandschaft u. A. Aehnlichen Inhalts sind seine Radierungen nach eigenen 
Compositionen. 

Grief, Adriaan, s. Gryeff. 

Grien, s. Baldung, Hans. 

Grieninger, s. Reinliart, Hans, genannt G. 

Griepenkerl, Cliristian, Historienmaler, geb. 17. März 1839 in Oldenburg, wurde 
auf den Rath seines Landsmannes Willers in Wien Schüler von fiaiil, unter dem' er 
sich zu einem meisterhaften Coloristen ausbildete, der ein feines Gefühl und vorwiegende 
Neigung zum Allegorischen zeigt. Nach seinem ersten grösseren Bilde einer Antigene 
von Oe^pus geführt wurde er an R a h 1 s grossen Fresken im Waffenmuseum und in den 
Wiener Palästen Todesco und Sina beschäftigt und erhielt mit Bitterlich den Auftrag , 
Rahls Compositionet an der Decke des Zuschauerraumes im Neuen Opernhaus und 
den Vorhang für die tragische Oper, auszuführen. Seine erste selbständige Arbeit 
nach Rahls Tode waren die Plafond- und Deckengemälde in den Palästen Ephrussi, 
Epstein, Franz Klein, Sina in Venedig, und im Schloss Hörnstein, worauf dann die 
Wandgemälde in der Villa der Grossherzogin von Toskana in Gmunden folgten und 
das reizende Bild der Hochzeit Aphrodites mit Adonis in der ViUa Simon in Hietzing. 
In allen diesen Werken herrscht eine strenge, edle Form, eine grosse Anmuth und 
ein warmer Fleischtoji. Ebjenso bedeutend sind die 1878 an Ort und Stelle gebrachten 
Oelmalereien im Augusteum zu Oldenburg, wo er als idealen Theil Venus Urania mit 
den Genien der Wahrheit und der Phantasie, die Prometheus-Sage und die Gestalten 
der bildeoden Künste, als realen Theil die hervorragendsten Künstler aller Zeiten 
anbrachte. Während und nach dieser Arbeit entstanden noch die in Wachstechnik 
ausgeführten Wandmalereien im Sitzungssaal der neuen Akademie der Wissenschaften 
in Athen, die Bildter für den Herrenhaussaal im Parlamentsgebäude zu Wien (1882 u. 83) 
und 1884 die Bilder: Eine Sturmfluth und Eine Meer-Idylle. Dass er auch Meister 
im Büdnissfach ist, zeigten 1879 die von ihm ausgestellten Bildnisse bekannter Personen 
aus der Wiener Künstlerwelt. 1875 wurde er zum Professor der Malerschule der 
Wiener Akademie ernannt. 

Grieve, William, engl. Theatermaler, geb. 1800 in London, f 24. Oct. 1844 
daselbst, brachte die Theatermalerei zu grosser Blüthe, besonders durch seine Bilder 
im Drury-Lane Theater und in der italienischen Oper, wo er die Scenerie für das 
Ballet Masaniello und die Oper Robert der Teufel glänzend ausführte. 

Griffier, Jan, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 1656 in Amsterdam, f 1718 in 
London, wurde in seiner Vaterstadt Schüler von Roeland Roghman, ahmte 
aber besonders Saftleven nach. Um J667 ging er nach London, wo er italienische 
Landschaften malte, ohne Italien gesehen zu haben. Dort lebte er auf einem Schiff 
auf der Themse, das er sich erworben hatte, segelte 1695 nadi Rotterdam, erlitt aber 
Sctdffbruch und rettete nur mit Mühe sein Leben. Dann machte er noch viele Reisen 
an den Küsten der Nordsee und nahm seinen Wohnsitz in London, wo er zahlreiche 
Schüler bildete und ausser Saftleven auch Rembrandt, Ruisdael u. A. nachahmte. 
Von seinen zahlreichen, in kleinlicher Weise zusammengestoppelten Landschaften 
(Flussthälem) besitzt das Museum in Dresden 17, andere im Museum zu Berlin, im 
Hofmusenm zu Wien, im Louvre, im Nationalmuseum zu Stockholm, 2 in der Eremitage 
in St. Petersburg, 2 im Museum zu Schwerin und in anderen Sammlungen. Man hat 
von ihm auch einige Radierungen und Mezzotintoblätter. 

Griffler, Robert, Landschaftsmaler, geb. 7. Oct. 1688 in London, f 1750 in 
Amsterdam, Sohn und Schüler des Vorigen; malte treffliche Rheinansichten und Marinen 
und verstand sich besonders auf das Copiren von Wouwerman, v. d. Velde, und 
Saftleven. Von ihm eine Flusslandschaft im Museum zu Schwerin und 2 solobe in 
der Eremitage zu St. Petersburg. 



90 Griffo-Saporito — Grimoa. 

Gri£fo«Saporito, Francesco, ital. Bildhauer, geb. 1851 in Palermo, wurde dort 
Schüler von Nunzio Morello, und widmete sich mit grossem Erfolg der Genre- 
skulptur und der Bildnissbüste. 

Grigny, Alexandre Charles, franz. Architekt, geb. den 8. April 1815 in Arras, 
t 14. Nov. 1867 das. baute die Kathedrale in Genf, eine Kirche in Valenciennes und 
einige Klosterkirchen in Arras. G. baute femer im Norden Franki-eichs an die 
25 kleinere Kirchen, in den Stylen des XIII. — XIV. Jahrhunderts ; sodann eine Eeihe 
von Kapellen, viele Schlösser und Villen, und restaurirte endlich eine Anzahl religiöser 
und profaner Gebäude. 

wrigoletti, Michel Angelo, ital. Historienmaler, geb. 29. Aug. 1807 in Pordenone, 
t 10. Febr. 1870 in Venedig, wo er Schüler der Akademie wurde und seit 1824 mit 
grösseren, ganz im Geist und Colorit der alten Venezianer gemalten Historienbildern 
auftrat. Auf eines der ersten, Maria mit dem Kinde, folgten der Erzengel Michael, 
eine heü. Familie für die Kathedrale in Erlau, Franc. Foscari schickt seinen Sohn 
ins Gefängniss (Hofmuseum in Wift^\ Francesca von Bimini, Der verlorene Sohn, 
Maria Hipmelfahrt (1846, Dom in Gran) u. A. 

Griinaldi, Alessandro, ital. Historienmaler und Badierer, Sohn und Schüler 
des Giotanni FrancescoG. Man kennt von ihm nur 2 radierte Blätter : Die. 
eherne Schlange und eine Allegorie auf die Beligion. 

Orfmaldi, Giovanni Francesco, genannt il Bolognese, Landschaftsmaler und 
Eadiere^ geb. 1606 in Bologna, f 1680 in Rom, ging von der Pigurenmalerei^zur Land- 
schaft über und bildete sich hierin nach Ann. Carracci und Tizian zum Hauptmaler der 
Schule von Bologna. 1648 malte er in Paris im Palast des Kardinals Mazarin landschaft- 
liche Fresken (jetzt in der Nationalbibliothek), ebenso im königlichen Palast daselbst. 
Dann war er wieder in Rom, wo sich landschaftliche F£e§ken von ihm in der Galerie 
Borghe^e und Landschaften mit Scenen aus -dem Alten Testament im Quirinalpalast 
befinden. Drei Bilder von ihm im Louvre und andere in englischen PrivatsammlungBn. 
GeistvoUei* ist er in seinen landschaftlichen Radierungen, 57 an der Zahl, oft mit 
Staffage aus dem täglichen Leben, die schönste derselben ist eine Flusslandschaft 
mit der Flucht nach Aegypten. 

Orimm, Ludwig £mil, Maler und Radierer, geb. 14. Mai 1790 inSteinau (bei 
Hanau), f 4. AprU 1863 in Kassel, Bruder der Germanisten Jakob und Wilhelm G., 
besuchte seit 1808 die Akademie in München, wo er Schüler des Kupferstechers Karl 
He es war. 1813 und 1814 nahm er am Freiheitskriege Theil, bereiste 1817 Italien, lebte 
bis 1830 in München und wurde 1832 Professor an der Akademie in Kassel. Unter 
seinen Oelbildern verschiedenen Inhalts sind zu nennen sein Selbstbildniss aus dem 
Jahre 1815, Die heil. Jungfrau mit dem schlafenden Kinde und 3 Heiligen, Tod der 
hefl. Elisabeth, Hessisches Bauernmädchen im Sonntagsstaat, die Bildnisse des 
Gesandten von Dörnberg, des Ministers Hassenpflug, des Dichters Clemens Brentano, 
Unter seinen mehr als 200 Radierungen befinden sich: Die heil. Elisabeth empfängt 
das Abendmahl, Der Schutzengel, Albrecht Dürers Grab (1828), viele Köpfe und 
Bildnisse von damaligen Künstlern und Gelehrten. 

Grimmer, Abel, Maler zwischen dem 16. und 17. Jahrb., trat 1592 als Meisterssohn 
in die Gilde zu Antwerpen. Von ihm im Museum zu Brüssel das Bild (Christus bei 
Martha und Maria (1614) nnd eins von 1604 bei van Lerius in Antwerpen. 

Grimmer, Hans, Historien- und Bildnissmaler, blühte um 1560 in Mainz, soll 
Schüler von M. Grüjiewald gewesen sein. Von ihm im Germanischen Museum zu 
Nürnberg 2 Bildnisse, im Hofmuseum zu Wien ein Bildniss des Freiherrn Adam 
von Puechhaim (1570) und im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M. 2 ihm 
zugeschriebene Seitenbilder eines Flügelaltars mit den Bildnissen des Donatora und 
seiner Familie'. 

Grimmer, Jakob, Landschaftsmaler, geb. 1526 in Antwerpen, t 1590 das., 
Schüler von Matthys Kock und von Queeborn. Eines seiner seltenen Werke 
sind die 4 BUder der Jahreszeiten (1575) in der Landesgalerie zu Budapest, im Museum 
zu Brüssel Die Legende des heil. Eustachius und im Museum zu Gent Die Ehebrecherin 
vor Christus (1546, zugeschrieben). Man hat von ihm auch 4 landschaftliche Radierungen 
mit der Geschichte von Cephalus und Prokris. 

Grimon (Grimonx), Jean Alexis, franz. Maler, ^eb. um 1680 in Romont im 
Kanton Freiburg, f 1740 in Paris, bildete sich nur durch das Studium van Dycks 
und Rembrandts, kam infolge ■ seines zügellosen Lebens und seiner Trunksucht nie 
zu höherem Aufschwung, war aber ein tüchtiger Colorist, Avurde 1705 Mitglied der 
Akademie, aber 1709 wieder ausgestossen. Im Louvre von ihm sein Selbstbildniss 



Gfriswold — Grönvold. 91 

(1724), Ein Trinker (1724), Eine Pilgerin (1729) und 2 Bildnisse junger Soldaten; 
in der Kunsthalle zu Karlsruhe 2 weibliche Bildhisse. 

Oriswold, L. C, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1834 in Ohio, widmete sich 
anfangs der Holzschneidekunst, zog 1851 nach N«w-York und begann die Oelmalerei 
im landschaftlichen Fach. Zu seinen bedeutenden Bildern zählt man: Wintermorgen 
(1865), Ein Augusttag in Newport (1866), Der zeitige Frühling (1869), Der Nemi-See 
im Albaner Gebirge, Ponte molle bei Kom. 

Grita, Salratore, ital. Bildhauer der Gegenwart, geb. zu Caltagirone in 
Catania, machte sich seit 1877 durch einige plastische, stark realistische Werke bekannt, 
z. B. Die Nacht des 27. Mai 1860 in Palermo (Episode aus dem Bombardement der 
Stadt) und eine kleine Proletarierin. 

Grob, Konrad, Genremaler, geb. 1828 zu Andelfingen (Kanton Zürich), lernte 
die Anfangsgründe der Kunst in Winterthur, machte lange Wanderungen in Italien 
und trat 1865 in die Akademie zu München als Schüler von Bamberg. Nach seinem 
ersten Bilde der gefangenen Maus (1870) folgten andere sehr ansprechende Scenen 
aus dem Leben der niederen Stände, z. B. Italienische Bettelkinder, Der Maler .auf 
der Studienreise (Kunstgütli in Zürich), Der Besuch auf der Leiter, Marionetten, Das 
Hochzeitspaar, Die Hast (1886), Der (sehr r^ealistische) Sonntagsnachmittag in der 
Schweiz und das etwas verfehlte Historienbild der Schlacht bei Sempach. 

Grobe, German, Marinemaler, geb. 27. Jan. 1857 in Hanau, besuchte die 
Akademie in Düsseldorf, kehrte dann in seine Vaterstadt zurück und lebt seit einiger 
Zeit in München. Seine etwa 1880 ausgestellten Bilder in Oel oder in Aquarell sind 
meistens Strandbilder von den Küsten Hollands und der Ostsee. 

Grobon, Jean Michel, franz. Genre- und Landschaftsmaler, geb. 1780 in Lyon, 
t 2. Sept. 1853, Schüler und Nachahmer von B o i s s i e u, malte in der Weise der alten 
Niederländer recht ansj)rechende Genrebilder aus dem häuslichen Leben, warm im 
Colorit und von geschmackvoller Ausführung. Seine nicht zahlreichen Radierungen 
sind grossentheils Landschaften. 

Groeger, Friedrich Karl, Bildnissmaler und Lithograph, geb. 14. Oct. 1766 
in Plön (Holstein), f 9. Nov. 1838 in Hamburg, bildete sich anfangs ohne Lehrer, 
war aber 1789 auch Schüler der Akademie in Berlin und Hess sich in Hamburg 
nieder, wo er oft in Gemeinschaft mit dem Maler und Lithographen Aldenrath 
arbeitete. Charakteristisch aufgefasst ist im Museum zu Dresden sein Selbstbildniss, 
vier in der Kunsthalle zu Hamburg, viele andere im Privatbesitz. Man tat von ihm 
einige lithographirte und radierte Bildnisse. 

Groenendael, Cornelis, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1785 in Lierre, 
t 1834 in Antwerpen, besuchte hier und später in Paris die Akademie, und war seit 
1814 in Antwerpen als ein beliebter Maler von Bildnissen und Historienbildern thätig. 
Von ihm eine Erziehung der heil. Jungfrau in der Kirche seiner Vaterstadt. 

Groenewegen, Gerrit, holländ. Marinemaler und Radierer, geb. 1754 in 
Rotterdam, f 7. Aug. 1826 das., Schüler von Nie. Muys, machte sich einen Namen 
durch Bilder von grossen und kleinen Schiffen aller Art, radierte auch mehrere solcher 
Folgen von verschiedenen holländischen Fahrzeugen und 12 Blätter holländischer 
Trachten mit landschaftlicher Umgebung. 

Groenland, Ren6, StilUebenmaler, geb. 3. Oct. 1849 bei Paris, f 8. Dec. 1892 
in Berlin, Sohn des Thende G., SchtUer der Pariser Decorationsmaler Hugo und 
Turin, zog mit seinem Vater nach Berlin. Seine Bilder zeigen ein ernstes Studium 
der Natur, malerische Behandlung und scharfe Charakteristik des Stofflichen. Es 
sind Blumen, Früchte, Geflügel und Trinkgeräthe. 

Groenland, Thende, StilUebenmaler, geb. 31. Aug. 1817 in Altona, f 16 April 
1876 in Berlin, Schüler der Akademie in Kopenhagen, lebte 3 Jahre in Italien, 
3 Jahre in England, 25 Jahre in Paris und liess sich 1868 in Berlin nieder. Er wusste 
seinen Stillleben einen landschaftlichen Hintergrund zu geben und auch den umfang- 
reichsten Compositionen ein grosses Interesse zu verleihen, z. B. im Speisesaal des v. Tiele- 
Wincklerschen Hauses zu Berlin. Ein Fruchtstück von ihm in der Nationalgalerie. 

Groensveld (Gronsveld), Joan, holländ. Maler und Kupferstecher, geb. 1660 
im Haag, Todesjahr unbekannt. Mankennt von ihm 12 Blätter mit kleinen italienischen 
Seehäfen nach Lingelbach, 6 holländische Dorfpartien nach Verboom, 2 Reihenfolgen 
von Landschaften mit Vieh nach Berchem, 8 landschaftliche Blätter mit Ruinen nach 
Goyen und einzelne Blätter nach A. Brouwer und Bloemaert. 

Grönvold, Marcus, norwegischer Genremaler uiid Aquarellist, geb. 5. Juli 1845 
in Bergen, besuchte 1866—68 die Akademie in Kopenhagen, ging dann auf die 



92 Groetaers — Gros. 

Akademie in München und bildete sich 1870—78 unter Wilh. Diez, Otto Seitz 
und Karl v. Pilot y. Seine bedeutendsten Werke sind: Der Herr Bürgermeister, 
Trost, Selbstgeladene Gäste, Wilddiebe, Sonntagsfrüh, Bildniss seines Landsmanns 
Knut Baade, Scene aus der Sage von Wieland dem Schmied (Museum in Köln), 
Unterwegs (1883), Vorbereitung zu einem Feste im Kloster, Ein sonniger Tag, 
ausserdem zahlreiche Aquarelle, und Illustrationen für die Leipziger „lUustrirte 
Zeitung", „Gartenlaube" und „Daheim". Er erhielt verschiedene Ehrenmedaillen. 

Groetaers, Francois^ belgischer Bildhauer, geb. in Mecheln, schuf in der 
1. Hälfte des 19. Jahrn. mehrfere ideale und mythologische Bildwerke, z. B. Hebe 
mit dem Adler des Zeus (1816), Anacreon (1818), Psyche (1822), ein sitzender Orpheus 
(1827) u. A. 

Grohmaun, Nicolans, Baumeister des 16. Jahrh. in Altenburg, erbaute 1562 
bis 1564 das dortige Rathhaus, ein Werk in edlen Renaissanceformen mit hohem 
ringsum abgewalmtem Dach und einem polygonen Treppenthurm. 

Oroiseilliez, Marcellin de, franz. Landschaftsmaler und Radierer, f 1880, 
Schüler von P a ff i n i und Corot, malte und radierte Landschaften aus dem südlichen 
Frankreich und anderen Ländern Europas. 1874 erhielt er die Medaille 3. Kl. 

GroHg, Karl, Landschafts- und Marinemaler, geb. 1808 in Hamburg, lebte in 
Dresden, malte vorzugsweise Gegenden aus dessen Umgebungen und zahlreiche See- 
stücke aus der Gegend von Hamburg, die fast alle in Privatbesitz kamen. 

Groll, Andreas, Historienmaler, geb. 6. Sept. 1850 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie und Griepenkeris. Als seine Hauptbilder werden genannt : M. Antonius 
an der Leiche des Brutus nach der Schlacht bei Philippi und die decoi*ativen Bilder 
Kampf der Elemente und Triumphzug der Wissenschaft im Polytechnikum zu 
Braunschweig. 

Groot, Jan de, Bildnissmaler und Stecher in Mezzotinto, geb. 1616 m Viissingen, 
Schüler von A. V e r d o e 1 und A. v. s t a d e. Stiche von ihm sind : das Brustbild 
des Desiderius Erasmus nach Holbein, ein singender Knabe mit Weinschale nach van Dyck, 
ein Bildniss des Arztes Hermann Boerhave und das Selbstbildniss des Malers Abf aham 
van der Eyck. 

Gropins, Karl Wilhelm, Decoratiousmaler, geb. 4. April 1793 in Braunschweig, 
t 20. Febr. 1870 in Berlin, erhielt hier seine Ausbildung und in Paris, sowie auf 
Reisen in der. Schweiz, .Italien und in Griechenland. In Paris mit der Einrichtung 
des Daguerreschen Dioramas bekannt geworden, eröffnete er 1827 ein solches in Berlin 
und verband damit eine permanente Gemäldeausstellung. Als Hofmaler und Lehrer 
einer grossen Schülerzahl war er bis 1868 thätig und seit 1822 Mitglied der Berliner 
Akademie. Er malte Decorationsskizzen zu Schillers „Wilhelm Teil", eine Ansicht 
der Grotte bei Liebenstein, die Lutherbuche daselbst, und mehrere Ansichten aus 
Berlin. Er war der Begründer der künstlerischen Decorationsmalerei und der Haupt- 
repräsentant des Berliner Witzes. — Sein Sohn und Schüler Paul G., geb. 1. Sept. 
1821 in Berlin, f 1. März 1888, war nach grösseren Studienreisen Mitarbeiter in der 
Anstalt seines Vaters und seit 1868 dessen Nachfolger als Decorationsmaler. 

Gropius, Martin Karl Philipp, Architekt, geb. 11. Aug. 1824 in Berlin, 
t 13. Dec. 1880 das., Vetter des Vorigen, besuchte das dortige Gewerbeinstitut,' 
erhielt manche Anregungen durch S c h i n k e 1 und für die griechische Baukunst durch 
Boetticher, den Verfasser der „Tektonik der Hellenen". Nachdem er zunächst eine 
Menge von Wohnhäusern und Villen ernsten, klassischen Stils erbaut hatte, schuf er 
seit 1865 mit dem Architekten Schmieden verbunden die Irrenanstalten in Altenburg 
und Jena, einige Garnisonlazarethe, das städtische Krankenhaus in Wiesbaden, das 
grosse städtische Krankenhaus am Fi-iedrichshain in Berlin, das Universitätsgebäude 
in Kiel, die Reichsbank in Erfurt, das Gebäude der Reichspost in Kassel, die Kunst- 
schule und das Kunstgewerbemuseum in Berlin. Seine Bauten zeigen zwar keinen 
grossen Reichthum der Erfindung, aber feinen Schönheitssinn und klare Disposition. 
Seit 1869^ war er Direktor der königlichen Kunstschule in Berlin. 

Gros, Antoine Jean, Baron, berühmter franz. Historienmaler, geb. 16. März 
1771 in Paris, f 27. Juni 1835 durch Selbstmord in Bas-Meudon, der Hauptmaler 
des ersten französischen Kaiserreichs, der mit grossem Geschick die historischen 
Ereignisse seiner Zeit in ihren bezeichnenden Zügen zu fassen verstand. Er war 
Schüler von David, bildete sich dann in Italien durch das Studium der Werke von 
Rubens und van Dyck weiter, hatte aber mit der Noth des Lebens zu kämpfen, bis 
er 1796 mit dem Napoleon auf der Brücke vonArcole einen durchschlagenden Erfolg 
hatte und sich Napoleons Gunst erwarb. Nach einer weniger gelungenen Sappho die 



Gros — Grossheim. 93 

sich ins Meer stürzt, ging er nach Rom, kehrte 1801 nach Paris zurttck und malte 
im Auftrag Napoleons dessen Besuch bei den Pestkranken in Jaffa 1799 (gemalt 1804, 
im Louvre), ein zwar abschreckendes, aber dankbares Motiv, das er in Anordnung, 
Lichtwirkung und in der Behandlung der orientalischen Trachten meisterhaft aus- 
führte. Ebenso glänzenden Beifall fanden seine Schlacht bei Abukir (1806, Museum 
in Versailles) und sein Schlachtfeld bei Eylau (1808, im Louvre). Aber damit war 
die Glanzperiode seines künstlerischen Schaifens zu Ende ; die wirkliche Begeisterung 
für die Thaten des Feldherrn verwandelte sich in hohles Pathos der Schmeichelei. Dahin 
gehören : Die Einnahme von Madrid, das theatralische Bild Napoleon vor den Pyramiden 
(1810, beide im historischen Museum zu Versailles;, Die Abreise Ludwigs XVIII. 
aus den Tuilerien (1817) und Die Einschiffung der Herzogin von Angouleme in 
Bordeaux (1819); erfreulicher waren dagegen die Bilder: Franz L und Karl V. bei 
den Gräbern der Kirche St. Denis (1812, im Louvre) und in der unteren Kuppel des 
Pantheons das grosse Fresko der Apotheose der heil. Genoveva, das der letzte 
Triumph war, den er feierte. Später machte er sich noch an mythologische Stoffe, z. B. 
Hercules und Dejanii'a (1835, Museum in Toulouse), Acis und Galatea u. A., die, von 
der öffentlichen Stimme verworfen, das tragische Ende der klassischen Periode der 
französischen Malerei bilden. Dies tragische Ende veranlasste ihn zum Selbstmord. 
Fast kein französischer Maler hatte so viele Schüler, wie er. Er war Mitglied des 
Instituts, Rath der k. Museen, Professor an der Ecole des beaux-arts, seit 1819 
Ritter des Ordens vom heil. Michael, seit 1828 Offizier der Ehrenlegion. - Seine 
Biogr. von Delestre (2. Aufl. 1867), von Tripier le Franc (1878), Dargenty (1887) und 
Graul in Dohmes „Kunst und Künstler des 19. Jahrh." (1885). 

Gros, Lucien Alphonse, franz. Genremaler der Gegenwart, geb. zu Wesserling 
im Elsass, Schüler von Meissonier, lebt in Poissy (Seine et Oise), malte energisch 
behandelte, charaktervolle Genrebilder, z. B. Das Elend des Krieges, Die Verschwörer 
gegen Mazarin, Das Innere eines Bauernhauses, Büehsenschütze aus der Zeit Ludwigs XIIL 

Gros, Pierre le, s. Legros, Pierre. 

Grosclaude, Louis, franz. Genremater geb. 1786 in Locle (Neufchätel), Schüler 
von Regnault, lebte in Genf und später in Paris. Er malte anfangs Bilder aus 
dem niederen Volksleben, z. B. Die Karteuspieler, Der zufriedene Handwerker, Das 
Innere eines Pferdestalls, Ein Trunkenbold, später auch Bilder aus den höheren 
Ständen, z. B. Ländliches Fest zu Ehren J. J. Rousseaus, Toast auf die Weinlese 
von 1834, Marino Falieri. 

Grospietsch, Florian, Landschaftsmaler, geb. 1789 in Protzau (Schlesien), 
widmete sich seiner Kunst fast nur als Autodidakt, durch Studien nach der Natur, 
ging 1820 nach Italien, malte in Rom und Neapel und liess sich in Berlin nieder. 
Er schuf Landschaften in Oel und in Aquarell und viele Federzeichnungen. Genannt 
werden seine Bilder : Die Carapagne bei Rom, Marine von Sorrent, Aussicht von Capo 
di Monte bei Neapel, Aus den PontiniSchen Sümpfen, Olivenmarkt bei Tivoli. Er 
radierte auch landschaftliche Blätter. 

Grosse, Frauz Theodor, Historienmaler, geb. 23. April 1829 in Dresden, 
•f 10. Oct.lS91 das., erlernte anfangs auf der dortigen Akademie die Bildhauerkunst, 
Ms er 1847 durch Bendemann zur Malerei geführt wurde, worin er so rasche 
Fortschritte machte, dass schon sein Erstlingswerk, Leda mit dem Schwan (1852), 
für das Museum in Dresden erworben wurde. Dann half er seinem Lehrer bei den 
Wandbildern im Schloss zu Dresden, malte en grisaille Deckenbilder im dortigen 
Museum und die enkaustischen Wandbilder im Graf Solmsschen Schloss Wildenfels, 
in denen er die geistlichen und weltlichen Tugenden mit Scenen aus der Geschichte 
des gräflichen Hauses darstellte (1855—58). In der Folge ging er nach Florenz und 
Rom, wo er Raffaels Werke studirte und in Verkehr mit Cornelius trat. In Rom 
begann er auch sein schönstes Oelbild: Der Besuch der drei Engel bei Abraham (,1862 
in Leipzig vollendet). Nach seiner Rückkehr entstand von 1864 — 71 als sein umt'ang- 
reichstes Hauptbüd die Ausmalung der Loggien des Museums in Leipzig, worin er 
in 3 Kuppeln und ihren Nebenfeldern das Walten göttlicher Schöpferkraft darstellte, 
wie es sich in den Schöpfungsgeschichten der antiken und der christlichen Welt aus- 
prägt und in der Thätigkeit der bildenden Menschenkunst symbolisch wiederstrahlt. 
In den 70er Jahren malte er allegorische Gruppen, im Gartensaal des Buchhändlers 
Härtel in Leipzig und im Gartenhaus des Kirchenraths Hase in Jena, einen Entwurf 
für den Vorhang des neuen Theaters in Dresden, Deckenbilder im Foyer desselben u. s. w. 
1867 wurde er Professor an der Dresdener Akademie. 

Grossheim, Karl von, s. Kayser. Heinrich. 



94 Groaai — Gruamons. 

Grossi, Angelo, ital. Gemmenschneider, geb. 18. Febr. 1854 in Neapel, wo er 
sich auf der Kunstschule unter Alvino und unter Sista ausbildete, und sich der Stein- 
schneidekunst und der Holzskulptur widmete, worin er zahlreiche Prämien eriüelt. 

Grosskurt, Heinrich Peter, Stempelschneider, der gegen das Ende des 17. und 
ira Anfang des 18. Jahrh. in Berlin thätig war und besonders für den König August II. 
von Sachsen und Polen mehrere Medaillen schnitt. 

Grossmann, SiVilhelm, ein in Berlin lebender Genremaler, der hübsche Bilder 
aus dem Leben de? niederen Stände malte, z. B. Gesegnete Mahlzeit, In der Abend- 
stunde, Fremde Musikanten in einem Dorfwirthshause, Schmeichelkätzchen, Fuss- 
reisende auf einer Gebü'gswandening u. A. 

Grosso, Giacomo, ital. Maler der Gegenwart, geb. in Cambiano (Sardinien), 
jetzt Professor an der Akademie in Turin, stellte in den 80er Jahren das Bild 
Christus am Kreuz aus, sowie auch die Genrebilder Narrenscherze, Winter fcn Turin, 
eine Bergschlucht und verschiedene Andere. 

Grosz, Atigust, Landschaftsmaler, geb. 17, Juli 1847 in Wien, ging vom Studium 
der Naturwissenschaften zur Malerei über, machte grössere Reisen in Deutschland, 
Italien, Frankreich, dem nördlichen Afrika, besuchte die Wiener Akademie unter A 1 b r. 
Zimmermann und v. Lichtenfels und malte Landschaften aus dem südlichen 
Bayern, aus der Umgegend von Venedig und eine historische Landschaft, Prometheus. 

Grosz, Bela, ungarischer Genremaler, geb. 4. Febr. 1835 in Miskolcz, war in 
Wien Schüler von Waldraüller und der Akademie, lebt in Budapest. Er malte 
Genrebilder aus dem Volksleben, z. B. Harfenspielender Bettler, Slowakischer Knabe, 
Der todte Vogel, Bauerumütterchen u. A. 

Grotefend, Adolf, Eildnissmaler in Miniaturen, geb. 1812 in Clausthal, f 1847 
in Florenz, ging vom Studium der Rechtswissenschaft zur Kunst über und bildete 
sich seit 1836 in München in der Malerei von Miniaturbildnissen aus, worin er zahl- 
reiche Aufträge erhielt ; durch seine Krankheit wurde er aber 1846 gezwungen, nach 
Italien zu gehen, wo er seinem Leiden erlag. 

Grothe, Christian, Genremaler der Gegenwart, Schüler von K. W. Kolbe d. J. 
in Berlin, lebt seit 1834 in Tempelhof bei Berlin. Er malte Scenen aus dem bürger- 
lichen Leben, z. B. Reiter vor einer Schenke, Spielende Kinder, Landleute auf einer 
Wasserfahrt, Kinder im Komfelde u. A. 

Grotjphann, Philipp, Zeichner und Illustrator, geb. 27 Juni 1841 in Stettin, 
t 27. Oct. 1892 in Düsseldorf, war anfangs Schlosserlehrling, bezog 1861 das 
Polytechnikum in Hannover und setzte es ämcb VermittduDg^ von Cornelius durch, 
nach Dtteseldorf zu gehen, wo er Schüler von Karl Sohn und nach dessen Tode 
von Lasljh wurde. Er iUtigtrirte für die Klaesikerausgabe der Groteschen Buch- 
handlung Schiller, Goethe, Lessing und andere Dichter mit vielen Bildern von 
glücklicher Charakteristik, dazu kommen mancherlei kunstgewerbliche und decoratiye 
Arbeiten und Wandmalereien in Düsseldorf, Bochum sowie anderen Städten; Eine hübsch« 
Radierung 'von üun ist ein Blatt Verbotene Passage. 

Grottger, Arthur, polnischer Historienmaiar und Zeichner, geb. 11. Nov. 1837 
in Ottyniowice in Galjzien, f 13. Dec 1867 im Pyrenäpnb&de Amölie-les-Bains, war 
in seiner Heimath Schüler von Jul. Kossak^iö Wien einer der besten Schüler von 
Karl Blaas, schuf Hlustrationen fHr Zeitschriften und brachte als erstes cyklisches 
Werk sein Epos Warsawa (1863), dem dann die Cyklen Polonia, Lituania und der 
Krieg folgten, alle 4 Darstellungen der letzten polnischen Erhebungen. Andere 
histoiische Bilder von ihm waren: Die Flucht Heinrichs lH. von Anjou aus Polen 
1574 und die Zusammenkunft Sobieskis mit I^eopold I. nach dem Entsatz von Wien 
bei Schwechat 1683, sovide das Genrebild Gebet vor der Schlacht (1864). — Seine Biogr. 
von F. M. Aren (1878). 

Gronx, Charles Corneille Ängste de, belgischer Genremaler, geb. 1825 in 
Comines (Flandern),.! 30. März 1870, Schüler der Akademie in Brüssel unter Navez, 
malte anfangs charakteristische Bilder aus dem belgischen Volksleben, z. B. Der 
Faullenzer, Wirthshausstreit, Der Spaziergang (1855), Das Tischgebet, Der Trunkenbold, 
dann aber auch einige historische Bilder, die seinem Talent weniger entsprachen. Er 
empfing 1857 die Medaille, 1860 den LeopoldsoEden. 

Greven, Lanrens, Bildhauer des 15. Jahrb., der nach seinem noch in gothischen 
Formen gehaltenen ehernen Taufgefäss im Dom zu Lübeck vom J. 1455 ein bedeutender 
Meister seiner Zeit gewesen sein muss. 

Gruamons, (Graamonte), ital. Bildhauer der 2. Hälfte des 12. Jahrb., der im 
J. 1166 über dem Portale von S. Andrea in Pistoja einen Fries von alterthümlichen 



Gruber — Grünewald. 95 

Figuren, darstellend die Anbetung^ der Könige, wahrscheinlich auch die Facade der 
Kirche entwarf. Von ihm auch der Entwurf der schönen Nordfagade der dortigen 
Kirche S. Giovanni fuori civitas (um 1180) und an dieser Facade am Thürarchitrav 
das noch sehr gelungene Relief des Abendmahls. 

Gruber, Franz Xayer, Blumenmaler, geb. 28. Sept. 1801 in Wien, f 18.62 
das., Schüler der dortigen Akademie, seit 1832 Professor an derselben, und seit 1849 
Mitglied der Akademie in Mailand. Er malte Rosensträucher, Iris- und Tulpenpflanzen, 
Kamelien und zahlreiche Bilder ausländischer Pflanzen aus den Glashäusern in 
Schönbrunn. 

Grueber, Bernhard, Architekt und Architekturschriftsteller, geb. 1806 in 
Donauwörth, f 12. Oct. 1882 in Schwabing bei München, widmete sich anfangs auf 
der Akademie in München der Historienmalerei, ging aber 1824 zur Baukunst über, 
die er unter h 1 m ü 1 1 e r begann, unter dem er sich beim Bau der Aukirche betheUigte. 
Dann leitete er die Vorarbeiten zur Restauration des Doms in Regensburg und 
wurde 1833 Lehrer an der dortigen polytechnischen Schule. 1834 und 1837 besuchte 
er Italien, gab ein Werk „Vergleichende Sammlungen für christliche Baukunst" 
(1839—47, 2 Theile) und mehrere Abhandlungen über die Baudenkmäler in Regensburg 
heraus. Infolge der Erbauung eines Prachtsaales im Palast des Fürsten Hugo Salm 
in Prag wurde er hier Professor <ler Architektur und begann eine ausgedehnte 
künstlerische Thätigkeit, z. B. die gothische Marienkirche in Turnau (1850), Das 
Schloss Blatna (1853—55), die südliche Front des Altstädter Rathhauses in Prag (1856) 
den gewaltigen Quaderbau des Schlosses Gross-Skal und später die Restauration des 
Domes in Kuttenberg. Unter seinen übrigen literarischen Arbeiten sind zu nennen: 
„Charakteristik der Baudenkraale Böhmens" (1856), „Baudenkmale der Stadt Kutten- 
berg" (1861), „Allgemeine Baukunde" (1863), die sehr schätzenswerthe „Kunst des 
Mittelalters in Böhmen" (1871), Die „Kathedrale des heil. Veit" u. A. Von den Tschechen 
sehr angefeindet, zog er sich 1874 nach Bayern zurtick. 

Glrttnenwald, Alexander Rudolf, Genremaler, geb. 22. März 1849 auf der 
Hosenau bei Coburg, f im Nov.. 1890 in München, ging "Yom Studium der Theologie zur 
Malerei über, besuchte die Akademie in München, wo ?r Strähuber, Anschtitz 
und Diez zu Lehrern hatte und die niederländischen Kleinmaler studirte. 1875 
machte er eine Studienreise nach England. Unter .seineu Genrebildern nennen wir- : 
Rendezvous nach einer Wildsaujagd (1875), Ende einer Kartenpartie (1876, beide im 
Besitz des Herzogs von Coburg), Reitersknechte, Würfelnde Landsknechte (1877), 
Marodeurs in einer Scheune lagernd u. A. 

Grttnenwald, Jakob, Historien- und Genremaler, geb. 30. Sept. 1822 bei Stuttgart, 
kajft 1840 auf die dortige Kunstschule unter Dietrich und Neher, und setzte 
seit 18BS seine Studien in München fort. Nachdem er mit der Historienmalerei begonnen, 
ging er mit grösserem Erfolg zum Genre über, worin er anziehende Motive aus dem 
Volksleben mit feiner^ Beobachtungsgabe behandelte, z. B. Das Brautpaar bei der 
Grossmutter, Der Hagelschlag bei der Ernte (Museum in Stuttgart), Des Schäfers 
Heimkehr, Der Wirthin Töchterlein (nach Uhland), im Nationalmuseum zu München 
das Freskobild der Schlacht bei Sendling und das grosse Bild für den Speisesaal 
eines Kunstfreundes in München, darstellend die Familie desselben mit den heran- 
schwebenden Genien der 4 Jahreszeiten (1879). lS/5 wurde er Professor an der 
Kunstschule in Stuttgart. 

Grunewald, Matthias, altdeutscher Maler, geb. zwischen 1470 und 1480 wahr- 
scheinlich in Aschaflfenburg, f nach 1529. In det stilgemässen Anordnung, der festen 
Zeichnung und der Würde der männlichen Gestalten ist er der fränkischen Schule, 
in dem grösseren Schönheitssinn, in der Fülle der Formen und den Brüchen des Falten- 
wurfs der schwäbischen Schule verwandt. G. wurde schön von dem „deutschen Vasari" 
dem alten Sandrart als einer der eigenartigsten Künstler erkannt und mit dem 
Namen „der deutsche Correggio" bezeichnet. In der That hat G. eine überraschend 
ähnliche Beleuchtungsmalerei, ein Correggio-Helldunkel angestrebt, und geht in seinen 
Farbenproblemen weit über die gleichzeitigen Meister seines Landes hinaus. Sein 
ganzer Vortrag ist viel malerischer, wo jene noch alle Einzelheiten z. B. Haare, in 
harter Zeichnung peinlich genau festhalten, behandelt er die Dinge breit und sucht 
nur die äussere Erscheinung nicht die faktische Form wiederzugeben. Sein sicheres 
Hauptwerk, eines der-»gr03sailigsten der altdeutschen Kunst ist der Wandelaltar aus 
der Klosterkirche zu Isenheini^ im Museum zu Colmar aus dem Jahre 1510 mit einer 
hochphantastischen Versuchung des heil. Antonius. Die Pinakothek zu München besitzt 
von ihm aus der Zeit seiner höchsten Reife die Unterredung des heil. Mauritius 



96 



Grnenkr — Grüner 



mit Erasmus; im städtischen Museum zu Frankfurt a. M. 2 Altarflügel mit den 
Gestalten des heil. Lorenz und des heil. Cyriacus. Die übrigen, ihm wohl zu- 
geschriebenen Werke sind zweifelhaften Urhebers. 

Gruenler, Ehregott, Historien- und Bildnissiualer, geb. 17, Juli 1797 in 
Zeulenroda (Reuss-Greiz), f in Leipzig, Weimarischer Professor und Hofmaler, malte 
anfangs Historienbilder: Grablegung Christi (1824), Der Sieg des Christenthums, 
Napoleon unterschreibt die Abdankungsurkunde zu Fontainebleau, später aber auch. 
Thierbilder und Bildnisse, unter letzteren z. B. Karl Maria v. Weber, Goethe, 
Thorwaldsen, Jos. Nep. Hummel und einige Genrebilder. 

Grützner, Eduard, Maler des humoristischen Genres, geb. 26. Mai 1846 in 
Grosskarlowitz (üeg. Bez. Oppeln), besuchte das GjTnnasium in Neisse, bis er durch 
die Vermittlung des Architekten Hirschberg 1864 nach München kam, wo er Schüler 
der Akademie und P i 1 o t y s wurde, der für sein bedeutendes Talent sehr förderlich 
war. Nachdem er für eine Zimmerdecke im Hause Hirschbergs 7 Oelbilder gemalt 
hatte, ergriff er das humoristische Genre und erregte seit 1869 lüerin grossen Beifall. 
Zuerst entsanden aus Shakespeares „Heinrich IV." die Scene, wie Falstaif in der 
Kneipe der Frau Hurtig sitzt, und andere Scenen aus den „Lustigen Weibern von 
Windsor", aus der „Widerspenstigen Zähmung" und „Was ihr wollt". Sein zweites 
Hauptthema waren Schwanke aus dem Leben der Mönche. Dahin gehören alle Arten 
von Weinproben in Einzelfiguren wie in grösseren Gruppen, Das Klosterbraustübchen, 
Das AbendgebetläTiten im Kloster, Die Klosterweinlese, Die Klosterschäfflerei, Der 
schlesische Zecher und der Teufel (1884, neue Pinakothek), Klostergastfreundschaft, 
Ein Rasirtag im Kloster und viele Andere. Auch dem Jägerleben weiss er heitere 
Seiten abzugewinnen, z, B. Das Jägerlatein, Die Jagdgesellschaft. In den letzten 
10 Jahren nahm er den Stoif zn seinen Bildern auch aus anderen Sphären, z. B. 
Der Kunstfreund in seinem Raritätenkabinet, Klosterbibliothek, Verbotene Frucht, 
Zum Marienfeste u. A. Seit 1886 ist er Professor und Lehrer an der Akademie 
in München. 

Grund, Johann, Historien- und Gonremaler, geb. 19. Mai 1808 in Wien, 
t 5. Aug. 1887 in Baden-Baden, besuchte die Akademie seiner Vaterstadt, vollendete 
seine Studien in Paris und in Rom, liess sich in Karlsruhe und später in Baden- 
Baden nieder. Seine Bilder sind correct und elegant ausgeführt, aber oft sentimental 
und ohne grosse Lebenswahrheit. Es sind unter den Historienbildern Deborah, Hagar 
und Ismael, Judith, Esther, Büssende Magdalena, Rebekka am Brunnen und einige 
allegorische Gestalten. Ein gerühmtes Genrebild war Gretchen im Kerker, auch 
Einmauerung einer Nonne, Der Geiger und sein Kind (1880, Museum in Alteaburg). 

Grnnd, Norbert, Maler, geb. 1714 in Prag, f 1767 das., Schüler seines Vaters, 
bildete sich später in Wien unter F e r g, bereiste Italien und Deutschland und lebte 
dann in seiner Vaterstadt. Im Rudolfinum in Prag befinden sieh von ihm mehr als 
100 Bilder des verschiedensten Inhalts, Historien- und Genrebilder, Landschaften, 
Hafenbilder und Bildnisse ; im Musenm zu Dresden 2 Genrebilder. 

■Grrundniann, Franz, Kupferstecher in Mezzotinto, geb. 1828 in Berlin, f schon 
1852 das., Schüler von Lüderitz. Als die besten unter seinen wenigen Blättern 
nennt man Die jK^ätzchen nach Ed. Meyerheim, Winzerfamilie nach Karl Begas und 
Die beiden Leonoren nach Karl Sohn. 

Grandmann, Otto, Maler, geb. 4. Oct. 1844 in Meissen, f 27. Aug. 1890 in 
Dresden, besuchte liier 3 Jahre die Akademie und war Atelierschüler von Ju 1. H ü b n e r. 
1868 bereiste er Holland und Belgien, besuchte 1869 Paris, betheiligte sich bei den 
Wandmalereien von Guffens und Swerts im Stadthause zu Ypern und liess sich 
1873 in Düsseldorf nieder, wo er den Auftrag zur Gründung einer Kunstakademie in 
Boston erhielt. Diesen Auftrag führte er seit 1876 aus und kehrte nach einigen 
Jahren nach Deutschland zurück. Zu nennen sind von ihm sein Selbstbildniss, das 
Bildniss Benjamin Franklins (in Boston), das eines Invaliden des amerika^schen 
Bürgerkrieges, und das Genrebild Sonntagnachmittag. 

Grüner, Wilh. Helnr. Ludwig, einer der hervorragtadsten Kupferstecher der 
Neuzeit, geb. 24. Febr. 1801 in Dresden, f 27. Febr. 1882 das., ging von der Theater- 
nnd Decorationsmalerei zur Kupferstecherkunst über, worin er in Dresden Schüler 
von Ephraim Gottl. Krüger und von 1826—36 in Mailand von Longhi und 
Anderloni war; dort stach er nach Velasquez den spanischen Hirten, nach Raphael 
Mengs dessen Bildniss, nach Raffael Giuli de' Medici, nach Vogel v. Vogelstein Die 
Anbetung der Hirten, 9 Blätter für Passavants Atlas zu „Raffael v. Urbino" und 
nach Guercino den heil. Hieronymus. In die Zwischenzeit fallen einige Reisen nach 



Grunewald — Gruyter. 97 

Siidfrankreich und Spanien (1828). 1837 — 41 verweilte er in Rom, wo er nach Raffaels 
Mosaikgemälden der Decke der Kapelle Chigi von Sta. Maria del Popolo die Planeten 
(11 Blätter), nach Overbeck Christus als guter TTiit, ITagar und Ismael in der Wüste, 
die Pietä und Moses vertheidigt die Töchter Jeinros nach dem Bildhauer Crawford 
die Marmorgruppe des Orpheus, nach Mantegna Chiiscus an der Säule, nach Raffael 
„Pax vobiscum" (in Brescia), nach Pinturicchio das i'reskobild der Maria mit dem 
Kinde und nach Consoni einige Bildnisse stach. 1841 besuchte er England (zum 
zweiten Male) für einen längeren Aufenthalt, zeichnete für den Stich die Raffaelschen 
Cartons in Haraptoncourt und gab zunächst heraus „The fresco decorations and stuccoes 
of churches and palaces in Italy during the XV und XVI. centuries" (1844) ; sodann 
entstanden in den Jahren 1841 — 56 : Nach Raffael die zweite Platte des schlafenden 
Ritters (Die erste für Passavants „Raffael") und Christus am Oelberg, u. s. w. u. s. w. 
1857 nahm er seinen bleibenden Wohnsitz in Dresden, wo er Professor an der Akademie 
und Direktor des Kupferstichkabinets wurde und noch zahlreiche bedeutende Arbeiten 
ausführte, z.B. Stiche nach Raffaels Bekehrung des Saulus, Steinigung des Stephanus u.s.w.; 
ausserdem eine Fülle von Stichen für literarische und artistische Werke, wie Layards 
Werke über Ninive, Gibsons „Original compositions executed in marble", Harfords 
„Illustrations of Michelangelo", die „Specimens of ornamental art" (80 Blätter) und 
Zeichnungen zu Decorationeu in Schlössern Englands und Deutschlands. Er erhielt 
die österr. gold. Medaille und besass den Albrechts- und Kronen-Orden. 

Grunewald, Gustav, Landschaftsmaler, geb. 10. Dec. 1805 in Gnadau bei 
Magdeburg, f 8. Jan. 1878, bildete sich auf der Akademie in Dresden 1820—23, wo 
er sich an Seu Landschaftsmaler Friedrich und an Völcker anschloss. Später arbeitete 
er in einer Porzellanmanufaktur und zog 1831 nach Amerika, wo er in Pennsylvanien 
und auf gefahrvollen Reisen reiche künstlerische Ausbeute fand. Erst 1867 kehrte 
er zurück und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder, von wo aus er Tirol, die Schweiz 
und Italien bereiste. In der Nationalgalerie zu Berlin von ihm eine Abendlandschaft 
(1824); andere Bilder, von denen die meisten sich in Amerika befinden, sind: Wald- 
partie, Sonnenuntergang, Partie an der Elbe, Landschaft nach Goethes „Erlkönig", 
Waldige Gegend mit Kuhheerde, Der Niagarafall. 

Grupello, Gabriel de, Bildhauer, geb. 1644 in Geersberge (Ostflandern), f 1730, 
soll Schüler von Artus Quellinus gewesen sein, war anfangs in Brüssel thätig, 
wo sich von ihm ein Marmorbrunnen mit Neptun und Thetis befindet, später auch in 
Deutschland am Hofe des Kurfürsten Johann Wilhelm. 

Gpüss, Johann, Historienmaler, geb. im Anfang des 19. Jahrb. in Schab in 
Böhmen, f 22. Juli 1872 in Wien. Man nennt von ihm eine Maria mit dem Kinde 
das ihr eine Lilie reicht, eine Maria mit dem schlafenden Kinde, Johannes d. T. mit 
2 Engeln, die heil. Oäeilia, der heil. Aloisius und eine jGeburt Christi. Er war 
Direktor der Galerie des Grafen Harrach. 

Grnss, Julius Theodor, Landschaftsmaler, geb. 22. Sept. 1825 in Warnsdorf in 
Böhmen, f 12. Mai 1865 in Reichenberg, Sohn und Schüler des Vorigen und Schüler 
der Akademie in Prag. Er war in Teplitz ansässig, zog aber 1864 nach Reichenberg. 
Von ihm im Rudolfinum zu Prag Das Traunthal zwischen Lambach und Gmunden. 
Grust, Theodor, Genremaler, geb. 1859 in Meissen, bezog 1878 die Akademie 
in Dresden, wo er eine Zeitlang Schüler von Theod. Grosse war, sich aber nach- 
her mehr durch eigenes Studium weiter bildete. 1889 zog er nach München, wo er 
das Bild Singende Mädchen malte und nach einem längeren Aufenthalt in Belgien 
und Holland ein grosses Bild Der Confirmanden-Ünterricht, sowie Friesisches Waisen- 
mädchen aus Leeuwarden und Bei der Handarbeit lieferte. 

Gruyfere, Theodore Charles, franz. Bildhauer, geb. 17. Sept. 1813 in Paris, 
trat 1831 in die Ecole des beaux-arts, wurde Schüler von Ramey undDumont und 
erhielt 1839 den grossen römischen Preis. Unter seinen oft naturalistischen, aber in 
Gestaltung und Ausdruck edlen Werken, nennen wir: Marius in Carthago (1837), 
David vor Saul singend (1838), Die 7 Heerführer vor Theben (1839), Pandora (1843), 
Mucius Scaevola (1846), Psyche (1855), die Städtefiguren Laon und Arras an der Fagade 
des Nordbahnhofes (1864), 2 Sandsteinstatuen für die Kirche St. Augustin, Chacta* 
am Grabe Atalas, Reliefs in der Kirche St. Thomas d'Aquin, die Gruppe der mütter- 
lichen Zärtlichkeit an der Neuen Ope. eine Statue des Malers Ingres und eine 
Terpsichore. Durch mehrere Medaillen ausgezeichnet, wurde er 1866 Ritter der Ehren- 
legion und 1875 Mitglied der Academie des beaux-arts. 

Gruyter, Jacob Willem, hoUänd. Marinemaler, geb. 6. Sept. 1817 in Amsterdam, 
t 7. Jan. 1880, Schüler von Herm. Koekkoek. Unter seinen Marinen von klarem, 
Allgemeines Kfinstler-Lexioon. S. Aufl. 2. Band. T 



<^8 Öryeff — Guarienti. 

durchsichtigem Wasser und guter Luftperspektive sind zu nennen : Die Nordsee mit 
Fischerfahrzeugen, Ansicht von Bremerhaven, Schilfe auf der Maas hei Utrecht (Kunst- 
halle in Bremen), Die 7 Provinzen, Flaggschiff des Admirals de Nes den Besuch des 
Admirals de Ruyter empfangend. 

Gryeff (Grief), Ädriaan, niederländ. Landschafts-, Thier- und Stilllehenmaler, 
geb. angeblich um 1670 in Antwerpen, f 1715 in Brüssel, soll, nach seinen Bildern 
zu schliessen, Schüler von Frans Snyders gewesen sein. Von ihm im Louvre 
eine Landschaft mit todtem Wild, ein Bild im Museum zu Lille und in Rotterdam, 
4 in der Eremitage zu St. Petersburg, 2 im Rudolflnum zu Prag. 

Gryglewskl, Alexander, polnischer Architekturmaler der Gegenwart, lebt in 
Krakau, malte poetische Interieurs von trefflicher Perspektive, z. B. Die Kapelle 
Bathory in der Kathedrale von Krakau, Die Kanzel der Stephanskirche in Wien, 
Das Linere der dortigen Kirche Maria Stiegen, Saal im Schloss zu Vilaniew. 

Gscheidel, Martin, Landschaftsmaler, geh. 20. Sept. 1857 in Königsberg i. Pr., 
büdete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt und in Berlin unter Gude, ging 
später nach Italien. Genannt werden von ihm die Bilder : Am Waldesrand bei 
Heringsdorf, Am Wo Igast-See, Marmorpalais am heil. See bei Potsdam, Kaiser Wilhelms I. 
Ausfahrt im Thiergarten, Ueberschwemmung bei Wittenberge an der Elbe 1888. 

Gsell, Maria Dorothea Henrica, geb. Graff, Tochter des Architekturmalers 
Job. Andr. Graff und der Malerin Maria Sibylla, geb. Merian, Blumen- und Insekten- 
malerin, geb. 1678 in Nürnberg, f 1745 in St. Petersburg, heirathete in Holland den 
aus St. Gallen gebürtigten Bildniss- und Stilllebenmaler G. Gsell, und zog mit diesem 
nach St. Petersburg, wo beide viel für die Akademie der Wissenschaften malten. In der 
dortigen Akademie eine Sammlung von Abbildungen naturhistorischer Gegenstände. 

Gsellhofer, Karl, Bildniss- und Historienmaler, geb. 28. Oct. 1779 in Wien, 
t 17. Mai 1858 das., Schüler der dortigen Akademie unter Füger, wurde Kammer- 
maler des Erzherzogs Ludwig und 1819 Professor an der Akademie. Von ihm ein 
Altarbild des heil. Martinus in der Kirche zu Aspern, einige Bildnisse und einige 
Radierungen nach Cignani. 

Gnadagnini, Gaetano, ital. Kupferstecher in Bologna, geb. um 1800. Er stach 
Christus am Kreuz mit Maria, Johannes und Magdalena nach Guido Reni, eine Heil. 
Familie nach P. Veronese und ein Selbstbüdniss von R. Mengs. 

Guadagnino, s. Andrea, Zoan. 

Gualdo, Matteo da, s. Matteo da Gnaldo Tadino. 

Gnarana, Jacopo, ital. Historienmaler und Radierer, geb. 28. Oct. 1727 in 
Verona, f 18. April 1808 das., Schüler des Seb. Rizzi und des Tiepolo, bildete 
sich aber mehr nach Cignani, malte Oelbilder und Fresken. Von ihm ein Fresko 
des heil. Marcus an der Decke der Chiesetta des Dogenpalastes in Venedig und 
barocke Fresken an der Kuppel von S. Vitale in Ravenna. Er radierte mythologische 
Blätter nach eigener Composition und lieferte Zeichnungen zu mehreren Kupferwerken. 

Gnardabassi, Guerrino, ital. Maler, geh 1841 in Rom, Schüler der dortigen 
Akademie von San Luca, arbeitete viel für die Kunsthandlung von Goupil in Paris, 
und malte vorzugsweise Genrebilder in Oel und in Aquarell, z. B. Eine Badende, 
Die Tauhenmahlzeit, Die Meisterin des Dorfes, Nach dem Todesurtheil, Die wahr- 
sagende Zigeunerin, aber auch Landschaften und Historienbilder, z. B. Christus mit 
den 3 Marien, Die letzten Augenblicke der Beatrice Cenci. 

Gnardasäoni, Alessandro, ital. Historienmaler, geh 1819 in Bologna, malte 
grossartig aufgefasste, sorgfältig gearbeitete Historienbilder, z. B. Tobias, Die Grab- 
legung Christi und eine Scene aus Manzonis Roman „I promessi sposi" (1862), wofür 
er die goldene Medaille erhielt. 

Guardi, Francesco, ital. Maler, geb. 1712 in Venedig, f 1793, Schüler von 
Canaletto, malte, Avie dieser, Ansichten aus Venedig, aber in kleinerem Maasstabe, 
die grossen Beifall fanden, aber in der genauen Zeichnung den Bildern seines Lehrers 
nachstehen. Von ihm Bilder in verschiedenen Museen und Sammlungen, z. B. in der 
Nationalgalerie zu London der Marcusplatz, im Louvre 7 Bilder, im Museum zu Berlin 
4 Ansichten aus Venedig, im Museum zu Brüssel die Marcuskirche, in welcher der 
neu erwählte Doge vom Volke begrüsst wird, auch in der Akademie zu Wien und 
im Museum zu Stuttgart ebenfalls Canalbilder aus Venedig. 

Gttarienti, Pietro, ital, Maler, geb. um 1701 in Verona, f 1765, Schüler von 
Giuseppe Maria Crespi, war besonders geschickt in der Nachahmung grosser 
Meister verschiedener Länder, die er selber bereiste. Später kam er nach Dresden, 
wo er Aufseher der Gemäldegalerie wurde. 



Guariento — Gnde. 99 

Goariento, ital. Maler aus Padna, geh. um 1310, thätig bis um 1377, zeigte 
in seinen mangelhaft modellirten, aber sorgfältig ausgeführten Gestalten noch den 
Einfluss Giottos. Von ihm im Museum zu Bassano ein Crucifix aus dem J. 1368 und 
am alten Kirchthurm von S. Francesco ein Freskobild der Verkündigung, in der 
Kirche der Eremitani zu Padua eine Krönung Maria, iin Chor dieser Kirche Wand- 
fresken der Himmölskreise mit den PlanetenbUdern, kleinen biblischen Bildern und 
dem später übermalten Leben des Augustinus. 

Guarini, Camillo, oder Padre Gaarino, ital. Baumeister, geb. 1624 in Modena, 
f 1685, baute in Turin die Kapelle del Sudario, die Theatinerkirche S. LOrenzo, die 
Kirche S. Filippo, den gewaltigen Palast Carignano im Barockstil (1680), in Modena 
die Kirche S. Vincenzo und in Verona die der Nonnen von Ära Coeli. Auch in 
Neapel und Messina baute er Kirchen in ausgeprägtem Barockstü des Borromini, 
und verfasste mehrere philosophische und mathematische Schriften. 

Gnarnana, Jäcopo, s. Gnarana. 

Guarnerio, Pietro, ital. Bildhauer, f 11. Febr.' 1881 in Mailand durch Selbst 
mord, machte sich durch zierliche, oft etwas süssliche oder komische Genrebildwerke 
in Marmor bekannt, z. B. Die weisse Rose, Das Waisenkind, Raffael in seiner Jugend, 
Der Abend (1872, ein Kind das sich entkleidet) und das etwas caricirte Erzwungenes 
Gebet eines Kindes. 

Guasta, B. di Giovanni del, s. Benvennto da Siena. 

Guay, Jacques, franz. Steinschneider, geb. um 1715 in Marseille, t 1787 in 
Paris, war in der Zeichenkunst Schüler von FrauQOis Boucher, studirte 1742 in 
Florenz die grossherzogliche Sammlung geschnittener Steine, arbeitete nach seiner 
Rückkehr in Paris viel für den König Ludwig XV. und wurde Mitglied der dortigen 
Malerakademie. Seine Biogr. von Lesurcq ((1874). 

Gubbio,s. Oderigi da GubMo. 

Gube, Heinrich, Medailleur der 1. Hälfte des 19. Jahrb., geb. in Breslau, 
arbeitete in der Medaillenanstalt von Dan. Fried r. Loos, wurde 1829 Mitglied 
der Kunstakademie in Berlin und ging als Münzmedailleur nach St. Petersburg, wo 
er mehrere sehr gelungene Denkmünzen schnitt. 

Gubitz, Friedrich Wilhelm, bedeutender Holzschneider und Volksschriftsteller, 
geb. 27. Febr. 1786 in Leipzig, f 5. Juni 1870 in Berlin, ging mit seinem Vater 
Job. Christoph G., der Stahlstecher war, nach Berlin, wurde schon 1805 Professor an 
der Akademie, bildete als solcher zahlreiche Schüler und brachte die Holzschneidekunst 
in Deutschland wieder zu Ehren. Indem er dem Holzschnitt gewissermaassen die 
Sorgfalt eines Stiches angedeihen Hess, ist er der Vorläufer des neuesten Holzschnitts 
geworden. Auch machte er interessante Versuche zur Neubelebung des farbigen 
Holzschnitts, wie sein Bildniss der Gräfin Voss, ein Heiland nach Cranach u. A. 
zeigen. Zu seinen gelungensten Arbeiten ist ein Kartenspiel zu rechnen. Er gründete 
1822 die Vereinsbuchhandlung und erlangte als Theaterreferont und Volksschriftsteller 
grossen Ruf, namentlich durch das Journal „Der Gesellschafter", durch kleine Tlieater- 
stücke, durch seine Gedichte (1860, 2 Bände), das „Jahrbuch deutscher Bühnenspiele" 
(1822—65) und durch den „Deutschen Volkskalender" (1835-^69) grosse Popularität. 
Seine interessanten „Erlebnisse" erschienen 1869 (2 Bde.). 

Guccio, Agostino di, ital. Bildhauer des 15. Jahrb., geb. in Perugia, schuf 
1459 in S. Domenico daselbst ein grosses polychromes Altarwerk aus Stuck, Terra- 
cotta und Marmorskulptur. 

Gucht, Johann van der, Kupferstecher, geb. 1697 in London, Sohn und Schüler 
des Michel van der G., und Schüler des Stechers Louis Cheron, stach Bilder 
von Thornhill, akademische Figuren von Cheron, in Gemeinschaft mit diesem die 
12 Arbeiten des Hercules und in Gemeinschaft mit seinem Bruder Gerard eine 
Menge Titelkupfer. 

Gucht, Micliel van der, Kupferstecher, geh. 1660 in Antwerpen, f i725 in 
London, stach vorzugsweise anatomische Figuren, aher auch Bildnisse, z. B. das des 
Dichters Savage. 

Gude, Hans Frederik, norweg. Landschafts- und Marinemaler, geb. 13. März 
1825 in Christiania, besuchte dort die Kunstschule und kam 1841 nach Düsseldorf, 
wo er Schüler der Akademie und 1842 — 44 Schüler im Privatatelier Schirmers 
war. 1843, 45 und 46 machte er Reisen in die Heimath und studirte die Natur der 
dortigen Gebirge, in deren Darstellung er bald mit grossem Geschick auftrat. Infolge 
der Ereignisse des Jahres 1848 kehrte er in seine Vaterstadt zurück, fand aber dort 
so wenig Anregung zum Schaffen, dass er nach 2 Jahren wie^ler nach Düsseldorf 



100 Gudin - Gtildenstein. 

ging, wo nun eine Periode glänzender Thätigkeit für ihn begann. 1854 wurde er 
als Nachfolger Schirmers Professor der Landschaftsklasse, gab aber 1862 diese Stelle 
auf und besuchte England, bis er 1864 an die Kunstschule in Karlsruhe berufen 
wurde. Seine Landschaften und Marinen sind naturwahr und poetisch, gelungen in 
Zeichnung, Colorit und Beleuchtung, anfangs am schönsten die aus den norwegischen 
Hochgebirgen, später mehr die Seebilder von ruhigen oder leicht bewegten Meeres- 
flächen mit Staffage der Strandbewohner. Aus der reichen Zahl seiner ersten 
Düsseldorfer Periode nennen wir: Hochebene mit Rennthieren ^ 847), Brautfahrt auf 
dem Hardangerfjord (1848, Figuren von Tidemand), Birkenwald (,1848, Nationalgalerie 
in Christiania), 4 Landschaften aus Sogn (1849 und 50, Oskarshall bei Christiania), 
Nächtlicher Fischfang (1851, Staifage von Tidemand), Leichenbegängniss im Sognfjord 
(ebenfalls Figuren von Tidemand). Später folgten : Gebirgsbach (1862), Der Chiem- 
see, Gegend aus Wales bei Conway (1865), Norwegische Küste (1870, Nationalgalerie 
in Berlin), Norwegischer Nothhafen (1873, Kunsthalle in Bremen), Hafen von Christiania 
(im Besitz des Grossherzogs von Oldenburg), Lootsehaus an der norwegischen Küste, 
Motiv vom Niederrhein, Nordischer Sommerabend, der im Aufruhr der Natur so pracht- 
volle Nothhafen an der norwegischen Küste (1880, in Düsseldorf), Einsamer Fischer 
im Sturm, Meeresstille vor der norwegischen Küste (1884), Fischerhafen im südlichen 
Norwegen, Südküste von Norwegen (1886), Die Molde am Romdalsfjord (1892). Im 
Herbst 1880 zog er nach Berlin, wo er an der Akademie ein Meisteratelier für 
Landschaftsmalerei übernahm. Er ist Mitglied zahlreicher Akademien, erhielt vielfach 
goldene Medaillen und besitzt mannigfache Orden von Preussen, Oesterreich, Schweden, 
Baden und Oldenburg. 

(fudin, Jean Antoine Theodore, berühmter franz. Marinemaler, geb. 15. Aug. 
1802 in Paris, f 12. April 1880 in Boulogne sur Seine, Schüler von Girodet- 
T r i s n , dessen Kichtung er sehr bald verliess, indem er sich den Eomantikern 
anschloss. Seine Bilder erregten schon 1822 grossen Beifall, seinen eigentlichen Ruf 
aber begründete er 1831 durch das Bild: Die Rettung der Passagiere des Colombo 
(Museum in Bordeaux), dem dann eine grosse Zahl von Marinebildern von feinem Gefühl 
für Harmonie der Töne, herrlichem Colorit und geistvoller Staffage folgten. 1838 
erhielt er den Auftrag, die Grossthaten der französischen Marine zu schildern und 
ging desshalb nach Algerien. Von diesem grossen Cyklus befinden sich 63 Bilder im 
Museum zu Versailles. Dann machte er Reisen in den Orient, nach Russland und 
nach Berlin, wo sich in der Nationalgalerie von ihm die Bilder Bretonische Küste 
und Schleichhändler-Feluke befinden (beide 1845). Im Museum zu Leipzig von ihm 
Schiffbruch eines französischen Fahrzeuges an der Küste von Genua (1837) und 
Bewegte See nach einem Gewitter (1839). Anfangs nach poetischer und malerischer 
Wirkung strebend, z. B. in den Bildern : Die französische Flotte auf der Fahrt von 
Cherbourg nach Brest, Die Ankunft der Königin von England in Cherbourg, Die 
Zerstreuung der Armada, Die Küste von Scheveningen u. A., verfiel er allmählig in 
handwerksmässiges Schaifeu ohne Ausführung der Details, oder in blosse Bravour- 
malerei, die nur auf grelle Beleuchtung ausging, so dass er gegen das Ende seine» 
Lebens trotz seiner glänzenden gesellschaftlichen Stellung als Künstler fast in Ver- 
gessenheit gerieth. 2 seiner besten Werke: Der Brand des Scliiffes Kent (1827) und 
Windstoss auf der Rhede von Algier (1835) im Museum des Luxembourg, und im 
Museum zu Stuttgart Der Abend nach dem Sturm. Er radierte auch einige Blätter 
Er errang sich verschiedene Medaillen, hatte den Orden pour le merite, wurde 1828 
Ritter, 1841 Oifizier und 1855 Commandern- der Ehrenlegion. 

Gudiu, Jean Marie, franz. Kupferstecher, geb. 1782 in Paris, Schüler von 
Desnoyers, stach Angelika und Medor nach Breton, Orpheus und Eurydice und 
Der Ursprung der Musik nach Ducis und einige Bildnisse. 

Gu6, Jean Marie Oscar, franz. Maler, geb. 1809 in Bordeaux, f 1. Oct. 1877 
das, Schüler seines Vaters Julien G., stellte seit 1833 seine Genre- und Historien- 
bilder aus, die ihm verschiedene Medaillen eintrugen, z. B. Das alte Pfarrhaus, 
Ludwig von Bourbon vor dem Hofe Franz IL (1842), Vertheilung von Almosen 
(1844), Ruyter und der Gesandte Ludwigs XIV. (1848), Der treue Hüter (1855), 
Christus als Tröster der Betrübten. Er starb als Direktor des Museums seiner 
Vaterstadt. 

Güldensteiu, Albert, Bildhauer, geb. 3. Jan. 1822 in Sontheim bei Heilbronn, 
war Ciseleur bei Schwanthaler in München und wurde 1843 Schüler der Kunst- 
schule in Stuttgart unter The od. v. Wagner. Mit einem Staatsstipendium ging 
er nach Berlin, 1847 nach Rom und nahm lb49 seinen Wohnsitz in Stuttgart. Seine 



Gültlinger — Guerard. 101 

Hauptwerke sind die Figuren des Brunnens für die Villa des Kronprinzen in Berg 
bei Cannstatt und 3 Thiergruppen für die Wilhelma bei Stuttgart. 

Gültlinger (Criltlinger), Johannes Gnmpolt, Historienmaler, geb. zu Augsburg 
•?) um 1400 und dort als Meister 1490 ansässig, f 1522, in Augsburg thätig. Unter 
den wenigen Bildern, die sicherlich von ihm herrühren, befinden sich zwei Anbetungen 
der Könige in Augsburg (eine in Privatbesitz), eine dritte im Louvre ; andere Bilder 
von ihm im Haag und in St. Petersburg. 

Gründter, Johann Georg, s. Günther, Joh. Georg. 

Gu^nepin, Fran^ois Jean Baptiste franz. Architekt, geb. 25. Juli 1807, 
t im Januar 1888 in Pari? bildete sich hier unter der Leitung des Jean Marie 
Auguste Q., seine? Vetters, erlangte 1837 bei der Concurrenz für die Errichtung 
eines Pantheons den grossen römischen Preis. Nach seiner Rückkehr (1842) wurde 
er Architekt der Regierung, restaurirte die Kirche in Montfort l'Amaury und ^vurde 
Mitglied der Jury der Ecole des beaux-arts. 

Guenepin, Jean Marie Auguste, franz. Architekt, geb. 1780 in Paris, f 1842, 
Schüler von P e y r e, ging nach Erlangung des römischen Preises nach Italien, wo 
er den Plan zu mehreren Gebäuden entwarf und den Triumphbogen des Titus 
restaurirte. In sein Vaterland zurückgekehrt, baute er die Kirche in Noisy le See 
(Dep. Seine et Oise) und den Hochaltar in der Kirche S. Thomas d'Aquin. 18.S3 
wurde er Mitglied der Akademie. 

Günther, Christian Augnst, Radierer, geb. 4. Juni 1760 in Pirna, f 8. März 
1824 in Dresden, Schüler von Adrian Zingg, radierte in geistreicher Weise zahl- 
reiche Blätter, unter denen genannt werden : der Bagagewagen nach Zingg, eine 
grosse Landschaft mit Vieh nach C. W. E. Dietrich, die Jagd nach Jacob Ruisdael 
(Museum in Dresden), Prospekt vom Königsteiu und mehrere Ansichten aus dem 
Plauenschen Grunde. Er malte auch Bildnisse in Pastell. 

Günther, Johann Georg, Gemälderestaurator, geb. 1766 in Altmannstein 
(Oberpfalz,, •; 1832 in Augsburg, war anfangs in Regensburg und Augsburg Oel- 
und Glasmaler, widmete sich dann der Restauration von Gejnälden, erwarb sich 
hierin grossen Ruf und wurde 1829 Inspektor der Galerie in Augsburg, soll aber 
mehrere Bilder von Rubens in München verdorben haben. 

Günther, Matthäus, Maler, geb. 1705 in Biesenberg (Oberbayernj, f 1791 in 
Augsburg als Direktor der Kunstakademie, Schüler von Cosmas Damian Aaam 
und Nachahmer von Joh. Holzer, malte 1751 die prächtigen Fresken in der Kirche zu 
Gossensass, in der Pfarrkirche zu Witten und in der Abteikirche zu Schwarzach in Franken. 

Günther, Otto Edmund, Genremaler, geb. 30. Sept. 1838 in Halle, f 20. April 
1884 in Weimar, w h > 1858—61 Schüler der Akademie in Düsseldorf und 1863—66 
in Weimar unter i^umberg und Fr. Pr eiler. 1876 erhielt er einen Ruf an die 
Akademie in Königsberg, wo er tief empfundene. gemüthvoUe Genrebilder aus dem 
thüringischen Volksleben malte: Der Hochzeitszug in Thüringen, Der Wittwer ^1874 
Nationalgalerie in Berlin), Streitende Theologen (1876), Im Gefängniss (1877i, Die 
Allegorie Jungfrau Lucifer und der Tod (1878), Der letzte Besuch (1879), Die Dorf- 
revolte (1881), auch allegorische Bilder im Speisesaal eines Privathauses in Köln 
und in der Centralhalle zu Leipzig. 1880 legte er sein Amt in Königsberg nieder 
und kehrte nach Weimar zurück. 

Günther-Amberg, Julie, Malerin, geb. 25. März 1855 in Berlin, Tochter und 
Schülerin des Malers Wilh. Amberg, später auch Schülerin von Gussow. Sie 
malte gemüthliche Scenen aus dem häuslichen Leben, deren Schauplatz oft eine 
Landschaft im Charakter der Gegenden des Ostseestrandes ist, z. B. Schurr-Morr, 
Die Dorfkokette, Sonntagnachmittag, An der Gartenthür, Herbsttag in Misdroy. 
1886 heirathete sie den Arzt Dr. Günther in Berlin 

Gu^pin, Joseph, franz. Bildhauer, geb. 1559 m Toulouse, t 1637 das., Schüler 
von B a c h e 1 i e r, verweilte und arbeitete längere Zeit in der Touraine und schmückte 
nach seiner Rückkehr seine Vaterstadt mit zahlreichen mythologischen Bildwerken. 

Guerard, Engen von, Landschaftsmaler, geb. 1811 in Wien, ging mit 16 Jahren 
nach Italien, wo er sich in Venedig, Mailand, Florenz ausbildete und in Rom Schüler 
von GiovanniBassi wurde. Dort schloss er sieh den deutschen Künstlern an. 1832 
besuchte er Neapel und Sizilien, kehrte nach Deutschland zurück und liess sich in 
Düsseldorf nieder, wo er 1839—46 Schüler von Schirmer und Schadow war. 
Dann bereiste er Belgien und Holland und wanderte 1852 nach Australien aus, von 
wo er die deutschen Ausstellungen mit Bildern dortiger Gegenden beschickte. 1882 
kehrte er hochbejahrt nach Deutschland zurück. 



102 Guerchy — Öuerin. 

Guerchy, Louis B^gnier, Marquis de, franz. Baumeister, geb. 1780, f 1852 
in Paris, war vorzugsweise Theaterbaumeister, stellte 1838 das Theätre Vaudeville 
wieder her, baute das Theätre du Gymnase und leitete den Bau des Saales der 
Opera comique. 

Gruercino, eigentlich Grioyaniii Francesco Barbieri, genannt Gr. der Schielende, 
geb. 2. Febr. 1591 in Cento (zwischen Bologna und Ferrara), f 22. Dec. 1666 in 
Bologna, hatte nur die mittelmässigen Maler Z a g n o n i in Bologna, G e n n a r i in 
Cento und Cremonini in Bologna zu Lehrern, bildete sich aber mehr nach L o d. 
Carracci. 1619 und 1620 arbeitete er in Ferrara, 1621—23 in Rom, 1626 in 
Piacenza und 1632 in Modena. Von ihm als eins seiner Jugeudwerke im Museum zu 
Brüssel eine Madonna mit Heiligen von 1616, in der Pinakothek zu Cento der heil. 
Petrus (1618), in der Galerie zu Modena der gekreuzigte Christus. Seit 1618 malte 
er in S. Eocco zu Bologna ein glänzendes Fresko der Gefangenuehmung des heil. 
Eochus und das Oelbild der Auferweckung der Tabitha (Palast Pitti in Florenz). 
Dann arbeitete er in Ferrara, malte 1620 in Cento das Bild der Einkleidung des heil. 
Wilhelm (Pinakothek in Bologna) und die Ekstase des heil. Franciscus Um Louvre). 
Eine zweite Periode seiner Thätigkeit begann 1621, als er, nach Rom berufen, sich 
zu einem der grössten Coloristen seiner Zeit erhob. Dahin gehören die Fresken in 
der Villa Ludovisi Aurora mit ihrem Rossegespann und die Ruhmesgöttin Fama, 
sowie sein berühmtes Altarblatt der heil Petronella (Pinakothek des Kapitols). 1623 
kehrte er nach Cento zurück, malte in Piacenza die Kuppelfresken im Dom aus und 
1631 im Palast Sampieri zu Bologna das Deckenbild Hercules und Antäus und 
Hercules als Genius der Kraft. Von ilmi ferner die Himmelfahrt der Maria (1623, 
Eremitage in St. Petersburg), die 4 Evangelistenim Museum zu Dresden (das 16 Bilder 
von ihm besitzt), Dido auf dem Scheiterhaufen (1631 im Palast Spada), David und 
Abigail im Palast Barberini. 1642 siedelte er ganz nach Bologna über und schuf 
noch eine lange Reihe von Bildern aller historischen Stoffgebiete, die allmählich immer 
mehr die Weichheit und Glätte Guido Renis annahmen. Aus dieser Zeit stammen 
im Museum zu Dresden Cephalus vor der Leiche der Procris (1644), Diana und die 
Königin Semiramis der ein Bote den Aufruhr in Babylon meldet, schon in kälterer 
Farbe die Scene aus Guarinis „Pastor Fido", Loth mit seinen Töchtern (1650), auch 
zahlreiche Altarbilder z. B. der heil. Bruno in der Pinakothek zu Bologna und der 
heil. Thomas von 1663 in der Sakristei von S. Domenico in Bologna; ebenso 
viele Halbfigurenbilder, z. B. Verstossung der Hagar (1657, Brera zu Mailand) und 
Einzelgestalten. Auch auf dem Gebiete der Landschaft zeigte er sich geschickt in 
Handzeichnungen. 

Gu6rin, Christophe, Kupferstecher, geb. 14. Februar 1758 in Strassburg, 
t 1830, Schüler von Fr. Müller, wurde Conservator des Museums in Strassburg 
und Professor an der Zeichenschule daselbst. Seine Hauptblätter sind : nach Raffael 
Der Engel führt den jungen Tobias, nach Correggio Der entwaffnete Amor und eine 
Magdalena, nach Lesueur Die Vision des heil. Benedict, nach Giulio Romano Der 
Tanz der Musen. 

Gu6rin, Grabriel Christophe, Maler, geb. 1790 in Kehl, f 20. Sept. 1846 zu 
Hornbach in Rheinbayeru, Sohn des Vorigen, Schüler von Regnaul t, wurde Nachfolger 
seines Vaters in der Professur an der Zeichenschule und als Conservator des Museums 
in Strassburg. Von ihm die theal alischen Bilder: Der Tod des Polynices, (der ihm 
1814 die goldene Medaille eintrug). Die Taufe Christi, Gutenberg mit seinen ersten 
Druckproben. 

GrU^rin, Gilles, franz. Bildhauer, geb. 1606 in Paris, f 1678 das., Schüler von 
L e b r u n, schuf im Louvre allegorische Reliefs der Genien der Treue, der Autorität 
und der Gerechtigkeit und andere Bildhauer arbeiten für französische Kirchen und 
Privatbauten und namentlich sehr gerühmte Bildnissreliefs. 

Gruerin, Jean, franz. Miniaturmaler, geb. 1760 in Strassburg, f 1836 in Epernay, 
Bruder des Christophe G., kam in früher Jugend nach Paris, wo er sich in seinem 
Fach auszeichnete und sich der Protection der Königin Antoinette erfreute, aber 
durch die Revolution vertrieben wurde. Erst unter dem Consulat kehrte er zurück, 
lebte in vertrautem Umgang mit Desaix, Rapp und Bernadotte und wurde später 
Conservator des Museums in Strassburg. Zu seinen besten Miniaturbildnissen gehören 
das des Grafen Fries, des Barons Lejeime, des Kaisers Napoleon I. und des Gen.- 
Lieut. Demas. 

Gu6rin, Jean Baptiste Paulin, franz. Historien und Bildnissmaler, geb. 
25. März 1783 in Toulon, f 19. Jan. 1855 in Paris, ging vom Schlosserhandwerk zur 



Guerin — Guespiöre. 103 

Malerei über und erwarb sich 1812 durch das Bild Kain nach dem Tode Abels einen 
Namen. Dann folgten die durch kräftiges Colorit ausgezeichneten Bilder: Der 
Leichnam Christi auf dem Schooss seiner Mutter (1817, Med. 2. KL), Anchises und 
Venus (1822), Vertreibung der ersten Eltern aus dem Paradiese (1827), Der 
gekreuzigte Christus (1834) u. A. Mehr gerühmt als seine historischen Bilder wurden 
seine Bildnisse. 1822 wurde er Professor der Malerei und Kitter der Ehrenlegion. 

6a6rin, Pierre Narcisse, franz. Historienmaler, geb. 13. Mai 1774 in Paris, 
t 16. Juli 1833 in Rom. Als Schüler von Regnault huldigte er gänzlich der 
antikisirenden Richtung, die er noch einmal zu Ansehen und Geltung zu bringen 
wusste. Mit Vorliebe behandelte er daher Gegenstände aus der alten Geschichte von 
dramatischer Bewegtheit und starker Leidenschaft, beobachtete aber die Grenzen der 
grossartigen Würde und kam selten über akademische Kälte uud hohles Pathos hinaus. 
Seine zahlreich im Louvre vorhandenen Bilder sind: Das Opfer vor dem Altar des 
Aeskulap (nach Gessners Idyll), Die Rückkehr des Marcus Sextus (keine historische 
Person) der die Tochter an der Leiche ihrer verstorbenen Mutter findet (1799), 
Hippolyt von Phädra vor Theseus verklagt (1802), Andromache welche von Pyrrhus 
das Leben des Astyanax erfleht, während Orestes im Namen der Griechen seinen 
Tod fordert (1810), Aeneas erzählt der Dido seine Abenteuer (1813) und als der 
letzte Triumph, den er feierte, Klytaemnestra und Aegisthus im Begriff den schlafenden 
Agamemnon zu ermorden (1817). Nachdem er 1802 Italien besucht hatte, liess er 
sich in Paris nieder, wo er mehrere der genannten Bilder malte und 1822 Direktor der 
französischen Akademie in Rom wurde. Bekannt wurde er der Nachwelt durch die 
grosse Zahl seiner trefflichen Schüler, z. B. Gericault, Eug. Delacroix, Ary Scheffer, 
Cogniet, von denen aber keiner die Art des Meisters fortgeführt hat. 1819 erhielt 
er den St. Michaels-Orden, wurde Mitglied der Akademie, 1829 zum Baron ernannt, 
und kurz vor seinem Sterben Offizier der Ehrenlegion. 

Onerini, GioTanni Francesco, ital. Maler, lebte um die Mitte des 17. Jahrh. in 
Fossombrone als Nachahmer des Caravaggio, malte hier und in der Umgegend zahlreiche 
Bilder, unter denen der heil. Sebastian vor der heil. Irene besonders genannt wird. 

Ouernieri, Johann Franz, ital Baumeister und Bildhauer, der im Anfang des 
18. Jahrh. vom Hof in Kassel beschäftigt wurde und einen grossen Theil der Grotten, 
Wasserfälle und Cascaden in Wilhelmshöhe anlegte und eine Mosaiknachbüdung der 
Festung Rheinfels begann, die er freilich nicht vollendete. 

Ouerra, Achille, ital. Maler, geb. 18. Juni 1832 in Neapel, nahm seinen Wohn- 
sitz in Rom, wo er Bilder sehr verschiedenen Inhalts malte, z. B. unter den historischen: 
Raffael und Julius IL, Michelangelo und Vittoria Colonna, Salvator Rosa unter den 
Räubern^ Das Verhör der Beatrice Cenci, Die Madonna delle Grazie, Die heil. Therese ; 
unter den Genrebildern : Die Vorbereitungen zur Prozession, eine Osteria in Vietri u. A. 
Viele seiner Bilder kamen nach London, nach Amerika und Australien. 

önerra, Giovanni, Baumeister und Kupferstecher, geb. 1544 inModena, f 1612 
in Rom, wo er seit 1571 lebte und anfangs Maler gewesen sein soll. Später widmete 
er sich dem Kupferstich, und stach eine Folge von 48 Blättern unter dem Tit«l 
^Varie annonciature di teste usate da nobilissime dame in diversi cittadi d'Italia", 
und 2 Blätter Turniere in Wien, machte das Modell zur Scala santa in Rom und soll 
viele Zeichnungen aus . dem Alten und Neuen Testament und der alten Geschichte 
für den Stich gefertigt haben. 

Guerra, Giovanni Andrea, ital. Bildhauer, geb. 1568 in Bologna, f 1640. Von 
ihm in der dortigen Kirche S. Bartolommeo das Ornament des Altars und von 
1623 — 26 mehrere Statuen für die Kirche und das Kloster der Benedictiner. 

Guerra, Giuseppe, ital. Maler, geb. zu Venedig, f 1761 in Rom, Schüler von 
Solimena, malte viele Bilder für Kirchen und Klöster im Königreich Neapel, coptrte 
auch Wandgemälde aus Pompeji und Herculaneum, die er für Originale ausgab. 

Guerrini, Giacomo, ital. Maler, geb. 1718 in Cremona, f 1793, malte für die 
Kirche S. Girolamo seiner Vaterstadt die Enthauptung Johannis d. T. und in S. Agostino 
ein BUd aus dem Leben von Joachim und Anna und Maria im Tempel, auch ein BUd 
von ihm in S. Francesco zu Mailand. 

Gaertiere, Franpois de la, franz. Maler uud Radierer, geb. 1624, lebte mehrere 
Jahre in Rom, wo er 17 Blätter nach Raffaels Bildern in den Loggien des Vatikans 
radierte. 

Guespi^re, Pierre Louis Philippe de la, franz. Baumeister des 18. Jahrh., 
betheiligte sich beim Bau des neuen Residenzschlosses in Stuttgart, baute im Rococo- 
stil das Schlösachen Monrepos und 1763 — 67 das Schloss Solitude. 



104 ^"®t — Gugel. 

Guet, Charlemagne Oscar, franz. Maler, geb. 24. Jan. 1801 in Meaux, f 29. Nov. 
1871 in Paris, Schüler von Hersent und Horace Vernet, malte zahlreiche 
Soldatenbilder, Scenen aus der vornehmen Welt und Bildnisse, z. B. Kürassiere der 
Garde, Polizeidragoner Ein Orgelspieler, Taüz der Gebirgsbewohner, Bildniss 
Ludwigs XIIL, Mademoiselle de Lafayette und viele Andere. Er besass verschiedene 
Medaillen und das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Güterbock, Leopold, Genremaler, f 21. März 1881 in Berlin, Schüler der 
dortigen Akademie und Coutures in Paris, machte sich viele Jahre durch Bilder 
des historischen und orientalischen Genres, die er mit kräftigem Humor und grosser 
Sorgfalt des Colorits ausführte, einen Namen, z. B. Georg und Lerse (aus „Göiz von 
Berlichingen"), Die Märchenerzählerin, Die Strafpredigt, Ein türkischer Schuhfiicker, 
Apotheke aus dem 11. Jahrb., Truppenwerbung zur Zeit des 30jährigen Krieges 
(Hauptbild), Colurabus im Kloster La Rabida, Auf dem Rathhause einer deutschen 
Stadt zu Ende des 30jährigen Krieges, Ein Gartenfest im vorigen Jahrhundert, 
Verbotene Lektüre (Museum in Stettin), Entführung der Bianca Capella u. s. w. 

Guevara, Don Felipe Ladron y, spanischer Maler, geb. um 1510 in Madrid, 
t 1563 das., begab sich mit Kaiser Karl V. nach Bologna, machte hier die ihm sehr 
förderliche Bekanntschaft Tizians und begleitete 1535 den genannten Kaiser auf dem 
Feldzug gegen Tunis. Er schrieb einen Commentar über die Malerei, der 1788 
veröifentlieht wurde. 

Guevara, Don Juan Niiio de, span. Maler, geb. 8. Febr. 1632, f 4. Dec. 1698 
in Malaga. Aus einer armen Familie stammend, besuchte er die Schule des Malers 
Manrique und war 1645 — 48 in Madrid Schüler von Aionso Cano. Man nennt 
als die wichtigsten seiner an die Schule dos Rubens und an Aionso Cauo erinnernden 
Werke : einen Heil. Michael, die Himmelfahrt Christi, und eine Himmelfahrt der 
Maria in der Kathedrale von Malaga. Seine Bildnisse sind ganz im Geschmack van Dycks. 

Gnffen.s, Godfrold, belg. Monumentalmaler, geb. 23. Juli 1823 zu Hasselt, 
erhielt mit seinem Freunde und nachmaligen Kunstgenossen Jan Swerts (s. d.) 
auf der Akademie in Antwerpen einen gemeinschaftlichen Platz und bildete sich hier 
unter de K e y s e r Aus. Dann machten beide Freunde eine Reise nach Italien, wo 
das Studium der Werke Raifaels und Michelangelos den Entschluss in ihnen hervor- 
rief, ihrem VaUrlande zur Wiedergeburt der monumentalen Malerei zu verhelfen. 
Sie bereisten daher die bedeutendsten Kunststädte Deutschlands und arbeiteten von 
nun an beständig zusammen, so dass man später kaum sagen konnte, was G. und 
was Swerts gemalt hatte. So wirkten sie, bis Swerts 1S74 als Direktor der Akademie 
nach Prag ging. Der erste Auftrag, den sie erhielten, war die Ausschmückung der 
Börse in Antwerpen mit Wandbildern aus der Geschichte des Handels, die, kaum 
vollendet, durch den Brand der Börse 1858 zu Grunde gingen und nur noch ii 
Cartons vorhanden sind ; die zweite Arbeit dieser Art war die Ausmalung der Kirche 
Notre Dame zu St. Nicolas bei Antwerpen, wo sie unter räumlich sehr ungünstigen 
Verhältnissen als Hauptgegenstand die Heilsbotschaft und Erlösung gegenüber dem 
Gesetz darstellten. 1858 gingen Beide im Auftrag ihrer Regierung nach München, 
um über die erste grosse deutsche Kunstausstellung zu berichten. Früchte dieser 
Reise waren die kleine Schrift „Voyage artistique en Allemagne" und die 1859 von 
ihnen in Brüssel veranstaltete Ausstellung der Cartons von Cornelius, Kaulbach, 
Schwind u. A. Noch glänzender als jener Bildercyklus in St. Nicolas waren ihre 
Stereochromischen Wandbilder in der St. Georgskirche zu Antwerpen, wo sie auf 
günstigeren Flächen Scenen aus dem Leben Christi so darstellten, dass das Langhaus 
ein Bild der Kirche auf Erden, der Chor ein Bild der Kirche im Himmel gewährte. 
Diesem Meisterwerk folgten die ebenso bedeutenden Wandgemälde aus der flandrischen 
Geschichte im ehemaligen Schöffensaal des,»Rathhauses in Ypern (1869) und als ihr 
letztes gemeinsames Werk die Bilder im gothischen Saal des Stadthauses in Ypern. 
Danach von G. allein die Bilder im Ehrensaal des Hotel de Schild in Antwerpen. 
1871 verlegte G. seinen Wohnsitz nach Brüssel. Aus diesem Jahre stammt sein 
Oelbild Die Rückkehr von der Grablegung Christi im Rudolfinum zu Prag. G. ist 
Mitglied zahlreicher Akademien und Besitzer der Brüsseler Gold. Medaille, sowie 
des Leopolds-, Weiss. Falken-, Roth. Adler-, Zähringer Löwen- und Eichenkronen-Ordens. 

Gugel, Carl Adolf, Genre^ und Bildnissmaler, geb. 12. April 1820 in Bergzabern 
(Rheinpfalz), f 27. Juni 1885 in München, wo er seit 1852 lebte. Die Mehrzahl seiner 
Bilder sind Bildnisse und Aktzeichnungen ; unter den Genrebildern sind zu nennen : 
Ein Mädchen nach dem Bade, Eine Familienscene (Neue Pinakothek), Lautenspielerin, 
Hexenfahrt auf den Blocksberg (Bleistiftzeichnung). 



Guggenberger — Gaidini. 105 

Guggenberger, Thomas, Historienmaler, geb. 7. Aug. 1815 in München, 
t 28. April 1882 das., Schüler der dortigen Akademie unter Jul. Schnorr, malte 
fast nur religiöse Wandbilder für bayrische Landkirchen, zeichnete viel für den 
„Kalender für katholische Christen" von 1859, 60 und 61, malte aber in den letzten 
Jahrzehnten seines Lebens wenig mehr. 

Gugliehuelli, Arcangelo, Ital. Architekt, Bildhauer und Maler, geb. in Neapel, 
thätig um 1670, baute daselbst das Kloster und die Kirche Eosariello delle Pigne 
und die Nonuenkirche del Gesü und war gegen das Ende des 17. Jahrh. beim Umbau 
von Monte Cassino beschäftigt. 

Gnglielmi, Gregorio, ital. Maler, geb. 1714 in Bora, f 1773 in St. PeterBburg, 
Schüler von C o n c a wurde in seiner Vaterstadt Mitglied der Akademie von S. Luca, 
ging aber 1753 nach Dresden und nach Wien, wo sich in Schönbrunn mehrere Bilder 
von ihm befinden, dann nach Berlin und 1772 nach St. Petersburg, wo er Fresken 
malte, aber bald nachher starb. Schwächer als in seinen Fresken war er in 
Oelbildern. 

Gaglielmi, Lnigi, ital. Bildhauer, geb. im Mai 1834 in Rom, Schüler der 
Akademie von San Luca, brachte zuerst eine Marmorgruppe Daphnis und Chloe, dann 
Ruth und Naemi, ein junges Mädchen das einen Hund abrichtet, Eva nach dem 
Sündenfall, eine Statue der unbefleckten Empfängniss und mehrere Büsten 

Gnglielmo, Fra, s. Agnelll, Fra Gnglielmo. 

Guiaud, Jacques, franz. Architektur- und Landschaftsmaler der Gegenwart, 
geb. in Chambery, Schüler von Cogniet, lebt in Paris. Er malt mit Vorliebe 
italienische, spanische und maurische Landschaften mit Bauwerken, z. B Strasse zu 
San Remo an der Riviera, die Riva dei Schiavoni in Venedig, Palma auf der Insel 
Majorca u. A. Er errang sich mehrere Medaillen. 

Gnibal, Barth^lemi, franz. Bildhauer und Baumeister, geb. 1699 in Nimes, 
t 1757 in Nancy, trat in den Dienst des Herzogs Leopold von Lothringen und des 
Königs Stanislaus, für den er eine Gruppe des Neptun und der Amphitrite ausführte, 
auch eine Statue des Königs Stanislaus selber und LudAvigs XV. in Nancy. 

Gnibal, Nicolas, franz. Maler und Baumeister, geb. 29. Nov. 1725 in Luneville, 
t 3. Nov. 1784 in Stuttgart, Schüler von Claude Charles in Nancy und seit 1741 
von Natoir e in Paris. 1749 ging er nach Stuttgart und wurde 1752 vom Herzog 
Karl Eugen nach Rom geschickt, wo er sich unter Rapbael Mengs noch weiter bildete. 
Nach seiner Rückkehr wurde er 1755 Hofmaler in Stuttgart und Direktor der 
Gemäldegalerie, malte im Schloss daselbst ein Deckenbild, ebenso in der Solitude, 
mehrere Butter im Schloss zu Ludwigsburg, für einige Kirchen in Württemberg und 
im Ursusmünster ii Solothurn In seinen letzten Lebensjahren gab er eine Lobschrift 
auf Raphael Mengs (1781) und auf N. Poussin (1783) heraus. Sein erster und bester 
Schüler war der Maler Füg er. 

Gnichard, Joseph Alexandre, franz. Marinemaler, geb. 1830 in Marseille, 
t im Aug. 1877, stellte viel in den Pariser Ausstellungen aus, wo seine Bilder 
als naturgetreu und sorgfältig gemalt Anerkennung fanden. 

Gnidetto, italienischer Bildhauer aus Como. fast nur bekannt durch die von 
ihm 1204 mit Skulpturen reich geschmückte Fagade des Domes S. Martino in Lucca, 
die sich über 3 grossen Rundbogenportalen und 3 Rundbogengalerien zeigt, alle 
Flächen, selbt die Säulenschäfte überspannend, neben dem Christlichen allerlei Thiere 
und phantastische Wesen. 

Guidi, Domenico, ital. Bildbauer, geb. 6. Juni 1625 in Torano (Neapel), 
t 28. März 1701 in Rom, Schüler von Finelli in Neapel, betheiligte sich bei dem 
Aufstand Masaniellos, kam dann nach Rom, wo er in die Schule des A 1 g a r d i trat. 
Er schuf als entschiedener Manierist Statuen und Grabdeakmäler in römischen Kirchen 
und arbeitete für alle grösseren Städte ItJ.liens, für den Herzog von Modena, den 
König von Frankreich und den König von Spanien. 

Guidi, Raffaello, ital. Kupferstecher, geb. 1540 in Florenz, f im Anfang des 
17. Jahrh. Schüler von Co r nelis Cor t und der Car racci, steht aber beiden nach. 
Seine Hauptblätter sind Die Grablegung Christi nach Baroccio, Der heil. Hieronymus 
in der Einöde nach Palma Vecchio, Der Sturz des Dädalus nach Cesare d'Arpino und 
einige nach eigener Composition. 

Guidi, Tommaso, s. Masaccio. 

Guidini, Augusto, ital. Architekt, geb. 1853, widmete sich der Civil- und 
Militärarchitektur, machte viele Studienreisen in Europa und im Orient, betheiligte 
sich bei Mengonis Galerie Vittorio Emanuele in Mailand, baute viele Paläste und 



106 Guido — Guillaume. 

Villen in der Lombardei und am Conier See, verfasste kunsthistorische Schriften, auch 
über die Feuerbestattung und eine Biographie des Bildhauers Vincenzo Vela. 

Guido da Como, ital. Bildhauer des 13. Jahrb., der Schöpfer der berühmten 
marmornen Kanzel in S. Bartolommeo zu Pistoja aus dem J. 1250, an der Brüstung 
mit 8 Reliefs neutestamentlicher Scenen, die schon eine bewusst durchgeführte 
Ornamentik, Formen und Typen von echt religiöser Empfindung, aber noch wenig 
entwickelte Plastik zeigen. Gegen das Ende des Jahrb. soll er auch für den Dom 
in Orvieto gearbeitet haben. 

Guido da Siena, ital. Maler der 2. Hälfte des 13. Jahrb., der seit 1278 erwähn', 
wird. Von ihm aus dem J. 1281 eine Madonna in S. Domenico zu Arezzo. 

Guidobono, Bartolommeo, Majolicamaler, geb. 1654 in Savona, f 1709 in 
Turin, Schüler seines Vaters, des Majolicamalers Giovanni Antonio G., war 
eine Zeitlang Priester, wanate sich dann zur Kunst und studirte die Werke Correggios 
in Parma. Dann machte er Majolicamalereien und Fresken in seiner Heimath und 
deren Umgegend. 

Guidotti, Salvatore, ital. Maler, geb. 1836 in Neapel, ging vom Studium der 
Architektur und der Eechtswissenschaft 1869 zur Malerei über and malte die Bilder: 
Orlando furioso, Ziegen auf der Weide, eine Marktscene, Die Jagd auf Schmetterlinge, 
Eine Rose unter Dornen u. A. 

Gnidncei, Angrelo, ital. Landschaftsmaler und Radierei, :aätig in Rom während 
der 2. Hälfte des 18. Jahrh. Man hat von ihm nach eigenen Compositionen 2 Blätter 
mit einer jungen Bäuerin, Josephus Benedictus Archidux Austriae annos natus XIV., 
und Joseph II. als Jüngling von 18 Jahren. 

Guignet, Adrien, franz. Maler, geb. 21. Jan. 1816 in Annecy (Savoyen), 
t 19. Mai 1854 in Paris, wo er Schüler von Blondel war und sich nach vielen 
Entbehrungen durch seine Bilder, in denen er Salvator Rosa und Decamps nachahmte, 
einen Namen machte. Unter den vielen von ihm ausgestellten Bildern sind zu nennen : 
Moses auf dem Nil ausgesetzt (1840), Joseph der seinen Brüdern seine Träume er- 
zählt, Hagar in der Wüste, Salvator Rosa bei den Räubern (1844) und einige Bilder 
für den Herzog von Luynes auf dem Schloss Dampierre. — Seine Biogr. von ßulliot 
(1870). 

Guignet, Jean Baptiste, franz. Maler, geb. 1807 in Autun (Saone et Loire), 
t 1857, Schüler von Regnault und Blondel, malte einige Historienbilder und 
Bildnisse. 

Guigou, Paul, franz. Landschaftsmaler, geb. in Villars, f 1871, Schüler von 
Diday und Loubon, malte klare, lichtvoll behandelte Landschaften: Die Durance 
bei Cadenet, Sonnenaufgang an der Durance, Herbstmorgen in Cernay, Lgindschaft 
aus der Provence u. A. 

Guilbert, Ernest Charles Demostli^ne, franz. Bildhauer der Gegenwart, geb. 
in Paris, Schüler von Dumont und Chapu. Unter seinen Bildwerken sind zu 
nennen : Der kleine Rechtspfleger (Bronzegruppe), eine 1879 in Nancy enthüllte Statue 
von Thiers und mehrere meisterhafte Büsten. 1873 erhielt er die Medaille 3. KL 

Guillain, Simon, Bildhauer und Radierer, geb. 1654 in Tours, aber jung ver- 
storben, Sohn des gleichnamigen Bildhauers (1599 — 1679) Er schuf zahlreiche Bild- 
werke, die in der Revolution fast alle zerstört oder zerstreut wurden. Man hat von 
ihm die Radierungen : 20 Blätter aus dem Leben des heil. Diego nach Ann. Carracci 
und F. Albani, 80 unter Algardis Leitung radierte Blätter betitelt Die Ausrufer der 
Stadt Bologna, ebenfalls nach Ann. Carracci. 

Guillaume, Claude Jean Bapt. Eugene, ,iranz. Bildhauer, geb. 3. Febr. 1822 
in Montbard (Cote d'Or), kam nach Paris in die Ecole des beaux-arts und ins Atelier 
Pradiers. Für sein Erstlingswerk des Theseus der das Schwert seines Vaters findet, 
erhielt er den grossen Preis für Rom und sandte von dort eine Amazone, einen 
Schnitter, Das Grab der Gracchen und 1852 einen sehr beifällig aufgenommenen 
Anakreon. Dann folgten 1853 Die Doppelbüste der Gracchen, für die Kirche 
Ste. Clotilde 4 Reliefs aus dem Leben der heil. Clotilde und Valeria. Noch bekannter 
wurde er durch die Karyatiden und den Giebelschmuck des Pavillon Turgot (1857) 
und durch mehrere Büsten aus den verschiedenen Lebensaltern Napoleons I. Dann . 
folgten die Statue Napoleons als Artillerielieutenant, die Musik an der Fa^ade der 
Neuen Oper, die Marmorstatue der Quelle der Poesie, die Gruppe einer römischen 
Eheschliessung (1877), die Statue des heil. Ludwig- für das Palais de Justice, die 
Bronzestatue des Orpheus, eine sitzende Statue der Andromache (1881) und die weniger 
gelungene Statue Philippe de Girards für Avignon, sowie das Modell einer Statue 



Guillaume — Guillen. 107 

Colberts für die Stadt Keims und neuerdings eine allegorische Statue der Keramik 
für die Nationül-Manufaktur in Sevres. 1865—75 war er Direktor der Akademie 
des beaux-arts. Neben verschiedenen Medaillen erhielt er 1867 die Ehrenmedaille 
und ward 1855 Ritter, 1867 Offizier und 1875 Commandeur der Ehrenlegion. 

Guillaume, Edmond, französischer Architekt, geb. 24. Juni 1825 in Valenciennes, 
t 20. Juli 1894. Errang den Grand prix de Eome, erhielt einen Auftrag zur archäo- 
logischen Forschung in Klein-Asien, wo er bis 1863 verblieb. Mit dem Bildhauer 
Double mard schuf er das Monument zum Andenken an die Vertheidigung von Paris, 
jetzt am Place Clichy befindlich. G. war Architekt des Louvre sowie der Tuilerien, 
Professor an der Ecole des beaux-arts, und seit 1866 Ritter der Ehrenlegion. Er 
schrieb eine Geschichte der Kunst und des Ornaments. 

Guillaume, Frfere, s. Marcillat, Pierre de. 

Guillaumet, Gustave, franz. Maler, geb. 26. März 1840 in Puteaux bei Paris, 
t 14. März 1887 durch Selbstmord, Schüler von Abel de Pujol, Picot und 
Barrias, lebte in Sevres und in Paris, bereiste den Orient und Algerlen, dessen 
Natur und Bevölkerung einen so tiefen Eindruck auf ihn machte, dass er fast nur 
orientalische Landschaften und Genrebilder malte. Im Museum des Luxembourg von 
ihm Das Abendgebet in der Sahara (1863) und Ansicht von Laghuat im nördlichen 
Afrika; andere Bilder von ihm Ein arabischer Markt, Die Weiber des Douar am 
Flusse (1872, Museum in Dijon), Die Feldarbeit an der Grenze von Marokko u. A. 
Er führte auch Aquarelle und Pastellzeichnungen aus. Er ward durch verschiedene 
Medaillen ausgezeichnet und erhielt 1878 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Guillaumot, Auguste Alexandre, franz. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1813 
in Paris, Schüler von Lemaitre und von Viollet le Duc, lieferte eine Menge 
architektonischer Stiche zu kunstwissenschaftlichen Werken und Eirizelblätter nach 
eigenen Zeichnungen, z. B. Die südliche Vorhalle der Kathedrale von Chartres, 
Skulpturen von Ninive, Panorama von Oran, der Statuenschmuck der Kathedrale 
von Chartres, Der Park von Marly u. a. Ansichten. Er errang sich verschiedene 
Medaillen. — Seine Brüder Claude Nicolas Eugene und Louis Etienne arbeiteten 
als geschickte Holzschneider, besonders im architektonischen Fach für Viollet le 
Ducs „Dictionnaire de l'architecture frangaise". Auch sie erhielten mehrere 
Medaillen. 

Guillelmus (Wilhelm), Bildhauer, wahrscheinlich ein Deutscher, nennenswerth 
wegen seiner um 1099 gefertigten Reliefs an der Fa^ade der Kathedrale in Modena, 
kindliche, aber selu* lebendige Darstellungen meistens aus der Schöpfungsgeschichte 
und wegen der interessanten Reliefs an der Facade von S. Zeno Maggiore in Verona, 
ebenfalls aus der Schöpfungsgeschichte und aus dem Neuen Testament. 

Guillemaiu, Alexandre Marie, franz. Genremaler, geb. 15. Oct. 1817 in Paris, 
t 25. Oct. 1880 in seinem Wohnsitz Bois-le-Roi (Seine et Marne), Schüler von Gros, 
malte anfangs Scenen aus den mittleren Ständen, später infolge seiner Reisen auch 
aus dem Leben der Bewohner der Bretagne und der Pyrenäen, sowie Jagdstücke. 
Seine Bilder meist von kleinen Dimensionen, oft etwas trocken und hart befinden sich 
in grosser Zahl in Privatbesitz zu Hamburg. Durch verschiedene Medaillen aus- 
gezeichnet, wurde er 1861 Ritter der Ehrenlegion. 

Gnülemard, Sophie, Malerin, geb. 1780 in Paris, Schülerin von Regnault, 
machte sich seit 1802 bekannt durch die historischen Bilder Alcibiades und Glycerion, 
Joseph und Potiphars Weib, auch durch Bildnisse und Genrebilder. 

Guillemet, Jan Baptiste Antoiue, franz. Landschaftsmaler, geb. 1843 in 
Chantilly (Oise), widmete sich anfangs dem Seemannsberufe und der Seemalerei, wurde 
Schüler von Corot, später vonDaubigny undCourbet, stellte zuerst 1874 eine 
Partie aus Bercy aus (im Museum des Luxembourg), ferner das alte Monaco, Küste 
von Dieppe, Aus der Umgegend von Artemar (Ain), Die Küste von Villers (Calvados), 
Saint-Suliac (He et Vilaine), Partie aus Meudon u. A. 

Guillemot, Alexandre Charles, franz. Maler, geb. 1787 in Paris, f 1831 das., 
Schüler von David, erhielt 1808 den grossen römischen Preis für sein Bild Der 
Arzt entdeckt die Ursache der Krankheit des Antiochus I. in dessen Liebe zu 
Stratonice, malte nach seiner Rückkehr aus Rom das grossartige Bild der Auferweckung 
des Jünglings von Nain, wofür er 1819 die Medaille 1. Kl. erhielt, den Tod des 
Hippolyt und 1829 die Steinigung des Stephanus. 

Guillen, span. Bildhauer des 16. Jahrb., arbeitete anfangs an der Kathedrale 
von Toledo und schuf 1548 die prächtigen holzgeschnitzten Thüren und Schränke 
in der Sakristei der Kathedrale Sta. Maria della Sede in Sevilla. 



108 GuilioK ~ Gunezrhainer. 

(iruillon, Adolphe Iren6e, franz. Landschaftsmaler, geb. 1829 in Paris, Schüler 
von Gleyre und Jules Noel, lebt abwechselnd in Vezelay (Yonne) und in Paris. 
Genannt werden von ihm : Ein schöner Septembermorgen in Morvan, Abendlandsc^haft, 
Nussbäume von Cordelle in Vezelay, Hundstage in Nieder-Burgund. 

Oninaccia, Deodato, ital. Maler der 1. Hälfte des 16. Jahrh. in Messina, einer 
der besten Schüler des Polidoro da Caravaggio, nach dessen Tode er mehrere 
seiner unvollendet hinterlassenen Werke vollendete. Von ihm in der dortigen Kirche 
Sta. Maria di Basico eine von Caravaggio begonnene Geburt Christi, von ihm selber 
eine Verklärung Christi in S. Salvatore dei Greci. Er bildete eine in Messina lange 
blühende Schule. 

Guinamand, Bildhauer und Mönch, der gegen das Ende des 11. Jahrh. in der 
Kirche St. Front zu Perigueux das Grab des Kirchenheiligen mit trefflichen Bild- 
hauerarbeiten schmückte. 

Ouisoni, Ferrao, ital. Maler des 16. Jahrh. aus Mantua, thätig von 1540—68, 
Schüler des Giulio Romano, nach dessen Cartous er die Berufung des Petrus und 
Andreas malte (Dom in Mantua). Von ihm selber in S. Andrea daselbst der Apostel 
Andreas an seinem Schrägkreuz. 

Gruitainer, Andreas, Bildhauer, geb. in Friedland in Böhmen, war gegen das 
Ende des 17. und im Anfang des 18. Jahrh. in Prag thätig, wo sich von ihm die 
Säule der Heil. Dreieinigkeit, auf dem Hradschin die der unbefleckten Erapfängniss 
der Maria und in der Strahowerkirche die Statue des Heil. Hermann befinden. 

GrTutton, Gaston Victor Edonard, franz. Bildhauer, geb. 24. Febr. 1826 in 
La Roche sur Yon (Vendee), ging von der Jurisprudenz zur Bildhauerkunst über, 
und wurde 1846 in Paris Schüler von Menard und nachher von Rüde. Nachdem 
er 1850 mit dem Heil. Ludwig der einen Verwundeten tröstet, dehütirt hatte, bildete 
er sieh in Italien weiter aus. Seine Hauptwerke sind : Leander (1857), Der Wanderer 
und die Taube (Bronze, 1861, beide im Luxembourg), Die Erwartung, Hypatia von 
den Christen gesteinigt (1863), Amor (Bronze, 1866), Eva mit der Schlange (1875, 
im Jardin des Plantes zu Paris), die Gipsgruppe der von der Gerechtigkeit beschützten 
Unschuld (1876) und mehrere treffliche Büsten. 1857 und 1861 Medaille 2. Kl. 

Cruizzardi, (Giuseppe, ital. Maler, geb. 1779 in Bologna, f 1867 das., der 
nur bekannt ist durch sein treffliches Bild eines Aeskulap in der Akademie seiner 
Vaterstadt, und sich später der Restaurirung alter Bilder widmete. 

Onldenmandt, Hans, Formschneider, geb. in Nüi'nberg, wo er zwischen 1518 
und 1545 thätig war. Eines seiner Hauptblätter von 1526 die angeblich von A. Dürer 
entworfene sinöbildliche Darstellung des Weltlaufes, ferner die grossen Blätter mit 
dem Triumph Kaiser Karls V., 15 Blätter der Truppen Solimans aus der Belagerung 
von Wien 1529, zwei verschiedene Folgen deutscher und schweizerischer Landsknecht 
aus den Kriegen mit Frankreich 1507 — 24, Bildnisse von Franz L, König von Frankreich, 
des Markgrafen Albrecht von Brandenburg und des Hans Sachs im Alter von 51 Jahren. 

Oumery, Charles Alphonse, franz. Bildhauer der idealen Richtung, geb. 

14. Juni 1827 in Paris, f 20. Jan. 1871, Schüler von Toussaint, erlangte 1850 
den grossen Preis für Rom, wo er seine Ausbildung vollendete. Unter seinen trefflichen 
decorativen Werken sind zu nennen : die Statuen der Wissenschaft und der Juris- 
prudenz für das Denkmal des Präsidenten Favre in Chambery, die vergoldete Gruppe 
der lyrischen Poesie mit den Musen und den Genien des Ruhmes an der Fa^ade der 
Neuen Oper in Paris und andere ideale Gebilde von grosser Anmuth. Er wurde 
1855, 57, 59 und 1863 durch Medaillen ausgezeichnet. 

Onmiel, Pedro, span. Architekt aus Alcalä, baute dort gegen das Ende des 

15. Jahrh. das Collegium des heil. Ildefons in spätgothischem Stil mit grossen Höfen 
und Säulengängen von dorischer, jonischer und componirter Ordnung, auch die dazu 
gehörige Kirche. 

Gnmp, Georg Anton, Architekt, geb. 1670 in Innsbruck, f 1730 bildete sich 
in Italien aus, wurde Hofbaumeister und baute im Barockstil in seiner Vaterstadt 
das Gymnasium und in Gemeinschait mit C 1 a u d i u s D e 1 e v o die St. Jakobskirche 
(1722 and 23). 

Gnndelach, Matthäus, s. Gondolach. 

Gnnezrhainer, Johann, Baumeister in München, f 1 763, baute im Stil der damaligen 
Zeit das vom Baumeister Andreas Wolf(t 1719) begonnene Kloster Scheftlarn. 
Sein frühester Bau ist 1722 das Hotel zu den 3 Mohren in Augsburg; von ihm stammt 
auch der Entwurf des prächtigen Palais Törring (1740, jetzt Oberpostamt) in 
München und die dortige unbedeutendere Damenstiftskirche. 



öunkel - Öathers. 109 

Gunkel, Friedrich, Historienmaler, geh. 1820 in Kassel, f 24. Febr. 1876 in 
Rom durch Selbstmord, Schüler der Akademie seiner Vaterstadt, malte in Rom grosse 
Historienbilder im Geist des Corneliirs, z. B. Die Arminsschlacht im Teutoburger 
Walde (1864, im Maximilianum zu München), Die Schlacht am Granikus zwischen 
Alexander d. Gr. und Darius (Galerie Schack in München), Die Auferstehung Christi. 
Odysseus von Leukothea gerettet (Carton), Die Gründung von München (iNational- 
museum das.). 

Gunst, Pieter van, hoUänd. Kupferstecher, geb. 1667 in Amsterdam, f 1724. 
Er stach 9 Blätter mit Liebschaften der Götter nach Tizian, 5 Blätter mit den 
Schlachten Alexanders d. Gr. nach Lebrun, und zahlreiche Bildnisse nach van Dyck, 
V. d. Werff und G. Kneller. 

Gnrk, Eduard, Maler, geb. 1802 in Wien, f 1841, Schul »^r der dortigen Akademie, 
machte im Gefolge des Erzherzogs Friedrich die Expedition nach Syrien mit, und 
malte viele dortige Punkte, starb aber an der Pest. Von ihm im Besitz des österr. 
Kaisers viele architektonische Aquarelle. 

Gurlitt, Heinr. Lonis Theodor, Landschaftsmaler, geb. S.März 1812 in Altona, 
wurde 1829 in Hamburg Schüler von B endixen, setzte 1832 seine Studien in 
München fort, besuchte 1835 — 38 die Akademie in Kopenhagen und bereiste von dort 
Skandinavien und Jütland. 1839 besuchte er Tirol und Oberitalien, lebte wieder in 
Kopenhagen, wo er Mitglied der Akademie wurde, ging 1843 nach Düsseldorf und 
bald nachher nach Unteritalien und Sizilien. Nach seiner Rückkehr lebte er bis 1848 
in Berlin und ging 1861 nach Wien, von wo aus er Dalmatien, Italien und Griechenland 
besuchte. 1860 zog er nach Gotha, bereiste 1868 Spanien und Portugal, liess sich 
1873 in Dresden nieder und nahm dann seinen Wohnsitz in dem benachbarten Plauen. 
Unter seinen zahlreichen, nach der Natur der von ihm bereisten Länder sehr 
verschiedenen Landschaften sind die auch durch die Farbenpracht schönsten die des 
Südens, z. B. Die krissäische Ebene in Griechenland, Ebene bei Theben, Römische 
Campagna (1846), Landschaft aus dem Albaner Gebirge (1850, Nationalgalerie in 
Berlin), Der Nemisee, Abend im Kloster Dusaco in Portugal (1875, Museum in Dresden), 
Buchenwald am Plöner See, Kellersee in Holstein (1865, beim Grossherzog von 
Oldenburg), Jütländische Landschaft (1882) und viele Andere. Er ist Professor der 
Malerei und Mitglied der Akademien von Madrid und Kopenhagen. 

Gusmann, Adolf, einer der besten Formschneider der Gegenwart, der seit 
1840 folgende Hauptblätter lieferte: Napoleon auf dem St. Bernhard nach David, 
Psyche und Zephyr nach Prud'hon, Die göttliche Gerechtigkeit und die Rache nach 
demselben, Der von Engeln getragene Leichnam der heil. Katharina nach Mücke und 
zahlreiche Blätter in illustrirten Werken. 

Gussow, Karl, Genremaler, geb. 25. Febr. 1843 in Havelberg, bezog die Kunst- 
schule in Weimar, wo er sich an Arthur v. Ramberg anschloss, der sowie später 
Pauwels, in coloristischer Beziehung einen wohlthätigen Einfluss auf ihn ausübte 
1867 ging er nach München, wo ihn aber die Schule Pilotys nicht zu fesseln vermochte, 
so dass er nach einer Studienreise in Italien nach Weimar zurückkehrte. Infolge 
seiner ersten kleinen Genrebilder (1870) wurde er Professor an der dortigen Kunst- 
schule und entfaltete hier und seit 1874 an der Kunstschule in Karlsruhe eine 
bedeutende Lehrthätigkeit. Später wurde er an die Akademie in Berlin berufen, wo 
er 1876 in seinen Genrebildern Das Kätzchen, Der Blumenfreund und Verlorenes 
Glück einen entschiedenen, zum Theil fast caricirenden Realismus und ein meisterhaftes 
Colorit zeigte ; sein ganzes Streben gipfelt in der Charakteristik durch die Wirkungen 
der Farbe. Ganz anders das scherzhafte Bild Die Venuswäscherin und 1877 das 
coloristisch meisterhafte Bild Willkommen, das in seinem Realismus fast an der 
Grenze der Wirklichkeit steht. Dazu kamen später noch das Bild Die beiden Alten 
und mehrere Bildnisse, z. B. das der bekannten Schriftstellerin Ossip Sohubin (Aloysia 
Kirschner), des Dichters Jul. Wolff und des Architekten Paul Wallot. 

GutekuHBt, Johann Gottlob, Maler, geb. 1801 in Tübingen, f 1858 in Stuttgart, 
bildete sich 3 Jahre in Italien, schmückte das Landhaus Rosenstein bei Stuttgart mit 
8 anmuthigen Fresken aus dem Mythus von Amor und Psyche und malte Bildnisse. 
Seit 1849 verband er die Photographie mit der Aquarellmalerei. 

Gathers, Karl, Maler, geb. 1844 in der Schweiz, kam mit seinen Eltern 18.') 1 
nach Nordamerika, wo sich sein Vater, ein Bildner in Terracotta, dessen Schüler er 
wurde, in Cincinnati niederliess. Dann aber widmete er sich, in Memphis (Tennesseei 
der Bildnissmalerei, ging 1868 nach Paris und trat in die Ecole des beaux-arts. Beim 
Ausbruch des Krieges 1870 ging er nach Belgien, studirte in Brüssel und Antwerpen 



110 Gutierrez — Guzzardi. 

umi Hess sich 1871 in Rom nieder, wo er als sein erstes bedeutendes Bild Das 
Erwachen des Frühlings malte. 1873 kehrte er nach Amerika zurück und zog 1874 
nach St. Louis. Neben zahlreichen Bildnissen sind zu nennen die Bilder Ecce homo, 
Abend am Nil und eine Sappho. 

Gutierrez, Juan Simon, span. Maler des 17. Jahrb., war i 664— 72 Mitglied 
der Akademie in Sevilla. Von ihm im dortigen Museum 4 eicht unbedeutende Bilder 
aus dem Leben des heil. Dominicus. 

Guttenberg, Heinricli, Kupferstecher und Radierer, geb. 29. April 1749 in 
Wöhrd bei Nürnberg, t 16. Jan. 1818 in Nürnberg, Schüler seines Bruders K a r 1 Q., 
und von J. G. Will e, wurde durch seine Schüler Friedrich Geissler und Albert Reindel 
der Begründer der neueren Nürnberger Stecherschule. Er lebte lange in Paris. Zu 
seinen besten Blättern gehören : Nach Baroccio Die Ruhe auf der Flucht nach 
Aegypten, nach Dietrich Die Auferweckung des Lazarus, Die Rückkehr des verlorenen 
Sohnes, Die Taufe des Kämmerers aus dem Mohrenlande durch Philippus, nach 
Rubens Die Kreuzabnahme, nach Cigoli Die büssende Magdalena, nach J. M Moreau 
Die letzten Augenblicke Rousseaus und einige Bildnisse nach Rembrandt und 
van Dyck. 

Gattenberg, Karl, Zeichner und Kupferstecher, geb. 21. Aug. 1743 in Wöhrd 
bei Nürnberg, f 1792 in Nürnberg, Bruder des Vorigen, Schüler von Preisler und 
Wille, lebte seit 1780 in Paris bis die Revolution ihn zur Rückkehr in sein Vaterland 
veranlasste. Seine Hauptblätter sind : Der Ausbruch des Monte novo nach Fragonard, 
Der Chemiker nach Mieris, Der flämische Tanz nach P. van Mol, Der öffentliche 
Schreiber nach Pierre Alexandre Wille, Wilhelm Teil auf dem Vierwaldstätter See 
nach Füssli, Die holländische Abendgesellschaft nach Rembrandt und einige Bildnisse. 

Guttmann, Jakob, Bildhauer, geb. 1811 in Arad, bildete sich seit 1833 als 
Autodidakt zum Graveur, trat 1843 in die Akademie in Wien, widmete sich der 
Plastik und ging nach Rom, wo er eine Büste des Papstes Pius IX., Grabdenkmäler 
und andere Büsten verfertigte. 1857 verfiel er in Irrsinn. 

Guy, Seymour Joseph, Genremaler, geb. 1824 in England, begann hier seine 
künstlerische Ausbildung und zog 1854 nach New-York, wo er von der Bildniss- 
malerei zum Genre überging und in der Darstellung der Kinderwelt grosse Erfolge 
erzielte. Seine lebensvollen Bilder sind von glänzendem Colorit, aber oft zu minutiös 
in den Details. Seine besten Bilder sind Die gute Schwester (1868), Der kleine 
Fremdling, Das Spiel auf der Maultrommel (1870), Der Gang zur Oper (1874), Die 
erste Liebesarbeit (1876), Das Schlafengehen der Kinder. 1865 vrurde er Mitglied 
der Akademie in New-York und 1866 Mitglied der amerikanischen Aquarellisten- 
Gesellschaft. 

Guyard, Laurent, franz. Bildhauer, geb. 1723 zu Chaumont en Bassigny 
(Marne Buperieure), f 1788 in Carrara, widmete sich auf Anregung Voltaires der 
Malerei, ging aber bald unter seinem Landsmann Bouchardon zur Bildhauerkunst 
über, erhielt 1750 den grossen Preis für Rom, copirte hier nach antiken Meister- 
werken und schuf in Paris eine Statue des ruhenden Mars. Später wurde er an den 
Hof von Parma berufen und arbeitete in Carrara an einem Denkmal des heil. Bernhard 
für die Abtei Clairvaux. — Seine Biogr. von Varney (1861). 

Guybert, Nicolas, franz. Bildhauer des 16. Jahrb., geb. in Chartres, Schüler 
des Jean Soulas, schuf 1542 für die dortige Kathedrale Notre Dame eine wohl- 
gelungene Gruppe der Taufe Christi und die bald nachher durch die Anhänger der 
Reformation zerstörte Ausschmückung des Hochaltars in der Kirche zu Ablis 
(Ile de France). 

Guyski, Marceil, Bildhauer der Gegenwart, thätig in Krakau, ist vorzugsweise 
Porträtist, der in seinen Büsten die Vorzüge der klassischen und der modernen 
Auffassung vereinigt und namentlich in seinen Frauenbüsten ausgezeichnet ist. Er 
arbeitet stets in Marmor. 

Gnzman, Don Josef Cobo y, span. Maler, geb. 1666 in Jaen, f 1746inCordova, 
Schüler von Valois und Nachahmer des Seb. Martinez. Er malte in Kirchen und 
Klöstern von Cordova. 

Guzzardi, Giuseppe, ital. Maler der Gegenwart, geb. bei Catania, erhielt seine 
Ausbildung auf der Akademie in Florenz, malte 1875 das Altarbild der heil. Jungfrau 
auf Golgatha (Kathedrale von Aderno, Prov. Catania), 1876 eine oft von ihm wieder- 
holte ländliche Idylle, Müssige Augenblicke, eine Scene aus dem 17. Jahrb., Eine 
Cavalcade, Die Toilette des Grossvaters (1880), Der ungleiche Kampf und andere 
Genrebilder, die auch nach Deutschland, England und Amerika kamen. 



Guzzone — Haag. 111 

Guzzone, Sebastiano, ital. Maler, geb. 1856 bei Catania, Schüler der Akademie 
Von San Luca in Rom, begab sich 1878 nach Paris und London, wo er zahlreiche 
coloristisch bedeutende Genrebilder malte, darunter z. B. Der prämiirte Sieger im 
Turnier, Hamlet der die Geschenke der Ophelia zurückweist, Die Vorstellung der 
Braut, Der Erstgeborene, Petrarcas Tod in seiner Bibliothek zu Arquä. bei Padua. 

Oysaerts, &nalteru8, niederl. Blumenmaler des 17. Jahrb., trat 1670 in die Lucas- 
gilde zu Antwerpen. Von ihm im Eeichsmuseum zu Amsterdam eine Blumenguirlande. 

Gysbrechts, Cornelius, Maler, der im Anfang des 17. Jahrb. in Hamburg 
lebte. Von ihm in der Galerie zu Augsburg ein allegorisches Bild der Vanitas. Er 
war auch im Stillleben ausgezeichnet. 

Gysels, Pieter, niederl. Landschaftsmaler, geb. im Dec. 1621 in Antwerpen, 
t 1690 das., Schüler des Jan Boots, trat 1642 in die dortige Gilde, malte als 
Nachahmer Jan Bruegbels vorzugsweise Landschaften, von denen sich eine grosse 
Zahl im Museum zu Dresden, ein sicheres Bild im Museum zu Berlin und eins im 
Städelschen Institut zu Frankfurt a. M. befinden, während dagegen die inm zuge- 
schriebenen Stillleben, Blumen- und Fruchtstücke wahrscheinlich von einem jüngeren 
Peter Gysels herrühren. 

Gysis, Nicolaus, griech. Historien- und Genremaler, geb. I.März 1842 auf der 
Insel Tinos im Archipelagus, kam als Knabe nach Athen, wo er Zeichenunterricht 
erhielt und vom 17.— 21. Jahre die polytechnische Schule durchmachte. Dann setzte 
er seine Studien in München fort, trat in die Akademie und war 4 Jahre Schüler 
Pilotys. Auf sein erstes bedeutendes Bild Joseph in Aegypten als Traumdeuter 
folgten Judith am Lager des Holofernes, Die Hundevisitation, Die Waisenkinder und 
als Preisaufgabe der Akademie Die Wirkung der Sedansnachricht. 1872 kehrte er 
nach Athen zurück und bereiste Kleinasien. Eine Frucht dieser Reise war sein 
bekanntes Bild Der Hühnerdieb in Smyrna (Mus. in Dresden). 1874 zog er wieder 
nach München und brachte unter der Aegide Pilotys mehrere orientalische Genre- 
bilder, von denen die bekanntesten sind : Maler auf der Studienreise im Orient, Kinder- 
verlobung in Griechenland, das Bild Schwere Stunden sehr traurigen Inhalts und seit 
den 80er Jahren auch grössere allegorische Darstellungen, z. B. Die Kunst und ihre 
Genien. Seine vorzüglichsten Bilder sind die aus seiner griechischen Heimath und 
dem Morgenlande. Seine 1888 in München ausgestellte Frühlingssymphonie zeigte 
eine wunderbare feine Stilisirung in Form und Farbe. 



H. 

Haacli, Ludwig, Historienmaler, geb. 3. Nov. 1813 in Dresden, f 24. März 
1842 in Rom, trat in die Porzellanmanufaktur in Meissen und 1830 in die Akademie 
in Dresden, bezog 1837 die Akademie in Düsseldorf unter Tb. Hildebrandt und 
ging 1841 nach Italien. Schon 1836 begann er die enkaustische Ausmalung eines 
Saales im Hause des Buchhändlers Barth iu Leipzig mit Bildern der geselligen 
Häuslichkeit, malte die Söhne Jakobs, die ihrem Vater den blutigen Rock Josephs 
bringen, Christus auf stürmischem Meere (Hauptbild), Elieser und Rebekka und die 
unvollendet gebliebenen Heil. 3 Könige vor Herodes. Von ihm auch 8 Radierungen 
und 2 Lithographien. 

Haag, Georg Marcel, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1652 in Bopfingen 
(Württemberg), f 1719 das., Schüler von Schönfeld in Augsburg, bildete sich seit 
1674 in Rom und später in Venedig unter dem Einfluss von Paolo Veronese. 
Dann malte er 1682 für die Hauptkirche in Nördlingen Christi Fusswaschung durch 
Magdalena, in Bopfingen das Epitaphium seines Vaters und einige Bildnisse. 

Haag, Karl, Aquarellmaler des ethnographischen Genres, geb. 20. April 1820 
in Erlangen, besuchte seit 1837 die Kunstschule in Nürnberg und bildete sich weiter 
in München und in Rom, kam dann 1847 nach England, wo er sich ganz der Aquarell- 
malerei widmete. Zur Erweiterung seines Stoffgebiets bereiste er Italien und den 
Orient und malte ethnographische Bilder von charaktervoller Auffassung und meister- 
haftem Helldunkel. Zu den bedeutenderen gehören: Der Schreck in der Wüste, 
Gefahr in der Wüste, Andacht eines Beduinen, Die Sphinx von Gizeli und die 
Pyramide des Cheops, Grosses Panorama von Palmyra, Abend iu Baimoral, Die 
königliche Familie den Lochna-Garaidh (Grafschaft Aberdeen) besteigend und die im 



112 Haan — Haas. 

deutschen Klub 1876 ausgestellten 88 Studien, Skizzen und ausgeführten Bilder.* 
Er lebt als Hofmaler des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha in Hampstead bei 
London und ist Mitglied der Gesellschaft der Londoner Aquarellisten, 

Haan, Anton, ungarischer Maler, geb. 1826 in Bekes-Csaba, wurde auf der 
Akademie in Wien Schüler von Kupelwieser und ging dann nach Italien. Im 
Museum zu Budapest von ihm ein Bild der Leda mit dem Schv?an, ein Genrebild, 
ein Bildniss des Papstes Pius IX. und einige Copien nach Bildern Raffaels. 

Haanebrink, Willem Albertus, holländ. Maler, geb. 1762 in Utrecht, f 1840, 
machte sich eine Zeitlang bekannt durch gute Gesellschaftsstücke. Er war Mitglied 
der Akademie von Amsterdam. 

Haanen, Adriana van, Blumen- und Stilllebenmalerin, geb. 15. Juni 1814 in 
Osterhoudt (Nordbrabant), Schwester des Remi v. H., malte mit breitem Pinsel, 
z. B. Blumen am Bach, Trauben aus Palästina, Blumen und Früchte u. s. w. 

Haanen, Cecil van, Genremaler, geb. im November 1844 in Wien, Sohn und 
Schüler des Remi v. H., auch Schüler von van Lerius und von Verlat in 
Antwerpen, ging 1873 nach Venedig, wo Passini sein Vorbild wurde und nahm 
nachher seinen Wohnsitz in England, wo er grossen Beifall fand. Eines seiner 
älteren Bilder sind die gut charakterisirten Perlenarbeiterinnen (1876), die ihm die 
Medaille eintrugen, später (1883) das Genrebild Der verliebte Schuster. 

Haanen, Elisabeth Allda, verehelichte Kiers, holl. Genremalerin, geb. 1809 
in Utrecht, f 1845 in Amsterdam, Schülerin ihres Bruders Georg Gillis vanH., 
malte ansprechende Genrebilder aus dem häuslichen Leben, z. B. Holländische Bäuerin, 
Mittagsgebet eines alten Ehepaares u. A. 1838 wurde sie Ehrenmitglied der Akademie 
von Amsterdam. 

Haanen, Georg Gillis, holländ. Maler, geb. 23. Aug. 1807 in Utrecht, f 1876 
in Amsterdam, Schüler seines Vaters Kaspar van H., wurde 1835 Mitglied der 
Akademie in Amsterdam. Er malte Architektur- und Hafenbilder, Landschaften und 
Genrebilder häufig mit Lampen- und Kerzenlicht, die sehr beliebt waren. Dahin 
gehören: Winterlandschaft (1840, Neue Pinakothek in München), Holländische Haus- 
flur (1841, Museum in Leipzig), Abendschule, Inneres einer Kirche, Feuersbrunst in 
einem holländischen Hafen und mehrere Mondscheinlandschaften. 

Haanen, Remi van, holländ. Landschaftsmaler und Radierer, geb. 5. Jan. 1812 
in Oosterhoudt (Nordbrabant), f l-^- Aug. 1894 in Aussee, Schüler seines Vaters 
Kaspar van H. und des Janv. Ravenswaay in Hilversum, bereiste einen 
grossen Theil von Europa, lebte in Frankfurt, London, St. Petersburg und liess sich 1836 
in Wien nieder. Er malte Wald- und Winterlandschaften, darunter viel Mondschein- 
bilder, in Oel und in Aquarell, die meistens poetisch angelegt und gut durchgeführt 
sind. Bedeutend sind darunter: Landschaft aus de Theissgegend, Winterlandschaft 
(1835, Nationalgalerie in Berlin), Eichenwald im Winter (Rudolfinum in Prag), Partie 
in Gelderland, Waldinterieur, Gewitter nach Sonnenuntergang und viele Andere. 
Auch seine Radierungen nach eigener Zeichnung sind ausschliesslich Landschaften. 
Er war Mitglied der Akademien von Amsterdam, Wien, Mailand, Venedig und 
St. Petersburg und Ritter der Eichenkrone. 

Haausberge, s. Haensbergen, Johannes van. 

Haarlem, Geertgen (Gerhard) van, genannt Sint Jans, Maler der 2. Hälfte 
des 15. Jahrb. iaHaarlem, Schüler von A 1 b. v. u w a t e r , malte für die Johanniter- 
Ordens-Conithurei in Haarlem ein Triptychon, von dem sich im Hofmuseum zu Wien 
die Flügelbilder der Kreuzabnahme und der Geschichte der Gebeine Johannis d. T. 
befinden, die an die Malweise des Qu. Massys erinnern ; im Rudolfinum zu Prag ein 
Flügelaltar mit dem Mittelbilde der Anbetung der Könige. 

Haas, Jean Hubertus Leonardus de, holländ. Thiermaler, geb. 23. März 1832 
in Hedel (Nordbrabant), f 16. Aug. 1880 in Brüssel, Schüler des Jan van Oos in 
Haarlem, widmete sich hier der Landschafts- und Thiermalerei, und zog 1857 nach 
Brüssel, avo er glänzende Erfolge errang, z. B. 1861 durch das tragische Bild Nach 
der Ueberschwemmung, Unter seineu warm und kräftig colorirten Thierbildern sind 
zu nennen : Pferde bei Regenwetter, .Junger Stier au der Fähre, Landschaft mit Vieh 
bei Arnheim, das humoristische Aquarell: Trio von Eseln, Die 3 Gesellen, Kühe auf 
der Weide (Nationalgalerie in Berlin), Die Kühe des Tagelöhners und viele Aehnliche. 
Nach mehreren seiner Bilder brachte er selbst Radierungen. 1869 erhielt er die 
Müncbener goldene Ehrenmedaille, war Offizier des belgischen Loopolds-Ordens und 
der italienischen Krone, sowie Ritter des preussischen Kronen- und österreichischen 
Franz- Josephs-Ordens. 



Haas — Hackaert. 113 

Haas, Johann Jakob Oeorg, Kupferstecher, geb. 1756 in Kopenhagen, t 10. Mai 
1817, Schüler der dortigen Akademie, wo er mit dem Stich Der Prophet Elias auf 
dem Berge Karmel nach eigener Zeichnung die goldene Medaille errang. Dann setzte 
er in Paris unter Nicolas Delaunay seine Thätigkeit fort und brachte noch 
mehrere Blätter, infolge deren er nicht allein 1776 die grosse goldene Medaille der 
Akademie erhielt, sondern auch Mitglied derselben, Professor und dänischer Hof- 
kupferstecher wurde. 

Haas, Johann Meno, dänischer Kupfersteclier, geb. 30. Mai 1752 in Kopenhagen, 
t 16. Oct. 1833 in Berlin, war Schüler von Joh. Dan. Preisler und in Paris 
Schüler von Delaunay, wurde 1786 nach Berlin berufen, um Galeriebilder zu stechen, 
arbeitete später auch für Buchhändler. Seine Hauptblätter sind : Die Verstossung der 
Hagar durch Abraham nach Gov. Flinck, Der deutsche Fürstenbund nach B. Rode, 
König Waldemar II. nach der Schlacht bei Wolmar nach Lorentzen, Friedi-ich d. Gr. 
zu Pferde nach L. Wolff und andere Bildnisse. 1793 wurde er Mitglied der Berliner 
Akademie. — Sein Bruder Joh. Georg H., ebenfalls Kupferstecher, geb. 1753 in 
Kopenhagen, stach Hercules und Diomedes nach J. B. M. Pierre und General Steenbocks 
Unterwerfung vor Tönning 1713 nach Lorentzen. — Sein zweiter Bruder, Christian 
Peter H., geb. 1754 in Kopenhagen, stach Ansichten für Reisewerke und war Ehren- 
mitglied der Berliner und Pariser Akademie. 

Haase, Karl von, Genremaler, geb. 1844 in Spandau, Schüler der Akademie 
in Leipzig unter Hennig und Gust. Jäger, Atelierschüler von Wilh. Sohn 
und Ernst Bosch in Düsseldorf und von P au weis in Dresden, wo er seit 1875 
lebt. Unter seinen Bildern sind zu nennen: Die Kartenspieler (1870, Museum in 
Breslau), Einkehr des Jägers, In der Kriegsgefangenschaft (1883), Eine Attake (1884). 

Haastert, Isaak van, holländ. Maler und Kupferstecher, geb. 1753 in Delft, 
t 1834 das., malte Stadtansichten, auch Landschaften mit Thieren, stach 2 Blätter 
mit Thieren, war auch Dichter und Naturhistoriker. 

HabeHus, kölnischer Maler des 17. Jahrb., nur bekannt durch ein Bild ipi 
Museum zu Köln mit 2 Rattenfängern. 

Habelmann, Paul Sigmund, Kupferstecher, geb. 17. Juli 1823 in Berlin, 
t 20. März 1890 das., bildete sich unter Buchhorn zu einem tüchtigen Stecher in 
Linienmanier und in Mezzotinto. Seine besten Blätter sind: Der Grosse Kurfürst 
bei Fehrbellin nach Eybel, Friedrich II. bei der Huldigung der Stände Schlesiens 
nach Menzel, Der Hauslehrer nach Vautier, die Figur der Malerei nach Kaulbach im 
Neuen Museum zu Berlin (Linienstich), Das Kinderfest nach Knaus, Der Gang nach 
Emmaus, Christus erscheint der Maria Magdalena und Abschied Christi von seiner 
Mutter, alle 3 nach . Plockhorst. 

Habeuschaden, Sebastian, Thier- und Landschaftsmaler, Radierer und Former 
von Thier bildei-n, geb. 29. März 1813 in München, f 7. Mai 1868 das., SchtÜer der 
dortigen Akademie, wo er sich dem Thierfach widmete, besuchte für sein Fach die 
Alpengegenden und Italien. Unter seinen Oelbildern nennen wir nur : eine Landschaft 
in der Sammlung Sjoeck-Sternburg zu Lützschena bei Leipzig, Heimkehr von der Alm, 
Kühe im Bach, Die Heuernte (1850), Landleute auf dem Felde, Der Morien auf dem 
Lande, Die Burg Schwäneck. Aehnlichen Inhalts sind seine nicht zahlreichen 
Radierungen. 

Habermann, Hugo von, Genre- und Bildnissmaler, geb. 15. Juni 1849 in 
Dillingen, ging vom Militärstande zur Kunst über, wurde in München Schüler der 
Akademie und P i 1 o t y s, besuchte Italien, Paris und Brüssel und liess sich in München 
nieder. Von ihm die in Zeichnung und Farbe erfreulichen Bilder : ein Altarblatt 
der heil. Katharina (1378), Bin Sorgenkind (188Q), Im Kranicenzimmer (1887), Die 
Netzflickerin und viele besonders gut gelungene Kopfstudien und Bildnisse. 

Hablitschek, Franz, Kupfer- und Stahlstecher, geb. 2. März 1824 in Nürnberg, 
t 30. März 1867 das., Schüler von Poppel, stach das Sacramentshaus der dortigen 
Lorenzkirche nach C. Mayer und das Innere der Klosterkirche zu Denkendorf 
(Württemberg) nach Paul Ritter. 

Haccon, Johannes CorneHs, holl. Landschaftsmaler, geb. 1798 in Middelburg, 
t 1839 in London, war ein geachteter Maler von Winterlandschaften und Marinen. 

Hackaert, Jan, holländ. Landschaftsmaler, geb. 1629 in Amsterdam, f 1699, 
machte seine Naturstudien in der Schweiz und Italien und malte hauptsächlich in 
Amsterdam Landschaften von trefflicher Luftperspektive meistens mit Staffage von 
A. V. do Velde und Lingelbach. Seine besten Bilder, unter denen die aus dem südlichen 
Europa von feurigem, sonnigem Ton sind, befinden sich : im Reichsmuseum zu Amsterdam 
Allgemeines Kilustler-Lexioon 5. Aufl. 2. Band. 8 



1X4 Hacker — Haeberlin. 

Die Eschenallee, in der Nat.-Gal. zu London Hirschjagd, in de^ Pinakothek zu 
München Jäger im Buchenwalde (Staffage von A. v. d. Velde), im Museum zu Berlin 
eine ital. Landschaft mit Heerden (Staffage von dems.), im Museum zu Dresden eine 
belebte Landstrasse am Bergabhange, und Andere in engl. Privatsammlungeu. Er 
radierte auch einige Landschaften. 

Hacker, Horst, Landschaftsmaler, geb. 8. April 1842 in Leipzig, Schüler von 
Richard Zimmermann in München, bildete sich mehr durch Reisen in Italien, 
der Schweiz und den Gebirgen Oesterreichs. Zu den bedeutendsten, meist den Alpen- 
gegenden entlehnten Landschaften, gehören : Motiv aus dem Oetzthal, Das Wetterhorn, 
Obersee bei Berchtesgaden, Winterabend im Eichenwalde (1885, Rudolfinum in Prag), 
Der Gosausee, Die Axenstrasse bei Flüelen, Hammerschmiede im Winter und viele 
Andere. 1875 erhielt er die Londoner Medaille. Er lebt in München. 

Hackert, Jakob Philipp, Landschaftsmaler, geb. 15. Sept. 1737 in Prenzlau 
(ükermark), f 28. April 1807 auf seiner Villa bei Florenz. Er wurde 1753 Schüler 
der Akademie in Berlin, machte 1762 eine Studieareise an die Ostsee und nach Rügen 
und ging 1765 nach Paris, wo er Bilder von Joseph Vernet copirte. Von 1768—82 
lebte er in Rom, von wo aus er zahlreiche Reisen nach Italien und der Schweiz machte. 
Dann siedelte er nach Neapel über, wurde der sehr begünstigte Kammermaler des 
Königs und Hess sich zuletzt 1803 in seiner Villa bei Florenz nieder. Seine vielen, 
meistens italienischen Landschaften, sind von correcter, naturgetreuer Zeichnung und 
klarer Luftperspektive, aber ziemlich prosaisch und nüchtern mit oft allzu buntem 
Vordergrund. Diese, sowie seine Sepiazeichnungen sind über alle Sammlungen ver- 
breitet ; die besten wohl die 5 grossen Landschaften der Tageszeiten in der Villa 
Borghese zu Rom, andere Bilder von ihm in den Museen zu Kassel, Hamburg, Gotha, 
Weimar, Oldenburg und Montpellier. Da er für die Kaiserin Katharina II. von 
Russland den Sieg der russischen Flotte bei Tscheschme über die türkische Flotte 
(1770) malen sollte und das Auffliegen eines Schiffes nie gesehen hatte, so wurde, um 
ihm diesen Anblick zu verschaffen, eine alte russische Fregatte bei Livorno in die 
Luft gesprengt. Die Bilder dieses Ereignisses und anderer Seesiege der Russen finden 
sich im Schloss Peterhof bei St. Petersburg. Er radierte auch Gegenden aus Frankreich, 
aus Pommern, von der Insel Rügen, aus Schweden und aus der Umgegend von 
Neapel. — Er hatte 4 Brüder: Johann (Jottlieb (geb. 1744), Georg Abraham (geb. 
1755, t 1805), Karl (geb. 1740) und Wilhelm (geb. 1748), von denen die 3 ersten 
Landschafts-, der vierte Historienmaler von untergeordneter Bedeutung waren. Sie 
starben alle vor Jakob Philipp. 

Hackl, Grabriel, Genremaler, geb. 24. März 1843 zu Marburg in Steiermark, 
besuchte die Akademie in Wien und ging 1870 nach München, wo er in die Akademie 
eintrat, Schüler von Piloty und 1878 Lelirer an der Akademie wurde. Als seine 
Hauptwerke werden genannt : Betstunde der Pietisten, Ein Wunderkind, Der neue 
Schulinspektor, Der Waffenschmied, Der Urlauber Heimkehr vom Kriege, Ungebetene 
Gäste (1883), Der Fechtunterricht (1885). 

Hadamar, Auguste, franz. Genremaler, geb. 1. Dec. 1823 in Metz, f im März 
1886 in Paris, Schüler des Paul Delaroche, debütirte 1847 mit einem jüdisclien 
Passahfest im 17. Jahrb., dem nachher mehrere recht verdienstliche Genrebilder 
folgten, z. B. Das Innere eines Ateliers, Die Backstube, Die verbotene Frucht (1869), 
Die Versuchung, Der Verweis (1870), Zwischen Hund und Katze (1872), Franctireur' 
auf der Lauer ; dazu zahlreiche Bildnisse und Illustrationen für Blaues „Histoire des 
peintres de toutes les ecoles" und das „Magasin pittoresque" . 

Haden, Francis Seymour, engl. Radierer, geb. 1818 in London, studirte Medicin 
und wurde praktischer Arzt. Als Liebhaber hat er die Radierkunst ergriffen and 
mit grösstem Erfolg ausgeübt. Ein leidenschaftlitdier Sammler Rembrahdtscher 
Blätter und verständiger Kenner von dessen Kunst, hait er im Allgemeinen sich an 
die Art Rembrandts gehalten, ohne sich als Kind des 19. Jahrhunderts zu verleugnen. 
Am besten sind seine Landschaftsradierungen vermöge der überaus feinen Beobachtung 
subtiler Lichteffekte, so z. B. in dem Morgen in Kensington Gardens, Sonnenuntergang 
an der Themse, Marlech etc. Seine Vorwürfe entnahm er meist der Umgegend Londons. 
Andere seiner vorzüglichsten Platten sind : Fulham, Egham Lock, Old Chelsea, Sunset 
in Ireland, Kew-Gardens etc. H. ist Praesident der Royal Society of Painter Etchers. 
Katalog seiner Werke von Drake, London 1880. 

Haeberlin, Karl, Historienmaler, geb. 6. December 1832 in Oberesslingen, 
(Württemberg), besuchte seit 1850 die Kunstschule in Stuttgart, wurde 1852 in 
Düsseldorf Schüler von Wilh. v. Schadow und 1858 in München Schüler von 



Haebler — Haelszel. 115 

Piloty. Dann bereiste er Frankreich und England, lebte einige Jahre in Italien 
und nahm 1866 seinen Wohnsitz in Stuttgart, wo er als Professor an der Kunatschule 
1883 in den Ruhestand trat. Unter seinen Bildern von gesundem Realismus und 
tüchtigem Colorit nennen wir : Der Tod Franz v. Sickingens, Scenen aus dem ersten 
schleswig-holsteinschen Kriege, Prinz Alexander v. Württemberg in der Schlacht bei 
Peterwardein, Aufhebung des Klosters Alpirsbach (diese beiden im Museum in Stuttgart), 
Die Weiber von Schorndorf, Gefangennahme Savonarolas, Tezels Wanderzug durch 
Sachsen, Einbringung einer Räuberbande in ein schwäbisches Städtchen; ausserdem 
Cartons für SgraflSto-Malereien an der Bürgerschale in Stuttgart und Wandbilder im 
Insel-Hotel zu Konstanz. 

Haebler, Karl Friedricli, Landschaftsmaler, geb. 20. Nov. 1801 iu Grossschönau 
bei ZittaiP, f im Juni 1876 in Dresden, wo er die Akademie besuchte, Atelierschüler 
Traugott Fabers war und vorzugsweise Landschaften aus der Umgegend von 
Dresden und dem Riesengebirge malte. 

Hafner, Karl, Landschaftsmaler, geb. 14. Febr. 1814 In Lübeck, f 7. April 
1873 in München, wo er 1838 seinen Wohnsitz genommen und namentlich Landschaften 
aus den bayrischen Hochgebirgen, Vom Kochelsee, Walchensee und der Gegend von 
Brannenburg malte. 

Haeften, Nicolaus van, holländ. Genremaler, Kupferstecher und Arbeiter in 
Mezzotinto, thätig in seiner Vatefstadt Gorkum und in Antwerpen um 1690 — 1710, 
malte vorzugsweise Raucher, Trinker und Leute aus den niederen Ständen. Aehnlichen 
Inhalts sind seine nicht zahlreichen Schwarzkunstblätter und seine Radierungen, 
z. B. Das Tischgebet, 5 singende Männer, 3 alte Frauen beim Mittagsmahl (1694), 
5 Frauen am Fenster, Der Charlatan, Der Toast, Der Liebesantrag. 

Hähuel, Ernst Julius, einer der bedeutendsten Bildhauer der Neuzeit, geb. 
9. März 1811 in Dresden, f 22. Mai 1891 das., studierte anfangs in seiner Vaterstadt 
und seit 1830 in München die Architektur, wandte sich aber schon dort und auf der 
Akademie in Florenz zur Plastik. In Rom, wo ihn die Grossartigkeit der Arbeiten 
Michelangelos fesselte, entstand als seine erste grössere Arbeit das Gipsreüef : Penelope 
und Telemach bei den Freiern. Auf dem Rückwege verweilte er 1835 — 38 in München 
im Verkehr mit Schwanthaler, Cornelius und Genelli. Einen grossen Erfolg errang 
er mit dem schwungvollen Bacchuszuge für das Hoftheater in Dresden, der, 1840 
vollendet, bei dem Brande desselben 1869 zu Grunde ging und nur noch in Abgüssen 
vorhanden ist. Bald nachher entstand das 1845 in Bonn aufgestellte Denkmal 
Beethovens, dessen kraftvolle Gestalt den Geist Hähnels viel weniger anzog als 
die geistvoll componirten Reliefs am .Postament, welche die Kirchenmusik, die welt- 
liche Musik und die Symphonie schißern. Unter seinen monumentalen Bildnissstatuen 
sind zu nennen: Kaiser Karl IV. in Prag (1848) mit den allegorischen Statuen der 
4 Facultäten am Postament, Friedrich August II. in Dresden (1866), die Reiterstatue 
des Fürsten Schwarzenberg in Wien (1867), der Dichter Theodor Körner in Dresden 
(1869), und die Leibnitz-Statue in Leipzig (1883) ; weniger befriedigend die aus Kupfer 
getriebene Reiterstatue des Herzogs Friedrich Wilhelm in Braunschweig. Unter 
seinen vielen decorativen Statuen an der Facade des Museums in Dresden als sein 
Meisterwerk der oft wiederholte feaffael, (die schönste Wiederholung im Museum zu 
Leipzig); dagegen fanden nur getheilten Beifall die Gruppen der klassischen und 
romantischen Poesie auf geflügelten Rossen über der Loggia des Neuen Opernhauses 
in Wien; reizend wiederum sein Bacchus Ganymed und Amor die sich an dem 
Streit eines Adlei;^ mit einem Panther ergötzen; endlich noch Die sitzende Eva 
die den Abel an ihre Brust drückt während der neidische Kain ihn zu ver- 
drängen sucht. H. war Professor an der Dresdener Akademie, MitgUed der 
Boriiner, Comthur des Albrechts-, Ritter des bayrischen Maxindlians- und belgischen 
Leopolds-Ordens. 

Hähnisch, Anton, Bildnissmaler, geb. 1817 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie, malte Bildnisse besonders in Aquarell und in Pastell, bereiste Deutschland, 
England, Schottland, lebte öfter in Paris und später in Berlin. Er portraitirte den 
Dichter Grillparzer, den Prinzen August von Württemberg, den Prinzen Friedrich 
Wilhelm und die Prinzessin Charlotte von Preussen. 

Haelszel, Johann Baptist, Blumenmaler, geb. 1712 in Berlin (oder in Dresden), 
t 1777 in Wien, war in Berlin Schüler des Blumenmalers G a y o t duBuisson, nahm 
1748 seinen Wohnsitz in Wien, wo er 1767 Mitglied der Akademie wurde. Seine 
Blfimenbilder (2 derselben im Hofmuseum zu Wien) sind ziemlich mittelmässig in 
Anordnung und Colorit. 



Ijß Haelwegh — Haes. 

Haelw egh, Adrian, Kupferstecher, -wahrscheinlich Sohn des Albert H., stand 
im Dienste der Landgrafen von Hessen-Darmstadt, Georg 11. und Ludwig VL, stach 
fast nur Bildnisse. 

Haelwegh, Albert, Eadierer und Kupferstecher, geb. zu Anfang des 17. Jahrh, 
wahrscheinlich in den Niederlanden, f 1. Sept. 1673 in Kopenhagen, bildete sich in 
Deutschland, stach von 1643—72 viele Bildnisse nach KarelvanMander, besonders 
viele der dänischen Königsfamilie, auch die Tafeln zu Simonis Pauli „Flora Danica* 
Seit 1647 war er Hofkupferstecher in Kopenhagen. 

Haemmerl, Joseph, Maler, geb. 1793 in Kaimünz (Oberpfalz), • war anfangs 
beschäftigt in der Porzellanmanufaktur in München, betheiligte sich bei den Glas- 
malereien der Aukirche daselbst, copirte 2 Bilder Jan van Eycks und eine Himmelfahrt 
Maria von Guido Reni, malte auch Blumen und Insekten. 

Händler, Anton Theodor, Bildhauer, geb. 1830 in Freiberg, f 24. Nov. 1878 
in Chemnitz, anfangs Horndrechsler und Holzschnitzer, wurde 1847 Schüler der 
Akademie in Dresden unter Rietschel, und ging 1853 in seine Vaterstadt, wo er 
als sein erstes Werk einen monumentalen Brunnen schuf. Dann liess er sich in 
Chemnitz nieder und entfaltete hier eine reiche Thätigkeit nach den verschiedensten 
Richtungen in Statuen, Reliefs und Medaillons in Bronze, Marmor und Sandstein ; 
darunter als bedeutendste Arbeit die Statue des Grossindustriellen Gottfried 
Becker. 

Händler, Paul, Historienmaler, geb. 1833 zu Altenweddingen bei Magdeburg, 
Vertreter des strengen Stils in der religiösen Malerei. Er besuchte die Akademie in 
Berlin und in Düsseldorf, wurde 1853 Schüler von Schnorr in Dresden, bereiste 
1859 Italien und hielt sich 1861 — 67 in Dresden auf, wo er einen Christus am Kreuz, 
Christus und die Jünger in Emmaus für Dorfktrchen, einen kreuztragenden Christt- 
für die Garnisonkirche in Posen malte und Cartons zu Glasfenstern entwarf. 1867 
zog er nach Sertin, wo er als Lehrer an der Kunstschule in seiner kirchlichen 
Malerei mit einem strengen Idealismus auch ein leuchtendes Colorit verbindet. Eine 
seiner bedeutenden neueren Arbeiten waren die Bilder in Wachsfarben für die Aula 
des Domgymnasiums in Magdeburg: Paulus auf dem Areopag in Athen, Luther 
verbrennt die Bannbulle. 

Haenel, Karl Moritz, Ober- und Landbaumeister, geb. 1809, f 3. Jan. 1880 
in Dresden, Schüler von Joseph Thürmer, bethätigte sich nicht durch grössere 
Bauwerke, übte aber einen grossen Einfluss auf das sächsische Staatshochbauwesen 
aus, vollendete in Gemeinschaft mit dem Hofbaumeister K r ü g e r den Bau des neuen 
Museums, restaurirte die katholische Hofkirche, baute den 1849 abgebrannten Theil 
des Zwingers und restaurirte die Albrechtsburg bei Meissen. 

Uaensbergen, Johannes van, holländ. Maler, geb. 2. Jan. 1642 in Utrecht, 
t 10. Jan. 1705 im Haag, Schüler und Nachahmer von Cornelis Poelenburg, 
malte anfangs recht lobenswerthe Landschaften,, später auch Bildnisse, in denen er 
besonders bei der Damenwelt durch das brillante Colorit Glück machte. Von ihm 
im Museum zu Dresden 4 biblische Historienbilder und eine Landschaft mit badenden 
Frauen, im Museum zu Schwerin 6 Landschaften, eine Predigt Johannis d. T. und 
ein Damenbildniss. 

Haert, Henri van der, niederl. Maler und Bildhauer, geb. 1794 in Löwen, 
t 5. Oct. 1846 in Gent, wo er an der Akademie seine Zeichenstudien machte, die 
er nachher unter J a c q u i n und David fortsetzte, während er in der Bildhauerkunst 
Schüler von Rüde war. Er galt für einen geschickten Bildnisszeichner, errang sich 
verschiedene MedaUlen und wurde 1841 Direktor der Akademie in Gent. Im dortigen 
Museum von ihm ein Bild der Verstossung der Hagar. 

Härtel, Robert, Bildhauer, geb. 21. Febr. 1831 in Weimar, f 1894 als Professor 
in Breslau, gelangte durch die Goldschmiedekunst allmählich zu den Aufgaben der 
Plastik und wurde Schüler von Hähnel in Dresden, dessen klassisch-idealistischer 
Richtung er folgte. Sein erstes, zugleich sein bedeutendstes Werk war der im Museum 
zu Weimar befindliche Fries der Hermannsschlacht mit den Seitenfriesen aus dem 
Jugendleben der Germanen und der Aufnahme der Helden in Walhalla (1863). Nach 
längerer Pause folgten dann ein Bronzeschild mit einer Darstellung des Krieges, 
die eherne Büste des Philosophen Fries in Jena, eine der Sandsteingruppen an den 
Seitenfronten des Hoftheaters in Dresden, das Kriegerdenkmal in Weimar und 
Statuen Michelangelos und Dürers. 

Haes, Don Carlos de, span. Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. zu Malaga, 
Schüler der Akademie von San Fernando, durch mehrere Medaillen gekrönt, Professor 



Haeselich — Hagen. 1J7 

an der Kunstschule zu Madrid und Mitglied der Akademie, malte effektvolle, aber 
in der Farbe harte Landschaften meistens aus Gegenden Spaniens. 

Haeselich, Johann Georg, Landschaftsmaler, geb. 30. Aug. 1806 in Hamburg, 
Schüler von Ger dt Hardorff, setzte seine Studien in München fort und liess sich 
nachher in seiner Vaterstadt nieder. Seine ziemlich anspruchslosen Landschaften 
kamen meistens in Hamburger Privatbesitz. 

Haeselich, Johann Marcus, Landschaftsmaler, geb. 7. Juni 1807 in Hamburg, 
f 1856 das., war dort Schüler von B endixen, bildete sich von 1829 — 32 in München 
weiter. Seine Landschaften sind meistens aus der Umgegend von Hamburg, z. B. 
eine solche aus dem Jahre 1852 in der dortigen Kunsthalle. 

Haffner, Anton Maria, ital. Maler, geb. 1654 in Bologna, f 1732 in Genua, 
war in seiner Vaterstadt Schüler von Canuti und im perspektivischen Zeichnen 
einer der besten Schüler von Metelli. Mit Canuti ging er nachher nach Rom, 
wo er in mehreren Kirchen malte, wurde nach Genua berufen und malte hier in den 
Palästen Spinola, Cambiaso und ebenso später in Florenz. 

Haffner, Felix, Landschaftsmaler, geb. 1820 in Strassburg, f 10. Jan. 1870 
in Paris, war Schüler von Xaver Saud mann in Strassburg, lebte daselbst und 
in Paris, wo er Landschaften aus der Umgegend seiner Vaterstadt, auch Scenen aus 
dem Volksleben des Elsass malte, von denen viele bei der Belagerung von Paris 1870 
zerstört wurden. Er errang sich 1849 die Medaille 3 und 1852 die 2. Kl. 

Haffner, Johann Heinrich, Maler, geb. 1640 in Bologna, f 1702, Bruder des 
Anton Maria H., ging vom Militärstande zur Malerei über und hatte dieselben 
Lehrer wie sein Bruder, malte auch in den meisten Orten wie dieser, aber auch in 
Modena Fresken im Palazzo ducale. 

Hafften, Karl von, Marinemaler, f im April 1880 in Dresden, lebte in Berlin. 
Von seinen Bildern nennen wir : Gibraltar bei stürmischem Wetter, Nordische Mond- 
scheinlandschaft, Gestrandete Galleone aus dem 17. Jahrh., Stille Bucht im arktischen 
Norden, Südlicher Hafen bei heranziehendem Sturm u. A. 

Hagborg, August, schwedischer Küsten- und Marinemaler der Gegenwart, geb. 
in Gothenburg, Schüler der Akademie in Stockholm und des Malers Vicente 
Palma roli. Unter seinen Schilderungen der Meeresküsten und des französischen 
Fischervolkes nennen wir : Die Grande Maree am Canal La Manche (im Luxembourg), 
Einweihung eines Bootes, Auf dem Kirchhof von Tourville, Ein Nothruf, Die Heimkehr. 

Hagedorn, Christian Ludwig von, Radierer und Kunstdilettaut geb. 14. Febr. 
1713 in Hamburg, t 24. Jan. 1780 in Dresden, Bruder des Dicht'ers Friedrich v. H., 
trat 1737 in sächsische Dienste, und wurde 1763 Neubegründer und Direktor der 
Kunstakademie in Dresden, die unter ihm zu bedeutender Blüthe gelangte. Ej 
radierte landschaftliche Blätter ohne grossen Erfolg und schrieb : „Betrachtungen über 
die Malerei" (,1762, 2 Bde.), „Briefe über die Kunst" ('1797) und „Lettres ä un amateur 
de la peinture" (1755). 

Hagelstein, Paul, Maler, geb. 1825 in Holstein, + 4. März 1868 in Brüssel, 
Tvar von 1846 — 51 Schüler der Akademie in Kopenhagen, lebte nachher in Brüssel, 
wo er Genre- und Historienbilder und Bildnisse malte, z. B. Georg I., König der 
Hellenen. 

Hagemann, Friedrich, Bildhauer, geb. 1773, f schon 1806 in Berlin, Schäler 
von G. Schadow, besuchte 1803 Rom, wurde Mitglied der Akademie in Berlin, 
bildete mit grossem Erfolg fast nur jugendliche Gestalten und weibliche Figuren. 

ilagemans, Maurice, belgischer Aquarellmaler der Gegenwart, malte sehr 
ansprechende Landschaften, z. B. Markt in Antwerpen. Schafheerde, Die Märzsonne 
bei Chimay. Winterlandschaft, Der Geiger von Gmünd u. A. 

Hagen, Bianca Agathe. Adelheid von, Malerin, geb. 4. Nov. 1842 in Breslau, 
Schülerin von Benczur in München und von Gussow in Berlin, machte Studien- 
reisen nach Italien und Paris und nahm ihren Wohnsitz in Berlin, wo sie neben 
ihrem Hauptfach, dem Bildniss, auch Genrebilder malte z. B. Die Geschwister, 
Heimkehr nach der Messe (Kostüm des 15. Jahrb.), Auf der Kunstreise, Hagar 
und Ismael. 

Hagen, Hugo, Bildhauer, f 14. März 1871 als Professor in Berlin, machte sich 
durch anmuthige, geschmackvolle Reliefs und durch Bildnissstatuen einen Namen. Dahin 
gehören vor Allem die plastischen Arbeiten am neuen Stadttheater in Leipzig, nämlich 
das grosse Relief des Giebelfeldes, darstellend die Poesie, an welcher sich die anderen 
Künste begeistern, und die grossen Akroterien auf der Spitze des Giebels, ferner 
die Statue des Ministerpräsidenten Grafen Brandenburg in Berlin, Der Pegasus von 



118 Hagen — Hagn. 

der Muse geliebkost' auf dem alten Museum in Berlin und der. figurenreiche Wrangel- 
brunnen daselbst. Ebenso gelungen sind seine lebens- und ausdrucksvollen Büsten. 

Hagen, Joris. Tan der, (oder Verhagen), holländ. Landschaftsmaler, geb. 1635 
im Haag, f im Mai 1669 das., malte aus demCleve- und Gelderlande Latdschaften 
in Aquarell, denen seine Freunde Berchem und A. v. de Velde häufig die Staffage 
verliehen. Seine Oelbilder, worin er sich Ruisdael zum Vorbild nahm, finden sich in 
den Museen zu Amsterdam und Berlin, im Louvr« und recht bedeutende im Museum 
zu Kopenhagen. 

Hagen, Theodor Joseph, Landschaftsmaler, geb. 24. Mai 1842 in Düsseldorf, 
besuchte hier die Vorbereitungsklasse der Akademie unter Andreas und Karl 
Müller, war 1863—68 Schüler von Oswald Achen bach, bereiste die Alpen- 
gegenden und malte gfrosse Landschaften von gesundem Realismus und kräftiger 
Pinselführung oder Stimmungsbilder aus den Eifelgegenden von trefflicher Luft- 
perspektive. Zu seinen besten gehören: Ein niederrheinisches Städtchen in Abend- 
beleuchtung (1879, Museum in Dresden), Schweizer Landschaft mit einem Motiv von 
der St. Gotthardstrasse, Das Kanderthal in der Schweiz, Sonnenuntergang im Sieg- 
thale, Guffernalp im Maderaner Thal, Frühlingswetter (1872, Museum in Breslau). 
1871 wurde er Professor an der Kunstschule in Weimar, und 1877 Direktordergelben, 
trat aber 1881 von diesem Posten zurück und ging nach Düsseldorf. Er bildete eine 
grosse Reihe trefflicher Schüler. 

Hagenaner, Friedrich, Bildhauer und Medailleur, geb. in Strassburg, thätig 
in der 1. Hälfte des 16. Jahrb. in Augsburg, schuf anfangs plastische Arbeiten für 
Kirchen, später Holzschnitzereien von lebensvollem Ausdruck, von denen sich mehrere 
im Nationalmuseum zu München befinden. 

Hagenauer, Johann Baptist, Bildhauer, geb. 1732 in Strassburg, f 1810 in 
Wien, bildete sich dort auf der Akademie, bereiste Rom und Florenz und wurde Hof- 
bildhauer in Salzburg und später in Wien, wo er in Schönbrunn arbeitete. Von ihm 
in Salzburg eine in Blei gegossene zopfige Mapiensäule (1771) vor dem Portal djeS 
Doms und an der Aussenseite des Neuthores eine Cölossalstatue des heil. Sigismttnd 
in Marmor. 

Haghe, Lonis, Aquarellmaler im Interieur und historischen Genre, auch Litho- 
graph, geb. 17. März 1806 in Tournai, f 9. März 1885 in London, ging von der 
Architektur zur Landschaftsmalerei über, kam 1832 nach London, wo er für Daj's 
lithographisches Institut thätig war und architektonische Ansichten auf Stein zeichnete. 
Dann wandte er sich zur Aquarellmalerei, wurde 1835 Mitglied der Gesellschaft der 
Aquarellisten und später Präsident derselben. Eines seiner ersten bedeutendsten 
Bilder in dieser Technik war 1839 Der Kriegsrath von Courtray (Nationalgalerie in 
London), ferner Der Eid des Vargas", Cromwell mit dem Brief Karls I. (1843), Die 
letzten Augenblicke Zurbarans, Interieurs älterer belgischer Bauwerke mit reicher 
Figurenstaffage aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Weniger Glück machte er mit 
solchen OelbMeim. Er war Mitglied der Akademie in Antwerpen, Ritter des belgischen 
Leopolds-Ordens und erhielt die goldene Medaille für Lithographie und eine für 
Aquarelle. 

Hagn, Lonls von, Genremaler, geb. 23. Nov. 1820 in München, Bruder der 
bekannten Schauspielerin Charlotte v. H., machte in Berlin die Bekanntschaft des 
Marinemalers Krause, widmete sich der Kunst, bezog 1841 die Akademie in München, 
und setzte seit 1847 seine Studien in Antwerpen fort. 1851 zog er nach Berlin, wo 
ihn die Bilder Menzels und Anderer zum Rococogenre führten. Nach einem mehr- 
jährigen Aufenthalt in Paris und später in Rom und Florenz (1863—65) Hess er sich 
in München nieder. Seine späteren, nicht immer der Rococbzeit, sondern verschiedenen 
Zeiten und Lebenssphären entlehnten Bilder sind fein und lebendig charakterisirt 
mit einer gewissen Koketterie, poetisch in Stimmung und Farbe. Die bedeutendsten 
sind: Die Näscherin (1861), Der Alchimist, Musikalische Unterhaltung (Ghalerie Schack 
in München), Unterhaltung im Park (Neue Pinakothek); Kommunion der Kapuziner 
in einer römischen Basilika, Oeffentliche Audienz bei LeO'XIII., die meisterhafte, 
mehrmals wiederholte Bibliothek im JesuitenkoUegium zu Rom (1869), Duell zweier 
Kavaliere des 17. Jahrb., .Münchener Bierkeller des 18. Jahrb., Fahrende Musikanten, 
Vorsaal in einem fürstlichen Schloss (1870), und im Empfangssaal des Rathhauses zu 
München Eine Frohnleichnamsprozession des 18. Jahrb. (1884). 1867 wurde er Mitglied 
der Akademie in München und 1869 Ritter des bayrischen Michaels-Ordens. 

Hagn, Richard von, Architekturmaler, geb. 21. März 1850 in Husum (Holstein), 
Schüler der Akademie in Dresden, besuchte mehrmals Venedig, wo er manche Aufnahmen 



Halm — Haije. 1|9 

machte, ilnd liess sich in Dresden nieder. - 'Unter "seinen seit 1880 entstandenen 
Bildern nennen wir : Betstnhl in einer Kirche zu Gottorp (Schleswig^ Kirche Sta. Maria 
della Salate in Venedig (1886), Aus der MarcÜskirche mit Betenaen, An der Kialto- 
brücke (1887), Vorhalle der Marcuskirche, Im Hafen von Venedig, Riva degli Schiavoni 
in Venedig (1890). 

Hahn, Gustav . Adolf, Architekturmaler, geb. 11. Juni 1819 in Altenburg, 
f 1. Mai 1872 in Dresden al' Professor am dortigen Polytechnikum, malte in Oel 
zahlreiche Bilder von Gebäuden aus der Umgegend von Dresden, das Portal der 
Schlosskirche in Wechselbürg, aus dem Dom zu Meissen, dem Dom zu Bamberg, d*er 
Stiftskirche zu Gernrode, dem Kreuzgang des Doms in Erfurt, dem Hof des ScUosses 
Kriebstein in Sachsen (Museum in Dresden), aber auch einige Architekturbilder aus 
Italien, und ebenso zahlreiche Bilder dieser Art in Aquarell. 

Hahn, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 15. Dec. 1839 in München, wo er Schüler 
der Akademie wurde, seinen Wohnsitz nahm und Bilder aus den bayrischen Hoch- 
gebirgen, vom Chiemsee, vom Bodensee, aber auch Landschaften von den Ufern der 
Havel und aus der Umgegend von Berlin malte. 

Hahn, Karl Wilhelm, Genremaler, geb. 7. Juni 1829 zu Ebersbach in der 
Oberlausitz, t 8. Juni 1887 in Dresden, wo er Schüler der Akademie und Jul. 
Hübners war. Von ihm eine Scene aus Kleists „Michael Kohlhaas" (1851, Museum 
in Dresden), Die 3 Könige zu Heimsen (nach Uhland), Mecklenburg-Strelitzer Braut- 
fahrt (1859), Der kleine ßienenvater, Heuernte, Brennende Zigeuuerhütte, Schlacht- 
feld von Königgrätz, Pferde auf der Weide u. A. 

Haid, Johann Elias, Stecher in Schabkunstmanier, geb. 1739 in Augsburg, 
t 5. April 1809 das., Schüler seines Vaters Johann Jakob H., den er sehr bald 
übertraf, Mitglied der damaligen Akademie seiner Vaterstadt, deren 1. Preis er sich 
bereits 1768 errungen hatte. Zu seinen besten Blättern gehören : nach A. v. d. Werff 
Die iöibetung der Hirten .und Maria Heimsuchung, Die klugen und thörichten Jung- 
frauen nach Schalken, Tancred und Clorinde nach Guido Reni, Der Wundarzt nach 
Erans v. Mieris, und mehrere Bildnisse nach A. v. d. Werff, Kupetzky und Anton Graff. 

Haid, Johann Gottfried, Stecher in Schabkunstmanier, geb. 1710 in Augsburg, 
t 1776 in Wien, wo er Schüler der Akademie und seines Bruders JohannLorenzH. 
wurde, ging mit einem Stipendium nach England, wo er sich nach englischen Meistern 
dieser Kunst vervollkommnete. Er stach Die Unterwerfung Absaloms vor seinem 
Vater nach F. Bol (1767), Die Römerin Virginia nach Dance, Die jungen Musiker 
nach Schalken, Die 4 Schauspieler Tiach Zoffany, ein grosses Gruppenbild der öster- 
reichischen Kaiserfamilie nach Mytens und andere Bildnisse. 

Haid, Johann Jakob, Maler und Stecher in Schabkunstmanier, geb. 10. Febr. 
1704 in Geisslingen (Württemberg), f 9. März 1767 in Augsburg, stach eine grpsse 
Menge Bildnisse von Künstlern seiner Zeit, z, B. die der Maler Beich, Arlaud, Ridinger, 
der Bildhauer Verholst, Hedlinger u. A. 

Haid, Johann Lorenz, Stecher in Schabkunstmanier, geb. 1702 in Augsburg, 
t 1750 daselbst, Schüler von Rugendas, stach besonders Bildnisse, worin er Vor- 
treffliches leistete. 

Haider, Karl, Genremaler, geb.- 6. Febr. 1846 in München, malte dort land- 
schaftliche Genrebilder, z. B. Die Strafpredigt, Der neue Stutzen, Der Laborant u. A. 

Haider, Max, Thierzeichner, geb. 21. Juli 1807 in Biederstein bei München, 
t 21. Juni 1873 in MüncheQ, wo er Leibjäger des Königs Max von Bayern war und 
sich durch Waidraannsbilder für die „Münchener Bilderbogen" und für die „Fliegenden 
Blatter", sowie durch Lithographien dieses Inhalts bekannt machte. 

Haider, Simon, Holzschnitzer, fertigte um 1470 die architektonischen Theile 
der Chorstühle des Doms zu Konstanz, während die Reliefs derselben von N i c o 1 a u s 
L e r c h , genannt Nicolaus v. Leyden, herrühren. 

Haler, (Hayer), Joseph, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1820 in Wien. Von 
ihm Spielgesellschaft in einem Wirthshause (1844, Neue Pinakothek in München), 
ein Altarbild mit dem Tode des heil. Joseph für eine Kirche in Mährer und einige 
Bildnisse. 

Haig, A. H., englischer Radierer der Gegenwart, der sich in den letzten 
Decennien durch architektonische Blätter rühmlichst bekannt machte. Von der Archi- 
tektur ging er zur Radierkunst über, bereiste den Norden von Europa und brachte 
z. B. die Blätter. Die ruhige Stunde, Die Vesperglocke, Der Festtagsmorgen und 
eine Landschaft mit einer alten deutschen Wassermühle. 

Haije, s. Haye. 



J20 Hailer — Halbreiter. 

Hailer, Max, Historienmaler, geb. 1818 in München, Schüler der dortigen 
Akademie unter Schlot thauer, war 4 Jahre lang Gehilfe des Cornelius bei 
dessen Fresken in der Ludwigskirche, malte auch ein Bild für den Dom in Regensburg 
und das Bild des Kaisers Karl VII. für den Bdmersaal zu Frankfurt a. M. 

Hainzelmann, Elias, Kupferstecher, geb. 1640 in Augsburg, f 1693 das., Schüler 
von de Poilly in Paris, stach in Berlin viele Bildnisse, unter seinen historischen 
Blättern sind zu nennen: Das sog. Silentium nach Ann. Carracci, nach Bourdon Die 
Ruhe auf der Flucht nach Aegypten und 2 Bilder der heil. Familie, nach Raffael Die 
Madonna mit der Nelke, Die Kreuzigung Christi nach Tintoretto, St. Franciscus nach 
Domenichino, und mehrere Bildnisse. 

Haiazelmann, Johann, Kupferstecher, geb. 1641 in Augsburg, f 1693 (oder 
1700), Bruder des Vorigen, ebenfalls Schüler von Poilly, wurde Hofkupferstecher 
in Berlin. Er stach ebenfalls Bildnisse und die historischen Blätter: naxä» Bourdon 
Maria mit dem Kinde und eine Verkündigung, nach N. Poussin Christus^ und die 
Samariterin, Maria mit dem Kinde nach Ann. Carracci, und mehrere Bildnisse. 

Halauska, Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 24. Aug. 1827 in Waidhofen (Nieder- 
österreich), t 29. April 1882 in Wien, ging 1847 von der Jurisprudenz zur Kunst 
über, war kurze Zeit Schüler von Steinfeld, studirte mehr nach der Natur in den 
Gebirgen des südlichen Deutschlands und -an den Rhein- und Mainufern, aus denen 
er Bilder von grosser Gewandtheit in der Behandlung des Terrains und der Perspektive, 
aber von oft schwacher Farbenwirkung malte. Dahin gehören unter seinen überaus zahl- 
reichen Landschaften: Motiv am Attersee (im Besitz des Kaisers von Oesterreich), 
Motiv bei Ebensee (1882), Dorf am Main (Hofmuseum in Wien), Der wilde Kaiser, 
Die Traun und der Traunstein (ebendaselbst), Motiv bei St. Andrä unweit Budapest, 
StiUer See, Motiv bei Salzburg, Fähre am Main und viele Aüdere. 1870 wurde er 
Mitglied der Wiener Akademie. 

Halbig, Andreas, Bildhauer, geb. 24. April 1807 in Donnersdorf (ürtferfranken), 
t 3. Mai 1869 in Penzing bei Wien, Schüler von Eberhard in München/fand in 
Franken vielfache Gelegenheit, seine Tüchtigkeit in kirchlichen Skulpturen zn zeigen. 
Eine seiner bedeutendsten Arlbeiten ist die Restaxiration der Marienkapelle in Würzburg, 
von ihm auch viele Grabdenkmäler auf dem dortigen Friedhofe. 1856 zog er nach 
Wien, wo er einen Hochaltar für die Votivkirche anfertigte, iron ihm auch die hohe 
Dreifaltigkeitssäule in Budapest und sonstige Bildhauerarbeiten in anderen österr. Orten. 

Halbig, Johann von, Bildhauer, geb. 13. Juli 1814 in Donnersdorf (ünter- 
franken), f 28. Aug. 1882 in München, Schüler der dortigen Akademie, wo er die 
romantische Richtung Schwanthalers nach der realistischen Seite weiter zu bilden 
suchte. Schon 1845 wurde er dort Professor an der polytechnischen Schule. Seine 
ersten Arbeiten waren meistens decorativer Art, z. B, die Löwen am Eingang der 
Alten Pinakothek (1835), und die 12 Colossalfiguren für die Vorhalle des Museums in 
St. Petersburg. 1847 schuf er die 4 Löwen der Quadriga auf dem Siegesthor, 1850 den 
meisterhaften gekreuzigten Heiland aus Bronze auf dem alten, südlichen Friedhof, und 
einen ähnlichen aus Marmor auf dem nördlichen Friedhof in München, in den nächsten 
Jahren die Modelle zu 18 Figuren der Hauptprovinzen Deutschlands in der Befreiungs- 
halle bei Kelheim, die Bronzestatue des Königs Max II. in Lindau nebst den colossalen 
Löwen am dortigen Hafendamm. 1858 das Denkmal August v. Platens in Ansbach, 
sowie die weniger gelungenen Statuen Fraunhofers und Deroys in München und des 
Br^erzog-Palatins Joseph in Budapest. Sehr gelungen die Reiterstatue des Königs 
Wilhelm von Württemberg in Cannstatt, die Gruppe der dem Bade entsteigenden Nymphen 
für New- York (1867), die dortige Emancipationsgruppe, die Bacchantin auf dem Tiger 
und die 1875 vollendete colossale Passionsgruppe in Oberammergau. Ebenso gerühmt 
werden ein gekreuzigte. Heiland auf einem der Friedhöfe in Bamberg (Zinkguss) und 
1879 die Marmorgruppe eines Engels der ein Kind zum Himmel emporträgt. Dazu 
noch eine Menge anderer Statuen und eine fast zahllose Menge von Büsten. Er hatte 
den württembergischen Kronenorden. 

Haibon, Jean Louis, franz. Kupferstecher, geb. 1730 in Paris, f nach 1803, 
Schüler von Dupuis. Von ihm die Blätter: Die heil. Magdalena nach v. d. Werff, 
Genrebilder nach Schenau, Teniers, Mieris, Murillo und einige Bildnisse. 

Halbreiter, Adolf, Ciseleur, geb. 1839 in Rosenheim, Schüler der Akademie 
in München, arbeitete 4 Jahre als Ciseieur in I^ariser Ateliers und gründete dann in 
München eine Werkstätte für kunstgewerbliche Metallarbeiten, aus der trefliche 
Erzeugnisse in Bronze und Silber hervorgingen. Das bedeutendste ist wohl das 
Ehrengeschenk des Königs Ludwig II. für die Jubelfeier der Universität Würzburg. 



Halbreiter — HaU. 121 

Ilalbreiter, Ulrich, Historienmaler, g-eb. 18 124n Freising, f 26. Nov. 1877 in 
München, Schüler von Cornelius und dessen Gehilfe in der Ludwigskirche, ging 
dann nach Athen, wo er im Königsschlosse historische Compositionen malte, und 
besuchte 1845 Aegypten, Syrien und Palästina, wo er eine Ansicht Jerusalems vom 
Oelberge aus als Panorama malte. Seine bedeutendsten Oelbilder sind : ein Altarbild 
mit der Anbetung der Könige und der Hirten, ein Altarbild mit der Himmelfahrt 
und Krönung der Maria, Der heil. Joseph den Christusknaben liebkosend, Das 
Pfingstfest, Petrus und Paulus im Dom zu Regensburg. Er gab auch eine Sammlung 
von Gebirgsliedern mit lithographirten Randzeichnungen heraus und leitete später 
als Silberarbeiter ein Geschäft, aus dem ein prachtvolles Krucifix mit 6 Leuchtern 
für den Lateran hervorging, wofür er 1865 die Ehrenmedaille von Papst Pius IX. 
erhielt. 

Haldenwang, Christian, Kupferptecher in Linienmanier und Aquatinta, geb. 
14. Mai 1770 in Durlach, f 27. Juni 1831 in Bad Rippoldsau, Schüler von Chr. v. Mechel 
in Basel, wurde 1796 Direktor der chalkographischen Gesellschaft in Dessau und 
arbeitete für sie 10 seiner vorzüglichsten Blätter in Aquatinta. 1803 ging er nach 
Karlsruhe und führte seitdem nur den Grabstichel und die Radiernadel, Seine Haupt- 
blätter sind: 3 Ansichten von Heidelberg nach de Graimberg, nach Cl. Lorrain Die 
heimkehrende Heerde und die 4 Tageszeiten (Eremitage in St. Petersburg), nach Jakob 
V. Ruisdael die 2 Wasserfälle im Museum zu Braunschweig, eine Landschaft mit einem 
tanzenden Paar nach Cl. Lorrain und andere Landschaften nach Elsheimer und 
N. Poussin. 

Haie, W. M., engl. Landschaftsmaler der Gegenwart, malte poetisch aufgefasste, 
zart ausgeführte Bilder, wurde 1871 Mitglied der Aquarellmaler-Gesellschaft. Von 
ihm werden genannt: Dämmerung nach einem Sturm (1871), Dämmerung bei Tenby 
und als sein Hauptbild Abend im Frühling (1873). 

Haien, Arend van, holländ. Maler und Kupferstecher des 18. Jahrb., f 1732 
in Amsterdam, machte sich bekannt durch eine Sammlung von Bildnissen niederländischer 
Dichter unter dem Titel „Pan poeticon Batavum". Zu seinen schönsten Bildnissen 
gehören das des Malers Voorhout, des Jan v. Huysum, Isaak Moucheron, Lairesse u. A. 

Haien, Peter van, holländ. Maler, geb. im Jan. 1612 in Antwerpen, f i™ Mai 
1687 das., wurde 1641 Freimeister der dortigen Gilde. Das einzige von ihm bekannte 
Bild ist die Sündflnth im Museum zu Kassel. 

Hall, Charles, engl. Kußferstecher, geb. 1720, f 5. Febr. 1783 in London, 
stach besonders Bildnisse nach Holbein (Graf Arundel), Passe und Hertocks. 

Hall, George Henry, amerikan. Genremaler, geb. 1825 in Boston, bildete sich 
anfangs als Autodidakt, ging dann nach Düsseldorf und Paris und liess sich 1852 
in New York nieder, wo er 1868 Mitglied der Kunstakademie wurde. Er begann 
als Stilllebenmaler ; als er aber Reisen nach Spanien, Italien und 1875 nach Aegypten 
machte, brachte er aus allen diesen Ländern Landschaften und Genrescenen, die auf 
den Ausstellungen in New York grossen Beifall fanden. 

Hall, John, engl. Kupferstecher, geb. 21. Dec. 1739 bei Colchester, t 7. April 
1797 in London, wo er Schüler von Ravenet wurde, anfangs Emailmaler war und 
sich nachher im Kupferstich auszeichnete. Er stach nach West die Schlacht am 
Fluss Boyne, die Auflösung des langen Parlaments durch Cromwell, und Venus 
erzählt dem Adonis die Geschichte des Hippomenes und der Atalanta, ausserdem 
Stiche nach Carlo Maratta, Reynolds, Gainsborough, William Hoare und Dance. 
Nach Wooletts Tode (1785) wurde er Hofkupferstecher. 

Hall, Peter Adolf, Miniaturmaler, geb. 1739 zu Boras in Schweden, f 1794 
in Lüttich, Schüler der deutschen Maler Eckhard und Reichard, bei denen er 
zu solcher VjjUkommenheit gelangte, dass man ihn den van Dyck der Miniaturmaler 
nannte. Später ging er nach Paris, wo er die könig'Uehe Familie poi;traitirte, zum 
Hofmaler derselben ernannt wurde, sich aber an der Revolution betheiligte und in 
Dürftigkeit starb. Am meisten gerühmt wird sein Bildniss der Frau von St. Aubin. 
Seine Biogr. v. Fred. Villot (1867). 

Hall, Sydney, engl. Zeichner und Maler, geb. 1842 in Newmarket(Cambridgeshire), 
Schüler der Akademie in London und des Präraffaeliten Arthur Hughes. Sehr 
bekannt wurde er als Zeichner von Skizzen aus dem deutsch-französischen Kriege 
für das Journal „The Graphic" Als Speelalartist begleitete er den Prinzen von 
Wales nach Indien. Unter seinen Oelbildern nennt man; Die Königin Victoria 
überreicht dem 79, Regiment dfer Hochländer eine Fahne, und Die Vermählung der 
Prinzessin Luise mit dem Marquis von Lome am 21. März 1871 ; unter seinen 



122 Hallatz — Haller. 

Aquarellen: Revue im Park zu Windsor 187.7, und Besuch der Königin im Lager 
auf der Haide bei Ascott 9. Juli 1877. 

Hallatz, Emil, Thiermaler, geb. 1837 zu Frankfurt a. 0., t«t5. Sept. 1888 zu 
Friedenau bei Berlin, wurde auf der Akademie in Berlin Schüler von Steffeck, 
ging 1862 nach Paris, wo er di Werke der Thiermaler Troyon, Rosa Bonheur u. A. 
studirte und sich die flotte, breite Pinselführung der Franzosen aneignete. Nach 
seiner Rückkehr liess er sich in Berlin nieder. Unter seinen landschaftlichen Thier- 
bildern nennen wir : Heuernte in der Bourgogne, Ritt zur Parforcejagd, Schneesturm 
in der Puszta, Rettungsboot von der Springfluth überrascht, Getreideeinfuhr in der 
Normandie, Erntefestreiten in Westfalen, Pferde auf dem Treidelpfad in der Normandie, 
Die alten Hypochonder im Stall, Herbstmorgen u. s. w. 

Hallbeck, Karl Svante, schwedischer Zeichner und Illustrator, geb. 14. April 
1826 in Gothenburg, ging vom Kaufmannsstande zur Malerei über und besuchte von 
1846 — 51 die Akadeime in Kopenhagen. Dann machte er in Schweden viele Zeichnungen 
zu dem Werk „Schweden, dargestellt in Bildern" zu Blommers „Gemälden", zur 
„Neuen Illustrirten Zeitung'', zum „Farailienjournal", zur dänischen und zur leipziger 
„Illustrirten Zeitung!' 

Hallberg, russischer Bildhauer der Gegenwart, der sich einen bedeutenden 
Namen machte durch das meisterhafte Modell einer sitzenden Statue der Kaiserin 
Katharina II. für die St. Petersburger Akademie, das nachher Brodzki in Marmor 
ausführte. 

Hall6, (^laude Guy, franz. Maler, geb. 1652 in Paris, f 1736 das., Schüler seines 
Vaters Daniel H. (f 1674), bildete sich auch auf der dortigen Akademie, erhielt 
mehrerePreise und schmückte die Kirchen und Schlösser in Paris mit Bildern. Für 
sein bestes Bild hält man eine Verkündigung Maria in der Kirche Notre Dame in Paris. 

Hall^, NoSl, franz. Maler, geb. 2. Sept. 1711 in Paris, f 5. Juni 1781 das., 
Sohn und Schüler des Vorigen, ging mit einem Stipendium nach Rom, wo er sich 
4 Jahre ausbildete und im Auftrag des Königs von Frankreich für die Gobelin- 
manufaktur mehrere Bilder Raffaels copirte. Nach seiner Rückkehr wurde er 1748 
Mitglied der Akademie und besonders wegen seiner trefflichen Perspektive ein beliebter 
Lehrer. Unter seinen vielen Bildern sind die hervorragendsten : Ein Plafondbild in 
der Kirche St. Sulpice und Ein En^el zeigt den Magiern den Stern der sie führen 
soll; unter den für die Gobelinmanufaktur bestimmten Bildern Der Wettlauf des 
Hippomenes und der Atalante, Achilles auf der Insel Scyros; ferner in der Kirche 
St. Louis in Versailles Die Predigt des heil. Vincenz v. Paula, und als eines seiner 
Meisterwerke Die Befreiung des Petrus aus dem Gefängniss für St. Chamond in 
Lyonnais. Alle diese waren auf den Ausstellungen von 1746—1779. Er radierte 
auch 9 Blätter. Er war Ritter des St. Michaels-Ordens. 

Haller, Andre, Maler aus Tirol, Vertreter der Pusterthaler Schule, der unter 
dem Einfluss der Schule von Padua stand. Von ihm aus dem Jahre 1522 im 
Ferdinandeum zu Innsbruck ein Altar mit 2 heiligen Bischöfen, auf den Flügeln der 
heil. Rochus und der heil. Sebastian. 

Haller, Johann, Bildhauer, geb. 1. März 1792 in Innsbruck, f 23. Juni 1826 
in München, wo er Schüler von Schöpf und der Akademie wurde und um 1817 
Aufträge für Skulpturen in den Nischen und im Giebelfelde der Glyptothek erhielt. Er 
ging deshalb nach Rom, musste sich aber wegen seiner Kränklichkeit auf die Aus- 
führung der Statuen des Hephästos, Prometheus, Dädalos, Phidias, Perikles und 
Hadrian füi die Nischen und auf 3 Statuen für das Giebelfeld beschränken. Im 
Göttersaal der lypthothek von ihm ein Relief mit dem Siege des Jupiter über die 
Giganten, und 3 Colos-iplstatuen. Für die Walhalla schuf er eine Büste Wilhelms III. 
von England. 

Haller v. Hallerstein, Christoph Jakob Wilhelm, Maler und Radierer, geb. 
9. Juli 1771 in Hilpoltstein (Mittelfranken), f 10. Juni 1839 in Nürnberg, ging vom 
Studium der Rechtswissenschaft zur Kunst über, bildete sich in Stuttgart unter 
Hei4©loff, besuchte als Radierer die Schweiz und ging 1800 nach Berlin, wo er 
die ganze könfgliche Familie portraitirte. Später wurde er in Nürnberg Conservator 
der Gemäldegalerie und Lehrer an der Kunstschule. Er radierte eine sehr grosse 
Zahl von Blättern, darunter 6 Ansichten aus der Schweiz, 6 aus der Umgegend von 
Berlin, 12 Blätter Spielkarten, einzelne Bildnisse und Caricaturen. 

Haller v. Hallerstein, Karl, Architekt, geb. 10. Juni 1774 in Hilpoltstein 
(Mittelfranken), f 5. Nov. 1817 zu Ampelakia in Thessalien, ' studirte die Baukunst 
auf der Karlsakademie in Stuttgart und unter Gilly in Berlin, war 1806 als 



Hallez — Hals. 123 

Bauinspektor in Nürnberg thätig, ging 1808 nach Rom und 1810 nach Griechenland, 
wo er mitCockerell, Forster undLinckh aaf der Insel Aegina die jetzt in der 
Glypthotliek zu München befindlichen Statuen der Giebelfelder des Tempels der 
Minerva ausgrub und ebenso 1812 mit Stackeiberg, Bröndsted u. A. den jetzt 
im Britischen Museum befindlichen Fries des Apollotempels in Phigalia. Nach einigen 
Ausgrabungen in Athen und Ithaka ging er 1814 nach Troja und der Insel Milo 
und 1817 nach Theben und Larissa. 

Hallez, G. J., Maler, geb. 18. Juli 1769 in Frameries bei Mons, f 18.' Mai 
1840 in Brüssel, bildete sich auf der Zeichenakademie in Mons, erhielt viele Preise, 
widmete sich dann dem Bildniss in Pastell, Kreide und Oel, bereiste 1787 Frankreich 
und erhielt einen Ruf nach Brüssel, um fürstliche Personen zu malen. Später wurde 
er Direktor der Akademie in Mons und liess sich 1839 in Brüssel nieder. Er malte 
eine grosse Zahl von Bildnissen und einige andere Bilder. 

Hallier, Eduard, Architekt, geb. 1836, bildete sich auf den Bauschulen in 
Berlin und in Karlsruhe, bereiste für seine Studien Belgien, Frankreich und Italien 
und baute seit 1860 in Hambitrg zahlreiche Privathäuser, und von 1872—1875 in 
Glückstadt das Rathhaus im deutschen Renaissancestil. 

Hallmann, Anton, Architekt und Maler, geb. 1812 in Hannover, f schon 
29. Aug. 1845 in Livorno, Schüler der Akademie in München, ging 1833 nach Rom 
und 1834 nach Neapel, bearbeitete mit W S c h u 1 z ein Werk über die normannischen 
Bauwerke in Calabrien und Sizilien, das erst nach seinem Tode 1846 erschien. 
1839 kehrte er nach München zurück, ging dann nach St. Petersburg, London und 
Paris und 1841 abermals nach Rom, wo er Architektorbilder malte, und besuchte 
1842 Dresden. Unter seinen Werken sind zu nennen: Entwürfe für eine Börse in 
London, Decorationen für die Isaakskirche in St. Petersburg, und die Bilder : Tag 
auf Cypern (1843, ausgezeichnet durch Reichthum der Phantasie), Verfallene Villa 
bei Abendbeleuchtung (1844). Er schrieb „Kunstbestrebungen der Gegenwart" (1842). 

Hallwachs, Michael, Österreich. Maler, geb. 1715, Schüler von Joh. Karl 
L 1 h, bereiste mehrmals Italien und liess sich in Prag nieder, wo er mehrere gross- 
artige Historienbilder malte, z. B. eine heil. Barbara flir die Hauptpfarrkirche zu 
St. Niklas und andere für die Minoritenkirche zu St. Jakob. 

Hals, Dirk, holländischer Maler geb. vor 1600 in Haarlem, f im Mai 1656 
daselbst, Bruder und Schüler des Frans H. d. Ae., malte als Haupt der holländischen 
Gesellschaftsmaler des 17. Jahrb. Scenen aus dem heiteren, oft lockeren gesellschaft- 
lichen Treiben der besseren Stände, Trinkgesellschaften, Liebesscenen, musikalische 
Unterhaltungen u. dgl., meistens in kleinerem Maasstabe. Seine Hauptbilder sina: 
Eine Gesellschaft im Park (im Louvre), Ein Pärchen auf dem Spaziergange (1624, 
Galerie Liechtenstein in Wien), Gesellschaftsstück von 1626 (Nationalgalerie in London), 
Ein Zechbild (1627, Museum in Berlin), Eine Festversammlung von 1628 (Akademie 
in Wien), im Amalienstift in Dessau 2 Conversationsstücke von 1636 und sein spätestes 
Bild von 1653. Mehrere Andere in Privatbesitz zu Wien und Paris. 

Hals, Frans d. Ae., einer der grössten holländischen Büdnissmaler, geb. 1580 
oder 81 in Antwerpen, f 24. Aug. 1666 in Haarlem, wo er Schüler von M ander 
wurde und fast sein ganzes, etwas zügelloses Leben hin^rch thätig war. Seinen 
Entwickelungsgang zeigen am Besten die 8 grossen Schützen- und Regentenstücke 
des Rathhauses zu Haarlem, die fast ein halbes Jahrhundert repräseutiren. Es sind nach 
der Reihenfolge ihrer Entstehung das durch Tiefe und Kraft des Colorits ausgezeichnete 
Festmahl der Offiziere des Schätzencorps zum heiligen Georg aus dem Jahre 1616, 
ein zweites Bild für die St. Georgsschützen von 1627, ein Festmahl der Offiziere des 
Cloveniers-Schützencorps aus derselben Zeit, Versammlung der Offiziere des Cloveniers- 
Schützencorps in 14 lebensgrossen Personen (Hauptwerk von 1633), die Ober- und 
Unteroffiziere des Schützencorps zum heil. Georg (1639), die Regenten des Elisabeth- 
Hospitals (1641), die Regenten des Altmännerhauses und die Regeatinnen des 
Altfrauenhauses, beide aus dem Jahre 1664, noch von kühner, breiter Pinselfühmng. 
Ausserdem ein grosses, treffliches Schätzenbild von 1637 im Reichsmnseum zu 
Amsterdam, wo sich auch sein Selbstbildniss mit Frau befindet; 2 Bildnisse im 
Museum zu Brüssel, in der Liechtensteinschen Galerie zu Wien, im Museum zu 
Berlin die berühmte, mehrmals gemalte Hille Bobbe (um 1650) und 10 andere Bildnisse, 
auch mehrere von ihm in Schwerin, in Kassel und im Städelschen Institut zu 
Frankfurt a. M. Obgleich bis in die letzten Lebensjahre thätig, war er doch infolge 
seines Leichtsinns stets in Geldverlegenheit und auf Unterstützungen vom Magistrat 
angewiesen, der ihm 2 Jahre vor seinem Tode eine Pension ausset«te. Jetzt finden 



124 Hals — Hamilton. 

seine Werke die höchste Anerkennung. Vgl. Bode, Studien zur Gesch. der holländischen 
Malerei (1883). 

HalS) Frans d. S , Bildnissmaler, geh. zwischen 1617 und 23, f nach 1669, 
Sohn und Schüler des Vorigen, malte in der Weise seines Vaters, und copirte aucli 
dessen Bilder, z. B. die Hille Bobhe (Museum in New York), Hille Bobhe und der 
Eaucher (Museum in Dresden). Eigene Compositionen von ihm sind im Berliner 
Museum ein StUlleben aus dem Jahre 1640, im Museum zu Schwerin Musik und 
Kartenspiel. 

Halse, 6., engl. Bildhauer der Gegenwart, Autodidakt, begann mit einer Büste 
seines Protektors, des Herzogs von Devonshire (1858) und brachte nachher fast nur 
allegorische und ideale Bildwerke von poetischer, origineller Auffassung, z. B. eine 
Gruppe am Tarpejischen Felsen, Das Erwachen des Gedankens, Britaania entschleiert 
Australia (Hauptwerk), Nach di&m Bade, Der nahende Sturm und mehrere Büsten, 
gab auch als Schriftsteller Novellen mit seinen Illustrationen heraus. 

c Halswelle, Keeley^ engl. Genremaler, geb. 1832 zu Eichmond (Surrey), f 11. April 
1891 in Paris, studirte im Britischen Museum, arbeitete viel für die „London 
Illustrated News", liess sich 1854 in Edinburg nieder, wo er weitere Studien machte 
und Bilder aus dem Leben der Fischer in Newhaven malte, die grosses Glück machten. 
1868 ging er nach Rom, wo er beifällig aufgenommene Scenen aus dem Volksleben 
malte, z. B. Ein jüdischer Tabulettkrämer auf der Piazza Navona, Eine Scene aus 
dem Theater des Marcellus, Landleute in der Peterskirche, Die Erhebung der Hostie, 
Die Heimführung der Braut u. A. 

Hambach, Johann Michael, Stilllebenmaler der 2. Hälfte des 17. Jahrb., der 
leblose Dinge täuschend nachzuahmen verstand, z. B. gedeckte Tafeln mit Speisen, 
auch allerlei Waffen und Pferdegeschirr. Im Museum zu Köln von ihm 2 Stillleben 
mit allerlei Esswaaren. 

Hamel, Alart da, s. Duhamel. 

Hamel, Julias, Historien- und Bildnissmaler, geb. 9. Febr. 1834 in Dillenburg 
(Hessen-Nassau), Schüler des Städelschen Instituts unter Jakob Becker, Steinle 
und Passavant, bildete sich auch in Dresden, München, Belgien, Holland und Italien 
und liess sich in Frankfurt a. M. nieder. Er malte Bilder von ansprechendem Colorit 
aus der biblischen und aus der Profangeschichte und wohlgetroffene Bildnisse. Dahin 
gehören: Die Fusswaschung des Petrus (1857), Grablegung Christi, Lorelei, Der 
Ablasskrämer Tezel (1864), Eginhard und Emma (1867), Abschied Wilhelms von 
Oranien von Egmont Gefangennehmung Egraonts (1876), Die Gräfin Keifenstein bittet 
für das Leben ihres Gemahls (1879), Jahreszeiten und Erntefreuden (1874) u. s. w. 

Hauerani, Familie von Medailleuren, deren bedeutendstes Glied Johann H. 
war, t 1705 in Rom, der in päpstlichen Diensten stand und eine treffliche Denkmünze 
auf Papst Innocenz XII. fertigte. 

Hamerton, Philip Gilbert, englischer Maler, Radierer und Kunstsehriftsteller, 
geb. zu Laneside (Lancashire) den 10. Sept. 1834, f zu Boulogoe aur Seine den 4. Nov. 
1894. H. hat sich seiner Kunst halber verschiedene Male in Schottland und Frankreich 
aufgehalten und malte dort z. B. üeberfahrt über den Loch Awe, Die Wächterhütte, 
Der Fluss Tonne, etc., und radierte daneben eine grössere Anzahl landschaftlicher 
sowie Bildnissplatten. Bekannter ist er jedoch durch seine schriftstellerische Thätigkeit 
geworden. Er verfasste Kunstberichte für die Times, Saturday Review, schrieb viele 
biographische und aesthetische Artikel für die Encyclopaedia Britannica, und gründete 
die Kunstzeitschrift „The Portfolio" während er bei verschiedenen Anderen z. B. 
„L'Art" ständiger Mitarbeiter war. 1868 veröffentlichte er ein Werk über die 
Radierkunst, ferner über die Landschaft, über moderne französische Malerei, die 
Malerei in Frankreich ; auch einige Romane und Schriften allgemeineren Charaktera. 
Seine Hauptaufgabe war ihm ein grösseres Einvernehmen zwischen den zwei Kimst- 
völkern England und Frankreich herzustellen und deren gegenseitiges Interesse für 
einander zu erhöhen. An letzteres Land wurde er besonders durch seine Heirath 
mit einer Französin gefesselt. 

Hamilton, Anton Ignaz, Maler, geb. 1696 in Wien, f 1770 zu Hubertuaburg 
(Sachsen), Sohn und Schüler des John George H., zeichnete sich, wie dieser, im 
Malen von Pferden und StUlleben aus, stand 7 Jahre im Dienst des Herzogs von 
Sachs flu- Weimar und wurde Hofmaler des Königs August HI. von Polen und Kurfürsten 
von Sachsen. 

Hamilton, Charles William de, Maler, geb. 1668 oder 1670, f 1754 in Augsburg, 
Sohn und Schüler von James H., auch Schüler seiner beiden Brüder Philipp 



Hamilton — HammaA. 125 

Ferdinand und JohannGeorg, wurde Kabinetsmaler des Fürstbischofs Alexander 
Sigismund von Augsburg, malte mit grosser Naturtreue vierfüssige Thiere, Vögel, 
Insekten und Pflanzen. 4 Bilder von ihm in der Galerie zu Mannheim, im Museum 
zu Schwerin ein Waldgebüsch mit einem erlegten Fuchs (1730). 

Hamilton, Franz de, Maler der 2. Hälfte des 17. Jahrb., wahrscheinlich Broder 
des James H., malte Bilder von Jagdbeute und ThierstilUeben. Solche Bilder von 
ihm in den Galerien zu Schwerin, Aschaffenburg und Schieissheim. 

Hamilton, Gavin, engl. Historien- und Bildnissmaler, geb. 1730 in Lanark 
(Schottland), f 1797 in Rom, lebte in den 50er Jahren des 18. Jahrh. in London, wo 
er sich der Historien- und Bildnissmalerei widmete nnd z. B. die Herzogin von HamiltoD 
und ihre Schwester, 2 berühmte Schönheiten, malte. Bald nachher ging er nach Rom, 
wo er historische, in der Farbe etwas schwache Bilder malte, z. B. Achilles mit dem 
Leichnam Hektors, Andromache weint über den Leichnam Hektors, Apollo. Um 1794 
malte er in einem Zimmer der Villa Borghese in Rom die Geschichte des Paris, leitete 
1769 die Ausgrabungen in der Villa Hadrians und anderer antiker Skulpturen, die 
sich jetzt im britischen Museum befinden. Dann schrieb er 1773 ein Werk über die 
grossen italienischen Meister, betitelt „Schola Italica Picturae" mit 40 Kupferstichen. 

Hamilton, James de, der Stammvater der Malerfamilie fl., lebte in Brüssel, 
wo er 80 J. alt gestorben sein soll. Seine 3 Söhne Philipp Ferdinand John 
George und Charles William (s. diese 3) waren Thier- und Stilllebenmaler. 

Hamilton, John George von, Thiermaler, geb. 1672 in Brüssel (s. den Vorigen), 
t 3. Jan. 1737 in Wien, wo er seit 1713 ansässig war. Vorher arbeitete er am Hofe 
König Friedrich I. Er malte namentlich Pferde, aber auch Jagdstücke und Stillleben, 
von etwas nüchternem Colorit. Bilder von ihm im Hoftnuseum zu Wien, 4 Pferde- 
bilder von 1703, 1704 und 1709 im Museum zu Dresden, eine Eberjagd von 1740 im 
Vorrath des Berliner Museums, auch in der Galerie Liechtenstein in Wien, in der 
Pinakothek zu München und in Schieissheim. 

Hamilton, Philipp Ferdinand von, Maler, geb. 1664 in Brüssel, (s. Hamilton, 
James de), f 1750 in Wien, wo er 1706—40 Kammermaler war. Er malte wilde und 
zahme Thiere und Jagdbeute. 9 Bilder von ihm im Hofmuseum zu Wien, 3 in der 
Galerie zu Budapest, in der Pinakothek in München eine Speisekammer mit einer 
Katze, 3 Bilder im Museum zu Breslau und eine Jagdbeute im Museum zu Weimar, 
2 Bilder mit Vögeln im Rudolfinum zu Prag. 

Hamilton, Thomas, engl. Architekt, geb. 1785, f 24. Febr. 1858 inEdinburg, 
baute 1825—29 die Hochschule daselbst im griechischen Stil, die Facade der ärztlichen 
Halle, errichtete das Denkmal des Volksdichters Robert Burns in Ayr und mehrere 
Kirchen und Privathäuser, schrieb auch über den damaligen Zustand der Kunst in 
Schottland (1850). 1855 erhielt er die Pariser gpldene Medaille. 

Hamilton, William, engl. Maler, geb.- 1751 in Chelsea, f 2. Dec. 1801 in 
London, kam früh nach Italien, wo er unter Zucchi studirte, setzte dann 1769 seine 
Studien auf der Akademie in London fort, malte Historien-, Genrebilder und Bildnisse, 
zeichnete für Boydells Ausgabe des Shakespeare, für eine Ausgabe der Bibel und für 
Thompsons „Jahreszeiten". Die Illustrationen zu Shakespeare waren wenig befriedigend, 
seine männlichen Figuren zu schwach und weibisch, die Frauengestalten phantastisch 
aufgeputzt. Er malte auch die jetzt im Kensington-Museum befindliche Kutsche 
des Lord Fitzgibbons, die ihm hoch bezahlt wurde. 1789 wurde er Mitglied der 
Akademie. 

Hamman, Edouard Jean Conrad, belgisch-franz. Maler des historischen Genres, 
geb. 24. Sept. 1819 in Ostende, f 1888, besuchte in Antwerpen die Akademie und das 
Atelier deKeysers, liess sich 1846 in Paris nieder und malte Bilder von interessantem 
Inhalt und trefflichem Colorit, aber im Ausdruck ziemlich schwach. Dahin gehören 
aus den Jahren 1847 — 53: Rabelais am französischen Hof, Hamlet, Karl IX. und 
sein Leibwundarzt, Besuch des Dogen Mocenigo mit Tizian bei Paolo Veronese, Die 
Tochter des Verbrechers, und später : Christoph Colombo, Der Komponist Willaert im 
Kloster zu Brügge die Orgel spielend (Museum in Brüssel), Der Geigenmacher 
Stradivari, Der Anatom Vesalius in Padua, Dante in Ravenna, Einzug Albrechts VII. 
Herzogs von Oesterreich und seiner Gemahlin Isabella in Ostende, Erzählungen der 
Margarete von Angouleme, Unterricht des jungen Karl V. durch Erasmus (im 
Luxembourg), Die Frauen von Siena bei der Belagerung ihrer Stadt (1864), Das Fest 
des Bucentaur in Venedig (1867), Händel iind Georg I. auf der Themse fahrend, 
Mozart in Wien, Fliehende Hugenotten nach dem Widerruf des Edicts von Nantes 
und einige Genrebilder. 1848 erhielt er die Brüsseler Goldene Medaille, wurde durch 



126 Hammer — Hancock. 

verachiedene weitere Medaillen, 1854 durch den belgischen Leopolds-Orden, 1864 
durch das Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. 

Hammer, Christian Gottlob, Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 30. Oct. 
1779 in Dresden, t 7. Febr. 1864 das., Schüler und seit 1816 Mitglied der dortigen 
Akademie, malte in Oel, Aquarell und Sepia einige Ansichten sächsischer Gegenden, 
war aber vorzugsweise Kupferstecher von Ansichten aus Deutschland, Eussland, 
Spanien, Portugal, Holland und aus London. 

Hammer, Edmund Glaido, Thier- und Jagdmaler, geb. 4. Febr. 1821 in Dresden, 
Bruder des Dichters Julius H., besuchte die Akademie in Dresden, aber al3 eifriger 
Jäger noch mehr die Wälder und Fluren, wo er Skizzen zeichnete, infolge deren er 
1842 Schüler von Jul. Hübner wurde. 1847 machte er eine grosse Fusswandermig' 
nach Triest, Oberitalien und zurück über München und Nürnberg, wiederholte in den 
folgenden Jahren diese Streifzüge und unternahm 1866 eine Reise nach Constantinopel. 
Seine vielen naturwahren Thierbilder kamen grossentheils in den Besitz fürstlicher Jagd- 
liebhaber, 2 ins Museum zu Dresden. Zeichnungen dieses Inhalts lieferte er häufig 
für illustrirte Zeitschriften, namentlich für die „Gartenlaube" und die „Illustrirte 
Zeitung", war auch als Schriftsteller in diesem Fache thätig. 

Hammer, Hans Jörgen, dänischer Maler, geb. 29. Dec. 1815 in Kopenhagen, 
Schüler der dortigen Akademie unter Eckersberg, malte anfangs originelle 
Genrebilder, besuchte 1856—58 Italien, wo er sich auch der Landschaft widmete. Zu 
seinen späteren Genrebildern gehören: Der Markttag in Fredericia (1871), Der lang 
erwartete Brief (1877, Galerie in Kopenhagen). 

Hammer, WiHiam, Blumenmaler, geb. 31. Juli 1821 in Kopenhagen, f 1889, 
Bruder des Vorigen, Schüler der dortigen Akademie, bereiste Deutschland, Frankreich, 
mehrere Male Italien, auch Belgien und London und machte sich durch zahlreiche 
Blumen- und Fruchtstücke bekannt. 1871 wurde er Mitglied der Akademie seiner 
Vaterstadt. 

Hammerer, Hans, genannt Hans Meiger, Baumeister und Bildhauer, geb. um 
1441, t nach 1518, war seit 1509 Baumeister am Mtinst^ äu Strassburg, fertigte 
die dortige Kanzel gothischen Stils (1485 — 87) und die einfachere gothische Kanzel 
der Kollegialkirche in Zabern 1497. 

Hamen, JeanLonis, franz. Genremaler, geb. 3. Mai 1821 in St. Loup (Bretagne), 
t 29. Mai 1874 in St. Rafael (Var), war seit 1840 Schüler von Delaroche und G 1 e y r e, 
kam in die Porzellanmanufaktur in Sevres, wo er anmuthige Vasenbilder malte. 
Später schuf er hauptsächlich Bilder aus dem antiken Leben, als liebliche, in antikes 
Gewand gekleidete Spiele der Phantasie in duftigen, körperlosen Gestalten, denen er 
Leben und Wärme zu verleihen wusste. Dahin gehören : Die m'fenschliehe Komödie (1852), 
Meine Schwester ist nicht zn Hause (1853), Die Jungfrau von Lesbos, Ich habe es 
nicht gethan (1855), Der Taschenspieler, Das Marionettentheater, das reizende Bild 
Aurora (1864), Die Amorettenwäscherin, Der traurige Strand u. A. Wegen seiner 
Schulden floh er 1862 nach Rom, ging 1865 nach Neapel und Hess sich inCapri nieder. 
Er errang sich verschiedene Medaillen. 

Hampe, Ernst Heinr. Wilhelm, Maler, geb. 1817 in Bremen, t in Rom, lebte 
in der Mitte der 30er Jahre in seiner Vaterstadt als Bildnissmaler. Voü ihm einige 
Bilder in der dortigen Kunsthalle und viele in' Privatbesitz, 

Hampe, Karl Friedrich, Genre- und Historienmaler, geb. 13, Juli 1772 in 
Berlin, f 29. Dec. 1848 das., war Schüler der dortigen Akademie unter Niedlich 
und Frisch, wurde 1816 Mitglied, 1823 Professor, 1829 Inspektor und Bibliothekar 
derselben. Unter seinen GenreT)ildern und Interieurs aus der Zeit der Reformation 
nennen wir: Die Luther-Stube in Wittenberg (1821, Nationalgalerie in Berlin), 
Schloss-Fontaine (1819), Ritterburg im Mondschein, Eine Mutter mit ihrem Säugling 
sitzt auf dem Grabhügel ihres Mannes in den Ruinen einer Burg, Johannes der Täufer 
(häusliche Scene), Eine trauernde Fürstin besucht mit ihren Kindern die Grabstätte 
ihres Gatten in der Schlosskapelle (Museum in Breslau). Er batte den preuss. Roth. 
Adler-Orden. 

Hamza, Johann, Genremaler, geb. 21. Juni 1850 in Teltsch in Mähren, Schüler 
von Ed. V. Engerth auf der Akademie in Wien, wo er sich niederliess. Unter 
seinen zahlreichen Genrebildern nennen wir nur : Der Besuch, Beim Uhrmacher, Zum 
Empfang, Der Taschenspieler, Der Toast eines Kavaliers, Der Kriegsrath, Der Einzug 
der Braut, Flitterwochen u. s. w. 

Hancock, Charles, engl. Genre- und Thiermaler der Gegenwart, stellte seit 
1839 mehrere Genrebilder aus, unter denen 1849 die Wahl eines Parlamentsmitgliedes 



Hancock — Hans. 127 

und eine 1845 in Westminster Hall in Fresko gemalte Schlacht sehr gerühmt wurden. 
Mehrere seiner Bilder stach Henry Beckwith. 

Hancock, J., engl. Bildhauer der Gegenwart, schuf besonders trefliche weibliche 
Idealfiguren, z. B. Die erste Regung der Liebe, Miranda, Ophelia, Die Jungfräulichkeit 
(1856), und schuf in einem schönen Relief Christus zum Kreuz geführt. 

Handel, Max, Bildnissmaler, geb. 1696 in Böhmen, f 1758 in Wien, über 
dessen Lebensverhältnisse nichts bekannt ist. Die beiden einzigen von ihm vorhandenen 
Bilder sind 2 männliche Bildnisse im Hofmuseum zu Wien. 

Handwerck, J. E., Genre- und Landschaftsmaler, geb. 1824 in Kassel, t H. März 
1883 das., ging 1848 von der Lithographie zur Malerei über und brachte vorzugsweise 
Reiterbilder, aber auch Genre und Landschaft. Dahin gehören Der Kurfürst von 
Hessen mit seinem Gefolge (zweimal gemalt). Das Offiziercorps der hessischen Garde 
du Corps, Das Gefecht bei Gundershoffen 6. Aug. 1870, Eine hessische Kirmes, Moni- 
aufgang und in Kohlezeichnungen mehrere Ansichten von Wilhelmshöhe, und von 
Schloss Eltz, Das Rosenwunder der hl. Elisabeth für die Nonnenkirche in Fulda. 

Hanedoes, Louwrens, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 14. Juli 1822 in Woudrichen 
(Nordbrabant), Schüler von C. Kruseman und B. C. Koekkoek. Von ihm im 
Reichsmuseum zu Amsterdam eine Landschaft aus Kennemerland (1869). 

Hanfstängl, Franz, Lithograph und Photograph, geb. 1. März 1804, in Bayernrain 
(Oberbayern), f 18. April 1877 in München, wo er 1819—25 die Akademie besuchte, 
und dann zu der früher von ihm unter Senefelder geübten Lithographie zurück- 
kehrte. 1834 gründete er eine sehr bald zu hoher Blüthe gelangte lithographische 
Anstalt, und ging in demselben Jahre nach Paris, um Lemerciers lithographisches 
Verfahren kennen zu lernen. 1835 erhielt er den Auftrag, die vorzüglichsten Bilder 
der Dresdener Galerie zu lithographiren und führte diesen Auftrag bis 1852 in 190 
grossen Blättern aus. 1844 errichtete er auch in München ein grosses Atelier und 
überliess das zu Dresden seinen durch ihn gebildeten Brüdern H a n s und Max. 1848 
wandte er sich zu der von Franz v. Kobell erfundenen Galvanpgraphie und errichtete 
eine Anstalt in diesem Fach, aus der viele Blätter hervorgingen. 1853 gab er diesen 
Kunstzweig wieder auf und wandte sich zur Photographie, worin er einen Weltruf 
erwarb, viele Medaillen erhielt und die Hauptbilder der alten Pinakpthek vervielfältigte. 
Das von ihm geführte Geschäft wurde von seinen Erben fortgeführt. 

Hanneman, Adriaen, hoUänd. Bildnissmaler, geb. 1601 im Haag, t im Juli 
1671 das., Schüler von Jan v. Ravesteyn und Nachahmer van Dycks, kam unter 
Karl I. nach England und malte hier 16 Jahre lang unter DanielMytens Bildnisse 
aus der vornehmen Welt. Dann kehrte er nach dem Haag zurück, wo er Hofmaler 
der Prinzessin Marie von Oranien und 1665 Direktor der Akademie wurde. Unter 
seinen lebens- und ausdrucksvollen Bildnissen befinden sich das des Jan de Witt im 
Museum zu Rotterdam (1652), im Hofmuseum zu Wien das des van Dyck und Karls P. 
von England, im Museum zu Braunschweig eine musicireude Gesellschaft und 
2 weibliche Bildnisse. 

Hannibal, Ehrenreich, Medailleur, geb. 1678 in Stockholm, f 1741 als Münz- 
meister in Clausthal, Schüler des Medailleurs Arfvid Karlsteen, trat 1705 in 
braunschweigische Dienste, arbeitete auch für andere deutsche Fürsten und bewies 
sich als einer der geschicktesten Medailleure seiner Zeit. 

Hanno, Andr. Friedr. "Wilh. von, norwegischer Architekturmaler, geb. 15. Dec, 
1826, erhielt seit 1845 auf den Ausstellungen mehrere Medaillen. Bekannt wurden 
von ihm die Bilder: Die Judengasse in Frankfurt a. M. und Eine Partie aus dem 
Städtchen Diez an der Lahn. 

Hanotean, Hector, franz. Landschaftsmaler, geb. 25. Mai 1823 in Decize 
(Nievre), f 7- April 1890, widmete sich zunächst unter Gigoux dem Genre, ging 
aber bald zur Landschaft über, worin er einem entschiedenen Realismus huldigte und 
die Natur in ihrer ungeschminkten Wahrheit wiedergab, ohne in ikre poetischen 
Stimmungen einzudringen. Im Anfang der 50er Jahre bereiste er Algerien, malte 
aber doch meistens die flacheren Gegenden des mittleren Frankreichs, z. B. Teich in 
Nivernais, Die Wiesen von Charency, Pferde in den Wäldern von Niveruais i,1863>, 
Die verlassene Hütte (1864), Dorflache (Museum des Luxembourg) u. A. Er erhielt 
mehrere Medaillen und 1870 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Hans, unter den Baumeistern und Bildhauern dieses Namens fast 20 an der 
Zahl, die im 15. und im Anfang des 16. Jahrh. im Bau von deutschen Kirchen 
und deren innerer Einrichtung und Ausschmückung thätig waren, nennen wir nur 
als die bedeutendsten: Hans v. Cöln, der, in Nürnberg thätig, um 1520 den ehernen 



128 Hanscli — Hansen. 

Taufkessel in der Marienkirche zu Salzwedel, schon stark mit Renaissaucedetails mit 
einem kunstreichen Gitter von 1522 schuf; und Hans v. Mingolsheiin, Architekt, 
geh. in der Gegend von Bruchsal, der in der 2. Hälfte des 15. Jahrb. den Chor der 
Kilianskirche in Heilbronn, die Kirche zu Lauffen am Neckar, und viel in Schwaben 
haute. 

Hansch, Anton, Landschaftsmaler, geb. 24. März 1813 in Wien, f 8. Dec. 1876 
in Salzburg, war kurze Zeit Schüler der Akademie in Wien unter MÖssmann und 
bildete sich mehr durch das Studium der Natur in den österreichischen Hochgebirgen 
und in der Schweiz, woher er auch die Mehrzahl seiner in Licht und Luft trefflichen 
Landschaften entlehnte, unter denen die meisten kleineren den grösseren vorzuziehen 
sind. Zu den besten gehören: Waldbach Strub bei Hallstadt, Aus dem Bregenzer 
Walde, Aus dem Oetzthale, Partie am Königssee, Gegend am Königssee mit Staffage 
(Hofmuseum in Wien), Motiv vom Ghiemsee, Der Brunnen in Golling, Der Dachstein, 
Das Wetterhorn, Der Grossglockner, Rigi Scheideck und viele Andere, die durch 
den Stich grosse Verbreitung fanden. 1873 büsste er sein Vermögen ein und zog 
nach Salzburg. 1839 errang er sich die goldene Medaille, 1859 den 1. Preis der 
Wiener Ausstellung, 1866 erhielt er den Franz-Josephs-Orden, 1867 die Würde als 
akademischer Rath. 

Hanselaere, Pieter van, Historienmaler, geb. 13. Juli 1786 in Gent, f 10. März 
1862 das., Schüler der dortigen Akademie unter van Huf fei, ging 1809 nach Paris, 
wo er sich unter David weiter bildete. Nach Erlangung des grossen Preises durch 
sein Bild der Opferung Abels setzte er seine Studien in Italien fort,, malte zahlreiche 
Bildnisse, wurde Hofmaler des Königs von Neapel und nach seiner Rückkehr Professor 
an der Akademie in Gent. Altarbilder von ihm in mehreren Kii'chen Belgiens, im 
Museum zu Gent das Martyrium des heil. Stephanus, im Museum zu 'Weimar eine 
betende Römerin. 

Hausen, Christian Friedrich, dänischer Architekt, geb. 28. Febr. 1756 in 
Kopenhagen, f 10. Juni 1845, Schüler der dortigen Akademie unter Harsdorff, 
besuchte Italien, wurde 1788 Mitglied der Kopenhagener Akademie und Landbaumeister 
in Altoua, wo er eine grosse Bauthätigkeit entfaltete. 1804 zog er nach Kopenhagen, 
wurde Professor an der Akademie und Oberbaudirektor, baute 1815 das Raths- und 
Gerichtshaus, stellte von 1795 an das 1794 durch Brand zerstörte Schloss Christiausborg 
wieder her, das erst 1828 gänzlich vollendet wurde, ebenso die 1829 eingeweihte 
Frauenkirche. 30 Jahre lang übte er grossen Eiufluss auf den in Dänemark zur 
Geltung kommenden Baustil, gab auch ein Prachtwerk über seine Bauten heraus 
(2. Aufl. 1847). 

Hansen, Hans Christian, dänischer Architekt, geb. 20. April 1803 in Kopenhagen, 
t 2. Mai 1883 in Hietzing bei Wien, Schüler der Akademie seiner Vaterstadt unter 
Gust. Fr. He t seh, errang 1829 die gold. Medaille, ging 1831 nach Rom, 1833 
nach Neapel und von da nach Sizilien und Griechenland, wo er mit Ross und 
Schaubert die Ausgrabungen und den Wiederaufbau des Nike-Tempels in Athen 
leitete, worüber diese Architekten ein Werk herausgaben (1839). Dort baute er auch 
1837 — 42 die Universität in griechischem Stil, in Triest das Marinearsenal, in 
Kopenhagen, wo er Professor an der Akademie wurde, das Gemeindehospital, das 
naturhistorische Museum und in Holbäk auf Seeland eine Kirche in romanischem Stil. 
Er war Mitglied der Akademien in Wien, Florenz, Amsterdam und des Instituts der 
britischen Architekten, 1867 ward er Etatsrath, 1876 Commandeur des Danebrogordens. 

Hansen, Heinricli, dänischer Architekturmaler, geb. 23. Nov 1821 in Hadersleben, 
t 11. Juli 1890 in Kopenhagen, bildete sich seit 1842 auf der Akademie als Decorations- 
maler, Tiereiste 1847 Deutschland und widmete sich der Architekturmalerei, für die 
er 1850—52 Studienreisen im westlichen Europa machte. Zu seinen besten Bildern 
(mehrere in der Galerie zu Kopenhagen) gehören: Christians IV. Zimmer im 
Rosenborger Schloss, Der Saal der 4 Thüren im Dogenpalast zu Venedig und ein 
Interieur aus dem 16. Jahrb. in Lübeck. Auch um die Förderung des Kunsthand- 
werks in Dänemark machte er sich verdient. Er war Mitglied und Professor der 
Akademie in Kopenhagen. 

Hansen. Karl Christian Konstantin, dänischer Genre- und Historienmaler, 
geb. 3. Nov. I804i in Rom als Sohn des Bildnissmalers Hans H., f 27. März 1880 
in Kopenhagen, besuchte die dortige Bauschule, wandte sich aber zur Bildnissmalerei 
und wurde Schüler von Christ. Wilh. Eckersher g. 1835 — 41 lebte er in 
Italien, wo er Bilder aus dem dortigen Volksleben malte. Nach seiner Rückkehr 
malte er mythologische Fresken in der Universität zu Kopeuhag-en und Christus mit 



Hansen — Happel. 129 

den 1 2 Aposteln im Dom zu Roeskilde. Seine übrigen bedeatenderen Bilder sind : Aegios 
Gastmahl (1857, Galerie in Kopenhagen), Die Eeichsversammlung in Ghristiansborg 
(1865) und einige Altarbilder. Seit 1864 Mitglied der Akademie in Kopenhagen, 
wurde er später Professor und 1873 Vizedirector an derselben. Auch erhielt er die 
Würde eines Etatraths. 

Hansen, Karl Frederik Sun dt, norwegischer Genremaler, geb. 30. Jan. 1841 
in Stavanger, bildete sicTi in Kopenhagen, Düssseldorf und Paris, malte aus dem 
norwegischen Volksleben Scenen, von denen sich einige im Nationalmuseum zu 
Stockholm (Besuch in der Sennhütte) und in der Nationalgalerie zu Christiania (Im 
ländlichen Gefängniss) befinden. 

Hansen, Lambertos Johannes, holländ. Maler, geb. 12. Aug. 1803 in Amsterdam, 
t 21. April 1859, Sohn und Schüler von Carel Lodowyk H., malte besonders das 
Innere von Wohnungen und Durchsichten mit einfällendem Licht. 1833 wurde er 
Mitglied der Akademie seiner Vaterstadt und Lehrer an derselben. 

Hansen, Lars, dänischer Bildnissmaler, geb. Ä. Juli 1813 in Rönne auf Bornholm, 
t 10. Aug. 1872 das., besuchte 1828 die Akademie in Kopenhagen und widmete sich 
der Bildnissmalerei, die er in Dänemark und 1841—63 in Schweden mit Erfolg 
ausübte. Von ihm das Bildniss des Blumenmalers Fritzsch, des Dichters Oehlenschläger 
und der schwedischen Königsfamilie. 

Hansen, Theofllus Edvard, berühmter Architekt, geb. 18. Juli 1813 in 
Kopenhagen, j- 17. Febr. 1891 in Wien, war anfangs Schüler seines Bruders Hans 
Christian H. (s. d.) und des G. F. Hetsch, besuchte die dortige Akademie und 
ging 1838 nach Italien und Griechenland, wo er sich bei der Wiederherstellung des 
Tempels der Nike betheiljgte, die Sternwarte des Bajmns Sina, die englische Kirche 
und die Gemeindekirche baute. 1846 wurde er nach Wien berufen, wo sich ihm bei 
dem baulichen Aufschwung der Kaiserstadt ein weites Feld der yhätigkeit eröffnete. 
Er baute in Gemeinschaft mit Förster (1846— 49) die evangelische Kirche im 
byzantinischen Stil, die Synagoge im byzantinisch-maurischen Stil (1853 — 58) und 
als seinen ersten selbständigen Wiener Bau das Waffenmuseum des Arsenals mit 
meisterhafter Durchführung des überhöhten Rundbogens Gleichzeitig entstand 
1856 die Grabkapelle auf dem evangelischen Friedhof und 1858 die neue Fagade 
der nicht unirten griechisch-orientalischen Gemeinde 1860 ging er wiederum nach 
Athen und errichtete dort den Prachtbau der Atademie der Wissenschaften in 
penteliscliera Marmor. Dazu kamen aus den nächsten Jahren in Wien der Heinrichshof 
(1861—63), Der Palast des Erzherzogs Wilhelm im Renaissancestil, Das Haus der 
Gesellschaft der Musikfreunde (1867 — 70) in italienischer Renaissance, Der Palast Epstein 
(1871) und der Palast Ephrussi. Ein nicht minder geistvoller Bau ist das Schloss Hörnstein 
in dem von ihm sonst nicht angewandten apätgothischen Stil, ferner die Börse 
(1877), die Akademie der bildeoden Künste, beide im italienischen Renaissancestil 
und als seine grossartigste Schöpfung das Parlamwitsgebäude im klassischen Stil der 
griechischen Blüthezeit mit reichem Stataenschmuck. Er machte auch einen interessanten 
Entwurf zur Wiederherstellung des Lysitoates-Denkmals in Athen. Er war Mitglied der 
Wiener Akademie, Bitter der Eisern. Exone, des Danebrog- und bayr. Maximilians-Ordens. 

Hanson, Christian Heinrich, Historien-, und Genremaler, geb. 1791 in Altena, 
t in Hamburg, erhielt dort, in Rom und in München seine Ausbildung und lebte in 
Hamburg 1831—50. Unter seinen sehr gerühmten Bildern werden genannt: Ein Engel 
der ein Kind emporträgt. Der Fischer (nach Goethe), Christus am Oelberg, Genöveva 
im Kerker, Das Halleluja, eine hassende Magdalena, und im Schloss Hohenschwangau 
ein Freskencyklus aus dem Leben der Pfalzgräfin Agnes. 

Hansteen, Nils, Landschaftsmaler, geb. 29. April 1855 in Norwegen, Schüler 
der Akademie in Christiania, der Kunstschule in Karlsruhe und der Akademie in 
München. Er lebt in Kopenhagen. Die meisten seiner Landschaften sind der 
Umgegend von Christiania und den Küsten Norwegens entnommen. 

Hantzsch, Johann Gottlieb, Genremaler, geb. 19. März 1794 in Neudorf bei 
Dresden, f 3. April 1848 in Dresden, wo er Schüler der Akademie unter Rössler 
war. Er arbeitete viel als Zeichenlehrer in Dresden in Gemeinschaft mit seinem 
ScHwager Peschel und malte Scenen aus dem kleinbürgerlichen und bäuerlichen 
Leben und aus der Schulstube. Im Museum zu Leipzig von ihm Der Sonntagmorgen 
(1830), Eine Scene beim Zahnarzt (1839, Nat.-Gal. zu Berlin), Der Dorfschulmeister, 
Das Innere einer Dorfschule, Der politisirende Schuhflicker und viele Andere. 

Happel, Friedrich, Tliiermaler, geb. 23. Mai 1825 in Arnsberg (Westfalen), 
t B. Juli 1864 in Düsseldorf, Bruder von P e t e r H e i n r i c h H., besuchte die Akademie 
Allgemeines B;flnstler-Lexioon. 5. Aufl. 2. Band. 9 



130 Happel — Hardwick. 

in Düsseldorf und malte meistens Bilder aus dem Leben des deutschen Wildes, 
namentlich des Fuchses, dessen Treiben er höchst charakteristisch darstellte, z. B. 
eine mit Variationen oft wiederholte Fuchsfamilie und ein vom Iltis überfallenes Huhn ; 
auch einige Radierungen dieses Inhalts. 

Mappel, Karl, Genvemaler, geb. 1819 in Heidelberg, wurde Schüler von 
Grötzenberger in Mannheim, war 1847 — 50 im Atelier von Gleyre in Paris, 
bildete sich 1851 — 57 in München auf der Akademie, lebte von 1860 — 67 in Amerika 
und nahm nach seiner Eückkehr seinen Wohnsitz in München. Seine Genrebilder 
befinden sich in mehreren Galerien und in Privatbesitz. 

Happel, Peter Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 26. März 1813 in Arnsberg 
(Westfalen), f 23. Mai 1854 in Düsseldorf. Unter seinen Bildern nennen wir: 
Sauerläadische Gegend (1837), Partie aus dem isarthale (1840), Hirschpark in 
Westfalen, Eifeilandschaft (1851). Er gründete und verwaltete den Verein 
Düsseldorfer Künstler zu gegenseitiger Unterstützung. 

Harl»org€r, Edmund, Genremaler, geb. 4. April 1846 in Eichstätt, war anfangs 
in einem Baugeschäft, widmete sich dann in München unter Lindenschmit der 
Malerei und wurde einer der vortrefflichsten Hauptmitarbeiter der „Fliegenden Blätter" . 
Zu seinen humoristischen Bildern aus dem Leben der Oberbayerischen Bauern und 
der Münchener Bevölkerung gehören: Der Dorfbarbier, Spiessbürger beim Bierkruge, 
Vornehme Gäste, Bauernprügelei, Der Stadtherr, Die Weinprobe, Im Sorgenstuhl 
(1886), Ersiehung des Bacchus. 1894 erhielt er den Professortitel. 

Hardeisberg, s, Ebrenfeerg'. 

Haröime, Peter, niederländ. Maier, geb. 1678 in Antwerpen, f 1748, Schüler 
seines Bruders Simon, eines Blumenmaiers, besuchte viele Städte Hollands und 
malte leicht ausgeführte, gut colorirte Blmnenbilder. . 

Harding, ehester, Bildnissmaier, geb. 1. Sept. 1792 in Conway (Massachusetts), 
t 1. April 1866 in Boston, wurde nach manchen anderen Beschäftigungen BUdnissmaler, 
bildete seit 1832 sein Talent in London aus und liess sich in Boston nieder. Unter 
seinen in Anierika gemalten Bildnissen nennt man als vorzüglich das des Generals 
Sherman und unter den in England entstandenen die des Malers Washington AUstOD, 
des Staatsmanns Daniel Webster und des John ßandolph. 

Harding, James Buflield, engl. Aquarellmaler, geb. 1798 inDeptford, f 4. Dec. 
1863 in Barnes (Surrey ire), war anfangs in der Lehre bei einem Kupferstecher, 
wurde Zeichenlehrer, besuchte 1830 Italien, lithographirte auch viele Skizzen nach 
Bonington. Wichtiger als durch diese Arbeiten wurde er durch seine Schriften: 
„Skizzen aus der Heimath und aus der Fremde" (1836), „Der Park tmd der Wald" 
(1842), „Auswahl malerischer Gegenden" (1861), „Kunstlectionen" u. A, Eine Zeil 
lang widmete er sich auch der Oelmalerei. 

Hardorfif, Gerdt, Bildniss- und Historienmaler, geb. 11. Mai 1769 im sog. 
Alten Lande an der Elbe, f 1864 in Hamburg, Schüler von Job. Anton Tis chb ein 
in Hamburg und seit 1788 von Casanova in Dresden. 1796 kehrte er nach Hamburg 
zurück. Seiae Hauptbilder sind : Kain nach dem Brudcrmorüc, Die Altarbilder der 
Kreuzigung und der Einsetzung des Abendmahls. In der Kunsthaile zu Hamburg von 
ihm das Bildniss des Schuldirektors Gurlitt. Er radierte auch einige Blätter nach Füger, 
W, Tischbein und Paul Potter. 

Hardorff, H«rm. Rudolf, Marinemaler, geb. 8. März 1816 in Hamburg, Sohn 
und Schüler des Vorigen, machte später Studienreisen in Holianc, England und 
Schottland und liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er wirkungsvolle, correcte 
Marinebilder mit interessanter Staffage malte. Ein solches ist unter seinen 5 Bildern 
in der Knnsthalle zu Hamburg Die Explosion des dänischen Linienschiffes Christian VIII. 
am 5. April 1849 bei Eckernförde (1850) ; ferner Seesieg der Deutschen über die Dänen 
(1858), Ehede auf der Insel Wight, Das Baumhaus im Hamburger Hafen, Schottische 
Küste, Kriegsschiffe in der Nordsee, Stürmische See bei den Orkney-Inseln. 

Hardwick, Philip, engl. Architekt, geb. 15. Juni 1792 in Marylebone, f 28. Dec. 
1870 in London, Sohn und Schüler des Thomas H., und seit 1808 Schüler der 
Akademie, bereiste von 1815 -18 den Kontinent, und baute nach seiner Rückkehr 
die grossen Magazine und das Dockhaus für die Katharinen-Dockgesellschaft, den 
Bahnhof in Birmingham, die Halle der Goldschmiedeinnung in italienischem Stil und 
im Tudorstil die herrliche Halle von Lincolns Inu, die sein Sohn vollendete. Nach 
seinem Plan wurde die neue katholische Kirche in Limerick errichtet. Seit 1841 war 
er Mitglied der Akademie in London, errang sich die goldene Medaille des Instituts 
der britischen Architekten und 1855 die Meditille t. Kl. in P.iris. 



Hardwick — Harnisch. 131 

Hardwick, Thomas, engl. Architekt, geb. 1752 in New-Brentford (Middlesex), 
t 16. Jan. 1829 das., Schüler von William Chambers und der Akademie in 
London, besuchte 1776 den Coßtinent und lebte einige Zeit in .om, stellte nach 
seiner Rückkehr mehrere architektonische Entwürfe aus, baute von 1790 an die 
Marienkirche in Wanstead, 1795 nach Inigo Jones Plan die abgebrannte Pauiskirche, 
Covent-Garden, und die neue Kirche klassischen Stils in Maryiebone. 

Hardy, Bernhard Kaspar, Emailmaler und Wachsbossirer, geb. 22. Aug. 1726 
in Köln, f 17. März 1819 das, Autodidakt, widmete sich anfangs der Emailmalerei, 
aber auch schon in früher Jugend dem Wachsbossiren kleiner landschaftlicher und 
architektonischer Arbeiten und dem Bossiren halber Figuren in Wachs, z. B. die 
Jahreszeiten, die 5 Sinne, die 4 Lebensalter u. s. w. Er soll auch Oelbilder und 
Werke in vergoldeter Bronze gefertigt haben. 

Hardy, Carel, Stilllebenmaler, geb. in Valenciennes, f vor 1658 im Haag, wo 
er 1651 in die Malergilde trat. Von ihm im Museum zu Braunschweig ein Bild 
Todtes Geflügel. 

Hardy, Frederick Daniel, engl. Genremaler, geb. 1826 in Windsor, stellte 
seit 1851 kleine, treföich gemalte gemüthliche Scenen aus dem häuslichen Leben aus, 
die ihn sehr populär machten, z. B. Das Innere einer Kirche (1855), Der fremde 
Gast (1859), Das durchlöcherte Dach (1865), Das Mittagsschläfchen, Die drohende 
Ueberschwemmung (1866), Neuigkeiten aus der Fremde, Die Testamentsverlesung 
und viele Andere. 

Hardy, Heywood, engl. Thiermaler der Gegenwart, malte namentlich wilde 
Tbiere voll Kraft und Charakter, aber im Colorit nicht immer glücklich, z. B. Löwe 
und Geier, Kampf zweier Löwen, Heeresbegleiter (Geier), Die Thiere der Arche. 

Hardy, Leopold Amödee, französischer Architekt, geb. 8. März 1829 in Paris, 
t 4. Sept. 1894 in Chätillou-sur-Loing (Loiret), Schüler von Ni coli e und der Ecole 
•des beaux-arts- War in der Folge Architekt der kaiserlichen Commission, Ober- 
architekt der Weltausstellung 1867, desgl. 1878 und Inspektor der Civilbauten. Er 
baute ferner die Kirche zu Cunault (Maine et Loire), die Kirche des Rosenkranzes 
zu Lourdes etc. Ritter der Ehrenlegion 1867, Offizier 1878. 

Hargltt, Edward, engl. Aquarellmaler, geb. 1835 in Edinburg, Schüler der 
dortigen Zeichenschule und 2 Jahre Schüler von Mac Culloch, wurde in London 
Mitglied der Gesellschaft der Aquarellisten. Unter seinen Bildern von trefSicher 
Zeichnung und kräftigem Colorit nennen wir: Rothwild, Des Hochländers Heimath, 
Partie von der Insel Wight, Schottischer Schafhirt, Die beiden Ochsentreiber, u. A. 

Hari, Johannes, hoUänd. Maler, geb. 24. Oct. 1772 im Haag, f 7. Oct. 1849 das., 
Schüler von T ei ssier, erhielt bereits im 22. Lebensjahr die goldene Medaille der 
Haager Akademie, malte eine grosse Zahl von Bildnissen in Oel, Pastell und Wasser- 
farbe, auch Gesellschaftsstücke, wurde 1835 Mitglied der Akademie in Amsterdam. 
Im dortigen Reichsmuseum von ihm Das Bivouak in Molodetschno (Gouv. Minsk) in 
der Nacht vom 3. auf 4. Dec. 1812. 

Harlaiaoff, Alexis, russ. Bildniss- und Genremaler, geb. 1849 in Saratow, 
bildete sich auf der Akademie in St. Petersburg und unter Bonnat in Paris, lebte 
dann in Holland, Belgien und Deutschland, und malte nur Bildnisse, deren Aehnliehkeit 
mehr gerühmt wird, als der geistige Ausdruck und die Farbe. Solche sind z. B. 
Der Dichter Turgenjew, Der Journalist Viardot und dessen Gattin die Sängerin 
Viardot-Garcia, Der Kaiser Alexander u. A. Mitglied der St. Petersburger Akademie. 

Harlem, s. Haarlem. 

Harlow, George Henry, engl. Bildnissmaler, geb. 10. Juni 1787 in London, 
t 4. Febr. 1819 das., Schüler von de Cort, Drummond und Lawrence, lebte 
1818 in Italien und malte in England von Schauspielern und bedeutenden Malern 
sehr gerühmte Bildnisse, unter denen viele durch den Stich bekannt wurden^ Unter 
seinen historischen Werken ist nur zu nennen: das theatralische Bild des Verhörs 
der Königin Katharina. 

Harius, Johann Oswald, Landschafts- und Architekturmaler, geb. um 1642 
in Hamburg, f 1708 das., Schüler von Ellerbroek, lebte längere Zeit in Rom, 
wo er Salvator Rosa nachahmte. Später malte er in Dresden Theaterdecorationen. 
Von ihm im Museum zu Schwerin eine Wintorlandschaft aus dem Jahre 1675. Er 
radierte auch 8 Blätter römischer Ruinen. 

Harnisch, Albert, araerikan Bildhauer der Gegenwart, geb. m Philadelphia, 
besuchte die dortige Akademie unter Joseph A. Bailly, lebte 8 Jahre in Rom, 
und kehrte dann in seine Heimath zurück. Seine meisten Werke sind originell 



132 Harnisch- — Harrer. 

anfgefasate Idealgebilde, z. B. Liebe in der Unthätigkeit^ Wandernde Psyche, Der 
kleine Jäger u. A., aber auch ein grosses Reiterdenkmal des Generals Lee in Kichflaond. 

Hämisch, Johann Baptist, Medailleur, geb. 1778, f 24. April 1826 in Wien 
als Direktor der Gravearacbule an der Akademie, Hofkammerraedailleur und Ober- 
münzgraveur. Von ihm zahlreiche Medaillen von 1810—2.5 auf die VermählunJf des 
Kaisers Napoleon, die Anwesenheit des Kaisers von Russlaad und des Königs von 
Württemberg in Wien, auf die Errichtung des polytechnischen Instituts, die Rückkehr 
des Kaisers Franz, auf dessen Vermählung u. A. 

Karo, Juan de, span. Maler der 1. Hälfte des 17. Jahrb., der sich in Madrid 
durch gerühmte Historienbilder einen Namen machte. Für sein Hauptwerk hält 
man den heil. Thomas v. Villanueva in einer Kirche zu Madrigal (bei Avila). 

Harper, Adolf Friedrich, Maler, geb. 17. Oct. 1725 in Berlin, f 1806, Sohn 
und Schüler des Johann H., bereiste 8 Jahre lang Frankreich und Italien 
und bildete sich besonders in Rom unter Richard Wilson aus. 1756 trat er in 
Württembergische Dienste, wurde 1759 Hofmaler in Stuttgart und decorirte die 
Schlösser des Herzogs Karl Eugen mit Thierstücken, Landschaften, Arabesken u. dgl. 
Für eines seiner besten Bilder gilt das Sommertheater in Villa Madama zu Rom 
(1760). Er war von 1761—94 Lehrer an der Karlsakademie in Stuttgart und 
Galeriedirektor. 

Harper, Johann, schwed. Maler, geb.. 1688 in Stockholm, t 4. Dec. 1746 in 
Potsdam, Schüler von Martin Mytens und David Cr aft, arbeitete seit 1709 in 
Lübeck zusammen mit Ismael Mengs, kam 1712 nach Berlin, wurde 1716 Hof- 
und Cabinetsmaler Friedrichs I., malte viele Miniaturbildnisse und nachher unter 
Friedrich d. Gr. in Gemeinschaft mit Pesne Deckenmalereien im Schloss zu 
Charlottenburg und in Sans.souci. 

Harpignies, Henri, franz. Landschaftsmaler, geb. 28. Juli 1819 in Valenciennes, 
Schüler von A c h a r d in Paris, besuchte Italien und machte sein glückliches Debüt 
mit dem Bilde Wald am Ufer des Allier. Später folgten : Abend in der Campagna, 
Das Thal der Auraance, Der Saut du loup (Motiv vom Allier) (alle drei im Luxembourg), 
Das kleine Dorf Choteloy, Das Colosseum in Rom. Er widmete sich auch der 
Aquarellmalerei, brachte es hierin zu bedeutenden Leistungen in der Landschaft, 
radierte' auch einige landschaftliche Blätter. Er erhielt mehrere Medaillen und wurde 
1875 Ritter der Ehrenlegion. 

Harrach, Ferdinand, Graf von, Maler der Landschaft und des historischen 
Genres, geb. 27. Febr. 1832 in Rosnochau (Reg.-Bez. Oppeln), ging- in Berlin von 
den gelehrten Studien zur Kunst über, begab sich nach Weimar und bildete sich 
10 Jahre lang unter Kalckreuth, Ramberg undPauwels zu einem trefflichen 
Colöristen. In seinen Bildern sind gewöhnlich die Landschaft und die Figuren des 
historischen Genres von- gleicher Bedeutung. Dahin gehören aus seiner ersten Zeit 
bis etwa 1870: Heinrich der Vogelsteller, Kaiser Max auf der Martinswand, Schottische 
Fischerfamilie, Christus wird von Pilatus dem Volke gezeigt (1868), Gefangennahme 
Luthers im Thüringerwalde (Museum in Breslau). Eine zweite Periode seiner Thätig- 
keit beginnt mit dem deutsch-französischen Kriege, an welchem er Theil nahm. Die 
Früchte dieses Feldzuges waren : Vorgeschobener Posten am Mont Valerien, In den 
Weinbergen von Wörth (1872), Der Brief Napoleons an König Wilhelm nach der 
Schlacht bei Sedan, Moltke vor Paris (1876). Dann folgten aus dem dritten Kreise 
seiner Stoffe einige Bilder romantischen und biblischen Inhalts : Das Opfer Abrahams, 
Die Verkündigung an die Hirten, Die Verleugnung des Petrus und Die Versuchung 
Christi, Abgestürzt (Nat.-Gal. in Berlin), Die Heimkehr von Jerusalem (1887) und 
Bildniss des Ministers Varnbüler. Er lebt in Berlin als Mitglied der Akademie seit 
1873 und hat den preussisclien Kronenorden 3. Kl., sowie den sächsischen Falkcn- 
orden 1. Kl. 

Harrer, Hugo Fanlj Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 6. Febr. 1836 
in Eberswalde (Schlesien), f 10. Dec. 1876 in Rom, wandte sich von der Architektur 
zur Malerei, die er ohnie Lehrer erlernte. Dann ging er nach Nürnberg, malte hier 
seine ersten Oelbilder, und nach München, wo er sich unter Piloty noch weiter bildete. 
Später ging er noch nach Italien, arbeitete auch auf der Akademie in Düsseldorf 
unter Oswald Achenbach. Er malte gelegentlich auch kleine Genrebilder, aber 
seine Hauptstärke bestand in der Darstellung architektonischer und landschaftlicher 
Motive, was sich namentlich in der 1877 in Berlin veranstalteten Ausstellung seines 
Nachlasses zeigte. Unter seinen Bildern sind zu nennen : Das Städtchen Atrani bei 
Amalfi (1870), Rocca di Papa (1875), Theater des Marcellus in Rom (1876, Nat.-Gal. 



Harriet - Hart. 133 

in Berlin), Der Bogen der Octavia in Kom, Blick auf den Vesuv, Torre del Greco 
bei Neapel und eine grosse Anzahl landschaftlicher Studien. 

Harriet, Fulgiron Jean, frau?. Maler des 18. Jahrh., geb. in Paris, t 1805 
in Rom, Schüler von David, machte sich namentlich durch folgende Bilder bekannt : 
Der auf dem Schlachtfeld sterbende Brutus, Kampf der Horatier und Curiatier, 
Androclus mit dem Löwen. 1803 ging er nach Rom, wo sein letztes Bild Horatius 
Codes auf dem Pons Sublicius war. 

Uarrison, Thomas, engl. Architekt, geb. 1744 in Richmond (Yorkshii-e ), 
t 29. März 1829 in Chester, machte seine Studien in Rom, wo er einen Plan zur 
Verschönerung des Platzes vor Sta. Maria deLpopolo entwarf und Mitglied der Akademie 
von S. Luca wurde. Nach einigen Reisen in Italien und Frankreich kehrte er 1776 
zurück, stellte anfangs Bilder in der Akadeinie aus, baute die erste Zugbrücke in 
England über den Lune in Lancashire, restaaairte die alte Burg in Lancaster, baute 
eine Brücke über den Dee mit einer Bogenweite von 60 m., entwarf in Liverpool die 
Plänie zum Athenäum, zum Nicolasthurm und zum Theater und 1809 zur Börse in 
Manchester, baute auch mehrere Wohnhäuser in Schottland. 

Harsdorff, Caspar Frederik, dänischer Architekt, geb. 26. Mai 1735 in 
Kopenhagen, f 24. Mai 1799, anfangs Schüler der alten, seit 1754 der neuen Akademie, 
ging 1757 nach Paris, wo er sich unter Blondel, Peyre und Soufflot weiter 
bildete, und 1762 nach Rom, wo er die antike Baukunst studirte. 1764 kehrte er 
zurück, wurde 1765 Mitglied der Akademie und Hofbaumeister. Von ihm eine ijrab- 
kapelle für den Grafen Moltke (1766 — 69), die Herculesloge im Garten von Rosenborg 
(1772), der umbau eines Schlossflügels und des Theaters, eine Grabkapelle im Dom 
zuRoeskilde und zahlreiche Privathäuser. 1766 wurde er Professor, 1778 — 80 Direktor 
der Akademie. 

Hart, James Mac Dongal, Landschaftsmaler, geb. 10. Mai 1828 in Kilmamock 
(Schottland), Bruder des William H., mit dem er mehrere Jahre als Wagenlackirer 
in Albany (New-York) arbeitete. 1851 ging et nach Düsseldorf und erlernte unter 
Schirmer die Landschaftsmalerei, lebte wieder 4 Jahre in Albany und nahm 1856 
seinen Wohnsitz in New-York, wo er 1859 Mitglied der Akademie wurde und trefEliche, 
in der Beleuchtung meisterhafte Landschaften mit ViehstafFage malte. Dahin gehören : 
Das heimkehrende Vieh, Mondaufgang im Adirondack-€tebirge, Ein Wald im Herbst, 
Sonntagnachmittag in Berkshire, Die friedliche Heimath (1872), Ein kttiiler Tag auf 
der Landstrasso (1874), Drohendes Unwetter, Indianischer ^mmer, Ein nebeliger 
Morgen «. A. 

Hart, Joel T., {tmerikan. Bildhauer, geb. 1810 in Clarke Coanty, war anfangs 
bei einem Steinhauer in Lexington in der Lehre und ging 1849 nach Florenz, wo 
er eine Statue des Staatjonannes Henry Clay für Louisville (Marmor) und für 
New-Orleans (Bronze) schuf, ausserdem noch mehrere Statuen und Idealgebilde, z. B. 
Die Mildthätigkeit, Angelina, Der Triumph des Weibes, Venus und Ajnor u. s. w. 
Später lebte er in Kentucky. 

Hart, Laurent Joseph, Medailleur, geb. 1810 in Antwerpen, f 10- Jan- 1860. 
in Brüssel, machte seine ersten Stadien auf der Akademie seiner Vaterstadt, kam 
dann auf die Münze in Brüssel, wurde Schüler eines JJtempelsehneiders in Utrecht 
und der Medailleure V o y r a t und Adolf, Jouvenel in Brüssel. Man zählt 
19 Hauptmedaillen von ihm, die von seiner grossen Geschicklichkeit zeugen. Er war 
Mitglied von verschiedenen Akademien. 

Hart, Solomon Alexander, engl. Maler des historischen Genres und der 
Architektur, geb. im April 1806 in Plymouth, f 11. Juni 1881 in London, wo er 
1823 als Schüler in die Akademie trat, mit Miniaturbüdnissen begann, aber bald zur 
Oelmalerei überging. Zu seinen historischen Genrebildern anziehenden Inhalts gehören : 
Isaak V. York in dem Thurm von Front de Boeuf (1830), Wolsey und Buckingham 
(1834), Richard Löwenherz und der Sultan Saladin (1835), Thomas Morus empfängt 
den Segen, seines Vaters, Hannah die Mutter Samuels. 1841 und 42 bereiste er Italien, 
wo er sich mehr zur Architekturmalerei wandte, z. B. Das Refectorium von Ognissanti 
in Florenz, Das Innere des Doms in Modena und das des Doms zu Pisa, Das Innere 
einer jüdischen Synagoge (Nat.-Gal. in London). 1840 wurde er Mitglied, 1854 
Professor und 1865 Bibliothekar der Akademie in London. 

Hart, William, engl. Landschaftsmaler in Oel und Aquarell, geb. 31. März 1823 in 
Paisley (Schottland), kam, wie sein Bruder James (s. d.), 1831 nach Albany, wo er ebenfalls 
in einer Wagenfabrik arbeitete, bis er sich zur Malerei wenden konnte, Studienreisen 
machte und 1853 seinen Wohnsitz in New-York nahm, wo er hauptsächlich Aquarelle 



134 Hartel ~ Hartmann. 

malte imd 1858 Mitglied der Akademie wurde. Von 1870—73 war er Präsident der 
Gesellschaft für Aquayellmalerei. Seine Landschaften geben den Charakter der 
Gebenden Nordamerikas treffend wieder. Dahin gehören : Rückkehr von der Mühle, 
Fri'eden und Reichthum, Herbst in den Wäldern von Maine (1867), Dämmerung am 
Bach, Regentag im Herbst und mehrere Landschaften mit Viehstaffage. 

Hartel, Augast, Architekt, geb. 26. Febr. 1844 in Köln, f 18. Febr. 18?)0 in 
Strassburg, Schüler von Raschdorff in Kola und von A. Lange, der ihn in das 
Studium des gothischen Stils einführte. Zunächst arbeitete er in der Werkstatt des 
Kölner Dombaues unter Franz Schmitz, baute dann die evangelische Kirche in 
Krefeld, die Christuskirche in Bochum, 1881 das Hauptgebäude der Gewerbeausstellung 
in Halle, Hess sich in Leipzig nieder und verband sich bei mehreren Concurrenzeu 
mit Brnno Schmitz und Neckelmanu. 1889 wurde er als Baumeister am Münster nach 
Strassburg berufen, starb aber bald nachher. Er gab heraus : „Architektonische Details 
dea Mittelalters" (1889) und mit Xeckelmann „Auswahl hervorragender Entwürfe". 

Hartinger, Antön, Blumenmaler, geb. 13. Juli 1806 in Wien, Schüler der 
dortigen Akademie, malte für den Erzherzog Anton eine grosse Reihe von Pflanzen- 
tafein, zahlreiche Blumen- und Fruchtstücke in Oel, wurde 1836 Conrector der 
akademischen Blumenmalerschule, und begann 1843 die Herausgabe seines grossen 
Blumenwerkes „Paradisus Vindobonensis", das in eolorirten Tafeln erschien. 1857—59 
staad er mit der aitistischen Anstalt von Zamarski und Dittmarsch in Verbindung 
und gründete 1859 eine eigene artistisch-lithographische Anstalt, die Werke über 
Forstcuiturpfianzen., Pilze, Giftpflanzen und zahlreiche Landschaften herausgab. 

Hartmaan, Baumeister der Gegenwart, geb. in Diekireh (Luxemburg), restaurirte 
die Klosterkirche St. Wiliibrord in Echternach, baute die Liebfrauenkirche in 
Luxemburg und als Vertreter des gothischen Stils verschiedene andere Kirchen, 
Schlösser und Villen des Luxemburger Landes. 

Hartnianu, Christian Ferdinand, Historienmaler, geb. 14. Juli 1774 in 
Stuttgart, t 6- J^ni 1842 in Dresden, ging vom Studium der Medicin zur Malerei 
über, wurde Schüler von Ketsch in Stuttgart, und ging 1794 nach Rom, wo er 
Freund von Carstens wurde. 1803 liess er sich in Dresden nieder, wo er 1810 
Professor und 1823 Direktor der Akademie wurde. 1820—23 lebte er wieder in 
Italien und machte 1828 eine dritte Reise nach Rom. Seine Hauptbilder sind nach 
der Reihenfolge ihrer Entstehung: Eros und Anteros (1803), Die 3 Marien am 
Grabe Christi (1807), Hectors Abschied (1812, beide im Schloss zu Dessau), Raub 
des Hylas (Museum in Leipzig), Der Tod entreisst einer schlafenden Mutter ihre 
Kinder (Museum in Stuttgart), Erlkönig nach Goethe (ebendaselbst), Christus mit den 
beiden Jüngern in Emmaus, Auszug und Flucht der Bewohner von Nisibis und 
Selbstbildüiss (Museum in Dresden). Ausserdem mehrere treffliche Bildnisse. 

Hartmann, Hans, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 1845 in Berlin, wo 
er seinen Wohnsitz nahm. Vo hm wurden bekannt die Bilder Bei St. Aegidien in 
Nürnberg, Strasse in Sterzing (Tirol, Museum in Altenburg), Marktplatz in 
Braunschweig (ebendas), Piazza d'Erbe in Verona, Im Bischofspalast zu Albengo an 
der Riviera und mehrere Ansichten aus Albengo. 

Hartmann, Johann Daniel Wilhelm, Maler, geb. 1793 in St. Gallen, f 1862 
das., malte vorzüglich Wappen in Gouache, Vögel und In.sekten und gab eine Sammlung 
Conchylien in eolorirten Lithographien heraus. 

Hartmann, Johann Jakob, Maler, geb. 1680 in Kuttenberg, f 1730, geschickter 
Nachahmer des Jan Brueghel und des Anton Mirou. Von ihm im Hofmuseum 
zu Wien die 4 Elemente in 4 landschaftlichen Bildern. 

Hartmann, Johann Joseph, Landschaftsmaler, geb. 1753 in Mannheim, f 8. Dec. 
1830 zu Cottens in der Schweiz, Schüler von Franz KobeU, machte seit 1776 
Naturstudien in der Schweiz und stellte namentlich die Umgebungen des Bieler Sees 
mit der Petersinsel in Aquarellen und in Oelbüdern dar. 

Hartman», Ludwig, Landschafts- und Thiermaler, geb. 15. Oct. 1835 in 
München, Schüler der dortigen Akademie und in der Landschaft und Thiermalerei 
Schüler von Wagner-Deines, unter dem er sich mit grossem Erfolg bildete. Seine 
Landschaften sind hübsch gruppirt und von kräftiger Farbe, am besten die Schiffs- 
und Ackerpferde. Dahin gehören: Der Schiffzug auf dem Inn (1863), Pferdetransport, 
Kartoffelernte (1867), Gespann (1870), Ruhe auf dem Felde (1872), Vorspannpferde 
an einera Hügel (1873), Scene vor dem Wirthahause. Aehnlichen Inhalts sind einige 
von ihm radierte Blätter. Er errang sich 1869 die gold. Ehrenmedaille, 1872 die 
Medaille in Wien. 



Hartmaim — Hasch. XäS 

Hartmans, Matthias • Christoph, Genremaler, geb. 1791, t 1839, Schiller von 
Fues in Nürnberg', malte mit Vorliebe komisfiho Jadenscenen, die grossenth'eils in 
Privatbesitz kamen, hat auch Qimg& Blätter g&t radiert. 

HartmaanuH, Bildhauer, lebte am Ende des 12. Jahrh. in Goslar, bekannt 
durch die am Schaft und Kapital reich verzierte Säule in der Vorhalle des dortigen 
Doms mit der Inschrift: Hartmannus statuam fecit basisque figuram. 

Hartang, Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 27. Juni 1851 in Koblenz, lebt in 
Düsseldorf. Von ihm werden genannt mehrere Frtiblingslandschaften, Eifel-, Rhein- 
und Abendlandschaften. 

Hartimg, Johaim, Bildh^-uer des 19. Jahrb., geb. in Koblenz, Schüler vonEude 
in Paris, sch^ eine Statue des gehörnten Siegfried, eine heitere Gruppe der Ver- 
mählung der Mosel mit dem Khein (1850, Marmor), Philoktet auf Lemnos, Napoleon 
auf St. Helena (1852). 

Hartwich, Hermaim, Landschaftsmaler, geb. 8. Juli 1853 in New-York,- Schüler 
der Akademie in München unter Diez und Löfftz, Hess sich dort nieder. Sein© 
Hauptbilder sind ; Aus Südtirol, unter den Oliven, October-Idylle, Saumweg am Monte 
Baldo, Auf der Wanderung, Der Blättersanmüer, Lug ins Land u. s. w. 

Hartzer^ Karl Ferdinand, Bildhauer, geb. 22. Juni 1838 in Celle, Schüler des Bild- 
hauers Hurtzigin Hannover, dann Schüler der Akademie in Dresden unter H ä h n e 1, 
lebte von 1858—60 in München und vollendete 1862—67 seine Ausbildung in Dresden. 
1868 und 1869 verweilte er in Italien und Hess sich in Berlin nieder. Seine kleineren 
Bildwerke, wie seine grösseren Monumentalstatuen sind von gesundem Realismus 
und trefflicher Ausführung. Hauptwerke von ihm sind: Amor mit der Satyrmaske 
(1871, im Besitz des Deutsehen Kaisers), die Bronzestatue Marschners in Hannover, 
die geist- und charaktervolle Marmorstatue Thaers in Celle, die Bronzestatue Spohrs 
in Kassel, und das Denkmal Bernwarda- in Hildesheim (1893), ebenso im allegorischen 
Fach ein Siegesdenkms^ in Gleiwitz (Schlesien) und das Relief der Künste über der 
Thür zu den Skulptur- und Gemäldesälen der Nationalgalerie in Berlin. Von Dresden 
erhielt er die gold. Medaille. 

Hartzoeker, Theodor, -holländ. Maler, geb. 1696 in Utrecht, f um 1740, Schüler 
desBalestrfi in Venedig, bildete sich nachher in Rom und kehrte 1720 in sein 
Vaterland zurück. Seine sehr gerühmten Büder sind äusserst selten. 

Harveng, Karl Friedrich, Maler des Iswrdschaftlichen Genres, geb. 1832 zu 
Frankfurt a. M., f 1874 das., Schüler des dortigen Städelschen Instituts unter 
Ed. Steinle und Jakob Becker und 1854 von Schirmer in Karlsruhe. Er 
machte öftere Studienreisen in den Schwarzwald, nach Tirol, der Schweiz und Süd- 
frankreich, malte aber mit Vorliebe den Schwarzwald und dessen Bewohner. Haupt- 
bilder von ihm sind: Haidegrund im Schwarzwald, Schwarzwälder Schuljugend bei 
aufziehendem Gewitter, Schwarzwälder Leute ziehen zur Kirmes, St. Peter im 
Vilnösthal in Tirol. 

Harvey, Sir George, engl. Genremaler, geb. 1806 in St. Ninian (Fifeshire), 
t 22. Jan. 1876 in Edinburg, trat 1824 in die- dortige Trustees-Academy, wurde 
1828^ Mitglied und 1864 Präsident der schottischen Akademie. Zu seinen besten 
Bildern, die eine genaue Beobachtung der Charaktere, ansprechende Composition und 
warmes Colorit zeigen, gehören: Die Dorfschule (1826), Das erste Lesen der Bibel, 
Die Consultation (1828), Die Predigt des Covenanters (1830), Die Schlacht bei Drumclog 
(1836), Der Dorfschulmeister (1837), Ein Begräbniss in den Hochlanden (1844), Das 
Spiel auf dem Eise, John Bunyan und sein blindes Kind, SnaKespeare der Wilddieberei 
angeklagt (1872). In den letzten 10 Jahren seines Lebens malte er auch Landschaften 
von der- Westküste Schottlands. 1828 wurde er Mitglied, 1864 Präsident der 
schottischen Akademie. 

Harvey, William, Illustrator und Holzschneider, geb. 13. Juli 1796 in Newcastle 
on Tyne, f 13. Jan. 1866 zu Prospect Lodge bei Ricbjnond, Schüler von Bewick 
und seit 1817 von Haydon in London. Seine besten Blätter sind die in Lanes 
,,Arabian nights und in Knights „Pictorial Shakespeare". 

Harz^, Leopold, belgischer Bildhauer der Gegenwart, geb. in Brüssel, machte 
sich durch eine Reihe trefflicher Genrefiguren in Thon bekannt, die mit viel Humor 
und scharfer Beobachtung der Charaktere ausgeführt sind, z. B. Falstaff und Dorothea, 
Der Bourgeois gentUhomme, Tartuffe, Macbeth, Erinnerung an Italien, L'ecole des 
femmes u.. A. 

Hasch, Karl, Landschaftsmaler, geb. 8. Nov. 1835 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie. Von ihm in der Kunsthalle zu Hamburg eine Schweizer Gebirgslandschaft 



136 Hase — Hasenclever. 

mit der Jungfrau, im naturhistorischen Museum zu Wien De» Kalvarienberg- in der 
Adelsberger Grotte, Smaragdgrubeü im Habachthaie u. A., ausserdem von ihm viele 
Landschaften aus Tirol, Steiermark, Krain, Oberungarn und Oberitalien. 

Hase, Eonrad Wilhelm, Architekt, geb. 2. Oct. 1818 in Einbecjj, Schüler der 
■polytechnischen Schule in Hannover, später -Schüler von Gärtner in München, 
bildete sich auch durch Beisen in Italien, Frankreich, Deutschland und den Nieder- 
landen zu einem eifrigen Vorkämpfer des mittelalterlichen Stils, sowohl des romanischen, 
wie des gothischen. Zunächst restaurirte er die romanischen Godehardi- und Michaelis- 
kirchen in Hildesheim, die Klosterkirche in Loccum (Uebergangsstil) und die sptlt- 
gothische Nikolaikirche in Lüneburg. Seine übrigen Hauptbauten sind in Hannover 
das Provinzialmuseum . im Eundbogenstil (1853—56), die gotbische Christuskirche, in 
Hildesheim die Fagade des Gymnasium Aadreanum, und vor Allem als sein bedeutendstes, 
geistvollstes Werk das von ihm begonnene, von p p 1 e r vollendet« Schloss Marien- 
burg,, einer der schönsten Civilbauten gothischen Stüs. Später restaurirte er auch 
das spätgothische Eathhaus in Hanaeyer. Er gab heraus : „Zeichnungen ausgeführter 
Kirchen, Schulgebäude und Privatbauten" (1873—76), „Die Gräber in der Schlos'skirclie 
zu Quedlinburg* (1877, mit von Quast) und r^igirte die j,Baudenkmäler Niedersachsens" 
Er ist Professor am Hannoversehen Polytechnäum, Mitglied verschiedener Akademien, 
Ritter des Guelfenordens und hat die Medaille für Kunst und Wissenschaft. 

Haseleer- Frans, belgischer Haler, geb. 10. Aug. 1804 in Brüssel, Äcliüler von 
N a V e z. Von Um im Eeiefesmuseum zu Amsterdam ein Bild der Esther vor Ahasver.us. 

Haseltine, Henry James, amerikan. Bildhauer der Gegenwart, geb. in Philadelphia, 
diente im amerikanisclien Bürgerkriege in der Armee der Nordstaaten, bildete sich 
dann in Italien und liess sich 1867 in Rom nieder. Von ihm die Gruppen : Das-sieg- 
reiclie Amerika, Amerika bekränzt seine gefallenen Helden, und eine Statue der Lucretia. 

Haseltine, William Stanley, amerikan. MsJer der Gegenwart, geb. in Philadelphia, 
bildete sich in seiner Vaterstadt und in Düsseldorf aus, lebte viele Jahte in Born 
und Venedig, und wurde 1861 Mitglied der Akademie in New- York. Die meisten 
seiner Bilder entlehnte er aus Italien, z. B. Ruinen eimes römischen Theaters auf 
Sizilien, Partie aus Capri u. A. 

Hasemann, Willielm, Genremaler, geb. 16. Sept. 1850 in Mühlberg a. d. Elbe, 
studirte von 1868—72 auf der Akademie in Berlin, seit 1875 unter Gussow in 
Weimar, zog 1879 nach München und 1880 nach Gutach im Schwarzwald. Seine 
landschaftlichen Bilder, besonders sächsiscTier und schwäbischer Scenen, sind ifoll 
gemüthlichen Humors und sonniger Farbenfrische, z. B. Abschied nach der Hochzeit, 
Eine Kirmes in Thüringen, Künstler und Kunstfreunde, Schellenmarkt, Illustrationen 
zu Auerbachs „Lorlfe" und zu Theodor Storms „Immensee". 

Hasenaner, Karl von, Architekt, geb. 26. Juli 1833 in Wien, f 4- Jan. 1894 
daselbst, anfangs Schüler des CoUegium Carolinum in Braunschweig, besuchte 1850—55 
die Akademie seiner Vaterstadt, bildete sich unter van der Null und Siccardsburg, 
bereiste Oberitalien, Paris, London, das südliche Frankreich, Italien, die Niederlande 
und England. Bei der Cencurrenz für das Wiener Opernhaus und für die Fa?ade 
des Doms in Florenz erhielt er einen Preis, bewährte sich in Wien als genialer 
Architekt in grösseren Häusern und Villen, in den beiden grosaartigen Anlagen der 
nach seinen und S e m p e i: s Plänen aufgeführten Hofmuseen (1872—86) im edelsten 
Renaissancestil und in dem ebenfalls nach dem, Plane Beider errichteten Hofburg- 
theater, das im- Hochrenaissancestil ein in der Anlage origineller, in den Motiven 
reizvoller Monumentalbau ist. Er entwarf auch die Pläne flir den Bau einer neuen 
Hofburg. 1866 wurde er Mitglied der Akademie in Wien, später der Akademie in 
Berlin und 1868 Ehrenmitglied des Instituts der brit. Architekten in London. 

Hasenclever, Joliann Peter, Genremaler, ..geb. 18. Mai 1810 in Remscheid, 
t 16. Dec. 1853 in Düsseldorf, wui-de hier auf der Akademie SchtÜer von S c h a d o w, 
war aber anfangs Bildnissmaler in seiner Vaterstadt^ kehrte dann nach Düsseldorf 
zurück, wo er sich mit grossem Glück dem humoristischen Genre widmete, aber zur 
Ausbildung in der Technik von 1838—42 in München lebte. 1843 wurde er Mitglied 
der Akademie in Berlin und erwarb sich die gold. Medaille in Brüssel. Unter seinen 
humoristischen, drastischen Darstellungen des kleinstädtischen Bürgerlebens wurden, 
zunächst bekannt Das schmollende Ehepaar (1839, Neue Pinakothek in München) und 
noch mehr Hieronymus Jobs im Examen (1840, daselbst), in der Nationalgalerie zu 
Berlin Die Rheinweinprobe und. Das Lesecabinet (beide 1843), femer Der Ritter und 
sein Liebchen, Jobs als Student heimkehrend (1837), Die Zeitnngsleser (1843), Jobs 
als Schulmeister (1846, Galerie Ravene in Berlin), Die Zecher im Weinkeller (1874), 



Hasenpflug- — Hasslwander. 137 

Jobs im Examen vor einem grossen Collegiuiii (1851). Jobs als Nachtwächter (1852, 
diese 3 ebenfalls daselbst), Arbeiter und Stadtrath (1848), Die TheegeseUschaft (1850), 
Der erste Schulbesuch (1852), das ernstere Bild der Spielbank, auch mehrere Bildnisse 
und Zeichnungen humoristischen Inhalts. 

Hasenpflug, Karl Georg Adolf, Architekturmaler, geb. 23. Sept. 1802 in 
Berlin, f 13. April 1858 in Halberstadt, vrarde nach kummervoller Jugendzeit 
Decorationsmaler bei Gropius in Berlin, besuchte auch die Akademie, bildete sich 
aber mehr durch sich selbst. Auf sein erstes bedeutendes Bild, eine gothische 
Kathedrale des 15. Jahrh. (1823) folgten die in der Nationalgalerie befindlichen: Dom 
in Erfurt (1827) und 3 aus dem Dom in Halberstadt. 1832 und 33 entstanden 
2 Ansichten vom Dom in Köln, seit 1837 mehrere Kreuzgänge, Kloster- und Burg- 
ruinen (in der Kunsthalle zu Bremen eine Burgruine im Winter, 1842) aus- Walkenried, 
Heisterbach und viele Andere. Seit 1826 w^ohnte er in Halberstadt. 

Hasse, Julius, Stahlstecher, f 1846 im Irrsinn, Schüler von Finden in London. 
Von ihm die Blätter : Das Kastell von Portici nach Ed. Agricola, 2 architektonische 
Bilder nach Biermann und ein Seesturm nach H. Gätke. 

Hasseigren, Crustav Erick, schveedischer Historienmaler, geb. in Stockholm, 
t 1827 das., besuchte die dortige Akademie und die in Dresden, von wo er 1808 nach 
Stockholm zurückkehrte und Mitglied der dortigen Akademie wurde. Er nahm die 
Stoffe zu seinen Bildern vorzugsweise aus der Geschichte seines Vaterlandes. 

Hasselliorst, Johann Heinrich, Genremaler, geb. 4. April 1825 in Frankfurt a. M., 
trat 1840 ins Städelsche Institut, besuchte 1851 Paris, bildete sich seit 1852 in 
Italien weiter und liess sich 1857 in seiner Vaterstadt nieder, wo er 1860 Lehrer 
am Städelschen Institut wurde. Später nahm er Theil an einer Nor^ipolexpedition, 
die ihm Stoffe zu originellen Bildei'n' aus dem nordischen Natur- iB^Wenschenleben bot. 

Ha^elriis, Lonis, dänischer Bildhauer, geb. 12. Jan. 4841 in Hilleröd auf 
Seeland, war von 1859- -65 Schüler der Akademie in Kopenhagen und bildete sich 
««nter Biss^en. Nach einer Statue Davids der sich zum Kampf gegen Goliath 
rüstet, ging er 1869 nach Rom, wo er in Statuen und Büsten eine erfolgreiche 
Thätigkeit entwickelte. Dahin gehören die Statue des, Lyrikers Bellmann, des 
Märchendichters Andersen in Odense auf Fünen, des Dichters Heinrich Heine mit der 
tragischen und komischen Maske (1874) und das Epitaphium des Künstlers Broch. 
Er besitzt die kleine goldene Medaille der däniJschen Akademie und die Medaille 
von Wien. 

Uasselt, Jean de, vlämischer Maler des 14. Jahrb., Hofmaler des Grafen «Jn 
Flandern, Ludwig III. von Male; von ihm Reste von Wandmalereien in der Kirche 
Notre Dame zu Courtrai; auch nach d,em Tode Ludwigs (1384) blieb er Hofmaler 
und schuf 1386 für Philipp den Kühnen ein Altarbild, für eine Kirche in (Jent. 

Hassenpflng, Karl, Bildhauer, geb. 5. -Jan. 1824 in Kassel, f 18. Febr. 1890 
das., Sohn des späteren Stäatsministers H., trat in Berlin in das Atelier Wichmanns 
und war 1844 — 47 Schüler von Schaller in München, dessen Gehilfe er bei der 
Modellirung der . Herderstatue in Weimar wurde. Zu seiner weiteren Ausbildung lebte 
er 1848 — 50 in Rom, wo er sein erstes bedeutenderes Werk Simson und Delila 
modellirte. Dann arbeitete er in 'Hannover, reiste nach England, schuf kleinere 
Arbeiten für die Erlisabethkirche in Marburg und die Martinskirche in Fulda, und 
ging 1856 abermals nach Rom, wo er sict seinem Hauptfach der Idealplastik und 
kleineren lyriscnen Darstellungen widmete, z. B. Amor und Psyche, Eros und Anteros 
.Museum in Köln), Ariadne, Galatea von Amorinen umgeben. 1868 wurde er Professor 
an der Akademie seiner Vaterstadt, wo er mehrere decorative Figuren uud reizende 
poetische und lyrische Sachen schuf, z. B, 1883 eine Gruppe des Oedipus und der 
Antigoue. 

Hasslwander, Friedrich, Maler und Schriftsteller, geh 4. Oct. 1840 in Wien, 
Schüler der Wiener Akademie unter Wurzln, und vornehmlich seines Vate^, den 
er in seiner Thätigkeit^an der Pensions-Gesellschaft Wiener Künstler ablöste. Von 
ihm die Bilder: Faust in der Hexenküche, Leonore, König Richard in.. Der Tod 
und der Trinker (Lessing : „Gestern Brüder — — ") u. s. w. 

Hasslwander, Joseph, Historienmaler, geb. 7. Aug. 1812 in Wien, f 3. Aug. 
1878 in Scheibbs (Oesterreich unter der Enns), Schüler der Wiener Akademie, dann 
im Verkehr mit Karl Rahl weiterentwickelt. Ungünstiger Verhältnisse halber 
musste er sieb der grossen Kunst ab und der Illustration zuwenden. Er übernahm 
1863 die Professur für Zeichnen an der Schottenfelder Oberrealschule, 1856 die gleiche an 
der Wiener Communal-Oberrealschule. 1868 wurde er Direktor der Pensions-Gesellschaft 



138 Hauber — Haughton. 

der Künstler, in webhem Amt er bis zu seinem Tode segensreich für seine 
Collegen thätig war. Von seinen Gemälden Sapples, Ernst und Cimburgis, 
Am Grabe Walthers von der Vogelweide, Hl. Familie, Judith, u. s. w. befinden sich 
einige im Besitz des österreichischen Kaiserhauses ; ein Studienkopf ist der Galerie des 
k. k. kunsthistorischen Museums einverleibt. Von Seinen zahlreichen Zeichnungen 
und Aquarellen heben wir die Folge Vater unser, und die Zeichnungen für Vogls 
Volkskalender, Taschenbücher, Gebetbücher etc. hervor. H hat auch selbst litho- 
graphirt und in Kupfer gestochen: z. B. Die vier Tageszeiten. Der reiche Nachlass 
des Künstlers, dessen Bescheidenheit und edler Charakter grosse Anerkennung fanden, 
befindet sich noch im Besitz seines Sohnes zu Wien. 

Hauber, Joseph, Historienmaler, Radierer und Aquatintastecher, geb. 1766 in 
Gerardsried bei Kempten, f 1834 als Professor in München, besuchte die Akademie in Wien 
und bildete sich in München weiter aus, wo er mehrere Bilder der Pinakothek trefflich 
copirte. Dann malte er Bildnisse und zahlreiche Altarbilder für Kirchen in München 
und Oberbayern. Eines der besten derselben ist der sterbende Erlöser. Unter seinen 
Stichen sind zu nennen : Gimon und Pero nach Honthorst, Satyr und Nymphe nach 
Tizian, 2 Genrebilder nach Murillo in der Pinakothek, einige biblische Bilder eigener 
Composition und einige Bildnisse. 

Hauberrisser, Georg, Architekt, geb. 19. März 1841 in Graz, besuchte die 
dortige technische Anstalt und setzte seine Studien auf der Akademie in München 
unter Zie bland und Neureut.her, auf der" Akademie in Berlin unter Strack und 
Bötticher und in Wien unter dem Gothiker Fried r. Schmidt fort. Mit Erfolg 
betheiügie er sich bei der Concurrenz für den Bau des neuen Rathhauses in München 
und führte dasselbe von 1867—72 in meisterhafter Gothik aus. Ausserdem baute er 
in München das Kaulbach-Museum (1875) und in Landshut den Rathhaussaal. Seit 
1867 lebt er in München, seit 1874 ist er Ehrenmitglied der dortigen Akademie. 

Haubitz, Christoph, Baumeister des 16. Jahrh. in Mecklenburg unter dem 
Herzog Job. Albrecht, baute seit 1572 das Schloss zu Gadebusch bei Schwerin, einen 
zierlichen Backsteinbau von prächtiger Gesammtwirkung. 

Haublmann, Michael, Landschaftsmaler, geb. 9. April 1843 in Prag, war dort 
Schüler von Haushofe r und in München von .J u 1. L a n g e. Er besuchte die Schweiz 
und nahm meistens aus Italien die Motive seiner Landschafts- und Architekturbilder, 
z. B. Olivenhain bei San Remo, Die römische Campagna, Partie bei Sorrent, 
Theater von Taormina, Ruinen von Paestum, Der Monte Rosa, auch Das Erechtheum 
in Athen. 

Hanck, August Christian, Bildnissmaler, geb. 3. März 1742 in Mannheim, 
t im Januar 1801 in Rotterdam, Schüler seines Vaters Jacob H. Von ihm im 
Reichsmuseum zu Amsterdam das Bildniss des Viceadmirals Zoutman [f 1798). 

Hauck, Friedrich Ludwig, Maler, geb. 10. Aug. 1718 in Homburg vor der Höhe, 
t 4. Oct. 1801 in Offenbach, war im Bildnissmalen Schüler seines Vaters, bildete sich 
dann durch Reisen in Deutschland, Engl?nd und Holland und Hess sich in Frankfurt a. M. 
nieder. Ausser recht ähnlichen Bildnissen malte er auch Conversationsbilder. 

Haudebourt-Lescot, Hortense Yictoire, Malerin, geb. 1785 in Paris, f 1845 
das., lebte längere Zeit in Italien, wo sie ihren späteren Gatten, den Architekten 
H. kennen lernte. Ihre Bilder behandeln grossentheils das italienische Volksleben; 
als Hauptbilder werden genannt: Der Fusskuss des heil. Petrus in der Peterskirche 
zu Rom (1812), Die von einem griechischen Bischof vollzogene Firmelung, Der 
römische Volkstanz Saltarella. 

Hang, Robert, Maler der Historie und des militärischen Genres, geb. 27. Mai 
1857 in Stuttgart, trat 1872 in die dortige Kunstschule, ging 1877 nach München, 
wo er von Seitz, Böcklin und Feuerbach beeinflusst wurde und in beiden 
Pinakotheken sowie in der Schackschen Galerie studirte. 1879 kehrte er nach Stuttgart 
zurück. Seinen Hauptbildern ist eine ganz hervorragende Luftstimmung nachzurühmen : 
besonders gelingt es ihm die klare kalte Luft eines Wintertags oder des frühesten 
Morgens in sein Bild zu bannen: z. B. Der Abschied (Neue Pinakothek, München), 
Im Morgenroth (Dresdener Galerie) ; ferner von ihm Die Preussen bei Möckern 
(Museum in Stuttgart), Freiwillige Jäger, Die Schlosswache, Vor der Schlacht, Die 
Heimkehr und landsdiaftliche Genrebilder. 

, Haughton, Moses, engl. EmaiUeur und Stilllebenmaler, geb. 1734 in Wednesbury 
(Staffordshire), f 23. Dec. 1804 in Ashted bei Birmingham, erlernte anfangs in 
Birmingham das Emailliren und wandte sich dann zur Malerei des Stilllebens iii 
Wasserfarben, worin er Vorzügliches leistete. 



Haag-liton — Haushofer. 139 

Haughton, Moses, Bildniss- und Genremaler, geb. um 1772 in Wednesbury, 
t 1848, Neffe des Vorigen, wurde auf der Akademie in London Schüler von St üb bs, 
malte vorzugsweise Miciaturbildnisse und Genrebilder, die sehr gerühmt wurden. 
Unter seinen Bildnissen das seines Freundes Füssli, unter seinen Genrebildern Der 
Liebestraum und der Gefangene. Er stach auch einige Blätter nach Füssli : Tod und 
Sünde, Evas Traum, Vertreibung der ersten Eltern aus dem Paradiese. 

Haun, August, Landschaftsmaler und Lithograph, geb. 10. Aug. 1815 in Berlin, 
Schüler von Karl Schulz, Blechen und A. W. S c h i r m e r, bereiste Deutschland, 
Oesterreich und Oberitalien und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Seine 
bedeutendsten Oelbiider und Zeichnungen sind : Hünengräber, Westküste von Helgoland, 
Karlsbad, Marienbad, Der Ruprechtsbau des Heidelberger Schlosses, Blick auf Stubben- 
kammer auf Rügen und unter den Lithographien die römischen Baudenkmäler zu 
Pola in Istrien nach .1. Weyde. 

Haimold, Karl Franz Emanne], Landschaftsmaler, geb. 29. März 1832 in 
Wien, Schüler von H a n s c h, nahm seinen Wohnsitz in der Vaterstadt. Unter seinen 
Landschaften, meistens aus den Hochgebirgen Oesterreichs, nennen wir nur: Partie 
bei Brannenburg, Partie am Hallstädter See, Aus dem Salzkamraergut u. A. 

HauschiM, Max Albert, Architekturmaler, geb. 23. Aug? 1810 in Dresden, 
war als Architekt Schüler der dortigen Akademie, bildete sich in Italien zum Maler 
aus, wurde Professor an der Akademie semer Vaterstadt, trat 1851 aus dem Staats- 
dienst und zog nach Neapel und Sorrent. Seine Architekturbilder, oft mit reicher 
Staifage, sind von grosser Sorgfalt und Zartheit in der Ausführung, z. B. Die Kirche 
Sta. Croce in Florenz (1834), Die Kirche zu Viterbo, Der Dom zu Orvieto, Die Cappella 
palatina in Palermo, Das Innere des Doms in Meissen, Seitengang im Dom. zu Erfurt, 
Der spätromanische Kreuzgang eines Kapuzinerklosters (Kunsthalle in Karlsruhe), 
Die Abtei Altenberg bei Köln, Das Innere der Marcuskirche in Venedig mit reicher 
Staffage, Die Kirche Araceli in Rom, Bewirthung im Kloster (Museum in Dresden), 
Maria Stuart im Schloss Lochleven, eine Kirche in Palermo, Peter von Amiens' letzte 
Predigt vor Einschiffung seines Kreuzzuges (1883) und noch viele Architekturbilder 
> in Aquarell und in Gouache. 

Hauschild, Wilhelm Ernst Ferd. Franz, Historienmaler, geb. 16. Nov. 1827 
in Schlegel (Reg.-Bez. Breslau), f 14. Mai 1887 in München, war anfangs Decorations- 
maler, ging 1850 auf die Akademie in München unter Phil. Foltz und nahm hier, 
abgesehen voü einem kurzen Aufenthalt in Dresden, Berlin und Paris, seinen Wohnsitz. 
Mehrere treffliche Bilder von ihm im Nationalmuseum zu München, z. B. Karl XII. 
bei Poltawa, Martin Behaim, Max Emannel vor Belgrad, im Maximilianeum eine 
Kreuzigung Christi und Fresken in den Schlössern zu Herrenchiemsee und Schwanstein. 
Für den Fürsten Stourdza malte er Oelbiider in der griechisch-orthodoxen Kapelle 
zu Baden-Baden. Er besass die bayerische Medaille für Kunst und Wissenschaft. 

Hausegger, Sigmund v., Dr., Zeichner, geb. 1838 zu Montana in Istrien, 
t 1864, Schüler von R a h 1 in Wien, machte sich bekannt durch seine Bilder aus der 
nordischen Mythologie, den Nibelungen und 10 Blätter lavirte Bleistiftzeichnungen 
zur Edda. 

Uanser, Alois, Architekt, geb. 1841 in Wien, machte seine Studien auf der 
Bauschule in Berlin unter B ö 1 1 i c h e r, mit dem er nach Smyrna und Konstantinopel 
reiste. Dann trat er in Wien ins Atelier seines Oheims F e 1 1 n e r. Nach einem mehr- 
jährigen Aufenthalt in Italien kehrte er 1867 nach Wien zurück, wo er Lehrer an 
der Kunstgewerbeschule wurde. 

Hauser, Anton, Architekt, geb. 1824 in Graz, f 6. Juli 1870, baute das Schloss 
Miramar bei Triest für den Erzherzog Maximilian von Oesterreich, auch die Wasser- 
leitung bei Pola. 

Hanser, Eduard Caspar, Historienmaler, geb. 1807 in Basel, t 1864 in Havre, 
Schüler von Overbeck, malte in dessen Geist fast nur biblische Bilder: Christus 
am Oelberg, Das Gleichniss vom Weinberge (1842), Der Kindermord in Bethlehem, 
Das Jüngste Gericht und ausserdem ein Bildniss seines Lehrers Overbeck (Museum 
in Basel). 

Haushofer, Maximilian, Landschaftsmaler, geb. 12 Sept. 1811 in Nymphenburg 
bei München, f 24. Aug. 1866 am Starnberger See, war kurze Zeit Schüler der Akademie 
in München, machte dann längere Studienreisen in Oesterreich,. Italien und Sizilien, lebte 
in München und war 1844—1866 Professor an der Akademie in Prag. Seme meistens 
aus den deutschen Alpen entlehnten Landschaften sind von trefflicher Zeichnung, 
glänzend in Colorit und Beleuchtung und meisterhaft im Aufbau der Wolkenmassen. 



140 Hausleithner — Hautmann. 

Zu den bedeuteüdsten in öffentlichen Sammlungen befindlichen gehören : im Kudolfiuum 
zu Prag eine ideale Landschaft, Elönthal bei St. Gallen, und Partie auf dem Wartstein 
in der Rainsau (letztes Bild), in der Sammlung Speck-Sternburg bei Leipzig Das 
Augustin^rkloster Baumburg (Oberbayern), im Museum von Hannover Der Königssee, 
in der Neuen Pinakothek in München Der Walchenseo und zahlreiche treffliche Bilder 
in Privatbesitz, z. B. Hohentwiel mit der Ä.ussLcht auf den Bodensee, Der Vierwald- 
städtersee von Brunnen aus u. s. w. 

Hausleithner, Eudolf, Genre- und Bildüissmaier, geb. 10. März 1840 in 
Mannswörth (Niederösterreich), Schüler der Akademie in Wien, wo er seinen Wohnsitz 
nahm. Zu seinen besten Genrebildern gehören: Der Dorfgeiger, Der Dorfarzt, 
Frühlingsbotschaft, Wettlauf auf dem Eise, Nach der Mensur, Künstlertruppe 
im Wiener Volksprater ; zu seinen besten Bildnissen : Der Kaiser Joseph II. und seine 
Räthe, Der Dichter Aug. Silberstein ü. A. 

Hausmann, Ernst, Genremaler, geb. 25. Juli 1856 in Frankfurt a. M., Sohn 
und Schüler des Friedrich Karl H., setzte seine Studien in München unter 
Lindenschmit und in Paris fort und iiess sich später in Berlin nieder. Seine 
Hauptbilder sind: Falsche Spieler, Eifersucht, Der neueste Roman, Sturmfluth, Ein 
Maskenmaler in Palermo, Der Erzbischof Guibert in Paris während des Hochamts 
in Notre-Dame. 

Hausmann, Friedrich Karl, Genremaler, geb. 1825 in Hanau, t H- März 1886 
das., Schüler der dortigen Zeichenakademie unter Pelissier, studirte 1848 — 51 in 
Antwerpen, wo er Scenen aus dem holländischen Volksleben malte, und unter 
Delarochein Pai-is, bereiste Italien, Iiess sich in Frankfurt a. M. 1855 nieder und wurde 
1864 Dii'ector der Zeichenakademie seiner Vaterstadt. Eines seiner bedeutendsten Werke 
ist das erst 1861 vollendete Bild: Galilei vor dem Forum der Dominikaner (Kansthalle 
in Hamburg). Seine übrigen Bilder sind entweder Bildnisse, oder im Colorit allzu 
naturalistische Scenen aus dem italienischen Voikstehen. 

Hausmann^ Gustav, Landschaftsmaler, geb. 23. Juli 1827 in Barbis am Harz, 
machte seine Kunststudien in Hannover, München und Berlin und Iiess sich in 
Hannover nieder. Er entlehnte seine Bilder aus den Gegenden des Harzes, aus dem 
südlichen Bayern und Tirol. Im Museum zu Hannover von ihm eine Harzlandschaft 
und eine Ansicht des ßchlossea Horzberg. 

' Haassart, Jean, franz. Kapferatecher, thätig während der 1 . Hälfte des 
18. Jahrh. in Paris. Gemamt -werden von ihm die Stiche: nach Giulio Romano die 
Erschaffung' der Eva, und Jupiter aad Semele, nach Romanelü Moses schlägt an den 
Felsen, nach Dom. Föti Der rfeiche Mann und der arme Lazarus, nach Courtin Pan 
und Syrinx. 

Hanssottllier, William, franz. Kupferstecher der Gegenwart, geb. in Paris. 
Als seine besten Stiche werden genannt: Romulus mit den dem Feinde abgenommenen 
Waffen nach Ingres, die Anbetung der Hirten nach Luini, Semaine nach Ingres, Der 
Kampf nach Lion. da Vinci. 

Hautmann, Anton, Bildhauer, geb. 20. Juni 1821 in München, f 1. Dec. 1862 
in Rom, Bruder von Johann H., anfangs mehrere Jahre Schüler des Malers 
J u r i s c h, dann 4 Jahre auf der Akademie Schüler von Schwanthaler, debütirte 
1842 mit einem gekreuzigten Christus, und mit dem später oft wiederholten jugend- 
lichen, mit einer Taube spielenden Amor, der so viel Beifall fand, dass er mit den 
idealen Bildwerken fortfuhr und zunächst einen grossen sitzenden Mercur schuf. 
Durch ein Stipendium in den Stand gesetzt, nach Rom zu gehen, kam er 1847 nach 
Florenz und bald nachher nach Rom, das Äir ihn eine zweite Heimath wurde. Hier 
bildete er einen Trauben emporhaltenden Amor, kehrte aber infolge der Kriegs- 
ereignisse von 1848 im April 1849 nach Florenz zurück, von wo er mehrere seiner 
Werke ähnlichen mythologischen Inhalts nach München sandte. DoYt behandelte er 
aber auch religiöse Motive, z. B. in.Die heil. 3 Könige, Der englische Gruss, mehrere 
Madonnen und daneben wieder mythologische Arbeiten und Büsten italienischer 
Künstler. 1858 besuchte er noch einmal seine Vaterstadt, erkrankte aber nach 
seiner Rückkehr im November 1862. 

Hautmann, Hippolyt, Bildhauer, geb. 1802 in München, f 1863 das., Schüler 
seines Vaters Michael H., eines geschickten Bildschnitzers, und der Akademie 
seiner Vaterstadt, wo er nach einer Reise in England seit 1826 in Monumentalbauten 
eine reiche Thätigkeit entwickelte, z. B. in der inneren Ausschmückung der Glyptothek, 
der alten Pinakothek und der Residenz. Bildhauerarbeiten schuf er auch für die 
Aukirche, die Ludwigskirche und die Basilika in München. 



Hantmann — Hawranek. 141 

Hantmann, Johann Bildhauer des 19. Jahrb., Bruder des obigen Anton H., 
war besonders geschickt in plastischen Genrearbeiten und mythologischen Figoren, 
z. B. Venus und Amor, Amor und Psyche (Alabaster) und in sprechend ähnlichen 
Bild.nissbtisten. 

Hantsch, Georg, Medailleur, der um 1680—1711 inl^ürnberg arbeitete, Schüler 
von W 1 r a b, schuf schöne Denkmünzen auf die Mordbrennereien der Franzosen am 
Ehein und andere Zeitereignisse in üngann. 

Hanzinger, Joseph, Historienmaler, ' geb. 12. Mai 1728 in Wien, f 8. Aug. 
1786 das., Schüler von Trog er, mit dem er im D<)m zu Brixen Fresken malte, und 
von Daniel Gran. Seine Hauptwerke sind ^ Bilder in der Schlosskapelle zu 
Pressburg, in der Schlosskapelle zu Ofen, andere in Tyrnau. Als sein bedeutendstes 
Oelbild wird genannt: Jesus der mit Maria und Joseph nach Jerusalem wandert 
(1782). Er war Professor an der Akademie in Wien und K. k. Kammermaler. 

Havell, "William, engl. Landschaftsmaler, geb. 9. Febr. 1782 in Reading 
(Berkshire), t 16. Dec. 1857 in Kensington, Sohn und Schüler eines Zeichenlehrers, 
machte seine erste Studienreise nach Wales, stellte zuerst 1804 in der Akademie 
aus und war einer der Gründer der Gesellschaft der Aquarellmaler. Von 1807 — 1809 
machte er landschaftliche Studien in Westmoreland, lebte eine Zeit lang in Hastings, 
ging dann 1816 als Zeichner mit der Gesandtschaft des Lord Amherst nach China, 
trennte sich aber schon 1817 von ihm und ging nach Ostindien, wo er bis 1826 thätig 
war. Nach seiner Rückkehr besuchte er 1827 Florenz, Rom und Neapel, machte 
aber in der Aquarellmalerei keine grossen Fortschritte, ergriif statt derselben die 
Oelmalerei englischer Gegenden, hatte aber auch hierin kein grosses Glück und 
glänzte fast nur in den Sonneneffekten. 

Havenith, Hugo, Genremaler, geb. 12. April 1853 Jn London, wurde in München 
Schüler von Löfftz und Diez und nahm dort seinen Wohnsitz. Von ihm die Bilder: 
Junge Fi'eundschaft, Frühling, Vorbereitung zum Kirchenfest, Stillleben, Eine Frage, 
Ein Hasenfuss. 

Hartrmaet, Jean Franyois van, belgischer Bildhauer, geb. 1828. Von ihm 
eine wohlgelungene Marmorbüste des Malers Swerts im Museum zu Antwerpen. 

Havermann, Hendrik Johann, hoUänd. Maler, geb. 23. Oct. 1857 in Amsterdam, 
Schüler der dortigen Akademie. Von ihm im dortigen Reichsmuseum ein Bild Die 
Flucht (1883). 

Havermann, Margaretha, Blumenmalerin, geb. 1720 in Amsterdam, t 1795 
in Paris, Schülerin von Huysum, dem sie im Malen von Blumen und Früchten mit 
Glück nachstrebte. Später nahm sie ihren Wohnsitz in Paris. 

Havens, Theodor, Architekt des 16. Jahrb., geb. in Cleve, kam unter der 
Regierung der Königin Elisabeth nach England und baute um 1566 ein CoUegium 
in Cambridge im Renaissancestil. 

Haward, Francis, engl. Kupferstecher, geb. 19. April 1759, t 1797 in London, 
wurde 1776 Schüler der Akademie und stellte seit 1783 seine Blätter aus, die er 
anfangs in Mezzotinto grossentheils nach Reynolds (z. B. Mrs. Siddons) und nach 
Angelika Kauffmann stach. Seit 1783 war er Genosse der Akademie. 

Hawen, Lambert von, Maler und Architekt, geb. 16. April 1630 in Bergen 
(Norwegen), f 5. Mai 1695 in Kopenhagen, bereiste auf königl. Kosten 16*53—70 
Italien und wurde nach seiner Rückkehr Generalinspektor und Hofmaler. Von ihm 
als Architekt ist die Erlöserkirche in Christianshaven (1683 — 96). Unter seinen Malereien 
werdenr mehrere Bildnisse genannt. 

HawUns, George, engl. Zeichner, geb. 1810, f 6. Nov. 1852 in Camden-Town. 
Er war besonders geschickt in architektonischen Zeichnungen, die er für Day and Son 
lieferte, auch in Lithographien und in Aquarellen dieses Inhalts. 

Hawksmoor, Nicholas, engl. Architekt, geb. 1661 in Nottinghamshire, f 25. März 
1736 in Westminster, arbeitete lange Zeit £ds Gehilfe von Christopher Wren 
bei dessen Kirchenbauten, auch beim Ohelsea College und dem Hospital in Greenwicb, 
baute unter Georg I. mehrere neue Kirchen, entwarf unter der Königin Anna mehrere 
Kirchen und in Oxford das Queens College. 

Hawranek, Friedrich, tschechischer Landschaftsmaler, geb. 4. Jan. 1821 in 
Prag, Schüler der dortigen Akademie unter M a n e s und unter Ruhen, maclite 
grössere Studienreisen in Polen, Süddeutschland und Frankreich und war eine Zeitlang 
Lehrer des Erzherzogs Ludwig von Toscana. Seine ziemlich prosaisch-gemüthlichen 
Landschaften, meistens von kleineren Dimensionen, zeichnen sich durch die feinste 
Ausmalung selbst der geringsten Details in den Feldblumen und Grashalmen, Baumrinden, 



142 Hayd — Haymaii. 

Zweigen und Blättern aus. Er illustrirte auch das Prachtwerk „Die Balearen" 
von Erzherzog Ludwig Salvator von Toscana und radierte Blätter von der Barg 
Karlstein und vom Judenkirchhof in Prag. 

Hayd, Anna Maria, s. Weraer, geb. Mayd. 

Haydon, Benjamin Robert, engl. Historienmaler, geb. 26. Jan. 1786 inPlymouth, 
t 22. Juni 1846 durch Selbstmord, kam 1804 in London auf die Akademie und stellte 
1807 als sein erstes Bild Maria und Joseph aus, dem 1809 Die Ermordung des Dentatus, 
1814 Das ürtheil Salomos folgten und nach einem Aufenthalt in Paris, wo er im 
Louvre studirte, Der Einzug Christi in Jerusalem (1820) Christus am Oelberg, Moses 
von Pharao entlassen und Die Auferweckung des Lazarus (1823), Bilder, die ihm viel 
eintrugen, aber seine zerrütteten Vermögens Verhältnisse nicht verbesserten. Er musste 
ins Schuldgefängniss wandern, wo seine zwei besten Gemälde entstanden: The mock 
election und The chairing of the Members. Ersteres kaufte König Georg IV., aber 
dennoch musste er zum zweiten Male ins Gefängniss und brachte nun noch seine 
letzten meisterhaften Bilder : Napoleon betrachtet den Sonnenuntergang und den Tod 
des Eukles. Von geringerem Werth sind seine dann noch folgenden Bilder, z. B. 
Die Versammlung der Abgeordneten zur Abschaffung der Sklaverei (1840). — Seine 
Selbstbiogr. herausgegeben von seiner Wittwe 1847 und sein „Leben" von Tom Taylor 
(1853, 3 Bde.). 

Haye, Regnler de la, holländ. Bildniss-, Genre- und Stilllebenmaler, geb. wahr- 
scheinlich im Haag, wurde hier 1662 Mitglied der Lucasgilde, 1669 Mitglied der 
Malergilde in Utrecht und später in Antwerpen. Von ihm iin Museum zu Schwerin 
ein Bild mit Blumen, Früchten und Blumengehängen. 

Hayer, Georg, Maler, Goidschläger, Tischler und Radierer, Sohn eines gleich- 
namigen Baumeisters, geb. 1559 in Dresden, f 18. Juli 1614 in Breslau. Er war 
seit 1584 Meister, dann kaiserlicher Ingenieur und bei seinem Tode Maler ältester. 
Am bekanntesten ist er durch seine mehr als 70 Radier angan geworden, darunter 
eine Triumphpforte des Kaisers Matthias, Kleinodien der Breslauer Schützenbrüderschaft, 
Landkarten, Städtebilder und Bildnisse. 

Hayes, Edwin, engl. Marinemaler, geb. 1830 in Bristol, malte in Aquarell 
Seestücke von trefflicher Behandlung des Wassers und des Spieles der Wellen, wurde 
Mitglied der Akademie in Dublin und Hess .sich in London nieder. Namhafte Bilder 
von ihm sind: Boote auf der Scheide, Frischer Wind von St. Ives (Cornwall), 
Französische Fischer bei Ostende, Brise im Hafen von Portsmouth, Das Rettungs- 
boot u. A. Er gehörte auch dem Aquarellmaler-Institut als Mitglied an. 

Hayes, Michel Augelo, irisch. Thiermaler, f 1. Jan. 1878 in Dublin durch einen 
unglücklichen Sturz in eine Cisterne, Sohn eines Aquarellmalers, war ein guter Thier- 
und insbesondere Pferdemaler. Zu seinen besten Werken gehören : The Race of the 
Corinthian Cup, Punchestown (1854), Die Einführung des Prinzen von Wales als Ritter 
des St. Patrickordens. Die meisten seiner übrigen Bilder sind militärische Scenon. 
Kavalleriegefechte u. dgl. 

Hayez, "Francesco, ital. Historienmaler, geb. 15. Febr. 1791 in Venedig, 
t 11. Febr. 1882 in Mailand, bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt und 
unter P a 1 a g i in Rom, später auch in Florenz und Venedig wurde Professor an 
der Akademie in Mailand und Direktor der akademischen Malerschuie. Seine Bilder 
zeigen romantische Zartheit der Form und Wahrheit des Ausdrucks, aber wenig 
günstiges Colorit. Die Hauptwerke sind : Die beiden Foscari (Hofmuseum in Wien), 
Graf Carmagnola dem das Todesurtheii verkündigt wird. Der Doge Gradenigo der 
seine Tochter verurtheilt. Die sizilianische Vesper, Flucht der Bianca Capello mit 
ihrem Buhlen Pietro Buonaventuri (1853, Nationalgalerie in Berlin), Maria Stuart 
das Schaffot besteigend. Die letzten Augenblicke des Marino Falieri und 22 Blätter 
zu Walter Scotts „Ivanhoe" (1834). 

Hayllar, James, engl. Genrenuler, geb. 1829 in Chichester, wurde 1849 Schüler 
der Akademie in London, lebte seit 1851 einige Jahre in Rom, ging vom Bildniss 
zur Genremalerei über und malte gemüthliche Scenen aus dem Volksleben, versuchte 
sich auch niit geringem Glück im Stil der Präraffaeliten. Zu seinen besten Genre- 
bildern gehören : Zahnweh der Königin Elisabeth (1865), Miss Lillys Rückkehr vom 
Ball (1867), Der Abend vor der Hochzeit (1871), Glieder in der Kette des Lebens, 
Gott segne die Königin (1873) u. A. 

Hayman, Francis, englischer Maler, geb. 1708 in Exeter, f 2. Febr. 17 76 in 
London, anfangs Schüler des Bildnissmalers Robert Brown, kam nach London, 
wo er sich mit Ilhiatration von Büchern beschäftigte, z. B. für Ausgaben von Shakespeare 



Hayn — Hearne. 143 

(1744), Milton (1749), Pope und Cervantes, malte für die Vauxhall-Gärten Bilder, 
die coloristisch keinen grossen Beifall fanden. In der Folge wurde er einer der 
Gründer der Akademie' in London. 

Hayn, Ernst Ton, Maler und Bildhauer, geb. 12. Febr. 1822 in Stuttgart, ging 
von der Jurisprudenz infolge seiner Reisen in Frankreich, Italien und Spanien zur 
Kunst über, war Hofmarschall des Prinzen Friedrich v. Württemberg, bildete sich 
in der Plastik unter T h. v. Wag n e r in Stuttgart, trieb als Autodidakt die Malerei 
und brachte in Oel wie in Aquarell sehr geistreich componirte Landschaften und 
Thierbilder. 

Haynes, Jobn^ engl. Maler und Radierer, geb. 1760 in Shrewsbury, f 14. Dec. 
1829 in ehester, wurde in London Schüler von Mortimer, radierte nach dessen 
Tode dessen Bilder: Paulus predigt den Britten (1780), Räuber und Banditen und 
mehrere Zeichnungen, copirte einige Bilder von JReynolds, machte eine erfolglose 
Reise nach Jamaica und wurde später Lehrer seiner Kunst in Shrewsbury und in 
ehester. 

Hays, William Jacob, amerikan. Thiermaler, geb. 8. Aug. 1830 in New- York 
t 13. März 1875 das., war anfangs Schüler von Smith, aber in seiner höheren Aus- 
bildung Autodidakt. 1850 stellte er zuerst in der Akademie seiner Vaterstadt aus, 
wurde 1853 Genosse derselben, hielt sich aber seit 1857 fern von der Akademie. 
1860 machte er eine Reise nach den Quellen des Missouri, wo er die Thierwelt 
studirte. Eins seiner Hauptbilder ist eine wandernde Büffelheerde (Privatbesitz in 
New-York). 

Hayter, Sir George, engl. Bildniss- und Historienmaler, geb. 17. Dec. 1792 in 
London, f 18. Jan. 1871 in London, Sohn des Bildnissmalers Charles H., bezog 
sehr ft'üh «die Akademie seiner Vaterstadt, machte grosse Fortschritte, erhielt für 
sein Bild des Propheten Esra eine Prämie, malte dann die Miniaturbildnisse der 
Prinzessin Charlotte und des Prinzen von Sachsen-Coburg und bildete sich 3 Jahre 
in Rom weiter. 1820 stellte er aus: Venus beklagt sich vor Mars, 1825 das Verhör 
des Lord William Russell (1683), das ihn besonders bekannt machte. Dann folgten: 
Das Verhör der Königin Karoline und der Zusammentritt des ersten reformirten 
Parlaments. 1826 gii^ er abermals nach Italien, fuhr im Bildcissmalen fort, malte 
1837 die Krönung der Königin Victoria, wurde 1841 deren Hofmaler, 1842 Ritter und 
Mitglied mehrerer italienischer Akademien. Sein letztes Bild war der Feuertod 
Latimers und Ridleys in Oxford. Er schrieb einen Anhang zum ,,Hortus Ericaeus 
Woburnensis, über die Klassificirung der Farben". 

Healy, George Peter Alexander, amerikan. Bildnissmaler, geb. 1 808 in Boston, 
bildete sich seit 18.^6 in Paris und in Rom und liess sich in Chicago nieder, wo er 
Mitglied der Acaderay of design wurde. Als seine Hauptbilder werden genannt : 
Franklin vor Ludv/ig XVI und die Bildnisse von Webster, Guyot, William Henry 
Seward, Lord Lyons, Thiers und anderen bekannten Persönlichkeiten. 

Heapliy, Thomas, engl. Aquarellmaler, geb. 99. Dec. 1775 in London, f 19. Nov. 
1835 das., ging von der Kupferstecherkunst zur Malerei über, stellte von 1800—1804 
Bildnisse aus und malte nachher das Genrebild Das Fischermädchen in Portland. Dann 
widmete er sich vorzugsweise der Aquarellmalerei, wurde Mitglied der Gesellschaft 
der Aquarellmaler, erntete durch sein Bild Der Fischmarkt in Hastings 1809 grossen 
Beifall, wurde Bilrtnissmaler der Prinzessin von Wales, ging 1812 zur Armee 
Wellingtons und malte als eines seiner bedeutendsten Bilder das Bildniss desselben mit 
50 Offizieren von dessen Stabe. 1824 gründete er die Gesellschaft britischer Künstler, 
wurde deren Präsident und besuchte 1831 Italien. Seine Bildnisse zeigen eine genaue 
Beobachtung der Natur, seine Genrebilder viel Charakter und Ausdruck. Aber er 
trieb zu vielerlei auf die Architektur bezügliche Dinge, um es in der Malerei weit 
bringen zu können. 

Heapliy, Thomas Frank, engl. Historienmaler, geb. 1813, f 7. Aug. 1873, Sohn 
und Schüler des Vorigen, begann mit dem Bildnissraiileu, stellte zuerst 1831 in der 
Akademie aus und brachte 1846 als eins seiner Hauptbilder Maria Magdalena auf 
dem Wege zum Grabe Christi. Seitdem beschickte er regelmässig die Ausstellungen, 
so 1850: Die Erziehung des Knaben Pan durch die Waldnymphen. 1854 die Skizze 
eines Balles in den Tuilerien, 1863 Kepler.s Aufenthalt in Venedig und mehrere 
Bilder aus dem Leben der Bauernmädchen. Er war Mitglied der Künsllergesell.schaft. 
Hearne, Thomas, engl. Aquarellmaler, geb. 1744 in Brinkworth (Wiltshire), 
t 13. April 1817 in London, wo er in früher Jugend vom Handelsstande zur Kunst 
überging und 1763 Schüler dos Knpferj'teehers Woollett wurde, bei dem er sieb 



144 Heath — Hecht. 

sechs Jahre weiterbildete. 1771 ging er mit dem Gouverneur der Leeward-Inseln 
(kleine Antillen) dorthin, machte viele Aufnahmen, die er nach seiner Rückkehr 
zwei Jahre lang in einem Werke verarbeitete. Dann gab er die Kupferstecherkunst auf, 
widmete sich ganz dem Aquarell, arbeitete fjir Byrnes „Grossbritanische Alterthtimer" 
von 1777 und 1781 und stellte die hierher gehörenden 52 Zeichnungen aus. Auch 
später brachte er noch viele architektonische Aquarelle, die von correcter Zeichnung, 
aber etwas schwacher Farbe waren. H. erwarb sich ferner grosses Verdienst durch 
die Herausgabe, von archäologischen und geschichtlichen Werken. 

1Q[eath, Charles, engl. Kupferstecher, geb. 1784 in London, f 18. Nov. 1848 
das., Sohn und Schüler des James H., erfan4 um 1820 den Stahlstich, den er in 
vielen kleinen» Blättern anwandte, namentlich nach Carlo Dolci, Reynolds, Benjamin 
West, Newton, van Dyck und Hilton. 

Heath, James, engl. Kupferstecher, geb. 19. April 1757 in London, f 15. Nov. 
1834 das., Schüler votf Collyer^und später von Raphael liforghen, illustrirte 
Robert Bella „Leben der englischen Dichter", stach meirer^ Blätter nach Westall, 
Stothard, B. West (Tod Nelsons), Murillo, P. Brueghel, und verschiedene Bildnisse. 
1791 wurde er Genosse der Akademie, 1794 Hofkupferstecher. 

H6bert, Antoine Augnste Ernest, franz. Genre- und Bildnissmaler, geb. 3. Nov. 
1817 in Grenoble, kam 1835 pach Paris, wo er Jura studirte, aber auch Schüler von 
David d'Angers und von D e 1 a r o c h e wurde. Für das Bild Josephs Becher im 
Sack Benjamins erhielt er 1839 den römischen Preis, ging nach dem Bilde 1*3530 im 
Gefängniss (Museum in Grenoble) nach Rom, und widmete sich hier dem italienischen 
Genrebilde, worin er eine gewisse Schwermnth und melancholische Stimmung ent- 
wickelte, z. B. in dem Bilde der Malaria (1850, im Luxembourg) ; ebenso bedentena 
die Bilder: Die Mädchen von Alvito (1855), Die Frauen von Cervara (1859, im 
Luxembourg), die tief empfundene Rosa Nera an der QueUe, Die steinerne Bank (1865), 
Die schwarze Perle, Morgen und Abend des Lebens ; weniger glücklich die reUgiösen 
Bilder Der Judaskuss (1853, im Luxembourg), Mater dolorosa. Die heil. Agnes (1881) 
und einige Colossalfiguren im Pantheon. Grossen Beifall fand er auch im Bildniss, 
namenttich ia 4«m der Frauen und Kinder dei; höheren Stände, denen er einen eigen- 
thümlich vornetmen Zug zu verleihen weiss, z. B. Bildniss der Prinzessin Clotilde (1861) 
und das einer Dame in Balltoüette (1878). 1867 wurde er Direktor der französischen 
Akademie in Rom, wo er bis 1873 blieb, und 1874 Mitglied des Listitots. Zudem war er 
seit 1853 Ritter, seit 1867 Offizier und von. 1874 ab Commandeur der Ehrenlegion. 

H(5bert, George Jeaa Baptiste, franz. Maler, geb. 26. Juli 1847 in Ronen, 
Sohn und Schüler des Vorigen, besuchte in Paris das College St. Louis, und widmete 
sich denselben Fächern wie sein Vater. Er bereiste England und Algerien, nahm 
Theil am Kriege von 1870171 und machte eine Studienreise nach Italien. Unter 
seinen Bildern sind z^ nennen : Die orientalische Perle, Das Far niente. Eine ungarische 
Kesselflickerin, Das Jagd-Rendez-vous, Christus bei Maria und Martha, Die Ehebröcherin 
vor Christus, und zahlreiche Bildnisse. 

Hubert, Pierre, franz. Bildhauer, geb. 31. Oct. 1804 in Villabe (Seine et Oise), 
t im October 1869, Schüler von Jacquot, stellte seit 1830 die Bildwerke aus; 
Der Lebensstrom (Marmor), die Gruppe eines Kindes mit einer Schildkröte spielend, 
die Bronzestatue Oliviers von Serres, des Schriftstellers ö-rafen von Gasparin in Orange, 
des Agronomen Parm^ntier in Montdidier und des Admirals Duperre in La Rochelle. 
Er erhielt verschiedene Medaillen. 

Hebert, Pierre Eugene Emile, franz. Bildhauer, geb. 20. Oct. 1828 in Paris, 
t im Nov. 1893 das., Sohn und Schüler des Vorigen und Schüfer von Feucheres. 
Seine zahlreichen Bildwerke sind idealen Inhalts oder Bildnisse, z. B. Bronzestatue 
eines Mephistopheles, Marmorstatue eines jungen Mädchens das eine Biene rettet 
(1855), die Gruppe Immer und Nie (1863), die Gruppen Lustspiel und. Drama für das 
Vaudevilletheater (1868), die Bronzestatue eines Oedipus (1869) und Bildnissbüsten 
und Medaillons. 

Hubert, Theodore Martin, franz. Bildhauer, geb. 20. Juli 1829 in Paris, Vetter 
des Vorigen, Schüler von Chenillon, debütirte schon 1848. Man hat von ihm die 
Bildwerke meistens in Gips : Reiterstatue des Generals Bonaparte (1853), Kampf 
eines afrikanischen Jägers gegen einen berittenen Araber, Pan unterrichtet einen 
jungen Faun (1858, Bronze und 1876 in Marmor), Rinaldo und Armida, Die lyrische 
Poesie, Faust und Margarethe und zahlreiche ideale und Bildniss-Büsten. 

Hecht, "Wilhelm, Holzschneider und Radierer, geb. 28. März 1843 in Ansbach, 
wurde 1857 Schüler eines Formschneiders in Nürnberg, bildete sich 1860—63 in der 



fieck — Ecfllinger. 145 

artistischen Anstalt von J. J. Weber in Leipzig, lebte in Berlin, von 1865 — 68 in 
Stuttgart, dann in München und siedelte 1885 nach Wien über, wo er ein Atelier 
für Holzschneidekunst leitet. Unter seinen Radierungen sind: nacli Murillo der 
Melonenesser und die würfelnden Kna"ben (Pinakothek in München), die Madonna mit 
dem Kinde (daselbst), nach Lenbach ein Brustbild Moltkes, ein Bildniss des Kaisers 
Wilhelm I. und des Königs Ludwig von Bayern im Ornat des Ordens vom heil. Georg. 
Unter seinen vortrefflichen Leistungen im modernen Holzstich heben wir hervor : 
Königin Henrietta von England nach van Dyck. 

Heck, Nicolas van der, Landschafts- und Historienmaler des 17. Jahrb., geb. in 
Alkmaar. Zu seinen Hauptbildern gehören : Das Todesurtheil gegen den Amtmann 
von Zuyt-HoUand, Das Urtheil des Königs Kambyses und Das Urtheil Salomos. 

Heck, Wilhelm Emil Robert, Genre- und Bildnissmaler, geb. 25. April 1831 
in Stuttgart, f 12. Nov. 1889 das , war anfangs Zimmermalfer, schloss sich einem 
Eeiseprediger an, bis er 1853 die Kunstmalerei ergriff und in Stuttgart Schüler von 
Eustige wurde. Seit 1855 selbständig malend, schuf er Bildnisse und Genrebilder, 
bereiste Südfrankreich und Italien und malte auch italienische Architekturen und 
Landschaften. Hauptbilder von ihm sind : Ein Reiseprediger und Schwäbische Land- 
leute in der Kirche (beide im Museum zu Stuttgart), ferner : Rückkehr des Landwehr- 
manns, Iphigenia am Strande des Meeres, Antigone ihi'en Bruder Polynices auf dem 
Schlachtfelde suchend (1879), Häusliche Freuden, Liebesorakel, Klosterbibliothek in 
Maulbronn, Morgen im Berner Hochlande und viele Andere. 

Hecke, Jan van den, holländ. Maler und Kupferstecher, geb. um 1625 in 
Quarmonde bei Oudenarde, f 1684 in Antwerpen, -reiste tmd arbeitete schon früh 
in Italien, und liess sich in Antwerpen nieder. Er malte Blumen und Früchte und 
allerlei Gefässe und stach die Blätter: Die Marodeurs, Die Würfelspieler, 12 Blätter 
mit verschiedenen Thieren u. A. 

Heckel, Angnst von, Historien- und Genremal», geb. 26. Sept. 1824 in 
Landshut, f 29. Oct. 1883 in München, konnte erst nach Ueberwindung mancher 
Schwierigkeiten die Kunstschule in Augsburg besuchen, trat dann in die Akademie 
in München, woKarlSchorn und Phil. Foltz seine Lehrer wurden. Nach einigen 
Bildern aus der Romantik nahm er einen dreijälu-igen Aufenthalt in Italien, widmete 
sich der Historie und dem italienischen Genre und machte in letzterem Fache viel 
Glück. Unter seinen historischen Bildern sind zu nennen: Judith mit dem Haupt 
des Holofernes, Einzug Ludwigs des Bayern in Rom, Einzug Maximilians in Brüssel, 
Gründung des Armenbades Kreuth (Nationalmuseum in Hünchen), Lear verstösst seine 
Tochter Cordelia, Die Tochter der Herodias, Tannhäuser im Venusberge C1876) und 
unter den Genrebildern Flötenspielendes Mädchen, Liebesorakel. 

Hecken, Abraham van den, holländ. Maler des 17. Jahrb., geb. in Antwerpen, 
thätig von 1636—56 im Haag und in Amsterdam. Von ihm im Museum zu Amsterdam 
ein Bild Das Schlachthaus und bei Herrn Wertheimer in London eine grosse Bauern- 
versammlung von 40 Figuren. 

Heckius, Abraham, Zeichner und Kupferstecher, auch Goldschmied, thätig im 
1. Drittel des 17. Jahrh. in AmsterdanL Unter seinen sehr seltenen Blättern nennt 
man: Die 3 Männer im feurigen Ofen, 12 Blätter mythologischer Darstellungen und 
12 Blätter Goldschmiedsornamente. 

Heda, Willem Claesz, holländ. StiUlebenmaler, geb. 1594 in Haarlem, f nach 
1678 das., malte mit grosser Geschicklichkeit gede<*:te Tische mit Speisen und Pracht- 
gefässen, aber auch Bildnisse. Bilder von ihm im Germanischen Museum zu Nürnberg, 
in Augsburg, im Museum zu Dresden (1631, ein Frtihstüokstiscb), in der Pinakothek 
in München, in Schwerin und anderen Sammlungen. 

Hedinger, Elise, geb. Neumann, Malerin, geb. 3. Juli 1854 in Berlin, Schülenn 
ihres Stiefvaters Charles Hoguet, auch Alb. Hertels und Gnasows, bildete 
sich in Paris durch eigene Studien weiter, malte in den letzten Jahren neben ihren 
Stillleben auch treffliche Landschaften, für die sie sich unter Bracht ausbildete. 1873 
heirathete sie den Oberstlieutenant H., der 1890 starb. 

Hedlinger, Joh. Karl, bedeutender Stempelschneider, geb. 20. März 1691 m 
Schwyz, t 14. März 1771, Schüler des Münzmeisters C r a u e r und des St. Urbain 
in Nancy und in Paris, wurde 1718 an den schwedischen Hof berufen, stach |ur den 
König Karl XII., lebte dann 1726—28 in Rom, ging nach St. Petersburg, um das Büd 
der Königin Anna zu stechen, lebte zw Wiederherstellung seiner Gesundheit m der 
Schweiz, wohin er später noch öfter zurückkehrte. Seine Köpfe sind von scharter 
Charakteristik und Gewandtheit der Darstellung. Als die besten nennt man: die 
AUgomeineB Künstler-Loxioon 8. Aufl. 2. Band. 10 



146 Hedouin — fieemskerk. 

Bildnisse der Kaiserin Elisabeth, des Königs von Preussen und ein Sfelbstbildniss. 
Seine Werke in Kupferstich von Mechel (1775), in Schwarzkunst von Haid (1781). 
Er hatte den päpstlichen Christus-Orden und war kgl. preussischer Hofrath und 
Intendant. — Biogr. von J. Amberg (1887). 

H^donin, Ediuond, franz. Maler des landsohaftlicheii Genres und Radierer, geb. 
1819 in Boulogne sur Mer, f 13. Jan. 1889 in Paris, wo er Schüler von Celestiu 
Nanteuil und Delaroche war, sich aber der durch die Arbeitön des Landvolks 
belebten Landschaft widmete. Treffliche Bilder dieser Art aus den Jahren 1844—59 
waren : Die Folzhacker in den Pyrenäen, Erinnerung an Spanien, Arabisches Kaffeehaus 
in Constantine, Drei Frauen im Ossanthal (Basses Pyrenees), Soiree bei den Arabevn, 
Die vom Sturm überraschten Aehrenleserinnen (1857, im Luxembourg). Dazu aus 
den 60er Jahren 4 Künstlerbildnisse im Theätre Frangais und mehrere den obigen 
ähnliche Bilder. Später begann er auch die Radierkunst und schuf 5 Blätter nach Bidas 
Zeichnungen zu den Evangelien, Die Invaliden nach Henry Roeburn, Die Orangen nach 
Henriette Browne, 6 Blätter für eine Ausgabe der „Sentimental journey" von Sterne, 
das Titelblatt zum Buch Ruth nach Bida. Er erhielt eine Reihe von Medaillen und 
1872 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Heede, Willem van, holländ. Historienmaler, geb. 1660 in Enrnes (Ostflandern), 
t 1728, bildete sich in Rom, Neapel und Venedig, wurde nach Wien berufen, wo er 
in der kaiserlichen Burg sehr gerühmte Bilder im Stil des Lairesse malte. 

Heel, Karl, Landschaftsmaler, geb. 1841 in Wolfenbüttel, besuchte aas Poly- 
technikum in Braunschweig, war dort Schüler von Brandes; von 1859—62 in 
Düsseldorf Schüler von Gude und liess sich in Braunschweig nieder. Die meisten 
seiner schätzenswerthen Landschaften entlehnte er aus den Bergen und Thälem des 
Harzes, einige auch aus dem südlichen Bayern. 

Heem, Cornelis de, holländ. Stilllebenmaler, geb. im April 1631 in Leiden, 
t im Mai 1695; Sohn, Schüler und künstlerischer Nachfolger des J a n D a v i d z deH., 
dem er in manchen Bildern sehr nahe kommt. 5 sichere Bilder (Blumen, Früchte 
und Speisen) von ihm im Museum zu Dresden, 3 im Museuin zu Schwerin, in der 
Pinakothek zu München, in der Kunsthalle zu Karlsruhe, im Städelschen Institut zu 
Frankfurt a. M., im Museum zu Berlin, aber wenige in ausserdeutschen Sammlungen. 

Heem, Jan Davidz de, der bedeutendste Blumen- und Fruchtmaler der holländischen 
Schule, lebte zwar lange in Antwerpen, gehört aber der holländischen Schule an. 
Geboren 1606 in Utrecht, f im Winter 1683 4, Schüler seines ziemlich unbekannten Vaters 
David de H., lebte 10 Jahre in Leiden, aber über 30 Jahre in Antwerpen, wo die 
für. ihn charakteristischen Bilder entstanden. Seine Bilder sind höchst naturwahr, 
gemalt mit kräftigem, aber feiu ausführendem Pinsel, prächtig in der Zusammen- 
stellung der schönsten Früchte und der seltensten Blumen, manchmal auch mit allerlei 
Schüsseln, Tell§ru und Gefässen und kleinem Gethier. Von ihm im M^useura zu 
Dresden 10 Bilder (eines mit einem Todtenkopf neben den Blumen und Früchten), 
5 in der Kunsthalle zu Karlsruhe, 4 im Museum zu Berlin, Andere in der Galerie 
Liechten.stein zu Wien, in der Pinakothek zu München, in den Museen zn Schwerin 
und Brüssel, in der Eremitage zu St. Petersburg, auch in holländischen Galerien, 
seltener in Frankreich und England. 

Heemsen, Jan van, s. Hemessen. 

Heemskerk, Egbert d. Ae., holländ. Maler, geb. 1610 in Haarlem, f nach 1680, 
malte Genrebilder in der Weise des Teniers und Brouwer. Von ihm im Louvre zu 
Paris 2 Bilder des Inneren einer Tabagie. 

Heemskerk, Egbert van, d. J., holländ. Maler, geb. 1645 in Haarlem, f 1704 
in London, Sohn des Vorigen, Schüler von Pieter Grebber, erinnert in seinen 
Genrebildern an Jan Miensze Molenaer, auch an Brouwer und Teniers. Es sind oft 
nächtliche Zusammenkünfte von Hexen und Gespenstern, Versu-^hungen des heil. 
Antonius, auch Trinkgesellschaften und sonstige Belustigungen. Im Museum zu 
Dresden 2 Scenen in einer Bauernkneipe, im Städelschen Institut in Frankfurt ä. M. 
Das Tischgebet (1667), Don Quixote von den Galeerensklaven mit Steinen geworfen 
und Sancho Pansa von den Bauern geprellt ; sichere Bilder von ihm auch in Kopenhagen, 

Heemskerk", Martin van, eigentlich M. van Veen, holländ. Maler und Kupfer- 
stecher, geb. 1498 in Heemskerk, f 1. Oct. 1574 in Haarlem, Schüler von Scojel, 
studirte in Rom die Werke Michelangelos und kehrte 1537 nach Haarlem zurück. 
Seine ersten Bilder sind von geschickter Composition und warmem Gefühl, später 
von kalter Modellirung und zuletzt langweilig in Form und Farbe. Bilder von ihm 
in den Museen zu Berlin, Gent, Haarlem und Brüssel, auch bei Konsul Weber in Hamburg. 



' Heemskerk — Hefner-Alteneck. 147 

Heemskerk van Beest, Jakob Edward yan, holländ. Marinemaler der Gegen- 
wart, geb. 28. Febr. 1828 in Kampen, Schüler von Lokhorst, lebt im Haag. Von 
ihm im Museum zu Amsterdam eine Marine und das Y bei Amsterdam. 

Heer, Adolf, Bildhauer, geb. 1849 in Vöhrenbach (Baden), Sohn und Schüler 
eines Bildhauers, auch Schüler der Kunstgewerbeschule in Nürnberg, in Berlin Schüler 
4er Akademie unter CalandreUi und Siemering und Gehilfe von Breymann 
in Dresden. 1876 entstanden als seine erste bedeutende Arbeit in Rom 2 überlebens- 
grosse Engel für die Gruftkirche des Fürsten zn Fürstenberg. Später wurde er 
Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, schuf für die Aula der Universität 
Heidelberg mehrere Figuren und Gruppen, einen trefflichen Concurrenz-Entwurf für 
ein Denkmal des Dichters Scheffel in Heidelberg und für ein Kaiser "Wilhelmsdenkmal 
in Mannheim. 

Heerdt, Christian, Landschaftsmaler, geb. 4. Mai 1812 in Frankfurt a. M., 
t 1. Juni 1878, Schüler des Städelschen Instituts, ging dann nach Düsseldorf und 
liess sich 1837 in seiner Vaterstadt nieder, wo er ansprechende Landschaften aus 
dem südlichen Bayern und Tirol malte. Von ihm im Museum zn Stuttgart ein 
Architekturbild aus Cronberg im Taunus mit Staifage von Karl Engel. 

Heere, Lncas de, niederl. Maler, geb. 1534 in Gent, f 1584, Sohn und Schüler 
des Architekten Jan de H., auch Schüler von Frans Floris, dem er bei seinen 
Glasmalereien und Zeichnungen half. Später arbeitete er in demselben Fach in 
Frankreich, malte auch Bildnisse und biblische Bilder. In der Galerie zu Kopenhagen 
von ihm das Gleichniss von den klugen und thörichten Jungfrauen, im Museum zu 
Braunschweig eine Landschaft und in England mehrere Bildnisse. 

Heeren, Minna, Genremalerin uer Gegenwart, geb. in Hamburg, lebt in 
Düsseldorf. Von ihr in der Kunsthalle ihrer Vaterstadt Ruth und Naemi (1854). 
Andere Bilder von ihr: Der Veteran von 1813 und sein 1870 verwundeter Enkel, 
Der kleine Aufschneider, Gestörte Feierstunde u. A. 

Heerschop, Hendrik, holländ. Genremaler und Kupferstecher, geb. 1620 oder 
1621 in Haarlem, f nach 1672 das., Schüler von Heda, später von Rembrandt 
in Amsterdam, seit 1648 Mitglied der Gilde seiner Vaterstadt. Im Museum zu Dresden 
von ihm Ein Alchymist Öer an der Flasche riecht, im Berliner Museum das Bildniss 
eines Mohren (1659), in Schwerin Ein Architekturmaler (1672). Die von ihm bekannten 
Stiche sind : Eremit und Schlafende Venus mit Amor. 

Heesche, Franz, Bildnissmaler, geb. 1806 in Hamburg, f 1876 das. Von ihm 
in der dortigen Kunsthalle 2 Bildnisse, ein Studienkopf und das Innere einer 
Tabakfabrik. 

Hefele, Melcliior, Baumeister und Erzgiesser des 18. Jahrh, geb. in Kaltenbrunn 
in Tirol, erhielt 1742 in Wien den I.Preis in der Architektur, zeichnete und modellirte 
den Hochaltar auf dem Sonntagsberge in Niederösterreich und goss dessen Reliefs 
in Bronze. 

Heffner, Karl, Landschaftsmaler, geb. 1. Jan. 1849 in Würzburg, ursprünglich 
Musiker, wurde in München Schüler von Lier und St ademann, machte Studien- 
reisen nach England, wo er einen längeren Aufenthalt nahm, und nach Italien und 
liess sich in München nieder, wo er 1886 Ehrenmitglied der Akademie wurde. Seine 
Landschaften, scharf ausgeprägte Stimmungsbilder, sind grossentheils den deutschen 
Alpengegenden entnommen, z.B. Durchblick auf den Starnbergersee, Der Gross- 
glockner, Vorfrühling, oder auch aus englischen und süditalienischen Gegenden. Viele 
derselben kamen nach England. 

Hefner-Alteneck, Jakob Heinr. von, Zeichner und Kunstschriftsteller, geb. 
20. Mai 1811 in Aschaffenburg, verlor schon in früher Jugend den rechten Arm, 
brachte es aber mit der linken Hand zu grosser, Geschicklichkeit, machte zahlreiche 
Kunstreisen, war 1868 — 85 Conservator der bayerischen Kunstdenkmäler und Direktor 
des Nationalmuseums in München. 1886 trat er in den Ruhestand. Sehr verdient 
machte er siel) durch die ITanst- und kulturgeschichtlichen Werke: „Trachten des 
christlichen Mittelalters" (1840 — 54, mit 420 Tafeln), mit Becker zusammen: „Kunst- 
werke und Geräthschaften des Mittelalters und der Renaissance" (1848—60), beide 
Werke zusammen unter dem Titel „Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften u. s. w." 
(2. Aufl., 1879—88), dann wieder allein: „Hans Burgkmairs Turnierbuch" (1854—56), 
„Eisenwerke, oder Ornamente der Schmiedekunst des Mittelalters und der Renaissance" 
(1861—70) und „Ornamente der Holzskulptur von 1450—1820 aus dem bayrischen 
Nationalmuseum" (1881 ff.) und mehrere andere Werke. Er ist Mitglied der bayrischen 
Akademie der Wissenschaften. 



148 Heger — Heidel. 

Heger, Franz, Baumeister, geb. 5. Jan. 1792 in Worms, f 2. Mai 1836 in 
Darmstadt, besuchte die Universität in Giessen, widmete sich seit 1810 in Darmstadt 
unter Moller und in Karlsruhe unter Weinbrenner der Architektur, machte 
1817—21 Studienreisen in Deutschland, Italien, Griechenland und Frankreich und trat 
in den hessischen Staatsdienst, wo er Oberbaurath wurde. Die bedeutendsten seiner 
Bauten sind in Darmstadt die Kavallerie- und Infanteriekaserne. Mit Moller gab 
er heraus : „Entwürfe ausgeführter und zur Ausführung bestimmter Gebäude" (1825—30). 
Heger, Heinrich, Architekturmaler, geb. 1832 in Hadersleben, f 4. Febr. 1888 
in München, war 1852—56 Schüler der Akademie in Kopenhagen, machte Studien- 
reisen in Deutschland und den Niederlanden, lebte abwechselnd in München, Kopenhagen 
und Kiel und liess sich 1875 in München nieder. Zu seinen sorgfältig ausgeführten 
Bildern von gründlichem Verständuiss der Architektur des Mittelalters und der 
Renaissance gehören : Partie vom herzoglichen Betstuhl auf Schloss Gottorp (Kunst- 
halle in Kiel), Aus der Sebalduskirche in Nürnberg, Das Innere des Münsters in Ulm, 
Die Sakristei von S. Marco in Venedig (Museum in Danzig), Der Rathhaussaal in' 
Danzig, Der Kaisersaal im Rathhaus zu Goslar und Andere aus Lüneburg, 
Brügge u. s. w. 

Hegi, Franz, Zeichner, Radierer und Aquatintastecher, geb. 16. April 1774 in 
Lausanne, f 14. März 1850 in Zürich, Schüler von Matthias Pfenninger, ging 
1796 nach Basel, arbeitete hier für eine Verlagshandlung und liess sich in Zürich 
nieder, besuchte aber nachher auch Paris. Unter seinen Blättern, meist Aquatinta- 
stichen, sind zu nennen: Das Aelplerfest auf dem Rigi und Die Tellskapelle am 
Vierwaldstädter See nach dem Schweizer Ludw. Vogel, Das Colosseura in Rom nach 
Chr. Reinhart, Alpenfest der Schweizer Hirten nach Gabriel Lory, 17 Blätter Vor- 
stellungen zur Badenfahrt nach Ludwig Hess und andere landschaftliche Blätter. 

Hegias (oder Hegesias), griech. Erzgiesser der 1. Hälfte des 5. Jahrb. v. Chr., 
Zeitgenosse des Onatas und Ageladas, Lehrer des Phidias. Von ihm sah man in Rom 
vor dem Tempel des Jupiter Tonans die Statuen des Castor und PoUux in strengem 
alterthümlichem Stil. 

Heicke, Joseph, Maler, geb. 1811 in Wien, f 6. Nov. 1861 das., Schüler der 
dortigen Akademie, bereiste Italien, Ungarn und den Orient und liess sich in seiner 
Vaterstadt nieder. Er malte in etwas manierirter Weise Landschaften und Thierbilder 
aus Oesterreich und den von ihm bereisten Ländern. 

Heideck, Karl Wilhelm, Freiherr von, genannt Heidegger, Landschafts-, 
Genre- und Schlachtenmaler, geb. 6. Dec. 1788 zu Saaralben in Lothringen, f 21. Febn 
1861 in München, Sohn eines Schweizer Offiziers in französischen Diensten, besuchte 
das Gymnasium in Zürich, kam 1801 auf die Militärakademie in München, kämpfte 
als Offizier gegen Preussen, Oesterreich und Tirol, gegen Napoleon in Spanien und 
Portugal, und endlich im griechischen Befreiungskriege, wo er 1828 Commandant von 
Nauplia und Militär-Gouverneur von Argos war. 1829 kehrte er nach München 
zurück und widmete sich hier der schon früher von ihm betriebenen Malerei. Aus 
der grossen Zahl seiner Bilder besitzt die Nationalgalerie in Berlin Bayrische Holz- 
fäller, Palikaren bei der Tempelruine von Korinth; die Neue Pinakothek in München 
Das Löwenthor von Mycenae, Die Brücke von Cuenca in Spanien (dieselbe im Museum 
zu Leipzig), Den Aufgang zur Akropolis in Athen; die Galerie Leuchtenberg in 
St. Petersburg Angriff eines französischen Kürassierregiments, eine Scene aus dem 
Leben des Herzogs Eugen von Leuchtenberg, eine Winterlandschaft und eine Land- 
schaft mit Wasserfall ; Andere in dei- Kunsthalle zu Hamburg, im Museum zu Stuttgart 
und Königsberg und in anderen Sammlungen sowie in Privatbesitz. 

Heidel, Hermann, Bildhauer, geb. 20. Febr. 1810 in Bonn, f 29. Sept. 1865 
in Stuttgart, war seit 1825 eine Zeit lang Schüler von Schwanthaler, setzte 
seine Studien 3 Jahre in Italien und dann in Berlin fort. Unter seinen Werken von 
überwiegend idealer Richtung und grossem Verständuiss der Antike sind die be- 
deutendsten: eine Colossalbüste Beethovens im Rathhaus zu Bonn, in Berlin Sand- 
steinarbeiten für das im Neubau begriffene Opernhaus, und für die Schlosskuppel, 
das Relief Karl d. Gr. der die Sachsen zum Christenthum zwingt, Luther der die 
Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg anschlägt (Gipsmodell im Martinsstift 
zu Erfurt), Umrisse zu Goethes „Iphigenia", 8 Blätter aus dem Mythus des Tantalus, 
die Marmorstatue der Iphigenia (Orangerie bei Potsdam), Der blinde Oedipus von 
Antigene geführt (1853, in Sanssouci), Nausikaa, Penelope und als sein bestes Werk 
die 1859 in Halle enthüllte eherne Bildnissstatue Händeis. In der Trinkhalle zu 
Wildbad ein Terrac^tta-Relief der Flucht Eberhard Rauschebarts aus dem Wildbald. 



Heidel — Heilbuth, 



149 



Ueidel, Moritz, Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. in Dresden, Schüler der 
dortigen Akademie und des Malers P au weis. Von ihm die Bilder: Ein Frühlings- 
märchen, Ostseestrand, Blick ins Oberinnthal, und 4 landschaftliche Fresken im 
Gartensaal eines Rittergutes bei Löbau in Sachsen. 

HeidelolT, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 1781 in Mainz, f nach 1827 in Wien, 
Schüler der dortigen Akademie unter Brand und Mitglied der Akademie. Sein 
bt ranntestes Bild ist eine Ansicht von Wien vom Prater aus auf die Vorstadt Land- 
strasse (Akademie in Wien). Von ihm auch einige landschaftliche Radierungen. 

Heideloff, Karl Alexander von, Architekt, Maler und Kunstschriftsteller, geb. 
2. Febr. 1788 in Stuttgart, f 28. Sept. 1865 in Hassfurt am Main, hatte in ver- 
schiedenen Kunstzweigen mehrere Lehrer, Joh. GotthardvonMüllerim Kupfer- 
stich, in der Bildhauerkunst Scheffauer und Dannecker, in der Malerei Seele. 
Später lebte er in Coburg, bis er 1822 Professor an der polytechnischen Schule in 
Nürnberg und Conservator der dortigen Kunstdenkmäler wurde. Von 1824—26 machte 
er eine grössere Kunstreise durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich. In 
seinen besonders in Nürnberg und der dortigen Gegend ausgeführten Kirchen- 
restaurationen und Neubauten strebte er nach Wiedereinführung der Reinheit des 
gothischen Stils, es sind z. B. die Kirche zu Schönaich unweit Stuttgart (1840), die 
Peterskirche zu Sonneberg im Meiningenschen (1844), die evangelische Kirche in 
Ingolstadt (1846), die Aegidienkirche in Oschatz, der Lorenzer Pfarrhof in Nürnberg 
(vollendet seit 1844 von S o 1 g e r). Unter seinen Oelbildern sind zu nennen : Kaiser 
Maximilian am Grabe des Herzogs Eberhard im Bart, und Ritter Toggenburg. Seine 
namhaften literarischen Werke sind : „Die Lehre von den Säulenordnungen" (1827), 
„Der kleine Vignola" (1828), „Nürnbergs Baudenkmäler der Vorzeit" (2. Ausg. 1855), 
und als sein bedeutendstes Werk „Die Ornamentik des Mittelalters" (1838—52, 
24 Hefte; 3. Aufl. 1872 ff.). 

Heideloff, Nikolaus Wilhelm, Kupferstecher, geb. 1761 in Stuttgart, f nach 
1838, Bruder des Victor Wilhelm Peter H., seit 1772 Schüler der Karlsakademie, 
wurde Schüler von Joh. Gotth. v. Müller, arbeitete auch unter B er vi c, malte 
zahlreiche Miniaturbilder, ging beim Ausbruch der französischen Revolution nach 
England, vnirde 1815 Direktor der Gemäldegalerie im Haag und stach viele Zeich- 
nungen seines Bruders. 

Heideloff. Victor Wilhelm P^ter, Bildhauer, Baumeister und Maler, geb. 1757 
in Stuttgart, f 1816 das., seit 1771' Schüler der Karlsakademie, später Schüler voe 
Guibal, Harper undScotti, 1780 Hofmaler, bereiste Italien, widmete sich nach 
seiner Rückkehr der Theatermalerei und war Professor sowie 1790 — 93 Lehrer an 
der Karlsschule. 

Heidenreich, Gustav, Historien- und Genremaler, geb. 1819 in Berlin, f 1855 
daselbst, Schüler von Wach, betheiligte sich an der Ausmalung des Neuen Museums 
in Berlin mit 5 stereochromischen Wandgemälden und an den Fresken der Vorhalle 
des Alten Museums, malte auch im Alten Museum für das Kabinet der griechischen 
Alterthümer einen Fries mit den Hanptmomenten der geistigen und materiellen Ent- 
wickelung Griechenlands. Im Museum zu Breslau von ihm das Genrebild einer 
Affenkomödie. 

Heigel, Franz Napoleon, Bildniss- und Genremaler, geb. 15. Mai 1813 in Paris, 
t 1888 in München, Sohn des Bildnissmalers Joseph H. (f 1837), machte seine 
Studien auf der Akademie in München, wo er seit 1835 seinen Wohnsitz hatte und 
Hofmaler wurde. Dann bereiste er Italien, Deutschland, Belgien und einen Theil 
von Frankreich. Seine Bildnisse in Aquarell und in Miniatur sind von geistvoller 
Auffassung, seine Genre-, namentlich Kostümbilder sehr charakteristisch in der Dar- 
stellung der Nationalitäten. Er besass die bayrische Medaille für Kunst und Wissen- 
schaft und war Ehrenmitglied der belgischen Aquarellisten-Gesellschaft. 

Heijde, Jan van der, s. Heyde. 

Heil, Daniel van, niederländischer Maler, geb. 1604 in Brüssel, f wahrscheinlich 
1662, malte Brandscenen und Winterlandschaften. Unter seinen wenigen Bildern sind 
am bekanntesten im Museum zu Brüssel das Bild der Wintervergnügungen, auch in 
der Eremitage zu St. Petersburg eine Winterlandschaft. 

Heilbuth, Ferdinand, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1830 in Hamburg, 
t 19. Nov. 1889 in Paris, excellirte anfangs im Stoff- und Kostümmalen, erhielt dann 
seine Ausbildung in Paris, hielt sich längere Zeit in Rom auf und widmete sich dann 
mit glänzendem Erfolg der Schilderung der Kulturzustände und des Lebens der 
höheren Stände, z. B. Palestrinas Musikprobe (1857), Luoa Signorelli an der Leiche 



J50 Heümair — Heimes. 

seines Sohnes (1859, Kunsthalle in Hamburg), Das Autodafe (1861), Tasso mit den 
beiden Leonoren und die auf dem Monte Pincio lustwandelnden Kardinäle (1862), 
Das Leihhaus (1861, Museum des Luxembourg), Die Absolution in St. Peter, Das 
Vorzimmer des Kardinals, An den Ufern der Seine, Der Herbst der Liebe (1870), 
Am Ufer der Themse, Verwaiste Kinder und Watteau und seine Geliebte (Kunsthalle 
in Hamburg). Im Charakter seiner Bilder, wie in den Kriegstagen von 1870|71 
verleugnete er die deutsche Gesinnung nicht. Er erhielt 3 Medaillen und 1861 das 
Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Heilmair, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 5. Aug. 1843 in Obergriesbach (Nieder- 
baj'ern), widmete sich anfangs dem Militärstande, arbeitete im topographischen Büreau,- 
trat 1871 ausser Dienst und widmete sich mit Erfolg der Landschaftsmalerei unter 
Bai seh in München, wo er seinen Wohnsitz nahm. Die meisten seiner Bilder sind 
den bayerischen Gebirgen entlehnt. 

Heilmanii, Johann Kaspar, Bildnissmaler, geb. zu Mülhausen im Ober-Elsass, 
t 1760, Schüler von D egg eler in Schaffhausen, kam dann nach Rom, wo er Bilder 
von Domenichino copirte und infolge dessen 1742 mit dem französischen Gesandten 
nach Paris ging, wo seine Bildnisse durch ihre Technik und Aehnlichkeit so gefielen, 
dass er der Historienmalerei entsagen musste. 

Heilmayer, Karl, Landschaftsmaler, g:eb. 5. März 1829 in München, bildete sich 
hier auf der Akademie und vollendete seine Studien durch Wanderungen in Deutschland, 
Italien und Frankreich. Zu seinen namhaften Bildern gehören: Nebeliger Morgen 
am Starnberger See, Mondnacht in der Normandie, Der Lido in Venedig, Motiv von 
der Via Appia bei Rom, Der Weg zum Gosausee u. A. 

Heim, Fraucois Joseph, franz. Historienmaler, geb. 16. Dec. 1787 in Beifort, 
t 30. Oct. 1865 in Paris, erhielt schon als Knabe in der Centralschule zu Strassburg 
einen Preis im Zeichnen, wurde 1803 in Paris Schüler von Vincent und gewann 
1807 für sein Bild Theseus den Minotaurus besiegend, den grossen Preis für Rom, 
erhielt in den nächsten Jahren ebenfalls Medaillen und wurde 1829 Mitglied der 
Akademie und 1831 Professor an derselben. 1825 ward er Ritter, 1855 Offizier der 
Ehrenlegion. Unter seinen in jeder Beziehung lobenswerthen Bildern sind hervorragend : 
Die Marter der heil. Julietta in iet Kirche St. Gervais in Paris, Eine Scene aus der 
Zerstörung Jerusalems, Karl X. Belohnungen austheilend (im Louvre), und Die Ver- 
theidigung des Kastölls von Burgos (in Versailles). 

Heim, Heinrich, Historienmaler der Gegenwart, geb. im Grossherzogthum 
Hessen, gebildet auf der Kunstschule in Nürnberg, und unter Andr. Müller auf 
der Akademie in München, wurde 1888 Professor für Zeichnen an der Kunstgewerbe- 
schule in Nürnberg. Am bekanntesten wurden seine Bilder: Ein Hochzeitszug als 
Wandgemälde auf der Drachenburg am Rhein und eine allegorische Darstellung von 
Handel und Industrie als Freskobild im Hause .eines Kaufmanns in Ochsenfurt. 

H^im, Heinz, Historienmaler, geb. 12. Dec. 1859 in Darrnstadt, Schüler der 
Akademie in München unter Strä huber, Bencr. ur, Löfftz und Lindenschmit 
und in Paris unter Bouguereau und TonyRobert-Fleury. Er lebt in seiner 
Vaterstadt. Seine Hauptbilder sind: Aus dem Mainzer bürgerlichen Invalidenhause, 
Bauernmädchen aus dem Odenwald, 6 Rötheizeichnungen vom Hessischen Odenwald. 

Heimbach, Wolfgang, dänischer Bildäissmaler des 17. Jahrb., erlernte die Kunst 
in Italien und in den Niederlanden, wo er 12 Jahre blieb, thätig erst 1635 — 1677. 
Von ihm die Bildnisse der Söhne von Christian IV. im Schloss Rosenborg, Die Huldigung 
Frederiks III. (1666) und Die Familie des Grafen Günther von Oldenburg, wo er 
zuletzt iBbte. Auch mehrere Bilder von ihm in der Galerie zu Kopenhagen. 

Heimerdinger, Friedrich, Thier und Stilllebenmaler, geb. 10. Jan. 1817 in 
Altona, t 2. Oct. 1882 in Hamburg, erhielt 1839 — 42 seine Ausbildung in Düsseldorf 
unter T h. Hilde br and und bis 1845 auf der Akademie in München. In Hamburg 
gründete 6r eine Vorschule für Künstler, für deren Unterricht er „Elemente des 
Zeichnens nach körperlichen Gegenständen" (1857) „Wandtafeln" (1868) und „Auf- 
gaben für Schule und Haus" herausgab. Er malte mit grosser Naturwahrheit Bilder 
von Früchten und todten Thieren und später zahlreiche Bilder, die eine täuschende 
Nachahmung körperlicher Gegenstände bezwecken. In der Kunsthalle zu Hamburg 
von ihm Füchse um ihre Beute streitend (1848) und Die kleine Näscherin (1852); 
andere Bilder z. B. Ein Schneehuhn, Erlegtes Wild /om Hunde bewacht, Früchte oder 
todte Vögel an einem Kistenbrett hangend u. dgl., auch einige Gebirgslandschaften. 

Heimes, Heinrich, Landschafts- und Marinemaler, geb. 12. Juli 1855 in Neuenahr, 
studirte auf der Kunstschule iä Karlsruhe und auf der Akademie in Düsseldorf und 



Hein — Heiiileiü. 151 

liess sich in seiner Vaterstadt nieder. Er malte : Sonnenuntergang an der Nordsee, 
Rückkehr vom Fischfang, Grauer Tag an der Nordsee, Mondschein an der Mündung 
der Scheide, Das Haiuletschloss am Oeresund u. A. 

Ueia, Franz, Aquarellmaler, geb. 30. Nov. 1863 in Altona, bildete sich auf der 
Kunstschule in Karlsruhe und in Paris, lebt als Theatermaler in Karlsruhe. Seine 
bedeutendsten Aquarelle sind: Die Teufelsliebschaft, Der Geiger von Gmünd, Die 
Vision des Mönches, Ein Himmelsscherz, Der verliebte Narr. 

Heine, Friedrich Willielm, Schlachtenmaler der Gegenwärt in Dresden, malte 
vorzugsweise Bilder aus dem Kriege von 1870 71, z. B. Der Kampf des 92. braun- 
schweigischen Infanterieregiments bei Vendome, Im Hof der Kavallerie-Kaserne, 
Begrüssung des Kronprinzen Albert von Sachsen als Feldmarschall und Obercommandeur 
der Maasarmee, Theodor Körner am Vorabend seines Todes am 25. Aug. 1813 und 
Gefecht der 4. braunschweigischen Fussbatterie des hannov. Artillerie-Regiments bei 
Vendöme am 15. Dec. 1870. 

Heine, Grustav, Architekt, geb. 1802 in Dresden, f 8. Jan. 1880 das., erhielt 
hier seine künstlerische Ausbildung, wurde 1832 Professor an der Akademie, legte 
dieses Amt 1869 nieder, blieb aber in seiner übrigen Thätigkeit als Mitglied des 
akademischen Rathes und behielt die Studien- und Disciplinaraufsicht bei der Akademie. 

Heine, Josepli "Wilhelm, Genremaler, geb. 18. April 1813 in Düsseldorf, 
t 29. Juni 1839 das., Schüler der dortigen Akademie, behandelte mit trefflicher 
Charakteristik häufig unheimliche Scenen aus der Welt der Verbrecher, z. B. Die 
Wilddiebe, Der Landstreicher, Die Verbrecher in der Kii-che (1837, Museum iü Leipzig 
und 1838 Nationalgalerie in Berlin), Der BrUlenhändler u. A. 

Heine, Peter Bernh. Wilhelm, Landschaftsmaler und Schriftsteller, geb. 
30. Jan. 1827 in Dresden, f 5. Oct. 1885 in der Lössnitz bei Dresden, besuchte die 
Dresdner Akademie, war anfangs Decorationsmaler am Hoftheater, ging 1849 nach 
Amerika, besuchte 1851 Centralamerikia,, war 1851 — 56 Zeichner der nordamerikanischen 
Expedition des Commodore Perry nach Japan, schloss sich 1859 der preussischen 
Expedition nach Ostasien an, trat 1861 beim Ausbruch- des amerikanischen Bürger- 
krieges in die Unionsarmee, wurde 1864 General derselben, lebte später als ameri- 
kanischer Consul in Paris und nachher in Dresden. Seine schriftstellerischen Arbeiten 
über seine Reisen sind : „Reise um die Erde nach Japan" (1856, 2 Bde.), „Die Expedition 
in die Seen von China, Japan und Ochotsk" (1858 und 59, 3 Bde.) „Japan und seine 
Bewohner" (1860), „Eine Somraerreise nach Tripolis" (1860), „Eine Weltreise um die 
nördliche Hemisphäre" (1864, 2 Bde.), und zuletzt das Prachtwerk „Japan, Beiträge 
zur Kenntniss des Landes und seiner Bewohner" (1873 — 80). 

Heinefetter, Johann, Schlachten- und Landschaftsmaler, geb. 1815 in Mainz; 
Schüler von M o n t e n, bereiste Frankreich, Italien, die Schweiz und Tirol, betheiligte 
sich bei Götzenbergers Fresken in der Trinkhalle zu Baden-Baden, malte Bilder im 
dortigen Kursaal und in mehreren Villen, auch Wirthshaus- und Qefechtsscenen. 

Heinel, Edaard, Genre- und Landschaftsmaler der Gegenwart, malte natur- 
getreue, oft humoristische Genrescenen, auch Landschaften aus deutschen Gegenden, 
z. B. Das Verhör, Die Gänsehüterinnen, Partie bei Priedrichshafen, Motiv von 
Nymphenburg, Allee bei München u. s. w. 

Heinel, Johann Philipp, Genre- und Landschaftsmaler und Radierer, geb. 
21. Oct. 1800 in Baireuth, f 29. Juli 1843 in München, widmete sich anfangs dem 
Handelsstande in Nürnberg, ging 1818 zur Kunst über und besuchte 1820 — 26 die 
Akademie in München unter R. v. Langer, wo er namentlich Genrebilder aus dem 
Volksleben, Bildnisse und Landschaften mit Staffage malte. Im Museum zu Danzig 
von ihm ein Ave Maria. Man hat von ihm auch 7 Radierungen und 11 landschaft- 
liche Originallithographien. 

Heinisch, Karl, Landschaftsmaler, geb. 28. Mai 1847 in Neustadt in Ober- 
schlesien, liess sich 1870 in München nieder, wo er meistens recht lobenswerthe 
Landschaften aus dem südlichen Bayern malte. 

Heinlein, Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 3. Dec. 1803 in Weilburg (Nassau), 
t 8. Dec. 1885 in München, war anfangs unter Weinbrenner in Mannheim 
Architekt, setzte 1822 in München unter Gärtner die architektonischen Studien 
fort, ging aber infolge seiner Wanderungen durch die Alpengegenden zur Landschaft 
über. Nach günstiger Aufnahme seiner ersten Bilder bereiste er die Schweiz und 
Oberitalien, die ihm reiche Ausbeute gewährten. Dann lebte er ein Jahr in Wien, 
verweilte einige Jahre bei seinen Eltern in Mannheim und nahm 1829 bis 1852 
seinen Wohnsitz in München. Seine in fast allen öffentlichen Sammlungen und in 



J52 Heinrich - Heiss. 

Privatbesitz befindlichen Landschaften behandeln meistens die deutschen Alpen in gross- 
artiger Auffassung und poetischer Stimmung, fallen aber in ihrem bräunlichen Ton 
bisweilen ins Manierirte, namentlich in seinen letzten Jahren. Einige der bedeutendsten 
sind: Das Klösterl am Walchensee, Der hintere Gosausee, Engadin, Der Plansee in 
Tirol, Der Königsee, Seitenthal des Vintschgaus in Tirol, Der Zellersee in Tirol, 
Forellenbach im Oetzthal, An der Riviera di Levante bei Genua, noch aus dem Jahre 
1873 : Am Fuss der Donnerkegelwand am Hintergosausee. Er war Ehrenmitglied der 
Akademien in München und Wien und hatte den Bayrischen Michaels-Orden 1. Kl. 

Heinrich. Unter den zahlreichen Baumeistern, Bildhauern und Erzgiessern dieses 
Namens, welche die Kunstgeschichte des 1,15. und 16. Jahrhunderts namhaft machi, sind 
als bedeutende nur folgende zu nennen : 1 ) Meister Heinrich, der erste Baumeister des 137 7 
begonnenen Münsters in Ulm, auch abgebildet auf dem dortigen Denkmal der Gründung 
in einem E'lief nahe dem Taufstein, worin Ludmg Kraft, der Gründer <Jes Münsters, 
und dessen Ehefrau dem Meister H. das Modell des Münsters auf den Nacken setzen ; 
2) Heinrich der Balier (oder ParHrer), ein Steinmetz der 2. Hälfte des 14. Jahrb., 
der Urheber des Schönen Brunnens in Nürnberg aus den Jahren 1385 — 96, einer als 
gothischer Thurm 18 m. hohen Spitzsäule mit durchbrochener, lieblicher Arbeit und 
einer Auswahl von Statuen; 3) Heinrichj der Schöpfer des marmornen Taufsteins 
von 1481 in der Stephanskirche zu Wien mit den Aposteln in Relief; 4) Heinrich 
der Deutsche (Enric Alamant), der am Bude des 14. Jahrb. die puerta del mirador 
im Dom zu Palma auf Mallorca errichtet© ; 5) Heinrich von Speier, einer der Schöpfer 
des vom Meister Hans von H e i 1 b r o n n entworfenen, 1509 — 1511 ausgeführten, jetzt 
nur noch als Ruine vorhandenen Oelberges am Dom zu Speier. 6) s, auch Hinrick. 

Heinrich, Franz, Arckitekturmaler, geb. 1803 in Nachod (Böhmen), -^ 7, März 
1890 in Brunn bei Wien, Schüler der Akademie in Wien unter Lämp., Redl, 
Caucig, Ender und Kupelwieser, bildete sich durch Reisen in Italien, und 
malte seit 1836 in Wien einige Oelbilder, später aber fast nur Aquarelle, z. B. der 
Audienzsaal des Papstes Leo IX. im Vatikan, Tempel der Vesta in Tivoli, San Miniato 
bei Florenz, das Innere des Rathhauses in Courtray, der Lettner im Dom zu Halber- 
stadt und weitere in trefflicher Beleuchtung des Inneren von Kirchen und Palästen. 

Heintz, Zacharias, Maler und Radierer, geb. um 1611, f um 1669 in Paris, 
machte 1648 die Zeichnungen zu Bignons „Portraits des Pleuij Dtentiaires ä la paix 
de Munster" und dessen „Galerie des illustres Frangais du Palais Royal", malte 
einige Bilder für die Kirche Notre Dame, radierte auch einige Blätter nach 
Primaticcio. 

Heinz, Joseph d. Ae., Maler, geb. 11. Juni 1564 in Basel, t 1609 in Prag, 
Schülei des Hans von Aachen, wurde Kammermaler Kaiser Rudolfs TL, lebte 
abwechselnd in Augsburg und in Prag, malte besonders gelungene weibliche Köpfe. 
Im Museum zu Dresden von ihm der Raub der Proserpina, Loth mit seinen Töchtern 
und ein Ecce homo ; im Hofmuseum zu Wien 9 Bilder, darunter das Dianabad das 
bekannteste und das Bildniss Rudolfs IL von 1594 das beste. 

Heinz, Joseph d. J., Maler, geb. 1590, f 1660, Sohn und Schüler des Vorigen, 
auch Schüler seines Stiefvaters Gondelach in Augsburg, malte anfange Zauber- und 
Hexengeschichten, ging dann nach Italien und lebte in Venedig, wo er besonders 
Altarbilder malte. Von ihm in der dortigen Akademie eine Diana im Bade. 

Heinze, Albert, Kupferstecher in Linienmanier und in Mezzotinto, geb. 1826 
in Gersdorf (Reg.-Bez. Frankfurt a. 0.), Schüler von L ü d e r i t z, stach nach Correggio 
die keil. Nacht, nach Murillo die unbefleckte Empfängniss und mehrere Blätter nach 
neueren Meistern, z. B. nach Jordan, Karl Hübner, Meyer v. Bremen und Kretzschmer. 

Heinzelmann, Elias, s. Hainzelmauji. 

Heinzmann, Karl Friedrich, Landschaftsmaler, Radierer und Lithograph, geb. 
2. Dec. 1795 in Stuttgart, f 9. Juli 1846 in München, Schüler von Seele in Stuttgart, 
nahm 1814 am Feldzuge gegen Frankreich Thcil, widmete sich seit 1815 der Landschafts- 
malerei unter Kobell in München, wurde 1822 Maler an der dortigen köu. Porzellan- 
manufaktur, copirte nach niederländischen Malern und fertigte die grcsse Vase mit 
bayrischen Militärgruppen als Geschenk des Kronprinzen Max an den Sultan, malte 
auch in Oel oder in Aquarell Landschaften aus den bayrischen Gebirgen, z. B. Parten- 
kirchen, Aus der Gegend von Murnau, Die Bergfostung Kufstein in Tirol, Torbole 
am Gardasee ; auch existiren von ihm mehrere landschaftliche Originallithographien. 

Heiss, Elias Christoph, Bildnissmaler und Stecher in Schwavzkunst, gßb. 1660 
in Memmingen, f 1731, war jeit 1704 einige Zeit Hofkupferstecher in Berlin, lebte 
aber nachher in Augsburg. Die Mehrzahl seiner Stiche sind Bildnisse. 



Heiss — Helück. 153 

Heiss, Johann, Maler, geb. 1640 in Memmingen, f 1704 in Augsburg, Schüler 
von Job. Schönfei dt, malte historische Bilder z. B. Alluccius und dessen Braul 
vor Scipio (1679, im Museum zu Braunschweig), Tod der Dido, Neptun und Venus, 
auch Bilder in den Kirchen von Augsburg. 

Heibig, Friedrich, Bildhauer, geb. 16. April 1859 in Blasewitz bei Dresden, 
t 10. Nov. 1886 das., Schüler von Schilling. Seine Hauptwerke sind : Hagar und 
Ismael (Gips), Prometheus mit dem geraubten Feuer (1881) und eine in Eom 
entstandene Statue der Pythia. 

Uelbig, Julius, belgischer Maler, geb. in Lüttich, führte um die Mitte des 
19. Jahrh. viele Malereien in belgischen Kirchen aus, so namentlich in der gothischen 
Kirche zu St. Trond, wo er Scenen aus dem A. und dem N. T. und Heiligenlegenden 
malte ; ebenso in einigen Kirchen von Lüttich. 

Helena, griech. Malerin des 4. Jahrh. vor Chr., Tochter Timons, eines Aegyptiers, 
malte die unter Vespasian im Tempel des Friedens zu Rom aufgestellte Schlacht bei 
Issus vom J. 333 v. Chr. 

Helfenrieder, Christoph, der im Anfang des 17. Jahrh. lebte und 1635 in 
Meran starb, war Hofmaler in München, ermordete aus Eifersucht einen OflSzier, 
musste deshalb nach Tirol flüchten und zog später nach Meran, wo er in der Stadt- 
pfarrkirche ein treffliches Altarbild malte. 

Helfft, Julius Eduard Wilhelm, Landschafts- und Architektur maier, geb. 6. April 
1818 in Berlin, f 28. März 1894 das., Schüler der dortigen Akademie unter F. W. 
Schirmer, war 1843—47 in Italien, wohin e auf Studienreisen noch öfter zurück- 
kehrte, Neben der Landschaft malte er mit Vorliebe Architekturen, z. B. Der Dogen- 
palast in Venedig und Italienischer Klosterhof (1847, beide in derNat.-Gal. in Berlin), 
Der Canal grande in Venedig, San Miniato bei Florenz, Villa auf Capri, Kloster 
S. Giovanni in Palermo u. A. In den letzten Jahren war er durch ein Augenleiden 
am Malen gehindert. 

Heliodoms. griech. Bildhauer der Diadochenperiode, war berühmt durch eine 
im Porticus der Octavia zu Rom aufgestellte Gruppe des mitOlympos ringenden Pan. 

■flell, Joseph, Bildschnitzer, geb. 23. Aug. 1789 zuVomp bei Schwatz in Tirol, 
t 22. Mai 1832 auf Schloss Tirol hei Meran, fertigte in seiner Jugend so geschickte 
Schnitzarbeiten, dass er 1824— 26 die Akademie in München besuchen konnte, wo er 
Schüler von Andreas Seidl wurde. Ein holzgeschnitztes Relifef von ihm, dar- 
stellend Die Rückkehr der Genoveva, im Ferdinandeum zu Innsbruck. 

Hellemans, Petrus Joannes, belgischer Landschaftsmaler, geb. 21. Nov. 1787 
in Brüssel, f 1845 das., Schüler von J. B. de Roy. Von ihm im Museum zu Leipzig 
eine Landschaft (1829), in der Kunsthallf zu Hamburg eine Geldernsche Landschaft 
mit Staffage von Eng. Verboeckhoven. 

Hellemont, s. Helmont. 

Hellen, Karl von der, Landschaftsmaler, geb. 10. Mai 1843 in Bremen, Schüler 
von Oswald Achenbach in Düsseldorf von 1859—63, bildete sich auch 1864 — 68 
in Karlsruhe unter Gude, reiste nach Paris und Rom und liess sich 1871 in 
Düsseldorf nieder. Die meisten seiner Landschaften aus deutschen Wäldern und 
Mittelgebirgen sind erfreuliche Leistungen geworden, auch sein Italienischer Wald, 
Landschaft im Albaner Gebirge (1872), Am Gardasee (1873), Im Teutoburger Walde 
(1884) u. A. 

Heileu, Paul, Decorateur und Radierer der Jetztzeit in Paris, vortheilhaft 
bekannt durch seine Fayencearbeiten und Pastelle, lenkte er seit dem Jahre 1892 
ungefähr allgemein Interesse auf sich durch seine Kaltnadelarbeiten (Diamantstift 
auf dem blanken Kupfer). In dieser schwierigen Technik hat er schnell eine grosse 
Fülle überaus reizvoller Platten hervorgebracht, die ihn als sicheren, geschmackvollen 
Zeichner zeigen, der in der Wald seiner Motive vornehm auftritt und die Mittel der 
wirkungsvollen Technik zu erschöpfen versteht. 

Hellich, Joseph Adalbert, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1808 in Chöltitz 
(Böhmen), f 23. Jan. 1880, Schüler der Akademie in Prag unter Bergler, bereiste 
Italien, die Schweiz, England und Frankreich, wurde Custos der archäologischen 
Sammlung des böhmischen Museums, zog 1847 nach Wien, kehrte aber schon 1«48 
nach Prag zurück, wo er besonders für böhmische Kirchen zahlreiche Altarbilder 
malte, z. B. St. Georg im Kampf mit dem Drachen, Bekehrung des Königs Boris 
duxh die Heiligen Cyrillus und Methodius, St. Wenceslaus, Die Auferstehung Christi, 
5 iiilder für den Hochaltar der Schlosskirche in Rychnow, die Heiligen Fabian und 
Sebastian, Himmelfahrt Maria, Johannes d. T., St. Procop, der neue Altar des heil. 



154 Hellmer — HelmlDreker. 

Lucas in der Teynkirche zu Prag (184G) und viele Andere. 1850 creirte er den 
Verein bildender Künstler in Prag. 

Hellmer, Edmund, Bildhauer, geb. 17. Nov. 1850 iuWien, Schüler des dortigen 
Polytechnikums und der Akademie unter Franz Bauer und Hans G a s s e r, machte 
eine Studienreise nach Italien, lebte eine Zeitlang in Rom, und betheiligte sich in 
Wien bei den decorativen Arbeiten für das Gebäude der Wiener Weltausstellung, 
bereiste Deutschland und Frankreich und wurde 1882 Professor an der Akademie. 
Auch an dem plastischen Schmuck des Justizpalastes, der Hofrauseen, des Rathhauses 
und des Universitätsgebäudes betheiligte er sich. Sein Hauptvi^erk ist die Darstellung 
Kaiser Franz Joseph "I. verleiht die Verfassung, am Hauptgiebel des Parlaments- 
gebäudes. Später schuf er auch ein Grabdenkmal für den Maler Makart und das 
sog. Türk§n-Monument. 

Hellqvist, Carl Gustav, Historienmaler, geb. 15. Dec. 1851 in Kungsör -am 
Mälarsee, t 19. Nov. 1890 in Berchtesgaden. Als Sohn eines armen Schuhmachers 
verlebte er eine trübe Jugend, kam erst in die Theaterdecorationsklasse der Stockholmer 
Akademie, wurde 1867 als Avirklicher Malschüler daselbst aufgenommen. Sein 1874|5 
gemaltes Bild „Gustav Wasa entdeckt den Verrath der Bischöfe" brachte ihm die 
grosse Medaille und ein fünfjähriges Staatsstipendium ein. Er durchzog sein Vater- 
land, Norwegen, Frankreich und Deutschland, wo er in München, Schüler von D i e z 
wurde, sich aber noch mehr von Lindenschmidt beeinflussen Hess. Während er 
den allgemeinen Kunstcharakter dieses Meisters wiederspiegelt, ist H., was Technik 
und Colorit betrifft, ein Jünger der Pariser Freilichtmalerei geworden. 1886 wurde er 
Professor an der Berliner Akademie, bat aber schon zwei Jahre darauf um Enthebung 
Von seiner Lehrstelle aus Gesundheitsrücksichten. Er lebte dann bis Frühjahr 1889 
in Berchtesgaden, wo er in Geistesumnachtung verfiel, um nach anderthalb Jahren 
durch den Tod davon erlöst zu werden. Unter seinen bekanntesten Bildern befinden 
sich: Brandschatzung der Hansastadt Visby (1882 in München gemalt, grosse goldene 
Medaille in Wien erhalten). Im Schnee (1884 in Paris gemalt, Eigenthum der National- 
galerie, Berlin), Einschiffung der Leiche Gustav Adolfs im Hafen zu Wolgast (1885) 
und als letzte grosse Arbeit 1887 „Sancta Simplicitas ! Huss' Gang zum Scheiterhaufen". 
Dazwischen fallen zahlreiche kleinere Werke, Bildnisse, Landschaftsskizzen und Genre- 
bilder in Oel und Aquarell. 

Hellratli, Emil, Landschaftsmaler, geb. 18. Juli 1838 in Rees (Reg.-Bez. 
Düsseldorf), war 1859—61 Schüler von Oswald Achenbach, besuchte München 
und Dresden, lebte einige Zeit in Amsterdam und nahm 1869 seinen Wohnsitz in 
München, wo er sehr ansprechende, fein empfundene Stimmungslandschaften meistens 
aus der Gegend von Oberbayern malte. 

Hellweger, Franz, Historienmaler, geb. 7. Sept. 1812 in St. Lorenzen im 
Pusterthal, t 15. März 1880 in Innsbruck, Schüler der Akademie in- München 
unter Gl. Zimmermann und Heinr. v. Hess. Hier betheiligte er sich bei 
Cornelius' Fresken in der Ludwigskirche, 1843 bei S t e i n 1 e s Fresken im Kölner Dom 
und später bei Schraudolphs Fresken im Dom zu Speier. Dann Hess er sich in Hall 
bei Innsbruck nieder. Unter seinen kirchlichen BUdern sind bedeutend : eine heil. 
Familie, Das Jesuskind steckt der heil. Katharina den Verlobungsring an den Finger, 
Die 4 Kirchenväter, Der Evangelist Johannes im Lager von Räubern, 4 Altarbilder 
für die Pfarrkirche zu Bruneck in Tirol, Maria im Chor der himmlischen Jungfrauen, 
Der heil. Antonius v. Padua, Der Martertod des heil. Sebastian, Cartons zu Glas- 
malereien im Dom zu Köln. — Seine Biogr. v. Winkler (1880). 

Hellwig, Theodor, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1815 in Halbeistadt, bildete 
sich seit 1834 in Berlin unter Menzel, Franz Krüger und Magnus. Seine 
Genrebilder, meistens von wenigen Figuren, entlehnte er oft aus der Zeit Ludwigs XIV. 
in der Weise des Watteau, war aber sehr thätig als Bildnissmaler. 

Helman, Isidore Stanislas, franz. Kupferstecher, geb. 1743 in Lille, f 1806 
in Paris, war hier Schüler von L e Bas, stach sehr geschmackvoll nach französischen 
Meistern, z. B. nach Lagrenee Susanna und die beiden Alten, nach Leprince, De 
Lafosse, Duplessis-Bertaux, Lawrence und eine Ansicht von Neapel nach Joseph 
Vernet. 

Helmbreker, Theodor, holländ. Maler, geb. 1624 in Haarlem, f 1694 in Rom, 
Schüler von Pieter Grebber, unter dem er grosse Fortschritte machte, dann 

fing er nach Venedig. Er malte mit Vorliebe Gesellschaftsstucke, Festlichkeiten, 
cenen aus dem niederen Volksleben, aber auch biblische Gegenstände. Eines seiner 
Hauptbilder ist Speise austheilende Franziskaner. 



Helmhack ~ Helt-Stockade. 155 

Helmliack, Abraham, Glasmaler, geb. 1654 in Regensburg, f 1724, betrieb 
die Hohlglasmalerei und machte in Nürnberg glückliche Versuche zur Wiedereinführung 
des selten gewordenen Ueberfangglases. 

Heimle, Lorenz, Glasmaler, geb. 1783 in Breitenau (Baden), f 15. Febr. 1849, 
kam mit seinem älteren Bruder Andreas H. (f 1845) nach Freibnrg, wo sie sich der 
Glasmalerei widmeten. Dort malten, sie mehrere Fenster der Südseite und einige 
Kapellen des Münsters. Ihre späteren Arbeiten gingen auch nach der Schweiz, nach 
Frankreich und England. Ein bedeutendes Werk von Lorenz H. sind 2 grosse Fenster 
im Dom zu Mainz und 1 Prachtfenster in der Kirche zu Bergheira bei Köln. 

Heimond, von, s. Oassel, Lukas. 

Helmont, J. F. van, Bildhauer, thätig zu -Aufang des 17, Jahrb., bekannt 
durch den geschnitzten Makkabäer-Altar in der Audreaskirche zu Köln mit dem 
vergoldeten, spätgothisohen Tleliquiarium der Malikabäer von 1507 mit Darstellungen 
aus deren Leben, und durch die holzgeschnitzte Kanzel der Kirche Johannis d. T. 

Helmont (Hellemont), Mathys van, Genreraaler, geb. 1623 in Brüssel, f nach 
1674- das., wo er 1646 Meister der Gilde wurde; er soll Schüler von David 
Teniers d. J. gewesen sein, malte, ähulich ,wie dieser, in warmem, klarem Colorit 
aUerhand Alchymisten, Quacksalber, italieiiische Marktscenen und dgl. Von ihm in 
der Galerie zu Stockholm 3 Wirthshausscenen, im Museum zu Braunschweig eine 
Familienscene und eine Schusterwerkstatt auch in Kopenhagen, Rotterdam und in 
der Galerie Arenberg zu Brüssel (Bauernkirmes). 

Helmont (Hellemont), Seger Jacob vän, Maler, geb.. 17. April 1683 in 
Antwerpen, f 21." Aug. 1726 in Brüssel, war infolge seines Studiums der besten 
niederländischen Meister und der Natur ein geschickter Historienmaler. Seine Haup''-- 
bilder befinden sich in .den Kirchen von Brüssel und eine Kreuzigung im Museum 
zu Gent. 

Helmsdorf, Job. Friedrich, Landschaftsmaler und Radierer, geb. 1. Sept. 
1783 in Magdeburg, f 28. Jan. 1852 in Karlsruhe, Hess sich 1809 in Strassburg 
nieder, avo er Landschaften aus dem Schwarzwalde, dem Elsass und den Vogesen 
malte und eine grosse Zahl von Schülern bildete. Zweimal besuchte er Venedig, lebte 
nachher in Strassburg, Mannheim und Karlsruhe. Seine bedeutendsten Landschaften 
sind in der Kunsthalle zu Karlsruhe eine Ansicht von Rom. mit der Tasso-Eiche 
(1819) und eine Ansicht des Colosseums mit dem Constantiusbogen; die Burgruiiie 
Zähringen, die PQterskirche in Rom vom Monte Marco aus, der Triberger Wasserfall, 
der Nemi-See her hoher Tagesbeleuchtung. Er radierte auch einige Landschaften 
aus dem Elsass. 

' Helst, Bartholomäus van der, holl. Bildnissmaler, geb. 1611 oder 1612 in 
Haarlem begraben 16. Dec. 1670 in Amsterdam, bildete sich unter dem Einfluss von 
Nicolas Elias in Amsterdam und des Frans Hals. Seine berühmtesten im 
Reichsmuseum zu Amsterdam befindlichen Bilder, die in die Zeit von 1639 — 60 fallen, 
sind die Schützeagesellschaft von 32 Personen (sein ältestes Werk), Die Schützen- 
mahlzeit (1648), Zur Feier des Westfälischen Friedens, 25 Personen in Lebensgrösse, 
reich an charaktervoller Einzelschilderung in klarem Tageslicht und die Vorstelier 
der St. Sebastians-Schützengilde (1657, ähnliches Bild im Louvre v. 1653). Gute 
Bilder von ihm auch in der Eremitage zu St. Petersburg und im Metropolitan- 
Museum zu New-York (die Musik). Einzelbildnisse von ihm auch im genannten 
Reicbsmtiseum, im Museum zu Dresden, in der Pinakothek zu München, im Museum 
zu Brüssel (Selbstbilduiss), in der Galerie zu Pommersfelden und ein herrliches Bildniss 
eines vornehmen Ehepaares in der Kunsthalle zu Karlsruhe. 

Helst, Lodowyk vän der, holl. Bildnissmaler, geb. 1642 in Amsterdam, f nach 
1680 Sohn und Schüler des Vorigen, malte im Ganzen nur flaue Bilder, z. B. im 
ßeichsmuseuin zu Amsterdam, in Utrecht und in der Galerie zu Budapest (Bildniss 
von 1668). 

Heisted, Axel Theophil, dänischer Genremaler, geb. 11. April 1847 in 
Kopenhagen, besuchte die dortige Akademie und blieb dort ansässig. Bilder von 
ihm sind: Der Stadtrath hält Sitzung (1884, Kunsthalle in Hamburg), Der Streit 
zwischen Vater und Sohn, Ein Grübler (Museum in Kopenhagen). 

Helt-Stojckade, Nicolas de. holländ. Historienmaler und Radierer, geb. 1613 
in Nymwegen, f 1669 in Amsterdam, Schüler des D. ßyckaert, lebte eine Zeitlang 
am Hof in Frankreich, in Rom und in Venedig, wo er grosse historische Bilder malte 
und den Landschaften von Wynants und Anderen die Staffage verlieh. Seine Hanpt- 
bilder sind: Venus und Adonis (Schloss Zuilen bei Utrecht) und Josephs Brüder in 



156 Hemelraet — Hendersoii. 

Aegypten (1850, im ScliloBs zu Amsterdam). Von seinen Kadierungen sind bekannt: 
Aurora und Cephalus, Susanna iv. Bade und einige Bildnisse. Sein Bruder Albert van H. 
war Landschaftsmaler. 

Hemelraet, s. Immenraet. 

Hemerlein, Karl Job. Neponiuk, Historienmaler, geb. um 1811 in Versailles, 
t 31. Jan. 1884 in Wien, wo er von 1815—1850 arbeitete. Unter seinen Bildern sind 
zu nennen : Leopold der Heilige als Landespatron von Niederösterreich mit seiner 
Gemahlin Agnes, Christus und die Ehebrecherin, Ein Astrolog weissagt dem jungen 
Rudolf von Habsburg den deutschen Kaiserthron und im Kaisersaal des Römers zu 
Frankfurt a. M. das Bildniss Kaiser Rudolfs II. 

Hemery (Einery), Anfoine Franpois, franz. Kupferstecher, geb. 1751 in Paris, 
Todesjahr unbekannt, stach die Erschaffung der Eva nach Procaccini, die lustige 
Orgie nach Caresme, die Melodie nach Lagrenee, Venus und Amor auf dem Ruhebett 
nach Lotti und eine Nymphe bei der QueUe ruhend nach Cignani. 

Hemessen (Heemsen), Jan van, holl. Maler des 16. Jahrb., f 1555, Schüler 
des Hendrik van Cleve, Nachahmer des Qu. Massys, trat 1537 in die Lucasgilde 
zu Antwerpen, malte historische Bilder von geringem Kunstwerth, die sich befinden 
in Antwerpen (Bekehrung des Mattliäus), im Hofmuseum zu Wien (Matthäus Berufung 
zum Apostelamt 1537 und 1548 und der heil. Hieronymus), im Museum zu Brüssel 
(der verlorene Sohn), in der Pinakothek zu München (ebenfalls die Berufung des 
Matthäus und das Bild einer heil. Familie (1541) von unangenehmem, kaltem Colorit), 
im Museum del Prado zu Madrid (Ein Dorfchirurg). - - Von seiner Tochter und Schtilerin 
Gatharina H., einer Miniaturmalerin, ein männliches Bildniss in der Nationalgalerie 
zu London. 

Hemk^, Ernst, Bildnissmaler, geb. 21. April 1834 in Jever (Oldenburg), war 
1851 — 53 Schüler von Prell er in Weimar und .später von Jul. Schnorr in 
Dresden, lebte in Bremen und Hess sich in Dresden nieder. Ausser dem Bilde Der 
Tod Abels malte er fast nur Bildnisse für den Privatbesitz und Copien nach Raffael 
und Tizian. 

Hempel, Joseph, Ritter von, Historienmaler, geb. 9, Febr. 1800 in Wien, 
Schüler der dortigen Akademie, ging 1821 nach Florenz und Rom, kehrte 1825 nach 
Wien zurück, zog nach Klagenfurt und lebte in Croatien. Unter seinen zahb'eichen 
kirchlichen Altarjbildern werden genannt : Christus und die Samariterin am Brunnen, 
Der Leichnam C^isti von den Seinigen betrauert, Jacobs Traum von der Himmels- 
leiter, Die Auferweckung des Lazarus, Abschied des Jacobus von der Mutter Clu'isti, 
Die Erlösung, Die heil. Dreifaltigkeit, Die heil. Thekla unter den Löwen, Die unbe- 
fleckte Empfängniss, Die Kröu' 'g Maria und ähnliche Bilder. * 

Hemsley, 'William, engl. Genremaler, geb. x819, anfangs Architekt, bildete 
sich in der Malerei als Autodidakt und durch Studienreisen in Frankreich und Holland. 
Er malte gewöhnlich landsehaftlichb Genrebilder auch in Aquarell von hübscher 
Composition und geistvoller Behandlung, z. B. Prise aus Grannys Dose, Ein länd- 
licher Künstler, Ein gefährlicher Spielkamerad (1862), Der Brief des Auswanderers 
(1868) u, A. Er wurde mit der Vicepräsidentschaft der Gesellschaft brH'gcher 
Künstler l)etraut. 

Hemy, C. Napier, engl. Landschafts- und Genremaler d«r Gegenwart, Schüisr 
von Leys, den er in seinen Genrebildern nachahmt, während seine Marinebilder in 
Gel wie in Aquarell ihn als meisterhaften Zeichner zeigen, z. B. Das einsame Meeres- 
ufer, Unter den Mauern von Maestricht, Die Themse bei Chelsea u. A. 

Henard, Antoine Julien, franz. Architekt, geb. 11. Jan. 1812inFontainebleau, 
t 1887, Schüler von H u y 1 undLebas, stellte seit 1840 viele Entwüi-fe zu grösseren 
Profanbauten und zu Denkmälern aller Art aus, z. B. Denkmal Molieres, Bibliothek 
auf dfcm Quai d'Orsäy (1845), Hdtel Carnavalet, Ausbau des Louvre, Restauration 
des Schlosses Ferrieres (1857), Hotel de Paris (1861), Denkmal der Vertheidigung 
von Paris 1814 (1865), Denkmal des Kaisers Dom Pedro IV. in Lissabon (1866), 
Denkmal für den Sieg der Chilenen über die Spanier bei Callao 1820 (1868), für 
den Maler Ingres u. A. Er erhielt eine Reihe von Medaillen und 1867 das Ritter- 
kreuz der Ehrenlegion. 

Henderson, C. C, engl. Zeichner und Maler, geb. um 1800 in London, zeichnete 
treffliche Charakterskizzen und humoristische Bilder, auch sehr gerühmte Caricaturen. 

Henderson, Joseph, Bildniss-, Genre- und Marinemaler, geb. 1843 in Perthshire 
(Schottland), besuchte die Akademie in Edinburg unter Robert Scott Lander 
und liess sich in Glasgow nieder, wo er 1877 Mitglied der schottischen Gesellschaft der 



Hendrich — Henne. 157 

Aquarellisten wurde. Vom Bildniss und Genre ging er allmählich Zur Marineraalerei 
über. Als seine bedeutendsten Bilder werden genannt : Ein lebhafter Zug (1875), 
Die tobende Brandung, Kückkehr vom Fischfang, Das Unkrautjäten im Garten, Herbst 
in den westlichen Hochlanden. 

Hendrich, Hermann, Landschaftsmaler, geb. .31. Oct. 1856 in Heringen (Reg.- 
Bez. Merseburg), Schüler von Wenglein in München und von Bracht in Befün, 
malt mit Vorliebe phantastische Landschaften mit mythologischer oder altdeutscher 
Staffage, z. B. Der Dracbenkampf aus der Beowulfsage, eine mythische Stimmungs- 
landschaft mit Siegfrieds Tod, Seemärchen, Der Nixenspiegel, Sommeridylle, Der 
Friedensengel, Der Nibelungen Fluch, Der fliegende Holländer, Alberich raubt das 
Rheingold, auch Christus auf dem Meere und zwei Allegorien Todesmahnen und Das 
zweite Gesicht. 

Hendricks, Louis, belgischer Historienmaler, geb. 1827, f 22. Sept. 1888 in 
Antwerpen, Schüler von Leys, malte von 1865 — 67 mitVinck im südlichen Seiten- 
schiff der Kathedrale zu Antwerpen die 14 Stationen des Kreuzwegs. 

Hendriks, Frederik Hendrik, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 1808 in Arnheim, 
t 1865 das., lebte meistens in Amsterdam und in Brüssel, malte Landschaften und 
Dorfansichten und lieferte viele Zeichnungen zu Prachtwerken über die Denkmäler, 
die Geschichte und die Natur Belgiens. In der Kunsthalle zu Hamburg von ihm 
eine Geldernsche Landschaft. 

Hendriks, Wybrand, Zeichner und Maler, geb. 24. Juni 1744 in Amsterdam, 
t 1831 in Haarlem, bildete sich zunächst auf der Akademie seiner Vaterstadt, wo 
er mehrere Preise erhielt, lebte dann häufig auf dem Lande und legte Proben seines 
Talents in fast allen Zweigen der Malerei ab, in Blumen und Landschaften, Stadt- 
ansichten, Bildnissen, Familienbildern und todtem Wild, machte auch viele Zeichnungen 
nach berühmten holländischen Malern. 

Hendschel, Albert, Zeichner und Genremaler, geb. 9. Juni 1834 in Prankfurt a. M., 
t 22. Oct. 1883 das., Sohn des Herausgebers des weltbekannten „Telegraph", besuchte 
das Gymnasium und das Städelscbe Kunstinatitut , ttat ins Atelier von Jakob 
Becker, bereiste die Museea Deutschlands und 1869 und 1870 Italien. Seine ersten 
roHM«tischen Genrebilder hatten nur massigen Erfolg, z. B. Der Wirthin Töchterlein 
(nach Uhland), Der Geiger von Gemünd nach Justinus Kerner, Aschenbrödel u. A. 
Ausserordentlich sprachen dagegen seine humoristischen, gemüthlichen Zeichnungen 
an, Scenen aus dem Stuben- und Strgssenleben, besonders der Kinderwelt, die im 
Lauf der Jahre zu einem „Skizzenbuch" (1872 — 74) gesammelt wurden. 

Hengeler, Adolf, Zeichner und Genremaler, geb. 1863 in Kempten, Schüler 
der Kunstgewerbeschule und der Akademie in München, gehört seit 1885 zu den 
beliebtesten Mitarbeitern der „Fliegenden Blätter", worin er in Zeichnungen allerlei 
seltsame Capriolen und harmlose Ungeheuerlichkeiten bringt, sich fast nur in der 
Fabel- und Märchenwelt bewegt und das moderne Leben in capriciösen Sehnörkel- 
ornamenten und stark auftragender Caricatur wiedergibt. 

Hengsbach, Franz, Landschaftsmaler, geb. 1814 in Werl (Reg.-Bez. Arnsberg), 
t 25. Febr. 1883 in Düsseldorf, wo er von 1833—40 SchtUer der Akademie war und 
bis an sein Lebensende vedutenartige Landschaften von correcter Zeichnung und 
schönem Colorit aus der Schweiz, Tirol und dem Salzkammergut, namentlich aus 
Vegetationsreichen Thälern und Seepartien schon seit den 40er Jahren malte. Dahin 
gehören: Ansicht von Salzburg, Der Staufen bei Salzburg Wasserfall der Gosau in 
Oesterreich, Der Hallstätter See und aus den späteren Jauren Hohentwiel und der 
Bodensee, Alpe vom Lago Maggiore, Hütten auf dem Seelisberg, Das Lauterbrunner- 
thal und viele Andere. 

Henke, Anton, Landschafts- und Thiermaler, geb. 31 Mai 1854 in Düsseldorf, 
war dort Schüler der Akademie und Krön er s und liess sich in seiner Vaterstadt 
nieder. Seine auf die verschiedenen Ausstellungen gekommenen Bilder sind fast nur 
Landschaften mit Jagdthieren stafSrt. 

Henkes, öerke, holländ. Genremaler, geb. 25. Juni 1844 in Delfshaven, bildete 
sich eigentlich als Autodidakt und liess sich in Voorburg beim Haag nieder. Er 
malte die Bilder: Krankenverpflegung im Kloster, Ein angstvoller Augenblick, Das 
Consistorium, Der Kaffeeklatsch, Der Bittsteller Das Unglück u. s. w 

Henne, Eberhard Siegfried, Kupferstecher, geb. 1759 in Gunsleben (Reg.-Bez. 
Magdeburg), f 5. Dec. 1828 in Berlin, Schüler von Oeser, Bause und Liebe in 
Leipzig, in Berlin von B. R o d e und von Chodowiecki, dessen Manier er sich immer 
mehr aneignete. Sein Hauptblatt ist die Opferung der Iphigenia nach Vanloo, andere 



158 Henneberg — Hennessy. 

Blätter Der Abschied Ludwigs ^XVI. von seiner Familie nach Chodowiecky, Chnstua 
mit den Jüngera in Emmaus nach Rode, Der Abschied des Königs und der Prinzen 
von der sterbenden Königin Luise und zahlreiche andere Stiche. Er wurde 1817 
Inspektor der kgl. Akademie und 1825 Mitglied des akademischen Senats. 

Henneberg, Rudolf, Maler, geb. 13. Sept. 1826 in Braunschweig, f 14. Sept. 
1876 das., studirte in Göttingen und Heidelberg die Rechte, ging 1850 nach Antwerpen, 
wo er sich bis 1853 auf der Akademie der Malerei vddmete. Dann war er drei Jahre im 
Atelier vonCouture in Paris, ging 1861 nach Rom, blieb hier zwei Jahre und war 
seit 18ö5 in Berlin thätig, bis Krankheit ihn veranlasste, 1873 wieder nach Italien zu 
gehen, von wo er aber 1876 zurückkehren musste. 1856 brachte er als sein erstes 
Hauptbild Der wilde Jäger nach Bürgers Ballade (Nationalgalerie in Berlin und 
Galerie Schack in München), womit er sein eigentliches Stoffgebiet der leidenschaft- 
lichen Romantit betrat. In diesem Geist entstand auch Der Verbrecher aus verlorener 
Ehre (1860, nach Schiller), der mit, der 1868 vollendeten, populär gewordenen Jagd 
nach dem Glück ebenfalls in die Nationalgalerie kam. Neben diesen 3 Hauptbildern 
sind zu nennen: der durch den Krieg von 1870171 angeregte Cyklus von patriotischen 
Wandgemälden in Wachsfarben für die Warschauersche Villa in Charlottenburg und 
das Bild der erlösten Germania (1872). Dazu noch zahlreiche Genrebilder und Pferde- 
stücke, in denen er sich besonders meisterhaft bewies. Seine letzte Arbeit war eine 
Landschaft aus der Campagna mit einer Reitergesellschaft (1875). Er erhielt 1868 
die Berliner goldene Medaille und' wurde 1869 Mitglied der Berliner Akademie. 

Hennebicq, Andr6, belg. Historienmaler der Gegenwart, geb. in Tournai, Schüler 
von Portaels, malte, in Brüssel ansässig, Bildnisse und Historienbilder von schöner 
Composition und trefflichem Colorit, aber ohne grosse Tiefe der Empfindung, z. B. 
Die Klage des Jeremias, Italienische Arbeiter auf dem Lande bei Rom, Antoinette 
von Rosmael den Reformirten die Bibel auslegend, Messalina vom Volke beschimpft. 
Er errang sich 1871 in Amsterdam, 1872 in Brüssel und 1874 in Paris Medaillen. 

Hennenberger, Hans, Briefmaler, geb. in der 2. Hälfte des 16. Jahrh. in 
Mühlhausen, . (Reg.-Bez. Königsberg), f 31. Dec. 1601, wurde Schüler des Hofmalers 
Adam Lange, nach dessen Tode er dessen Ausmalung des Moskowitersaales im 
Schlosse zu Königsberg vollendete. Sein Hauptfach war die Malerei von Adelsbriefen, 
Stammbüchern und allerlei heraldischen Darstellungen und Bildnissen. 

Henneqnin, Philippe Auguste, franz. Maler und Kupferstecher, geb. 1763 in 
Lyon, t 12. Mai 1833 in Leuze bei Tournai als Direktor der dortigen Zeichenschule, 
war in Paris einer der besten Schüler von David, erhielt den grossen Preis für 
Rom, entging, wegen seiner politischen Richtung verfolgt, sowohl in Rom wie in 
Lyon mir mit Mühe der Todesstrafe, kehrte nach Paris zurück und ging nach dem 
Sturze Napoleons nach Lüttich, wo er sich nur noch der Kunst widmete. Von da 
zog er nach Tournai. Seine Hauptwerke sind: Orestes von den Furien verfolgt 
(1800, im Louvre), Der 10. Aug. 1792 oder Der Triumph des französischen Volkes, 
und als sein grösstes Bild Der Tod der 300 Bürger von Pranchimont bei der Ver- 
theidigung ihrer Stadt. 

Henner, Jean Jacques, franz. Historien- und Bildnissmaler, geb. 6. März 1829, 
in Bernweüer im Elsass, war anfangs Schüler von Gabriel Guerin in Strassburg , 
dann in Paris Schüler der lEcole des beaux-arts und D r o 1 1 i n g s, erhielt den grossen 
Preis für Rom, lebte hier fünf Jahre, besuchte auch Dresden und Holland. In seinen 
Bildern liebt er nackte Gestalten und halbreife Körperformen und weiss durch sinn- 
lichen Reiz mit einer beschränkten Farbenskala den Beschauer zu fesseln. Bei ihm 
fehlen alle harten Umrisse und schroffen Gegensätze, ein verschwimmender Hauch 
von „Stimmung" liegt über dem Ganzen. Unter seinen ersten Bildern nennen wir 
den eingeschlafenen badenden Jüngling, die sinnliche aus dem Bade steigende Susanna 
(1864) und den barmherzigen Samariter (diese beiden im Luxembourg). Ferner als 
seine Hauptbilder: Der Abend, Die Najade (im Luxembourg), Christus im Grabe 
(1876), Johannes der Täufer, eine hochgepriesene Magdalena und (1880) eine höchst 
poetische Nymphe am Brunnen. Seine bedeutendsten Bildnisse sind wohl die des 
Malers Victor Schnetz und des Generals Chanzy. Neben einer Reihe von Medaillen, 
erhielt er 1873 das Ritterkreuz, 1878 das Offlzierkreuz der Ehrenlegion. 

Hennessy, William, engl.-amerikanischer Oel- und Aquarellmaler, geb. 1839 in 
Thomastown (Irland), zog 1849 nach New- York, besuchte seit 1856 die dortige 
Akademie, wurde 1863 Mitglied der Nationalakademie und liess sich 1870 in London 
nieder. Zu seinen bedeutenderen, noch in Amerika entstandenen Bildern gehören: 
Frühlingszeit, Iv memoriam. Ein Seitenpfad in der Normandie; zu den in London 



Hennicke — Henriquel-Dupont. 159 

entstandenen : Der Herbst, Auf dem Wege zum Fest, Die guten Freunde, Die Heim- 
kehr der Aehrenleser, Feiertag des Künstlers, Sommerabend an der Themse. 

Hennicke, Jnlins, Architekt, geb. 1832, f 14. Oct. 1892 in Konstanz, Schüler 
von H i t z ig in Berlin, baute dort in Gemeinschaft mit seinem Freunde v. d. H u d e (s. d.) 
eine Reihe von Monumentalbauten, Wohnhäusern und Villen, war auch Gehilfe Hit zig s 
beim Bau der Börse. Er baute meistens im Stil der italienischen Renaissance, später 
auch wohl im Rococostil. 

Heunig, Gustav Adolf, Historienmaler, geb. 12. Juni 179Y in Leipzig, f 15. Jan. 
1869 das., Schüler der dortigen Akademie, bildete sich in Rom weiter, wurde später 
Direktor der Akademie in Leipzig und Professor an der Akademie in Dresden. Unter 
seinen Bildern sind zu nennen: Maria Verkündigung (Museum in Leipzig), Christus 
reinigt den Tempel, im Museum zu Dresden Die Findung des Moses (1848), Decken- 
gemälde aus dem Leben der Psyche auf dem Crusiuss«hen Schlosse in Rüdingsdorf 
bei Altenburg:. 

Henning, Adolf, Historienmaler, geb. 28. Febr. 1809 in Berlin, besuchte die 
dortige Akademie, war 1824—33 Schüler von Wach, malte einige biblische und 
mythologische Bilder und erhielt seit 1833 in Italien seine künstlerische Reife. Nach 
einem Mädchen aus Frascati (1838, Nat.-Gal. in Berlin) folgten mehrere historische 
und Genrebildpr und seine Hauptwerke, die mit Anderen in der Schlosskapelle zu 
Berlin stereochromisch gemalten Evangelisten Lucas und Johannes, die Colossalfiguren 
der 8 damaligen preussischen Provinzen im Weissen Saal des Schlosses und die 
mythologischen Wandbilder des Niobidensaals im Neuen Museum. Daneben malte er 
auch zahlreiche Bildnisse, correct gezeichnet und modellirt, aber im Colorit weniger 
genügend. 1839 wurde er Mitglied der Akademie und Professor an derselben. 

Henning, Albert, Bildhauer, geb. um 1860 in Königsberg, f 17. Sept. 1894 in 
Berlin durch Selbstmord. War vorzugsweise Thierbildner. Von ihm Amor die Eule 
der Atliene weckend, Ganymed vom Adler des Zeus entführt, mehrere Löwengruppen. 
Arbeitete mit an den Thierfiguren des Washington-Denkmals von Siemering. Er 
war sehr arm und erschoss sich, als er Professor Siemering im Rauchmuseum vergebens 
eines seiner Werke zum Kauf angeboten hatte. 

Henning, John, engl. Bildhauer, geb. 2. Mai 1771 in Paisley (Südschottland), 
t 1851 in London, widmete sich ssit 1799 in Glasgow und an der Trustees Academy 
in Edinburg der Bildhauerkunst, kam 1811 nach London, wo er nach 12jähriger 
Arbeit die Elgin Marbles vom Parthenon und die Figuren vom Fries in Phigalia in 
kleinerem Massstabe in Gips copirte, in ähnlicher Weise auch ReliefmodeUe nach den 
Cartons von Raifael. 

Hennings, Johann Friedrich, Landschaftsmaler, geb. 16. Oct. 1839 in Bremen, 
war in Düsseldorf Schüler von Oswald Achenbach, machte mehrere Studienreisen 
in Italien und malte Landschaften aus Deutschland und Oberitalien, am besten 
Mondsoheinbilder, Garten- und Parkansichten mit Staffage im Rococokostüm. Es sind 
z. B. Landschaft mit Zigeunerstaflfage (1864), Malcesine am Gardasee, Nürnberg bei 
Mondaufgang, besonders meisterhaft Salzburg bei Mondbeleuchtung (1869), Passau 
von der Innseite, Allee bei Nymphenburg, AJdee auf WUhelmshöhe bei Kassel, der 
sehr ergötzliche vor dem Schlossportal eingeschlafene Portier, Das Wirthshaus zum 
rothen Hahn, Beim Wirth zur goldenen Sonne und viele Andere 

Henriet, Claude, franz. Glasmaler, geb. um 1540 in Chälons sur Marne, t 1603 
in Nancy. Von ihm sollen die Fenster in der Kathedrale seiner Vaterstadt und 
einige in der Kirche St. Etienne du Mont in Paris gemalt sein. 

Henriet, Fr^deric, franz. Landschaftsmaler und Kunstschriftsteller, geb. 6. Sept. 
1826 in Chäteau-Thierry (Aisne), anfangs Jurist, von 1853—60 Sekretär des Direktors 
des Nationalmuseums, Grafen von Nieuwerkerke, malte lobenswerthe Landschaften in 
Oel und Aquarell aus dem Inneren von Frankreich, schrieb für Kunstjournale, gab 
1855 „Oeillades et sourires", „Paysagiste aux champs" (2. Aufl. 1876) und 1874 mit 
Fizeliere und Champfleury eine Biographie des Landschaftsmalers Chintreuil heraus. 

Henriet, Israel, franz. Maler und Kupferstecher, geb. 1590 in Nancy, f 1661 
in Paris, anfangs Schüler seines Vaters Claude H., bildete sich in Rom unter 
Tempesta weiter aus und widmete sich in Paris dem Zeichnen und Kupferstechen ; 
er wurde auch Zeichenlehrer des späteren Königs Ludwig XIV. In seinen Figuren- 
blättern ahmt er die Art seines Freundes Callot nach ; am Besten findet man ihn in 
Ansichten und Landschafton. 

Henriquel-Dnpont, Louis Pierre, bedeutender franz. Kupferstecher, geb. 13. Juni 
1797 in Paris, f 20. Jan. 1892 das., war anfangs in ■.fef Malerei Schüler von Gu^r in, 



160 Henriquez — Henseler. 

waüdte sich dann zum Kupferstich, arbeitete hierin seit 1818 selbständig, lieferte 
Illustrationen zu Laurents Prachtwerk „Le Musee royal" und erregte allgemeinen 
Beifall durch ein weibliches Bildniss nach van Dyck. Zu seinen dann folgenden Haupt- 
blättern gehören: Nach Delaroche Der auf dem Nil ausgesetzte Moses, Die Grab- 
legung Christi, Die heil. Frauen , am Fuss des gekreuzigten Heilands, der berühmte 
Hemicycle im Prüfungssaal der Ecole des beaux-arts, Lord Strafford auf dem Gang 
zur Hinrichtung (1840), Cromwell am Sarge Karls I. (Mezzotinto) und einige Bildnisse, 
nach Correggio Die Verlobung der heil. Catharina, nach P. Veronese Christus mit 
den Jüngern in Emmaus (1863, im Louvre), nach Ary Scheffer Christus Consolator, 
nach Hersent Die Abdankung Gustav Wasas und zahlreiche Bildnisse nach anderen 
Meistern. Seit 1863 war er Professor der Kupferstecherkunst an der Ecole des beaux-arts. 
H. erwarb sich unvergessliches Verdienst, indem er als Erster den Linienstich aus 
dem einförmigen Geleis hob, in das er sich hereingefahren hatte. Er führte eine 
freiere Linienführung ein und trat an die Wiedergabe auch neuerer und nicht üur 
alter Gemälde. Er erhielt verschiedene Ehrenmedaillen, wurde 1831 Eitter, 1855 
Offizier der Ehrenlegion und war seit 1849 Mitglied des Instituts. 

Henriquez, Benoit Louis, franz. Kupferstecher, geb. 1732 in Paris, f 1806 
daselbst, Schüler von C. Dupuis, lebte einige Zeit als kaiserlicher Kupferstecher 
in St. Petersburg, und wurde Mitglied der Akademie in Paria. Unter seinen besten 
Blättern werden genannt : Die Keuschheit Josephs nach A. v. d. Werff, Der Triumph 
der Galatea und namentlich La bonne nouvelle nach Terborch. 

Henry, Gruislain Joseph, Baumeister, geb. 1754 in Dinant, f 1820 in Brüssel, 
lebte schon früh in Eom, wo er den grossen Preis der Akademie von S. Luca erhielt 
und den Plan zu einem Palast für sämmtliche Kardinäle entwarf. Später wurde er 
in Paris Architekt Ludwigs XVI., errichtete mehrere Gebäude in Nantes und entwarf 
Pläne ftir Gebäude seiner Vaterstadt, restaurirte auch das 1782—84 erbaute Schloss 
in Laeken. 

Henry, William, amerikan. Genre- und Interieurmaler, geb. 1831 in Südcarolina, 
bildete sich in New-York, auf der Akademie in Philadelphia und zwei Jahre in Paris. 
Abgesehen von fünf in Europa verlebten Jahren, arbeitete er stets in New-York, wo 
er 1870 Mitglied der Nationalakademie wurde. Auf sein erstes Bild einer Eisenbahn- 
station in Neuengland folgten viele Interieurscenen aus älteren Städten Amerikas, 
auch Ansichten von Kirchen, Schlachten- und historische Genrebilder. 

Henschel, Johann Werner, Bildhauer, geb. 14. Febr. 1782 in Kassel, t 15. Aug. 
1850 in Rom, Schüler der Akademie seiner Vaterstadt, bildete sich 1805—10 unter 
David d' Angers in Paris, wurde 1832 Professor an der genannten Akademie, 
ging aber im Auftrag des Königs von Preussen 1843 nach Eom. Ausser seinem 
Hauptwerk der Erzstatue des heil. Bonifacius in Fulda (1842), die den Glaubenshelden 
in todesmuthiger Begeisterung darstellt, schuf er mehrere sehr- ansprechende Ideal- 
gebilde, die Brunnengruppe Hermann und Dorothea (1846) in Charlottenhof bei Potsdam 
und einige Grabdenkmäler. 

Hensel, Wilhelm, Historien- und Bildnissmaler, geb. 6. Juli 1794 in Tr ebbin 
(Eeg.-Bez. Potsdam), f 26. Nov. 1861 in Berlin, besuchte zunächst die dortige Bau- 
schule, wurde dann Schüler des Akademiedirektors Frisch, nahm 1813—15 an den 
Freiheitskriegen Theil, beschäftigte sich in Berlin mit der Dichtkunst, malte Bildnisse, 
Bilder für Almanache, betheiligte sich mit vielen Anderen bei den Malereien, im 
Berliner Schauspielhause, ging 1823 nach Eom, wo er Raffaels Transfiguration 
(Orangeriehaus in Potsdam) und andere Bilder copirte und sich mit Fanny Mendels- 
sohn, Schwester des Componisten, vermählte. Nach seiner Eückkehr 1828 wurde er 
Hofmaler, Mitglied und Professor der Akademie und malte meist religiöse Bilder von ge- 
schickter Composition und kräftigem Colorit. Hervorzuheben sind : Christus am Oelberge, 
Christus und die Samariterin am Brunnen (Schloss Bellevue in Berlin), Frauen aus 
dem Albanergebirge am Brunnen, Christus vor Pilatus (Garnisonskirche), Mirjam 
eröffnet den Eeigen der Jungfrauen nach dem Durchzug durchs rothe Meer, Eine 
israelitische Hirtin im Lande Gosen weidet ihre Heerde am Nil, und zahlreiche 
Bildnisse berühmter Persönlichkeiten, darunter Der Herzog von Braunschweig am 
Vorabend der Schlacht bei Waterloo, Friedrich Wilhelm IV. von Preussen, Kaiser 
Wenzel (Eömersaal in Frankfurt a. M.), Felix Mendelssohn-Bartholdy, Fanny Hensel, 
Herzog Ferdinand von Braunschweig-Oels und zahlreiche andere Zeichnungen. 

Henseler, Ernst, Genremaler, geb. 27. Sept. 1852 in Meseritz bei Landsberg a. W., 
Schüler der Akademie in Berlin und der Kunstschule in Weimar unter G u s s o w und 
Alb. B a u r, liess sich in Berlin nieder. Unter seinen sehr realistischen Bildern 



Henstenburgh — Herbig. 161 

werden genannt: Jagdfrtthstück (1875), Eänatlerpause, Das Frühstück der Mäher, 
Zorn Essen! (1883), Roggenernte, Die Wohlthäterin, Das schwierige Exempel, aach 
Aquarelle vnd Zeichfiimgen. 

Ueastenburgh, Hermann, holländ. Stilllebenmaler, geb. 1667 in Hoorn (Ncrd- 
holland), f 1726, Schüler von Job. Bronkhorst, malte Blumen, Früchte, Vögel 
und dgl. von glänzenden Farben in Oel, Aquarell und Gouache. 

Henze, Eduard Eobert, Bildhauer, geb. 8. Juli 1827 in Dresden, ging vom 
Schlos.serbandwerk zur Plastik über, besuchte die dortige Akademie, trat 1856 in 
Schillings Atelier. Dann arbeitete er noch fünf Jahre unter H ä h n e 1 und machte 
eine Studienreise nach Italien. Auf sein erstes namhaftes "Werk, die Brunnenstatue 
Heinrichs I. in Meissen, folgte die sehr gerühmte Bronzestatue der Kurfürstin Anna 
in Dresden (die ihm die kleine goldene Berliner Medaille eintrug), eine Germania für 
die Siegesfeier von 1871, ein Brunnenstandbild in Krimmitzschau und das eherne 
Siegesdenkmal in der Aula der Universität zu Leipzig; später noch die meisterhafte 
Erzstatue des Eeformationshelden Wolfgang von Anhalt (1880, in Bernburg) und die 
Colossalrigur der siegreichen Germania auf dem Altmarkt in Dresden mit 4 weib- 
liehen otatuen ara Postament in Marmor. 

Her, Theodor, Landschaftsmaler, geb. 30, Juli 1838 zu Roth (Württemberg), 
t 10. Mai 1892 in München, trat in die Kunstschule zu Stuttgart, wo er sieben Jahre 
Schüler von Neb er war. Mit einem Reisestipendium ging er 1868 nach Paris, 
studirte die Werke der venezianischen Schule und wa' noch eine Zeit lang Schüler 
von Ramberg in München, wo er seinen Wohnsitz nahm. Unter seinen stimmungs- 
vollen Landschaften nennen wir nur den Frühlingstag, Sommerabend, Mondnacht in 
der Campagna. 

H^rault, Antonia, Miniaturmalerin, f 1695 in Paris, Gattin des Kupferstechers 
Guillaume Chateau (f 1683), malte für den König von Frankreich die Familie 
des Darius nach Lebrun und andere MiniaturbHder.ftir die königliche Familie. 

Herbei, Karl, Maler, geb. um 1680 in Lothringen, malte in Schlachtenbildern 
die Thaten Karls V. von Lothringen, auch dessen Bildniss und das seiner Gemahlin 
Eleonora, arbeitete auch in Wien für den Kaiser Leopold I. 

Herbelin, Jeanne Mathilde, geb. Habert, franz. Miniaturraalerin, geb. 
24. Aug. 1820 in Brunoy (Seine-Oise), Schülerin ihres Oheims Belloc, malte seit 
1838 Miniaturbildniöse oft nach Werken grosser Meister, bereiste zu diesem Zweck 
Italien, schuf ab r auch nach eigener Coraposition meistens Einzelgestalten. Von ihr 
im Museum des Luxembourg ein derartiges weibliches Bildniss auf Elfenbein. Sie 
erhielt fünf Medaillen, meistens 1. Kl. 

Herbert, John Rogers, engl. Historienmaler, geb. 23. Jan. 1810 zu Maldon 
(Essex), bezog 1826 die Akademie in London, musste aber aus Mangel an Mitteln 
nach zwei Jahren wieder austreten, kam aber durch seine Bildnisse bei der vornelime;'. 
Welt bald in Aufnahme, malte auch Bilder des romantischen Genres in der Weise 
der Präraffaeliten : Das Stelldichein (1836), Haydee (1834, aus Byrons „Don .Juan-'), 
Das Gebet (1835), Loskaufung der Gefangenen (1836), Desdemonas Fürbitte für 
Cassio (1837). Während eines Aufenthalts in Venedig trat er, beoinflusst vom 
Architekten W. Payne, zum Katholieismtts über und malte neben dem Genre auch 
religiöse Historienbilder. So entstonden die Bilder: Die Beständigkeit, Entführung 
venezianischer Bräute durch Seeräuber aus Istrien (1841), Einführung des Christen- 
thums in die Bretagne (1842), Christus und die Samariterin (1843), Sir Thomas Moore 
und seine Tochter bei der Hinrichtung von 4 Mönchen (1844, Nat.-Gal. in London), 
St. Gregor unterrichtet Knaben im Gesang (1845), Johannes d. T. vor Herodes. 
In Folge dieser Bilder von meisterhafter Ausführung wurde er mit der Ausschmückung 
von Räumen im Parlamentsgebäude beauftragt, wo er in der Dichterhalle einige 
Scenen aus Shakespeare und im Hause der Lords Fresken aus dem Alten Testament 
malte. Später folgten fast nur religiase Bilder, namentlich aus dem Leben der Maria 
Magdalena. 1841 wurde er Genosse, 1846 wirkliches Mitglied der Akademie in London. 

Herbert, W. G., engl. Maler der Gegenwart, Sohn des Vorigen, malte hauptsäch- 
lich orientalische Gegenstände von geistvoller Auffassnng und treffender Charakteristik, 
aber etwas kaltem Colorit, z. B. Sonnenuntergang in der Wüste, Gazellenjäger, auch 
Maria Magdalena am Grabe Christi. 

Herbig, Wilhelm, Historien- und Bildnissmaler, geb 2-2 April 1787 in Potsdam, 
t 5. Juli 1861 in Berlin, Schüler der dortigen Akademie, «^eit i848 Vizedirektor der- 
selben. Mit grosser Handfertigkeit arbeitete er in fast allen Zweigen der Malerei, 
ohne jedoch in irgend einem Bedeutendes zu leisten. Zu nennen sind Scene aus der 
AUgemoines Künstlor-Lexicon. S. .\afl. 2. Band. 11 



162 Herbst — Hering. 

ScMacht bei Kulm, Die Spinnerin, Eine Mutter rettet ihre Kinder und sich aus einer 
üeberschwemmung', Die Grazien (Schloss Bellevue), Eine Wasserfahrt, Bildniss des 
Feldmarschalls Kleist von Nollendorf, das Blüchers auf einem. Schimmel, König Friedrich 
Wilhelm III. u. A. Er war Ritter des rothen Adlerordens IV. Kl. 

Herbst (oder Herbster), Hans, Faler, geb. tpn 1468 in Strassburg, f 1550, 
war seit 1492 zünftig in Basel, wo er in hohem Ansehen stand. Seit 1500 fertigte 
er dort ein nicht mehr vorhandenes Altarwerk für das Dominikanerkloster. 

.Herbst, Thomas, Landschaftsmaler, geb. 27. Juli 1848 in Hamburg, bildete 
sich 1866—69 unter Steffeck in Berlin, bisl872unter V e r 1 a t in Weimar, darauf 
in Düsseldorf und Paris und liess sich 1890 in seiner Vaterstadt nieder. Von ihm 
die meistens in Privatbesitz gekommenen Bilder: Bauernfuhrw^rk nach dem" Regen, 
Tanz auf dem Lande, Frühstück im Freien, Auf der .Landstrasse. 

Herbsthoffer, Karl, Genre- und Historienmaler, geb. 1822 in Pressburg, 4- 187G 
in Paris, war in Wien Schüler der Akademie und Amerlings-'Ond" liess sich in 
Paris nieder. Unter seinen Genrebildern, oft in der Ar$ ^es französischen Rococo. sind 
bedeutend : Erwählung Arpads zum Herzog der Ma^aren, Tasso liest der Herzogin 
von Ferrara sein Heldengedicht vor, Plünderung eini^]^che (1846), Die Gewichts- 
probe, Die Herausford jrung, Nach dem Duell, Cavallere bei einem Waffensclumed, 
Scene aus der franzgpischen Revolution. , 

Herdt, Friedr. Wilhelm, Bildniss- und Historienmaler, geb. um 1790, lebte in 
Berlin, malte die Bilder: Leonore (nach Bürger), Das ürtheil des Paris, Die heil. 
Cäcilie, Aeneas rettet den Anchises aus dem brennenden Troja, Petma wird durch 
einen Engel aus dem Gefängniss geführt (Nil^olaikirche in Spandau), Amor und Psyche, 
Der Troubadour und mehrere Bildnisse des preussischen Herrscherhauses. Er -malte 
anch Copien nach italienischen Meistern. 

Herdtle, Oustar, Landsehaftmaler, geb. 20. Sept. 1835 in Stattgart,. Bruder des 
Hermann H. und des Karl Friedrich Eduard H., besuchte die Stuttgarter 
Kunstschule unter Heinr. Punt^ machte öftere Kunstreisan, wurde 1862 Zeichen- 
lehrer an der gewerblichen Fortbildungsschule in Cannstatt und 1867 am Gymnasium 
iff Stuttgart. Unter seinen Landschäften sind zu nennen : Partie aus dem Zülerthal 
(bei der Königin Olga von Württemberg) und Kalksteinbrüche bei Münster. 

Herdtle, Hermann, Landschafts- und Architekturnialer, geb. 18T9 in Stuttgart, 
t 5. Juli 1889 das;, anfangs Theatern: aler, widmete sich seit 1840 unter Stein köpf 
den genannten Fächern, bereiste zu diesenr*Zweck Deutschland, Frankreich, ItaUen 
und Belgien und brachte seitdem Bilder r©n correcter Zeichnimg und trefflicher 
Stimmung, meistens aus Oberitalien und der Schweiz. Mehrere dersejben im Landhaas 
Rosenstein bei Stuttgart. 

Herdtle, Karl Friedrich Eduard, Zeichner -and Modelleur, geb. 16. Dec. 1821 
in Stuttgart, f 10. Nov. 1878 das., Bruder der, beiden Vorigen. ScljrtQer def poly- 
technischen Schule in Stuttgart unter Manch, nachher Lehrer an der Centralstelle 
für Handel und Gewerbe, besuchte für seine Zwecke "mehrere Weltausstellungen und 
machte sich bekannt namentlich durch sein „Wandtafel-Vorlegewerk für'den ElementfUP^ 
Unterricht im Freihandzeichnen" und ähnliche Werke. , 

H6reau, Jules, franz. Thiecr undLandschaft^maler, geb. 1831, f 26. Juni 1879 
durch einen unglücklichen Stürz aus dem Wagen. Unter seinen eben nicht zahlreichen 
Bildern werden erwähnt : Pferde im Stalle,, Kühe, auf einer Ebene der Normandie, 
Küste bei Honfleur. 

Hergenroeder, Georg Heinrich, Ttfaler, geb. 1736 in Darmstadt, t um 1794, 
vs?j- am meisten in Oifenbaöh thätig, malte besonders .unterirdische Höhlen, Kata- 
komben und Gewölbe, Springbrunnen mit Reliefs und Statuen, auch staffirt mit 
Zigeunern und Räuberscenen. Im Museum zu Kassel- zwei derartige Bilder, 
von ihm. 

Herholdt, Johann Daniel, dänischer Architekt, geb. 13. März 1818 in 
Kopenhagen, Schüler der dortigen Akademie unter H e t s c h , baute Holzhänser in 
Drontheim, besuchte 1851 die alte Stadt Wisbyauf der Insel Gotlaüd und bereiste 
Deutschland, Frankreich und Italien«, Seine Huiptbauten sind in Kopenhagen die 
Universitätsbibliothek in norditalienischem Rundbogeostil, das Studentenhaus auf 
Gammelholm, der neue Bahnhof und in Korsör die neue Kirche. 

Heringii George Edwards, engl. Landschaftsmaler deutscher Abkunft, geb. 1805 
in London, t 18. Dec. 187^ das., war anfangs in einem Bankgeschäft, widmete sich 
seit 1829 in München der Malerei, ging nach Venedig und bereiste von da ganz 
Italien, Constantinopel, Kleinasien, Ungarn und Siebenbürgen, lieferte Illustrationen 



Hering — Herlin. 163 

zu Pagets Reisewerk, gab selbst öine Schrift über die Berge der Schweiz, Tirols 
und Italiens heraus und malte Ansichten von Gegenden aus Italien und Griechenland. 

Hi^ring, Johann (reorg) Maler des 16. Jahrh. aus Eschwege, Schüler von 
Chris|oph Müller in Kassel, bildete sich seit 1587 in Italien -weiter aus und 
wurde 1620 Hofmaler in Prag, wo er viel für das Stift Strahow malte. 

Hering, Loyen, Bildhauer der 1. Hälfte des 16. Jahrh., fertigte 1518—21 das 
Marmordeukmal des Bischots Georg III., Schenk von Limburg, im Dom zu Bamberg 
Und ebenfalls mit Renaissancemotiven 1519 das der Margarethe von Elz nach einem 
Holzschnitt Dürers in der Karnieüterkirche zu Boppard, vielleicht auch die Marmor- 
statue des heil. Willibald von 1515 und das Grabmal des Bischofs Gabriel von Eyb 
im Dom zu Eichstätt. 

Herkomer, Hubert, Maler, Aquarellist und Radierer, auch Dichter und Com- 
ponist, geb. 26. Mai 1849 in Waal bei Landsberg in Bayern; er .kam als Kind nach 
Amerika und als achtjähriger Knabe nach England, wo er sich dauernd niederlassen 
sollte. Er lernta^in den Kunstschulen zu Southampton, Southkensington und besonders 
auf der Münchener Akademie (1865). Obwohl ganz zum Engländer geworden, wahrte 
er seinem Geburtslande ein warmes Interesse und liess sich auch zum bayrischen Bürger 
machen, um die Schwester seiner verstorbenen Frau heirathen zu dürfen. H. war 
eine Zeitlang- Slade-Professor of fine Ai'ts an der Oxford-Universität, ist Mitglied der 
Berliner und Münchener Akademien und seit 1890 kgl. bayrischer Professor. Er erhielt 
die goldene Ehrenmedaille auf der Pariser Weltausstellung 1878, die grosse goldene 
Medaille Berlin 1886. und viele Andere. H.'s Genrebilder, obwohl sie stofäich vielfach 
auf das oberbayrische Volksleben zurückgreifen, Tod des Wilderers, Der Bittgang, 
Des Wilderers Vater, Kühe auf der Alm u. s. w., zeigen doch eine ganz englische 
Auffassung mit ihrer gewissen , Eleganz und Weichheit. Als Aquarellit vornehmlich 
Landschafter, gehört er au den besten Meistern und zeichnet sich durch eine Vorliebe 
für einen röthlichen Gesammtton aus. Sein Bestes leistete H. bis jetzt auf dem 
Gebiet der Bildnissmalerei, und war sein Auftreten hierin bei Gelegenheit der Berliner 
Juiulätkpisausstellung 1886, auf der zum ersten Mal die neue englische Malerei würdig 
dem dciatsoheB. Publikum vorgeführt wurde, epochemachend. Miss Grant (Dame in 
Weiss), DieDaiuein Schwarz, Kapellmeister Hans Richter, Stanley, Lady Eden sind 
Leistungen, die wir auch heute noch zu dem Besten der Büdnissmalerei rechnen, wenn 
wir sie auch nicht so überschwenglich feiern wie vor fünf Jahren, als sie im Sieges- 
zug über das Festland wandelten. Diese Bildnisse hat H. auch meist radiert. Ueber 
seine Carri6re, Ziele und Prinzipien in dieser Kunst hat sich H. in dem Buch 
.Etching and Mezzo-tint Bngraving" verbreitet. Als Radief-er ist H. ebenfalls hoch 
zu stellen, wenngleich auch hier mau gerne auf etwas melrf Energie träfe ; manche 
Landschaften sind sehr stimmungsvoll, und Bildnisse, wie z. B. SelbstbUdniss, Vater 
und Ei^eV, Gwendrydd ete. in der Zeichnung~8chön. Er 'hat ein Verfahren erfunden 
and patentirt, auf Koitfffllfi^Drttckerfarbegtiittalte Bilder galvanoplastisch abzulagern 
und so drnckfähig sea tas^^fx. $ i^s Ergebniss gleicht der Schabkunst, ist aber 
natürlich viel leichter hewBCftellen, ikid bedingt nicht das Erlernen einer besonderen 
Technik. Seit einiger Zeit leitet H» eine private Kunstanstalt in Bushey bei Hampton 
Court, in der Nilhe von London. 

jler)e, Wilhelm von, s. Wilhelm, Meister. 

Herlin, Auguste, franz. Genremaler, geb. 18. Aug. 1835 in LiUe, Schüler von 
Frangois Souchon, brachte seit 1861 viele mit Geist und Humor behandelte 
Scenen aup dem Alltagsleben, z. B. Das Viaticom, Das Bapsdreschen, Die Wäscherinnen, 
Vergnügungsreise (1863), Besuch beim Gevatter, Begräbniss eines Armen (1866), 
Antrill; einer Missionsreise, Ufer des Sees von Evian in Savoyen, Vision am Char- 
freltag bei den Dominikanern, Duell junger Damen u. A. 

Herlin, Friedrich, altdeutscher Maler und Bildschnitzer des 16. Jahrh., f um 
i499 in Nördlingen, war in Ulm, in Rothenburg a. d. Tauber und seit 1497 in 
Nördlingen thätig. In seinen Bildern zeigt er eine entschiedene Verwandtschaft 
mit Regier v. d. Weyden, der vermuthlich sein Lehrer war, war aber in den Formen 
allerdings plumper als dieser, so dass er durch diese üebertragnng der Brabanter 
Schule nach Oberdeutschland von Interesse ist. Seine Hauptwerke sind: Der Hoch- 
altar von 1462 in der Georgskirche zu Nördlingen mit den Flügelbildern aus der 
Kindheitsgeschichte Jesu, dem Jüngsten Gericht, PaSsionsscenen und Auferstehung; 
völlig beglaubigt aus dem Jahre 1461 die Flügel its berühmten Hochaltars in der 
St. Jacobskii'ehe zu Rothenburg, auch die Flügel eines Altars in der Georgskirche 
zu Dinkelsbühl und in der Stadtkirche zu Nördlingen. Von grosser Bedeutung das 



164 Herman — Hermana. 

Triptychon in der Stadtkirche zu Nördiin^gen mit der Jahreassahl 1488. Aach die 
Malereien und Schnitzwerke des Altars der Blasiuskirehe in Bopfiagen. 

Herman, öeorg, Kupferstecher und Goldschmied, geb. 1579 in Ansbach, Sohn 
des Stephan E. Er stach 8 Blätter mit TMeren nach A.jjman Msxi. seinem Vater 
und 8 Blätter mit Vögeln und Insekten. 

Meraian, Hermine Ton, Landschaftsmaierin, geb. 30. Dec. 1857 in Komorn 
(Ungarn), Schfilerin von Darnaut in Wien, wo sie sich 1891 niederliess. Bekannt 
wurdeji von ihr: Abendlandschaft, Frühling, Abendstimmung und ein Eosenbild. 

Herman, Stephan, Kupferstecher und Goldschmied aus Ansbach, lebte in den 
letzten Decennien des 16. Jahrb., Vater des Georg H., radierte 18 landschaftliche 
Blätter mit Thieren ebenfalls nach Amman und 12 Blätter Muster für Gold- 
schmiede (1586) 

Hermann, Joseph, Maler, geb. 1735 zu Freiburg i. B., f um 1790, ging vom 
^tudium der Theologie und Philosophie zur Malerei über, worin er besonders Hans 
Baidung, Holbein, Stimmer und später in Rom Carlo Maratta zu Vorbildern nahm 
md besonders schöne Köpfe, auch Seestürme malte. 

Hermann, Joseph ü., Bildhauer, geb. 12. März 1800 in Dresden, f 7. Nov. 
1869 in Loschwitz, Sohn des gleichnamigen Bildhauers (f 1818), geschätzter Schüler 
7on Tho}waldsen. Bekannt ist von ihm nur die Statue der Saxonia an der Haupt- 
sache in Dresden. 

KermaEB, Karl, Maler der i. Hälfte des 19. Jahrb., f 1845 in Breslau, copirte 
'n Rom Bilder von Franc. Francia und Raffael und malte als eigene Arbeiten in 
Breslau geschätzte, gemüthvolle Historienbilder und Bildnisse. 

Hermann, Karl Heinrich, Historienmaler, geb. 6. Jan. 1802 in Dresden, 
t 30. April 1880 in Berlin, anfangs Schüler der Akademie seiner Vaterstadt unter 
Hartmann, wurde 1822 Schüler der Akademie in München unter Cornelius, 
dem ?r 1823 nach Düsseldorf folgte. Hier erhielt er den Auftrag, mit ErnstFörster 
und Götzenbergerdie Aula der Universität Bonn mit Fresken zu schmücken, worin 
er die grosse Gruppe der Theologie malte. 1825 zog er mit Cornelius nach München, 
wo er im Göttersaal der Glyptothek, in den Arkaden des Hofgartens den Sieg Ludwigs 
des Bayern bei Ampfing, im Königsbau Fresken aus Wolfram von Eschenbachs 
Parcival und in der protestantischen Kirche das Bild der Himmelfahrt Christi malte. 
Ebenso thätig war er bei den Malereien in der Ludwigskirche, wo er nach eigenen 
Compositionen die Evangelisten Lucas und Johannes, die Auferstehung, die Ver- 
kündigung und die Kirchenväter malte. Als Cornelius 1841 nach Berlin ging, erlnelt 
er die Oberleitung der in der Vorhalle des Museums auszuführenden Fresken nach 
S c h i n k e 1 s Entwürfen, entsagte aber schon im folgenden Jahre dieser Arbeit. Seine 
übrigen Werke sind die 14 grossen Fresken in der 1840 — 46 restaurirten gothischen 
Klosterkirche in Berlin (die grossen Propheten, die Evangelisten und die Apostel 
Petrus und Paulus), seine Betheiligung an der stereochroraischen Ausmalung der 
Berliner Schlosskapelle und das Bild der Bergpredigt in der Kirche zu Oschatz. 
Neben und nach allen diesen Werken entstanden in den 40er Jahren seine 15 grossen 
Zeichnungen zur r,Geschichte des deutschen Volkes", die 1851— 53 von Thaeter, Merz, 
Langer, Gonzenbach u. A. gestochen wurren. Gegen das Ende seines Lebens arbeitete 
er an einem Cyklus von Darstellungen au , der Geschichte Englands. 

Hermann, Laüwig, Marine- und Architekturmaler, geb. 1812 in Greifswald, 
t 29. Dec. 1881 in Berlin, wo er einen grossen Theil seines Lebens thätig war. 
Bilder von ihm sind z. B. Küste von Rügen (1840), Eine Stadt am Ufer der £ helde 
(1846, beide in der Kursthalle zu Hamburg), Holländischer Binnenhafen (1851, Eudol- 
finum in Prag) und ähr iche Bilder in Privatbesitz. 

Hermann, Pliilipii, Glasmaler aus Münster in Westfalen, t 1392 in Metz, wo 
er in der Kathedrale da i grosse Radfenster und 8 Fenster im Mittelschiff malte. 

Hermann, Woldemar, Landschafts- und Architekturmaler des 19. Jahrb., thätig 
in Dresden zwischen 1830 und 1850. Genannt werden mehrere Bilder von ihm aus 
Rom, aus Venedig, aus der Gegend von Salzburg, Innsbruck, eine Ansicht von Meissen 
und andere landschaftliche Bilder. 

Hermans, Charles, belgischer Genremaler, geb. 17. Aug. 1839 in Brüssel, 
widmete ,sich dort der Malerei bis zu seinem 19. Jahr, war dann drei Jahre in Paris 
in der Ecole des beaux-arts und im Atelier von Gleyre, lebte 1862—66 in Italien 
und malte in seiner Vaterstadt Bilder, die anfangs ziemlich unbe^achtet blieben, bis 
1875 das Genrebild in lebensgrossen Figuren In der Morgendämmerung folgte, das 
eine unmoralische Gesellsihaft beiderlei Geschlechts nach einer durehscbwärraten 



Hermelin — Herp. |65 

Nacht in kecker, breiter, aber kalter und kreidiger Farbe darstellt. Dann folgten 
noch die weniger interessanten Bilder: Der Kaffee nach Tisch (1878), Sonntagsbesuch 
aaf der Klinik der Kinder im Spital von St. Pierre in Brüssel, Ein Ma.skenball (1880) 
und Die Ruhe (1882). 

Hermelin, Olof, schwed. Landschaftsmaler, geb. 8. Febr. 1820 auf Gripenberg 
in Smäland, widmete sich anfangs dem Militärstand, nahm abar 1851 seinen Abschied 
und trat in die Akademie von Stockholm unter dem Landschaftsmaler Billing. 
1870 und 73 machte er Studienreisen nach Kopenhagen, Düsseldorf, Paris, Belgien, 
Holland und London. Zu seinen besten Bildern zählt man: Herbstabend, Königshütte 
in Örebro, Frühjahrsstimmung, Das Ende des Winters, Fischmarkt in Honlieur u. A. 
Er schrieb auch novellistische und archäologische Artikel für schwedische Journale 
und einige dramatische Dichtangen. 1872 wurde er correspondirendes Mitglied der 
Akademie in Stockholm, in deren Genossenschaft er schon 1870 eingetreten. 

Heriaent, Yictorj franz. Maler der i. Hälfte des 19. Jahrb., geb. in Vitry le 
FranQOis (Dep. Marne), war »thätig in Paris. 7on ihm im Museum zu Leipzig das 
Bild Ein wüthender Stier (1838). 

Hermes, JohanneSt Landschaftsmaler, geb. 28. Mai 1842 in Berlin, Schüler der 
Akademie in Düsseldorf unter Oswald Achenbach, liess sich in seiner Vaterstadt 
nieder. Unter den von ihm ausgestellten, fein gestimmten Landschaften nennen wir : 
Märkische Landschaft, Abend an der Havel, Weiden am Schilfteich, Blick auf die 
Porta Westphalica, Der Königsberg bei Pyrmont und andere aus Norddautschland. 

Hermogenes, griech. Baumeister aus Kleinasien zur Zeit Alexanders d. Gr., 
baute den Tempel der Artemis zu Magnesia im jonischen Stil als 6säuligen Faeudo- 
dipteros. 

Hermsdorf, Friedrich, Landschaftsmaler, geb. 1784 in Magdeburg, f 26. Jan. 
1852 in Karlsruhe, war im Fach der Landschaft badischer Hofmaler. 

Hernanaez, Doii German, span. Historienmaler der Gegenwart, Schüler der 
Akademie von San Fernando, Professor an der Malerschule von Madrid. Gerühmt 
werden unter seinen poetischen Bildern : Die Reise der Maria und des Johannes nach 
Ephesus, Die Venezianische Gondoliera, Die junge Griechin eine Vase bemalend, Die 
Grablegung Christi u. A. 

Hernandez, Gregorio, span. Architekt und Bildschnitzer, geb. 1566 in Galizien, 
t 1636 in Valladolid. Von ihm in der dortigen Kirche S. Lorenzo eine herrliche 
Virgin de los candeles, in der Kirche las Huelgas ein grossartiger Altar von 1816 
mit der Himmelfahrt der Maria den beiden Johannes und dem heil. Bernhard und 
andere Werke von ihm im Museum der Akademie. 

Hcrneyssen, Andreas, Maler der 2. Hälfte des 16. Jahrb., geb. in Nürnberg, 
trat 1578 in die Lucasbrüderschaft zu Würzburg, malte 1574 das Bildniss des Meister- 
sängers Hans Sachs, schmückte 1580 den dortigen Dom und später andere Kirchen 
in Niederbayern mit Bildern. 

Herold, Anton, Bildhauer, geb. 1833 in Prag, f 1867 das., war dort Schüler 
von Emanuel Max, arbeitete in München, Wien und Paris. Sein Hauptwerk war 
eine Lorelei, die auf der Münchener Ausstellung den ersten Preis erhielt. 

Herold, Balthasar, Erzgiesser, geb. 1625 in Nürnberg, t 1683, war in Wien 
th&tig, wo er die Säule der unbeflekten Empfängniss Maria und das eherne Grabmal 
der Kaiserin Claudia Felicitaa verfertigte. 

Herold, Johanna Helena, Aquarellmalerin, geb. 1668 in Frankfurt a. M., f in 
Amsterdam, Tochter von Joh. Andreas Graff und der Maria Sibylla, geb. 
M e r i a n, malte, wie ihre Mutter, Insekten und Blumen, heirathete in Amsterdam den 
Kaufmann Johann Herold und reiste zweimal nach Surinam, wo sie als Gehilfin ihrer 
Mutter bei deren Malereien von Blumen und Insekten thätig war. 

Herold, Wolff Hleronymns, Erzgiesser, geb. 1627 in Prag, 1 1693 in Nürnberg, 
Bruder des Balthasar H., goss 1660 die Figuren des schönen Brunnens in Nürnberg, 
1683 die Statue des Johann v. Nepomuk auf der Karlsbrücke in Prag und 1685 ein 
Christkreuz in der Kastorkirche in Koblenz. 

Heroldt, Georg, Erzgiesser aus Nürnberg, f 28. Juli 1871 in Stockholm, wo 
er 1868 die Statue Karls XII. goss und bei dem Guss einer herrlichen Fontaine von 
Molin durch das Herabstürzen der Form verunglückte. 

Herp, Gnilliam (T^'ilhelm) van, Maler, geb. 1614 in Antwerpen, f im Juni 
1677 das., soll Schüler von Rubens gewesen sein. Vor ihm im Museum zu Schwerin 
ein Bild Jesus Martha und Maria nach Luc. 10, 39, 40, und in der Galerie Harrach 
zu Wien ein Bild Soldaten überfallen ein Bauernhaus. 



166 Herpel — Herrera. 

Herpel, Franz Karl, russ. Marinemaler, geb. 28. Jan. 1850 in Wofonesch, 
Schüler von Rosenberg auf der Akademie in Königsberg, wo er seinen Wohnsitz 
nalim. Unter seinen Bildern wurden bekannt : Holländischer Fischkutter bei stürmischer 
See, Begrüssung der Flagge auf See, Kriegsschiffe, Kreuzerfregatten u, dgl. 

Herpfer, Karl, Genremaler, geb. 3Ö. Nov. 1836 in Dinkelsbühl, wurde in 
München Schüler von Ramberg, machte Studienreisen in Deutschland und malte 
bis jetzt manche gut gezeichnete, kräftig colorirt« Genrebilder meistens aus der 
Rococozeit, z. B. Die unterbrochene Verlobung (Kunsthalle in Hamburg), Schlussacene 
aus Brachvogel? „Narciss", Ankunft des Taufpathen (1874), Der junge Maestro (1883), 
Schach und matt, Ein schwerer Entschluss, Ein Kellerfest (1889). 

Herpin, L6on, franz. Landschaftsmaler, geb. 12. Oct. 1841 in Granville 
(Normandie), f 28. Oct. 1880 in Paris, wo er sich in den Ateliers von Jules Andre, 
D a u b i g n y d. A e. und B u s s o n zu einem tüohtigen Maler der realistischen 
Stimmungslandschaft ausbildete. Hauptbilder von ihm sind z. B. Die Ufer der Seine 
bei Sevres, Aus dem Wald von Fontainebleau, Umgegend von Dinan, 2 Ansichten von 
Bas-Meudon, Die Marne bei Chennevieres u. A. 

Heri'ad r. Landsberg, Dichterin und Malerin, geb. zwischen 1125 und 1130, 
t 1195, trat 1141 in das Kloster Hohenberg, wo sie 1167 Aebtissin wurde, lateinische 
Gedichte verfasste und componirte und als ihr Hauptwerk hinterliess den Hortus 
deliciarum (Lustgarten), ein Compendium alles für die Nonnen auf religiösem und 
pJofanem Gebiet Wissens würdigen mit 616 Miniaturen, das bis zum 16. Jahrh. im 
Kloster war, dann in die Bibliothek zu Strassburg kam und bei der Beschiessung 
Strassburgs 1870 verbrannte. 

Herregouts, Hendrik, holländ. Maler, geb. 1633 in Mecheln, t um 1704 in 
Antwerpen, malte in den Kirchen zu Antwerpen, Brügge, Brüssel, auch in Köln 
kirchliche Bilder. In der Annenkirche zu Brügge sein Hauptbild des Jüngsten 
Gerichts, im Museum zu Köln ein Bild der heil. . Dreieinigkeit. 

Herrenburg, Johann Andreas, Landschafts- und Architekturmaler, gab. 6. Febr. 
1824 in Berlin, Schüler von Ed. Biermann, bildete sich durch Reisen in Deutschland, 
Frankreich und Italien, kam 1845 nack Griechenland, wo er die antiken Denkmäler 
im Peloponnes erforschte, begleitete von da eine wissenschaftliche türkische Expedition 
nach Kleinasien, Palästina und Persien, leiite auf Cypern, wo er die erste vollständige 
Karte der Insel aufnahm. Dann bereiste er Aegypten, Nubien und Abessinien, kehrte 
1848 nach Bertin zurück und nahm 1855 seinen Wohnsitz in Dresden. Seine Reise- 
skizzen führte er in landschaftlichen und Arehitekturbildern von künstlerischer 
Auffassung und bestimmten Lichtwirktuigen aus. Zu seinen Hauptbildern gehören: 
Der Obersee im bayrischen Gebirge (Museum in Danzig), Nilufer bei Dendera, Strasse 
in Kairo, Ebene von Theben in Aegypten, Strasse in Bagdad, Motiv vom Weissen 
Nil, Küste von Paphos auf Cypern, Motiv vom Comer-See, Canal grande in Venedig, 
Die Pyramiden von Gizeh, das Effektstück Der Coloss des Memnon, Tempel der Isis 
auf der Insel Philä und viele Andere auch aus Italien. Der Sultan verlieh ihm den 
Rang eines Bei und den Medjidie-Orden. 

Herrera, Francisco de, el Tiejo (der Aeltere), spanischer Maler der Schule 
von Sevilla, geb. 1576 das., f 1656 in Madrid, Schüler von L u i s Fernandez und 
von P a c h e c 0, der erste, welcher sich von der unbeholfenen Manier der älteren 
Meister dieser Schule losmachte und in kräftigem Colorit mit kühnem Pinsel die 
realistische Richtung der spanischen Schule ausbildete. Seine Hauptwerke befinden 
sich in den Kirchefi.*seiß'er Vaterstadt, aber auch in anderen Kirchen und Sammlungen 
Spaniens. Eines derselben ist das Jüngste Gericht in San Bernardo bei Sevilla ; im 
Louvre der heil. Basilius der seine Ordensregel dictirt und im Museum von Sevilla 
als sein Meisterwerk von 1624 die Darstellung des Triumphes der heil. Hermengild, 
4 grosse 1647 vollendete Bilder im erzbischöflichen Palast daselbst : Das Mannalesen, Der 
Durst der Israeliten in der Wüste, Die Hochzeit zu Cana und Wunderbare Speisung. 

Herrera, Francisco de, el Mozo (der Jüngere), span. Maler und Architekt, 
geb. 1622 in Sevilla, f 1685 in Madrid, Sohn und Schüler des Vorigen, leistete in 
der Malerei weniger als dieser, malte gern Blumen und Fische, daher sein ital. 
Beiname „lo Spagnuolo degli pesci"- Seine Hauptwerke sind die Verklärung des 
heil. Franciscus in der Kathedrale von Sevilla, die Himmelfahrt Maria in der 
Kapelle der heil. Maria de Atocha in Madrid, wofür Philipp IV. ihn zum Hofmaler 
ernannte, im Museum del Prado die Verklärung der heil. Hermengild, worin er mit 
demselben Gegenstand seines Vaters wetteiferte, und mehrere Bilder im Don^ zu Sevilla. 
Als eines seiner Bauwerke wird genannt die Kirche der Virgen del Pilar in Saragossa. 



Herrera — Herrmaan. 167 

Herrera, Juan de^ talenty-oller span. BaomeistM?, geb. um 1530 in Mobellaa 
de lasAsturlas de SantUlana, Schüler des Jntin de Toledo, st'ndirte in Yalladolid, 
ging nach Brüssel und Italien, widmete sich der Mathematik und der Architektur, 
wurde der Nachfolger des Juan de Toledo in den riesenhaften Bauten des Escorial, 
und baute selber die Kirche desselben. 

Herrera BarnneTO, Sebastianov Span. Maler, Bildhauer, Architekt und Kupfer- 
stechef, geb. 1619 in Madrid, f 1671 di»., Schüler des A 1 o n s o Cano in der Malerei, 
wurde ßeschliesser des Escorial. In der Plastik wai' sein Hauptwerk der an die 
Säule gebundene Christas (in Wachs), in der Malerei ein Bild des heil. Barnabas (im 
Escorial), der heil. Hieronymus in dör Wüste, Johannes auf Patmos, Johannes d. T. 
in der Wüste. 

Herreyns, Daniel, Maler und Radierer, geb. 1678 in Antwerpen, Sohn und 
Schüler des älteren Jacques H. Unter seinen seltenen Blättern werden genannt: 
Orpheus bezaubert die Welt durch die Töne seiner Leier, Der Tod der Eurydice, 
Der Künstler in seinem AteUer. 

Herreyns, Goillaame Jacques, Maler und Architekt, geb. 1743 in Antwerpen, 
t 10. Aug. 1827 das., Sohn und Schüler des jüngeren Jacques H. und Schüler der 
Akademie seiner Vätei%tädt,"Wö er 1762 und-1764 Preisö^erhielt, Lehrer der Geometrie 
und Perspektive und einer der Direktoren derselben wurde, hier wie in Mecheln die 
Besuche mehrerer fürstlichen Personen erhielt und durch sein Beispiel und seine 
Arbeiten grossen Einfluss auf die belgische Malerei ausübte. In der Kathedrale zu 
Antwerpen von ihm ein Altarbild Christus in Emmaus (1825) im dortigen Museum 
mehrere BUdnisse und das Bild : Der letzte Seufzer Christi. 

Herreyns, Jacques d. Ae., Maler und Radierer, geb. im Dec. 1643 in Antwerpen, 
t 1. Jan. 1732 das., Schüler von Norbert van Her p, wurde 1676 Meister der 
dortfigen Lucasgilde, zeichnete Tapetenpatronen, malte Bilder für die Eorchen seiner 
Vaterstadt, staffirte auch die Bilder Anderer. Im Museum zu Antwerpen von ihm 
ein Bild von Gott Vater auf einem Wolkenthrone. Er radierte auch einige Blätter 
biblischen und mythologischen Inhalts. 

Herring, Jolin Frederick, engL Thiermaler, geb. 1795 in Surrey (London), 
t 23. Sept. 1865 in Tunbridge Wells (Kent), begann seine Tätigkeit mit Malen von 
Wirthshausschildern und Kutschen, malte auch besonders gern Pferde wurde Schüler 
v®n A. Cooper und widmete sich ganz der Thiermalerei. Sehr beliebt wurden 
seine Bilder: Die Rückkehr vom Wettrennen in Epsom, Der Markttag, Dei Pferde- 
markt und seit 1841 Die Postkutsche zur Zeit Georgs IV., Hetzställe, Bauemstllle 
und die poetisch originelle Composition Mazeppa. Er war Mitglied der Gesellschaft 
britischer Künstler. 

Herrlein, Joli. Andreas, Genremaler, geb. 1720 in Würzburg, f 1796 in Fulda, 
malte Jagden, Landschaften, Tanzbelustigungen, Bauerngesellschaften, Aerztliche 
Operationen, Badende Nymphen, Bilder von correcter Zeichnung und fleissiger Aus- 
führung, aber oft unangenehmer Farbe. Er war Hofmaler des Fürstbischofs von 
Fulda. Bilder von ihm im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M., im Museum 
zu Därmstadt, in Kassel, im Rudolfinum in Prag und im Germanischen Museum zu 
Nürnberg. 

Herrlfberger, David, Kupferstei^her, geb. 1697 in Zürich, f n77 das., war 
dort Schüler von J. Me^lchior Füssli, in Angsburg von Joh Daniel Herz 
und in Amsterdam Schüler und Nachahmer von P i c a r t. Zu seinen besten Werken 
zählen die „helvetische Topographie" und der „schweizerische Ehrentempel'^ . 

Herrlich, Philipp, Genremaler, geb. 1818 in Solras-Laubach, trat auf denRath 
Philipp Veits ins Städelsche Institut zu Frankfurt a. M. und wurde Schüler von 
Rüstige. Anfangs malte er Bildnisse in Aquarell, später lobenswerthe Genrebilder 
aus dem Leben der Bewohner von Oberhessen, z. B. Das genesende Kind, Hansel 
und Gretel, Der Storch hats ^-ebracht, Vorbereitung für die Schule u. A 

Uerrmann, Alexander, Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 1814 in 
Glauchau, machte seine Studien in Dresden, und bereiste Italien, aus dem er die 
Stoffe seiner meisten Bilder entlehnte. Solche sind : Der Hochaltar und andere Partien 
ans S. Marco in Venedig, die Earche S. Zeno in Verona, die Kirche Sta. Maria della 
Catena in Palermo, die Loggia dei Lanzi in Florenz, Abendlandschaft bei Olevano, 
•ausserdem die Ruinen des Klosters PaulinzeUe in Thüringen u. A. 

Herrmann, Curt, Bildnissmaler, geb. 1. Febr. 1854 in Merseburg, Schüler von 
Steffeck in Berlin und von Lindeaschmit in München, wo er sieh niederliess. 
Unter seinen Bildnissen namhafter Personen befinden sich: Der Komponist Robert 



Igg Herrmana - Hertel. 

Franz (Museum in Halle), Der Kunstförscher Muther in München, Der Erauereibesltzer 
Pscborr daselbst und mehrere Selbstbildnisse. 

Herrmann, Hans, Landschafts- und Genremaler, geb. 8. März 1858 in Berlin, 
war 1874— 79 Schüler der dortigen Ä.kademie unter Knille, Gussow und Wilborg 
und von 1880 — 83 Schüler von Duck er in Düsseldorf, bereiste zu wiederholten 
Malen Holland, 1888 Italien und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er das 
Leben in den holländischen Städtea and den Strand- und Fischerdörfern zum Gegen- 
stand seiner Bilder wählte und zahlreiche Medaillen erhielt. Unter seinen durch 
wunderbare Naturwahrheit auszgezeichneten Bildern sind zu nennen : Strand bei 
llelsingör, Alter Hafen in Eotterdam, Holländische Flusslandschaft, Fischmarkt in 
Amsterdam (1886, Museum in Breslau), Holländische Fischauction, Auf den Wällen 
von Vliasingen, Strasse in Chioggia (1888), Am Gardasee (1888) und zahlreiche 
Aquarelle ähnlichen Inhalts. 

Herrmann, Heinrich Gustav, Genreraaler, geb. 8. Juni 1854 in Colditz (Sachsen), 
Schüler der Akademie in Berlin, und Julius Schraders, lebt in Berlin. Er malte 
Eine alte Zigeunerin die ihre Enkelin im Wahrsagen unterrichtet, und Zur Frühmesse 
am Allerseelentage. 

Herrmann, Karl, Historienmaler, geb. in Oppeln, f 14. April 1845, lebte einige 
Jahre in Italien, wo er die Werke Eaffaels und Tizians studirte und copirte, liess 
sich später in Breslau nieder. Von ihm werden genannt die Bilder: Die Kreuz- 
tragung, Ein Schutzengel mit einem Kinde (Kirche in Warmbrunn), Christus in der 
Glorie, Gebet am Oelberg, Gründung des Klosters zn Trebnitz (1844, Sciüoss 
Erdmannsdorf in Schlesien), Bildniss des Papstes Pius VII. 

Herrmann, Karl, Historien- und Genremaler, geb. 1813 in Koblenz, t 23. Aug. 
1881 in Mainz, bildete sich seit 1836 auf der Akademie in Düsseldorf unter Seh adow 
und schloss sich nach 1840 an Ph. Veit an. Als seine Hauptbilder gelten : Das Altar- 
bild Maria auf dem Thron von Engeln umgeben (1837, Kirche zu Wald bei Solingen), 
Jakob erblickt die Himmelsleiter (1838), Hessisches Bauernmädchen (1858), Wald- 
schloss (1872) u. A. 

Herrmann, Leon Charles, franz. Thier- und Stilllebenmaler der Gegenwart, 
geb. in Hayre, Schüler von Fromentin und Phil. Rousseau, lebt in Paris. Er 
malte lebende Thiere, humoristische Bilder, z. B. Der guitarrespielende Affe, In dflr 
Meierei, Auf der J-^gd, Halali u. s. w. 

Herrmann, Philipp Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 15. Febr. 1841 in Eschau 
bei Aschaffenburg, f 3. Juni 1894 zu Frankfurt a. M., Schüler von Rieh. Zimmer- 
mann in München, wo er Stimmungsbilder aus der oberbayerischen Hochebene malte. 

Herrmanstörfer, Joseph, Thier- und Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1817 in 
Nürnberg, wo er auf der Kunstschule Schüler von Reindel war, später seit 1842 
auf der Akademie in München, wo er sich niederliess. Von früher Jugend an malte 
er Thierbilder, namentlich Pferde und Kühe, die er auf seinen Wanderungen im 
bayerischen Gebirge und Tirol studirte. 1874 erhielt er die Londoner Medaille. 

Hersent, Lonis, franz. Historien- und Bildmssmaler, geb. 10. März 1777 in 
Paris, t 2. Oct. 1860, Schüler von Regnault, malte anfangs Scenen aus der 
griechischen Mythe, und ging dann zum historischen Genre aus der Zeit Ludwigs XVI., 
Gustav Wasas und zur Idyllenmalerei mit einem Anfluge von sinnlichem Reiz über, 
später auch zum Bildniss. Genannt werden seine Bilder . Achilles liefert dem 
Agamemnon die Briseis aus, Atala vergiftet sich in den Armen des Chactas, Daphnis 
und Chloe, Bildnisse von Casimir Perier und des Operncomponisten Spontini. 

Hertel, Albert, Landschafts- und Stilllebenmaler, geb. 19. April 1843 in Berlin, 
bedeutender Colorist der dortigen Schale, der mit feiner Empfindung für Charakter 
und Stimmung vorzugsweise die südliche Landschaft und das Meer mit einer grossen 
Farbenbravour cultivirt; so in den Bildern: Ariccia bei Rom, Blick auf das Cap 
Portofino an der Riviera bei Genua, Acqua acetosa, Gapri, Via Flaminia bei Rom, 
Abziehendes Gewitter bei Genua (1878) und Nordische Strandscene (1883, beide in 
der Nationalgalerie zu Berlin), Panorama von Gastein, Sommerabend vor dem 
Brandenburger Thor. Fast ebenso feines Gefühl offenbarte er auch in seinen Still- 
leben, z. B. Genueser Stillleben mit Fischen, grossen Decorationen für Speisesäle 
(1875 — 77), Aquarellen von Ansichten ans Rom and vleten anderen Aquarellen. 

Hertel, Karl Konrad JuUh», Geniemaler, geh 17. Oet 1837 in Breslan, 
t 10. März 1895 in Düsseldorf, Schüler der Akademie in Düsseldorf unter Wilh. 
Sohn, besuchte die Hauptkunststädte Deutschlands, liess sich in Düsseldorf nieder 
und bereiste jährlich Holland und Belgien. Unter seinen sinnig empfundenen und 



Herter — Herz. 169 

trefflich colorirten Bildern nennt man : Spielende Knaben, Auszug der Landwehr, Der 
Reconvalescent, Jung-Deutschland (National-Galerie in Berlin und Museum in Leipzig), 
Viel Lärm um nichts, Bildniss des Kommerzienraths Alfred Krupp. 

Herter, Ernst Gnstar, Bildhauer, geb. 14. Mai 1846 in Berlin, bildete sich 
auf der dortigen Akademie unter Aug. Fischer, Bläser und Albert Wolff 
und machte eine Studienreise nach Italien. Seine bisherigen sehr erfreulichen Werke 
sind die Bronzestatue eines ruhenden Alexander, Marmorstatue des sterbenden Achilles 
(1886, beide in der Nat. Gal.), Marmorstatue der Antigene, Kriegerdenkmal in Spandau, 
Statue Kaiser Wilhelms I. für das Kriminalgerichtsgebäude in Moabit, Erzdenkmal 
in Brüssel für die im Kriege von 1870|71 gefallenen Deutschen und manche decorative 
Bildwerke für öffentliche Gebäude. 

Herterich, Heinricli Joachim, Maler und Lithograph, geb. 1772 in Hamburg, 
t 20. März 1852, Sohn und Schüler des Joh. Andreas H., malte in Pastell und 
Miniatur Bildnisse und Landschaften mit grosser Wahrheit. 1818 gründete er mit 
Speckter die erste lithographische Anstalt in Norddeutschland. 

Herterich, Johann Kaspar, Maler des historischen Genres, geb. 23. April 
1843 in Ausbach, konnte erst spät seine Studien auf der Akademie in München 
unter Phil. Foltz und später unter Piloty machen. Sein erstes unter Foltz 

femaltes Bild war Ingeborg am Meer, dann folgte 1868 als eines seiner Hauptbilder 
riedrich mit der gebissenen Wange, Guillotin zeigt dem Convent sein Modell einer 
Guillotine, und einige Genrebilder. 

Herterich, Ludwig, Genre- und Historienmaler, geb. 13. Oct. 1856 in Ansbach, 
Bruder und Schüler des Vorigen, auch Schüler von Diez in München, in dessen 
künstlerischer Richtung er sich dem historischen Genre von Scenen aus dem 16. Jahrh. 
zuwandte, unter seinen früheren Werken sind hervorzuheben eine Scene aus dem 
Bauernkriege, worin die aufständigen Bauern die Gräfin Westernburg zwing'en sie 
zu bedienen, Hochzeitszug. Mit dem Bild aus der Geschichte der Befreierin Lüneburgs 
Anna Stegen (1887) begründete er seinen Ruf für weitere Kreise. In den nun folgenden 
noch trefflicheren Werken zeigte es sich, dass das farbliche Interesse das gegenständliche 
in seiner Kunst sehr verdrängt. Seine gewissermassen disintegrirende Malweise sucht 
jede Farbstelle in ihre einzelnen Bestandtheile aufzulösen, die das Auge dann bewusst 
verbinden muss. Ein Hauptfarbenton herrscht gewöhnlich vor. In der neuen Pinakothek 
zu München Der hl. Georg; ferner von ihm das Bildniss des Prinzregenten Luitpold 
(1893), Dämmerung (1894) etc. Seine Lehrthätigkeit, Münchener Damenklasse, die er 
bis Ende 1894 ausübte, wird gerühmt. 

Hertzinger, Anton, Landschaftsmaler, Aquatintastecher und Radierer, geb. 
1763 in Fallbach (Oesterreich unter der Enns), t 1832 in Prag, Schüler der Akademie 
in Wien, thätig am Clementinum in Prag und in Dresden. Er malte und stach Land- 
schaften und Thierbilder nach J. Ruisdael, Kiengel und Dujardin und viele Thierbilder 
namentlich nach Joh. Heinr. Roos. 

Herwarth, Wilhelm, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 26 Juli 1853 in 
Berlin, Schüler und Gehilfe Wilbergs bei dessen Hygieine-Panorama jetzt Hilfs- 
lehrer der akademischen Hochschule in Berlin, Auch Mitarbeiter am Pergamon- und 
am Nero-Panorama. In Oel malte er Bilder aus Stargard, das Schloss Schönhausen 
des Fürsten Bismarck, das Innere von S.Marco in Venedig, eine Ansicht von Wismar, 
die Klosterkirche in Jerichow und architektonische Aquarelle aus Mecklenburg, 
Brandenburg und aus Venedig. 

Herwegen, Peter, Maler und Lithograph, geb. 15. Febr. 1815 in Köln, f 28. Dec. 
1893 in München, war 1826— 30 Schüler von Mengelberg, malte treffliche Miniatur- 
und Aquarellblätter. Am bekanntesten wurde er durch seine Blätter zum König- 
Ludwigs-Album und durch den Festzug bei Enthüllung der Bavaria, gab in 40 Blättern 
die Schätze der Kunst des Mittelalters in Salzburg und dessen Umgebung heraus 
und mehrere Originalphotographien von Gebäuden in München. 

Herwegen, Veronika Maria, Architekturmalerin, geb. 30. Nov. 1851 in München, 
Schülerin von Lindenschmit, besuchte Italien und liess sich in ihrer Vaterstadt 
nieder. Ihre Hauptwerke sind: Ansichten des römischen Forums, Das Colossenm, 
Das Pantheon, Der Bogen des Severus, Der Bogen des Constantin, andere Baulichkeiten 
aus Venedig und viele solche Aquarelle. 

Herz, Johann Daniel, Kupferstecher und besonders Verleger, geb. 1693 in 
Augsburg, t 1754 das., wurde Direktor der dortigen Kunstakademie und stach viele 
historische Blätter, z. B. eine Verkündigung, Die Kreuzaufrichtung durch die heil. 
Helena, eine Himmelfahrt der Maria u. A. 



170 Herzig — Hess. 

Herzig) August) Bildhauer der Gegenwart in Dresden. Von ihm das 1879 in 
Darmstadt enthüllte Kriegerdenkmal, bestehend aus einer Victoria, die einem zum 
Tode getroffenen kämpfenden Krieger Lorbeerkränze spendet, am Sockel in Eelief die 
Begegnung Kaiser Wilhelms I. mit dem Grossherzog von Hessen ^ dem Schlachtfeld 
von Gravelotte. 

Herzl, Coniel) ungarischer Genremaler, geb. 4. Juli 1858 in Budapest, Schiller 
von Bencznr und Liezenmayer in München und von Flameng in Paris, wo 
er seinen Wohnsitz nahm. Als seine Bilder werden genannt: Der Seidenhut, Pflicht- 
vergessen, Fischwäscherinnen, Staatskrüppel, Der Sieger im Trinken. 

Herzog) Hermann, Landschaftsmaler, geb. 15. Nov. 1832 in Bremen, seit 1849 
Schüler der Akademie in Düsseldorf, wo er sich unter Schirmer ausbildete, aber 
mehr in der Weise Leus und Hengsbachs malte. Von seinen Reiasr nach Norwegen, 
der Schweiz, Italien und den Pyi'enäen brachte er Gebirgslandschaften meisterhaft 
in Zeichnung und Colorit, aber eben nicht sehr poetisch in der Auffassung, z. B. 
Das Schwingfest in ünspunnen in der Schweiz (1862), Norwegischer Fjord, Das 
Wetterhorn, Das Lauterbrunnenthal, Norwegischer Wasserfall u. A. Seit 1869 bereiste 
er Nordamerika, malte aus dem Yosemitethal in Kalifornien, und nahm seinen 
Wohnsitz in Philadelphia. 

HesS) Anton Heinrich, Bildhauer, geb. 20. Aug. 1838 in München, Sohn von 
Heinrich v. H., bildete sich dort unter Zu mbu seh, bereiste von 1866— 68 Italien, 
und wurde 1875 Professor an der Kunstgewerbeschule seiner Vaterstadt. Seine 
Hauptwerke sind 4 colossale Balconfiguren am dortigen neuen Rathhause, eine Giebei- 
gruppe und 2 Figuren am neuen Wilhelmsgymnasium, Viele Grabdenkmäler, darunter 
das Knorr-Monument auf dem Campo Santo des alten I^iedhofs, auch Bildnissbüsten 
von treffender Charakteristik. 

Hess, August') Historienmaler, geb. 1834 in Müncheii, f 10. Oct. 1893 das. Von 
ihm in der Neuen Pinakothek ein Bild der heil. Theresia im Gebet (1861). 

HesS) Engen, Genremaler, geb. 25. Juni 1824 in München, f 21. Nov. 1862 das., 
Schüler seines Vaters Peter v. H. und der dortigen Akademie, bildete sich nachher 
in Antwerpen und in Paris, machte 1849 und 50 Reisen in Frankreich und Belgien 
und liess sich in seiner Vaterstadt nieder. Er entlehnte die Stoffe seiner trefäichen 
BUder häufig dem Mittelalter und der Zeit der Eenaissance. Die besten derselben 
sind : Ueberfall des Generals Wrangel von den Bayern auf der Hirschjagd bei Dachau 
164T (Neue Pinakothek), Ein Ritter als Gast bei Dominikanern (daselbst), Botschaft 
atfgf dem Gefecht, Washington zwingt den General Gornwallis zur Uebergabe der 
Festung Tor ktown 1781 (Maximilianeum in München), Von ihm auch einige Original- 
radienmg£H 

Hess, deorg, deutscher Bildhauer in New- York, geb. 28. Sept. 1832 in Pfungstadt 
(Hessen-Darmstadt), war dort anfangs Klempner, wanderte 1850 nach Nordamerika, 
verdiente sich mit Schnitzarbeit so viel, dass er nach München gehen und sich vier Jahre 
unter Widnmann ausbilden konnte. Dann kehrte er nach Amerika zurück und 
machte sein Glück mit Idealbildern, Statuen lyrischen und romantischen Inhalts und 
Bildnissbüsten, z. B. die Statue der Echo, Büste der Wasserlilie, Das unterbrochene 
Gebet (Relief), Büste der Schauspielerin Janauschek und Statue eines jugendlichen 
Goethe. 

Hess, Heinrich Maria von, Historienmaler, geb. 19. April 1798 in Düsseldorf, 
t 29. März 1863 in München, kam mit seinem Vater, K arl Ernst Chris toph H., 1806 
nach München, wo er auf der Akademie Schüler von Peter v. Langer wurde und 
sich gleich anfangs der religiösen Malerei widmete. 1821 ging er nach Italien, wo 
er vier Jahre blieb, die Werke Raffaels und der Präraffaeliten studirte und sich an 
Overbeck anschloss. 1826 erhielt er dort durch Cornelius einen Ruf als Professor 
an die Akademie in München, wo er auch die Leitung der Glasmalerei-Anstalt über- 
nahm. Diese Professur legte er 1847 nieder und wurde 1849 Direktor der vereinigten 
Sammlungen. Schon durch seine ersten Werke erregte er Aufmerksamkeit, darunter 
befinden sich eine Grablegung (Theatinerkirche in München), einige Madonuen, Glaube, 
Liebe, Hoffnung (Gal.' Leuchtenberg in St. Petersburg), eine büssende Magdalena, 
die Christnacht. Von späteren Werken ist am bekanntesten geworden die in der 
Neuen Pinakothek befindliche unvollendet gebliebene Einsetzung des Abendmahls (1862). 
Mit seinen Schülern entwarf er dann die Cartons für die Glasmalereien des Doms in 
Regensburg und malte zwei grosse Cyklen von Fresken in der Allerheiligen- und in 
der Bonifaciuskirche in München. Der erstere (1827—37) auf Goldgrund enthält die 
Hauptpunkte der kirchlichen Beziehungen des Alten und Neuen Testaments, der Andere 



Hess. 171 

(1837—46) Sceneu aus dem Leben der Verbreiter des Christenthums in Deutschland 
und namentlich des heil. Bonifacius. Er war Mitglied verschiedener Akademien und 
Inhaber einer Reihe von Orden. 

Hess, Hieronymns, Historienmaler Und Zeichner, geb. 1799 in Basel, f 1850 
das., Schüler von Jos. Anton Koch in Italien, wo er mehrere Jahre lebte. Dann 
liess er sich in seiner Vaterstadt nieder und war auch als Aquarellmaler im Genre- 
fach thätig. Viele seiner historischen Cartons und einige Genrebilder in der dortigen 
Kunstsammlung. 

Hess, Johann Benedikt d. Ae., Glas- und Steinschneider des 17. Jahrh. in 
Frankfurt a. M. (1636 — 74), hatte einen gleichnamigen Sohn, Joh. Benedikt d. J., 
geb. 26. März 1672, f 16. Sept. 1736, der als geschickter Steinschneider Cameen, 
Intaglien und freistehende Figuren schnitt. Des Letzteren Sohn war Peter H., geb. 
1709 in Frankfurt a. M., f als Mitglied der Akademie in Kassel 1782, wurde 1746 
als Bdelsteinschneider nach Kassel berufen, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er 
arbeitete an einem kostbaren Tisch, bestehend aus einer grossen Marmortafel mit 
farbigen Edelsteinen, aber vollendete ihn nicht mehr. 

HesS) Joliann Michael, Maler und Radierer, geb. 18. Sept. 1768 in Erlan 
(Oberüngarn), f um 1830, SchtUer der Akademie in Wien unter Maurer, wo er 
1794 Priamus bittet den Achilles um den Leichnam seines Sohnes malte und Professor 
an der Ingenieur-Akademie wurde. Andere rühmenswerthe Bilder von ihm sind: 
Der heil. Stephanus, Himmelfahrt Maria und als sein Hauptbild im Dom zu Gran 
die Taufe des heil. Stephanus. Unter seinen Radlemngen nennen wir : Die btissende 
Magdalena, Tod der Virginia, Venus und Amor in einer Landschaft (alle drei 1812) 
und die Grablegung Christi (1816). 

Hess, Karl, Landschafts-, Thier- und Genremaler, geU. 1801 in Düsseldorf, 
1 16. Nov. 1874 in Reichenhall, Sohn des Kupferstechers KarlErnst.ChristophH., 
Bruder von Heinrich Maria und ^on Peter v. fl., ging von der Kupferstecher 
Kunst zur Malerei der mit Thieren staffirten Landschaft über, wurde Schüler seines 
Bruders Peter und Wagenbauers und liess sich in Münden nieder Zwei Bilder 
von ihm in der Nationalgalerie zu Berlin. 

Hess, Karl Adolf Heinrich', Pferde- und Soldatenmaler, auch Kapferstecher, 
geb. 1769 in Dresden, f 3. Juli 1849 in Wilhebnsdorf bei Wien, war im Kupferstich 
Schüler von Ephraim Gottlieb Krüger und in der Malerei von K a r 1 Christ. 
K 1 a s 8 in Dresden. 1808 zog er nach Wien, wurde Lehrer an der Akademie, machte 
für seine Pferdestudien Reisen in Ungarn, Russland, der Türkei und England und 
erlangte eine gründliche Kenntniss der Pferderacen. Sein Hauptwerk ist „Die Reit- 
schule oder Darstellung des natürlichen und künstlichen Ganges der Campagnepferde' 
(12 Kupfer) und Pferdeköpfe in natürlicher Grösse. 

Hess, Karl Ernst Christoph, Kupferstecher, geb. 22, Jan. 1755 in Darmstadt, 
t 25. Juli 1828 in München, ältestes Glied dieser Künstlerfamilie, lernte die Kunst 
des Ciselirens unter seinem Schwager Hohleisen in Mannheim, widmete sich 1776 
der Kupferstecherknnst in Augsburg, arbeitete seit 1777 in Düsseldorf, wurde 1782 
Professor an der Akademie und zog 1806 nach München. Seine Hauptblätter sind: 
Der Wunderdoctor nach Gerhard Dou, Himmelfahrt Maria nach Guido Reni, Rubens 
und seine erste Frau nach Rubens (punktirte Manier), die Heil. Familie nach Raflfael 
(Pinakothek in München), Maria mit dem Kinde nach Carlo Dolci, die Anbetung der 
Könige nach Jan v. Eyck, Christus disputirt im Tempel mit den Schriftgelebrten nach 
Rembrandt, dasselbe nach Honthorst, die Aufrichtung des Kreuzes nach Rembrandt, 
das Jüngste Gericht nach Rubens (Pinakothek in München) und einige Bildnisse, 
darunter nach Stieler Maximilian Joseph I. von Bayern. 

Hess, Ludwig, Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 16. Oct. 1760 in 
Zürich, t 13. April 1800, wurde durch seinen Verkehr mit dem Dichter und Maler 
Salomon Gessner zur Malerei geführt, reiste 1794 nach Rom und Florenz und malte 
lobenswerthe Landschaften aus der Alpenwelt und aus Italien, z. B. Der Montblanc, 
das Rütli, die Teilskapelle, radierte auch mehrere derartige Landschaften. 

Hess, Max, Historienmaler, geb. 15. Oct. 1825 in München, f 19. Juli 1868 im 
Bade Lippspringe, jüngster Sohn des Peter von H. und Schüler desselben, bildete 
Sich weiter in Paris und in Düsseldorf und nahm hier seinen Wohnsitz, wo er bei 
Künstlerfesten und als Decorationsmaler thätig war. Von ihm die Bilder : Brand- 
schatzung eines Klosters, Büdniss des Opernsängers Aug. Kindermann (Zeichnung), 
der Alexanderzug nach Thorwaldsen, Fackelzug bei der Vermählung der Prinzessin 
Stephanie von HohenzoUern mit dem König von Portugal (vollendet von Oswald 



172 Hoss — Hessler. 

Achenbac h), Puritaner auf der Wache, Bühnenvorhaug für den Saal des Malkastens 
in Düsseldorf (vollendet 1872 von Grotjohann). 

Hess, Peter von, Schlachtenmaler, geh. 29. Juli 1792 in Düsseldorf, f 4. April 
1871 in München, ältester Sohn des KarlErnstChristophH., Schüler seines Vaters 
und seit 1806 der Akademie in München unter K ob eil. Er nahm an den Feldzügen 
gegen Frankreich 1813—15 im Hauptquartier des Fürsten Wrede Theil, machte dann 
Studienreisen nach Wien, der Schweiz und Italien und brachte von daher Skizzen zu 
zahlreichen Bildern. 1833 begleitete er den König Otto nach Griechenland, wo er 
das Land und Volk studirte, dessen Darstellung ihn in den nächsten sieben Jahren 
beschäftigte. 1839 folgte er einem Ruf nach St. Petersburg und malte in Moskau die 
Hauptbegebenheiten aus dem mssisch-französischen Kriege. Er war bayrischer Hof- 
maler und Mitglied der Akademien von München, Berlin, Wien und St. Petersburg. Die 
bedeutendsten seiner auf eigener Anschauung beruhenden Bilder sind: Die Schlacht 
bei Arcis sur Aube (1817, noch ganz in Kobells Manier), ein Bivouac Polaken und 
Morgen im Dorf Partenkirchen (beide in der Galerie Leuchtenberg zu St Petersburg), 
Gefecht im Engpass bei Bodenbühl an der Tiroler Grenze, und in der neuen Pinakothek 
zu München Der Einzug des Königs Otto in Nauplia, Die Schlacht bei Austerlitz, 
Einzug des Königs Otto in Athen und 5 Skizzen zu den Darstellungen aus dem 
griechischen Befreiungskampf (in den Arkaden des Hofgartens in München von N i 1 s o n 
in Fresko ausgeführt), im Maximilianeum die Schlacht bei Leipzig. Viele seiner Oel- 
bilder auch im Festsaalbau und in der Nationalgalerie zu Berlin einige Genrebilder. 

Hesse, Alexandre, franz. Historienmaler, geb. 6. Sept. 1806 in Paris, f 7. Aug. 
1879 das., Neffe des Nicolaus Auguste H., Schüler von Gros, bildete sein Colorit 
nach P. Veronese in Venedig, und begründete seinen Euf durch das Bild Leichen- 
begängniss Tizians, worin er wie in den folgenden Bildern, die romantische und 
historische Richtung zu vermitteln suchte. Seine Hauptwerke sind: Scene aus dem 
Leben Lionardo da Vincis (1836), Tod des Präsidenten Brisson, Der Triumph Vittore 
Pisanis (1847, Museum des Luxembourg), Die beiden Foscari (1853), Adoption Gottfrieds 
von Bouillon durch Alex. Comnenus, Heinrich IV. auf dem Paradebett im Louvre 
1610, Belagerung von Beirut durch die Kreuzfahrer; auch seit 1852 religiöse Malereien 
in der Kirche St. Sulpice aus dem Leben des heil. Franz v. Sales und Andere in 
den Kirchen St. Severin, St. Gervais und in der Kirche St. Germain des Pres (sein 
letztes Werk). Er erhielt verschiedene Medaillen, war seit 1887 Mitglied des Instituts, 
seit 1842 Ritter, seit 1868 Offizier der Ehrenlegion. 

Hesse, Georg Hans, Landschaftsmaler, geb. 24. Sept. 1845 in Berlin, war von 
1864 — 67 Schüler von Eschke und bis 1871 auf der Kunstschule in Karlsruhe unter 
G u d e und dem Einfluss von L e s s i n g. Er malte aus den mitteldeutschen Gebirgen 
und dem Schwarzwald Bilder von ernster Auffassung der oft melancholisch gestimmten 
Motive, z. B. Rhönlandschaft (1875). 

Hesse, Nicolas Auguste, Historienmaler, geb. 1795 in Paris, f 14. Juni 1869 
das., Schüler von Gros, erhielt 1818 für sein Bild Philemon und Hanois den grossen 
Preis für Rom, malte einige Bilder aus der Profangeschichte z. B. Mirabeau in der 
Sitzung der Ständeversammlnng 1789, auch Maria beim Begräbniss Jesu (1851, im 
Luxembourg), und widmete sich dann in der Richtung von Ingres dem religiösen 
Gebiete in Bildern der Kirchen Notre Dame de Lorette, Ste. Elisabeth, Bonne Nouvello, 
St. Eustache u. A. 

Hesse, Richard, Bildniss- und Genremaler, geb. 13. März 1865 in Dresden, 
war von 1882 — 87 Schüler der dortigen Akademie unter L. Po hie und P au weis 
und zog 1891 nach Diessen am Ammersee. Unter seinen Genrebildern nennt man : 
Rothkäppchen, Der kleine Korporal, Mein Liebling, Die Fächer spräche. 

Hessel, Gerritsz, Kupferstecher des 17. Jahrb., stach hauptsächlich nach Vinck- 
Boons, z. B. die 4 Blätter der Jahreszeiten und Das Mahl vor der Hütte. 

Hessemer, F. M., Architekt, f 1860 in Darmstadt, brachte von einer Reise 
nach Italien und Aegypten viele dort aufgenommene Zeichnungen architektonischer 
Ornamente zurück, die er 1836 und 37 in dem Werke „Arabische und Altitalienisch« 
Bauverzierungen" herausgab. Er war Professor am Städelschen Institut zu Frankfurt a.M, 
wo er auch die kurhessische Grabkapelle auf dem Friedhof baute. 

Hessl, Gustav Angnst, Genremaler, geb. 1849 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Enger th, nahm dort seinen Wohnsitz. Von ihm die Bilder: Frühling 
(1876), Kindesliebe (1877), Vereitelte Flucht, Lustige Gesellschaft (1890). 

Hessier, Otto, Genremaler, geb. 1857 in Leipzig, Schüler der dortigen Akademie, 
und Ferd. Kellers in Karlsruhe, machte Reisen in Italien und liess sich in München 



Hesslöhl — Heunert. 173 

nieder. Genannt werden seine Bilder Klosterleben im Frühling, Rettung aus Sturmes- 
noth, Das Pfingstfest, mehrere Rococobilder und eine Landschaft bei Leipzig. 

Hesslöhl, Wilhelm, Kupferstecher, geb. 13. Febr. 1810 in Karlsruhe, Schüler 
von Oberthür in Strassburg, von Frommel in Karlsruhe und von Finden in 
London. Seine bedeutendsten Blätter sind: Hagar und Ismael nach Emil Jacobs, 
die Passion Christi nach Hans Holbein, die Schnitter in den Pontinischen Sümpfen 
nach Robetrt, die Vermählung des Markgrafen Rudolf von Baden mit der Gräfin 
Kunigunde von Eberstein nach Graefle und das ßildniss von Wilhelm, Markgraf von 
Baden nach Winterhalter. 

Hetsch, Gustav Friedrich, Baumeister und Maler, geb. 28. Sept. 1788 in 
Stuttgart, t 7. Sept. 1864 in Kopenhagen, Sohn des Philipp FriedrichvonE., 
ging vom Stadium der Mathematik zur Baukunst über, bildete sich bei Etzel in 
Stuttgart und 1808 in Paris, lebte 1812— 15 in Italien, wo er den Architekten Mailing 
kennen lernte, mit dem er nach Dänemark ging. In Kopenhagen wurde er 1829 
Professor der Architektur, baute dort die Synagoge und die katholische Kirche und 
machte sich durch architektonische Entwürfe einen Namen. 

Hetsch, Philipp Friedrich von, Historienmaler, geb. 10. Sept. 1758 in Urach, 
t 31. Dec. 1839 in Stuttgart, besuchte die dortige Kunstschule unter Guibal und 
Harp er, wurde 1780 Hofmaler und setzte bis 1782 in Paris sein Studium unter 
Vien, JosephVernet und David fort. 1785 — 87 arbeitete er in Rom, wurde 
Professor an der Kunstschule, 1798 Direktor der Galerie in Stuttgart, 1801 Mitglied 
der Akademie in Berlin und machte noch mehrere Reisen. Seine Bilder, ganz im 
Geist der klassischen Richtung Davids, sind meistens der alten Geschichte oder der 
Bibel entlehnt. Im Museum zu Stuttgart von ihm: Cornelia die Mutter der Gracchen 
mit ihren beiden Söhnen und sein Selbstbildniss, im Museum zu Darmstadt Brutus 
der den Geist des ermordeten Cäsar sieht. Andere Bilder von ihm sind : Der blinde 
Oedipus, Die Himmelfahrt Christi, Audromache und Astyanax, Marius auf den Ruinen 
von Carthago, in der Schlosskirche zu Stuttgart die Auferstehung Christi. 1808 erbi>-lt 
er das Ritterkreuz des Civilverdienst-Ordens. 

Hetz, Karl, Genremaler, geb. 11. Nov. 1828 in Kulmbach, Schüler des Poly- 
technikums und der Akademie in München, auch Schüler von R a m b e r g. Seine 
Hauptbilder sind: Am Confirmationsmorgen, Vergebliche Strafpredigt, Das Oster- 
geschenk der Pathin, Das Angebinde, Der erste Tanz, Schwarzer Peter, Ein Geheimniss, 
Kulmbacher Schenkmädchen. 

Henbel, Alexander, Historienmaler, geb. 1813 in Dorpat, f 1847 in Riga, 
war 1834 — 40 in Düsseldorf Schüler der Akademie unter Schadow, besuchte 1841 
Italien, lebte einige Jahre in Rom und Hess sich in Riga nieder. Gute Bilder von 
ihm sind : Hiob und seine Freunde, Die 3 Männer im feurigen Ofen, eine Heil. Familie 
und Flucht nach Aegypten. 

Heubner, Hermann Ludwig, Landschafts-, Genre- und Bildnissmaler, geb. 
26. Mai 1843 in Leipzig, erlernte anfangs die Holz5.chneidekun3t, kam 1863 auf die 
Kunstschule in Weimar unter Pauwels und war ! "69— 73 Direktor der Arlandschen 
xylographischen Anstalt. Unter seinen Bildern nennt man: Die Wochenstube, Das 
letzte Fuder Heu, Der Kirchgang, Ansicht von Saalfelden bei Salzburg. 

Heaer, Wilhelm, Kupferstecher und Lithogrc'ph, geb. 1788 ir Mecklenburg, 
t nach 1856 in Kopenhagen (oder Hamburg), trat 180S In die Akademie in Kopenhagen, 
stach 1810 Hiob nach Lanfranco, Bilder nach Lotto und Lorentzen und einige Bildnisse. 
1818 ging er nach Pavis wo er ebenfalls Bildnisse stach und 8 lithographirte Blätter 
nach Guerin, Horace Veruet und Paul Potter fertigte. Seihe übrigen Hauptblätter 
sind ein Bildniss Thorwaldsens nach Eckefsberg, Christians IV. nach Mander und ein 
■ßildniss von Rumohr. 

HeuUant, Armand, franz. Genremaler der Gegenwart, geb. in Paris, Schüler 
von Pico t und Eugene Giraud, malte ansprechende Genrebilder von glänzendem 
Colorit, z. B. Die Schulßchwänzer, Das Versteck, Aepfelschütteln in Japan, Das Opfer 
der Venus, Der schlafende Endymion u. s. w. 

Heumann, Georg Daniel, Kupferstecher, geb. 1691 in Nürnberg, f 1759, 
wurde akademischer Kupferstecher in Göttingen, stach nach Desmar^es, Kenkel u. A. 
Eines seiner besten Blätter ist Die Friedensnu.hlzeit nach Sandrart (Ratlihaus in 
Nürnberg). 

Heunert, Friedrich, Landschaftsmaler, geh. 1808 in Soest, f 27. Nov. 1876 in 
Düsseldorf, Schüler der dortigen Akademie nnter J. W. Schirmer, malte Land- 
schaften, meistens Veduten, von harinouischei.:. wohlthuendem Eiadruck au> Westfalen 



174 Heur — Heyden. 

und dem Bergiachen, war einer der Gründer des Malkastens in Düsseldorf, Bilder 
von ihm im Museum zu Königsberg und zahlreich in Privatbesitz. 

Heur, Corneille Joseph d', Maler, geb. 26. März 1707 in Antwerpen, f 12. März 
1762 das., trat schon als Knabe in das Atelier von Gaspard Jacques van 
Opstal, wurde nach dessen Tod Schüler von Jean Joseph Horemans und 
von Pierre Snyers, ging 1730 nach Paris, wo er mehrere Preise erhielt und 
wurde 1756 einer der Direktoren der Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm im 
dortigen Museum einige Wappenbilder, ferner die Tugenden der Klugheit, der 
Gerechtigkeit und der Kraft und ein Bild üaterricht in der Perspektive (1761). 

Heurtier, Jean Franko!», franz. Baumeister, geb. 1739 in Paris, f 1822 das., 
war anfangs Plan- und Festungszeiehner bei der Armee, verweilt^ nach dem Frieden 
von 1763 drei Jahre in Italien und Hess sich in Versailles nieder, vp er Hofbaumeister, 
Mitglied der Akademie uqd später des Instituts wurde. Sein Hauptbau war das 1838 
abgebrannte italienische Theater. 

H^asch, Jakob de, holländ. Landschaftsmaler, gej). 1657 in Utrecht, f 1701 
in Amsterdam, Schüler und Nachahmer seines Oheims Willem de H., kam jung 
nach Italien, lebte auch eine Zeit lang am Berliner Hof. Seine Landschaften mit 
Menschen- und ThierstafFage sind anmuthig in Composition und iu Farbe. Haupt- 
bilder von ihm beim Margais von Bäte in London und 2 Landschaften imHofmg^e^m 
zu Wien. 

]BeascIi, Willem de, hoUänd. Maler und Kupferstecher, geb. angeblich 1Q38 in 
Utrecht, f nach 1669, war in Italien Schüler und Nachahmer von Jan Both, den er 
aber nicht erreichte. Von ihm im Louvre eine mit Vieh und Hirten staffirte Land- 
schaft^ im Hdfmuseum za Wien eine Landschaft mit Sonnenuntergang, Andere im 
Museum zu Kassel, 2 im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M., in Braunschweig, 
Rotterdam und Kopenhagen. Er radierte auch 12 Landschaften in der Malier die 
Jan Both. 

Qeoss, Eduard von, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1808 in Oggersheim 
(Rheinpfalz), f 24. Oct. 1880 in Bodenheim bei Mainz, ging vom Studium der Medicin 
aar Malerei über, schloss sich in Rom dem Freundeskreise ^es Cornelius an, liess 
auch später Rubens und Rembrandt auf sich einwirken und malte die Bildnisse zahl- 
reicher bedeutender Zeitgenossen. In der Nationalgalerie zu Berlin von jhm die 
Bildnisse von Cornelius, der Maler Overbeck und Chr. Reinhart ; andere siud die des 
Graben Montgelas, des Grossherzogs Ludwig 11. von Hessen, des Kardinals voii Geissei, 
Thorwaldsens und an historischen Bildern Die Entführung der Egropa (1882, Museum 
in Darmstadt), Urtheil des Paris und einige religiöse Bilder. '^ 

Heuyel, Antolne van den, Maler, geb. 1600 in Gent, f 1677 das., Schüler 
von Gas}>ard de Crayer, malte mehrere gute historische Bilder und Bildnisse, 
am bekanptesten eine Anbetung der Hirten (Museum in Gent). 

Eeyde (Heyde oder Heyden), Jan van der, holländ. Architektur- und Landschaf*»- 
maler, |:eb. 1637 in Gorkum, f 28. Sept. 1712 in Amsterdam, wo er seine Ausbildung er|iieU 
und hauptsächlich thätig war, nachdem er Deutschland, Belgien und England befeist 
hatte. Seine meisterhaften architektonischen Bilder sind oft von Adrian v. d.^e 1 d e, 
aueh bisweilen von Lingelbach und Eglonv. d. Neer staffirt, Die vorzüglichsten 
der iu vielen Museen und Sammlungen zerstreuten sind 4 im Reichsmusenm zu 
Amsterdam, 2 in Kassel, 4 im Museum zu Dresden, 2 im Städelschen Institut, 2 in 
der Pinakothek zu München, im Museum zu Schwerin (Triumph des Mardochai), im 
Louvre, 4 in der Nationalgalerie zu London und 8 in der Eremitage zu St, Petersburg, 
darunter Das befestigte Schloss am Waldgebirge (mit Staffage von A. v, d. V e 1 d e). 

Hey deck, Johannes, Historienmaler, geb. 2. Juli 1835 in Sakuten (Reg.-Bez, 
Königsberg), Schüler der Akademie in Königsberg unter Rosenfelder, wurde 
Professor an derselben und Mitglied der Akademie in Berlin. Zu seinen besten Bildern 
gehören: Die Königin Luise auf der Flucht von Orteisberg nach Königsberjg 1806, 
Balga die deutsche Ordensburg in Preussen, Christus und die Mühseligen (nach 
Matth. 1 1,28), Bilder aus der Odyssee im Gymnasium zu Insterburg (mit M a x. S c b m i d t 
und Emil Neide) Die Königin Luise auf der Flucht von Königsberg nach Memel 
1807 und mehrere Bildnisse. 

Ueydel, Paul, Maler und Illustrator, geb. 7. Febr. 1854 in Dresden, Schüler 
der dortigen Akademie, liess sich in Berlin nieder. Er malte Genrebilder und Bildnisse 
und an cyklischen Compositionen Amoretten (1878), Spatzen-Lielae und Leben (1884), 
Heinrich v. Kleist-Galerie (1885) in 12 Compositionen zu dessen Hauptwerken. 

Heyden, Adolf, s. Kyllmann. 



Heyden — Heydenhahl. 175 

Heyden, Augugt Jakob Theodor von, Historienmaler, geb. la^ Juni 1827 in 
Breslau, Sohn des Verfassers der bekannten Dichtung „Das Wort der Frau", war 
anfangs im Bergfach thätig und kam als Bergbeamter nach Istrien und Oberschiesien. 
Erst 1859 konnte er sich der Kunst widmen, lernte in Berlin das Zeichnen unter 
döm Holzbildhauer Holbein, die Malerei unter Steffeck und vollendete seine 
Stadien in Paris unter G 1 e y r e und C o u t u r e. Nach wiederholten Reisen in Italien, 
wo er die Monumentalmalerei der Renaissance studirte, brachte er als erstes BUd 
die Heil Barbara als Patronin der Bergleute (1864); er verdankte dieser romantisch- 
poetischen Richtung auch später mehrere Erfolge. Es folgten dann Luthers 
Zusammentreffen mit Frunrlsberg auf dem Reichstag in Worms (German. Museum in 
Nürnberg) und Die Volksmenge vor der Schlosskirche in Wittenberg nach dem Anschlag 
der Thesen. Dass er den germanischen Geist mit hellenischer Klassicität zu verbinden 
weiss, zeigte er in dem Vorhang des Berliner Opernhauses : Arion auf den Meeres- 
wogen (1868) einer herrlichen Verkörperung der Macht des Gesanges, bald nachher 
Die Werbung der französischen Gesandten um die Prinzessin Clemence nach einer 
provencalischen Erzählung. Bedeutender als sein Genrebild der Festmorgen (1870, 
Nationalgalerie) war 1872 der Walktirenritt und 1878 eine seiner reifsten Schöpfungen : 
der Hochzeitsritt des Herrn Olof (nach Herders „Stimmen der Völker"), eine echt 
poetische Nachbildung, Colorit etwas verschwommen. Neben diesen Oelbildem als 
die Früchte seines Studiums der italienischen Monnmentalmalerei die Wandbilder im 
Keller und in der Thurmhalle des Berliner Rathhauses, im GenerslBtabagebäude, im 
g-ossen Saal der Kaisergalerie und im Kuppelsaal der Nationalgalerie. Da^u kommen 
ausserhalb Berlins die Malereien im Festsaal eines Hauses in Breslau, 2 grosse 
historische Wandbilder im Saal des Schwurgerichts in Posen (1881), in der Aula des 
Gymasiums zu Guben das grosse Bild der letzten Kämpfe des Markgrafen Gero von 
der Ostmark mit den slawischen Leutizen bei Guben. Er gab auch heraus „Blätter 
für Kostümkunde" (1876 ff.), „Perlen" (1880) und „Die Tracht der Kulturvölker 
Europas vom Zeitalter Homers bis zum 19. Jahrb." (1889). 

Heyden, Jakob van der, Kupferstecher und Verleger, geb. um 1570 in Stragsburg, 
t 1637 in Frankfurt a. M., Sohn des Malers Johann v. d. H., st&ek mehrere Bildnisse 
fürstlicher Personen und als sein bestes Blatt eine Innenansicht des Münsters von 
Strassbnrg. 

Heyden, Karl, Genre- i^d Bildnissmaler, geb. 1845 in Köln, bildete sich unt«r 
Wilh, Sohn auf der Akademie in Düsseldorf, wo er seinen Wolmsitz nahm Nach 
mehreren Studienreisen in Deutschland, Frankreich und Belgien, malte er anfangs 
Bildnisse, später zahlreiche Genrebilder oft aus der Kinderwelt, z. B. Unter den 
Lieblingen, Am Brunnen, Die Heimkehr von dem Ball, Ueberfahrt im Kahn, Tisch- 
gebet im Bauernhause, Kammerkätzchen, Plauderstündchen u. A. 

Heyden, Otto Johann Heinrich, Historien- und Bildnissmaier, geh 8. Juli 
1820 zu Ducherow (Reg.-Bez. Stettin), ging vom Studium der Theologie 1843 zur 
Malerei über, wurde Schüler der Berliner Akademie unter Wach und v. Kl ober 
und 1847 und 1848 in Paris unter Cogniet. 1850—54 lebte er in Italien, wo er 
seinem Talent entsprechend Genrebilder und Bildnisse malte. 1855 brachte er einen 
Hieb mit seinen Freunden (Museum in Stettin), 1856 «ein .sehr erfolgreiches männliches 
Bildniss und das HistorienbiH von der Stiftung der Universität Greifswald. Dann 
folgten die grösseren Historienbilder : Bogislaw X. auf der Wallfahrt nach Jerusalem 
von Seeräubern tiberfallen (ebenfalls in Stettin), Bnsspredigt des Job. Capistranus vor 
dem Rathhaus iiji Görlitz, Peldmarschall Scjwerin in der Schlacht bei Prag (Schloss 
in Berlin) und ein sehr gelungenes Bildniss des Kaisers Wilhelm I. 1866 nahm er 
am Peldzug in Böhmen im Hauptquartier des Kronprinzen Theil und malte Episoden 
ans der Schlacht bei Königgrätz (1868, Nationalgalerie). 1869 bereiste er den Orient, 
brachte von dorther landschaftliche Darstellungen, machte 1870|71 auch den deutsch- 
französischen Krieg mit und lieferte von dorther das treffliche Bild des Besuchs des 
deutschen Kaisers bei den Verwundeten im Schloss zu Versailles. Zu seinen 
späteren Arbeiten gehören : Apollo mit den Musen und Gh-azien . als Vorhang des 
Theaters in Posen, die Einsetzung des Abendmahls als Wandbild in der Dankes 
kirehe zu Berlin und einige wohigelungeue Bildnisse. Er ist Professor und Hof 
maier in Berlin. 

Heydraihahi, Friedr. Joseph Nicolai, Landschaftsmalcx, geu. 4. Sept. 1844 in 
Düsseldorf, wo er Schüler der Akademie wurde und seinen Wohnsitz nahm. Unter 
seinen meist winterlichen Landschaften nennen wir : Norwegische Mondlandschaft, Der 
Auszug aus der Burg (Museum in Altenburg) und Dorfstrasse im Winter. 



176 Heyermans — Hicks. 

Heyermans, Jeaii) bclg. Genremaler der Gegenwart in Antwerpen, malte Bilder 
von lobenswerther Auffassung und Ausführung- z. B. Gebet der Landlettte während 
eines Gewitters, Drei Holländerinnen beim Kaüee und Kartenspiel. 

Hejlbrachy Michel Ton, Maler und Kupferstecher der 1, Hälfte de» 18. Jahrb., 
geb. in Gent, f angeblich über 100 Jahre alt, meistens thätig in Verona, stach 1713 
den Tod der Dido nach Sebastieii Bourdon. 

Heynians, Adrien Joseph, belg. Landschaftsmaler, geb. 11. Juni 1839 in 
Antwerpen, bezog zwar 1854 die dortige Akademie, bildete sich aber bald als 
Autodidakt weiter, ging 1856 nach Paris, nahm sich die Werke der dortigen Stimranngs- 
raaler Corot, Mille t und Daubigny zum Muster und kehrte in seine Heimath zurück, 
wo ihn besondere die Campine in Brabant und die Ufer der Scheide anzogen, machte 
auch einen Ausflug nach London, wo er die Hauptmeister der Landschat b kennen 
lernte. Seit 1875 trug er mit seinen Bildern auf den Ausstellungen immer grössere 
Erfolge davon, es sind nanrentlich Die Heimkehr der Heerde, Der Mondaufgang, 
Morgennebel am Meere, Drei Marinen, Schneelandschaft mit Birken, Frühlingsmorgen 
in der Campine (Museum in Gent) und Andere, die ihm einen ehrenvollen Platz unter 
den Lardschaftern anweisen. 

Heyn, August, Genremaler, geb. 10. Aug. 1837 in Sophienau (Herzogthum 
Meiningen), Schüler der Akademie in München unter R au p p nnd Defregger, machte 
Studienreisen in Italien, Südtirol, im Schwarzwald und Franken. Seine ansprechenden 
Genrebilder oft der Kinderwelt oder auch dem Leben der Bauern entnommen, z. B. 
Rückkehr von Landwehrtruppen (1871), Obdachlos, Die Dorfklatsche, Verhandlung 
vor dem Dorfschulzen (1882), Ein entlassener Dienstknecht, Spottvögel u. A. 

Heyn, Ernst, Landschaftsmaler, geb. 7. Sept. 1841 in Leipzig, t 7- Jan. 1894 
das., Schüler der dortigen Akademie, malte recht löbliche Bilder aus Mitteldeutschland, 
vom Chiemsee und aus Tirol. 

Heyn, Karl, Landschaftsmaler, geb. 24. April 1834 in Leipzig, Schüler der 
dortigen Akademie, lebte 1860—65 in München, später in Weimar, in Dresden und 
seit einigen Jahren in Blasewitz bei Dresden. Die meisten seiner zahlreichen Land- 
schaften sind den Gebirgen von Oberbayern und den landschaftlichen Schönheiten von 
Tirol entlehnt. 

Heyser, Friedrich, Bildniss- und Historienmaler, geb. 12 Sept. 1857inGnoien 
(Mecklenburg-Schwerin), Schüler von Pohle in Dresden und von Ferd. Keller in 
Karlsruhe, lebte hier, in Berlin und zog später nach Harzburg am Harz. Namhafte 
Bilder von ihm sind: „Der Fischer" nach Goethe, Der Blumen Rache, Ein Sommer- 
nachtstraum, Die Peri an der Himmelspforte und die Bildnisse des Dichters zu Putlitz, 
des Violinisten Joachim und des Malers Wislicenus. 

Hiekel« Anton, Bildnissmaler, geb. 1745 in Böbmisch-Leipa, f 1798 in Hamburg, 
Bruder und Schüler des Joseph H., auch Schüler der Akademie in Wien. Er reiste 
1777 durch die Schweiz nach Frankreich, wo er die Königin Marie Antoinette und 
deren Freundin, die Prinzessin von Lamballe, malte. Einen noch bedeutenderen 
Namen machte er sich in London durch zahlreiche Bildnisse in Lebensgrösse von 
warmem Colorit und viele Familienbilder. 

Hiekel, Joseph, Bildnissmaler, geb. 1786 oder 34 in BÖhmisch-Leipa, f 1807 in 
Wien als k. k. Kamraermaler, Bruder des Vorigen, Schüler seines Vaters, malte schon mit 
15 Jahren ein Altarbild für die Kirche zu Hirschberg in Böhmen, kam mit 20 Jahren nach 
Wien, besuchte die Akademie, portraitirte mehrere Personen des Hofes, wurde von der 
Kaiserin Maria Theresia nach Mailand, Parma und Florenz geschickt, um Bildnisse 
hochgestellter Personen zu malen und ward Mitglied der Akademie in Florenz, 
Nach seiner Rückkehr malte er in Wien ein viel bewundertes Bildniss des Kaisers 
Josephs 11. und wurde auch hier Mitglied der Akademie. Man zählt von ihm mehr 
als 3000 Bildnisse. 

Hicks, George Edgar, engl. Genremaler, geb. 1824 in Lymirvgton (Hampshire), 
vertauschte das Studium der Medicin mit dem der Malerei und trat 1844 in die 
Akademie in London Auf sein erstes namhaftes Bild .- Die Lerche am Himmelsthor 
(1855) folgte 1859 der populär gewordene Dividendentag in der Bank und Bilder von 
bifeweilen flüchtiger Pinselführung, z. ß. Das Postbureau (1S60), Wohnungswechsel 
(1866), Der Billingsgate-Markt in London, Die neue Hoffnung, Rückkehr vom Achren- 
lesen (1876), Ruth. Die Moabiterin; Die Frau des Fischers u. s. w. 

Hicks, Thomas, araerikan. Bildnissmaler, geb. 1823 in Pennsylvanien, besuchte 
die Akademie von Philadelphia und Newyork, brachte l84l als sein erstes grösseres 
Bild den Tod Abels, verweilte 1845—49 in Europa, namentlich in Rom und besuchte 



Hiddemann — • Hildebrand. 177 

in Paris das Atelier Coatures. 1851 wurde er Mitglied der Nationalakadedüe in 
New- York and Präsident der Künstlergesellfehaft. Zu seinen trefflichen, populär 
gewordenen Bildnissen von geistvoller Auffassung gehören der Schauspieler Edwin 
Booth, der Eeisende Dr. Eane, der Dichter Bryant, Longfellow, Frau Harriet Beecher- 
Stowe, der Staatsmann Bavärd Taylor u. A. 

Hiddemann, Frledncü Peter, Genremaler, geb. 4. Oct. 1829 in Düsseldorf, 
t 19. Jan. 1892 das., trat 1849 in die dortige Akademie, bildete sich bis 1856 unter 
Th. Hildebrand und S c h a d o w, bereiste Deutschland, Frankreich und die Nieder- 
lande und liess sich in seiner Vaterstadt nieder. Nach einigen historischen Bildern 
widmete er sich ausschliesslich dem Genre^ das er mit feiner Beobachtung, treffender 
Charakteristik, gesundem Hunior und kräftigem Colorit behandelte. Zu seinen besten 
Bildern gehören: Feine Sorte, Das Hochzeitsfest, Dilettanten-Quartett (1863, Museum 
in Königsberg), Kaffeegesellschaft, Aus vergangenen Zeiten, Das Wunderthier, Ein 
Wiedersehen (1869), Preussische Werber zur Zeit Friedrichs d. Gr. (1870, Nat.-Gal. 
in Berlin), Picknick im Walde, Ungebetene Nachbarschaft (1872), Westfälische 
Begräbnissfeier (Kunsthalle in Karlsruhe), und weniger gelungene Illustrationen zu 
Fritz Reuters „Ut mine Stromtid". 

Hiebel, Johann, Maler, geb. 1681 in Ottobeuren, f 1755 in Prag, bildete sich 
in München unter Kaspar Sing, ging 1706 mit dem Maler Pozzo nach Wien und 
nahm in Architektur- und Freskobildern dessen Manier an, liess sich 1709 in Prag 
nieder, wo er in der Kirche zu St. Clemens malte, die Bibliothek am Clementinum 
und andere kirchliche Gebäude mit Fresken schmückte. 

Hieber, Hans, Architekt der I.Hälfte des 16. Jahrb., baute von 1519—38 die 
Neupfarrkirche in Eegensbnrg, in der Anlage und Construction noch gothisch, aber 
mit willkürlicher Umbildung des Fenstermasswerks in den Uebergängen zur Renaissance. 

Hien, Daniel, Maler, geb. 1725 in Strassburg, f 1773 in Zweibrücken, Schüler 
von Konrad Mannlich, von C r i v e 11 i und in Paris von u d r y, malte Blumen, 
Früchte und allerlei Stillleben. Derartige Bilder von ihm in den Galerien zu Augsburg 
und Schieissheim. 

Hierl-Deronco, Otto, Historien- und Bildnissmaler, geb. 23. Juli 1859 zu 
Memmingeu (Schwaben), Schüler von Löfftz und Wilh. Diez auf der Akademie 
iu München, wo er sich niederliess. Von ihm werden genannt : Verhaftung Ludwigs XVI. 
und seiner Gemahlin auf der Flucht in Varennes 1791, Marie Antoinette während 
des Eindringens des Pöbels in die Tuilerien 1792, ^^er Schäfflertanz in München, Der 
M etzger Sprung iu München und einige Bildnisse. 

Hierschl-Minerbl, Joachim, Landschaftsmaler, Lithograph und Radierer, geb. 
18. März 1834 in Triest, bildete sich dort unter Fiedler, in Wien unter v. H a a i» e n 
und Püttner und später in Italien. Er malte Landschaften in Gel und Aquarell, 
lithographirte eine Sammlung von Ansichten aus dem österreichischen Kaiserstaat, 
und radierte eine Serie von 30 landschaftlichen Blättern. Er wurde Mitglied der 
Akademien von Venedig und Parma. 

Higbmore, Joseph, Bildnissmaler, geb. 13. Juni 1692 in London, f 3. März 
1780 iu Canterbury, ging vom Advocatenstande 1707 zur Kunst über und studirte 
10 Jahre auf der Malerakademie, lieferte infolge seiner anatomischen Studien Zeich- 
nungen zu Cheseldons „Anatomie des menschlichen Körpers" (1722), malte zahlreiche 
Familienbilder fürstlicher Personen, bereiste Holland und Paris, malte auch biblische 
Historienbilder, war aber den grössten Theil seines langen Lebens Bildnissmaler, 
schrieb auch über Bilder von Rubens nnd über religiöse Gegenstände. 

Hlld, Joseph, Architekt, geb. 1810 in Ungarn, bildete sich für sein Fach in 
Rom, baute 1832—37 in Erlau die Kathedrale im antiken Stil, dasRathhaus und das 
Komitatsgebäude in Budapest, die Kirche in der Leopoldstadt daselbst und vollendete 
den Dom in Gran. 

Hildebrand, Adolf Ernst Robert, Bildhauer, geb. 6. Oct. 1847 in Marburg, 
Sohn des bekannten Nationalökonomen B r u n o H. (f 1878), übte sich früh im Zeichnen 
und Modelliren, bildete sich unter K r e 1 i n g in Nürnberg sowie unter Zumbusch in 
München, und studirte in Italien die alten Meister. Schon seine ersten Arbeiten 
idealen Inhalts, aber realistischer Behandlung zeigten sein bedeutendes Talent, z. B 
die Bronzestatuette eines trinkenden Knaben, Der schlafende Hirt (Marmor, Privat 
besitz in Leipzig) und Andere, die in Wien grosse Anerkennung fanden. 1874 nahm 
er seinen bleibenden Wohnsitz in Florenz, wo er sich besonders die florentinischen 
Meister des 15. Jahrh. zum Vorbild für seine idealen Werke nahm. Dahin gehört 
nicht nur die Büste des Schriftstellors Karl Hillebrand, sondern auch die ganz im 
AlIgemeineB KDnstleir-Lexioon. 5. Aufl. 2. Band> 12 



178 Hildebrand — Hildebrandt. 

Geist der Antike darchgefötrte Marmoriigur eines Adam (1878, Museum in Leipzig), 
die BroDzefigun ftines Wassergiessers, die Marmorfigur eines uacKten jungen Manucs 
(1884, Nationaigalerie in Berlin), Der Bauernbarache der zwischen den Beinen ein 
Schwein hält (,1887) und der Kugel spieler. Von ihm ferner ein Monumentalbrunnen, 
der in den Münchener Anlagen errichtet wird. In der Concurrenz für das Kaiser 
Wilhelm-Denkmal in Berlin ist sein ungewöhnlich stilvoller Entwurf einer Grabkapelle 
hervorzuheben. Als hervorragender Aesthetiker zeigte er sich kürzlich in seinem 
Buch „Das Problem der Form" dessen werthvoller Gehalt leider in ein Gewand 
complicirter und undeutlicher Redeweise gehüllt ist. 

Hildebrand, Ernst, Genre- und Bildnissmaler, geb. .8. März 1833 in Falkenberg 
fNiederlausitz), Schüler von Steffeck in Berlin, wo er thätig war, bis er 1875 
Professor an der Kunstschule in Karlsfuhe wurde. Er war zunächst decorativer 
Maler, z. B. in der Villa Ravene in Berlin, wo er Bilder aus der Geschichte der 
Hugenotten ausführte, dann folgten Bildnisse und Genrebilder von realistischer 
Behandlung und wirkungsvollem Colorit, z. B. Das kranke Kind, Die Harzer Küche, 
Die Reue, und Historienbilder, wie Margarethe im Kerker, Tullia treibt ihr Gespann 
über den Leichnam ihres Vaters, Di? Königin Luise auf der Flucht nach Memel 
(1889, Nationalgalerie), historische Bilder in der Aula des Gymnasiums zu Minden 
und unter seinen Bildnissen das CoUectivbildniss der Familie des verst. Kaisers 
Friedrieh und das des Grossherzogs und der Grossherzogin von Baden. 

Uildebrand (nicht Hildebrandt)., Ferdinand Theodor, Historien-, Bildniss- 
und Genremaler, geb. 2. Juli 1804 in Stettin, f 29. Sept. 1874 in Düsseldorf, bezog 
1820 die Akademie in Berlin, wnrde 1823 Schüler von Schadow, dem er 1826 
nach Düsseldorf folgte, mit dem er auch 1829 Belgien besuchte. Dann bereiste er 
noch Italien, wo er sich allmählich zum romantischen Realismus ausbildete. 1836 
wurde er Professor an der Akademie in Düsseldorf und blieb in seiner Lehrthätigkeit, 
bis er sie 1854 wegen Erkrankung aufgeben musste. Unter seinen grossentheils sehr 
werthvollen Bildern besitzt die Berliner Nationalgalerie: Die Räuber (1839), Der 
Krieger und sein Kind (1832); andere hervorragende Bilder sind: König Lear um 
Cordelia trauernd (1826), Tancred tauft Clorinde (1828), Die Märchenerzählerin 
(1832), Der kranke Rathsherr (1833), Die Söhne Eduards (1835, Hauptbild, jetzt in der 
Nationalgalerie, zweimal wiederholt), Wolsey im Kloster, Othello der dem Brabantio 
und der Desdemona seine Thaten erzählt (1847), Judith im Begriff den Holofernes 
zu tödten, Der Doge und seine Tochter (Museum in Stettin) ; ebenso unter seinen 
Bildnissen das Faniilienbild Bendemanns, Der Prinz Friedrich von Preussen, Prinzessin 
Albrecht von Preussen, Graf von Stolberg-Wernigerode, Der Minister v. d. Heydt, 
Der Kupferstecher Thelott, Der Maler Wappers (1849, Museum in Düsseldorf). 
Durch alle diese Bilder wurde er der Bahnbrecher der realistischen Richtung in 
Düsseldorf. Er war Mitglied der Akademie von Berlin und Wien und hatte den 
preuss. rothen Adlerorden. 

Hildebrand, Johann Lucas von, Baumeister des Barockstils, geb. 1666, t 1 745 
in Wien, baute 1693 — 1724 für den Prinzen Eugen von Savoyen das jetzige Lustschloss 
Belvedere in Wien, das den Barockstil seiner Zeit in weniger geschmackloser Weise 
als manche andere Gebäude an der Stirn trägt. 

Hildebrandt, Eduard, berühmter Landschaftsmaler, geb. 9. Sept. 1818 in Danzig 
"1-25. Oct. 1868 in Berlin, war hier Schüler vönWilh. Krause und 1841—43 von 
Isabey in Paris, machte 1843 — 45 seine erste transatlantische Reise nach Brasilien, 
lebte dann in Berlin, reiste 1847 nach Madeira, Spanien und Portugal, 1851 in den 
Orient, 1856 nach Skandinavien bis zum Nordcap, und trat 1862 seine grösste Reise 
Über Ostindien, China, den Stillen Ocean, Westindien und zurück über England nach 
Berlin an (1864). In seinen ersten Reisen genügte ihm die\Behandlung der gewöhn- 
lichen Naturerscheinungen, später und namentlich auf der letzten Reise um die Erde 
ging er nur auf den malerischen Effekt aus und behandelte das Phänomenale und 
Absonderliche in den Naturerscheinungen, so dass" er auch zum Bizarren und Grotesken 
kam. Immer aber und namentlich in zahlreichen Aquarellen zeigte er eine unglaub- 
liche Virtuosität der Technik, die auch die schwierigsten Aufgaben mit Leichtigkeit 
löste. Nur an der Aufgabe, das Meer unter dem Aequator darzustellen, scheiterte 
seine Kraft. Unter seinen fast zahllosen bedeutenden Bildern befinden sich in der 
Nationalgalerie zu Berlin: Die Küste der Normandie (1846), eine Winterlandschaft 
(184C.), Strand ])ei Abendlicht (1855) und Schloss Kronborg bei Helsingör (1857), in 
der Galerie Ravene zu Berlin: Strasse in Lyon (1843), Die Feierstunde, Winter- 
vergnügen (1847), Blick auf Santa Gloria bei Rio de Janeiro (1847), Strasse in Rouen 



Hildebraiidt — Hillemacher. 179 

und Irländische Bauernhütte (1850), andere Bilder sind: Grosses Nilbild, Alpenglühen, 
Jerusalem, Bethlehem mit dem Hirtenfeld, Der Teich Bethesda und aus den Tropen - 
ländern: Tropischer Regen, Brasilischer Urwald und wiederum: Mitternachtssonne 
am Nordpol. Mehr als 300 seiner Aquarelle wurden durch lithographischen Farben- 
druck vervielfältigt (1872 ff.). 1854 wurde er Professor, 1855 Mitglied der Berliner 
Akademie; in Paris erhielt er die goldene Medaille 2. Kl. und das Ritterkreuz der 
Ehrenlegion. — Seine Biogr. v. Fanny Arndt (1869). 

Uildebrandt, Fritz, Marinemaler, geb. 1819 inDanzig, t 1855 in Rom, Bruder 
des Vorhergehenden, ebenfalls Schiller von Krause in Berlin und von laabey 
in Paris. 1847 begleitete er seinen Bruder auf dessen Reise nach England und ging 
1855 nach Italien, um durch einen Winteraufenthalt in Neapel seine Gesundheit zu 
stärken, starb aber schon in Rom. Er malte Marine- und Küstenbilder von der Insel 
Rügen, aus Havre, der Normandie und von der Küste von Livorno. 

Hildegardns, kölnischer Maler der 1. Hälfte des 16. Jahrb., von dem 2 Flügel 
eines grossen Altarwerkes in der katholischen Kirche zu Dortmund erhalten sind. 
Es sind 4 Scenen aus dem Leben der Maria in kurzen, derben Gestalten und knitteriger 
Gewandung. 

Hilgers, Johann Baptist, Schriftstecher aus Köln, der gravirte, reich verzierte 
Thürschilder und Gedenktafeln verfertigte, auch eine kunstreich gearbeitete, metallene 
Votivtafel, jetzt im Dom zu Köln. 

Hilgers, Karl, Bildhauer, geb. 17. Jan. 1844 in Düsseldorf, bildete sich hier 
unter Witt ig und in Rom, seit 1876 in Berlin ansässig. Seine Hauptwerke sind: 
Der Genius der Kunst (Bronzefigur), Statue des Königs Friedrich Wilhelm I. in 
Potsdam, eine Colossalgruppe der Eva an der Leiche des erschlagenen Abel, ein 
treffliches Kriegerdenkmal in Düsseldorf und die Statue einer Muse für die National- 
galerie in Berlin. 

Hilgers, Karl, Landschaftsmaler, geb. 14. April 1818 in Düsseldorf, f 3. Dec. 
1890 das., besuchte 1833—40 die dortige Akademie und blieb, mit Ausnahme eines 
längeren Aufenthalts in Berlin, hier ansässig. In Oelbildern wie in Aquarellen 
behandelt er vorzugsweise die winterliche Natur, Bilder von schöner Stimmung und 
sorgfältiger Ausführung der Details. In der Galerie Ravene zu Berlin von ihm: 
Einige Winterbilder, Sturm im Gebirge, Fischerbütte am Strande; andere Winter- 
landschaften im Museum zu Danzig und in Düsseldorf. 

Hilker, Georg Christian, dänischer Decorationsmaler, geb. 5. Juni 1807 in 
Kopenhagen, f 13. Jan. 1875 das., anfangs Landschaftsmaler, kam 1832 durch den 
Bildhauer Freund zur Decorationsmalerei, ging, um sich darin auszubilden, nach 
Italien und lebte 3 Jahre in Rom und Neapel. Hier entwarf er mit Konstantin 
Hansen den Plan für die Ausschmückung der Universitätsgebäude in Kopenhagen, 
leitete nach seiner Rückkehr die Decorationsarbeiten im Thorwaldsen-Museum und 
malte im dortigen Bankgebäude und in mehreren Schlössern. 

Hill, David Octavias, engl. Landschaftsmaler, geb. 1802 in Perth, f 17. Hai 
1870 in Edinburg, wo er Schüler von Andrew Wilson wurde, seinen Wohnsitz 
nahm, Bilder aus der dortigen Umgegend malte, einer der Gründer der schottischen 
Akademie und Secretär derselben wurde. Seine meisten Bilder sind Landschaften 
und ländliche Genrebilder, auch ein grosses Bildnissstück, darstellend die Stiftung 
der freien Kirche mit 470 Bildnissen (1843); 1841 gab er unter dem Titel „Das Land 
von Burns" eine Reihe von 60 Landschaften heraus. 

Hill, Thomas, amerik. Landschaftsmaler, geb. 1819 zu Birmingham in England, 
kam mit seinen Eltern 1841 nach Taunton (Massachusetts) und widmete sich seit 
1844 anfangs in Boston, später in Philadelphia der Malerei, bis er 1861 nach San 
Francisco ging. In Cambridge (Massachusetts) malte er als sein erstes bedeutendes 
Bild das Yosemitethal, das grosse Anerkennung fand. Dann folgten unter seinen 
nachherigen Bildern eine Partie aus den Weissen Bergen, Der grosse Canon in den 
Sierras von Californien, Die Heimath des Adlers u. A. 1871 zog er wieder nach 
S&o Francisco. 

Hillemacher^ Eugene Ernest, franz. üenremaler, geb. 1818 in Paris, f 2. März 
1887 das., behandelte mit grossem Geschick, aber ohne grosse Wärme des Geftihls 
Scenen aus dem Leben der Dichter und Künstler, sowie die Sitten unseres Jahr- 
hunderts. Aus der grossen Zahl derselben nennen wir nur : Andächtige um einen 
Beichtstuhl der Peterskirche (1855, ini Luiembourg), Die belagerten Einwohner von 
Rouen im J. 1418, Rubens malt das Bildniss seiner Gattin, Meliere und seine Haus- 
hälterin, Der 12jährige Mozart dirigirt die Messe, Poussin vor Ludiisig XIII., 



180 Hillemacher — Hiltou. 

Gutenberg und Fust bei den ersten typographischen Verauchec (1860), Napoleon I. 
mit Goethe und Wieland, dazu später ■ Einzäg der Türken in die Sopluenkirche zu 
Constantinopel (1876), Die schlafende Schönheit des. Waldes, eine FamilienMahlzeit in 
der Picardie u. A. Er erhielt verschiedene Medaillen 1. und 2. Kl. und 1865 das 
Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Hillemacher, Frederic D^sir^, Zeicliner und Radierer, geb. 23. Juni 1811 in 
Brüssel, Bruder des Vorigen, als Künstler Autodidakt, radierte einige gute Blätter : 
Maria mit dem Kinde nach A. Solario, die Eucharistie naph Vicente Joanes, der 
Dudelsackpfeifer nach Teniers, der Goldwäger nach Robert-Fleury und einige Bildnisse. 

Hülerström, M. Per, schwedischer Maler und Zeichner, geb. 1775 in Stockholm, 
t nach 1823, wurde 1805 Rektor der Modellschule der dortigen Akademie und malte 
heitere, anmuthige Bilder aus dem bürgerlichen Leben der Bewohner seiner Vaterstadt. 

Hilliard, Nicholas, engl. Miniaturmaler, geb. 1547 in Exeter, f 6. Jan. 1619 
in London, war Goldschmied, trieb alier daneben die Miniaturmalerei, die Bildschnitzerei 
und war Bildnissmaler, der yorzugsweise die Mitglieder der englischen Königsfamillie 
unter Königin Elisabeth und Jakob I. darstellte. Man hat von ihm mehrere Bildnisse 
dieser Königin, sowie der Maria Stuart. Um 1587 gravirte er das grosse englische 



Hilligaert, Paulus van, hoUänd. Maler, geb. 1595 oder 96 in Amsterdam, f 1640 
das. Von ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam Die Schlacht bei Nienwpoort, Die 
Abdankung der Söldner in Utrecht 1618 (1627), Die Belagerung von Herzogenbusch 
1629, Ausritt des Prinzen Moritz von Oranien zur Jagd, Bilder, die theils an Snayers, 
theils an Esaias v. d. Velde erinnern. 

Uillingford, Robert Alexander, engl. Gearemaler, geb. 1828, ging schon 1841 
nach Düsseldorf, wo er 5 Jahre Schüler der Akademie war. Dann machte er seine 
Studien in München, Florenz, Rom und Neapel und kehrte 1864 nach England zurück, 
wo er in der Akademie zu London und in Leeds viele Genrebilder ausstellte, darunter: 
Vor dem Turnier (1868), Der Waffenschmied (1872), Auf der Wanderung des 
Prätendenten Kai'l Eduard, Eii^e Scene aus dem Jugendleben Ludwigs XIV., Die 
Flucht Jessicas, Evangeline, Der Heirathscontract u. A. Die Akademie in St. Petersburg 
ernannte ihn zu ihrem Ehrenmitglied. 

Hillner, Christoph, Maler, geb. 1745 in Breslau, f 1812 in Potsdam, wurde 
1763 in Berlin Schüler von Rode, studirte dann die Bildergalerie in Sanssouci, 
bildete sich seit 1773 in Rom unter Pompeo Batoni und copirte im Vatikan die 
Schlacht zwischen Constantin und Maxentius nach Raffaels Entwurf. Nach 1777 
besuchte er andere Städte Italiens, ging nach Paris, studirte in Antwerpen die Meister- 
werke von Rubens und kehrte nach Potsdam zurück, wo er Pi'ofessor an einem 
Handaeicünungsinstitut wurde. 

Hills, Robert, engl. Aquarellmaler und Radierer, geb. 26. Juni 1769 inislington, 
t 14. Mai 1844 in London, hatte zwar John Grosse zum Lehrer, bildete sich aber 
mehr als Autodidakt. Sein erstes Bild war 1791 eine Waldscene mit Zigeunorn, 
worauf 1792 eine Landschaft folgte. 1804 wurde er einW der Gründer der Aquarellmaler- 
Gesellschaft und Secretär derselben, stellte von 1818- -23 zahlreiche Bilder in der 
Akademie und eine fast übergrosse Zahl von Zeichnungen in der Aquarellmaler- 
Gesellschaft aus, namentlich Hirsche und andere Jagdthiere, mit denen er auch oft 
die Bilder Anderer staffirte. Man hat von ihm im Britischen Museum 1240 radierte 
Blätter. 1816 gab er „Skizzen aus Flandern und Holland" mit 36 Aquatintastichen 
heraus. Gegen das Ende seines Lebens wurden seine Zeichnungen weniger lobenswerth. 

Hiltensperger, Johann Georg, Historienmaler, geb. 1806 in Häldenwang bei 
Kempten, f 14. Juni 1890 in München, besuchte seit 1822 die dortige Akademie 
unter Langer, bildete sich weitei in Düsseldorf unter Cornelius, dem er 1825 
nach München folgte. Hier betheiligte er sich bei den Fresken in den Arkaden den 
Hofgartens, reiste für König Ludwig nach Neapel und Pompeji zum Studium der 
antiken Malereien, ntalte hierauf iui Königsbau zum Theil nach Entwürfen von Schnorr 
and Schwanthaler, malte die Giebelfelder des Hoftheaters und die Fresken dos 
Majimllianeums (die olympischen Spiele und Roms Bltithezeit unter Augustus), in der 
Säulenhalle des neuen Postgebäudes, in Gemeinschaft mit Anderen in den Loggien 
der alten Pinakothek und die Einweihung des Doms zu Bamberg durch xlen Patriarchen 
von Aquileja in Gegenwart Kaiser Heinrichs II. (1863). Er war Professor an der 
Münchener Akademie. 

Uilton, William, engl. Historienmaler, geb. 3, Juni 1786 in Lincoln, f 30. Dec, 
1849 in London, wai zunächst Schüler des Mezzotintostechers Raphael Smith, trat 



Hilverdink — Hintze. J81 

1806 in die Akademie, wo er auch Anatomie studirte. Sein erstes bedeutendes Bild 
war 1811 die Grablegung Christi, sodann Christus heilt einen Blinden, und Magdalena 
salbt die Fasse Jesu. 1818 besuchte er Italien, wurde 1820 Mitglied der Akademie 
und malte als seine besten Werke: Die Natur macht ihren Kindern Seifenblasen 
(1821), Die Dame im Zauberstuhl (1823), Die Dornenkrönung (1823), Die Kreuzigung 
(1827), Sir Calepine befreit Serena (1831), Der Engel befreit Petrus aus dem Qe- 
fängniss, üna (1832), Editha sucht den Leichnam Haralds (1834), Herodes (1838). 
Im Ganzen fanden seine Werke während seines Lebens nicht genügende Anerkennung. 

HilTerdink, Eduard Alexander, holländ. Maler von Landschaften und Städte- 
bildern, geb. 12. Mai 1846 in Amsterdam, Sohn und Schüler des Johannes H., 
machte Studienreisen in Holland und Deutschland unu liess sich in seiner Vaterstadt 
nieder, wo er lobenswerthe, wenn auch künstlerisch nicht hervorragende Bilder, 
häufig Stadtansichten aus Holland malte. 

Hilverdink, Joliannes, holländ, Marine- und Landschaftsmaler, geb. 28. Jan, 
1813 in Groningen, Schüler von A, J, Daiwaille und der Akademie seiner Vater- 
stadt, besuchte Deutschland, Belgien und die Küsten des mittelländischen Meeres 
und malte sehr geschätzte Marinebiider, z. B, Nach dem Sturm, Das Y bei Seeburg u. A., 
die ihm verschiedene Medaillen eintrugen, 

Hinctaliff, John EUey, engl. Bildhauer, geb. 1776, f 1867, war 20 Jahre lang 
Gehilfe und Mitarbeiter F 1 a x m a n s, nach dessen Tode er mehrere von dessen Werken 
vollendete, z. B. die Statue John Kembles in der Westminster-Abtei. Seit 1814 
stellte er selbständige Werke aus: Der Kampf Christi gegen ApoUyon (Offenb. 
Job. 9,11), Leonidas bei den Termopylen, Venus und Amor als Morgen- undAbend- 
stern. Dann folgten nach 1818 einige Büsten und von 1820 — 50 noch monumentale 
Bildwerke und Reliefs. 

HincUiff, John James, engl. Kupferstecher, geb. 1805, f 16. Dec. 1875 in 
Walton-by-Clevedon (Somersetshire), Sohn des John Elley H,, verkehrte viel mit 
dem Bildhauer Flaxman, mit John Landseer, Creswick, Barrett, Allem und Bartlett, 
stach für Batties „Burgen und Abteien von England", für Neales „Wohnsitze von 
Edelleuten" und Gastineaus „Malerische Gegenden in Wales". 

Hinckley, Thomas Hewes, amerikan. Landschafts- und Thiermaler, geb. 1813 
in Milton (Massachusetts), erlernte nur das Zeichnen in Philadelphia, bildete sich im 
üebrigen als Autodidakt, begann in Boston die Bildniss- und Landschaftsmalerei, 
machte aber seit 1843 die Thiermalerei zu seinem Hauptfach, liess sich 1845 in seiner 
Vaterstadt nieder und machte 1851 eine Reise nach England, um die Werke Landseers 
und anderer Meister zu studiren. Seine in Amerika sehr geschätzten Bilder befinden 
sich in fast allen Hauptstädten der Vereinigten Staaten. 

Hinderheusel, Friedrich, Erzgiesser von Nürnberg, lebte von 1636—1708. 
Man sieht dort von ihm auf dem Johannifikirchhof die Grabplatte des Stephan Jakob 
Silberrad (1683) und des Hieronymua Paumgärtner und iu der Johanniskirche die 
Stuberbergische Gedenktafel. 

Hindorf, Alfred, Maler, geb. 12. Mai 1824 in Kurland, war viele Jahre Pionier 
in der preuss. Armee, wurde 1863 Oberleiter des Ausbaus der Burg Hohenzollern 
und liess sich nachher in Charlottenburg nieder. Von ihm im Museum- zu Köln Der 
Sommermorgen auf dem Faulhorn (1877), im Museum zu Breslau Der Einzug König 
Wilhelms und des Kronprinzen in Breslau am 18. Sept. 1866. 

Hine, H. 6., engl. Landschaftsmaler, geb. 1810, f 21. März 1895 in London,, 
malte in Aquarell häufig aus verschiedenen Gegeadeu Englands Dünen, Flachland und 
Marinen von grossartiger Auffassung und tiefer Empfindung. Er war Vicepräsident 
des Instituts der Aquarellisten in London. 

Hinestrosa, Don Juan de, spanischer Bildhauer, f 1765 in Sevüla, fertigte in 
grosser Naturwahrheit allerlei kleinere Säugethiere und Vögel aus Holz, Thon und 
Teigmasse, die er dann bemalte. 

Hinrick (Heinrich) v. Magdeburg, Kunstgiesser, fertigte 1437 für die Mat^^a- 
kirche in Berlin einen runden, von 4 Drachen getragenen Taufkessel mit 15 Relief'^. 

Hinterholzer, Franz, Landschaftsmaler, geb. 15. Dec. 1851 in Salzburg, Schüler 
der Akademie in M'tnchen, liess sich in seiner Vaterstadt nieder. Bekannt wurden 
von ihm die Bilder: Am Bache, Der sagenhafte Untersberg bei Salzburg. 

Hintze, Johann Heinrich, Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 1800 in 
Berlin, Schüler von Völcker, bildete sich auch durch Reisen in Deutschland und 
Oesterreich, thätig seit 1830 in Berlin. Unter seinen zahlreichen Bildern sind zu 
nennen eine Ansicht von Nürnberg, Sclüoss Ambras in Tirol, Die Stephanskirche in 



182 Hiolie — Hiirachvogel. 

Wien, Partie aus der Gegend von Meran, Die Lorenzkirche in Nürnbei'g, Der Dom 
in Xanten, Der Dom in Köln, Das Münster iix Bonn; Das Schloss in Berlin, Das 
Kreuzherrenstift in Prag- mit dem Blick auf den Hradschm fMuseum in Königsberg) 
und viele Andere. 

Hiolie, Ernest Eugene, franz. Bildhauef, geh 5. Mai 1834 in Valenciennes, 
t 6. Oct, 1886 in Bois-le-Rpi bei Paris, war in Paris Schüler von Grand fils und 
jouffroy, besucbtö die Ecole des beaus-arts und erhielt hier 1862 den grossen 
römischen Preis. Er schuf Bildaissbüsten und geniale Idealbildwerke, z. B. die Büsten 
von Robert Fleury, General Martimprey, VioUet-le-Duc, Chenavard, Carpeaux u. A., 
unter den übrigen Bildwerken eine Statue des Narciss (1869), Arion auf dem Delphin 
(1870, beide im Luxembourg), eine Statue des St. Johann von Matha für das Pantheon 
und eine Victoria für ein Kriegerdenkmal in Cambrai. Seine Arbeiten brachten ihm 
viele Medaillen ein, ausserdem erhielt er 1873 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Hiorne, Francis, engl. Architekt, geb. 1741 in Warwick, f 9. Dec. 1789 das., 
einer der frühesten Gothiker in England, baute die Kirche in Tetbury (Glonoestershire) 
und 1776 die Kirche in Stony Stratford, zeichnete auch das Herrenhaus in Foremark 
(Derbyshire) und mehrere grössere Bauten in Warwick. 

Hippodamos, griech. Baumeister und Sophist aus Milet, bekannt durch seine 
Städteanlagen, erbaute Rhodus (408 v. Chr.) und machte die Anlagen des Piraeus 
(um 450), stets nach bestimmten geometrischen Prinzipien. 

Hlre (öder Hyre), Laurent de la, fran^. Maler, und Kupferstecher, geb. 
27. Febr. 1606 in Paris, f 28. Dec. 1656 das., anfangs Schüler seines Vaters Ä t i e n n e 
de la H., der in Polen als Maler lebte, dann Nachahmer des Primaticcio in 
Fontainebleau und Schüler von Lalleraand. Eines seiner ersten und besten Bilder 
war das Martyrium des heil. Bartholomäus. Im Louvre von ihm 9 Bilder, theils 
religiösen Inhalts, theils Landschaften (aus den Jahren 1630 — 53), die nur kunst- 
geschichtlich von Interesse sind. Im Hofmuseum zu Wien eine Himmelfahrt der 
Maria. 1648 war er einer der Gründer der Akademie in Paris. 

Hirsch, Philipp, Steinschneider, geb. 1784 in Stralsund, Todesjahr unbekannt, 
war von 1803 bis 1806 auf der Akademie in Berlin, ging dann nach Karlsruhe und 
wurde württembergischer Hofgraveur. Von ihm die in Edelstein geschnittenen Bildnisse 
des Königs und des Kronprinzen von Württemberg, des Grossherzogs von Baden, 
Danneckers, Goethes und Schillers. 

Hirschely, Kaspar, Blumen und Stilllebenmaler, geb. um 1701 in Prag, f 174;» 
das., Schüler des Blumenmalers Angermayer. Von ihm im dortigen Rudolfinum 
7 Bilder von Stillleben und Blumensträussen. 

Hirschfelder, Salomon, Genremaler, geb. 16. Mai 1832 in Dettensee bei Horb 
am Neckar, Schüler der Akademie in München, wo er sich 1853 niederliess. Unter 
seinen Genrebildern nennen wir nur: Eine Scene aus dem Feidzuge von 1871, Die 
Brotvisitation, In Gefangenschaft, Verblüfft, Das Dienstbotenbureau, Ein Brief vom 
Schatz u. A. 

Hirschhänter, Joseph, Bildhauer, geb. 6. Mai 1801 in Wien, f 26. April 1859, 
Schüler der dortigen Akademie, lebte von 1838—45 in Baden bei Wien. Seine 
Werke sind namentlich Büsten von Bildnissen seiner Zeitgenossen, Bildnissmedaillons 
und Statuetten aus Bronze. 

Hirschl, Adolf, Historienmaler, geb. 31. Jan. 1860 in Temesvar (Ungarn), 
besuchte seit 1874 unter Eisenmenger die Akademie in Wien, wo er ein be- 
deutendes Talent zeigte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris wurde er Schüler 
von Leopold Karl Müller in Wien, debütirte 1881 mit dem grossen Bilde Aus 
dem Zuge Hannibals über die Alpen, das in Wien den Kaiserpreis erhielt. Dann 
begleitete er seinen Lehrer Müller auf einer Studienreise nach Aegypten und brachte 
1883 das trefflich componirte grosse Bild des Einfalls der Vandalen in Rom. Ausser- 
dem von ihm : Die Pest in Rom, Ahasver, Die heil. Cäcilia and Ein Hochzeitszug (1891). 

Hirschvogel, Künstlerfamilie des 15. und 16. Jahrb. in Nürnberg, zu welcher 
gehören: 1) Yeit d. Ae., geb. 1461, f 1525, war Glasmaler, der in der dortigen 
Sebalduskirche das Maximiliansfenster (1514) und das erst 1527 vollendete Mark- 
grafenfenster malte. — 2) Unbedeutender war sein Sohn und Nachfolger in dieser 
Kunst Veit d. J., f 1553. ~ 3) Augustin H., zweiter Sohn von Veit d. Ae., geb. 
um 1503, t wahrscheinlich um 1569 in Wien, wo er seit 1530 lebte. Er war nicht 
allein Glasmaler, sondern auch Radierer, Töpfer, Geometer, Ingenieur und Wappen- 
schneider. Seine Landschaftsradierungen gehören zu den erfreulichsten Erzeugnissen 
des Kupferstiches im 16. Jahrhundert, Eine leichte, nur andeutende Technik deutet 



Hirazenberg — Hitz. 183 

daraufhin, dass er das Eigentbttmlicbe der Badierong erfasst hat; seine Aoffassong 
ist schlicht und naturwahr. Weniger gelangen ihm Figurenblätter, wobei seine 
Zeichnung mangelhaft und seine Technik zu unklar und kleinlich erscheinen: z. B. 
Der bethlehemitische Kindermord nach Baffael, Die Auferweckung des Lazarus, Die 
Kreuztragong, Der Selbstmord der Cleopatra und einige Bildnisse. 

Hirszenberg, Samnel^ polnischer Historien- und Bildniesmaler, geb. 22. Febr. 
1865 In Lodz (Bussisch-Polen), erhielt seine Ausbildung in München und in Paris 
und war bis jetzt in München thätig. Bekannt wurden seine Bilder : üriel Acosta und 
neben ihm der junge Spinoza, Talmudisten und einige BUdnisse. 

Hirt, Friedrich Cliristoph, Bildniss- und Landschaftsmaler, geb. 26. Nov. 1685 
in Durlach, f 1763 in Frankfurt a. M., Schüler seines Vaters, des Hofmalers M i c h a e 1 
K n r a d H., bereiste Deutschland und Frankreich und liess sich in Frankfurt a. M. nieder, 
wo er anmnthige Landschaften, aber auch m Largilliöres Manier Bildnisse malte. 

Hirt, Johann Christian, BUdhauer, geb. 4. März 1836 in Fürth, bezog 1855 
die Akademie in München, wo er Schüler von Widnmann wurde und 1860 die 
silberne Medaille der Akademie erhielt. Neben dem lebendig und charaktervoll 
behandelten Bildniss sind seine Hauptfächer die Statuette und das kleinere lyrische 
Genre, z. B. Faust und Gretchen, Der verweigerte Kuss, Haideröslein, Hermann und 
Dorothea, Eine junge Quellnymphe (1881), Nessus und Dejanira, Die von der Schlange 
gebissene Eurydice, Andromeda u. A. 

Hirt, Wilhelm Friedrich, Maler, geb. 11. Febr. 1721 in Frankfurt a. M., f 19. Jan. 
1772 das., Sohn und Schüler des Friedrich Christoph H., wurde 1757 Hof- 
maler des Herzogs von Sachsen-Meiningen, für den er Vieles malte. Später bereiste . 
er die Schweiz, und malte dort nach der Natur Landschaften mit Viehstaffage, 
staffirte auch die Bilder von Christ. Georg Schütz. Im Städelschen Institut von 
ihm 4 Landschaften aus den Jahren 1750 und 1768, auch 2 in der Galerie zu Kassel 
und in Mannheim. 

Hirth du Frenes, Rudolf, Genre- und Bildnissmaler, geb. 24. Juli 1846 in 
Gräfentonna bei Gotha, besuchte 1861 — 64 die Kunstschule in Nürnberg unter 
Krtling, dann die Akademie in München unter Ramberg, bereiste 5 Jahrelang 
Holland, Belgien und Frankreich, liess sich in München nieder, zog aber nachher 
nach Diessen am Ammersee. Bilder von ihm sind Die Hopfenlese (1870, Museum 
in Breslau), Armenspeisung in einem Kloster, Blumenmarkt am Allerseelentage, 
Rubens Grab in der St. Jacobskirche zu Antwerpen, Auf blumiger Au, und viele andere 
Genrebilder und Bildnisse. 

Hittorff, Jakob Ignaz, Architekt, geb. 20. Aug. 1792 in Köln, f 25. März 
1867 in Paris, wo er Schüler von Percier war, königlicher Architekt wurde und 
grosse Bauten errichtete, in denen er als Gegner der Gothik den Stil der italienischen 
Renaissance einführte; so namentlich im Wiederaufbau des italienischen Theater?, 
im Neubau des Thöätre de l'Arabigu, in einem Grabdenkmal für den Herzog von 
Berri, im Springbrunnen auf der Place de la Concorde, deren ganze decorative 
Disposition sein Werk ist, und in der von seinem Schwiegervater Lep er e begonnenen 
Kirche St. Vincent de Paul. Als Techniker war er einer der Ersten, der in ausge- 
dehnter Weise das Eisen anwandte. Nachdem er zu wiederholten Malen Deutschland, 
England und 1822 — 24 mit seinem Schüler, dem Architekten Zanth, Italien und 
Sizilien bereist hatte, erwarb er sich grosse Verdienste durch seine Werke „Architecture 
antique de la Sicile" (1826—30 und 1866 — 67), „Architecture moderne de la Sicile" 
(1830), sowie durch seine Entdeckung der Bemalung der griechischen Bauwerke und 
die dadurch veranlasste „Architecture polychrome chez les Grecs" (1830) und die 
„Restitution du temple d'Empedocle ä S61inunte" (1851). Dann folgten noch das 
Panorama der Champs Elysees, der Circus des Boulevard des Filles du Calvaire, das 
Erziehungshaus an der Barriere du Tr6ne und als seine letzte Schöpfung von Be- 
deutung (1861—65) der Nordbahnhof. — Seine Biogr. von Normand (1867). 

Hitz, Dora, Genre- und Bildnissmalerin, geb. 31. März 1856 in Altdorf bei 
Nürnberg, war 1870—78 Schülerin von Linden seh mit in München, folgte einem 
Rufe der Königin von Rumänien nach Bukarest, wo sie bis 1882 thätig war und 
einen Aquarell-Cyklus zur Dichtung „Ada" von Carmen Sylva, 2 rumänische Scenen 
und 1883 — 86 Skizzen zu Wandbildern im Musiksaal des Schlosses zu Sinaia malte. 
Später bereiste sie die Bretagne und die Normandie, wo sie Bilder zu dem Fischer- 
roman des mit ihr engbefreundeten P. Loti schuf. Nach einer kurzen Thätigkeit 
1891 1 2 als Bildnissmalerin in Dresden, siedelte sie nach Berlin-Charlottenburg über. 
Dem Zeitgeist Rechnung tragend kommt es ihr auch beim Bildniss hauptsächlich 



284 Hitzig — Hobbema- 

auf eine künstlerisch selbständige Farbenwirkung an. Neben Bildnissen sah man 
von ihr in letzter Zeit das Madonnentnema, Matter und Kind, im Freien und im 
geschlossenen Raum behandelt; dann auch Phantasieköpfe etc. 

Hitzig, Georg Heinrich Friedrich, bedeutender Architekt, geb. 8. April 1811 
in Berlin, f 11. Oct. 1881 das., Sohn des bekannten Kriminalisten Julius Eduard H., 
machte seine Stadien auf der dortigen Baaakademie und 1837 in Paris, war anfangs 
in Berlin und in Triest (Palast Kevoltella) thätig, später in Gemeinschaft mit 
Knoblauch in Wohnhäusern und Villen nach Schinkels malerischem Prinzip, häufig 
im Rundbogenstil oder in deutscher Renaissance, namentlich in der Victoriastrasso 
und in der n^ch ihm benannten Hitzigstrasse. 1857 bereiste er Aegypten, Griuchenland 
und die Türkei. Sein erster grosser Monumentalbau in Berlin war die neue Börse 
(1859 — 64) im Renaissancestil mit Sandsteinfacude ; dann folgte der 1877 vollendete 
Bau der Reichsbank, das provisorische Reichstagsgebäude, das Polytechnikum in 
Gharlottenburg und der Umbau des Zeughauses in ein Waffenmuseum und eine 
Ruhmeshalle mit mächtiger Kuppel. Seit 1875 war er Präsident der dortigen Akademie 
der Künste ; gleichzeitig war er Geh. Regier.- und Baurath, Mitglied der Akademien 
von München, Wien, Amsterdam und Madrid und Inhaber vieler Orden. 

Hitzl, Franz v. Paula, Bildhauer, geb. 1738 in Salzburg, f 22. Jan. 1819 das., 
bildete sich in Wien, Berlin Dresden und Augsburg. Von ihm Bildwerke in der 
Petersktrche zu Salzburg, die 4 Jahreszeiten im Hafnerschen Garten bei Loretto, ein 
Elfenbein-Crucifix bei Fürst Salm, Christus am Hochaltar im Bürgerspital zu Salzburg. 

Hixon, James Thompson, engl. Aquarellmaler, geb. 1836, f 30. Juli 1868 auf 
der Insel Capri, wurde 1866 Mitglied der Gesellschaft der Aquarellisten, lebte seiner 
Gesundheit wegen 1867 in Algier, wo er treffliche, mit Figuren staffirte Landschaften 
malte, starb aber an* der Lungenschwindsucht in Capri. 

Hlaväcek, Anton, Landschaftsmaler, geb. 7. Mai 1842 in Wien, musste anfangs 
das Handwerk eines Webers erlernen und war dann Stubenmaler, bis es ihm 1859 
gelang, unter S t e i n f e 1 d und Alb. Zimmermann Schüler der Akademie zu 
werden, wo er infolge seines ersten Bildes aus Wiens Umgebung in den Stand gesetzt 
wurde, eine Studienreise ins Gebirge zu machen. Unter Alb. Zimmermann malte 
er 1860 — 62 weitere Gebirgslandschaften aus Salzburg und Steiermark, bereiste die 
Gegend des Königssees in Bayern und malte dort als eines seiner besten Bilder den 
Morgen am Hintersee und den Königssee (Hofrauseum in Wien). Dann besuchte 
er die Rheinufei und den Odenwald und malte den unter dem Namen „Das wilde 
Heer" bekannten Auszug des Burggrafen von Rodenstein aus der Burg Schnellerts 
im Odenwald. 

Hlavka, Josepli, Architekt, geb. 15. Febr. 1832 in Prestic (Böhmen, Kreis 
Pilsen), Schüler der Akademie in Wien, bereiste für sein Fach Italien, Griechenland, 
Frankreich, Belgien und Deutschland, und führte verschiedene öffentliche und Privat- 
bauten aus. Nach seinen Entwürfen, z. B. das Gebärhaus in Prag, die Residenz des 
griechisch-orientalischen Metropoliten, das griechisch-orientalische Seminar und Priester- 
gebäude und die katholisch-armenische Kirche in Czernowitz. Er wurde Baurath und 
Mitglied der Akademie in Wien. 

Hoarc, Prince, engl. Bildniss- und Historienmaler, geb. 1755 in Bath, t 22. Dec. 
1834 in Brighton, Sohn und Schüler des William H., trat 1772 in die Akademie 
zu London, wui'de 4776 nach Rom geschickt, wo er Schüler von Raphael Mengs 
wurde und die Bilder grosser Meister copirte. 1780 kehrte er nach London zurück 
und stellte 1782 sein Bild Alceste empfiehlt bei ihrem Tode ihre Kinder der Vesta 
und das Bildniss des Thomas Lawrence aus. Dann gab er aus Mangel an Anerkennung 
die Kunst auf, reiste nach Lissabon und widmete sich seit 1788 der Literatur, schrieb 
komische Opern, Singspiele und mehrere die bildenden Künste betreffende Schriften. 

Uoare, William, engl. Bildniss- und Historienmaler, geb. 1706 in Eye (Suifclk), 
t 1792 in Bath, war in London Schüler des dort lebenden Malers Grisoni, ging 
nachher nach Rom, kehrte 9 Jahre später zurück und liess sich in Bath nieder, wo 
er Bildnisse und einige unbedeutende Altarbilder malte. Er war einer der Gründer 
der kgi. Akademie., 

Hobbema, Meindert, einer der bedeudendsten holländischen Landschaftsmaler, 
geb. 1638 in Amsterdam, f 7. Dec. 1709 das., soll Schüler von Jakob v. Ruisdael 
gewesen sein, wenigstens stark durch ihn beeinflusst. Er malte vorzugsweise Baam- 
gruppen und Wälder, auch Wassermühlen, Bilder von grossem Zauber der Farbe in 
der Sonnenbeleuchtung und grosser Naturwahrheit, leider viele derselben stark nach- 
gedunkelt. Ihre Entstehungszeit ist nicht immer sicher nachzuweisen, wenigsten« hören 



Hochecker — Hoecgeest. 185 

dutirte Bilder mit dem Jahre 1668 auf, nur von 1670 eine Wassermühle bei Consul 
Weber in Hamburg. Die meisten stammen sicher aus den 60er Jahren. Echte Bilder 
von ihm sind im Beichsmuseum zu Amsterdam 2 Wassermühlen und eine Landschaft, 
2 gute Bilder im Museum zu Rotterdam, das Haarlemer Holz von 1663 im Museum 
zu Brüssel, eine waldige Landschaft im Museum zu Berlin, eine Waldlandschaft und 
eine Bauernhütte im Städelschen Institut, 7 in der Nationalgalerie zu London, darunter 
namentlich die sog. „Avenue" oder EschenaUee ; eine sehr. berühmte Wassermühle im 
Louvre; besonders viele in englischem Privatbesitz, im Buckingham-Palast und in 
der Bridgewater-Galerie. Die längste Zeit missachtet, gilt H. heute als vielleicht 
der erste holländische Landschaftsmaler, auf Grund seiner feinsinnigen Wahrung der 
Farbenwerthe und weil seine Bilder am allerwenigsten von etwas Gedanklichem an- 
gekränkelt sind, sondern nur die Natur, wie sie sich dem Auge bietet, in Kunst- 
sprache umsetzen. 

Hochecker, Franz, Landschaftsmaler, geb. 1730 in Frankfurt a. M., f 25. Mäiz 
171)2 das., Schüler von Christ. Georg Schütz, war in seiner Vaterstadt thätig. 
Eines seiner wenigen Werke ist eine Flusslandschaft im Museum zu Kassel. Auch 
seine Tochter Maria Eleonore H., geb. 7. Oct. 1761, f 8. Jan. 1834, war Landschafts-" 
und Marinemalerin. 

Hochhaus, Karl, Genre-, Landschafts- und Marinemaler, geb. .19. Sept. 1852 
in Berlin, wo er 1872—75 die Akademie besuchte, Schüler von A. v. Werner war 
und seinen Wohnsitz nahm. Er arbeitete an den Bildern im dortigen Cafe Bauer, 
brachte 1880 das Bild Die Schwerttänzerin, ging aber dann mehr zur Darstellung 
der uns umgebenden Wirklichkeit über in den Bildern : Motiv aus dem Hohenzollern- 
Museiim, die Herculesbrücke, Schiifszimmerplatz, die Panzer-Korvette „Oldenburg" 
auf der Werft des „Vulcan" in Bredow bei Stettin (1886), Seegrasernte auf 
Mönchgnt u. s. w. 

Hochniann, Franz, Thier- und Landschaftsmaler, geb. 17. Jan. 1861 in Dresden, 
Schüler der Kunstschule in Weimar, der Akademie in Dresden und von Friedr. 
Preller jun., war 1885 in Rom, 1887- 90 in Karlsruhe und J?og nachher nach 
Charlottenburg. Unter seinen zahlreichen Bildern sind zu nennen: Kühe an der 
Tränke (1879), Rehe im Walde (1881), Heimkehr, Pferdemarkt (1884), Abend vor 
der Porta maggiore in Rom (1886), Abschied vom Heim (1886), Pferdeschwemme 
(1887), Morgen am Strande (1891) u. A. 

Hodges, Charles Howard, engl. Maler und Mezzotintostecher, geb. 1764, 
t 24. Juli 1837 in Amsterdam, ging schon 1788 nach Holland, stellte in Amsterdam 
correct gezeichnete und gut gemalte Bildnisse aus und stach zahlreiche Blätter nach 
Reynolds, Hoppner, Paye u. A. Seine Hauptblätter sind Der Schiffsbauer und seine 
Frau nach Rembrandt (1802) und Der Knabe Hercules nach Reynolds. 

Hodges, WÜHam, engl. Landschaftsmaler, geb. 1744 in London, t 27. Febr 
1797 in Brixham (Devonshire), Schüler von R. Wilson, malte anfangs Theater- 
decorationen in Derby, begleitete als Zeichner den Seefahrer Cook auf seiner zweiten 
Entdeckungsreise, kehrte nach 3 Jahren zurück, stellte seit 1776 seine Ansichten aus 
Otaheite und Neu-Seeland aus, ging dann nach Ostindien und stellte seit 1784 
ostindische, von Gilpin staflSrte Ansichten aus, 1^87 wurde er Mitglied der Akademie 
in ■ London, bereiste die Rheingegenden, besuchte St. Petersburg, malte nochmals 
Theaterdecorationen, aber ohne grossen Erfolg. Ebenso schwach sind seine Shakespeare- 
Illustrationen und seine landschaftlichen Bilder aus Indien.. Diese Erfolglosigkeit 
bewog ihn, die Malerei aufzugeben und ein Bankgeschäft zu errichten, das ihn völlig 
ruinirte. 

Hodgson, John Evan, engl. Genremaler, geb. 1. März 1831 in London. Schüler 
der dortigen Akademie, bereiste 1869 Nordafrika und widmete sich seitdem dem 
ethnographischen Genre. Seine Bilder aus den von ihm bereisten Ländern sind voll Geist 
und Humor, Warm und harmonisch im Colorit. Solche sind Der arabische Märchen- 
erzähler, Die schwarze Wache des Paschas, Der Schlangenbändiger, Der Korallen- 
händler, Schäferstück, Eine türkische Frau, Musikprobe bei einem Farmer. 1873 
wurde er Genosse der Londoner Akademie. 

Uoecgeest (Houckgeest), Cornelis, holländ. Architekturmaler und Stecher des 
17. Jahrb., f vor 1656, Sohn des Bildnissmalers Joachim H. im Haag, trat 1610 
in die dortige Lucasgilde und malte vorzugsweise das Innere von Kirchen. Von ihm 
im Museum zu Antwerpen und im Haag das Innere der l^^euen Kirche in Delft. Im 
Museum des Haag auch das Grabmal Wilhelms I. von Oranien in der genannten 
Kirche (1651). Er radierte auch das Innere einer gothischen Kirche nach van Bässen. 



18g Hoechle ~ Hoeckgeest. 

Hoeciüe, Joliann Baptist, Maler, geb. 19. Oct. 1754 in Klingenaa (Kanton 
Aargan), f 1. Jas. 1832 in Wien, ging vom Töpferhandwerk zur Malerei über, 
wurde in Angsburg Schüler von Hartmann und malte kirchliche Historienbilder, 
widmete sich aber 1780 in München auf den Rath Dorners dem Genrefach, wurde 
Hohnaler des Kurfürsten Karl Theodor and 1802 Hofmaler in Wien. Am besten und 
reichsten vertreten ist er durch Bildnisse im Lustschloss Laxenburg bei Wien; auch 
2 Bilder von ihm in der Galerie Harrach in Wien. 

Hoechle^ Johann Nepomuk, Schlachtenmaler, geb. 1790 in München, f 12. Dec. 
1835 in Wien, Sahn des Vorigen, Schüler des bayrischen Hofmalers Kobell, ging 
1800 nach Wien, wurde 1804 Schüler von Füg er auf der Akademie, ging 1807 
nach Paris zum Schlachtenmaler D u v i v i e r, setzte bis 1812 seine Studien bei ihm fort, 
reiste 1815 noch einmal nach Frankreich, 1819 nach Eom und Neapel, besuchte das 
Kavallerielager bei Ofen-Budapest und erhielt nach dem Tode seines Vaters dessen Stelle 
als Hof- und Kammermaler. Unter seinen Schlachtenbildern wurden bekannt 2 Scenen 
aus der Schlacht bei Aspern (Galerie Liechtenstein in Wien), Kaiser Franz mit dem 
Kronprinzen Ferdinand überschreitet die Vogesen, Kaiser Max auf der Martinswand, 
Rudolf V. Habsburg vor dem Priester, Albrecht IV. in Jerusalem; auch zahlreiche 
Aquarelle und Lithographien ähnlichen Inhalts. 

Hoeck (Hoecke), Jan van den, Maler und Radierer, geb. im Sept. 1611 in 
Antwerpen, f 1651 das., Schüler und Nachahmer von Rubens, bildete sich in Rom 
weiter aus, wurde vom Kaiser Ferdinand II. an den österreichischen Hof berufen, 
kehrte 1647 mit Erzherzog Leopold als dessen Hofmaler nach Flandern zurück. Unter 
seinen in Jeder Beziehung lobenswerthen Bildern sind zu nennen: im Museum zu 
Antwerpen Der heil. Franziscus der das Christkind anbetot. im Hofmuseum zu Wien 
das Bildniss des Erzherzogs Leopold Wilhelm, und Erzherzog Leopold Wilhelm im 
Gebet, in der Galerie Liechtenstein Der Kindermord, im Rudolfinum zu Prag Philemon 
und Baucis. 

Hoeck (Hoecke), Robert van den, Schlachtenmaler und Kupferstecher, geb. 
1609 in Antwerpen, f nach 1665, Halbbruder des Vorigen, Schüler seines ziemlich un- 
bekannten Vaters Karl H., stellte als Controleur der Festungswerke von Flandern 
Lager, Märsche und Belagerungen dar. Fein ausgeführte, meist kleine Bilder von 
ihm im Hofmuseum zu Wien, darunter ein grosses Schlittschuhlaufen (1649). Man 
hat von ihm 21 geistreiche, selten gewordene Radierungen ähnlichen Inhalts. 

Hoecker, Adalbert, Glasmaler der 1. Hälfte des 19. Jahrb., geb. in Breslau, 
Sohn und Schüler des Adalbert Longin H., wurde 1824 nach Marienburg berufen, 
um das Schloss des Hochmeisters mit Glasmalereien zu schmücken, malte auch für 
den König von Preussen einen Christuskopf nach Guido Reni und wurde später 
Lehrer an der Kunstschule seiner Vaterstadt, wo er seine Arbeiten fortsetzte. 

Hoecker, Adalbert Longin, Maler, geb. 1761 in Albendorf (Grafschaft Glatz), 
Schüler der sonst unbekannten Maler W e h s e und K ü m p f e 1, besuchte die Akademie 
in Dresden und liess sich in Breslau nieder, wo er in Theaterdecorationen für 
Schlesien thätig war und Landschaften malte. 

Hoecker, Paul, Genre- und Bildnissmaler, geb. 11. Aug. 1854inOber-Langenau 
(Grafschaft Glatz), besuchte 1874 — 79 die Akademie in München, ging 1882 nach 
Paris, bereiste Holland, kehrte 1884 nach München zurück, zog dann nach Berlin, 
lebt aber jetzt wieder in München, wo er 1891 Professor an der Akademie wurde. 
Von ihm die Bilder: Ein holländisches Bauernmädchen (Neue Pinakothek), An Bord 
Sr. M. Schiff „Deutschland", Gefechtsschiessen auf einem Panzerschiffe, Am Kamin, 
Maria Verkündigung, Bei Grossmutter, Die Nonne. 

Hoeck ert, Job. Fredrik, schwedischer Maler, geb. 26. Aug. 1826 in Jönköping, 
t 16. Sept. 1866 in Gothenburg, Schüler von Boklund und der Akademie in 
Stockholm, lebte 1846 — 49 in Miinchen und besuchte Lappland, wo er zahlreiche 
Genrescenen entwarf. 1850 ging er auf einige Jahre nach Paris, bereiste später 
die Niederlande, 1861 Spanien, Italien und das nördliche Afrika. Zu seinen besten 
Bildern gehören : Gottesdienst in einer Kapelle der Lappländer, Inneres einer Lappen- 
hätte (1857), Eine Lappenhochzeit, Der Schlossbrand in Stockholm von 1697 und 
mehrere Bildnisse. Er besass die grosse schwedische, sowie die Ehren-Medaille, den 
Wasa- und Nordstern-Orden. 

Hoeckgeest, Gerrit van, s. Honckgeest. 

Hoeckgeest, Joachim, holländ. Bildnissmaler der 1. Hälfte des 17. Jahrb., 
trat 1610 in die Malergitde im Haag. Von ihm im dortigen Museum 2 prächtige 
Bildnisse. 



Hoeckner — Höger. 187 

Hoeckner, Karl Wilhelm, Steinschneider, geb. 1749 in Dresden, f 1795 in 
Born, Schüler seines Vaters, schnitt besonders treffliche Köpfe in harten Stein oder 
Stahl vertieft, z. B. Friedrich d. Gr. nach Chodowiecki und Friedrich Wilhelm. 
Später arbeitete er in Rom. 

Hoefel, Blasins, Kupferstecher und Formschneider, geb. 27. Mai 1792 in Wien, 
t 17. Sept. 1863 das., besuchte die dortige Akademie, wurde auch Schüler und Gehilfe 
von Mark und später dessen Schwiegersohn. 1820 wurde er Professor an der 
Neustädter Militärakademie und später Mitglied der Akademie. Unter seinen Stichen 
nennen wir ; Die Flucht nach Aegypten nach Hirschhäuter, Johannes d. T. in der 
Wüste nach Raifael, der Leichnam Christi nach A. del Sarto (Hofmuseum in Wien;, 
Rudolf von Habsburg an Ottokars Leiche nach Petter, der Abschied des Landwehr- 
manns nach P. Krafft und mehrere BUdnisse; unter den Holzschnitten ein Bild nach 
Waldmüller, eine Venus nach Lebrun, die 4 Evangelisten nach Luca Giordano. 

Hoefel, Johann Nepomuk, Historienmaler, geb. 1786 in Budapest, f 22. Jan. 
1864, Bruder des Vorigen, Schüler^ von Joseph Krafft, trat 1804 in die Akademie 
zu Wien, ging 1818 über Triest nach Neapel, besuchte die Hauptkunststädte Italiens 
und liess sieh in Wien nieder, wo er kirchliche und profane Historienbilder und 
Bildnisse malte. Solche Bilder sind : Die Söhne des Diagoras von Rhodus als Sieger 
in den olympischen Spielen (1820), St. Martinus und St. Antonius von Padua als 
Altarbild für eine Kirche in Ungarn, St. Stephanus, St. Aegidius, St. Michael, Ver- 
klärung der heil. Magdalena, Bildnisse des Königs Matthias Corvinus, Grillparzers. 
des Dichters Ladislaus Pyrker und Anderer. 

Hoefer, Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 1825 in Eisfeld (Hildburghausen), 
t 10. Febr. 1878 in München, ging von der Porzellanmalerei 1850 zur Landschaft 
über, worin Miliner sein Lehrer wurde, bereiste dann Thüringen, die Schweiz, 
Tirol und Oberitalien. Unter seinen hübsch gezeichneten Landschaften von natur- 
wahrer Farbe sind zu nennen : Bayrisches Gebirgsdorf mit einem Hochzeitszuge 
(1861, Museum in. Breslau), Waldpartie mit Jagdstaffage im Winter, Der Ghiemsee 
in einer Winterlandschaft, Wall- und Wetterhorn und Eiger aus dem Rosenlauithale, 
Das Lauterbrunnerthal. 

Hoefifler, Johann Adolf, Landschaftsmaler, geb. 23. Dec. 1825 in Frankfurt a. M., 
Sohn und Schüler des Zeichenlehrers Friedr. Heinr. H. (f 1843), bildete sich auf 
dem Städelschen Institut unter Jakob Becker, ging 1847 nach Düsseldorf und 
1848 nach Amerika, wo er Bildnisse und Landschaften malte, reiste auch nach West- 
indien und kehrte 1853 zurück. Dann bereiste er noch Frankreich und Belgien und 
liess sich in seiner Vaterstadt nieder. 1863 besuchte er noch Italien und brachte 
von dort mehrere wohlgelungene Landschaften, z. B. die Tassoeiche beim Kloster 
San Onofrio in Rom, die Campagna bei Civita Castellana, Terracina und mehrere 
Landschaften aus Deutschland. 

Hoefnagel, Joris (Georg), Maler, geb. 1545 in Antwerpen, f nach 1618 in 
Wien, Sohn eines Diamantenhändlers, bereiste Deutschland, Italien und Spanien, wo 
ex Städte, Festungen und Kostümbilder malte. Dann kehrte er nach Flandern zurück, 
war für mehrere deutsche Fürsten beschäftigt, auch für den Kaiser Rudolf, für den 
er 4 naturgeschichtliche Bücher illustrirte. Die Figuren seiner Bilder sind im Ganzen 
schwach, nur in der Behandlung des Fleisches lobenswerth. Sein Sohn Jakob H., 
geb. 1575, war Kupferstecher, der 1592 ein Heft mit Insekten, Früchten und Kräutern 
nach seinem Vater stach. 

Höger, Cornelias, dänischer Miniaturmaler, geb. 1741 bei Kopenhagen, t -■ Juni 
1804 das., bildete sich von 1754 — 63 auf der dortigen Akademie, ging dann zu seiner 
weiteren Ausbildung nach Paris zu Jean Baptiste Masse und nach Rom. Dann 
war er längere Zeit in Dresden thätig, wurde dort Mitglied der Akademie und nach 
seiner Heimkehr Mitglied der Akademie seiner Vaterstadt. 

Höger, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 3. Nov. 1801 in Wien, t 13. Mai 1877 
das., Schüler der dorti^n Akademie unter Jakob und Friedrich Gauermann, 
deren Schwiegersohn bzw. Schwager er wurde. Nach häufigen Ausflügen ins Gebirge 
und nach einer Reise nach Venedig im Jahre 1853 liess er sich in seiner Vaterstadt 
nieder, wo er schon seit 1843 Mitglied der Akademie gewesen. Seine Landschaften, 
unter denen die Bleistiftzeichnungen und Aquarelle noch besser sind als die Oelbilder, 
sind von trefflicher Zeichnung und Feinheit der Empfindung, darunter namentlich: 
Kapelle in der Ramsau bei Berchtesgaden, Burg Sebenstein, Aussicht am Zellersee im 
Pinzgau, Partie bei Lundenburg, Partie bei Paskau in Mähren und zahlreiche andere 
Gebirgslandscbaiten. 



188 Hoegg — Hoermaun. 

Hoegg, Joseph, Genremaler, geb. 1826 in Koblena, war 1840—50 Schüler der 
Akademie in Düsseldorf and Rudolf Jordans, malte Genrebilder meistens ernsten, 
traurigen Inhalts, z. B. Der letzte Abschied auswandernder Weinbauern an der Mosel 
(1846), Am Sarge der Mutter (1847), Knabe einen Brief lesend (1848), Die blinde 
Grossmutter (1849), Rückkehr vom JKirchhof (1849), Der Grossvater und sein Enkel 
(1850), Der heimliche Raucher (1862) u. A. 

Hoegler, Franz, Bildhauer, geb. 1802, f 12. Mai 1855 in Wien, bildete sich 
auf der dortigen Akademie und fertigte in der Folge charakteristisch aufgefasste, 
lebensvolle Bildaissbüsten und Statuetten, z. B. Kaiser Franz Josöph, Maler Danhanser, 
Fürst Liechtenstein, Radetzky, Windischgrätz und viele Andere", auch eine liebliche 
Madonna mit dem Kinde. 

Hoehn, Cfeorg, Landschaftsmaler, geb. 1. Juli 1812 in Neustrelitz, t 20, Jan. 
1879 in Dessau, war 1828—31 Schüler der Akademie in Berlin, dann Schüler von 
Blechen, zog 1837 nach Dessau, aus dessen Umgegend er viele Landschaften malte, 
staffirt mit menschlichen Figuren und mit Hochwild, für das er eine feine Beobachtungs- 
gabe zeigte. In der Nationalgalerie zu Berlin von ilun eine Ueberschwemmung im 
Dessauer Park (1879). 

floelperl, Anton, Bildniss- und Genremaler, geb. 1820 in Schlaggenwald 
(Böhmen), f 1888 in Prag, musste sich, da er in Wien nicht in die Akademie treten 
konnte, mit dem Studium der Galerien begnügen, machte eine Studienreise nach 
Salzburg, ging 1851 nach Carlsbad, wo er Bildnisse und Genrebilder malte und liess 
sich 1853 in Prag nieder, wo er in diesen Fächern allmählich sein Glück machte. 

Hoen, Cornelius Pieter, Maler, geb. 1814 in Antwerpen, ging vom Kaufmanns- 
stande zur Kunst über, wurde Schüler von Waldorp, malte Städte und Hafen- 
ansichten und gab hiervon eine Sammlung trefflicher Zeichnungen heraus. 1840 wurde 
er Mitglied der Akademie in Amsterdam. 

Hoeninghans, Adolf, Landschaftsmaler, geb. 1811 in Crefeld, f 30. Sept. 1882 
das., besuchte 1829 — 35 die Akademie in Düsseldorf unter Schirmer und ging 1843 
nach Italien, wo er 4 Jahre nach der Natur malte. Nach seiner Rückkehr war er 
in Düsseldorf thätig und zog 1853 nach Dresden. Unter seinen stilistisch durch- 
geführten Bildern wurden die bekanntesten: Ansicht von Terracina (1851, Galerie in 
Düsseldorf), Die Peterskirche mit dem Vatikan (1852, Museum in Köln), Partie bei 
Rocca di Papa, Castel Gandolfo und andere italienische Landschaften. 

Hoenow, Max, Landschaftsmaler, geb. 16. Juni 1851 in Berlin, Schüler der 
dortigen Akademie und Steffecks, lebt in Berlin, wo er manche ansprechende Haide- 
und Waldlandschaften grossentheils aus Thüringen und der Mark Brandenburg malte. 

Hoeppe, Ferd. Bernhard, holländ. Landschaftsmaler, geb. 20. Febr. 1841 in 
Cleve, lebt im Haag. Bekannt wurden von ihm die Bilder: Alte Windmühle, Sommer- 
rao"gen beim Haag, Holländischer Bauernhof und andere holländische Landschaften. 

Hoeppner, Julius, Aquarellmaler, geb. 1839 in Lichtenberg, Schüler der 
Akademie in Dresden, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er malte das Haideröslein 
nach Goethe, einen Aquarellencyklus „Undine" nach De la Motte Fouque, einen Cyklus 
von 6 Aquarellen nach Shakespeares „Sommernachtstraum", andere ähnliche Illustrationen 
und ein Waldidyll. 

Hoerberg, Per, schwedischer Maler und Kupferstecher, geb. 31. Jan. 1746 auf 
dem Hofe Oefra-Oe in Smäland, f 24. Jan. 1816 in Oelstorp (Ostgothland), war 
anfangs Hirt, dann Bauer, bildete sich als Autodidakt zum Künstler, konnte erst 
37 Jahre alt die Akademie in Stockholm besuchen, wurde Hofmaler des Kronprinzen 
Karl Johann, malte eine grosse Zahl von Altarbildern und über 600 Bilder profanen 
Inhalts und wurde Mitglied der Kunstakademie. Eines seiner Hauptwerke sind die 
Freskomalereien der Titanenkämpfe im Schloss Finspäng. Er war ein Künstler von 
grosser Erfindungsgabe besonders in der Darstellung des Erhabenen und Heiligen, 
auch ein geschickter Mechaniker, Kupferstecher und Violinspieler. — Seine Selbstbiogr. 
deutsch von Schildener (1819). 

Höermann, Joseph Anton, Maler und Kupferstecher, geb. um 1775 in Günzburg 
(Schwaben), f 30. Mai 1820 in Augburg, malte vaterländische Pflanzen und Ansichten 
aus der Umgegend seiner Heimath von treuer Darstellung der Natur und zarter Aus- 
führung, zeigte sich auch talentvoll in Caricaturbildern, 

Höermann, Theodor von, Landschaftsmaler, geb. 13. Dec. 1840 in Imst (Tirol), 
Schüler der Akademie in Wien unter v. Lichtenfels und Feuer bach und 
von Raphael Collin in Paris. Seine zahlreichen, sehr geschätzten Landschaften 
sind grossentheils österreichischen und ungarischen Gegenden entnommen. 



fioerter — Hofelich. 189 

Hoerter, Augnst, Landschaftsmaler, geb. 5. Aug. 1836 in Elberfeld, Schüler 
der Akademie in Düsseldorf und Leasings in Karlsruhe, wo er sich niederliess. 
Er malte poetische Landschaften von kräftigem Colorit meistens aus deutschen und 
schweizerischen Hochgebirgen, z. B. Motiv vom Reichenbachfall, Landschaft bei 
Hohentwiel, Eichenlandschaft, Aufsteigendes Gewitter mit mittelalterlicher Reiter- 
staffage (Haupthild), Der Rosegg-Gletscher im Berninagebirge, Felsengrotte am 
Strande mit Nymphen (Kunsthalle in Karlsruhe), Landschaft aus dem Höhgau (1868) 
und andere Gebirgs- und Waldlandschaften. 

Hoesslin, Georg vou, Historien-, Genre- und Bildnissmaler, geb. 20. März 1851 
in Budapest, besuchte seit 1871 die Akademie in München, bildete sich in Rom weiter 
aus und kehrte nach München zurück, wo er Schüler von Lindenschmit wurde 
und in der Weise der Cinquecentisten malte. Von ihm eine Allegorie auf die 
Reformation, eine Allegorie Der deutsche Friede (1866), Die Madonna mit dem Kinde 
erscheint einer trauernden Mutter (1892) und mehrere Frauenbildnisse von seelen- 
voller Empfindung. 

Hoet, Gerald, hoUänd. Maler, Radierer und Mezzotintosteoher, geb. 22. Aug. 
1648 in Bommel, f 2. Dec. 1733 im Haag, Schüler seines Vaters Moses H. und 
des Corn. Po elenbarg, bereiste Holland und Frankreich, Hess sich in Utrecht 
nieder und ging 1714 wieder nach dem Haag, wo er zahlreiche manierirte Historien- 
bilder ma{te, z. B. Diana im Bade, Der Raub der Sabinerinnen, Moses schlägt Wasser 
aus dem Felsen (Hofmnseum in Wien), Pyramus und Thisbe (Museum in Rotterdam), 
im Museum zu Leipzig Die Ueberwältigurig Simsons und Saloraos Abgötterei. Unter 
seineL Kupferstichen sind zu uennen: Paris schwört der Oenona ewige Treue und 
2 mythologische Blätter, 

Hoetzendorff, Johann Samuel, Maler aus Wien, der in der 1. Hälfte des 
18. Jahrh. lebte und in der Abtei Göttweih mit grossem Geschick die Geschichte des 
heil. Benedict und des Bischofs Altmann von Passau malte, der die Abtei 1072 stiftete. 

Hoevemeyer, Ängast, Historienmaler, geb. 23. Sept. 1824 in Bückeburg, 
1 15. Jan. 1878 in München, wo er seit 1848 Schüler der Akademie unter K a u 1 b a c h and 
Schwind war, von Cornelius beeinflusst wurde und als einer der letzten Künstler dieser 
idealen Richtung dasteht. Er liess sich hier nieder, inalte. Fresken und Sgraffitobilder 
besuchte 1864 und 1875 Italien, copirte Raffaels Schule von Athen, in Florenz eine 
Venus von Tizian, in Mantua Bilder von Mantegna und Giulia Romano. Seine 
bedeutendsten in Deutschland gemalten Bilder sind : Die Vertreibung aus dem Paradiese 
(1854), Die Christnächt, Aufgang zur Alm (1855), Wandgemälde in der Kuppel des 
Museums zu Leipzig, 3 historische Bilder im Nationalmuseum zu München (1863), 
Die Sündfluth (1862, Carton), Der gefesselte Prometheus (1866), SgrafRti am Poly- 
technikum und am Wilhelmsgymnasium zu München, die umfangreichen Bilder im 
grossen Saal des Direktionsgebäudes der pfälzischen Eisenbahnen in Ludwigshafen, 
die zu ihrem Nachtheil in der kur&enZeit von 1872 — 74 auszuführen waren, und der 
aus künstlerischem Herzensbedürfiiiss hervorgegangene Bildercyklus aus dem Leben 
der Psiyche. 

Hoey, Joon van, hoUänd. Maler, geb. 1545 in Leiden, f 1615 in Paris, Enkel 
des Lucas v. Leiden, Schüler seines Bruders Lucas Dammarez, eines Schülers 
von Lucas von Leiden, kam nach einem Aufenthalt in Italien nach Paris, malte 
in der Hofkapelle zu Fontainebleau eine Himmelfahrt Christi und die streitende 
Kirche. Von seinen Bildern ist sonst wenig bekannt. In der Kunsthalle zu Bremen 
ein Bild Daniel als Richter. 

Uoeyer, Christian FUddcr, dänischer Maler, geb. 24. Jan. 1775 bei Roeskilde, 
t 23, Juni 1855 in Kopenhagen, wo er 1792—1806 die Akademie besuchte und sich 
nacü Abildgaard bildete. 1803 erhielt er die grosse goldene Medaille für sein Bild 
Delila verräthSimson. 1806—12 lebte er in Rom, malte hier Hero erwartet Leander 
und Socrates mit dem Giftbecher, geistvolle aber malerisch und technisch uninteressant? 
Bilder. 1812 wurde er Mitglied der Akademie und malte noch einige schwache 
Bilder, die den von ihm gehegten Erwartungen nicht entsprachen. Infolge seiner 
Feindseligkeit gegen die Akademie wurde er 1826 ausgeschlossen. 

Hofelich, Friedrich Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 30. Oct. 1842 in Leipzig, 
musste sich in seinen ersten Jahren der Holzschneidekunst widmen, worin Flegel 
in Leipzig sein Lehrer war. 1860—64 war er in St. Petersburg thätig, besuchte die 
dortigen Kunstsammlungen und bis 1867 die Museen in Berlin, Dresden und Leipzig, 
lebte dann wegen seiner Gesundheit in süddeutschen Gebirgsgegenden und zog 1868 
nach München. Seine Bilder sind meistens Waldlandschafteii. Fluss- und Seeufer, 



lÖO Hofer - Hoff. 

Weiher mit Schilf und Bäumen, Gegenden aus den bayerischen Hochebenen und seit 
1875 Partien aus dem Berner Oberlande. In der Kunsthalle zu Hamburg von ihm 
eine Landschaft mit dem Wall- und Wetterhorn (1872). 

Hofer, Gottfried, Genre- und Bildnissmaler, geb. 27. März 1858 in Bozen (Tirol), 
war von 1876—83 auf der Akademie in München Schüler von Löfftz, bereiste mit 
diesem Italien, lebte in Rom, Neapel und Pompeji, 1887 in Paris, zog dann nach 
München, portraitirte hier, üi Bremen und Leipzig und zog 1892 nach Hamburg. 
Eines seiner Hauptbilder ist die 1887 in Paris gemalte Charfreitagsandacht; ausserdem 
von ihm eine Bacchantin, Fischfang in den Lagunen und mehrere Bildnisse. 

Hofer, Ludwig von, Bildhauer, geb. 1801 in Ludwigsburg, f 7. März 1887 in 
Stuttgart, erhielt hier seine erste künstlerische Ausbildung, ging 1819 nach München 
und betheiligte sich bei der plastischen Ausschmückung der Glyptothek. Von 1823 — 38 
war er in Rom, zum Theil im Atelier .Thorwaldsens, wo er dessen Engel mit 
dem Taufbecken ausführte und eine Psyche schuf, die 1838 nach Stuttgart kam. In 
Rom schuf er die 2 colossalen Marmorgruppeu der Rossebändiger, die mit der Gruppe 
Raub des Hylas im Schlossgarten zu Stuttgart ihren Platz fanden. Dann entstanden 
für das Schloss Rosenstein bei Stuttgart die Statue eines zornigen Amor, die grosse, 
weniger gelungene eherne Reiterstatue des Herzogs Eberhard im Bart und einige 
Jahre später die eherne Concordia auf der Jubiläumssäule. Sehr gelungen sind sein 
Reiterstandbild des Königs Wilhelm von Württemberg in Ludwigsburg und die dortige 
Marmorstatue Schillers (1882). 1880 vollendete er in Rom eine grosse Marmorgruppe 
des Raubes der Proserpina. 

Hoff, Jakob, Genremaler, geb. 14. Juni 1838 in Frankfurt a. M., f 22, Dec. 
1892 das. Er war zunächst Schüler des Bildhauers Zwerger, dann von 1864—61 
am Städelschen Institut Schüler von Jakob Becker, unter dem er als sein erstes 
grösseres Bild 1861 die Schwälmer Kirmes malte. Bald nachher ging er nach 
Belgien und Holland und malte dort unter anderen Genrebildern als Seitenstück zu 
jener Kirmes das Bild Unter der Linde. Später bereiste er von Frankfurt aus Ungarn 
und Oberitalien. Unter seinen übrigen Bildern sind bedeutend: Der blinde Geiger, 
Kirchweihtag im Schwalmgrund, Sonntagsandacht, Das Gespräch durchs Fenster. Ruhe 
auf der Jagd. 

Hoff, Johann Nicolans, Kupferstecher, geb. 4. Nov, 1798 in Frankfurt a. M., 
t 6. März 1873 das., stach nach Lion. da Vinci Die Verlobung der heil. Catharina 
und eine heil. Familie, nach Perugino Die Grablegung Christi, nach Gimignano eine 
Halbfigur der heil. Jungfrau. 

Hoff, Karl, Genremaler, geb. 8. Sept. 1838 in Mannheim, f 13. Mai 1890 in 
Karlsruhe, bildete sich 1855—58 auf der dortigen Kunstschule unter S c h i r m e r und 
Descoudres, dann 3 Jahre in Düsseldorf unter V a u t i e r, machte Studienreisen 
in Deutschland, Frankreich, Italien und Griechenland, und nahm in Düsseldorf seinen 
Wohnsitz, bis er 1878 Professor an der Kunstschule zu Karlsruhe würde. Unter 
seinen vielen Bildern von ungemeiner Lebens wahrhe't und meisterhafter Technik 
sind zu nennen: Zigeuner vor dem Ortsvogt (1861), Der Winkeladvokat, Der kranke 
Gutsherr und sein SchuUebrer (1864), Noblesse oblige (1864), Coeur k tont (1865), 
Die grosse figurenreiche Rast auf der Flucht (1866), Erste Kritik (1868), Die 
unerwartete Heimkehr eines Kriegers des 17. Jahrh. (1869), Sub rosa (1868), Stiller 
Besuch, Tartüff'e und Elmire (aus Meliere), Der Trunk zu Pferde, Die Taufe des 
Nachgeborenen (1875, Hauptbild, Nat.-Gal. in Berlin), Des Sohnes letzter Gruss (1878, 
Museum in Dresden), Vor dem Ausmarsch (1879), Bildniss der grossherzoglich badischen 
Familie (1881, Nat.-Gal. in Berlin), Die goldene Hochzeit (1883), Zwischen Leben 
und Tod (1885, Kunsthalle in Karlsruhe), und mehrere Bildnisse. Medaille Berlin 
1872, Wien 1873, Bayr. Verdienstkreuz 1872. — An Schriften: „Schein, ein Skizzen- 
buch in Versen" (1878) und die Streitschrift „Künstler und Kunstschreiber" (1882). 

Hoff, Karl Heinrich, Bildnissmaler, geb. 17. Sept. 1866 in Düsseldorf, Sohn 
des Vorigen, bildete sich in Karlsruhe und in Paris, machte Studienreisen im Schwarz- 
wald, in Tirol und in der Bretagne und liess sich 1892 in Paris nieder. Bekannt 
wurden von ihm fast nur Bildnisse. 

. Hoff, Eonrad, Architekturmaler, geb. 19. Nov. 1816 in Schwerin, t 18- Febr. 
1883 in München, Schüler der Akademie in Dresden, war in München anfangs 
Decorations- und Theatermaler, bereiste einen grossen Theil von Deutschland, Ober- 
Italien und Venedig und malte mit Vorliebe Bauwerke des Rococostils, z. B. Innoii- 
ansicht der Frauenkirche in München, Eine Sakristei (1861), Treppenhaus im Schloss 
zu Schieissheim (1862), Partie aus S. Zeno in Verona, Sta. Maria dei Miracoli in Venedig 



Hoffinanll. 191 

bei Mondlicht (1864), Aus dem Dom in Torcello (1865), Sta. Maria della Salute in 
Venedig (1867), Schlafgemach im Schloss zu Schieissheim (1867). Er erhielt 1874 den 
bayr. Michaelsorden. 

Hoffmann, Architekt, geb. 1806, t 3. Jan. 1889 in San Remo, erbaute 1848—53 
die griechisch-russische Kapelle in Wiesbaden, 1849 die kathol. Pfarrkirche daäelbst 
im Bandbogenstil, war beim Ausbau des Kurhauses in Wiesbaden thätig, baute das 
Kurhaus in Langenschwalbach und in den 70er Jahren in maurischen Formen die 
neue Synagoge in Wiesbaden, woselbst er Oberhofbautath- war. 

Hoffmann, Avgust, Kupferstecher, geb. 1. Aug. 1810 in Elberfeld, t 15 Oct. 
1872 in Berlin, Schtller der Akademie in Düsseldorf unter Thelott und besonders 
unter Keller. Seine grossentheUs meisterhaften Blätter sind ; Die Wiedererkennun^ 
Josephs nach Cornelius, Fresko in der Casa Bartholdi in Rom (jetzt in der Nat.-Gai.- 
zu Berlin), Hagar und Ismael nach Steinbrück, Die Madonna della Catina nach Giuliö 
Romano (Museum in Dresden), Die Madonna mit St. Hieronymus und St. Frapziscus 
nach Raffael (Museum in Berlin), Die Pieti nach W. Schadow, Der Glaubensschild 
nach Cornelius, Moses und Solon nach Kaulbachs Bildern im Neuen Museum zu Berlin, 
Die Kirchgängerin nach L. Blanc, Die Hussitenpredigt nach Lessings Carton, Das 
Blumenmädchen nach Magnus, Pifferari nach Th. Hildebrand, und einige Blätter für 
Kaulbachs Shakespeare-Galerie, 

Hoffmaun, Felicitas, geb. Sartori, Malerin, geb. in Venedig, f um 1760 in 
Dresden, Schülerin der Rosalba Carriera. Besonders viele Bilder von ihr im 
Museum zu Dresden, darunter mehrere Bildnisse, einige religiöse Bilder, die 4 Jahres- 
zeiten und Copien nach anderen Malern. 

Hoffinann, Georg Andreas, Maler, geb. 1754 in Burgbergheim (Mittelfranken), 
war taubstumm,, bildete sich, auf der Akademie in Leipzig, copirte sehr geschickt 
unter Anleitung von Casanova in Dresden, namentlich die Nacht des Correggio und 
andere Bilder nach Ratfael. 

Hoffmann, Hans, Maler, thätig in Nürnberg während der 2. Hälfte des 
16. Jahrb., war ein guter Copist von Albrecht Dürer, malte 1568 ein Bildniss 
von Hans Sachs, trat 1584 in den Dienst des Kaisers Rudolf und f in Wien. 

Hoffmann, Hans Rupprecht, Bildhäuer des 16. Jahrb., der 1572 in der Kanzel 
des Doms zu Trier ein prachtyolles Werk des reif ausgebildeten, schon zum Barocken 
sich neigenden Stils der Renaissance .schuf. Von ihm auch in der dortigen Liebfrauen- 
kirche ein prächtiger Altar mit dem Epitaphium des Domprobstes Hugo Cratz von 
Scbarffenstein und der Marktbrunnen aus dem Jahre 1595. 

Hoffinann, Heinr Adolf Talentin, Landschaftsmaler, geb. 18. Oct. 1814 in 
Frankfurt a, M., war 1843 — 50 Schüler des Städelschen Instituts unter Jakob 
Becker, bereiste das westliche Deutschland, die Schweiz und Tirol und liess sich 
in seiner Vaterstadt nieder, wo mehrere seiner Bilder in Privatbesitz kamen, z. B. Motiv 
aus dem Schwarzwald, Eine Mondnacht im Walde (1879), Das Wetterhorn (1881), 
Cronberg im Taunus (Aquarell), Oede Gegend (1883), 

HofFmann, Jakob, Landschaftsmaler, geb. 4. Juni 1851 in Frankfurt a. M., 
Sohn und Schüler des Vorigen, lebt in seiner Vaterstadt, wo er Landschaften aus 
dem Hunsrück, dem Rhöngebirge, der Eifel und anderen deutschen Gegenden malte. 

Hofl^ann, Joseph, Historienmaler, geb. 28. Oct. 1764 in Köln, f 6. März 
1812 das., besuchte die Akademie in Düsseldorf unter Krabe und Langer, widmete 
sich der Decorationsmalerei und liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er 1793 
und 1794 Deckenbilder in der St. Martinskirche malte. 1797 ging er nach Paris, 
erhielt 1800 mit August NaU in Kassel einen von Goethe ausgesetzten Preis mit 
dem Bilde : Tod des Thrakerfürsten Rhesus und der Raub seiner Rosse durch Diomedes 
und Odysseus und 1805 einen zweiten Preis für das Bild Hercules reinigt den Stall 
des Augias. Zu seinen sonstigen gelungenen Werken gehört das Plafondbild im 
Audienzsaal des Schlosses zu Weimar Diana mit ihrem Jagdgefolge und tanzenden 
Nymphen, dessen Skizze sich im Museum zu Köln befindet. 

Hoflinann, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 22. Juli 1831 in Wien, machte schon 
als Knabe im Prater so tüchtige Kunststudien, dass er sie, 15 Jahre alt, in lithographirten 
„Praterstudien" niederlegte. Bald nachher reiste er nach Steiermark, Croatien und 
Serbien, trat dach seiner Rückkehr ins Atelier Rahls, wo er sich in kurzer Zeit 
ausbildete. Auf einer zweiten Reise nach Syrmien malte er im Kloster Ravanitza 
ein Bild, ging abermals in die Schule R a h 1 .«s, machte auch Studienreisen in die öster- 
reichischen Alpen, nach Venedig und 1857 nach (Jriechenland, wo zahlreiche glänzende 
Studien nach der Natur entstanden, die der Kaiser Maximilian von Mexiko und der 



192 floffmann — Hoffmeistey. 

Baron Sina erwarben. Am wichtigsten war für ihn ein Aufenthalt in Rom 1858—64, 
bei dem er sich durch das Studium der edelsten Vorbilder und durch den Verkehr mit den 
bedeutendäten Künstlern eine gediegene Kunstbildung aneignete, auch 1863 Neapel 
und Capri besuchte. Dort in Italien entstanden seine grossartigen idealen Land- 
schaften, z. B. Reste des Heiligthums der Venus an der Strasse nach Eleusis, Das 
Grab Anakreons, Athen" zur Zeit des Perikles {beim Baron Sina), später auch die 
Küste von Salamis. Nach seiner Rückkehr malte er 1866 für das Neue Opernhaus 
die Decoration zur „Zauberflöte", zum „Freischütz" und zu „Romeo und Julie", 
machte Entwürfe für das Wagner-Theater in Bayreuth, 8 Zonenbilder im Palast 
Epstein, landschaftliche Fresken im Schloss Hörnstein, die 4 Lebensfreuden im Kur- 
salon des Wiener Stadtparkes und (weniger gelungen) die Landschaftstrilogie Drama, 
Idylle und Tragödie. Eine seiner bedeutendsten Schöpfungen ist der grossartig 
componirte Cyklus von 5 Bildern des alten Athen (1876, für den Baron Sina), uämlich 
das alte Athen von den Gärten der Aphrodite aus, der Pluss Ilissus, das panathenäische 
Stadion, die Westseite der Akropolis und der Museionhügel ; ebenso' 1882 die Todes- 
stunde auf Golgatha, der grauenvolle Brand des Ringtheaters (1882). 1867 wurde 
er Mitglied der Wiener Akademie. 

Hoifmann, Karl, Bildhaaer der Gegenwart, geb. in Köln, bildete sich in Rom 
aus, wo er 1848 für die Kirche Gross St. Martin in Köln die beiden Seitenaltäre 
mit Sandsteinfiguren der Maria mit 2 Engeln, des heil. Martin, Eliphius und Brigitta 
fertigte, ebenso eine Pietä in der Mauritiuskirche. 

Hoffmann, Karl, Bildniss- und Genremaler, geb. 11. Oct. 1838 in Paris, lebte 
lange Zeit in Rom, seit 1879 in Berlin und in Dresden, wo er jetzt ansässig ist. 
Unter seinen Bildern sind zu nennen: ein Bildniss des Malers Overbeck, und die 
Genrebilder: Bettelkinder, Mutterglück und Ein Hühnerstall in Rocca di Papa. 

Hoffmann, Ludwig Ernst Emil, Architekt, geb. 31. Juli 1852 in Darmstadt, 
machte in Kassel und in Berlin seine Studien unter L u c a e und Strack, absolvirte 1878 
das Examen als Bauführer, erhielt die grosse, goldene Schinkelmedaille und die Mittel 
zu einer Studienreise nach Rom. Er trat sie 1884 an, musste aDer aus Gesundheits- 
rücksichten wieder umkehren und entwarf in München mit dem Norweger Peter 
D y b w a d den Plan zum Reichstagsbäude in Leipzig im Stil der italienischen Renaissance, 
der ihm 1885 den ersten Preis eintrug. Dann machte er sich zum zweiten Male auf 
den Weg nach Italien. Er lebt jetzt in Berlin. 

Hoffmann, Nicolaus, Architekt, begann 1558 den Bau des neuen ßathhauses 
in Schweinfurt und errichtete 1530—54 als eines der spätesten Werke der Gothik 
in Deutschland die Liebfrauenkirche (Marktkirche) in Halle, auch den dortigen alten 
Friedhof. 

Hoffmann, Philipp Jakob, Architekt, geb. 9. Dec. 1778 in Frankfurt a. M., 
t 8. Oct. 1834 das., bildete sich in Wien und in Dresden, restaurirte 1808 die 
St. Leonbardskirche in Frankfurt a. M., war Lehrer an der dortigen Bauschule und wurde 
1811 Wasser-, Weg- und Brückenbau-Inspektor. Als Civilbaumeister baute er dort 
zahlreiche Privathäuser. Sein Sohn war der am 13. Juni 1809 geborene und am 
20. Sept. 1894 verstorbene Dr. Heinrich Hoffm an n, Verfasser des weltberühmten 
„Struwwelpeter". 

Hoffmanu, Samuel, Mt .ei, geb. 1592 bei Zürich, f 1648 in Frankfurt a. M., 
Schüler und schwacher Nachahmer von Rubens, thätig in Amsterdam und seit 1638 in 
Fi'ankfurt a. M., wo sich von ihm im städtischen Museum die Pindung des Erichthonius 
und im Städelschen Institut ein weibliches Bildniss (1636) befindet. Um 1638 portraitirte 
er auch den Herzog Bernhard von Weimar. 

Hoffmann-Fallersleben, Franz, Landschaftsmaler, geb. 19. Mai t855 in Weimar, 
Sohn des Dichters und Germanisten H. v. F., Schüler der Akademie in Düsseldorf 
und der Kunstschule seiner Vaterstadt, wo er Theod. Hagen zum Lehrer hatte 
und iu Verkehr mit Friedr. Preller stand. Nach mehreren Studienreisen liess er siel, 
in Düsseldorf, später in Weimar nieder und zog 1888 nach Berlin. Als seine Haupt- 
bilder sind zu nennen: Ein Hünengrab vor einem Waldkirchhof (1877), Nach der 
Sturmfluth (1878), Das verwunschene Schloss (1879), Altdeutscher Opferhain (1880), 
Am Kyifliäuser (1882, Museum in Breslau), Aufkommender Sturm an der Ostsee, 
Der letzte Schnee und mehrere Original-Rs^dierungen. 

Hoffnielster, Heinz, Bildhauer, geb. 24. Juni 1861 in Saarlouis, f 5. März 1894 
in Berlin, wurde in Kreuznach Schüler der Gebrüder Gau er und in Düsseldorf der 
Akademie, nahm am Kriege von 1870|71 Theil, brachte aus diesem Feldzuge interessante 
„Kriegsskizzen" als Sammelwerk, schuf auch in Frankreich mehrere Bildnisse von 



Hoffstadt — Hof mann. 193 

Offizieren, kehrte nach Düsseldorf zurück und fertigte Denkmaler für den Friedhof 
in Köln. 1873 liess er sich in Berlin nieder, wo nun Bildwerke der verschiedensten 
Art folgten: Büste des Feldmarschalls v. Wrang^l und des Generals v. Goeben 
(Ruhmeshalle in Berlin), Büste des späteren Kaisers Friedrieh, des jetzigen deutschen 
Kaisers, den er dreimal modellirte, und der jetzigen Kaiserin, 2 Soldatenfiguren am 
Treppenhause des Berliner Schlosses und als ideale Bildwerke eine Gruppe Neckerei, 
Faun mit Panther, Ganymedes mit dem Adler, Reliefs aus dem Leben der Psyche, 
mehrere Gelegenheitsarbeiten und als 2 grössere monumentale Werke das Denkmal David 
Hansemanns in Aachen (1888) und das Moses 3f endelssohns in Dessau (1890). Er malte auch 
Wandbilder in einem Hause auf Capri, gab Reisebeschreibungen und Dichtungen heraus. 

Hoffstadt, Friedrich, Zeichner und Architekt, geb. 1802 in Mannheim, f 1846 
in Aschaffenburg, ging von der Jurisprudenz zum Studium der mittelalterlichen Bau- 
kunst über, betheiligte sich 1824—26 bei der lUustrirung von Fouques „Zauberring'', 
verfasste die Werke „Gothisches ABCbuch" mit 40 Tafeln (1840 ff.), „Die Anwendung 
des gothischen Ornaments zu Einfassungen" (1851) und machte zahlreiche Entwürfe 
zu Grabdenkmälern. 

Hofland, Thomas Christopher, engl. Landschaftsmaler, geb. 25. Dec. 1777 in 
Worksop (Nottinghamshire), f 3. Jan. 1843 in Leamington, bildete sich fast ganz als 
Autodidakt, diente 1799—1806 als Freiwilliger in Kew, war in Liverpool und in Derby 
thätig, zog 1811 nach London und erhielt 1814 für sein erstes bedeutendes Bild eines 
Sturmes an der Küste von Scarborough einen Preis, copirte die Landschaften grosser 
Meister, zog 1815 nach Richmond und 1817 nach Twickenham, arbeitete für den 
Herzog von Marlborough in White Knights, verlor aber, weil er die Verantwortung 
für die Kupfersticharbeiten übernahm, sein Vermögen und kehrte 1823 nach London 
zurück, wo nun mehrere seiner besten Landschaften entstände«, z. B. Der See von 
Windermere, Jerusalem zur Zeit ä&c Kreuzigung, Windsor Castle bei Mondschein, 
Llanberris See und Dämmerung (1833). Durch diese Bilder war er in den Stand gesetzt, 
nach Italien zu gehen, musste aber wegen Kränklichkeit zurückkehren und half noch 
bei der Gründung der Gesellschaft der britischen Künstler. 

Hofmann, Hans, einer der Nürnberger Kleinmaler und Stecher der 2. Hälfte 
des 16. Jahrb., f 1592, trat 1584 in den Dienst des Kaisers Rudolf. Blätter von 
ihm in den Kabineten zu Wien, Dresden und Berlin. 

Hofmann, Joh. Michael Ferd. Heinrich, Historienmaler, geb. 19. März 1824 
in Darmstadt, erhielt den ersten Unterricht von dem dortigen Kifpferstecher Rauch, 
besuchte 1842—44 die Akademie in Düsseldorf unter Th. Hildebrand und S c h a d o w 
und malte unter Letzterem ein grösseres Historienbild: Scene aus der Geschichte 
der Langobarden. 1845 besuchte er Holland und Paris und kehrte in seine Vater- 
stadt zurück, wo er zahlreiche Bildnissaufträge erhielt, bis er 1847 nach München 
ging, wo seine Abschiedsscene aus „Romeo und Julie" entstand. Von 1848—51 lebte 
er Avieder in Darmstadt und Frankfurt a M., portraitirte den damaligen Reichsminister 
Heinr. v. Gagem und zog 1851 nach Dresden, wo er die Galerie studirte und sein 
Bild Enzio im Kerker vollendete. 1854 ging er nach Rom und malte dort unter 
dem Einfluss des Cornelias als eines seiner Hauptbilder Die Gefangennehmung Christi 
(1858, Museum in Darmstadt). 1859—62 verweilte er wieder in seiner Vaterstadt 
und nahm dann seinen bleibenden Wohnsitz in Dresden, wo er eine ununterbrochene 
Thätigkeit in glattgeleckten, farblich theatralischen Bildern der religiösen Historie 
und der Dichterwelt entfaltete, z. B. Othello und Desdemona, Die Ehebrecherin vor 
Christus und Der Jesusknabe im Tempel (beide im Museum zu Dresden), Christi 
predigt am See Genezareth (Nationalgalerie in Berlin), und ein Cyklus von Bildern 
„Kommt zu mir" (zum Heiland). Im Vestibül des Hoftheaters malte er das Decken- 
bild der Apotheose der Helden des Alterthums und in der Albrechtsburg zu Meissen 
Die Verlobung des kleinen sächsischen Prinzen mit der 11jährigen böhmischen Prinzessin 
Sidonie. Seit 1870 ist er Professor an der Akademie, deren Ehrenmitglied er bereits 
1868 wprde. 

Hufmann, Joseph. Architekt, geh. 1840 in Triest, war schon 1858 bei der 
Ausschmückung des Schfeeses Miramar thätig, besuchte München, Paris und London, 
wurde vom Kaiser Maximilian nach Mexiko berufen, und kehrte dann nach München 
sorlick, wurde mit Zettle r Leiter der Glasmalereianstalt und arbeitet« seit 1867 für 
di« Prachtbauten des Königs Ludwig 11. auch als Leiter des Schlosses Herrenchiemsee, 
wo die Glasmalereien sein Werk sind. 

Hoftnann, Ludwig von, Maler, geb. 17. Aug. 1861 ir Darnistadt, stand eine 
Zeitlang unter dem Einfluss seines Oheims Joh. Mich. Ferd. Heinr. H.. uuä war 
AUKOmeineB Künstler-Lexioon. 5. Aufl. 2. Bernd. 13 



194 Hofmann — Hogarth. 

Schüler von F. Keller in Karlsruhe, studirte dann aber in Paris und kehrte als einer 
der interessantesten Farbensymphoniker zurück. Nach einem Aufenthalt in Berlin, 
lebt er gegenwärtig in Florenz. H. ist Idealist par excellence, dessen Pinsel und Stift 
die ganze Erscheiuungswelt zu einer subjektiven Märchenwelt umdichten ; ausgehend 
von der Beobachtung, dass der Himmel gar nicht so blau, das Laub gar nicht so 
grün ist, wie nun einmal a priori vom Laienauge angenommen wird, hat er zuerst 
Gemälde geschaffen, in denen er Lichtbrechungen malt, wie sie dem geübten Auge 
erscheinen und nicht mit den paar orthodoxen Farben, die der verstaubte Atelier- 
künstler auf seiner dürftigen Palette hat, so z. B. Badendes Mädchen im Sonnenschein, 
Am Strande, Adam und Eva u. s. w. Hierher gehören viele Pastellbilder, die mit 
grossem Feingefühl irgend eine Farbennuance als Hauptton des Gemäldes hervor- 
heben. Sodann hat er grosse Geschicklichkeit und viel Geschmack in decorativen Ent- 
würfen gezeigt. Endlich schuf er als Charakteristischstes eine Reihe von Märchen- 
bildern, die sich an Farbe und Form der Äussenwelt nur anlehnen, und bei denen er 
sich nicht scheut. Bäume gelb, Gras blau zu geben, wenn e\ nur ein harmonisches 
Ganze erreicht. 

Hofniann, Rudolf, Genre- und Historienmaler, geb. 182(^ in Darmstadt, f im 
Nov. 1882 das., bildete sich in Düsseldorf und in München und malte in letzterer 
Stadt als sein erstes grösseres Bild eine Scene aus dem Bauernkriege (Mus. in 
Darmstadt). Bekannter wurde er durch seine 23 Wandgemälde im Schloss des Fürsten 
von Isenburg-Büdingen aus der Geschichte des Hauses. Nachdem er sich noch 3 Jahre 
m Rom weiter ausgebildet hatte, malte er 1857 Fresken auf der Wartburg. Er war 
in Darmstadt Professor und Inspektor des Museums. 

HofmaiiB'Zeitz, Eudwig, Zeichner und Genremaler, geb. 11. Nov. 1832 in Zeitz, 
genoss hier die erste Vorbildung und ging 1862 nach München ins Atelier von 
M. v. Schwind, dessen Lieblingsschüler er wurde. Zu seinen besten Bildern gehören : 
Verdorben und gestorben. Aus den Tagen von Sedan, Ueberraschung, Francesca von 
Rimini und Paolo Malatesta, Flucht der Landgräfin Elisabeth mit ihren Kindern von 
der Wartburg. 1886 v-Tirde er Inspektor des Museums in Darmstadt. 

Hofmeister, Eugen, Genremaler, geb. 1843 in Rottenburg am Neckar, Schüler 

der Kunstschule in Nürnberg und der Akademie in München unter Alex. Wagner, 

Ramberg und Piloty, wurde Zeichenlehrer an der Universität Tübingen. Bilder 

von ihm sind: Schwäbischer Sonntagnachmittag, Der Storch hats gebracht, Der 

Hagestolz der sein Mahl selbst bereitet, und ein Bild aus der Klosterkirche in Salem. 

Hofnaas, Johann Wilbelm, Maler, geb. 1727 in Ahaus (Reg.-Bez. Münster), 

"f* 1795, lernte anfangs die Glasmalerei, ging 1753 nach Rom, wo er Schüler von 

Haphael Mengs wurde. Nach 7 Jahren kehrte er zurück, und wurde pfiilzischer 

Hofmaler in Mannheim, wo er viele Bildnisse und Familienbilder malte. Künstler 

waren ebenfalls seine Söhne Ferdinand Wilhelm H., Schlachtenmaler, geb. 1769, 

Lorenz H., Miniaturmaler, geb. 1772, f 1837, und Peter H., Miniaturmaler, f 1819. 

Hofner, Joh. Baptist, Thier-, insbesondere Schafmaler, geb. bei Schrobenhausen, 

(Oberbayern), Schüler von Piloty in München, wo er noch lebt. Von ihm: Ein 

juiiger Schafbock mit einer Gänsefamilie (Museum in Hannover), Die Schäferin, Fuchs 

und Hase, Die durch Schafe gesperrte Strasse, und Andere dieser Art. 

Hofstctten, Franz Xaver von, Landschaftsmaler, geb. 1811 in München, 
f 1883 in Waidhaus (Oberpfalz), malte manche ansprechende Bilder vorzugsweise 
aus den Gebirgen des südlichen Bayerns und Oesterreichs. 

Hogau, John, engl. Bildhauer, geb. 1800 in Tallow (Irland), f 27. März 1858 
in Dublin, ging von der Jurisprudenz anfangs zur Architektur über, wurde Schüler 
von Sir Thomas Deane, studirte auch Anatomie, machte Holzschnitzereien und 
ging nach Rom, wo er seinen Wohnsitz nahm und mehrere bedeutende Bildwerke 
schuf, z. B. Eva nach der Vertreibung aus dem Paradiese, ein todter Christus, ein 
besonders schöner trunkener Satyr, ein Denkmal des irischen Barden Carolan in der 
St. Patrickskivche zu Dublin, und eine Statue O'Connells für die dortige Börse. Erst 
spät kehrte er zurück und schuf noch eine Statue des Mässigkeitsapostels Pater 
Mathew und ein Relief für das Wellington-Denkmal in Dublin. 

Hogarth, William, berühmter engl. Zeichner, Maler und Kupferstecher, geb. 
10. Dec. 1C97 in London, f 26. Oct. 1764 in Chiswick bei London, kam anfangs in 
die Lehre bei einem Goldschmied, gravirte Wappen, Namenszüge und Arabesken auf 
Gefässe von edlem Metall, besuchte die Zeichenakademie T h o r n h i 1 1 s, dessen Tochter 
er entführte und heirathete ; er widmete sich sodann der Bildnissmalerei, kam durch 
seine Wanderungen auf den Strassen und den Besuch von Kneipen zu dem seinem 



Hogenberg — Hoguet. 195 

Talent entsprechenden Gebiet der Verspottung der Laster und moraliachen Schwächen 
der Menschen sowohl in einzelnen Bildern wie in ganzen novellenartig zasanimen- 
hängenden Folgen von Darstellungen, hatte dagegen «^inen gänzlichen Misserfolg 
mit seinen rein historischen Bildern, z. B. die nur durch Stiche bekannte Predigt 
des Paulus und Paulus vor Felix, Sigismonda mit dem Herzen ihres hingerichteten 
Gatten Guiscardo (National-Galerie in London), Die Findung des Moses und 2 grosse 
Altarbilder aus einer Kirche in Bristol (in der dortigen Akademie); die besten 
darunter sind die beiden Bilder: Der barmherzige Samariter und Der Teich von 
Betbesda im Bartholomäus-Hospital zu London. Weitere künstlerisch bedeutsame 
Schöpfungen sind seine Bildnisse, in denen er die unangenehmen Gesichtszüge oft 
stark betont. Als die besten derselben sind zu nennen: seil} Selbstbildniss mit 
dem grossen Hunde (1745, Nationalgalerie, 1749 von ihm selbst gestochen), Der 
Kapitän Coram im Foundling-Hospital, Der 80jährige Veri äther Lord Lovat im 
South-Kensington Museum, Der Schauspieler Garrick als Richard III. im Duncombe- 
Park und das hübsche Garnelenmädchen in der Sammlung Vanderbilt in New- York.- 
Einen grösseren Namen als durch alle diese Bilder machte er sich durch seine Malereien 
und Radierungen, in denen er die Thorheiten der Menschen und die hinter der äusseren 
Glätte des vornehmen Lebens verborgene Falschheit und Lüge mit scharfem Spott und 
bitterer Ironie darstellte. Die ersten dieser Oelbilder und Radierungen waren : Das Leben 
einer Buhlerin (1723, in 6 Blättern), sodann Die Punschgesellschaft (Oelbild in Petworth), 
Das Leben eines Wüstlings auf 8 Bildern im Soane-Museum, die einen ganzen Roman 
darstellen, Der Jahrmarkt in Southwark (beim Herzog von Newcastle), Der unglückliche 
Poet, Komödianten in der Scheune und namentlich als sein reifstes, am wenigsten 
caricirtes Werk DieHeirath nach dei- Mode (6 Blätter 1745, als Oelbilder in der National- 
Galerie) ; dazu noch als weniger gelungen 4 politisch-satirische Bilder im Soane-Museum 
und die nur durch Stiche bekannten Bilder: Die Bierstrasse, Die Branntweingasse, 
Die Tageszeiten und auf 12 Blättern Die Folgen des Fleisses und des Müssigganges. 
1753 gab er die schon von seinen Zeitgenossen mit Recht lächerlich gemachte 
„Zergliederung der Schönheit" heraus, worin er die Schlangenlinie als die angenehmste 
Form für das Auge darstellte. Die satirischen Radierungen des Meisters mit ihren 
vielen Aufschriften und ihren das künstlerische so sehr verdrängenden Nebenzwecken, 
lassen den heutigen Betrachter nicht recht zur Freude gelangen. Dagegen zeigt er 
sich" in seinen Oelbildern technisch und coloristisch als einen der ersten Meister, 
z. B. auch in dem Shrimpgirl (Londoner National-Galerie). Alle seine Bilder riefen 
zu ihrer Erklärung mehrere literarische Werke hervor, darunter namentlich 
Lichtenbergs „Ausführliche Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche und Zeichnungen" 
(1794 ff., nu wiederholt in neuen Aufl.) und Hogarths „Zeichnungen in Stahl gestochen 
mit Erklärungen" von Lichtenberg, herausgegeben v. Kottenkamp (3. Aufl. 1873). 
— Seine Biogr. von Ireland und Nichols (3 Bde. 1822 und 1874), v. Sala (186G), 
DobsoB (1880), BeavingtOB-Atkinson in Dolimes „Kunst und Künstler" (1880) und 
Austin Dobson (1891) 

Hpgenberg, Abraham, Zeichner und Kupferstecher in Köln, lebte in der 
1. Hälfte des 17. Jahrb., f nach 1653, wahrscheinlich Sohn des^ Franz H., stach 
die Bildnisse des- Landgrafen zu Rhein, Wolfgang Wilhelm, des Markgrafen Ernst 
von Brandenburg und des Königs von Polen, Sigismund III. 

Hogenberg, Franz, Kupferstecher aus Mecheln, f 1590 in Köln, arbeitete in 
London und in Köln. Seine besseren Blätter sind : das Bildn is der Königin Elisabeth 
von England, des Gerhard Mercator (1574), 31 Blätter aus der Fabel der Psyche 
un.d das seltene Blatt: Spiegel der Vergänglichkeit. 

Hogenberg, Johann, Kupferstecher in Köln, thätig im letzten Decenflium des 
16. und im ersten des 17. Jahrhunderts, Bruder des Abraham H. Er stach 12 Blätter 
mit Vögeln und anderen Thieren und mehrere Bildnisse. 

Uo^enberg, Johann Nikolaus, Historienmaler und Radierer, der Stammvater 
der Familie dieses Namens, geb. 1500 in München, t 1554 in Mecheln, malte hier in 
der Romualdskirche einige biblische Bilder. 

Hogaet, Charles, Maler, geb. 21. Nov. 1821 in Berlin, f 4. Aug. 1870 das., 
war dort Schüler von W. Krause, dann in Paris von E Ciceri und von Isab ey, 
dessen flotte Technik er sich geschickt aneignete. Mit Ed. Hildebrandt machte er 
eine Studienreise nach England, lebte bis 1848 in Paris und Hess sicL .lann in seiner 
Vaterstadt nieder, wo er zahlreiche Bilder in Aquarell wie iu Oel malte. Es sind 
Marinen, Landschaften und Stillleben geistvoll, aber oft nur .skizzenhaft behandelt. 
In der Nationalgalerie zu Berlin von ihm: Die letzte Mühle auf dem Montmartre, 



;J96 Hohe — Hokusai. 

Das Wrack (1864) und ein Stillleheu vl852"). Andere Bilder von ihm: Einfahrt in 
den Hafen von Dieppe, Die alte Eiche, Felsenlandschaft (Galerie Kaveue in Berlin), 
Küste bei Havre de Gräce 1857, (Museum in Danzig). Auch meisterhafte Küchen- 
bilder und viele landschaftliche Aquarelle. 1869 wurde er Mitglied der Beritner 
Akademie. 

Hohe, Friedrich, Lithograph und Maler, geb. 1802 in Bayreuth, f 7. Juni 
1870 in München, wo er seit 1820 die Akademie besuchte und sich 1823 g^nz zur 
Lithographie wandte. 1826 besuchte er mit Karl Rottmann Italien, liess sich in 
München nieder, wo er 1828 die Herausgabc der Leuchtenberg-Galerie in Lith<^raphien 
begann, sich später auch an der Herausgabe der Dresdener Galerie durch Franz 
Hanfstängl betheiligte und viele Bilder bedeutender Zeitgenossen reproducirte, z. B, 
Einzug König Ottos in Nauplia nach Peter Hess. Seine eigenen Gompoaitionen, die 
keinen grossen Erfolg hatten, waren Landschafts- und Thierbilder in Zeichnungen, 
Aquarellen und in Oel. 

Hohe, Nicolaus Christian, Historien- und Bildnissraaler, geb. 1798 in Bayreuth, 
t 22. Juni 1868 in Bonn als Universitätszeichenlelirer und kgl. Hofmaler, Bruder 
des Vorigen, machte sich verdient durch die Wiederauffindung und theilwcise 
Restauration der Wandmalereien aus dem 12. Jahrh. in Schwarzrheindorf bei Bonn, 
durch die Wiederauffiudung der Wandbilder in Ramersdorf und andere Bilder dieser Art. 

Hoheuberg von Hetzeudorf, Johann Ferdinand, Baumeister und Maler, geb. 
1732 in Wien, f 1790, Schüler der dortigen Akademie, später Mitglied derselben, 
besuchte Italien und di Hauptkunststädte Deutschlands, baute in Schönbrunn bei 
Wien die Gloriette (1775\ den Palast des Grafen von Fries in Wien, des Marquis 
Pallaviciui (1784) und malte zahlreiche Theaterdecorationen. 

Hohenberg (Altomonte), Martin, s. Altomonte. 

Hohenlohe-Langenburg, Prinz Yictor v., s. Gleichen. 

Hohfelder, Friedrich, Historienmaler der Schule des C o r n e 1 i u s und Heinrich 
Hess, malte stilvolle Compositionen von grosser Innigkeit im Ausdruck seiner Gestalten 
und harmonischer Durchbildung von Form und Farbe. Als eines seiner besten Bilder 
wird genannt der sein Kreuz auf sich nehmende Heiland mit der unter dem Kreuz 
trauernden Maria von rührender Schönheit. 

Hohnbaum, Karl« öenremaler, geb. 1825 in Hildburghausen, f 19. Jan. 1867 
das., war Schüler von Prell er in Weimar, lebte dann in München. Unter seinen 
oft ans der Kinderwelt entlehnten Bildern nennen wir nur: Kinder die aus der 
Schule kommen, Ein Krämerladen, Spiel der Dorfjugend, Mädchen mit Kindern. 

Hohneck, Ad«lf, Landschaftsmaler, geb. 1812 in Dresden, f im Febr. 1879 in 
Oberlössnitz bei Dresden, Schüler der Dresdener Akademie und von 1838 — 41 der 
Akademie in Düsseldorf unter Th. Hildebrand, Er malte meistens Landschaften, 
zuweilen auch Genrebilder. 

Hoin, Claude Jean Baptiste, franz. Maler und Kupferstecher, geb. 5. Juni 
1750 in Dijon, f im Juni 1817 das., Schüler von Devosge und von Grenze, 
wurde 1811 Conservator des dortigen Museums, malte vorzngsweise Bildnisse in 
Miniatur und in Pastell und stach Bildnisse nach Boichot und Honore Fragonard. 

Hokusai, (auch Katsngawa Shunro, Tokitaro, Sori der Zweite etc. etc., wie 
überhaupt die japanischen Künstler sich zu verschiedenen Zeiten verschiedener Namen 
bedienen), japanischer Maler und Zeichner für den Holzschnitt, geb. 1760 in dem 
Kreis Honjo (im Norden von Yeddo), f 13. April 1849 in Yeddo, war Soba des 
Spiegelmachers Nakajunaldeund anfänglich Schüler von KatsugawaShunshö. 
H. gehört der volksthümlichen Ukio-ye Richtung, d. h. „weltlichen" „Handwerker- 
schule" an, die bei den Vornehmen und Gebildeten seines Landes wenig Anerkennung 
findet, während er in Europa von allen japanischen Meistern der Bekannteste und 
Höchstgepriesene ist. Der vornehme calligraphische Zeichnungsstyl, die wunderbar 
feine Empfindung für Farbenzusammenstellungen der alten japanischen Schulen ist 
ihm nicht eigen ; dagegen zeigt sich bei ihm eine echt volksthümliche, leicht caricirende 
Auffassung und das regere Interesse am Dargestellten gegenüber der Darstellungs- 
weise. Gerade auf Grund dieser Eigenschü.ft, seinem Erzählertalent, das ihm dazu 
verhilft uns alle Phasen japanischer Cultur vorzuführen, mag seine Beliebtheit in 
Europa beruhen. Seiae eigentlichen Malereien treten gegenüber den Zeichnungen 
für den Holzschnitt in den Hintergrund. Er hat in seinem langen Leben ein staunou- 
crregend reiches „Werk** geschaffen. In seinem 75. Jahre schrieb er, dass er jetzt 
erst anfange die Natur wirklich zu erfassen und wohl mit 110 Jahren zur Vollkommen- 
heit gelangen werde. Und in der That gehören einige im Alter von 80 Jähren 



Holanda — Holbein. 197 

geschaffene Arbeiten zu seinen Besten. — Aus kümmerlicher Frühzeit riss ihn die 
Anerkennung, die sein 1798 veröffentlichtes Titelbild zu der Folge „Die 36 berühmten 
Dichterinnen" fand, heraus. Es kamen nun Folgen von Bildern zu Novellen, Romanen 
des Bakin, Gedichten des Ogura, eigenen Schriften, bis er 1814 mit der Herausgabe 
des einen grossen Hauptwerks, der „Mangwa" (flüchtige Skizzen) begann, das im Ganzen 
15 Bände aufweist, deren letzter nach des Künstlers Tode im .Jahre 1878 erschien. 
Dieses grosse Skizzenbuch enthält beinahe alles Darstellbare, religiöse, geschichtliche, 
Märchenbilder, Genrescenen und Darstellungen aus dem Alltagsleben, dann phantastische 
und naturalistische Thiere, endlich auch Häuser und Landschaften etc. Die Reich- 
haltigkeit des Inhalts ordentlich anzudeuten, würde Seiten in Anspruch nehmen. Als 
zweitbedeutendstes Werk gilt das dreibändige, um 1835 erschienene, 100 Ansichten 
des Fujiberges. Andere sind Heldensagen, Kinder- und Lehrbücher, Entwürfe für 
Tabakspfeifen und verschiedene kunstgewerbliche Motive (Banshoku dzu-ko). Im Ganzen 
zählt man über 80 Werke mit über 300 Bänden. Dazu kommen noch tausende von 
Neujahrswünschen, Flugblättern etc. meist in vielen Farben gedruckt. — lieber H. 
lässt sich nachlesen in Gonse, „l'Art japonais" (1883), Wm. Anderson „The pictorial 
Afts of Japan" (1886) und besonders in Brinckmann „Kunst und Handwerk in 
Japan" (1889). 

Holanda, Francisco de, portug. Maler, geb. zu Anfang des 16. Jahrh. in 
Lissabon, Sohn und Schüler des Miniaturmalers Antonio de H., fertigte in Evora 
für ein Brevier die 2 Miniaturbilder : Verkündigung der Maria und Ausgiessung des 
heil. Geistes, schmückte aurh andere Chorbücher mit Miniaturen, war in Rom 
befreundet mit Michelangelo Mnd mit Giulio Clovio, schrieb auch einige kunstwissen- 
schaftliche Bücher. 

Holbein, Ambrosias, Maler, Geburts- und genaues Todesjahr unbekannt, f nach 
1519, Bruder von Hans H. d. J., machte Silberstift- und Federzeichnungen, von denen 
sich viele im Museum zu Basel befinden. Unter seinen Oelbildem gibt es nur im 
genannten Museum einen Christus als Fürbitter auf Wolken und einige Bildnisse. 
Daselbst auch 5 Passionsbilder, die von ihm und seinem genannten Bruder herrühren. 

Holbein, Eduard, Historienmaler, geb. 1807 in Berlin, f 19. Februar 1875 das., 
besuchte die dortige Akademie, arbeitete 1832 — 39 im Atelier von Karl Begas, 
wurde Professor und Lehrer an der Akademie, und debütirte 1836 mit dem Genre- 
bilde eines im Angesicht von Jerusalem sterbenden, von seinen Söhnen umgebenen 
Pilgers, worauf dann 1838 eine Madonna mit dem Kinde und in der Schlosskapelle 
zu Berlin auf 2 Nischenpfeilern die 12 Erzväter folgten. 

Holbein, Hans d. Ae., geb. um 1460 in Augsburg, f 1524 zu Isenheim im 
Elsass, ein Hauptvertreter der realistischen Richtung der schwäbischen Schule, als 
solcher beeinflusst von MartinSchongauer, thätig 1 499 in seiner Vaterstadt, dann in 
Ulm, 1501 in Frankfurt a. M., später wieder in Augsburg und im Elsass. In dieser 
Richtung zeigt er ein hohes ideales Gefühl für Schönheit und eine warme Farben- 
harmonie. Nach der ungefähren Reihenfolge ihrer Entstehung sind seine Hauptwerke : 
4 Tafeln im Dom zu Augsburg mit dem Jugendleben der Maria, die Kirche Sta. Maria 
Maggiore mit der Krönung der Maria durch die Dreieinigkeit, die Basilika von 
St. Paul mit der Geschichte dieses Apostels (das schönste und reichste seiner Werke), 
und ein Votivbild von 1502 mit 3 Scenen aus dem Leben Christi, alle 3 in der Galerie 
zu Augsburg, sodann ein um 1500 gemaltes umfangreiches, jetzt an 3 Orten zer- 
streutes Altarwerk für das Dominikanerkloster in Frankfurt a. M., 2 Flügel eines 
Altarschreines im Rudolfinum zu Prag, das Altarwerk von 16 Tafeln mit dem Leben 
der Maria und der Passion Christi aus dem Kloster Kaisheim in der Pinakothek zu 
München, eine ähnliche Folge von Passionsscenen in der Galerie zu Donaueschingen 
und wiederum in Augsburg 4 früher dem jüngeren Holbein zugeschriebene Flügel 
von 1512 mit der Legende der Heiligen Ulrich und Wolfgang, Maria und der heil. 
Anna die das Christuskind im Gehen unterrichten, eine Kreuzigung Petri und eine 
Enthauptung der heil. Katharina und als sein Werk von reifster Schönheit in der 
Pinakothek das Martyrium des hl. Sebastian (1515) mit den Seitenflügeln der heil. 
Barbara und der heil. Elisabeth von Thüringen. Wohl seine letzte bedeutende Malerei 
war Der Brunnen des Lebens aus dem Jahre 1519 im Schloss zu Lissabon. 

Holbein, Hans d. J., der berühmte Sohn des Vorigen, einer der besten Meister 
der deutschen Kunst, geb. 1497 in Augsburg, f zwischen 7. Oct. und 29. Nov. 1543 
an der Pest in London, entwickelte sich unter dem Einfluss seines Vaters und Hans 
Burgkmairs, ging 1515 nach Basel, war 1517 in Luzern, liess sich 1519 in Basel 
nieder und trat 1526 in den Dienst Heinrichs VIII. von England, wo er mit einigen 



198 Holder — Holl. 

Unterbrechungen bis zu seinem Tode thätig war. Seine Bedeutung in der Kunst- 
geschichte hat er theils als Bildnissmaler, der in diesem Fach die deutsche Malerei 
zu ihrer höchsten Entwickelung führte, theiJ? durch seine Holzschnitte und Hlustrationen, 
worin er für die reformatorische und humanistische Bewegung von hervorragender 
Bedeutung ist. Ftir seine frühesten Arbeiten ist keine Sammlung lehrreicher als das 
Museum in Basel, das eine reiche Sammlung seiner Handzeichnungen und 26 seiner 
Gemälde besitzt, darunter ein Exemplar des Buches „Lob der Narrheit" von Erasmus 
V. Kotterdam mit ßandzeichnungen von beissender Satire, und einige Bildoisse, die 
21m schon früh als einen grossen Meister zeigen, z. B. das des Bürgermeisters Meyer 
and seiner Gattin (1516), des Bonifacius Amerbach, der sog. Lais Corinthiaca (1526), 
sod^n der sehr naturalistische Leichnam Christi (1521) und die 8 merkwürdigen 
Bilder der Passion Christi (1520 — 25), die, unter dem Einfluss der römischen Schule 
entstanden, von kühn bewegter Composition sind , ebenso in noch höherem Grade die 
10 in Tusche ausgeführten Bilder der Passion. Um diese Zeit (1526) entstand auch 
seine berunmte, neuerdings gut restaurirte Madonna des Bürgermeisters Meyer im 
Besitz der Prinzessin Karl zu Darmstadt, von der die weltbekannte Madonna im 
Mnseum zu Dresden eine fast 100 Jahre später entstandene Copie ist, ein durch die 
tief empfundene Schilderung des deutschen Familienlebens fesselndes Werk. In dieser 
Beziehung ganz ähnlich ein Andachtsbild der Madonna von 1522 mit den Heiligen 
Martinus und Ursus im Kunstverein zu Solothurn. Dazu kommen noch die seit 1521 
entstandenen, nur noch in geringen Resten und in Copien im Museum zu Basel vor- 
handenen Wandgemälde aus dem dortigen Rathhause, es waren nach der damaligen 
Sitte Darstellungen republikanischer Gesetzesstrenge. Mit der Uebersiedelung H.'s 
nach England, also 1526, beginnt die Hauptperiode seiner Thätigkeit im Bildnissfach, 
Bilder von einfacher, wahrer Schilderung des menschlichen Lebens und liebevoller 
Durchführung. Dahin gehören eine Reihe von Handzeichnungen im Schloss zu Windsor, 
das Brustbild des Thomas Morus von 1527 (Privatbesitz in London), die ganze Figur 
der Herzogin Christine von Mailand im Schloss des Herzogs von Norfolk zu Arundel 
(1538), und ausserhalb Englands im Museum zu Dresden das Bildniss des französischen 
Sieur de Morette, der mit H. am Hofe Heinrichs VIII. lebte und das Doppelbildniss 
des Sir Thomas Godsalve und seines Sohnes (1528), im Berliner Museum das Bildniss 
des Kaufmanns Georg Gißze (1532) und 2 andere männlidie Bildnisse, 8 solche Bildnisse 
im Louvre, darunter besonders wieder das des Thomas Morus und der Anna von Cleve, 
vierten Gemahlin Heinrichs VIII., in den üffizien zu Florenz das des Richard Southwell 
(1537) und viele andere im Hofmuseum zu Wien. Nicht weniger ausgezeichnet war 
er in Miniaturbildnissen und in Zeichnungen für den Holzschnitt, worin er 91 Blätter 
zum Alten Testament und in 50 Blättern den berühmten Todtentanz schuf, in welchem 
sich seine tiefsinnige Poesie und sein köstlicher Humor aufs schönste aussprechen 
(erste Ausg. in Lyon 1538), während die grau in grau gemalten Bruchstücke eines 
Todtentanzes im Bischofsschloss zu Chur wahrscheimich nur eine Nachbildung nach 
seinen Zeichnungen sind. — Seine Biogr. v. Hegner (1827), Wornum (1867), Woltmann 
(2. Anfl. 1874—76, 2 Bde.), Manz (1879) und Knackfuss (1894). 

Holder, Johann Michael, Miniaturmaler, geb. 1799 in Hildrizhausen (Württem- 
berg), t 22. März 1861 in Stuttgart, erhielt hier seine Ausbildung, übte seine Kunst 
in München, Dresden, Prag und Paris und Hess sich in seiner Heimath nieder. Seine 
Bilder sind fast nur männliche und weibliche Bildnisse. 1854 erhielt er die Ehren- 
medaille und 1857 den württembergischen Friedrichsorden. 

Holding, Henry James, engl. Landschaftsmaler, geb. 1833 in Manchester, 
t 9. Aug. 1872 in Paris, stellte in Manchester zahlreiche Küsten-, Hafen- und Waldbilder 
in Oel und in Aquarell aus, die allgemeinen Beifall fanden. 

HoU, Ellas, Architekt, geb. 28. Febr. 1573 in Augsburg, f 6. Jan. 1646 das., 
Schüler seines Vaters, eines praktischen Maurermeisters, ging 1602 zu seiner weiteren 
Ausbildung nach Venedig und wurd« ein hervorragender Vertreter der idealen Richtung 
in der deutschen Renaissancearchitektur. Seine bedeutendsten Schöpfungen sind in 
seiner Vaterstadt das Zeughaus und von 1615—20 das prächtige Rathhaus mit dem 
besonders prachtvollen, durch seine Verhältnisse imponirenden sogenannten goldenen 
Saal. — Seine Selbstbiogr. herausgegeben von Chr. Meyer (1873). 

Holl, Francis, engl. Kupferstecher, geb. 23. Aug. 1815 in Camden Town 
(Middlesex), f 14- Jan. 1884 in London, stach zahlreiche geschätzte Blätter nach 
Frith, George Richmond, Gillis, Elmore, Jenkins u. A. 

Holl, Frank, engl. Genremaler, geb. 4. Juli 1845 in London, f 31. Juli 1888 
das., Sohn des William H., bildete sich auf dem üniversity College, trat 1861 in 



Hol! — Holloway, I99 

die Akademie und erhielt schon 1863 eine goldene Medaüle für sein historisches BUd 
der Opferung Isaaks. Seit 1864 stellte er Genrebilder meist ernsten Inhalts von 
tiefem Gefühl, charaktervollem Ausdruck und dramatischer Behandlung aus, z. B. Die 
Farrnkrautsamml6r, Das Gottesurtheil (1866), Der ßeconvalescent, Der Herr hatg 
gegeben, der Herr hats genommen. Dann folgten in den 70er Jahren: Die harrende 
Fischerfamilie, Leichenbegängniss auf dem Lande, Der Erstgeborene, Das Verlassen 
der Heimath, Der Gang nach Hause, Scene in einem Leihhause, Das ausgesetzte 
Kind u. A. 1878 wurde er Genosse der Londoner Akademie. 

Hell, William, engl. Kupferstecher, geb. 1807 in Plaistow (Essex), f 30. Jan. 
1871 in London, Schüler seines gleichnamigen Vaters (f 1838), stach vorzugsweise 
meisterhafte Bildnisse in Punctirmanier, z. B. für Lodges ^Bildnisse berühmter 
Personen", für Knights Bildnissgalerie und für Findens BUdnisssammlüng, auch 
Blätter nach Frith und Bildnisse nach !&icbmond. 

Holland, 8. Dance. 

Holland, James, engl. Aquarellmaler, geb. 17. Oct. 1800 in Burslem (Stafford- 
shire), f 12. Febr. 1870 in London, lernte das Blumenmalen auf Porzellan, kam 1819 
nach London, wo er neben den Blumen auch Architektur-, Marinebilder und Landschaften 
malte, um 1830 besuchte er Frankreich, machte dort Architekturstudien, und stellte 
nach seiner Rückkehr eine grosse Ansicht von London von Blackheath und andere 
Bilder dieser Art aus und wurde 1858 Mitglied der Gesellschaft der Aquarellmaler. 1836 
besuchte er Venedig und Mailand, malte auch dort Architekturbilder, 1838 Portugal 
(Ansicht von Lissabon), Holland, die Normandie, die Schweiz und nochmals Venedig, 
beschäftigte sich neben den Architekturbildem auch mit Bücheriilustrationen. 

Hollander, Hendrik, hoUänd. Maler, geb. 7. Aug. 1823 in Leeuwarden, f I.Juni 
1884 in Amsterdam, Schüler von Nie. Pienemann. Von ihm im Reichsmuseum 
zu Amsterdam sein Selbstbildniss aus dem Jahre 1876. 

HoUar, Wenceslans H. von Prachna, berühmter Kupferstecher und Radierer, 
geb. 15. Juli 1607 in Prag, f 28. März 1677 in London in Armuth, lernte zunächst 
das Radieren unter MatthäusMerian in Frankfurt a. M., liess sich in Köln nieder 
und machte die. Bekanntschaft des Grafen v. Arundel, mit dem er nach Prag und 
Wien und 1637 nach England reiste. Hier stach er eine Ansicht von Greenwich und 
viele andere Bilder aus der Galerie des Grafen, wurde 1640 Zeichenlehrer des Prinzen 
von Wales und gab 1642 — 44 eine Sammlung von Trachtenbildern in 28 Blättern 
unter dem Titel „Ornamentus muliebris anglicanus" heraus. Aus politischen Gründen 
begab er sich 1645 wieder zum Grafen Arundel nach Antwerpen, gerieth hier in 
Dürftigkeit, kehrte 1652 nach England zurück und arbeitete für Buch- und Kunst- 
händler, bis er nach Karls IL Rückkehr nach England dessen Zeichner wurde. In 
dessen Auftrag machte er eine gefahrvolle Reise nach Afrika, nahm die Festung 
Tanger auf und ging 1673 nach Noidengland, wo er wieder viele Stadtansichten 
zeichnete. Unter seinen über 2400 Radierungen befinden sich viele ngich älteren 
Malern z. B. nach Holbein Adam und Eva und David vor Saul spielend, Esther vor 
Ahasvems nach P. Veronese, Das grosse Ecce horao nach Tizian (Hofmusetim in Wien), 
Johannes d. T. nach Correggio, Magdalena in der Wüste nach P. v. Avont, Juno 
als Vorsteherin der ländlichen Arbeit nach Elsbeimer, Latona und die Bauern nach 
demselben, Amor auf einem Löwen reitend nach Giulic Romano, .Der Abendmahlskelch 
nach A. Mantegna und viele Andere. Weit bedeutender sind die Arbeiten die H. 
nach der Natur und nach Stillleben machte, die z. Th. den grössten culturgeschichtlichen 
Werth besitzen. Hier sind zu nennen verschiedene Folgen von Frauentrachten, (die 
AnlaVeneris 100 Blatt) darunter eine mit ganzen Figuren als Jahreszeiten aufgefasst ; 
dann Folgen von Schiffen, von Schmetterlingen, die berühmte seltene Folge der 
Muscheln und die prachtvollen Muflfe. Auch seine topographischen Blätter bean- 
spruchen neben ihrem historischen auch viel künstlerisches Interesse : so der Dom von 
Antwerpen, London vor und nach dem Brande, etc. — Vgl. Parthey, Wenzel H., 
Verzeichniss seiner Kupferstiche (1853 — 58, 2 Bde.), Kinkel, Mosaik zur Kunst- 
geschichte (1876). 

Hollins, John, engl. Maler, geb. 1. Juni 1798 in Birmingham, t 7. März 1855 
in London, anfangs Bildnissmaler, lebte 1825 — 27 in Italien, widmete sich später der 
Landschaft, die er häufig mit Staffage aus Dichtern oder mit Genrescenen versah. 
1842 wurde er Genosse der Akademie. 

HoUonfay, Thomas, engl. Kupferstecher, geb. 1748 in London, f im Febr. 1827 
in Coltishall bei Norwich, machte sich namentlich bekannt durch 700 Illustrationen 
zu Lavaters Physiognomik, durch Illustrationen englischer Klassiker und durch 7 Blätter 



200 Holm — Holzapfel. 

nach, "Raphaels Cartons in Hamptoncourt, die er mit 2 Gehilfen stach. Er malLb auch 
einige Bildnisse in Oel und in Aquarell. 

flolni) Christian Frederik, dänischer Thiermaler und Radierer, geb. 18. Febr. 
1804 in Kopenhagen, f 24. Juli 1846 in Tivoli, Schüler der Akademie seiner Vater- 
stadt, bereiste Schweden und Norwegen, lebte seit 1835 in München und zog 1844 
nach Biom. Unter seinen Thierstücken nennen wir : Eennthiere von Bären verfolgt, 
Bärenhöhle in nordischer Gebirgsgegend, Hühnerhunde auf der Jagd, Eennthierjagd 
in Norwegen. 

Holm, Hans Jörgen, dänischer Architekt, geb. 9. Mai 1835 in Kopenhagen, 
besuchte die dortige Akademie und die Zeichenschule von Ketsch, arbeitete am 
Bau der Universitätsbibliothek, bereiste 1863 — 65 Deutschland, Frankreich und Italien, 
fertigte die innere Ausrüstung des Schlosses Frijsenborg im niederländischen 
Renaissancestil (1865 — 68), baute in Nykjöbing, wurde Lehrer an der polytechnischen 
und später an der Architektur-Schule und gab mit Storch und Dahlerup auto- 
graphische Zeichnungen alter dänischer Baudenkmäler heraus. 

Holm, Per Daniel, schwedischer Landschaftsmaler, geb. 11. Sept. 1835 in 
Malingsbo (Dalarne), war 1852 — 55 im technologischen Institut zu Stockholm, begann 
1858 die Landschaftsmalerei unter Nils Anderson, besuchte die Akademie in 
Stockholm und mit einem Reisestip endiura die nördlichsten Theile Skandinaviens, aus 
denen er die Motive seiner Landschaften entnahm. Später besuchte er noch Düsseldorf, 
München und Paris und machte Studienreisen in den deutschen Alpen. 

Holmberg, August, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1. Aug. 1851 in München, 
bildete sich seit 1866 zwei Jahre in der Bildhauerkunst, ging aber 1868 zur Malerei 
über und wurde Schüler von Wilh. Diez. Dann machte er Studienreisen ir 
Deutschland, 1875 nach Italien und 1878 nach Paris. Unter seinen in Composition 
und im Colorit trefflichen Bildern sind zu nennen : Der Numismatiker, Der Goldschmied 
(Museum in Leipzig), Vor dem Duell, Meinungsverschiedenheiten (1873), Das Tabaks- 
collegium Friedrich AVilhelms L, Das aufgefundene Monogramm, In der Kloster- 
bibliothek, Interessante Lektüre, Fern von der Welt (1884), und die Radierung Santa 
Ccnversazione nacli seinem eigenen Bilde. 

Holme, Arthur, engl. Architekt, geb. 1814 in Liverpool, f 1857 uas., machte 
sich besonders iu seiner Vaterstadt einen Namen durch die von ihm erbauten Kirchen 
St, Paul, St, Matthew, Allerseelen, St. Andreas, durch mehrere Schulen und Waarenlager, 

Holmes, James, engl. Miniaturmaler, geb. 1777, f 24. Febr. 1860 in Shropshire, 
malte seit 1813 viele, oft humonsiiscbe Genrebilder und Bildnisse, wurde 1823 Mitglied 
der Gesellschaft der britischen Künstler und erfreute sich auch als Musiker der 
besonderen Gunst des Königs Georg IV. 

Holst, J., Landschaftsmaler aus Hamburg, f nach 1725, malte im Geschmack 
von Boudewyns, Schoevardts und anderer Antwerpener seiner Zeit. Reich vertreten 
durch 7 Landschaften im Museum zu Schwerin. 

Holsteyn, Cornelis, holländ. Maler und Kupferstecher, geb. um 1620 inHaarlem, 
t nach 1662, Sohn des Pieter H. d. Ae. Er malte: Der Triumph des Bacchus, 
Lycurgus der seinen Neffen zum Erben einsetzt, Pyram.us und Thisbe, Die Parabel 
vom Weinberg. Unter seinen Stichen sind hervorzuheben : Bacchus tröstet die trauernde 
Ariadne und ein Bildniss der Isabella von Este. 

Holsteyn, Pieter d. Ae., Maler, geb. um 1580 im Schleswigschen, f im Juli 
1662 inHaarlem, wo er seit 1637 lebte. Er war Glasmaler und Kupferstecher, malte 
Fenster in Kirchen von Haarlem und stach seit 1602 besonders viele Bildnisse. — 
Auch sein Sohn und Schüler Pieter H. d. J., geb. in Amsterdam, f 1687 in Haarlem, 
war Kupferstecher, 

Holthaase», Ludwig, Genre- und Blumenmaler, geb. 1807 in Uerdingen am 
Rhein, t 13. April 1890 in Düsseldorf, wo er Schüler der Akademie war. Unter 
seinen Bildern werden genannt : Ein Raucher, Die Betende, Die Blumenwinderin 
(1834), Blumenstück vor einem Marienbilde (1835), Kinder mit Früchten (1847), Der 
Maiwein im Walde. 

Holtzhey, Joh. Georg, holländ. Medailleur, geb. 1729 in Amsterdam, f 1808, 
fertigte 2 Medaillen auf Ludwig XVI. und eine auf Bonaparte. — Auch sein Vater 
Martin H., geb. 1697 in Ulm, f 1764 in Middelburg, war ein geschickter Medailleur. 

Holzapfel, Joseph Michael, Maler und Radierer, geb. 28. Oct. 1860 in München, 
Schüler der dortigen Akademie und seit 1880 Schüler des Stechers J. L. Raab. 
Von ihm Radierungen nach Knaus, Gabriel Max u. A. ; als eine seiner ersten Arbeiten 
eine treffliche Originalradierung Der studirende Mönch. 



Hölzer — Homo. 201 

Hölzer^ Johann Evangelist, Maler und Kupferstecher, geb. 1708 in Burgeis 
(Tirol), t 1740 auf einer Reise in Münster, war anfangs in Meran Schüler von Niklaua 
A u er, ging dann- nach Augsburg, malte Historienbilder und Fresken und natnentnch 
an 10 oder 11 Häuserfagaden, auch in Gemeinschaft mit seinem Lehrer J. G. Berg- 
müller, radierte mehrere Blätter in Rembrandts Manier, n. B. Die Anbetung der 
Hirten, Die Anbetung der Könige, Die Flucht nach Aegypten, Die vier Temperamente 
nach BergmOiler, und malte 1740 am Kurfürstlichen Hof in Bonn das allgemein 
bewunderte Bildniss des Kurfürsten Clemens in Lebensgrösse. 

Holzer, Joseph, Landschafts-, insbesondere Waldmaler, geb. 20 März 1S24 in 
Wien, t 17. Jan. 1876 das., Schüler der dortigen Akademie unter Thomas Ender 
und Steinfeld, bereiste Deutschland, die Niederlande, die Schweiz, studirte 3 Jahre 
in München und liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er Mitglied der Akademie 
wurde. Seine Hauptbilder sind : Ausgang eines Waldes mit Fernsicht, Das Kaisergebirge 
in Tirol, Der stille Waldwinkel, Buqjienpartie mit Bach, Motiv aus den kleinen 
Karpathen, Die Mühlsturzhörner im bayrischen Hochgebirge und viele Andere aus den 
bayrischen und österreichischen Alpen. Er war auch Mitglied der Akademie von Venedig. 

Holzhalfo, Adolf Rudolf, Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 1835 in Zürich, 
besuchte 1856 das dortige Polytecbnicum und seit 1857 die Akademie in Düsseldorf 
unter Gude und 4 Jahre unter Pulian, beieiste Deutschland, die Niederlande, 
Frankreich, Oesterreich und Italien wurde Professor am Polytecbnicum seiner Vater- 
stadt, verfiel aber, 1881 in Geisteskrankheit. Aus der Zahl seiner trefflichen Bilder 
sind zu nennen : Bacharach am Rhein, Die Wernerskapelle bei Oberwesel, Partie aus 
dem Rhonethal mit dem Städtchen Leuk (1869), Klosterruine Allerheiligen im 
Sehwarzwald und andere Bilder aus norddeutschen Gegenden. 

Holzmann, Karl Friedrich, Maler und Radierer, geb. 1740 in Dresden, f 1818, 
ging von der Bildhauerkunst zur Malerei über und wurde Schüler von Dietrich, 
unter dem er zahllose Bildnisse malte. Dann widmete er sich der Radierkunst 
namentlich nach Bildern seines Lehrers Dietrich. Sein Hauptwerk führt den Titel 
„Abdrücke in Helldunkel nach den Zeichnungen verschiedener Meister". 

Holzschaher, Encharius Karl, Architekt, baute 1616 — 19 in Nürnberg die 
neueren Theile des Rathhauses im italienischen Palaststil. 

Hom, Georg, Bildoissmaler, geb. 27. Juni 1838 in Frankfurt a. M., Schüler 
des Städelschen Instituts unter Jakob Becker, besuchte die bedeutendsten Galerien 
Deutschlands, malte z. B. das Bildniss des bekannten Naturforschers und Reisenden 
Rüppell, aber auch Genrebilder, darunter Mignon, Der Liebesbrief, Ein Geheimni.ss 
u. A. 1874 siedelte er von Frankfurt a. M. nach Berlin über. 

Home, Robert, engl. Maler, geb. um 1750 in London, f 1836 in Cawnpyor 
(Ostindien), Schüler von Angelika Kauf f mann, vollendete seire Ausbildung in 
Rom und liess sich in Dublin nieder, wo er viele Bildnisse malte. 1789 kehrte er 
nach London zurück, ging von da nach Ostindien und liess sich in Lucknow nieder, 
wurde Bildnissmaler des Königs von Oude und zog sich später nach C i^)Oor zurück. 
Unttsr seinen auf die englischen Ausstellungen gesandten Bildern befanden sich : Der 
Empfang der Prinzen von Mysore bei dem Marquis Cornwallis, Tod des Oberst 
Morehouse beim Sturm von Bangalore. In Hamptoncourt von ihm das Bild Der 
König von Oude empfängt Tribut. Er gab heraus : „Beschreibung von Seringapatam" 
(1796), „Auserlesene Ansichten von Mysore" mit den Hauptscenen des Feldzuges 
gegen Tippu Sahib (1797). 

Homer, TVinslow, amerikan. Genremaler, geb. 1836 in Boston, kam 1855 zu 
einem dortigen Lithographen in die Lehre, und zog 1859 nach New- York, wo er 
Schüler der Nationalakademie wurde und sich mit Illustrationen beschäftigte. Beim 
Ausbruch des Bürgerkrieges ging er nach Washington, zeichnete Kriegsscenen für 
„Harpers Weekly" und malte seine ersten beifällig aufgenommenen Oelbilder. Nach 
einigen- Studienreisen in Europa (1867 und 1868) begann er seine Hauptthätigkeit in 
Bildern von derbem Realismus, trefflicher Charakteristik und grosser Kühnheit der 
Behandlung. Dahin gehören : Wie es euch gefällt, Die Zeit des Mittagessens, Die 
Schulzeit, Sonntagsmorgen, Treue Liebe, Onkel Nea zu Hause, und die Aquarelle 
Der Fischfang, Des Gärtners Tochter, Nach dem Bade, und wieder die Oelbilder 
Schulzimmer auf dem Lande, Besuch der alten Dame, Das Peitschenklatschen, Sonntags- 
morgen in Virginia u. A. 

Homo, Marie Alexandre, franz. Maler, geb. 1842 in Paris, f 22. Juli 1889 
das., Schüler von Guillemet, widmete eich mit Vorliebe der Aquarellmakrei der 
älteren Strassen und Stadttheile von Pai-is, z. B. der Strassen Saint-Vincent, Sept 



202 Hondecoeter — Honek. 

Voies, Pirouette, Boulevard du Palais, Quai de la Tournelle, gewöhnlich reich staffirt 
mit lebenden Figuren. 

Hondecoeter, Gillis, holländ. Landschaftsmaler, geb. in Antwerpen, seit 1615 
in Amsterdam nachweisbar, f 1638 das., Vater des Gysbert H, und Grossyater 
des Melchior H. Landschaften von ihm in der Galerie zu Schleissbeim (1609), im 
Museum zu Kassel (1618), in Dresden (1619), eine öde Felsenlandschaft im Bei;Uner 
Museum, eine Landschaft mit Orpheus unter den Thieren im Museum zu Stockholm 
und ein Vogelconcert (1620) in der Sammlung zu Donaueschiügen. 

Hondecoeter, Gysbert, holländ. Maler, geb. 1604 in Antwerpen oder in 
Amsterdam, f 1653 in Utrecht, Sohn des Vorigen und Vater des Melchior d' H. 
Von ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam eine Landschaft mit Figuren (1652) und 
ein Bild mit Wasservögeln (1651). 

Hondecoeter, Melchior d', holländ. Maler, geb. 1636 in Utrecht, f 3. April 
1695 in Amsterdam, Sohn und Schüler des Vorigen und Schüler seines Oheims 
J. B. Weenix, war meistens in Amsterdam thätig, wo er fast nur Geflügel malte, 
vor Allem Hühner, indische Hähne, Pfauen und Tauben, gewöhnlich in Lebensgrösse 
und in landschaftlicher Umgebung. Seine Anordnung ist meistens malerisch, Zeichnung 
und Colorit meisterhaft. Bilder von ihm in fast allen Museen, 11 der schönsten im 
Reichsrauseum zu Amsterdam, darunter das unter dem Namen La plume flottante 
bekannte Bild mit Wasservögeln, 5 im Museum zu Dresden, auch im Museum zu 
Berlin, in der Pinakothek zu München, im Hofmuseum zu Wien, im Städelschen 
Institut zu Frankfurt a. M. und in anderen Museen. 

Hondias (Hondt), Abraham, Maler und Radierer, geb. 1638 in Rotterdam, 
t 1691 in London, wo er sich schon in der Jugend niederliess und ein ausschweifendes 
Leben führte. Er malte allerlei Thierhilder, Löwen- und Schw^einsjagden, auch Feuers- 
brünste und nächtliche Genrebilder. Seine Bilder sind naturwahr und kühn ausgeführt, 
aber in Zeichnung nicht immer sorgfältig und im Colorit zu bunt. Zu seinen Haupt- 
werken gehören: ün Museum zu Rotterdam eine grosse Jagd, in der Eremitage zu 
St. Petersburg mehrere Jagden, im Museum zu Dresden eine Eberjagd, im Museum 
zu Schwerin eine nächtliche Carnevalsscene (1660) und 5 Jagdbilder. 

Hondias, Hendrik d. Ae., Kupferstecher, geb. 9. Juni 1573 zu Düffel (Brabant), 
t nach 1630 im Haag, Schüler vc JanWierix undVredeman deVries, stach 
Salomos ürtheil nach C. van Mander, die Musen auf dem Parnass nach Taddeo 
Zuccaro, auch Bilder nach Dürer, Holbein und Lucas v. Leiden. 

Hondias, Hendrik d. J., Kupferstecher, geb. um 1588 in London, f 1658, Sohn 
und Schüler des Jodocus H., stach Landschaften, Historienbilder und namentlich 
Bildnisse, z. B. Gustav Adolf, König von Schweden, dessen Gemahlin Marie Elenore 
von Brandenburg, Axel Oxenstierna, Wallenstein, Herzog Bernhard von Sachsen- 
Weimar, Feldmarschall Gustav Hörn u. A. 

Hondins, Willem, holländ. Kupferstecher, geb. um 1600 im Haag, f nach 1652, 
Sohn und Schüler des älteren Hendrik H., Uess sich 1640 in Danzig nieder, stach 
zahlreiche Bildnisse, theils nach van Dyck, z. B. den Maler Franz Franck, nach 
Mytens und Miereveit, theils nach eigener Zeichnung. 

Hondt, Abraham, s. Hondias. 

Hondt, Franciscas de, Graveur und Holzschnitzer, geb. 1786 in Brögge, 
Todesjahr anbekannt, Lehrer an der dortigen Akademie, gravirte Medaillen und 
fertigte einen Christus am Kreuz für die Kirche in Maldegem (Ostflandem). 

Hone, Nathaniel, engl. Bildnissmaler, geb. 1718 in Dublin, f 14. Aug. 1784 
in London, war in seiner Kunst Autodidakt, kam schon in jungen Jahren nach London, 
wo er in Oel, Miniatur und Email Bildnisse malte und einer der Gründer der Akademie 
wurde, aber mit seinen Spottbildern auf Reynolds und Angelika Kauffmann auf der 
Akademie nicht zugelassen wurde und eine eigene Ausstellung von Bildnissen ver- 
anstaltete, die häufig einfen bestimmten Charakter darstellten, aber im Colorit keinen 
Beifall fanden, z. B. Eine schöne Büsserin, Die heil. Cäcilia, Hebe u. A., auch David 
als Hirte, Ein spartanischer Knabe, Nathan und David. Man hat auch einige 
Aquatintablätter von ihm, z. B. sein Selbstbildniss (1782). — Seine beiden Söhne 
Camillas H. (t 1837) und Horace H. (geb. 1755, f 24. Mai 1825) waren ebenfalls 
Bildnissmaler, letzterer namentlich in Aquarell anid in EmaU. 

Honeck, Adolf, Maler und Lithograph, geb. 1812 in Dresden, t 1879 in 
Oberlössnitz bei Dresden, besuchte 1838 — 41 die Akademie in Düsseldorf, kehrte dann 
in seine Heimath zurück und malte Genrebilder und Landschaften, war auch sehr 
gewandt in lithographirten, wohlgetroffenen Bildnissen. 



Hougj-e — Hoogstraten. 203 

HoDgre, Etienne, franz. Bildhauer, geb. 1628 in Paris, f 1690 das., Schüler 
von Jacquea Sarrasin, bildete sich 6 Jahre lang in Rom weiter aus, wurdfe 1668 
Mitglied der Akademie und später Rektor derselben. Sein Hauptwerk war die eherne 
Reiterstatue Ludwigs XIV., die 1725 in Dijon aufgestellt wurde. 

Honneconrt, b. Tillard de H. 

Hons, John A., amerikan. Maler, geb. 1832 in New- York, f 27. Sept. 1874 das., 
ging Tom Gelehrtenstande zur Malerei über und machte sich zuerst durch das Bild 
Vanitas vanitatum einen Namen, malte nachher viel auf Holz und lieferte Illustrationen 
für periodische Werke, z. B für „The Aldine" interessante Scenen aus Pennsylvanien. 

Hontanon, Juan Qil de, spanischer Baumeister der 1. Hälfte des 16. Jahrb., 
baute die Kathedrale von Segovia noch im gothischen Stil, die sein Sohn Rodrigo 
ums Jahr 1560 vollendete. Im 2. Decennium des 16. Jahrb. war er beim Bau der 
1519 vollendeten Kathedrale von Sevilla beschäftigt. 

Honthorst, Gerard von, holiänd. Maler, geb. 4. Nov. 1590 in Utrecht, f 27. April 
1656 das., Schüler von AbrahamBloemaert, bildete sich in Rom nach Caravaggio 
weiter, wo er wegen seiner vielen Nachtstücke mit Kerzenbeleuchtung G h er ard ö d a 1 1 e 
N 1 1 i genannt wurde. Nachher malte er kurze Zeit in Prag am Hofe des Königs 
Friedrich, dann in Utrecht, im Haag und in England für König Karl I. Seine zahl- 
reichen Bilder, denen es bei manchen guten Eigenschaften an Idealität fehlt, behandeln 
die heilige und die Profan-Geschichte, die Mythologie, Allegorie, das Genre und das 
Bildniss . Zu seinen besten gehören im Museum zu Berlin Die Befreiung des Petrus 
aus dem Gefängniss, Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht und Das Puffspiel (1624), 
Christus vor Pilatus (Hofmuseum in Wien), Die Verleugnung des Petrus (Galerie 
Liechtenstein in Wien), Der Zahnarzt (1622, Museum in Dresden), im Louvre Pilatus 
wäscht sich die Hände, Das Concert (1624), Der Triumph des Silen und einige Bild- 
nisse, im Reichsmdseum zu Amsterdam Der lustige Musikant (1623) und mehrere 
Bildnisse, in der Pinakothek zu München 2 Bilder vom verlorenen Sohn, Ceres sucht 
die Proserpina und Cimon und Pero. 

Honthorst, Willem, Bildnissmaler, geb. 1604 in Utrecht, f 19. Febr. 1666 das., 
Bruder des Vorigen ebenfalls Schüler von Bio emaert, malte vorzugsweise Bild- 
nisse, aber schwächer als sein Bruder, lebte von 1650—64 am Hofe in Berlin. 
2 Bildnisse von ihm im Museum zu Berlin, 2 im Reichsmuseum zu Amsterdam, auch 
im Museum zu Sehwerin. 

Hooch, Carel Cornelisz de, holiänd. Landschaftsmaler, Geburtsjahr unbekannt, 
t 1638 in Utrecht. Von ihm Bilder, nur im dortigen Museum, in der Galerie zu 
Stockholm und zu Schieissheim. 

Hooch (Hoogh), Pieter de, holl. Maler, geb. Dec. 1629 in Utrecht, f nach 1677 
in Amsterdam (n A. 28. Febr. 1681 in Haarlem), Sohn des Vorigen, bildete sich 
unter dem Einfluss von CarelFabritias und von Rembrandt, dessen Helldunkel 
er in seiner natürlichen Bedeutung als in geschlossene Räume einfallendes Sonnenlicht 
mit grosser Meisterschaft behandelt. Nur in seinen späteren Bildern lässt die Kraft 
des einfallenden Sonnenlichtes nach und die Schatten nehmen einen kühleren, bläu- 
licheren Ton an. Viele seiner Bilder kamen in englische Privatsammlungen ; im 
Reichsmuseum zu Amsterdam 7 Bilder, darunter der Geraüsekeller und Die Dame mit 
dem Brief am Fenster ; ausserdem gut vertreten in der Sammlung Six in Amsterdam, 
2 Interieurs im Louvre, das Innere einer Wohnstube in der Pinakothek zu München, 
in Berlin eine Frau an der Wiege ihres Kindes, ein Gesellschaftsstück im Germanischen 
Museum zu Nürnberg, 3 ähnliche meisterhafte Bilder (1655 und 1658) in der National- 
galerie zu London, im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M. eine Dame am 
Schreibtisch, in der Eremitage zu St. Petersburg u. A. 

Hooghe, Bomeyn de, holiänd. Maler und Kupferstecher, geb. 1645 oder 46 im 
Haag, t 6. Oct. 1708 in Haarlem, ein unsteter Charakter von kühner Phantasie, der 
seine Nadel mit Vorliebe den Ereignissen seiner Zeit zuwandte und in seinen BUdern 
oft politische Parteizwecke verfolgte. Zu seinen schönsten Blättern gehören : Karl 11. 
von Spanien bezeigt auf einer Spazierfahrt dem Sacrament seine Verehrung, 
Belagerung und Befreiung von Wien durch Johann HI. Sobieski, König von Polen, 
1683 und der Friedenscongress von Breda, 

Hoogstraten, Dirk van, holiänd. Maler, geb. 1595 in Antwerpen, t 20. Dec; 
1640 in Dordrecht, anfangs Goldschmied und Graveur, später Maler, bereiste mehr- 
mals Deutschland und Italien und war am meisten im Haag und in Dordrecht thätig. 
Im Reichsmuseura zu Amsterdam von ihm ein Bild der heil. Jungfrau mit dem Kinde 
und der heil. Anna. 



204 Hoogstraten — Hopfgarteu. 

Hoogstraten, Jan van, Maler, geb. um 1630 in Dordrecht, t 1654 in Wien, 
Bruder und Schuler des S.amuel van.H., mit dem er nach Wien reiste, wo er am 
kaiserlichen Hof arbeitete. 1649 wurde er Mitglied der Malergilde seiner Vaterstadt. 
Er malte oft Historienbilder ; im Hofmuseum zu Wien das Genrebild einer Stube mit 
2 Weibern, von denen das eine eine Tabakspfeife, das andere einen Krug hält. 

Hoogstraten, Samuel van, holländ. Maler, geb. 2. Aug. 1B26 in Dordrecht, 
t 19. Oct. 1678 das., Sohn und Schüler des Dirk v. H., später auch Schüler von 
Kembrandt in Amsterdam, lebte von 1651—53 in Wien und in Rom, besuchte 
1666 England, ging dann nach dem Haag und war seit 1668 in Dordrecht thätig, 
wo er Direktor der holländischen Münze wurde. Er malte anfangs Bildnisse, dann 
Genrebilder, Landschaften, Thiere, auch Hi-storienbilder und Stillleben. 3 Bilder von 
ihm im Eeichsmuseum zu Amsterdam, darunter das Gleichniss von dem unwürdigen 
Hochzeitsgast (nach Matth. 22, 11—13) und Das kranke Mädchen, im Hofmuseum zu 
Wien einß Ansicht des inneren Burgplatzes" in Wien (1652) und Der alte Jude am 
Fenster (1653), auch im Haag. Er schrieb eine Abhandlung über die Malerei 
„Inlevding tot de hooglie schoole der schilderkonst" mit Radierungen von ihm 
(1678). 

Hoogzaat, Jan, holländ. Maler, geb. 1654 in Amsterdam, Todesjahr unbekannt, 
Schüler und Nachahmer von Lairesse, malte für den König Wilhelm III. von 
England Bilder auf dem Schloss Loo, schmückte auch den Plafond des Bürgersaals 
im Stadthaus zu Amsterdam mit einem allegorischen Bilde. 

Hook, James Clarke, engl. Historien- und Marinemaler, geb. 21. Nov. 1819 in 
London, seit 1836 Schüler der dortigen Akademie, erhielt 1842 für sein Bild der 
Auffindung der Leiche Harolds eine Medaille und ein Stipendium für einen Aufenthalt 
in Italien. Unter seinen Historienbildern werden gerühmt ein Cyklus von Darstellungen 
aus der Geschichte Venedigs (1849—54), Verfolgung der Reformirten in Paris und 
Dankbarkeit der Mutter des Moses für die Rettung ihres Knäbleins. Nach seiner 
Rückkehr aus Italien" malte er mehr Marinebilder und Landschaften aus der Bretagne, 
aus Schottland, Holland und Norwegen. 1859 wurde er Genosse und 1860 Mitglied 
der Akademie seiner Vaterstadt. 

Hool, Johann Baptist van, Bildhauer, geb. 1769 in Antwerpen, f 1837 das., 
Schüler von F. van Ursel, mit dem er mehrere plastische Werke für Kirchen au.s- 
führte. Seit 1802 arbeitete er selbständig und wurde Professor an der Akademie 
seiner Vaterstadt. Von ihm eine Statue des heil. Borromäus in der Jesuitenkirehe 
zu Antwerpen und ein Hochaltar in der Kirche zu Oosterhout (Nordbrabant). 

Hopfer, Daniel, Miniaturmaler und Radierer, Geburtsjahr unbekannt, f um 
1536, Sohn eines Malers, zog um 1495 von seiner Vaterstadt Kaufbeuren nach 
Augsburg. In seinen zahlreichen Blättern aus der Bibel oder aus der Legende und 
in Bildnissen hat er das Verdienst, das Aetzen in die Kunst wieder eingeführt zu 
haben. Blätter von ihm sind : David tödtet Goliath nach Raffael (Copie nach Marc 
Anton), Die Ehebrecherin vor Christus, Das Jüngste Gericht, Das Schweisstuch der 
Veronika, Kampf zwischen 3 Tritonen nach Mantegna, an dem er übrigens in dem 
Stiche Christus vor Pilatus auch ein Plagiat beging, 3 Blätter der guten Heiden, 
Juden und Christen nach Burgkmair, Bildniss Luthers nach Cranach u. A. — Wahr- 
scheinlich seine Brüder waren Hieronymns H., ebenfalls Kupferstecher, thätig am 
1520—23, und Lambert H., der im ersten Drittel des 16. Jahrb. in Augsburg thätig 
war, wie Hieronymus fast nur Copist. 

Hopfer, Job. Bernb. Gottfried, Zeichner und Maler, geb. 1716 in Redelsee in 
Franken, f 1789 in Berlin, Schüler seines Vaters und des Arisbacher Hofmalers Job. 
Christ. Sperling, wurde 1754 preussischer Wappenmaler und Zeichner an der Akademie 
der Wissenschaften, zeichnete anatomische und naturwissenschaftliche Gegenstände. 

Hopfer "Wolfgang Ludwig, Maler, geb. 1648 in Nürnberg, f 1698, war dort 
Schüler von Georg Strauch, und in Wien von Jo h. Spielber ger, lebte 9 Jahre 
in Italien, malte in der Manier des Job. Phil. Lembke Schlachtenbilder, wurde Hof- 
maler des Kurfürsten von der Pfalz. 

Hopfgarten, Alexander Emil, Bildhauer, geb. 1821 in Berlin, f 1856 in 
Wiesbaden, Sohij des Erzgiessers Heinrich H., Schüler der Akademie in Berlin und 
"Wichmanns, bildete sich seit 1838 in Rom unter Emil Wolff und Wagner 
und wurde später Hofbildhauer des Herzogs von Nassau in Wiesbaden und Professor. 
Hier schuf er für die griechische Kapelle den meisterhaften Sarkophag der Herzogin 
Elisabeth von Nassau und für die evangelische Kirche die Colossalstatuen Christi und der 
4 Evangelisten. Seine Arbeiten sind von genialer Auffassung und scharfer Charakteristik. 



Hopfgarten — Horemans. 205 

Er hatte den Oldenburgischen Haus- und Verdienst-Orden, sowie den russischen 
Stanislaus-Orden 2. Kl, 

Hopfgarten, Aagast Ferdinand, Historienmaler, geb. 17. März 1807 in Berlin, 
anfangs Schüler von Ruscheweyb, dem Bruder des Kupferstechers, besuchte dann 
die Akademie unter Dähling, Niedlich und Wach, dem er sich besonders an- 
schloss. 1825 erhielt er einen akademischen Preis, ging 1827 nach Italien, wo er fünf 
Jahre seine Studien fortsetzte und malte dann in Wiesbaden die Griechische Kapelle 
aus. 1835 nach Berlin zurückgekehrt, entfaltete er eine reiche Thätigkeit in der 
Historie, im rom4.ntischen Genre und im Bildniss. Dahin gehören : Raifael das Modell 
zur Madonna della Sedia tindend. Die Schmückung einer Braut, die Schwäne fütternden 
Mädchen im Kostüm der florentinischen Renaissance, Die Findung des Moses, Boas 
und Ruth, Tasso vor Eleonore von Este (1839, Nationalgalerie in Berlin), Die Rosen 
der heil. Elisabeth. Auch nahm er Theil an den Fresken in der Schlosskapelle zu 
Berlin und an der decorativen Ausschmückung des Neuen Museums. Bis ins hohe 
Alter setzte er seine Thätigkeit fort. Seit 1841 ist er Mitglied der Akademie und 
1854 wurde er Professor. 

Hopfgarten, Heinrich, Erzgiesser, geb. 1777 in Berlin, arbeitete zuerst mit 
seinem Bruder W i 1 h e 1 m H., in der Werkstatt seines Oheims, eines Gelbgiessers 
und gründete 1803 in Berlin ein eigenes Atelier, worin er die Unterstützung Rauchs 
erhielt und meistens dessen Werke goss, nämlich die Statue Franckes im Waisenhaus 
zu Halle, die Büste des Grossen Kurfürsten in Stettin, auch die Statue Wilhelms II. 
in Neuruppin von Tieck. 

Hopfgarten, "Wilhelm, Erzgiesser, geb. 1779 in Berlin, f im Oct. 1860 in Rom, 
Bruder des Vorigen ging nach Paris und gründete in Rom eine bedeutende Giesserei, 
die viele Jahre in Thätigkeit war und zahlreiche Erzwerke lieferte. 

Hopley, Edward TVilliam John, engl. Qenremaler, geb. 1816, f 30. April 1869 
in London, ging vom Studium der Medicin zur Malerei über, konnte aber erst seit 
1851 in der Akademie seine Bilder ausstellen. Auf sein erstes Bild einer Psyche 
folgten eine Scene aus Australien, eine Muse, eine Scene aus dem „Sommernachtstraum" , 
Die letzte Rose des Sommers, Newton erklärt dem Halifax seine Farbentheorie, 
Michelangelo in den Gärten der Mediceer, Eine Tochter der Eva und viele Andere. 

Hoppe, Ferdinand, Landschafts- und Marinemaler, geb. 1848 in Düsseldorf, 
t 20. Dec. 1890 in Köln, Schüler von Duck er in seiner Vaterstadt, wo seine meisten 
Bilder entstanden, die grossentheils dem nördlichen Deutschland und den Küsten der 
Ostsee entlehnt sind. 

Hoppner, John, engl. Maler, geb. 4. April 1758 iu Whitechapel (London), 
t 23. Jan. 1810 in London, trat 1775 in die dortige Akademie, widmete sich nach 
seinem Bilde aus dem „König Lear" (1782) der Landschaft und mit grösserem Erfolg 
dem Bildniss, wurde 1789 Bildnissmaler des Prinzen von Wales, malte dessen Bildniss 
und das des Herzogs und der Herzogin von York. Er galt für einen Nebenbuhler 
des Lawrence, war ein Nachahmer von Reynolds, und seit 1795 Mitglied der Akademie. 
Seine besten Bilder befinden sich im St. James-Palast; in der Nationalgalerie das 
Bildniss der Gräfin von Oxford (f 1824). 

Hopwood, James, englischer Kupferstecher, geb. um 1752 in Beverley, f 29. Sept. 
1819 in London, konnte erst in vorgerückten Jahren diese Kunst ergreifen, worin 
er es durch Fleiss allmählich zu grosser Geschicklichkeit brachte. — Sein Sohn und 
Schüler James H., geb. 1795, war als Kupferstecher in Punctirmanier besonders iu 
Illustrationen für Pariser Buchhändler thätig. 

Horeau, Hector, franz. Architekt, geb. 4. Oct. 1801 in Versailles, f 22. Aug. 
1872 in Paris, besuchte 1819—22 die ^cole des beaux-arts und das Atelier von 
Lenepveu, und machte eine längere Reise nach Aegypteu und Nubien, worüber er 
1841 ein Panorama in 37 Blättern herausgab. Er entwarf namentlich Pläne zu 
Ausstellungsgebäuden und als sein Hauptwerk den Entwurf zum Krystallpalast in 
London (1850), der zwar die erste Medaille erhielt, aber doch dem Entwurf des 
Engländers Joseph Paxton nachstehen musste. 

Horemans, Jan Joseph, Genremaler, geb. im Nov. 1682 iu Antwerpen, t 7. Aug. 
1759, Schüler des Bildhauers v. d. Voort und des Malers J. van Penne, wurde 
1705 Meister der Gilde und malte Bauerngesellschaften und Bilder dieser Art von 
geschickter Composition, aber unwahrer Farbe. Zu seinen bekannten Bildern gehören 
im Museum zu Antwerpen ein grosses Ceremonienbild, im Museum zu Dresden ein 
Schoster in seiner Werkstatt und eine Mutter mit ihrem Kinde, im Museum zu 
Kassel 2 Genrebilder dieser Art und im Museum zu Biiiunschwcig. 



206 Horemans — Horrak. 

HoremanS) Peter Jakob, Maler, geh. um 1700 in Antwerpen, f 1776 als 
Hofmaler des Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern in München. Bilder von ihm 
in der Galerie zu Schieissheim, im Germanischen Museum zu Nürnberg 2 Fruchtstücke 
(1766) und 2 Bildnisse. 

Horenbont, Geraert Lucas, Maler, geb. 1475 in Gent, f 1558 in London, 
laulte in der Art des Hans Memling Altarbilder und vorzugsweise Miniaturen. Die 
inm beigelegten Altarbilder, zum Theil in Privatbesitz sind freilich meistens zweifel- 
haften Urhebers, dagegen finden sich mehrere Gebetbücher mit seinen Miniaturen im 
britischen Museum (zwischen I4y6 und 1504), in der Bibliothek der Herzöge von 
Burgund in Brüssel (um 1510), in der Hofbibliothek zu Wien (Gebetbuch Karls V.) 
und namentlich ein Theil der Miniaturen des im Anfang des 16. Jahrh. entstandenen 
Codex Grimani in der Marcusbibliothek zu Venedig. 

Horfelin, Antonio, spanischer Maler, geb. 1597 in Saragossa, f 1660, Schüler 
seines Vaters, des Hof-Gemäldetaxators, bildete sich in Rom weiter aus. Seine Haupt- 
werke befinden sich in der Augustiner-Barfüsserkirche seiner Vaterstadt. 

Horiiiuth«Kallmorgen, Margarethe, Malerin, geb. 22. Aug. 1858 in Heidelberg, 
Schülerin von Ferd. Keller in Karlsruhe, widmete sich der Blumenmalerei und 
dem Stillleben, worin sie Decorationen für Wand- und Ofenschirme und selbständige 
Bilder von sorgfältiger A-usführung und feingestimmtem Colorit malte. 1882 heirathete 
sie in Karlsruhe den Maler F. Kallmorgen. 

Hornberger, Bildhauer der Gegenwart in Mannheim, fertigte 1865 fürArnheim 
eine Statue des Königs Wilhelm IL der Niederlande und 1866 das Grabmal der 
durch Goethe bekannten Friederike Brion in Sesenheim. 

Hornemann, Christian, Miniaturmaler, geb. 15. Aug. 1765 in Kopenhagen, 
t 7. März 1844 das., trat 1782 in die dortige Akademie, reiste 1787 — 1803 in 
Deutschland und Italien, wurde 1804 Hofminiaturmaler und 1805 Mitglied der Akademie. 
Von ihm zahlreiche, sehr geschätzte Bildnisse der Zeitgenossen meistens in Pastell. 

Hornemann, Friedrich Adolf, Genremaler, geb. 19. Mai 1813 in Hannover, 
t 22. Dec. 1890 in Düsseldorf, widmete sich 1835 — 37 auf der Akademie in München 
der Historienmalerei und wurde als Schüler von Cornelius dessen Gehilfe bei den 
Fresken in der Ludwigskirche. Nach einigen in Paris zugebrachten Jahren ging er 
1855 nach dem südlichen Eussland, nahm einen längeren Aufenthalt in Hamburg, wo sich 
in der Kunsthalle 4 Bilder von ihm befinden, und lieas sich 1867 in Düsseldorf nieder, 
wo er fast nur Genrebilder von eorrecter Zeichnung und ansprechendem Colorit malte. 

Hornnng, Joseph, Maler, geb. 1792 in Genf, t 3. Febr. 1870 das., versuchte 
sich zuerst in der Landschaftsmalerei, malte auch Bildnisse und Genrebilder aus dem 
savoyischen Volksleben, die grosses Lob ernteten, und ging dann zur Historienmalerei 
über, worin er das Reformationszeitalter behandelte. Solche historische Bilder von 
ihm sind im Museum Rath in Genf Calvins letzte Augenblicke, K-atharina v. Medici 
empfängt das Haupt Coiignys und das Bild Ein Gefangener. Andere Bilder von 
ihm sind Michael Servets Wegführung zum Richtplatz, Bezas Vorlesung der Bibel 
vor Johanna von Albret, Luther auf dem Reichstag in Worms u. A. 

Momang, M., Elfenheinschnitzer des 17. Jahrh. ans Schwäbisch-Hall, machte 
sich bekannt durch seine Schnitzereien an Bechern, in denen er Jagden, Schlacht- 
scenen und Einzelfiguren darstellte. In der Ambraaer Sammlung ein Gewehr mit 
Jagd- und mythologischen Darstellungen. 

Horny, Franz, Landschaftsmaler, geh. 1797 in Weimar, f schon 1824 in 
Olevano, bildete sich im Zeichnen in seiner Vaterstadt unter Job. Hein r. Meyer, 
dem Freund Goethes, kam 1816 nach Rom, wo er Schüler von Jos. Anton Koch 
wurde. Er hat nur wenige Gemälde aus der Umgegend von Rom, dem Sabinergebirge 
und Olevano hinterlassen, aber zahlreiche Zeichnungen und Studien. 

Horowitz, Leopold, ungar. Bildnissmaler, geb. 1839 in Rozgony bei Kaschau, 
trat 1853 in die Akademie zu Wien, wo er sieben Jahre studirte und einer der besten 
Schüler von Karl Blaas wurde. Dann besuchte er Berlin, Dresden und München 
und setzte acht Jahre lang sein Studium in Paris fort. 1868 nahm er seinen Wohnsitz 
in Warschau, malte viele Scenen aus dem Volksleben seiner israelitischen Glaubens- 
genossen, besuchte aber auch wieder einen grossen Theil von Deutschland und malte 
viele Bildnisse in Berlin. Sein Hauptbild ist die Trauerandacht in der Synagoge am 
Gedenktage der Zerstörung Jerusalems. 

Horrak, Johann, Aquarellmaler, geb. 1815 in Milowitz in Mähren, f 1870, 
lebte in Wien und einige Jahre in London. Fast alle seine Bilder sind Bildnisse 
oder Einzelfiguren aus dem Volksleben. 



Horsburgh — Hortemels. 207 

Uorsbnrgh, John, engl. Kupferstecher, geb. 16. Nov. 1791 in Prestonpans bei 
Edinburg, f 25 Sept. 1869 in Edinburg, besuchte die Trustees-Acaderay und wurde 
Schüler des Kupferstechers Robert Scott. Er stach in Linienmanier Bildnisse 
und Genrebilder, war aber die letzten 37 Jahre seines Lebens Prediger an der 
Bcbottischen Baptistenkirche in Edinburg. 

Horselielt, Theodor, Schlachteamaler, geb. 16. März 1829 in München, f 3. April 
1871 das., war kurzeZeit Schüler der dortigen Akademie, dann Schüler von Anschütz 
und Albr. Adam, studirte als eifriger Jäger und Naturfreund nach der Natur, 
machte 1852 in Stuttgart Pferdestudien, ging 1853 nach Paris, vereinigte sich in 
Marseille mit Hackländer und in Barcelona mit Leins, bereiste mit Beiden Spanien 
und Algerien und machte besonders in Nordafrika zahlreiche Studien. 1854 — 58 lebte 
er in München, bereiste dann den Kaukasus und nahm 1858—63 an allen Feldzügen 
der Bussen Theil, anf denen er das ganze Material für seine bedeutendsten Bilder 
sammelte. Dann machte er noch weitere Reisen am kaspischen Meere und in Armenien 
und kehrte nach 5 Jahren über Moskau und St. Petersburg in seine Vaterstadt zurück, 
wonach er Mitglied der Akademien von München, Wien und St. Petersburg wurde. Die 
Früchte dieser Wanderungen und Erlebnisse waren seine interessanten Erinnerungs- 
blätter (Federzeichnungen) aus dem Kaukasus. Aus der grossen Menge seiner übrigen 
Bilder sind zu nennen: Illustrationen zu Charles Boners „Chamois hunting in the 
mountains of Bavaria andTyrol" (2. Aufl. 1860), Gefangennehmung Schamiis, Erstürmung 
der Bergfeste Gunib (1859) und eine grosse Menge von Aquarellen und Zeichnungen 
aus den genannten Gegenden. 1867 wurde er Professor. Er besass die Münchener 
goldene Ehrenmedaille, den Orden der eisernen Krone III. KL, den Stanislaus-Orden 
in. Kl. mit Schwertern, den St. Annen-Orden III. Kl. mit Schwertern u. A. 

Horsley, John Callcott, engl. Genreraaler, geb. 29. Jan. 1817 in London, 
besuchte seit 1831 die dortige Akademie und debütirte 1835 mit der beifällig auf- 
genommenen Zinszahlung im Schloss Haddon im 16. Jahrb., worauf dann in den 
nächsten Jahren folgten Die Schachspieler, Die Musikrivalen und 1839 Der Stolz 
des Dorfes (Nat.-Gal. in London). Unter den zahlreichen späteren Genrebildern nennen 
wir nur Jugend und Alter, Das Ende des Balles, Der Hausirer (1841), Das Grab 
des Vaters (1843), den preisgekrönten Carton der Predigt des lieil. Augustinus, das 
ziemlich unbefriedigende Freskobild Der Geist der Religion im Haus der Lords (1845) 
und 1847 in der Dichterhaile des Parlamentsgebäudes Satan wird von Ithuriels 
Lanze verwundet (nach Milton). Noch bis in die letzten Jahre brachte er eine grosse 
Reihe ernster, recht gediegener Genrebilder, z. B. Malvolio in der Sonne, l'AUegro 
und il Penseroso (nach Milton), Jane Gray, eine Scene aus „Don Quichotte", Die 
heil. Kommunion, das reizende Bild Le jour des morts (1868) u. A. Sein einziges 
Altarbild ist die für die Kapelle im St. Thomashospital gemalte heilende Barmherzigkeit 
Christi (1874). Er wurde Mitglied der Londoner Akademie. 

Horsley, Walter, engl. Maler, geb. 1845 in London, Sohn des Vorigen, besuchte 
seit 1873 die dortige Akademie, reiste 1875 für die Zeitschrift „Graphic" nach Indien, 
und besuchte 1878 Cairo und Aegypten. Seine bemerkenswerthen Bilder sind Die 
Stunde des Gebets (1877), Der Bezestan-Bazar in Constantinopel, Ein schmaler Weg, 
Die Zeit der Noth (1881), Angstvolle Augenblicke und das Hauptbild Die Franzosen 
in Kairo (1884) und viele Bildnisse. 

Horst, Gerrit WÜIemsz, hoUänd. Maler, geb. um 1612 in Mulden, f nach 1660, 
Schüler von Anthony Hendricksz, nur bekannt durch die 2 Bilder des Berliner 
Museums Der Segen Jakobs und Die Grossmuth des Scipio. 

Horst, Louis, Bildnissmaler, geb. 28. Dec. 1829 in Büdingen (Oberhessen), 
t 19. Aug. 1891 inDegerloch bei Stuttgart, Schüler der Akademie in Düsseldorf, lebte 
in München, in Rom und später in Stuttgart. Unter seinen Bildnissen werden genannt 
das des Herzogs Eugen von Württemberg und das der Gräfin Waldburg-Zeil-Wurzach. 

Horst, Nicolas van der, Zeichner und Maler, geb. 1598 in Antwerpen, f 1646 
in Brüssel, Schüler von Rubens, bereiste Deutschland, Frankreich und Italien und 
Hess sich in Brüssel nieder. Unter seinen seltenen Gemälden besitzt die Sammlung 
Suermondt in Aachen ein Opfer Jephthas. 

Hortemels, Frädöric, franz. Kupferstecher und Radierer, geb. um 1688 in Paris, 
Vetter derLouiseMadeleineH. Seine Hauptblätter, in denen er die Nadel mit dem 
Grabstichel verband, sind nach Vanloo Batbseba im Bade, nach P. Veronese die 
Anbetung der Könige und die Verlobung der heil. Katharina, nach Tintoretto die 
Geburt Johannis d. T., nach Dom. Feti Maria in Andacht, nach Garofalo die Samariterin, 
nach Gand. Ferrari die Ausgiessung des heil. Geistes. 



208 Hortemels — Houbraken. 

Hortemels, Louise Madeleine, Kupferstecherin, geb. 1686 in Paris, f 2.0ct. 1767, 
Cousine des Vorigen, Gattin des Stechers Charles Nicolas Co c hin (geb. 1688), 
(s, d.) stach Philippus tauft den Kämmerer nach N. Bertin, der Triumph der Flora nach 
N. Ponssin, 3 Blätter nach den Deckengemälden im Salon der Könige zu Versailles 
nach Michelange Corneille und einige Bildnisse. 

Hosemann, Friedr. Wilh. Heinr. Theodor, Genremaler, geb. 24. Sept. 1807 
in Brandenburg a. H., f 15. Oct. 1875 in Berlin, zog mit seinen Eltern 1816 nach 
Düsseldorf, besuchte hier die Akademie, wurde Zeichner in der lithographischen 
Anstalt von Arnz und Winckelmann und später von Winckelmann in Berlin besonders 
für Jugendschriften. Daneben illustrirte er auch andere Werke für Erwachsene und 
wandte sich auf den Kath Ed. Meyerheims zur Oelmalerei von kleinen Genrescenen 
ans dem Volks- und Strassenleben, die jetzt als Abbilder von Berlin ans der vor- 
märzlichen Zeit von culturhistorischem Werth sind. Es sind z. B. Der Sandfuhrmanu 
in der Mark (Nationalgalerie), Die Sonntagsreiter, Kegelbahn, Volksversammlung der 
Rehberger, Hundefuhrwerk, Ländliches Stelldichein, Die lustigen Musikanten und 
eine Menge von Zeichnungen, Aquarellen und Lithographien zu Glasbrenners satirischen 
Schriften, zu E. T. A. Hoifmanns Werken, zu den Erzählungen von Jeremias Gotthelf, 
zu Immermanns „Tulifäntchen", zu den „Düsseldorfer Monatsheften", zu Andersens 
Märchen u. A. 1857 wurde er Professor an der Berliner Akademie. 

Hosenfelder, Christian Friedrich, Thiermaler, geb. zu Crossen (Reg.-Bez. 
Frankfurt a. 0.), f 1780 in St. Petersburg, malte Thierbilder, besonders Pferde, war 
thätig in Frankfurt a 0., in Berlin und seit 1777 in St. Petersburg, wo er Lehrer 
an der Malerakademie wurde. 

Hoskins, Jolm, engl. Miniaturmaler, geb. 1664, maiie anfangs in Oel, später 
mit grossem Erfolg Miniaturbilder, z. B. das Bildniss des Königs l?[arl I. von England, 
das der Königin und der ersten Hofbeamten. 

Hosuier, Miss Harriet, amerikan. Bildhauerin, geb. 9. Oct. 1830 in Watertown 
(Massachusetts), trat in Boston ins Atelier Stevensons, studirte in St. Louis die 
Anatomie, hrächte nach ihrer Rückkehr als ihre ersten Arbeiten eine Napoleonbüste 
nach Canova und das ideale Gebilde Der Abendstern; sie zog dann 1852 zum Bild- 
hauer Gibson in Rom, wo namentlich folgende Werke grosse Anerkennung fanden: 
Die schlafende Beatrice Cenci (1857), Puck auf einem Pilz (oft wiederholt), Zenobia 
in Fesseln, Statue des Staatsmanns Thomas Benton, Der schlafende Satyr, Der 
erwachende Satyr, Pompejanische Schildwache und Statue Abraham Lincolns in Boston. 

Hesse, Henriette, Malerin, geb. 1795 in Eisenach, f 1823, Tochter eines dortigen 
Bildschnitzers (f 1841), erhielt ihre Ausbildung in Dresden, wo sie mehrere Bilder 
des Museums meisterhaft copirte, z. B. die Madonna della Catina von Giulio Romano. 

Hottenroth, Edmund, Landschaftsmaler, geb. 9. Oct. 1804 in Blasewitz bei 
Dresden, f 12. April 1889 in Rom, wo er seit 1830 lebte. Seine Hauptbilder sind: 
Das Schlachtfeld des Hannibal, Die Bucht von Bajae mit dem Tempel der Venus, 
Im Sabinergebirge. 

Hottenroth, Woldemar, Historien-, Bildniss- und Genremaler, geb. 20. Aug'. 
1802 in Dresden, f 6. Sept. 1894 in Wachnitz, Schüler der Akademie in Dresden unter 
H a r t ra a n n, ging mit einem Reisestipendium nach Rom, lebte dort 14 Jahre und kehrte 
dann in seine Vaterstadt zurück. Unter den zahlreichen, inhaltlich sehr verschiedenen 
Bildern nennen wir nur : Eine Madonna, Leukothea und Odysseus, Bildniss eines 
armenischen Priesters (Kunsthalle in Hamburg), Teil mit seinem Sohne, Btiffelheerde 
in den pontinischen Sümpfen. 

Houasse, Michel An^e, Maler, geb. 1675 in Paris, f in Spanien, Sohn und 
Schüler des Rene Antoine H., wurde 1707 Mitglied der Akademie in Paris und 
vom König Philipp V. als Hofmaler nach Madrid berufen. Bilder von ihm im Palast 
zu San Ildefonso, im Museum del Prado zu Madrid 2 Bacchanale, eine heil. Familie 
und zwei Bildnisse. 

Houasse, Ren6 Antoine, franz. Maler, geb. 1645 in Paris, f 1707, Schüler und 
Nachahmer von Lebrun, seit 1678 Mitglied der Akademie in Paris, von 1699 — 1704 
Direktor der französischen Kunstschule in Rom, malte auch längere Zeit in Spanien 
Bildnisse. Ein solches im Museum del Prado in Madrid. In seinen letzten Lebensjahren 
war er Rektor und Schatzmeister der Pariser Akademie. 

Houbraken, Arnold, holländ. Mal^r und Radierer, geb. 28. März 1660 in 
Dordrecht, f 18. Oct. 1719 in Amsterdam, Schüler von Jacob Lavecq und 
Samuel Hoogstraten, war meistens in Amsterdam thätig, aber bei allen seinen 
gelehrten Kenntnissen als Maler nur mittelmässig. Seine Hauptarbeit ist das Werk 



Houhraken — Houze. 209 

„Groote Schoubourgh der nederlandsche Konstschilders en schilderessen" (1718 und 19), 
deutsch im Auszug von Wurzbach (1881), ein Werk ohne Kritik mit manchen un- 
•wahren Anekdoten. 

HonbraScen, Jacobn», Kupferstecher, geb. 25. Dec. 1698 in Dordrecht, f 14. Nov. 
1780 in Amsterdam, Sohn und Schüler des Vorigen, zog mit seinem Vater nach 
Amsterdam, nahm sich E d e 1 i n c k und D r e v e t zu Vorbildern, stach, abgesehen von 
Rembrandta Opfer des Manoah (Museum in Dresden), fast nur Bildnisse, mehr als 
600 an der Zahl, die sich durch gewandte Ausführung und kräftige Behandlung aus- 
leieichnen. Seine erste grössere Arbeit waren die Bildnisse zu seines Vaters genanntem 
kunsthistorischen Werke. — Seine Biogr. von A. van der Hüll (1875, Supplement 
dazu 1877.). 

Houckgeest, Cornelis, s. Hoecgeest. 

Houckgeest (Hoeckgeest), Grerrit van, hoUänd. Architekturmaler des 17. Jahrb., 
geb. im Haag, wurde 1639 Mitglied der Gilde in Delft. Von ihm im Museum des 
Haag 2 Bilder des Inneren der Kirche in Delft (1650 und 51), auch eines von 1654 
im Museum zu Brüssel, von 1655 in der Galerie zu Kopenhagen, in der Eremitage 
zu St. Petersburg und im Museum zu Oldenburg. 

Houdon, Jean Antoine, franz. Bildhauer, geb. 20. März 1741 in Versailles, 
t 16. Juli 1828 in Paris, Schüler von Pigalle und Lemoyne, erhielt 1759 den 
Preis für Rom, wo er 10 Jahi-e verweilte und für die Kh-che Sta. Maria degli Angeli 
eine Statue des heil. Bruno schuf. Nach , seiner Rückkehr fertigte er eine Statue des 
Morpheus, wurde 1778 Professor an der Ecole des beaux-arts, begleitete Franklin nach 
Philadelphia und schuf für den Congresssaal in Washington eine Statue Washingtons. 
Dann folgten in Paris eine sitzende Statue Voltaires im Theätre Franc'ais (und in 
Montpellier), die Statue Ciceros der den Catilina aus dem Senat weist, eine Statue der 
heil. Scholastica, die er für eine Statue der Philosophie ausgeben mnsste, Die Fröstelnde 
(Museum in Montpellier), die Bronzefigur der Diana (im Louvre) und unter seinen 
zahlreichen Bildnissbüsten die von Moliere, Gluck, BuiTon, Mirabeau, Rousseau, 
Napoleon I., der Kaiserin Josephine u. A. Er war Ritter der Ehrenlegion. — Seine 
Biogr. von Dierks (1887). 

Honel, Jean Pierre Louis Laurent, franz. Maler und Kupferstecher, geb. 1735 
in Ronen, f 14. Nov. 1813 in Paris, Schüler v